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Buch - Coriolanus - Shakespeare, William

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Coriolanus

Shakespeare, William

Coriolanus von Shakespeare, William. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Historische Illustration zu Coriolanus
Historische Illustration zu „Coriolanus“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Malin, Anna, Malin, Louisa Seymour, 1861-1946, Malin, Louisa Seymour, 1861-1946, Malin, Louisa Seymour, 1861-1946, Malin, Louisa Seymour, 1861-1946, Malin, Louisa Seymour, 1861-1946, Malin, Louisa Seymour, 1861-1946 · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Dorothea Tieck

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 6

Erster Aufzug

1
Erste Szene
Vorlage S. 798
2
Es tritt auf ein Haufe aufrührischer Bürger mit Stäben, Knütteln und anderen Waffen.
Vorlage S. 798
3
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 798
4
Ehe wir irgend weiter gehn, hört mich sprechen!
Vorlage S. 798
5
ZWEITER BÜRGER.
Vorlage S. 798
6
Sprich! sprich! –
Vorlage S. 798
7
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 798
8
Ihr alle seid entschlossen, lieber zu sterben, als zu verhungern?
Vorlage S. 798
9
ALLE BÜRGER.
Vorlage S. 798
10
Entschlossen! entschlossen! –
Vorlage S. 798
11
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 798
12
Erstlich wisst ihr: Cajus Marcius ist der Hauptfeind des Volkes.
Vorlage S. 798
13
ALLE BÜRGER.
Vorlage S. 798
14
Wir wissen's! wir wissen's! –
Vorlage S. 798
15
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 798
16
Lasst uns ihn umbringen, so können wir die Kornpreise selbst machen. Ist das ein Urteilsspruch?
Vorlage S. 798
17
ALLE BÜRGER.
Vorlage S. 798
18
Kein Geschwätz mehr darüber. Wir wollen's tun. Fort! Fort!
Vorlage S. 798
19
ZWEITER BÜRGER.
Vorlage S. 798
20
Noch ein Wort, meine guten Bürger!
Vorlage S. 798
21
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 798
22
Wir werden für die armen Bürger gehalten, die Patrizier für die guten. Das, wovon der Adel schwelgt, würde uns nähren. Gäben sie uns nur das Überflüssige, ehe es verdirbt, so könnten wir glauben, sie nährten uns auf menschliche Weise; aber sie denken, so viel sind wir nicht wert. Der Hunger, der uns ausmergelt, der Anblick unsers Elends ist gleichsam ein Verzeichnis, in welchem sie ihr Wohlleben lesen. Unser Jammer ist ihnen Genuss. Dies wollen wir mit unsern Spießen rächen, ehe wir selbst Spießgerten werden. Denn das wissen die Götter! ich rede so aus Hunger nach Brot, und nicht aus Durst nach Rache.
Vorlage S. 798
23
ZWEITER BÜRGER.
Vorlage S. 798
24
Wollt ihr besonders auf den Cajus Marcius los gehen?
Vorlage S. 799
25
ALLE.
Vorlage S. 799
26
Auf ihn zuerst, er ist ein wahrer Hund gegen das Volk.
Vorlage S. 799
27
ZWEITER BÜRGER.
Vorlage S. 799
28
Bedenkt ihr auch, welche Dienste er dem Vaterlande getan hat?
Vorlage S. 799
29
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 799
30
Sehr wohl! und man könnte ihn auch recht gern dafür loben; aber er belohnt sich selbst dadurch, dass er so stolz ist.
Vorlage S. 799
31
ZWEITER BÜRGER.
Vorlage S. 799
32
Nein, rede nicht so boshaft!
Vorlage S. 799
33
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 799
34
Ich sage euch, was er rühmlich getan hat, tat er nur deshalb: Wenn auch zu gewissenhafte Menschen so billig sind, zu sagen, es war für sein Vaterland, so tat er's doch nur, seiner Mutter Freude zu machen und tüchtig stolz zu sein; denn sein Stolz ist ebenso groß als sein Verdienst.
Vorlage S. 799
35
ZWEITER BÜRGER.
Vorlage S. 799
36
Was er an seiner Natur nicht ändern kann, das rechnet ihr ihm für ein Laster. Das dürft ihr wenigstens nicht sagen, dass er habsüchtig ist.
Vorlage S. 799
37
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 799
38
Wenn ich das auch nicht darf, werden mir doch die Anklagen nicht ausgehn. Er hat Fehler so überlei, dass die Aufzählung ermüdet.
Vorlage S. 799
39
Geschrei hinter der Szene.
Vorlage S. 799
40
Welch Geschrei ist das? Die andre Seite der Stadt ist in Aufruhr. Was stehn wir hier und schwatzen? Aufs Kapitol!
Vorlage S. 799
41
ALLE.
Vorlage S. 799
42
Kommt! kommt! –
Vorlage S. 799
43
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 799
44
Still, wer kommt hier?
Vorlage S. 799
45
Menenius Agrippa tritt auf.
Vorlage S. 799
46
ZWEITER BÜRGER.
Vorlage S. 799
47
Der würdige Menenius Agrippa, einer, der das Volk immer geliebt hat.
Vorlage S. 799
48
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 799
49
Der ist noch ehrlich genug. Wären nur die übrigen alle so!
Vorlage S. 799
50
MENENIUS.
Vorlage S. 799
51
Was habt ihr vor, Landsleute? Wohin geht ihr Mit Stangen, Knütteln? Sprecht, was gibt's? Ich bitt' euch!
Vorlage S. 799
52
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 799
53
Unsre Sache ist dem Senat nicht unbekannt; sie haben davon munkeln hören seit vierzehn Tagen, was wir vorhaben, und das wollen wir ihnen nun durch Taten zeigen. Sie sagen, arme Klienten haben schlimmen Atem: sie sollen erfahren, dass wir auch schlimme Arme haben.
Vorlage S. 799
54
MENENIUS.
Vorlage S. 800
55
Ei, Leute! gute Freund' und liebe Nachbarn,
Vorlage S. 800
56
Wollt ihr euch selbst zugrunde richten?
Vorlage S. 800
57
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 800
58
Nicht möglich, wir sind schon zugrund gerichtet.
Vorlage S. 800
59
MENENIUS.
