Zum Inhalt springen

Buch - Cymbeline - Shakespeare, William

Aus MOOCsWiki Staging

← Bücher-Welt

Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Cymbeline

Shakespeare, William

Cymbeline von Shakespeare, William. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Historische Illustration zu Cymbeline
Historische Illustration zu „Cymbeline“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Dorothea Tieck

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 6

Erster Aufzug

1
Erste Szene
Vorlage S. 382
2
Britannien. Garten in Cymbelines Palast.
Vorlage S. 382
3
Zwei Edelleute treten auf.
Vorlage S. 382
4
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 382
5
Ja, hier schaut jeder finster: unser Blut
Vorlage S. 382
6
Folgt minder nicht dem Himmel, als der Höfling
Vorlage S. 382
7
Stets wie der König scheinen will.
Vorlage S. 382
8
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 382
9
Der Grund?
Vorlage S. 382
10
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 382
11
Die Erbin dieses Reiches, seine Tochter,
Vorlage S. 382
12
Bestimmt' er seiner Frauen einz'gem Sohn,
Vorlage S. 382
13
Die er als Witwe kürzlich sich vermählt.
Vorlage S. 382
14
Die Tochter wählte nun den Gatten selbst,
Vorlage S. 382
15
Der arm, doch edel ist: sie sind vermählt;
Vorlage S. 382
16
Der Mann verbannt, verhaftet sie: und alles
Vorlage S. 382
17
Ist äußrer Schmerz; obwohl der König, mein' ich,
Vorlage S. 382
18
Wahrhaft bekümmert ist.
Vorlage S. 382
19
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 382
20
Der König nur?
Vorlage S. 382
21
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 382
22
Auch er, der sie verlor; die Kön'gin gleichfalls,
Vorlage S. 382
23
Die jenes Bündnis wünschte. Doch kein Höfling
Vorlage S. 382
24
(Wenn alle auch ihr Antlitz stimmen nach
Vorlage S. 382
25
Des Königs Blick), des Herz sich nicht erfreut
Vorlage S. 382
26
Ob dem, weshalb sie grollen.
Vorlage S. 382
27
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 382
28
Und warum?
Vorlage S. 382
29
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 382
30
Der die Prinzeß verlor, ist ein Geschöpf,
Vorlage S. 382
31
Zu schlecht, ihn schlecht zu nennen; der sie hat
Vorlage S. 382
32
(Das heißt, dem sie vermählt, der Ärmste, ach!
Vorlage S. 382
33
Deshalb verbannt) ist solch vollendet Wesen,
Vorlage S. 382
34
Dass, wenn man auch den Erdkreis rings durchsuchte
Vorlage S. 382
35
Nach einem, so wie er, stets blieb' ein Mangel
Vorlage S. 382
36
Dem, der sich ihm vergleicht: denn ich vermeine,
Vorlage S. 382
37
Mit so viel innerm Wert und äußrer Schönheit
Vorlage S. 383
38
Sei niemand sonst begabt.
Vorlage S. 383
39
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 383
40
Ihr übertreibt.
Vorlage S. 383
41
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 383
42
Ich mess' ihn nur weit unter seiner Größe,
Vorlage S. 383
43
Drück' ihn zusammen, statt ihn zu entfalten
Vorlage S. 383
44
In voller Macht.
Vorlage S. 383
45
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 383
46
Wie ist sein Nam' und Ursprung?
Vorlage S. 383
47
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 383
48
Ich kenne seinen Stammbaum nicht. Sicilius,
Vorlage S. 383
49
So hieß sein Vater, kämpft' einst ruhmbekränzt
Vorlage S. 383
50
Gegen die Römer, mit Cassibelan;
Vorlage S. 383
51
Doch dem Tenantius dankt er seine Würden,
Vorlage S. 383
52
Dem er mit Glanz und seltnem Glück gedient;
Vorlage S. 383
53
So ward er Leonatus zubenannt.
Vorlage S. 383
54
Er hatte, außer jenem edlen Sohn,
Vorlage S. 383
55
Zwei andre noch, die, in dem Krieg der Zeit,
Vorlage S. 383
56
Das Schwert in Händen, fielen, was des Greises
Vorlage S. 383
57
Zu heft'ge Vaterliebe so erschüttert,
Vorlage S. 383
58
Dass er sich tot gehärmt; sein edles Weib,
Vorlage S. 383
59
Schwanger mit dem, von dem wir sprechen, starb
Vorlage S. 383
60
Bei der Geburt. Da nimmt das Kind der König
Vorlage S. 383
61
In seinen Schutz, und nennt ihn Posthumus Leonatus;
Vorlage S. 383
62
Lässt ihn erziehn, macht ihn zu seinem Pagen,
Vorlage S. 383
63
Zu jeder Wissenschaft ihm Zugang bahnend,
Vorlage S. 383
64
Für die sein Alter reif. Das sog er ein,
Vorlage S. 383
65
Wie wir die Luft, es augenblicks begreifend;
Vorlage S. 383
66
Sein Frühling ward schon Ernt'; er lebt' am Hofe
Vorlage S. 383
67
(Ein seltner Fall!) in Lieb' und Lob der Erste;
Vorlage S. 383
68
Dem Jüngsten Musterbild, dem Reiferen
Vorlage S. 383
69
Ein Spiegel für des Schmucks Vollendung, und
Vorlage S. 383
70
Ein Kind den Ernstern, die zu Toren wurden,
Vorlage S. 383
71
Umführen sich zu lassen; seiner Gattin,
Vorlage S. 383
72
Für die er jetzt verbannt, – ihr eigner Wert
Vorlage S. 383
73
Zeigt, wie sie ihn und seine Tugend schätzte:
Vorlage S. 383
74
In ihrer Wahl könnt Ihr am besten lesen,
Vorlage S. 383
75
Was für ein Mann er ist.
Vorlage S. 383
76
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 383
77
Ich her' ihn schon,
Vorlage S. 383
78
In Eurer Schild'rung. Doch, ich bitt' Euch, sagt mir,
Vorlage S. 383
79
Ist sie des Königs einz'ges Kind?
Vorlage S. 383
80
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 383
81
Sein einz'ges.
Vorlage S. 384
82
Zwei Söhne hatt' er (dünkt's Euch merkenswert,
Vorlage S. 384
83
So hört mir zu): der älteste drei Jahr,
Vorlage S. 384
84
Der zweit' in Windeln, wurden sie gestohlen
Vorlage S. 384
85
Aus ihrer Ammenstub', und niemand ahnet
Vorlage S. 384
86
Bis diese Stunde, was aus ihnen ward.
Vorlage S. 384
87
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 384
88
Wann fiel das vor?
Vorlage S. 384
89
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 384
90
Vor etwa zwanzig Jahren.
Vorlage S. 384
91
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 384
92
Dass Königskinder so entwendet wurden!
Vorlage S. 384
93
So schlecht bewacht! So schläfrig aufgesucht,
Vorlage S. 384
94
Dass keine Spur sich fand!
Vorlage S. 384
95
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 384
96
Mag's seltsam sein,
Vorlage S. 384
97
Und fast zum Lachen solche Lässigkeit,
Vorlage S. 384
98
So ist es dennoch wahr.
Vorlage S. 384
99
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 384
100
Ich glaub' es Euch.
Vorlage S. 384
101
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 384
102
Wir müssen uns zurückziehn, denn hier kommt
Vorlage S. 384
103
Der edle Herr, die Kön'gin und Prinzessin.
Vorlage S. 384
104
Sie gehn ab.
Vorlage S. 384
105
Zweite Szene
Vorlage S. 384
106
Ebendaselbst.
Vorlage S. 384
107
Es treten auf die Königin, Imogen und Posthumus.
Vorlage S. 384
108
KÖNIGIN.
Vorlage S. 384
109
Nein, Tochter, sei gewiss, nie find'st du mich,
Vorlage S. 384
110
Nach der Stiefmütter allgemeinem Ruf,
Vorlage S. 384
111
Scheeläugig gegen dich: zwar als Gefangne
Vorlage S. 384
112
Bewahr' ich dich; doch gibt dein Wächter selbst
Vorlage S. 384
113
Den Kerkerschlüssel dir. Und, Posthumus,
Vorlage S. 384
114
Sobald ich kann den grimmen König sänft'gen,
Vorlage S. 384
115
Sollt Ihr in mir den Anwalt sehn; doch jetzt
Vorlage S. 384
116
Entflammt ihn noch der Zorn: drum ist es besser,
Vorlage S. 384
117
Ihr neigt Euch seinem Spruch, und so geduldig,
Vorlage S. 384
118
Wie Euch die eigne Weisheit lehrt.
Vorlage S. 384
119
POSTHUMUS.
Vorlage S. 384
120
Ja, Hoheit,
Vorlage S. 384
121
Ich reise heut.
Vorlage S. 384
122
KÖNIGIN.
Vorlage S. 384
123
Wohl kennt ihr die Gefahr –
Vorlage S. 384
124
Nur durch den Garten geh' ich, denn mich jammert
Vorlage S. 384
125
Die Qual gehemmter Lieb'; obwohl der König
Vorlage S. 385
126
Befahl, ihr sollt nicht mit einander sprechen.
Vorlage S. 385
127
Sie geht ab.
Vorlage S. 385
128
IMOGEN.
Vorlage S. 385
129
O heuchlerische Güte! Schmeichelnd kitzelt
Vorlage S. 385
130
Die Schlange, wo sie sticht! – Geliebter Mann,
Vorlage S. 385
131
Wohl fürcht' ich etwas meines Vaters Zorn,
Vorlage S. 385
132
Doch nicht (mein heilig Bündnis ausgenommen),
Vorlage S. 385
133
Was seine Wut mir tun kann. Du musst fort;
Vorlage S. 385
134
Ich bleibe hier zurück, ein stündlich Ziel
Vorlage S. 385
135
Erzürnten Blicks; nichts tröstet mich im Leben,
Vorlage S. 385
136
Als dass die Welt mein Kleinod noch bewahrt,
Vorlage S. 385