Vorlage S. 800
60
Ich sag' euch, Freund', es sorgt mit wahrer Liebe
Vorlage S. 800
61
Für euch der Adel. Eure Not, betreffend
Vorlage S. 800
62
Die jetz'ge Teurung, könntet ihr so gut
Vorlage S. 800
63
Dem Himmel dräun mit Knütteln, als sie schwingen
Vorlage S. 800
64
Gegen den Staat von Rom, des Lauf sich bricht
Vorlage S. 800
65
So grade Bahn, dass es zehntausend Zügel
Vorlage S. 800
66
Von härtrem Erz zerreißt, als jemals ihm
Vorlage S. 800
67
Nur eure Hemmung bietet. Diese Teurung,
Vorlage S. 800
68
Die Götter machen sie, nicht die Patrizier;
Vorlage S. 800
69
Gebeugte Knie, nicht Arme müssen helfen.
Vorlage S. 800
70
Ach! durch das Elend werdet ihr verlockt,
Vorlage S. 800
71
Dahin, wo größres euch umfängt. Ihr lästert
Vorlage S. 800
72
Roms Lenker, die wie Väter für euch sorgen,
Vorlage S. 800
73
Wenn ihr wie Feinde sie verflucht.
Vorlage S. 800
74
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 800
75
Für uns sorgen! – Nun, wahrhaftig! – Sie sorgten noch nie für uns. Uns verhungern lassen, und ihre Vorratshäuser sind vollgestopft mit Korn. Verordnungen machen gegen den Wucher, um die Wucherer zu unterstützen. Täglich irgendein heilsames Gesetz gegen die Reichen widerrufen und täglich schärfere Verordnungen ersinnen, die Armen zu fesseln und einzuzwängen. Wenn der Krieg uns nicht auffrißt, tun sie's: das ist ihre ganze Liebe für uns.
Vorlage S. 800
76
MENENIUS.
Vorlage S. 800
77
Entweder müsst ihr selbst
Vorlage S. 800
78
Als ungewöhnlich tückisch euch bekennen,
Vorlage S. 800
79
Sonst schelt' ich euch als töricht. Ich erzähl' euch
Vorlage S. 800
80
Ein hübsches Märchen: möglich, dass ihr's kennt;
Vorlage S. 800
81
Doch, da's hier eben her passt, will ich wagen,
Vorlage S. 800
82
Es nochmals aufzuwärmen.
Vorlage S. 800
83
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 800
84
Gut, wir wollen's anhören, Herr. Ihr müsst aber nicht glauben, unser Unglück mit einem Märchen wegfopen zu können; doch, wenn Ihr wollt, her damit!
Vorlage S. 800
85
MENENIUS.
Vorlage S. 800
86
Einstmals geschah's, dass alle Leibesglieder,
Vorlage S. 800
87
Dem Bauch rebellisch, also ihn verklagten:
Vorlage S. 801
88
Dass er allein nur wie ein Schlund verharre
Vorlage S. 801
89
In Leibes Mitte, arbeitslos und müßig,
Vorlage S. 801
90
Die Speisen stets verschlingend, niemals tätig,
Vorlage S. 801
91
So wie die andern all' –, – wo jene Kräfte
Vorlage S. 801
92
Säh'n, hörten, sprächen, dächten, gingen, fühlten
Vorlage S. 801
93
Und, wechselseitig unterstützt, dem Willen
Vorlage S. 801
94
Und allgemeinen Wohl und Nutzen dienten
Vorlage S. 801
95
Des ganzen Leibs. Der Bauch erwiderte –
Vorlage S. 801
96
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 801
97
Gut, Herr, was hat der Bauch denn nun erwidert?
Vorlage S. 801
98
MENENIUS.
Vorlage S. 801
99
Ich sag' es gleich. – Mit einer Art von Lächeln,
Vorlage S. 801
100
Das nicht von Herzen ging, nur gleichsam so –
Vorlage S. 801
101
(Denn seht, ich kann den Bauch ja lächeln lassen
Vorlage S. 801
102
So gut als sprechen) gab er höhnisch Antwort
Vorlage S. 801
103
Den mißvergnügten Gliedern, die rebellisch
Vorlage S. 801
104
Die Einkünft' ihm nicht gönnten; ganz so passend
Vorlage S. 801
105
Wie ihr auf unsre Senatoren scheltet,
Vorlage S. 801
106
Weil sie nicht sind wie ihr.
Vorlage S. 801
107
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 801
108
Des Bauches Antwort? Wie!
Vorlage S. 801
109
Das fürstlich hohe Haupt; das wache Auge;
Vorlage S. 801
110
Das Herz: der kluge Rat; der Arm: der Krieger;
Vorlage S. 801
111
Das Bein: das Roß; die Zunge: der Trompeter;
Vorlage S. 801
112
Nebst andern Ämtern noch und kleinern Hülfen
Vorlage S. 801
113
In diesem unserm Bau, wenn sie –
Vorlage S. 801
114
MENENIUS.
Vorlage S. 801
115
Was denn,
Vorlage S. 801
116
Mein' Treu'! der Mensch da schwatzt! Was denn? was denn?
Vorlage S. 801
117
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 801
118
So würden eingezwängt vom Fresser Bauch,
Vorlage S. 801
119
Der nur des Leibes Abfluss –
Vorlage S. 801
120
MENENIUS.
Vorlage S. 801
121
Gut, was denn?
Vorlage S. 801
122
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 801
123
Die andern Kräfte, wenn sie nun so klagte
Vorlage S. 801
124
Der Bauch, was könnt' er sagen?
Vorlage S. 801
125
MENENIUS.
Vorlage S. 801
126
Ihr sollt's hören.
Vorlage S. 801
127
Schenkt ihr ein bisschen, was ihr wenig habt,
Vorlage S. 801
128
Geduld, so sag' ich euch des Bauches Antwort.
Vorlage S. 801
129
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 801
130
Ihr macht es lang.
Vorlage S. 801
131
MENENIUS.
Vorlage S. 801
132
Jetzt passt wohl auf, mein Freund!