137
Damit ich's wiederseh'.
Vorlage S. 385
138
POSTHUMUS.
Vorlage S. 385
139
O meine Kön'gin,
Vorlage S. 385
140
Herrin, Geliebte, weint nicht mehr; dass mich
Vorlage S. 385
141
Verdacht nicht treffe weichrer Zärtlichkeit,
Vorlage S. 385
142
Als sie dem Manne ziemt! Ich bleib' auf ewig
Vorlage S. 385
143
Der treuste Gatte, der je Treu' gelobte.
Vorlage S. 385
144
In Rom nun wohn' ich, bei Philario dort,
Vorlage S. 385
145
Der meines Vaters Freund war, doch mit mir
Vorlage S. 385
146
Durch Briefe nur verbunden: dorthin schreibe,
Vorlage S. 385
147
Und mit den Augen trink' ich deine Worte,
Vorlage S. 385
148
Ist Galle gleich die Tinte.
Vorlage S. 385
149
Die Königin kommt zurück.
Vorlage S. 385
150
KÖNIGIN.
Vorlage S. 385
151
Eilt, ich bitte!
Vorlage S. 385
152
Denn wenn der König kommt, so fällt auf mich
Vorlage S. 385
153
Wer weiß wie viel von seinem Zorn.
Vorlage S. 385
154
Beiseit.
Vorlage S. 385
155
Doch führ' ich
Vorlage S. 385
156
Ihn dieses Weges; kränk' ich ihn auch stets,
Vorlage S. 385
157
Mein Unrecht kauft er ab, versöhnt zu sein,
Vorlage S. 385
158
Zahlt mein Versünd'gen schwer.
Vorlage S. 385
159
Geht ab.
Vorlage S. 385
160
POSTHUMUS.
Vorlage S. 385
161
Nähmen wir Abschied
Vorlage S. 385
162
So lange Zeit, als wir noch leben sollen,
Vorlage S. 385
163
Der Schmerz der Trennung wüchse stets. Leb wohl!
Vorlage S. 385
164
IMOGEN.
Vorlage S. 385
165
Oh, nicht so rasch:
Vorlage S. 385
166
Ritt'st du nur aus, um frische Luft zu schöpfen,
Vorlage S. 385
167
Zu kurz wär' solch ein Abschied. Sieh, Geliebter,
Vorlage S. 385
168
Der Demant ist von meiner Mutter: nimm ihn;
Vorlage S. 385
169
Bewahr' ihn, bis ein andres Weib du freist,
Vorlage S. 385
170
Ist Imogen gestorben.
Vorlage S. 385
171
POSTHUMUS.
Vorlage S. 385
172
Wie! Ein andres? –
Vorlage S. 386
173
Ihr Götter, lasst mir die nur, die ich habe,
Vorlage S. 386
174
Und wehrt mir die Umarmung einer andern
Vorlage S. 386
175
Mit Todesbanden! – Bleib', o bleibe hier,
Vorlage S. 386
176
Solang' hier Leben wohnt!
Vorlage S. 386
177
Er steckt den Ring an.
Vorlage S. 386
178
Und, Süße, Holde,
Vorlage S. 386
179
Wie ich mein armes Selbst für dich vertauschte,
Vorlage S. 386
180
Zu deinem schlimmsten Nachteil: so gewinn' ich
Vorlage S. 386
181
Sogar bei diesem Tand; dies trag' von mir,
Vorlage S. 386
182
's ist eine Liebesfessel, die ich um
Vorlage S. 386
183
Die holdeste Gefangne lege.
Vorlage S. 386
184
Er legt ihr ein Armband an.
Vorlage S. 386
185
IMOGEN.
Vorlage S. 386
186
Götter!
Vorlage S. 386
187
Ach! Wann sehn wir uns wieder?
Vorlage S. 386
188
Cymbeline tritt auf mit Gefolge.
Vorlage S. 386
189
POSTHUMUS.
Vorlage S. 386
190
Weh! Der König!
Vorlage S. 386
191
CYMBELINE.
Vorlage S. 386
192
Hinweg! Elender du, mir aus den Augen!
Vorlage S. 386
193
Belästigst du den Hof nach diesem Wort
Vorlage S. 386
194
Mit deinem Unwert noch, so stirbst du; fort! –
Vorlage S. 386
195
Gift bist du meinem Blut.
Vorlage S. 386
196
POSTHUMUS.
Vorlage S. 386
197
Die Götter schützen Euch!
Vorlage S. 386
198
Und segnen alle Guten, die hier bleiben!
Vorlage S. 386
199
Ich gehe.
Vorlage S. 386
200
Er geht ab.
Vorlage S. 386
201
IMOGEN.
Vorlage S. 386
202
Keine Marter hat der Tod
Vorlage S. 386
203
So scharf wie diese.
Vorlage S. 386
204
CYMBELINE.
Vorlage S. 386
205
Pflichtvergeßnes Ding,
Vorlage S. 386
206
Du sollt'st die Jugend mir erneun, und häufst
Vorlage S. 386
207
Mir nur der Jahre Last.
Vorlage S. 386
208
IMOGEN.
Vorlage S. 386
209
Ich bitt' Eu'r Hoheit,
Vorlage S. 386
210
Kränkt Euch nicht selbst mit Eurem Gram: ich bin
Vorlage S. 386
211
Gefühllos Eurem Zorn; ein tiefres Leid
Vorlage S. 386
212
Tilgt Furcht und Angst.
Vorlage S. 386
213
CYMBELINE.
Vorlage S. 386
214
So ohne Gnad' und Sitte?
Vorlage S. 386
215
IMOGEN.
Vorlage S. 386
216
Ja, ohne Hoffnung: so weit ohne Gnade.
Vorlage S. 386
217
CYMBELINE.
Vorlage S. 386
218
Den einz'gen Sohn der Kön'gin auszuschlagen!
Vorlage S. 386
219
IMOGEN.
Vorlage S. 386
220
Oh! Wohl mir, dass ich's tat! Den Adler wählt' ich,
Vorlage S. 386
221
Und jagt' den Raben fort.
Vorlage S. 386
222
CYMBELINE.
Vorlage S. 386
223
Den Bettler nahmst du, hättest meinen Thron
Vorlage S. 387
224
Zum Sitz der Niedrigkeit gemacht.
Vorlage S. 387
225
IMOGEN.
Vorlage S. 387
226
O nein;
Vorlage S. 387
227
Ich gab ihm neuen Glanz.
Vorlage S. 387
228
CYMBELINE.
Vorlage S. 387
229
Verworfne!
Vorlage S. 387
230
IMOGEN.
Vorlage S. 387
231
Vater,
Vorlage S. 387
232
Nur Ihr seid schuld, lieb' ich den Posthumus:
Vorlage S. 387
233
Ihr zogt ihn auf als meinen Spielgefährten;
Vorlage S. 387
234
Er ist ein Mann, wert jeder Frau; und der
Vorlage S. 387
235
Fast um den ganzen Preis mich überzahlt.
Vorlage S. 387
236
CYMBELINE.
Vorlage S. 387
237
Was! – bist du toll?
Vorlage S. 387
238
IMOGEN.
Vorlage S. 387
239
Beinah', der Himmel steh' mir bei! – Oh, wär' ich
Vorlage S. 387
240
Doch eines Schäfers Tochter! Mein Leonatus,
Vorlage S. 387
Historische Illustration zu Cymbeline
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Cymbeline“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗
241
Des Nachbarhirten Sohn!
Vorlage S. 387
242
Die Königin tritt auf.
Vorlage S. 387
243
CYMBELINE.
Vorlage S. 387
244
Du töricht Mädchen! –
Vorlage S. 387
245
Beisammen waren wieder sie; Ihr tatet
Vorlage S. 387
246
Nicht, wie wir Euch befahlen. Fort mit ihr,
Vorlage S. 387
247
Und schließt sie ein!
Vorlage S. 387
248
KÖNIGIN.
Vorlage S. 387
249
Ich bitt' Euch, ruhig – still,
Vorlage S. 387
250
Prinzessin Tochter, still! – Geliebter Herr,
Vorlage S. 387
251
Lasst uns allein, und sucht Euch zu erheitern,
Vorlage S. 387
252
Wie Ihr's am besten könnt!
Vorlage S. 387
253
CYMBELINE.
Vorlage S. 387
254
Mag sie verschmachten
Vorlage S. 387
255
Täglich um einen Tropfen Bluts, und alt
Vorlage S. 387
256
An dieser Torheit sterben!
Vorlage S. 387
257
Er geht ab.
Vorlage S. 387
258
Pisanio tritt auf.
Vorlage S. 387
259
KÖNIGIN.
Vorlage S. 387
260
Pfui! – Gebt nach!
Vorlage S. 387
261
Hier ist Eu'r Diener. – Nun, was bringst du Neues?
Vorlage S. 387
262
PISANIO.
Vorlage S. 387
263
Der Prinz, Eu'r Sohn, zog gegen meinen Herrn.
Vorlage S. 387
264
KÖNIGIN.
Vorlage S. 387
265
Kein Leid ist doch geschehn?
Vorlage S. 387
266
PISANIO.
Vorlage S. 387
267
Es konnte treffen,
Vorlage S. 387
268
Nur spielte mehr mein Herr, anstatt zu fechten,
Vorlage S. 387
269
Und war durch Zorn nicht angereizt; es trennten
Vorlage S. 387
270
Sie ein'ge Herren in der Näh'.
Vorlage S. 387
271
KÖNIGIN.
Vorlage S. 388
272
Das freut mich.
Vorlage S. 388
273
IMOGEN.
Vorlage S. 388
274
Ja, meines Vaters Freund ist Euer Sohn;
Vorlage S. 388
275
Er nimmt sich seiner an. –
Vorlage S. 388
276
Auf den Verbannten ziehn! – O tapfrer Held! –
Vorlage S. 388
277
Ich wünschte sie in Afrika beisammen,
Vorlage S. 388
278
Und mich mit Nadeln dort, um den zu stechen,
Vorlage S. 388
279
Der rückwärts geht. – Was ließest du den Herrn?
Vorlage S. 388
280
PISANIO.
Vorlage S. 388
281
Weil er's befahl; zum Hafen ihn zu bringen,
Vorlage S. 388
282
Erlaubt' er nicht; er gab mir dies Verzeichnis
Vorlage S. 388
283
Von Diensten, die ich Euch zu leisten hätte,
Vorlage S. 388
284
Gefiel's Euch, mich zu brauchen.
Vorlage S. 388
285
KÖNIGIN.
Vorlage S. 388
286
Dieser war
Vorlage S. 388
287
Dein treuer Diener stets; mein Wort verpfänd' ich,
Vorlage S. 388
288
Dass er's auch bleiben wird.
Vorlage S. 388
289
PISANIO.
Vorlage S. 388
290
Ich dank' Eu'r Hoheit.
Vorlage S. 388
291
KÖNIGIN.
Vorlage S. 388
292
Komm, zum Spazierengehn!
Vorlage S. 388
293
IMOGEN.
Vorlage S. 388
294
Frag' bei mir an
Vorlage S. 388
295
In einer halben Stunde: – meinen Herrn
Vorlage S. 388
296
Musst du an Bord noch sehn; – für jetzt verlaß mich!
Vorlage S. 388
297
Alle ab.
Vorlage S. 388
298
Dritte Szene
Vorlage S. 388
299
Freier Platz.
Vorlage S. 388
300
Cloten tritt auf mit zwei Edelleuten.
Vorlage S. 388
301
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 388
302
Prinz, ich möchte Euch doch raten, das Hemde zu wechseln; die Heftigkeit der Bewegung macht, dass Ihr wie ein Opfer raucht: wo Luft ausströmt, zieht auch Luft ein, und keine äußere Luft ist so gesund, als die Ihr ausströmt.
Vorlage S. 388
303
CLOTEN.
Vorlage S. 388
304
Wenn mein Hemd blutig wäre, dann sollt's gewechselt – Hab' ich ihn verwundet?
Vorlage S. 388
305
ZWEITER EDELMANN
Vorlage S. 388
306
für sich.
Vorlage S. 388
307
Nein, wahrhaftig; nicht einmal seine Geduld.
Vorlage S. 388
308
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 388
309
Ihn verwundet? Sein Körper ist ein durchdringliches Beingerippe, wenn er nicht verwundet ist – er ist eine Durchfahrt für Stahl, wenn er nicht verwundet ist.
Vorlage S. 388
310
ZWEITER EDELMANM
Vorlage S. 389
311
für sich.
Vorlage S. 389
312
Sein Degen hatte Schulden, und versteckte sich hinterwärts.
Vorlage S. 389
313
CLOTEN.
Vorlage S. 389
314
Der Schurke wollte mir nicht stehn.
Vorlage S. 389
315
ZWEITER EDELMANN
Vorlage S. 389
316
für sich.
Vorlage S. 389
317
Nein, er floh immer vorwärts, auf dein Gesicht zu.
Vorlage S. 389
318
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 389
319
Euch stehn! Ihr habt selbst schon Land genug, aber er vergrößerte Euern Besitz: er gab Euch noch etwas Boden zu.
Vorlage S. 389
320
ZWEITER EDELMANN
Vorlage S. 389
321
für sich.
Vorlage S. 389
322
Ja, so viel Zoll, als du Weltmeere hast; ihr Laffen!
Vorlage S. 389
323
CLOTEN.
Vorlage S. 389
324
Ich wollte, sie wären nicht zwischen uns gekommen.
Vorlage S. 389
325
ZWEITER EDELMANN
Vorlage S. 389
326
für sich.
Vorlage S. 389
327
Das wollte ich auch, bis du gemessen hättest, wie lang ein Narr ist, wenn er auf der Erde liegt.
Vorlage S. 389
328
CLOTEN.
Vorlage S. 389
329
Und dass sie diesen Kerl lieben muss, und mich abweisen!
Vorlage S. 389
330
ZWEITER EDELMANN
Vorlage S. 389
331
für sich.
Vorlage S. 389
332
Wenn es Sünde ist, eine richtige Wahl zu treffen, so ist sie verdammt.
Vorlage S. 389
333
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 389
334
Prinz, ich sagte es Euch immer, ihre Schönheit und ihr Verstand halten nicht gleichen Schritt; sie ist ein treffliches Gemälde, aber ich habe wenige Reflexe ihres Geistes gesehen.
Vorlage S. 389
335
ZWEITER EDELMANN
Vorlage S. 389
336
für sich.
Vorlage S. 389
337
Sie scheint nicht auf Narren, der Reflex möchte ihr schaden.
Vorlage S. 389
338
CLOTEN.
Vorlage S. 389
339
Kommt auf mein Zimmer; ich wollte, es wäre irgendein Unglück geschehen.
Vorlage S. 389
340
ZWEITER EDELMANN
Vorlage S. 389
341
für sich.
Vorlage S. 389
342
Das wollte ich nicht; es wäre denn der Fall eines Esels, was kein großes Unglück ist.
Vorlage S. 389
343
CLOTEN.
Vorlage S. 389
344
Wollt Ihr mit uns gehn?
Vorlage S. 389
345
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 389
346
Ich folge Euch, gnädiger Herr.
Vorlage S. 389
347
CLOTEN.
Vorlage S. 389
348
Nein, kommt, gehn wir zusammen!
Vorlage S. 389
349
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 389
350
Wohl, mein Prinz.
Vorlage S. 389
351
Alle ab.
Vorlage S. 389
352
Vierte Szene
Vorlage S. 390
353
Zimmer im Palast. Imogen und Pisanio tretenauf.
Vorlage S. 390
354
IMOGEN.
Vorlage S. 390
355
Ich wollt', am Hafen ständ'st du eingewurzelt
Vorlage S. 390
356
Und fragtest jedes Schiff. Wenn er mir schriebe,
Vorlage S. 390
357
Und ich bekäm's nicht, solch ein Brief verloren
Vorlage S. 390
358
Ist wie Verlust des Heils. Was war das Letzte,
Vorlage S. 390
359
Was er sprach?
Vorlage S. 390
360
PISANIO.
Vorlage S. 390
361
Es war: »O meine Königin!«
Vorlage S. 390
362
IMOGEN.
Vorlage S. 390
363
Dann winkt' er mit dem Tuch?
Vorlage S. 390
364
PISANIO.
Vorlage S. 390
365
Und küsst' es, Fürstin.
Vorlage S. 390
366
IMOGEN.
Vorlage S. 390
367
Fühllose Leinwand, glücklicher als ich! –
Vorlage S. 390
368
Und das war alles?
Vorlage S. 390
369
PISANIO.
Vorlage S. 390
370
Nein, Prinzessin; denn
Vorlage S. 390
371
Solang' er's machen konnte, dass ihn Auge
Vorlage S. 390
372
Und Ohr von andern unterschied, blieb er
Vorlage S. 390
373
Auf dem Verdeck, mit Handschuh, Tuch und Hut
Vorlage S. 390
374
Stets winkend, wie der Sturm und Drang der Seele
Vorlage S. 390
375
Ausdrücken konnt' am besten, wie so langsam
Vorlage S. 390
376
Sein Herz von hinnen zieh', wie schnell sein Schiff.
Vorlage S. 390
377
IMOGEN.
Vorlage S. 390
378
Er musste klein wie eine Kräh' dir werden,
Vorlage S. 390
379
Und kleiner, eh' du aufgabst, nachzuschaun.
Vorlage S. 390
380
PISANIO.
Vorlage S. 390
381
Das tat ich, gnäd'ge Frau.
Vorlage S. 390
382
IMOGEN.
Vorlage S. 390
383
Zerrissen hätt' ich mir die Augennerven,
Vorlage S. 390
384
Nur um nach ihm zu sehn, bis die Verklein'rung
Vorlage S. 390
385
Des Raums ihn zugespitzt wie meine Nadel.
Vorlage S. 390
386
Ihm schaut' ich nach, bis er verschmolzen wäre
Vorlage S. 390
387
Von Kleinheit einer Mück' in Luft; und dann
Vorlage S. 390
388
Hätt' ich mich abgewendet und geweint. –
Vorlage S. 390
389
Pisanio, sprich, wann hören wir von ihm?
Vorlage S. 390
390
PISANIO.
Vorlage S. 390
391
Gewiss mit nächster Schiffsgelegenheit.
Vorlage S. 390
392
IMOGEN.
Vorlage S. 390
393
Wir nahmen Abschied nicht, und noch viel Liebes
Vorlage S. 390
394
Wollt' ich ihm sagen – zu erzählen wünscht' ich,
Vorlage S. 390
395
Wie ich sein dächt' in der und jener Stunde,
Vorlage S. 390
396
Gedenken dies und das; und schwören sollt' er,
Vorlage S. 390
397
Italiens Liebchen möchten nicht verlocken
Vorlage S. 390
398
Mein Recht und seine Her'; ich wollt' ihn nöt'gen,
Vorlage S. 390
399
Um sechs Uhr morgens, Mitternacht und Mittag
Vorlage S. 391
400
Mir betend zu begegnen, weil ich dann
Vorlage S. 391
401
Für ihn im Himmel bin; ich wollt' ihm geben
Vorlage S. 391
402
Den Abschiedskuß, den in zwei Zauberworte
Vorlage S. 391
403
Ich eingefaßt: da tritt mein Vater ein,
Vorlage S. 391
404
Und wie der grimme Hauch des Nordens schüttelt
Vorlage S. 391
405
Er unsre Knospen ab, eh' sie erblüht.
Vorlage S. 391
406
Eine Hofdame tritt auf.
Vorlage S. 391
407
HOFDAME.
Vorlage S. 391
408
Die Kön'gin wünscht Eu'r Hoheit Gegenwart.
Vorlage S. 391
409
IMOGEN.
Vorlage S. 391
410
Was ich dir aufgetragen, das besorge! –
Vorlage S. 391
411
Der Kön'gin wart' ich auf.
Vorlage S. 391
412
PISANIO.
Vorlage S. 391
413
Wie Ihr befehlt.
Vorlage S. 391
414
Alle ab.
Vorlage S. 391
415
Fünfte Szene
Vorlage S. 391
416
Rom, in Philarios Hause.
Vorlage S. 391
417
Es treten auf Philario, Jachimo, ein Franzose, ein Holländer und ein Spanier.
Vorlage S. 391
418
JACHIMO.
Vorlage S. 391
419
Glaubt mir, Herr, ich kannte ihn in Britannien: sein Ansehn war damals im Wachsen, und man erwartete die Vortrefflichkeit von ihm, die ihm später auch dem Namen nach zugestanden wurde; aber ich hätte ihn damals ohne die Nachhülfe der Bewunderung ansehn können, wenn auch das Verzeichnis aller seiner Gaben neben ihm aufgestellt gewesen wäre und ich ihn so artikelweise durchgelesen hätte.
Vorlage S. 391
420
PHILARIO.
Vorlage S. 391
421
Ihr sprecht von einer Zeit, da er noch weniger ausgestattet war, als er jetzt ist, mit allen den Gaben, die ihn geistig und leiblich so auszeichnen.
Vorlage S. 391
422
FRANZOSE.
Vorlage S. 391
423
Ich sah ihn in Frankreich, und dort hatten wir viele, die mit ebenso festem Auge als er in die Sonne blicken konnten.
Vorlage S. 391
424
JACHIMO.
Vorlage S. 391
425
Der Umstand, dass er seines Königs Tochter geheiratet hat (wobei er mehr nach ihrem als nach seinem eigenen Werte gewogen werden muss), ist gewiss ein Hauptgrund, dass man ihn weit über die Wahrheit hinaus preist.
Vorlage S. 391
426
FRANZOSE.
Vorlage S. 391
427
Und dann seine Verbannung: –
Vorlage S. 392
428
JACHIMO.
Vorlage S. 392
429
Ja, und die Billigung derer, die diese klägliche Scheidung beweinen und der Fürstin zugetan sind; alle diese erheben ihn wunderbar über sein Maß; geschähe es auch nur, um der Prinzessin Urteilmehr zu befestigen, welches außerdem ein schwaches Geschütz niederschmettern würde, wenn sie einen Bettler genommen hätte, den nicht die höchsten Gaben schmückten. Aber wie kommt es, dass er bei Euch wohnen wird? Woher schreibt sich diese Bekanntschaft?
Vorlage S. 392
430
PHILARIO.
Vorlage S. 392
431
Sein Vater und ich waren Kriegskameraden, und ich hatte diesem oft nichts Geringeres als mein Leben zu danken.
Vorlage S. 392
432
Posthumus tritt auf.
Vorlage S. 392
433