Vorlage S. 801
133
Eu'r höchst verständ'ger Bauch, er war bedächtig,
Vorlage S. 801
134
Nicht rasch, gleich den Beschuld'gern, und sprach so:
Vorlage S. 802
135
»Wahr ist's, ihr einverleibten Freunde«, sagt' er,
Vorlage S. 802
136
»Zuerst nehm' ich die ganze Nahrung auf,
Vorlage S. 802
137
Von der ihr alle lebt; und das ist recht,
Vorlage S. 802
138
Weil ich das Vorratshaus, die Werkstatt bin
Vorlage S. 802
139
Des ganzen Körpers. Doch bedenkt es wohl:
Vorlage S. 802
140
Durch eures Blutes Ströme send' ich sie
Vorlage S. 802
141
Bis an den Hof, das Herz – den Thron, das Hirn,
Vorlage S. 802
142
Und durch des Körpers Gäng' und Windungen
Vorlage S. 802
143
Empfängt der stärkste Nerv', die feinste Ader
Vorlage S. 802
144
Von mir den angemeßnen Unterhalt,
Vorlage S. 802
145
Wovon sie leben. Und obwohl ihr alle –
Vorlage S. 802
146
Ihr guten Freund'«, – habt acht, dies sagt der Bauch!
Vorlage S. 802
147
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 802
148
Gut. Weiter!
Vorlage S. 802
149
MENENIUS.
Vorlage S. 802
150
»Seht ihr auch nicht all' auf eins,
Vorlage S. 802
151
Was jeder einzelne von mir empfängt,
Vorlage S. 802
152
Doch kann ich Rechnung legen, dass ich allen
Vorlage S. 802
153
Das feinste Mehl von allem wieder gebe
Vorlage S. 802
154
Und nur die Klei' mir bleibt.« Wie meint ihr nun?
Vorlage S. 802
155
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 802
156
Das war 'ne Antwort. Doch wie passt das hier?
Vorlage S. 802
157
MENENIUS.
Vorlage S. 802
158
Roms Senatoren sind der gute Bauch,
Vorlage S. 802
159
Ihr die empörten Glieder; denn erwägt
Vorlage S. 802
160
Ihr Müh'n, ihr Sorgen; wohl bedenkt, was alles
Vorlage S. 802
161
Des Staates Vorteil heischt: so seht ihr ein,
Vorlage S. 802
162
Kein allgemeines Gut, was ihr empfangt,
Vorlage S. 802
163
Das nicht entsprang und kam zu euch von ihnen,
Vorlage S. 802
164
Durchaus nicht von euch selbst. Was denkt ihr nun?
Vorlage S. 802
165
Du, große Zeh', in dieser Ratsversammlung!
Vorlage S. 802
166
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 802
167
Ich die große Zehe? warum die große Zehe?
Vorlage S. 802
168
MENENIUS.
Vorlage S. 802
169
Weil du, der Niedrigst', Ärmst', Erbärmlichste
Vorlage S. 802
170
Von dieser weisen Rebellion, vorantrittst:
Vorlage S. 802
171
Du Schwächling ohne Kraft und Ansehn läufst
Vorlage S. 802
172
Voran und führst, dir Vorteil zu erjagen. –
Vorlage S. 802
173
Doch schwenkt nur eure Stäb' und dürren Knüttel,
Vorlage S. 802
174
Rom und sein Rattenvolk zieht aus zur Schlacht,
Vorlage S. 802
175
Der eine Teil muss tot sich fressen.
Vorlage S. 802
176
Cajus Marcius tritt auf.
Vorlage S. 802
177
Heil, edler Marcius!
Vorlage S. 802
178
MARCIUS.
Vorlage S. 802
179
Dank Euch! Was gibt es hier? Rebell'sche Schurken,
Vorlage S. 803
180
Die ihr das Jucken eurer Einsicht kratzt,
Vorlage S. 803
181
Bis ihr zu Aussatz werdet?
Vorlage S. 803
182
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 803
183
Von Euch bekommen wir doch immer gute Worte.
Vorlage S. 803
184
MARCIUS.
Vorlage S. 803
185
Ein gutes Wort dir geben, hieße schmeicheln
Vorlage S. 803
186
Jenseit des Abscheus. Was verlangt ihr, Hunde?
Vorlage S. 803
187
Die Krieg nicht wollt, noch Frieden; jener schreckt euch,
Vorlage S. 803
188
Und dieser macht euch frech. Wer euch vertraut,
Vorlage S. 803
189
Find't euch als Hasen, wo er Löwen hofft,
Vorlage S. 803
190
Wo Füchse, Gans'. Ihr seid nicht sichrer, nein!
Vorlage S. 803
191
Als glüh'nde Feuerkohlen auf dem Eis,
Vorlage S. 803
192
Schnee in der Sonne. Eure Tugend ist,
Vorlage S. 803
193
Den adeln, den Verbrechen niedertreten,
Vorlage S. 803
194
Dem Recht zu fluchen, das ihn schlägt. Wer Größe
Vorlage S. 803
195
Verdient, verdient auch euern Haß; und eure Liebe
Vorlage S. 803
196
Ist eines Kranken Gier, der heftig wünscht,
Vorlage S. 803
197
Was nur sein Übel mehrt. Wer sich verlässt
Vorlage S. 803
198
Auf eure Gunst, der schwimmt mit blei'rnen Flossen,
Vorlage S. 803
199
Und haut mit Binsen Eichen nieder. Hängt euch!
Vorlage S. 803
200
Euch traun?
Vorlage S. 803
201
Ein Augenblick, so ändert ihr den Sinn,
Vorlage S. 803
202
Und nennt den edel, den ihr ben haßtet,
Vorlage S. 803
203
Den schlecht, der euer Abgott war. Was gibt's?
Vorlage S. 803
204
Dass ihr, auf jedem Platz der Stadt gedrängt,
Vorlage S. 803
205
Schreit gegen den Senat, der doch allein,
Vorlage S. 803
206
Zunächst den Göttern, euch in Furcht erhält;
Vorlage S. 803
207
Ihr fräß't einander sonst. Was wollen sie?
Vorlage S. 803
208
MENENIUS.
Vorlage S. 803
209
Nach eignem Preis das Korn, das, wie sie sagen
Vorlage S. 803
210
Im Überfluss daliegt.
Vorlage S. 803
211
MARCIUS.
Vorlage S. 803
212
Hängt sie! Sie sagen's?