Hier kommt der Brite: lasst seine Aufnahme unter euch so sein, wie sie Männern von eurem Verstand gegen einen Fremden von seinen Verdiensten ziemt! – Ich bitte euch alle, macht euch näher mit diesem Herrn bekannt, den ich euch als meinen edlen Freund empfehle: seine Vortrefflichkeit möge sich in Zukunft lieber selbst kund geben, als von mir vor seinem Ohr gepriesen werden.
Vorlage S. 392
434
FRANZOSE.
Vorlage S. 392
435
Herr, wir kannten uns in Orleans.
Vorlage S. 392
436
POSTHUMUS.
Vorlage S. 392
437
Seitdem war ich Euer Schuldner für Artigkeiten, an denen ich stets abzuzahlen haben und doch in Eurer Schuld bleiben werde.
Vorlage S. 392
438
FRANZOSE.
Vorlage S. 392
439
Herr, Ihr überschätzt meine geringen Freundschaftsdienste: es war mir lieb, dass ich Euch und meinen Landsmann versöhnen konnte; es wäre schade gewesen, wäret Ihr mit so tödlichen Vorsätzen zusammen gekommen, wie ihr sie damals beide hattet, und wegen einer Sache von so leichter, unbedeutender Art.
Vorlage S. 392
440
POSTHUMUS.
Vorlage S. 392
441
Verzeiht mir, ich war damals ein junger Reisender; etwas störrisch, dem, was ich hörte, beizustimmen, und wenig geneigt, mich in jeglicher Handlung durch die Erfahrung anderer leiten zu lassen; aber auch nach meinem reiferen Urteil (wenn ich nicht prahle, es reifer zu nennen) war mein Zwist von damals doch nicht so ganz unbedeutend.
Vorlage S. 392
442
FRANZOSE.
Vorlage S. 392
443
Wahrhaftig doch zu unbedeutend, um der Entscheidung der Waffen unterworfen zu werden; und von zwei solchen Männern, wo, höchst wahrscheinlich, einer vom andern vernichtet oder beide gefallen wären.
Vorlage S. 392
444
JACHIMO.
Vorlage S. 393
445
Darf man, ohne Unbescheidenheit, fragen, was der Streit war?
Vorlage S. 393
446
FRANZOSE.
Vorlage S. 393
447
Warum nicht? Es wurde öffentlich verhandelt, und mag drum ohne Anstoß wieder erzählt werden. Es betraf einen Punkt, dem ähnlich, über den wir gestern abend stritten, wo jeder von uns sich im Lob der Damen seines Landes ergoß; dieser Herr beteuerte damals (und zwar auf die Gewähr, es mit seinem Blute zu beweisen), die seinige sei schöner, tugendhafter, weiser, keuscher, standhafter und unverführbarer als irgendeine unsrer auserlesensten Damen in Frankreich.
Vorlage S. 393
448
JACHIMO.
Vorlage S. 393
449
Diese Dame lebt nicht mehr; oder der Glaube dieses Herrn ist, was den Punkt betrifft, schwächer geworden.
Vorlage S. 393
450
POSTHUMUS.
Vorlage S. 393
451
Sie behauptet noch ihre Tugend, und ich meine Meinung.
Vorlage S. 393
452
JACHIMO.
Vorlage S. 393
453
Ihr dürft sie nicht so sehr über unsere Italienerinnen erheben.
Vorlage S. 393
454
POSTHUMUS.
Vorlage S. 393
455
Wenn ich so gereizt würde, wie damals in Frankreich, so würde ich sie ebenso wenig beeinträchtigen lassen; obwohl ich mich ihren Anbeter nenne, nicht ihren Geliebten.
Vorlage S. 393
456
JACHIMO.
Vorlage S. 393
457
Ebenso schön als gut (fast eine zu verschwisterte Vergleichung), wäre etwas zu schön und zu gut für irgendeine Dame in Britannien gewesen. Wenn sie andre, die ich gekannt habe, so sehr übertrifft, wie dieser Euer Diamant manchen, den ich sah, übertrahlt, so muss ich wohl glauben, dass sie unter vielen die vorzüglichste ist; doch unter allen Kleinodien, die es gibt, sah ich wohl nicht das köstlichste, noch Ihr die edelste unter den Weibern.
Vorlage S. 393
458
POSTHUMUS.
Vorlage S. 393
459
Ich pries sie, wie ich sie schätze: und so auch meinen Stein.
Vorlage S. 393
460
JACHIMO.
Vorlage S. 393
461
Wie hoch haltet Ihr ihn?
Vorlage S. 393
462
POSTHUMUS.
Vorlage S. 393
463
Höher als alles, dessen die Welt sich rühmt.
Vorlage S. 393
464
JACHIMO.
Vorlage S. 393
465
Entweder ist Eure unvergleichliche Geliebte tot, oder sie wird von einer Kleinigkeit überboten.
Vorlage S. 393
466
POSTHUMUS.
Vorlage S. 393
467
Ihr seid im Irrtum; das eine mag verkauft oder verschenkt werden, wenn Reichtum genug für die Zahlung, oder Verdienst genug für die Gabe da wäre; das andere ist nicht feil, und nur einzig Gabe der Götter.
Vorlage S. 393
468
JACHIMO.
Vorlage S. 394
469
Welche die Götter Euch verliehen haben?
Vorlage S. 394
470
POSTHUMUS.
Vorlage S. 394
471
Welche, durch ihre Gnade, mein bleiben wird.
Vorlage S. 394
472
JACHIMO.
Vorlage S. 394
473
Ihr mögt sie, dem Namen nach, als die Eurige haben; aber Ihr wisst, fremde Vögel lassen sich auf den Teich des Nachbars nieder. Euer Ring kann Euch ebenfalls gestohlen werden: so ist von Euren beiden unschätzbaren Gütern das eine nur schwach, und das andere zufällig; ein listiger Dieb oder ein in dem Punkt vollendeter Hofmann würden es unternehmen, Euch das eine oder das andere abzugewinnen.
Vorlage S. 394
474
POSTHUMUS.
Vorlage S. 394
475
Euer Italien besitzt keinen so vollendeten Höfling, dass er die Ehre meiner Geliebten in Gefahr bringen könnte; wenn Ihr sie im Bewahren oder Verlust derselben schwach nennen wollt. Ich zweifle nicht im mindesten, dass Ihr einen Überfluss von Dieben habt, demungeachtet fürchte ich nichts für meinen Ring.
Vorlage S. 394
476
PHILARIO.
Vorlage S. 394
477
Lasst uns hier abbrechen, meine Freunde!
Vorlage S. 394
478
POSTHUMUS.
Vorlage S. 394
479
Von Herzen gern. Dieser würdige Signor, ich danke ihm dafür, behandelt mich nicht als Fremden; wir sind gleich bei erster Bekanntschaft Vertraute.
Vorlage S. 394
Historische Darstellung von William Shakespeare
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗
480
JACHIMO.
Vorlage S. 394
481
Mit fünfmal so viel Gespräch würde ich mir bei Eurer schönen Gebieterin Bahn machen, sie rückwärts treiben, ja, zum Wanken bringen, hätte ich Zutritt und Gelegenheit zu Freunden.
Vorlage S. 394
482
POSTHUMUS.
Vorlage S. 394
483
Nein, nein.
Vorlage S. 394
484
JACHIMO.
Vorlage S. 394
485
Ich wage es, darauf die Hälfte meines Vermögens gegen Euren Ring zu verpfänden, die, nach meiner Schätzung, noch etwas mehr wert ist; aber ich unternehme meine Wette vielmehr gegen Eure Zuversicht, als ihre Ehre: und, um hierin auch jede Beleidigung Eurer auszuschließen, ich wage den Versuch gegen jede Dame in der Welt.
Vorlage S. 394
486
POSTHUMUS.
Vorlage S. 394
487
Ihr seid außerordentlich getäuscht in dieser zu dreisten Überzeugung, und ich zweifle nicht, Euch wird das, was Ihr durch solcherlei Versuch verdient.
Vorlage S. 394
488
JACHIMO.
Vorlage S. 394
489
Und das wäre?
Vorlage S. 394
490
POSTHUMUS.
Vorlage S. 394
491
Eine Abweisung; obwohl Euer Versuch, wie Ihr es nennt, mehr verdient: Züchtigung auch.
Vorlage S. 395
492
PHILARIO.
Vorlage S. 395
493
Ihr Herrn, genug davon: das kam zu plötzlich; lasst es sterben, wie es geboren ward, und – ich bitte – lernt euch besser kennen!
Vorlage S. 395
494
JACHIMO.
Vorlage S. 395
495
Ich wollte, ich hätte mein und meines Nachbars Vermögen auf die Beweisführung dessen gesetzt, was ich behauptete.
Vorlage S. 395
496
POSTHUMUS.
Vorlage S. 395
497
Welche Dame wähltet Ihr zu Eurem Angriff?
Vorlage S. 395
498
JACHIMO.
Vorlage S. 395
499
Die Eure, deren Festigkeit Ihr für so unerschütterlich haltet. Ich setze zehntausend Dukaten gegen Euren Ring, mit dem Beding, Ihr empfehlt mich an den Hof, wo Eure Dame lebt, ohne mehr Begünstigung, als die Gelegenheit eines zweiten Gesprächs, und ich bringe von dort diese ihre Ehre mit, die Ihr so sicher bewahrt glaubt.
Vorlage S. 395
500
POSTHUMUS.
Vorlage S. 395
501
Ich will Gold wetten gegen Euer Gold: meinen Ring achte ich so teuer als meinen Finger; er ist ein Teil von ihm.
Vorlage S. 395
502
JACHIMO.
Vorlage S. 395
503
Ihr seid der Geliebte, und deshalb um so vorsichtiger. Wenn Ihr Frauenfleisch auch das Quentchen für eine Million kauft, so könnt Ihr es doch nicht vor Ansteckung bewahren; aber ich sehe, es ist etwas Religion in Euch, dass Ihrfurcht sam seid.
Vorlage S. 395
504
POSTHUMUS.
Vorlage S. 395
505
Dies ist nur eine Gewohnheit Eurer Zunge; Euer Vorsatz ist, hoffe ich, ehrbarer.
Vorlage S. 395
506
JACHIMO.
Vorlage S. 395
507
Ich bin Herr und Meister meiner Reden, und würde unternehmen, was ich sprach, das beschwör' ich.
Vorlage S. 395
508
POSTHUMUS.
Vorlage S. 395
509
Würdet Ihr? – Ich werde Euch meinen Diamant bis zu Eurer Rückkehr nur leihen – mag ein Vertrag zwischen uns aufgesetzt werden. Meine Geliebte übertrifft in Tugend die Unermeßlichkeit Eurer unwürdigen Denkart. Ich fodre Euch zu dieser Wette auf: hier ist mein Ring.
Vorlage S. 395
510
PHILARIO.
Vorlage S. 395
511
Es soll keine Wette sein.
Vorlage S. 395
512
JACHIMO.
Vorlage S. 395
513
Bei den Göttern, sie ist es; – wenn ich Euch nicht hinlängliche Beweise bringe, dass ich das teuerste Kleinod Eurer Geliebten genoss, so sind meine zehntausend Dukaten Euer, und Euer Diamant dazu. Wenn ich abgewiesen werde, und sie die Ehre bewahrt, auf welche Ihr so fest vertraut, so ist sie, Euer Juwel, dies Euer Juwel und mein Gold Euer, – doch, wie bedungen, ich habe Eure Empfehlung, um ungehinderten Zutritt zu bekommen.
Vorlage S. 395
514
POSTHUMUS.
Vorlage S. 396
515
Ich nehme diese Bedingungen an; lasst die Artikel unter uns aufsetzen: – und nur insofern sollt Ihr verantwortlich sein. Wenn Ihr Eure Unternehmung gegen sie richtet, und mir deutlich zu erkennen gebt, dass Ihr gesiegt habt, so bin ich nicht ferner Euer Feind, sie war unsers Streites nicht wert; wenn sie aber unverführt bleibt, und Ihr das Gegenteil nicht beweisen könnt, so sollt Ihr wegen Eurer schlechten Gesinnung und für den Angriff auf ihre Keuschheit mir mit dem Schwerte Rede stehen.
Vorlage S. 396
516
JACHIMO.
Vorlage S. 396
517
Eure Hand, es gilt! Wir wollen diesen Vertrag gerichtlich festsetzen, dann fort nach Britannien, dass diese Unternehmung sich nicht erkälte und absterbe! Ich will mein Gold holen, und unsre gegenseitige Wette niederschreiben lassen.
Vorlage S. 396
518
POSTHUMUS.
Vorlage S. 396
519
Einverstanden!
Vorlage S. 396
520
Posthumus und Jachimo gehn ab.
Vorlage S. 396
521
FRANZOSE.
Vorlage S. 396
522
Glaubt Ihr, dass dies durchgehn wird?
Vorlage S. 396
523
PHILARIO.
Vorlage S. 396
524
Signor Jachimo wird nicht davon abstehen. Kommt, lasst uns ihnen folgen!
Vorlage S. 396
525
Alle ab.
Vorlage S. 396
526
Sechste Szene
Vorlage S. 396
527
Britannien, in Cymbelines Palast.
Vorlage S. 396
528
Es treten auf die Königin, Hofdamen und Cornelius.
Vorlage S. 396
529
KÖNIGIN.
Vorlage S. 396
530
Solang' der Tau am Boden, pflückt die Blumen;
Vorlage S. 396
531
Rasch: wer hat das Verzeichnis?
Vorlage S. 396
532
ERSTE HOFDAME.
Vorlage S. 396
533
Ich.
Vorlage S. 396
534
KÖNIGIN.
Vorlage S. 396
535
So geht: –
Vorlage S. 396
536
Die Hofdamen gehn ab.
Vorlage S. 396
537
Nun, Doktor, bracht'st du mir die Spezereien?
Vorlage S. 396
538
CORNELIUS
Vorlage S. 396
539
ihr ein Fläschchen reichend.
Vorlage S. 396
540
Wie Eure Hoheit mir befahl, hier sind sie.
Vorlage S. 396
541
Doch ich ersuch' Eu'r Gnaden (zürnt mir nicht,
Vorlage S. 397
542
Denn mein Gewissen dringt auf diese Frage):
Vorlage S. 397
543
Weshalb verlangtet Ihr die gift'gen Mittel,
Vorlage S. 397
544
Die, angewandt, langsamen Tod bewirken,
Vorlage S. 397
545
Nicht schnell, doch sicher sind?
Vorlage S. 397
546
KÖNIGIN.
Vorlage S. 397
547
Mich wundert, Doktor,
Vorlage S. 397
548
Dass du mich also fragst; war ich nicht lange
Vorlage S. 397
549
Schon deine Schülerin? Lehrt'st du mich nicht
Vorlage S. 397
550
Einmachen, destillieren, Weihrauch mischen?
Vorlage S. 397
551
Dass unser großer König selbst mich oft
Vorlage S. 397
552
Um meine Früchte bat? So vorgeschritten
Vorlage S. 397
553
(Hältst du mich nicht für teuflisch), ist's ein Wunder,
Vorlage S. 397
554
Wenn ich mein Wissen zu erweitern trachte
Vorlage S. 397
555
Durch andre Proben? So will ich die Kräfte
Vorlage S. 397
556
Der Kunst an solchen Kreaturen prüfen,
Vorlage S. 397
557
Die nicht des Hängens wert (an Menschen nicht);
Vorlage S. 397
558
Um ihre Wirkung zu erproben, wend' ich
Vorlage S. 397
559
Dann Gegenmittel an, und so erforsch' ich
Vorlage S. 397
560
Den mannigfachen Einfluss.
Vorlage S. 397
561
CORNELIUS.
Vorlage S. 397
562
Solche Übung
Vorlage S. 397
563
Muss, hohe Fürstin, Euer Herz verhärten;
Vorlage S. 397
564
Auch ist der Anblick dieser Wirkung schädlich
Vorlage S. 397
565
Sowohl als ekelhaft.
Vorlage S. 397
566
KÖNIGIN.
Vorlage S. 397
567
Oh, sei ganz ruhig! –
Vorlage S. 397
568
Pisanio tritt auf.
Vorlage S. 397
569
KÖNIGIN
Vorlage S. 397
570
für sich.
Vorlage S. 397
571
Hier kommt ein schmeichlerischer Bub'; an ihm
Vorlage S. 397
572
Prüf' ich's zuerst: er ist für seinen Herrn,
Vorlage S. 397
573
Und meinem Sohn entgegen. – Ei, Pisanio! –
Vorlage S. 397
574
Doktor, für jetzt bedarf ich dein nicht mehr:
Vorlage S. 397
575
Du magst nun gehn.
Vorlage S. 397
576
CORNELIUS
Vorlage S. 397
577
für sich.
Vorlage S. 397
578
Ich trau' Euch nicht; doch, Kön'gin,
Vorlage S. 397
579
Ihr sollt kein Unheil stiften.
Vorlage S. 397
580
KÖNIGIN
Vorlage S. 397
581
zu Pisanio.
Vorlage S. 397
582
Hör', ein Wort –
Vorlage S. 397
583
CORNELIUS
Vorlage S. 397
584
für sich.
Vorlage S. 397
585
Verdächtig ist sie mir. Sie glaubt, sie habe
Vorlage S. 397
586
Ein zehrend Gift: doch kenn' ich ihren Sinn,
Vorlage S. 397
587
Und würde keinem, der ihr gleicht an Tücke,
Vorlage S. 397
588
So höll'schen Trank vertraun; das, was sie hat,
Vorlage S. 397
589
Betäubt und stumpft den Sinn auf kurze Zeit.
Vorlage S. 398
590
Vielleicht versucht sie's erst an Hunden, Katzen,
Vorlage S. 398
591
Dann immer höher auf; doch in dem Schein
Vorlage S. 398
592
Des Todes, den dies gibt, ist nicht Gefahr:
Vorlage S. 398
593
Es fesselt nur auf kurze Zeit den Geist,
Vorlage S. 398
594
Der um so frischer dann erwacht. Getört
Vorlage S. 398
595
Wird sie durch falschen Schein; ich, falsch an ihr,
Vorlage S. 398
596
Bin um so treuer.
Vorlage S. 398
597
KÖNIGIN.
Vorlage S. 398
598
Doktor, du magst gehn,
Vorlage S. 398
599
Bis wir dich rufen lassen.
Vorlage S. 398
600
CORNELIUS.
Vorlage S. 398
601
Ich gehorche.
Vorlage S. 398
602
Er geht ab.
Vorlage S. 398
603
KÖNIGIN.
Vorlage S. 398
604
Du sagst, sie weint noch immer? Glaubst du nicht,
Vorlage S. 398
605
Dass mit der Zeit sie ruh'ger wird und Rat
Vorlage S. 398
606
Einläßt, wo Torheit herrscht? Tu', was du kannst:
Vorlage S. 398
607
Sagst du mir einst, sie liebe meinen Sohn,
Vorlage S. 398
608
Dann, glaube mir, stehst du im Augenblick
Vorlage S. 398
609
Hoch, wie dein Herr, und höher; denn sein Glück
Vorlage S. 398
610
Liegt sprachlos da, sein Name selbst schöpft bald
Vorlage S. 398
611
Den letzten Hauch. Heimkehren kann er nicht,
Vorlage S. 398
612
Noch bleiben, wo er ist; den Ort verändern,
Vorlage S. 398
613
Heißt nur ein Elend mit dem andern tauschen,
Vorlage S. 398
614
Und jeder neue Tag zerstört ihm nur
Vorlage S. 398
615
Des vor'gen Tages Werk. Was kannst du hoffen,
Vorlage S. 398
616
Lehnst du dich an ein Ding, das im Verfall
Vorlage S. 398
617
Und neu gebaut nicht werden kann? Er hat
Vorlage S. 398
618
Nicht Freund', um ihn zu stützen. –
Vorlage S. 398
619
Die Königin läßt das Fläschchen fallen, Pisanio hebt es auf.
Vorlage S. 398
620
Du nimmst auf,
Vorlage S. 398
621
Und weißt nicht was, doch nimm's für deine Müh':
Vorlage S. 398
622
Ich macht' es selbst, und fünfmal hat's den König
Vorlage S. 398
623
Vom Tod gerettet; keine beßre Stärkung
Vorlage S. 398
624
Ist mir bekannt. – Behalt's, ich bitte dich;
Vorlage S. 398
625
Es sei das Handgeld eines größern Lohns,
Vorlage S. 398
626
Den ich dir zugedacht. – Sag deiner Herrin,
Vorlage S. 398
627
Wie ihre Sache steht, tu's wie von selbst.
Vorlage S. 398
628
Bedenk', wie sich dein Glücksstand ändert; denk' nur,
Vorlage S. 398
629
Die Fürstin bleibt dir, meinen Sohn gewinnst du,
Vorlage S. 398
630
Der dich auszeichnen wird; den König stimm' ich
Vorlage S. 399
631
Zu jeder Art Beförd'rung, wie du nur
Vorlage S. 399
632
Sie wünschen magst; zumeist bin ich verpflichtet,
Vorlage S. 399
633
Die Mühe glänzend zu belohnen. Sende
Vorlage S. 399
634
Mir meine Frau'n, und denke meiner Worte! –
Vorlage S. 399
635
Pisanio geht ab.
Vorlage S. 399
636
Ein standhaft, tück'scher Schelm: nicht zu erschüttern;
Vorlage S. 399
637
Der Anwalt seines Herrn, und ihr ein Mahner,
Vorlage S. 399
638
Um ihre Hand dem Gatten zu bewahren.
Vorlage S. 399
639
Ich gab ihm etwas: wenn er es genießt,
Vorlage S. 399
640
So hat sie keinen mehr, der Botschaft läuft
Vorlage S. 399
641
Für ihren Schatz; und beugt sie nicht den Sinn,
Vorlage S. 399
642
Soll sie es wahrlich auch bald kosten müssen.
Vorlage S. 399
643
Pisanio kommt mit den Hofdamen zurück.
Vorlage S. 399
644
So, so; – recht gut, recht gut:
Vorlage S. 399
645