Vorlage S. 803
213
Beim Feuer sitzend wissen sie genau,
Vorlage S. 803
214
Was auf dem Kapitol geschieht; wer steigt,
Vorlage S. 803
215
Wer gilt, wer fällt; da stiften sie Faktionen
Vorlage S. 803
216
Und schließen Ehen; stärken die Partei
Vorlage S. 803
217
Und beugen die, die nicht nach ihrem Sinn,
Vorlage S. 803
218
Noch unter ihre Nägelschuh'. Sie sagen,
Vorlage S. 803
219
Korn sei genug vorhanden?
Vorlage S. 804
220
Wenn sich der Adel doch der Mild' entschlüge,
Vorlage S. 804
221
Dass ich mein Schwert ziehn dürft'. Ich häufte Berge
Vorlage S. 804
222
Von Leichen der zerhau'nen Sklaven, höher,
Vorlage S. 804
223
Als meine Lanze reicht.
Vorlage S. 804
224
MENENIUS.
Vorlage S. 804
225
Nein, diese sind fast gänzlich schon beruhigt;
Vorlage S. 804
226
Denn, fehlt im Überfluss auch der Verstand,
Vorlage S. 804
227
So sind sie doch ausbündig feig. Doch sagt mir,
Vorlage S. 804
228
Was macht der andre Trupp?
Vorlage S. 804
229
MARCIUS.
Vorlage S. 804
230
Schon ganz zerstreut.
Vorlage S. 804
231
Die Schurken!
Vorlage S. 804
232
Sie hungern, sagten sie, und ächzten Sprüchlein,
Vorlage S. 804
233
Als: »Not bricht Eisen«; »Hunde müssen fressen«;
Vorlage S. 804
234
»Das Brot ist für den Mund«; »die Götter senden
Vorlage S. 804
235
Nicht bloß den Reichen Korn«. Mit solchen Fetzen
Vorlage S. 804
236
Macht sich ihr Klagen Luft; man hört sie gütig,
Vorlage S. 804
237
Bewilligt eine Ford'rung – eine starke –
Vorlage S. 804
238
(Des Adels Herz zu brechen, jede Kraft
Vorlage S. 804
239
Zu töten), und nun schmeißen sie die Mützen,
Vorlage S. 804
240
Als sollten auf des Mondes Horn sie hängen,
Vorlage S. 804
241
Frech laut und lauter jauchzend.
Vorlage S. 804
242
MENENIUS.
Vorlage S. 804
243
Und was ward zugestanden?
Vorlage S. 804
244
MARCIUS.
Vorlage S. 804
245
Fünf Tribunen,
Vorlage S. 804
246
Um ihre Pöbelweisheit zu vertreten,
Vorlage S. 804
247
Aus eigner Wahl: der ein' ist Junius Brutus,
Vorlage S. 804
248
Sicinius und – was weiß ich, – Tod und Pest!
Vorlage S. 804
249
Die Lumpen sollten eh' die Stadt abdecken,
Vorlage S. 804
250
Als mich so weit zu bringen. Nächstens nun
Vorlage S. 804
251
Gewinnen sie noch mehr und fordern Größres
Vorlage S. 804
252
Mit Androhn der Empörung.
Vorlage S. 804
253
MENENIUS.
Vorlage S. 804
254
Das ist seltsam.
Vorlage S. 804
255
MARCIUS.
Vorlage S. 804
256
Geht, fort mit euch, ihr Überbleibsel!
Vorlage S. 804
257
Ein Bote tritt auf.
Vorlage S. 804
258
BOTE.
Vorlage S. 804
259
Ist Cajus Marcius hier?
Vorlage S. 804
260
MARCIUS.
Vorlage S. 804
261
Nun ja! was soll's?
Vorlage S. 804
262
BOTE.
Vorlage S. 804
263
Ich meld' Euch, Herr, die Volsker sind in Waffen.
Vorlage S. 804
Historische Illustration zu Coriolanus
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Coriolanus“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Malin, Anna, Malin, Louisa Seymour, 1861-1946, Malin, Louisa Seymour, 1861-1946, Malin, Louisa Seymour, 1861-1946 · Public domain Bildquelle ↗
264
MARCIUS.
Vorlage S. 804
265
Mich freut's! So werden wir am besten los
Vorlage S. 804
266
Den Überfluss, der schimmlicht wird. – Seht da,
Vorlage S. 805
267
Die würd'gen Väter!
Vorlage S. 805
268
Es treten auf Cominius, Titus Lartius und andre Senatoren, Junius Brutus und Sicinius Velutus.
Vorlage S. 805
269
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 805
270
Marcius, was Ihr uns sagtet, ist geschehn;
Vorlage S. 805
271
Die Volsker sind in Waffen.
Vorlage S. 805
272
MARCIUS.
Vorlage S. 805
273
Ja, sie führt
Vorlage S. 805
274
Tullus Aufidius, der macht euch zu schaffen.
Vorlage S. 805
275
Ich sünd'ge, seinen Adel ihm zu neiden,
Vorlage S. 805
276
Und wär' ich etwas anders als ich bin,
Vorlage S. 805
277
So wünscht' ich, er zu sein.
Vorlage S. 805
278
COMINIUS.
Vorlage S. 805
279
Ihr fochtet mit einander?
Vorlage S. 805
280
MARCIUS.
Vorlage S. 805
281
Wenn, halb und halb geteilt, die Welt sich zauste,
Vorlage S. 805
282
Und er auf meiner Seit', ich fiele ab,
Vorlage S. 805
283
Nur dass ich ihn bekämpft'. – Er ist ein Löwe,
Vorlage S. 805
284
Den ich zu jagen stolz bin.
Vorlage S. 805
285
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 805
286
Darum, Marcius,
Vorlage S. 805
287
Magst du Cominius folgen in den Krieg.
Vorlage S. 805
288
COMINIUS.
Vorlage S. 805
289
Ihr habt es einst versprochen.
Vorlage S. 805
290
MARCIUS.
Vorlage S. 805
291
Herr, das hab' ich,
Vorlage S. 805
292
Und halte Wort. Du, Titus Lartius, siehst
Vorlage S. 805
293
Noch einmal Tullus mich ins Antlitz schlagen.
Vorlage S. 805
294
Wie – bist du krank? bleibst aus?
Vorlage S. 805
295
TITUS.
Vorlage S. 805
296
Nein, Cajus Marcius.
Vorlage S. 805
297
Ich lehn' auf eine Krück' und schlage mit der andern,
Vorlage S. 805
298
Eh' ich dies Werk versäum'.
Vorlage S. 805
299
MARCIUS.
Vorlage S. 805
300
O edles Blut!
Vorlage S. 805
301
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 805
302
Begleitet uns zum Kapitol, dort harren
Vorlage S. 805
303
Die treusten Freunde unser.
Vorlage S. 805
304
TITUS.
Vorlage S. 805
305
Geht voran –
Vorlage S. 805
306
Cominius, folgt ihm nach, wir folgen Euch,
Vorlage S. 805
307
Ihr seid des Vorrangs würdig.
Vorlage S. 805
308
COMINIUS.
Vorlage S. 805
309
Edler Lartius!
Vorlage S. 805
310
ERSTER SENATOR
Vorlage S. 805
311
zu den Bürgern.
Vorlage S. 805
312
Geht, macht euch fort! – Nach Haus!
Vorlage S. 805
313
MARCIUS.
Vorlage S. 805
314
Nein, lasst sie folgen!
Vorlage S. 805
315
Die Volsker haben Korn; dahin, ihr Ratten,
Vorlage S. 805
316
Die Scheuren freßt! – Hochadlige Rebellen,
Vorlage S. 806
317
Eu'r Mut schlägt herrlich aus. Ich bitte, folgt!
Vorlage S. 806
318
Senatoren, Cominius, Marcius, Titus Lartius und Menenius gehn ab; die Bürger schleichen sich fort.
Vorlage S. 806
319
SICINIUS.
Vorlage S. 806
320
War je ein Mensch so stolz wie dieser Marcius?
Vorlage S. 806
321
BRUTUS.
Vorlage S. 806
322
Er hat nicht seinesgleichen.
Vorlage S. 806
323
SICINIUS.
Vorlage S. 806
324
Als wir ernannt zu Volkstribunen wurden –
Vorlage S. 806
325
BRUTUS.
Vorlage S. 806
326
Saht Ihr sein Aug', den Mund?
Vorlage S. 806
327
SICINIUS.
Vorlage S. 806
328
Ja, und sein Höhnen.
Vorlage S. 806
329
BRUTUS.
Vorlage S. 806
330
Gereizt schont nicht sein Spott die Götter selbst.
Vorlage S. 806
331
SICINIUS.
Vorlage S. 806
332
Den keuschen Mond auch würd' er lästern.
Vorlage S. 806
333
BRUTUS.
Vorlage S. 806
334
Verschling' ihn dieser Krieg; er ward zu stolz,
Vorlage S. 806
335
So tapfer wie er ist.
Vorlage S. 806
336
SICINIUS.
Vorlage S. 806
337
Solch ein Gemüt,
Vorlage S. 806
338
Gekitzelt noch vom Glück, verschmäht den Schatten,
Vorlage S. 806
339
Auf den er mittags tritt. Doch wundert's mich,
Vorlage S. 806
340
Wie nur sein Hochmut es erträgt, zu stehn
Vorlage S. 806
341
Unter Cominius.
Vorlage S. 806
342
BRUTUS.
Vorlage S. 806
343
Ruhm, nach dem er zielt,
Vorlage S. 806
344
Und der schon reich ihn schmückt, wird besser nicht
Vorlage S. 806
345
Erhalten und erhöht, als auf dem Platz
Vorlage S. 806
346
Zunächst dem Ersten; denn was nun mißlingt,
Vorlage S. 806
347
Das ist des Feldherrn Schuld, tut er auch alles,
Vorlage S. 806
348
Was Menschenkraft vermag; und schwindelnd Urteil
Vorlage S. 806
349
Ruft dann vom Marcius aus: Oh, hätte dieser
Vorlage S. 806
350
Den Krieg geführt!
Vorlage S. 806
351
SICINIUS.
Vorlage S. 806
352
Gewiss, und geht es gut,
Vorlage S. 806
353
So raubt das Vorurteil, am Marcius hängend,
Vorlage S. 806
354
Cominius jegliches Verdienst.
Vorlage S. 806
355
BRUTUS.
Vorlage S. 806
356
Jawohl. –
Vorlage S. 806
357
Cominius' halben Ruhm hat Marcius schon,
Vorlage S. 806
358
Erwarb er ihn auch nicht; und jenes Fehler,
Vorlage S. 806
359
Sie werden Marcius' Ruhm, tat er auch selbst
Vorlage S. 806
360
Nichts Großes mehr.
Vorlage S. 806
361
SICINIUS.
Vorlage S. 806
362
Kommt, lasst uns hin und hören
Vorlage S. 806
363
Die Ausfert'gung, und in was Art und Weise
Vorlage S. 806
364
Er, außer seiner Einzigkeit, nun geht
Vorlage S. 807
365
In diesen jetz'gen Kampf.
Vorlage S. 807
366
BRUTUS.
Vorlage S. 807
367
So gehn wir denn!
Vorlage S. 807
368
Beide ab.
Vorlage S. 807
369
Zweite Szene
Vorlage S. 807
370
Tullus Aufidius tritt auf mit einigen Senatoren.
Vorlage S. 807
371
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 807
372
So glaubt Ihr wirklich denn, Aufidius,
Vorlage S. 807
373
Dass die von Rom erforschten unsern Plan
Vorlage S. 807
374
Und wissen, was wir tun?
Vorlage S. 807
375
AUFIDIUS.
Vorlage S. 807
376
Glaubt Ihr's denn nicht?
Vorlage S. 807
377
Was ward wohl je gedacht in unserm Staat,
Vorlage S. 807
378
Das nicht, ch's körperliche Tat geworden,
Vorlage S. 807
379
Rom ausgeforscht? Noch sind's vier Tage nicht,
Vorlage S. 807
380
Dass man von dort mir schrieb; so, denk' ich, lautet's –
Vorlage S. 807
381
Ich hab' den Brief wohl hier; – ja, dieser ist's.
Vorlage S. 807
382
Er liest.