Die Veilchen, Schlüsselblumen und die Primeln
Vorlage S. 399
646
Bringt in mein Schlafgemach! Leb wohl, Pisanio!
Vorlage S. 399
647
Gedenke meines Worts!
Vorlage S. 399
648
Die Königin und die Hofdamen gehn ab.
Vorlage S. 399
649
PISANIO.
Vorlage S. 399
650
Das werd' ich tun:
Vorlage S. 399
651
Doch sollt' ich meine Treu' am Herren brechen,
Vorlage S. 399
652
Würg' ich mich selbst; mehr will ich nicht versprechen.
Vorlage S. 399
653
Er geht ab.
Vorlage S. 399
654
Siebente Szene
Vorlage S. 399
655
Ein anderes Zimmer im Palast.
Vorlage S. 399
656
Imogen tritt auf.
Vorlage S. 399
657
IMOGEN.
Vorlage S. 399
658
Der Vater grausam, – die Stiefmutter falsch, –
Vorlage S. 399
659
Ein tör'ger Freier der vermählten Frau,
Vorlage S. 399
660
Und deren Mann verbannt! – Oh, dieser Mann!
Vorlage S. 399
661
Die Krone meines Grams! Und alle Drangsal
Vorlage S. 399
662
Um seinetwillen! – Wär' ich auch geraubt,
Vorlage S. 399
663
Wie meine Brüder, wohl mir! Doch höchst elend
Vorlage S. 399
664
Ist Sehnsucht auf dem Thron: gesegnet, wem,
Vorlage S. 399
665
Wie niedrig auch, ehrbarer Wunsch erfüllt wird,
Vorlage S. 400
666
Durch Freud' erheitert! – Wer denn quält mich wieder?
Vorlage S. 400
667
Pisanio und Jachimo treten auf.
Vorlage S. 400
668
PISANIO.
Vorlage S. 400
669
Fürstin, dies ist ein edler Herr aus Rom.
Vorlage S. 400
670
Mit Briefen meines Herrn.
Vorlage S. 400
671
JACHIMO.
Vorlage S. 400
672
Erschreckt Ihr, Fürstin?
Vorlage S. 400
673
Der würd'ge Leonatus ist ganz wohl,
Vorlage S. 400
674
Und grüßt Eu'r Hoheit herzlich.
Vorlage S. 400
675
Er gibt ihr einen Brief.
Vorlage S. 400
676
IMOGEN.
Vorlage S. 400
677
Herr, ich dank' Euch!
Vorlage S. 400
678
Ihr seid willkommen sehr.
Vorlage S. 400
679
JACHIMO
Vorlage S. 400
680
für sich.
Vorlage S. 400
681
Alles an ihr, was äußerlich: wie reich!
Vorlage S. 400
682
Ist ihr Gemüt so herrlich ausgestattet,
Vorlage S. 400
683
Ist einzig sie Arabiens Phönix, und
Vorlage S. 400
684
Verloren hab' ich. Kühnheit, sei mein Freund!
Vorlage S. 400
685
Frechheit, bewaffne mich von Kopf zu Fuß!
Vorlage S. 400
686
Sonst muss ich, wie der Parther, fliehend fechten;
Vorlage S. 400
687
Ja, geradezu entfliehn.
Vorlage S. 400
688
IMOGEN
Vorlage S. 400
689
liest.
Vorlage S. 400
690
»Er ist ein Mann von der edelsten Auszeichnung, dessen Freundschaft mich ihm unendlich verpflichtet hat. Beachte ihn in dem Maße, wie dir deine Pflicht teuer ist.
Vorlage S. 400
691
Leonatus.«
Vorlage S. 400
692
Nur so weit les' ich laut:
Vorlage S. 400
693
Doch meines Herzens Innres wird durchglüht
Vorlage S. 400
694
Vom übrigen und nimmt es dankbar an. –
Vorlage S. 400
695
Den Willkomm habt Ihr, edler Herr, den ich
Vorlage S. 400
696
Mit allen Worten geben kann, und sollt ihn finden
Vorlage S. 400
697
In allem, was mein Tun vermag.
Vorlage S. 400
698
JACHIMO.
Vorlage S. 400
699
Dank, schönste Frau!
Vorlage S. 400
700
Ha! Wie? Sind Menschen toll? Gab die Natur
Vorlage S. 400
701
Das Aug', um anzuschaun des Himmels Bogen
Vorlage S. 400
702
Und diesen reichen Schatz von See und Land?
Vorlage S. 400
703
Das trennend unterscheidet Stern von Stern
Vorlage S. 400
704
Und Stein von Stein am kieselreichen Ufer?
Vorlage S. 400
705
Und kann solch köstliches Organ nicht scheiden
Vorlage S. 400
706
Hässlich von schön?
Vorlage S. 400
707
IMOGEN.
Vorlage S. 400
708
Was macht Euch so erstaunen?
Vorlage S. 400
709
JACHIMO.
Vorlage S. 400
710
Im Auge kann's nicht sein; denn Aff und Pavian
Vorlage S. 400
711
Wird, bei zwei solchen Weibchen, dahin plappern,
Vorlage S. 401
712
Und der Gesichter ziehn; auch nicht im Urteil:
Vorlage S. 401
713
Der Blödsinn wird als weiser Richter Schönheit
Vorlage S. 401
714
Wohl unterscheiden; noch in Lüsternheit:
Vorlage S. 401
715
Schmutz, solchem reinen Glanz entgegen, zwänge
Vorlage S. 401
716
Selbst die Begier, die Leerheit auszubrechen,
Vorlage S. 401
717
Nicht lockt' er sie zur Speise.
Vorlage S. 401
718
IMOGEN.
Vorlage S. 401
Historische Illustration zu Cymbeline
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Cymbeline“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗
719
Herr, was ist Euch?
Vorlage S. 401
720
JACHIMO.
Vorlage S. 401
721
Der überfüllte Wille, die Begier,
Vorlage S. 401
722
Satt und doch ungesättigt; dieses Faß,
Vorlage S. 401
723
Voll und doch leck, frisst erst das Lamm, und lüstert
Vorlage S. 401
724
Dann noch nach dem Gedärm.
Vorlage S. 401
725
IMOGEN.
Vorlage S. 401
726
Was, teurer Herr,
Vorlage S. 401
727
Reißt Euch so hin? Seid Ihr nicht wohl?
Vorlage S. 401
728
JACHIMO.
Vorlage S. 401
729
Dank, Fürstin, mir ist wohl. – Ich bitt' Euch, Freund,
Vorlage S. 401
730
Sucht meinen Diener auf, wo ich ihn ließ:
Vorlage S. 401
731
Er ist hier fremd und blöde.
Vorlage S. 401
732
PISANIO.
Vorlage S. 401
733
So eben wollt ich gehn, ihn zu begrüßen.
Vorlage S. 401
734
Er geht ab.
Vorlage S. 401
735
IMOGEN.
Vorlage S. 401
736
Wie geht es meinem Gatten? Ist er wohl?
Vorlage S. 401
737
JACHIMO.
Vorlage S. 401
738
Prinzessin, er ist wohl.
Vorlage S. 401
739
IMOGEN.
Vorlage S. 401
740
Und ist er frohen Muts? Ich hoff', er ist es.
Vorlage S. 401
741
JACHIMO.
Vorlage S. 401
742
Ausnehmend aufgeweckt; kein Fremder dort
Vorlage S. 401
743
Ist so voll Scherz und Heiterkeit; man nennt ihn
Vorlage S. 401
744
Den ausgelass'nen Briten.
Vorlage S. 401
745
IMOGEN.
Vorlage S. 401
746
Als er noch hier war,
Vorlage S. 401
747
Neigt' er sich oft zur Schwermut; wußt' er gleich
Vorlage S. 401
748
Selbst nicht, warum.
Vorlage S. 401
749
JACHIMO.
Vorlage S. 401
750
Ich sah ihn niemals ernst.
Vorlage S. 401
751
Dort ist sein Kam'rad ein Franzos', ein sehr
Vorlage S. 401
752
Ausbünd'ger Herr: der, scheint es, ist verliebt
Vorlage S. 401
753
In ein französisch Kind zu Haus; der dampft
Vorlage S. 401
754
Die schwersten Seufzer aus; der lust'ge Brite,
Vorlage S. 401
755
Eu'r Gatte, lacht aus voller Brust und ruft:
Vorlage S. 401
756
»Oh! Meine Seiten springen, denk' ich, dass
Vorlage S. 401
757
Ein Mann, der durch Geschichte weiß und eigne Prüfung,
Vorlage S. 401
758
Was Frauen sind, ja, was sie müssen sein, –
Vorlage S. 401
759
In seinen freien Stunden schmachten kann
Vorlage S. 401
760
Nach sichrer Knechtschaft.«
Vorlage S. 401
761
IMOGEN.
Vorlage S. 402
762
So spricht mein Gemahl?
Vorlage S. 402
763
JACHIMO.
Vorlage S. 402
764
Ja, und die Augen tränen ihm vor Lachen.
Vorlage S. 402
765
Es ist ein wahres Fest, ihn anzuhören,
Vorlage S. 402
766
Wie er den Franzmann höhnt. Doch, weiß der Himmel,
Vorlage S. 402
767
Mancher ist sehr zu tadeln.
Vorlage S. 402
768
IMOGEN.
Vorlage S. 402
769
Er nicht, hoff' ich.
Vorlage S. 402
770
JACHIMO.
Vorlage S. 402
771
Er nicht; doch hätte wohl des Himmels Huld
Vorlage S. 402
772
Mehr Dank verdient. – In ihm schon unbegreiflich,
Vorlage S. 402
773
In Euch, die sein ward über sein Verdienst, –
Vorlage S. 402
774
Wie ich erstaunen muss, so muss ich auch
Vorlage S. 402
775
Tief Mitleid fühlen.
Vorlage S. 402
776
IMOGEN.
Vorlage S. 402
777
Und mit wem, mein Herr?
Vorlage S. 402
778
JACHIMO.
Vorlage S. 402
779
Mit zweien Wesen.
Vorlage S. 402
780
IMOGEN.
Vorlage S. 402
781
Und bin ich das eine?
Vorlage S. 402
782
Ihr blickt mich an: was ist an mir zerstört,
Vorlage S. 402
783
Das Euer Mitleid heischt?
Vorlage S. 402
784
JACHIMO.
Vorlage S. 402
785
Oh, welch ein Jammer!
Vorlage S. 402
786
Dem Glanz der Sonn' entfliehn und Tröstung suchen
Vorlage S. 402
787
Im Kerker, bei der Schnuppe Dampf?
Vorlage S. 402
788
IMOGEN.
Vorlage S. 402
789
Ich bitt' Euch,
Vorlage S. 402
790
Lasst Eure Antwort offen das erklären,
Vorlage S. 402
791
Was ich gefragt: Weshalb beklagt Ihr mich?
Vorlage S. 402
792
JACHIMO.
Vorlage S. 402
793
Dass von andern,
Vorlage S. 402
794
Fast wollt' ich sagen, Euch geraubt wird – doch,
Vorlage S. 402
795
Es ist der Götter Amt, dies zu bestrafen,
Vorlage S. 402
796
Nicht meins, davon zu sprechen.
Vorlage S. 402
797
IMOGEN.
Vorlage S. 402
798
Scheint Ihr doch
Vorlage S. 402
799
Zu wissen, was mich nah betrifft: Ich bitte
Vorlage S. 402
800
(Da Ahnung eines Übels oft mehr quält
Vorlage S. 402
801
Als Überzeugung: denn gewisses Unglück
Vorlage S. 402
802
Ist ohne Rettung, oder, früh erkannt,
Vorlage S. 402
803
Dadurch geheilt), entdeckt mir, was zugleich
Vorlage S. 402
804
Euch spornt und zügelt!
Vorlage S. 402
805
JACHIMO.
Vorlage S. 402
806
Hätt' ich diese Wange,
Vorlage S. 402
807
Die Lippe drauf zu baden; diese Hand,
Vorlage S. 402
808
Die, nur berührt, des Fühlers Seele zwingt
Vorlage S. 402
809
Zum Eid der Treu'; dies Angesicht, das fesselt
Vorlage S. 402
810
Das wilde Schweifen meines Auges, einzig
Vorlage S. 402
811
Es hier entzündend: würd' ich geifern dann
Vorlage S. 403
812
Mit Lippen (Schmach!) gemein, so wie die Stufen
Vorlage S. 403
813
Zum Kapitol; und Hände drücken, hart
Vorlage S. 403
814
Durch stete Falschheit (Falschheit ihre Arbeit),
Vorlage S. 403
815
Dann in ein Auge blinzeln, niederträchtig,
Vorlage S. 403
816
Und glorreich wie das qualm'ge Licht, das sich
Vorlage S. 403
817
Vom ranz'gen Talge nährt? Gerecht wär's nur,
Vorlage S. 403
818
Wenn aller Höllenfluch auf solchen Abfall
Vorlage S. 403
819
Zugleich sich stürzte!
Vorlage S. 403
820
IMOGEN.
Vorlage S. 403
821
Mein Gemahl, ich fürchte,
Vorlage S. 403
822
Vergaß Britannien.
Vorlage S. 403
823
JACHIMO.
Vorlage S. 403
824
Und sich selbst. Nicht gern
Vorlage S. 403
825
Gab ich aus freier Neigung diese Kunde
Vorlage S. 403
826
Von seinem Bettlertausch; nur Euer Reiz
Vorlage S. 403
827
Beschwor, aus stummstem Gram, auf meine Zunge
Vorlage S. 403
828
Das herbe Wort.
Vorlage S. 403
829
IMOGEN.
Vorlage S. 403
830
Lasst mich kein zweites hören!
Vorlage S. 403
831
JACHIMO.
Vorlage S. 403
832
O göttlich Wesen! Eure Schmach erschüttert
Vorlage S. 403
833
Krankhaft mein Herz. Ein Frauenbild, so schön,
Vorlage S. 403
834
Und Erbin eines Kaisertums, erhöhte
Vorlage S. 403
835
Zu Doppelwert den größten König! Dirnen
Vorlage S. 403
836
Nun zugesellt, bezahlt von Ausstattung,
Vorlage S. 403
837
Die Ihr ihm schenkt! Mit angesteckten Läufern,
Vorlage S. 403
838
Die um Gewinn mit jeder Krankheit kosen,
Vorlage S. 403
839
Durch die Natur verweset! Stoff, so ätzend,
Vorlage S. 403
840
Dass er das Gift vergiften könnte! Rächt Euch!
Vorlage S. 403
841
Sonst war, die Euch gebar, nicht Königin,
Vorlage S. 403
842
Und Ihr entartet Eurem großen Stamm.
Vorlage S. 403
843
IMOGEN.
Vorlage S. 403
844
Mich rächen?
Vorlage S. 403
845
Wie könnt' ich wohl mich rächen? Ist dies wahr
Vorlage S. 403
846
(Doch hab' ich solch ein Herz, das meine Ohren
Vorlage S. 403
847
So schnell nicht täuschen sollen), ist es wahr,
Vorlage S. 403
848
Wie könnt' ich wohl mich rächen?
Vorlage S. 403
849
JACHIMO.
Vorlage S. 403
850
Er ließe mich,
Vorlage S. 403
851
Im kalten Bett, wie Dianens Priest'rin, leben?
Vorlage S. 403
852
Indes er frevelt in den frechsten Lüsten,
Vorlage S. 403
853
Zur Kränkung Euch, von Eurem Golde? Rächt es!
Vorlage S. 403
854
Ich weihe selbst mich Euren süßen Freuden,
Vorlage S. 403
855
Weit edler als der Flüchtling Eures Lagers;
Vorlage S. 404
856
Und werde fest an Eurer Liebe halten,
Vorlage S. 404
857
So sicher wie geheim.
Vorlage S. 404
858
IMOGEN.
Vorlage S. 404
859
Heda, Pisanio!
Vorlage S. 404
860
JACHIMO.
Vorlage S. 404
861
Lasst Euren Lippen meinen Dienst verpfänden!
Vorlage S. 404
862
IMOGEN.
Vorlage S. 404
863
Hinweg! – Fluch meinen Ohren, die so lange
Vorlage S. 404
864
Dich angehört! – Wärst du ein Mann von Ehre,
Vorlage S. 404
865
Du hätt'st um Tugend dies erzählt, und nicht
Vorlage S. 404
866
Für einen Zweck, so niedrig als befremdend.
Vorlage S. 404
867
Du schmähst 'nen edlen Mann, der so entfernt
Vorlage S. 404
868
Von deiner Schild'rung ist, wie du von Ehre;
Vorlage S. 404
869
Und buhlst um eine Frau, die dich verabscheut,
Vorlage S. 404
870
Dich und den Teufel gleich. – Pisanio, he! –
Vorlage S. 404
871
Dem König, meinem Vater, wird gemeldet
Vorlage S. 404
872
Dein Angriff, und wenn er es schicklich findet,
Vorlage S. 404
873
Dass hier am Hof ein frecher Fremdling marktet,
Vorlage S. 404
874
Wie in dem röm'schen Bad, und viehisch darlegt
Vorlage S. 404
875
Den schnöden Sinn: so hat er einen Hof,
Vorlage S. 404
876
Für den er wenig sorgt, und eine Tochter,
Vorlage S. 404
877
Die er für gar nichts achtet. – He, Pisanio! –
Vorlage S. 404
878
JACHIMO.
Vorlage S. 404
879
O sel'ger Leonatus! So nun sprech' ich:
Vorlage S. 404
880
Der feste Glaube deiner edlen Gattin
Vorlage S. 404
881
Verdient wohl deine Treu', und deiner Tugend
Vorlage S. 404
882
Vollendung ihren Glauben! – Lange lebt beglückt!
Vorlage S. 404
883
O Weib des Edelsten, den je ein Land
Vorlage S. 404
884
Den Seinen nannte! Und Ihr, seine Herrin,
Vorlage S. 404
885
Die nur der Edelste verdient! Verzeiht,
Vorlage S. 404
886
Ich sprach dies prüfend nur, ob Euer Zutraun
Vorlage S. 404
887
Tief Wurzel schlug; so wird nun Euer Gatte
Vorlage S. 404
888
Das, was er ist, erneut: und er ist einer
Vorlage S. 404
889
Von reinsten Sitten; solch ein heil'ger Zaubrer,
Vorlage S. 404
890
Dass er in Scharen alles zu sich bannt:
Vorlage S. 404
891
Der Herzen Hälft' ist sein.
Vorlage S. 404
892
IMOGEN.
Vorlage S. 404
893
Ihr söhnt mich aus.
Vorlage S. 404
894
JACHIMO.
Vorlage S. 404
895
Verehrt, ein Gott, sitzt er im Kreis der Menschen;
Vorlage S. 404
896
Die Huld'gung, die ihm wird, hebt ihn empor
Vorlage S. 404
897
Vor allen Sterblichen. Seid nicht erzürnt,
Vorlage S. 404
898
Erhabne Fürstin, dass ich es gewagt,
Vorlage S. 404
899
Durch Lüge Euch zu prüfen: Eure Weisheit
Vorlage S. 405
900
Hat durch den festen Sinn sich neu bewährt,
Vorlage S. 405
901
Wie in der Wahl des einzig edeln Mannes,
Vorlage S. 405
902
Der fehllos ist; zu ihm die Herzensliebe
Vorlage S. 405
903
Gab mir die Sichtung ein; doch, allen ungleich,
Vorlage S. 405
904
Schuf Euch der Himmel spreulos. Drum vergebt!
Vorlage S. 405
905
IMOGEN.
Vorlage S. 405
906
Jetzt ist es gut, mein Herr:
Vorlage S. 405
907
Was ich am Hof vermag, steht Euch zu Dienst.
Vorlage S. 405
908
JACHIMO.
Vorlage S. 405
909
Ich dank' in Demut. Fast hätt' ich vergessen,
Vorlage S. 405
910
Um Eure Huld zu flehn in kleiner Sache,
Vorlage S. 405
911
Und wichtig doch, denn Euren Herrn betrifft es;
Vorlage S. 405
912
Ich selbst und ein'ge Freunde nehmen teil
Vorlage S. 405
913
An dem Geschäft.
Vorlage S. 405
914
IMOGEN.
Vorlage S. 405
915
So sagt mir, was es ist!
Vorlage S. 405
916
JACHIMO.
Vorlage S. 405
917
Ein Dutzend von uns Römern und Eu'r Gatte,
Vorlage S. 405
918
Die schönste Feder unsrer Schwinge, kauften
Vorlage S. 405
919
Gemeinsam für den Kaiser ein Geschenk;
Vorlage S. 405
920
Ich, der Agent der andern, tat's in Frankreich;
Vorlage S. 405
921
's ist Silberzeug von seltner Arbeit, Steine
Vorlage S. 405
922
Mit reicher, edler Fassung, großen Werts;
Vorlage S. 405
923
Und etwas ängstlich bin ich hier, als Fremder
Vorlage S. 405
924
Sie sicher zu verwahren: nähmet Ihr
Vorlage S. 405
925
Sie wohl in güt'ge Obhut?
Vorlage S. 405
926
IMOGEN.
Vorlage S. 405
927
Herzlich gern;
Vorlage S. 405
928
Für ihre Sicherheit bürgt Euch mein Wort:
Vorlage S. 405
929
Und da mein Gatte teil dran hat, bewahrt sie
Vorlage S. 405
930
Mein Schlafgemach.
Vorlage S. 405
931
JACHIMO.
Vorlage S. 405
932
Sie sind in einer Kiste
Vorlage S. 405
933
Bei meinen Leuten, und ich bin so dreist,
Vorlage S. 405
934
Sie Euch zu senden, nur für diese Nacht;
Vorlage S. 405
935
Ich muss an Bord schon morgen.
Vorlage S. 405
936
IMOGEN.
Vorlage S. 405
937
Oh, nein, nein.
Vorlage S. 405
938
JACHIMO.
Vorlage S. 405
939
Verzeiht, ich muss; sonst kommt mein Wort zu kurz,
Vorlage S. 405
940
Verlängr' ich meine Fahrt. Von Gallien
Vorlage S. 405
941
Kreuzt' ich die See: mein Wunsch war's und Versprechen,
Vorlage S. 405
942
Zu sehn Eu'r Hoheit.
Vorlage S. 405
943
IMOGEN.
Vorlage S. 405
944
Dank für Eure Müh'!
Vorlage S. 405
945
Doch morgen reist Ihr nicht.
Vorlage S. 405
946
JACHIMO.
Vorlage S. 405
947
Ich muss, Prinzessin;
Vorlage S. 406
948
Drum bitt' ich sehr, wenn Ihr noch Euren Herrn
Vorlage S. 406
949
Durch Briefe grüßen wollt, so tut's heut abend:
Vorlage S. 406
950
Ich blieb zu lange schon, und wichtig ist
Vorlage S. 406
951
Die Überreichung des Geschenks.
Vorlage S. 406
952
IMOGEN.
Vorlage S. 406
953
Ich schreibe.
Vorlage S. 406
954
Schickt Eure Kiste, sie wird gut verwahrt
Vorlage S. 406
955
Und sicher Euch zurück gestellt. Lebt wohl!
Vorlage S. 406
956
Sie gehn ab.
Vorlage S. 406