Vorlage S. 807
383
»Geworben wird ein Heer; doch niemand weiß,
Vorlage S. 807
384
Ob für den Ost, den West. Groß ist die Teurung,
Vorlage S. 807
385
Das Volk im Aufruhr, und man raunt sich zu,
Vorlage S. 807
386
Cominius, Marcius, Euer alter Feind
Vorlage S. 807
387
(Der mehr in Rom gehaßt wird als von Euch),
Vorlage S. 807
388
Und Titus Lartius, ein sehr tapfrer Römer,
Vorlage S. 807
389
Dass diesen drei'n die Rüstung ward vertraut.
Vorlage S. 807
390
Wohin's auch geht: wahrscheinlich trifft es Euch,
Vorlage S. 807
391
Drum seht Euch vor!«
Vorlage S. 807
392
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 807
393
Im Feld stehn unsre Scharen;
Vorlage S. 807
394
Wir zweifeln nie, dass Rom, uns zu begegnen,
Vorlage S. 807
395
Stets sei bereit.
Vorlage S. 807
396
AUFIDIUS.
Vorlage S. 807
397
Und Ihr habt klug gehandelt,
Vorlage S. 807
398
Zu bergen Euern großen Plan, bis er
Vorlage S. 807
399
Sich zeigen musste; doch im Brüten schon
Vorlage S. 807
400
Erkannt' ihn Rom, so scheint's; durch die Entdeckung
Vorlage S. 807
401
Wird unser Ziel geschmälert, welches war,
Vorlage S. 807
402
Zu nehmen manche Stadt, eh' selbst die Römer
Vorlage S. 807
403
Bemerkt, dass wir im Gang.
Vorlage S. 807
404
ZWEITER SENATOR.
Vorlage S. 807
405
Edler Aufidius,
Vorlage S. 807
406
Nehmt Eure Vollmacht, eilt zu Euren Scharen,
Vorlage S. 808
407
Lasst uns zurück, Corioli zu schützen;
Vorlage S. 808
408
Belagern sie uns hier, kommt zum Entsatz
Vorlage S. 808
409
Mit Eurem Heer zurück; doch sollt Ihr sehn,
Vorlage S. 808
410
Die Rüstung gilt nicht uns.
Vorlage S. 808
411
AUFIDIUS.
Vorlage S. 808
412
Oh! zweifelt nicht;
Vorlage S. 808
413
Ich sprech' aus sichrer Nachricht. Ja – noch mehr,
Vorlage S. 808
414
Schon rückten ein'ge Römerhaufen aus,
Vorlage S. 808
415
Und nur hieherwärts. Ich verlass' euch, Väter.
Vorlage S. 808
416
Wenn wir und Cajus Marcius uns begegnen,
Vorlage S. 808
417
So ist geschworen, dass der Kampf nicht endet,
Vorlage S. 808
418
Bis einer fällt.
Vorlage S. 808
419
ALLE SENATOREN.
Vorlage S. 808
420
Die Götter sei'n mit Euch!
Vorlage S. 808
421
AUFIDIUS.
Vorlage S. 808
422
Sie schirmen Eure Ehren!
Vorlage S. 808
423
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 808
424
Lebt wohl!
Vorlage S. 808
425
ZWEITER SENATOR.
Vorlage S. 808
426
Lebt wohl!
Vorlage S. 808
427
AUFIDIUS.
Vorlage S. 808
428
Lebt wohl!
Vorlage S. 808
429
Alle ab.
Vorlage S. 808
430
Dritte Szene
Vorlage S. 808
431
Volumnia und Virgilia sitzen und nähen.
Vorlage S. 808
432
VOLUMNIA.
Vorlage S. 808
433
Ich bitte dich, Tochter, singe, oder sprich wenigstens trostreicher; wenn mein Sohn mein Gemahl wäre, ich würde mich lieber seiner Abwesenheit erfreuen, durch die er Ehre erwirbt, als der Umarmungen seines Bettes, in denen ich seine Liebe erkennte. Da er noch ein zarter Knabe war und das einzige Kind meines Schoßes, da Jugend und Anmut gewaltsam alle Blicke auf ihn zogen, als die tagelangen Bitten eines Königs einer Mutter nicht eine einzige Stunde seines Anblicks abgekauft hätten, schon damals, – wenn ich bedachte, wie Ehre solch ein Wesen zieren würde, und dass es nicht besser sei als ein Gemälde, das an der Wand hängt, wenn Ruhmbegier es nicht belebte –, war ich erfreut, ihn da Gefahren suchen zu sehn, wo er hoffen konnte, Ruhm zu finden. In einen grausamen Krieg sandte ich ihn, aus dem er zurück kehrte, die Stirn mit Eichenlaub umwunden. Glaube mir, Tochter, mein Herz hüpfte nicht mehr vor Freuden, als ich zuerst hörte, es sei ein Knabe, als jetzt, da ich zuerst sah, es sei ein Mann geworden.
Vorlage S. 808
434
VIRGILIA.
Vorlage S. 809
435
Aber wäre er nun in der Schlacht geblieben, teure Mutter, wie dann?
Vorlage S. 809
436
VOLUMNIA.
Vorlage S. 809
437
Dann wäre sein Nachruhm mein Sohn gewesen; in ihm hätte ich mein Geschlecht gesehn. Höre mein offenherziges Bekenntnis: hätte ich zwölf Söhne, jeder meinem Herzen gleich lieb, und keiner mir weniger teuer als dein um mein guter Marcius, ich wollte lieber elf für ihr Vaterland edel sterben sehn, als einen einzigen in wollüstigem Müßiggang schwelgen.
Vorlage S. 809
438
Es tritt eine Dienerin auf.
Vorlage S. 809
439
DIENERIN.
Vorlage S. 809
440
Edle Frau, Valeria wünscht Euch zu sehn.
Vorlage S. 809
441
VIRGILIA.
Vorlage S. 809
442
Ich bitte, erlaubt mir, mich zurück zu ziehn.
Vorlage S. 809
443
VOLUMNIA.
Vorlage S. 809
444
O nein! das sollst du nicht.
Vorlage S. 809
445
Mich dünkt, bis hier tönt deines Gatten Trommel,
Vorlage S. 809
446
Er reißt Aufidius bei den Haaren nieder,
Vorlage S. 809
447
Wie Kinder vor dem Bären fliehn die Volsker:
Vorlage S. 809
448
Mich dünkt, ich seh's! So stampft er und ruft aus:
Vorlage S. 809
449
»Memmen, heran! In Furcht seid ihr gezeugt,
Vorlage S. 809
450
Obwohl in Rom geboren.« Und er trocknet
Vorlage S. 809
451
Die blut'ge Stirn mit eh'rner Hand, und schreitet
Vorlage S. 809
452
So wie ein Schnitter, der sich vorgesetzt,
Vorlage S. 809
453
Alles zu mähn, wo nicht, den Lohn zu missen.