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »obwohl« in diesem Textausschnitt? »Die Qual gehemmter Lieb'; obwohl der König«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Ihr seid der Geliebte, und deshalb um so vorsichtiger.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Zwei Söhne hatt' er (dünkt's Euch merkenswert,« B: »Für ihren Schatz; und beugt sie nicht den Sinn,« C: »Wahrhaftig doch zu unbedeutend, um der Entscheidung der Waffen unterworfen zu werden; und von zwei solchen Männern, wo, höchst wahrscheinlich, einer vom andern vernichtet oder beide gefallen wären.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »obwohl« in diesem Textausschnitt? »Eine Abweisung; obwohl Euer Versuch, wie Ihr es nennt, mehr verdient: Züchtigung auch.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Dich und den Teufel gleich. – Pisanio, he! – Dem König, meinem Vater, wird …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Dem er mit Glanz und seltnem Glück gedient«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Dem er mit Glanz und seltnem Glück gedient« und »Dein Angriff, und wenn er es schicklich findet,«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Ihr seid der Geliebte, und deshalb um so vorsichtiger.«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Ja, hier schaut jeder finster: unser Blut«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Wie Eure Hoheit mir befahl, hier sind sie.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Schickt Eure Kiste, sie wird gut verwahrt«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Cymbeline

William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 2, Herausgegeben von Anselm Schlösser. Berlin: Aufbau, 1975. Shakespeare, William 382- Berlin

Das Werk Cymbeline von Shakespeare, William ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Englischer Originaltext in der digitalen Project-Gutenberg-Ausgabe. Die Vorlage nennt keine historische Druckausgabe. Unterschiedliche Bühnenfassungen, Szenenteilungen und historische Übersetzungen können voneinander abweichen. Keine Behauptung einer Erstfassung oder zeilengetreuen Entsprechung. Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion dieser Quelle bleiben erhalten; nur HTML-Layout wird in Lesetext übertragen.

William Shakespeare: Cymbeline. Project Gutenberg eBook 1538. Originalsprache Englisch; digitale Quelle unverändert archiviert.

Autorschaft und Ausgabe: William Shakespeare

Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.