Vorlage S. 809
454
VIRGILIA.
Vorlage S. 809
455
Die blut'ge Stirn! – O Jupiter! kein Blut!
Vorlage S. 809
456
VOLUMNIA.
Vorlage S. 809
457
O schweig', du Törin! Schöner ziert's den Mann
Vorlage S. 809
458
Als Goldtrophä'n. Die Brust der Hekuba
Vorlage S. 809
459
War schöner nicht, da sie den Hektor säugte,
Vorlage S. 809
460
Als Hektors Stirn, die Blut entgegen spritzte
Vorlage S. 809
461
Im Kampf den Griechenschwertern. – Sagt Valerien,
Vorlage S. 809
462
Wir sind bereit, sie zu empfangen.
Vorlage S. 809
463
Dienerin ab.
Vorlage S. 809
464
VIRGILIA.
Vorlage S. 809
465
Himmel!
Vorlage S. 809
466
Schütz' meinen Mann vorm grimmigen Aufidius!
Vorlage S. 809
467
VOLUMNIA.
Vorlage S. 809
468
Er schlägt Aufidius' Haupt sich unters Knie
Vorlage S. 809
469
Und tritt auf seinen Hals.
Vorlage S. 809
470
Valeria tritt auf.
Vorlage S. 809
471
VALERIA.
Vorlage S. 809
472
Ihr edlen Frauen, euch beiden guten Tag!
Vorlage S. 810
473
VOLUMNIA.
Vorlage S. 810
474
Liebe Freundin –
Vorlage S. 810
475
VIRGILIA.
Vorlage S. 810
476
Ich bin erfreut, Euch zu sehn, verehrte Frau.
Vorlage S. 810
477
VALERIA.
Vorlage S. 810
478
Was macht ihr beide? Ihr seid ausgemachte Haushälterinnen. Wie! – Ihr sitzt hier und näht? – Ein artiges Vergnügen, das muss ich gestehn. – Was macht Euer kleiner Sohn?
Vorlage S. 810
479
VIRGILIA.
Vorlage S. 810
480
Ich danke Euch, edle Frau, er ist wohl.
Vorlage S. 810
481
VOLUMNIA.
Vorlage S. 810
482
Er mag lieber Schwerter sehn und die Trommel hören, als auf seinen Schulmeister acht geben.
Vorlage S. 810
483
VALERIA.
Vorlage S. 810
484
Oh! auf mein Wort, ganz der Vater. Ich kann's beschwören, er ist ein allerliebster Knabe. Nein wahrlich, ich beobachtete ihn am Mittwoch eine halbe Stunde ununterbrochen; er hat etwas so Entschloßnes in seinem Benehmen. Ich sah ihn einem glänzenden Schmetterlinge nachlaufen, und als er ihn gefangen hatte, ließ er ihn wieder fliegen, und nun wieder ihm nach, und fiel der Länge nach hin, und wieder aufgesprungen und ihn noch einmal gefangen. Hatte ihn sein Fall böse gemacht, oder was ihm sonst sein mochte, aber er knirschte so mit den Zähnen und zerriss ihn. Oh! ihr könnt nicht glauben, wie er ihn zerfetzte.
Vorlage S. 810
485
VOLUMNIA.
Vorlage S. 810
486
Ganz seines Vaters Art.
Vorlage S. 810
487
VALERIA.
Vorlage S. 810
488
Ei wahrhaftig! er ist ein edles Kind.
Vorlage S. 810
489
VIRGILIA.
Vorlage S. 810
490
Ein kleiner Wildfang, Valeria.
Vorlage S. 810
491
VALERIA.
Vorlage S. 810
492
Kommt, legt Eure Stickerei weg, Ihr müsst heut nachmittag mit mir die müßige Hausfrau machen.
Vorlage S. 810
493
VIRGILIA.
Vorlage S. 810
494
Nein, teure Frau, ich werde nicht ausgehn.
Vorlage S. 810
495
VALERIA.
Vorlage S. 810
496
Nicht ausgehn?
Vorlage S. 810
497
VOLUMNIA.
Vorlage S. 810
498
Sie wird, sie wird.
Vorlage S. 810
499
VIRGILIA.
Vorlage S. 810
500
Nein, gewiss nicht; erlaubt es mir! Ich will nicht über die Schwelle schreiten, eh' mein Gemahl aus dem Kriege heimgekehrt ist.
Vorlage S. 810
501
VALERIA.
Vorlage S. 810
502
Pfui! wollt Ihr so wider alle Vernunft Euch einsperren? Kommt mit, Ihr müsst eine gute Freundin besuchen, die im Kindbette liegt.
Vorlage S. 810
503
VIRGILIA.
Vorlage S. 810
504
Ich will ihr eine schnelle Genesung wünschen und sie mit meinem Gebet besuchen, aber hingehn kann ich nicht.
Vorlage S. 810
505
VOLUMNIA.
Vorlage S. 810
506
Nun, warum denn nicht?
Vorlage S. 810
507
VIRGILIA.
Vorlage S. 810
508
Es ist gewiss nicht Trägheit oder Mangel an Liebe.
Vorlage S. 811
509
VALERIA.
Vorlage S. 811
510
Ihr wäret gern eine zweite Penelope; und doch sagt man, alles Garn, das sie in Ulysses' Abwesenheit spann, füllte Ithaka nur mit Motten. Kommt, ich wollte, Eure Leinwand wäre so empfindlich wie Euer Finger, so würdet Ihr aus Mitleid aufhören, sie zu stechen. Kommt, Ihr müsst mitgehn.
Vorlage S. 811
511
VIRGILIA.
Vorlage S. 811
512
Nein, Liebe, verzeiht mir; im Ernst, ich werde nicht ausgehn.
Vorlage S. 811
513
VALERIA.
Vorlage S. 811
514
Ei wahrhaftig! Ihr müsst mitgehn; dann will ich Euch auch herrliche Neuigkeiten von Eurem Gemahl erzählen.
Vorlage S. 811
515
VIRGILIA.
Vorlage S. 811
516
Oh, liebe Valeria! es können noch keine gekommen sein.
Vorlage S. 811
517
VALERIA.
Vorlage S. 811
518
Wahrlich! ich scherze nicht mit Euch; es kam gestern abend Nachricht von ihm.
Vorlage S. 811
519
VIRGILIA.
Vorlage S. 811
520
In der Tat?
Vorlage S. 811
521
VALERIA.
Vorlage S. 811
522
Im Ernst, es ist wahr; ich hörte einen Senator davon erzählen. So war es: – Die Volsker haben ein Heer ausrücken lassen, welchem Cominius, der Feldherr, mit einem Teil der römischen Macht entgegen gegangen ist. Euer Gemahl und Titus Lartius belagern ihre Stadt Corioli; sie zweifeln nicht daran, sie zu erobern und den Krieg bald zu beendigen. Dies ist wahr, bei meiner Ehre! und nun bitte ich Euch, geht mit uns!
Vorlage S. 811
523
VIRGILIA.
Vorlage S. 811
524
Verzeiht mir, gute Valeria, künftig will ich Euch in allem andern gehorchen.
Vorlage S. 811
525
VOLUMNIA.
Vorlage S. 811
Historische Illustration zu Coriolanus
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Coriolanus“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Malin, Anna, Malin, Louisa Seymour, 1861-1946, Malin, Louisa Seymour, 1861-1946, Malin, Louisa Seymour, 1861-1946 · Public domain Bildquelle ↗
526
Ei, lasst sie, Liebe! Wie sie jetzt ist, würde sie nur unser Vergnügen stören.
Vorlage S. 811
527
VALERIA.
Vorlage S. 811
528
Wirklich, das glaube ich auch. So lebt denn wohl! Kommt, liebe, teure Frau! Ich bitte dich, Virgilia, wirf deine Feierlichkeit zur Tür hinaus und geh noch mit!
Vorlage S. 811
529
VIRGILIA.
Vorlage S. 811
530
Nein, auf mein Wort, Valeria. In der Tat, ich darf nicht; ich wünsche Euch viel Vergnügen.
Vorlage S. 811
531
VALERIA.
Vorlage S. 811
532
Gut, so lebt denn wohl!
Vorlage S. 811
533
Alle ab.
Vorlage S. 811
534
Vierte Szene
Vorlage S. 812
535
Mit Trommeln und Fahnen treten auf Marcius, Titus Lartius, Anführer, Krieger. Zu ihnen ein Bote.
Vorlage S. 812
536
MARCIUS.
Vorlage S. 812
537
Ein Bote kommt. Ich wett', es gab ein Treffen.
Vorlage S. 812
538
TITUS.
Vorlage S. 812
539
Mein Pferd an Eures: Nein!
Vorlage S. 812
540
MARCIUS.
Vorlage S. 812
541
Es gilt.
Vorlage S. 812
542
TITUS.
Vorlage S. 812
543
Es gilt.
Vorlage S. 812
544
MARCIUS.
Vorlage S. 812
545
Sprich du: Traf unser Feldherr auf den Feind?
Vorlage S. 812
546
BOTE.
Vorlage S. 812
547
Sie schaun sich an, doch sprachen sie noch nicht.
Vorlage S. 812
548
TITUS.
Vorlage S. 812
549
Das gute Pferd ist mein.
Vorlage S. 812
550
MARCIUS.
Vorlage S. 812
551
Ich kauf's Euch ab.
Vorlage S. 812
552
TITUS.
Vorlage S. 812
553
Nein, ich verkauf' und geb's nicht; doch Euch borg' ich's
Vorlage S. 812
554
Für funfzig Jahr. – Die Stadt nun fordert auf!
Vorlage S. 812
555
MARCIUS.
Vorlage S. 812
556
Wie weit abstehn die Heere?
Vorlage S. 812
557
BOTE.
Vorlage S. 812
558
Kaum drei Stunden.
Vorlage S. 812
559
MARCIUS.
Vorlage S. 812
560
So hören wir ihr Feldgeschrei, sie unsers. –
Vorlage S. 812
561
Nun, Mars, dir fleh' ich, mach' uns rasch im Werk,
Vorlage S. 812
562
Dass wir mit dampfendem Schwert von hinnen ziehn,
Vorlage S. 812
563
Den kampfgescharten Freunden schnell zu helfen.
Vorlage S. 812
564
Komm, blas' nun deinen Aufruf!
Vorlage S. 812
565
Es wird geblasen, auf den Mauern erscheinen Senatoren und andre.
Vorlage S. 812
566
Tullus Aufidius, ist er in der Stadt?
Vorlage S. 812
567
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 812
568
Nein, doch gleich ihm hält jeder Euch gering,
Vorlage S. 812
569
Und kleiner als das Kleinste. Horcht die Trommeln
Vorlage S. 812
570
Kriegsmusik aus der Ferne.
Vorlage S. 812
571
Von unsrer Jugend Schar! Wir brechen eh' die Mauern.
Vorlage S. 812
572
Als dass sie uns einhemmten. Unsre Tore,
Vorlage S. 812
573
Zum Schein geschlossen, riegeln Binsen nur,
Vorlage S. 812
574
Sie öffnen sich von selbst. Horcht, weit her tönt's.
Vorlage S. 812
575
Kriegsgeschrei.
Vorlage S. 812
576
Das ist Aufidius. Merkt, wie er hantiert
Vorlage S. 812
577
Dort im gespaltnen Heer!
Vorlage S. 812
578
MARCIUS.
Vorlage S. 812
579
Ha! sie sind dran!
Vorlage S. 813
580
TITUS.
Vorlage S. 813
581
Der Lärm sei unsre Weisung. Leitern her!
Vorlage S. 813
582
Die Volsker kommen aus der Stadt.
Vorlage S. 813
583
MARCIUS.
Vorlage S. 813
584
Sie scheun uns nicht; nein, dringen aus der Stadt.
Vorlage S. 813
585
Werft vor das Herz den Schild und kämpft mit Herzen,
Vorlage S. 813
586
Gestählter als die Schild'! Auf, wackrer Titus!
Vorlage S. 813
587
Sie höhnen uns weit mehr, als wir gedacht;
Vorlage S. 813
588
Das macht vor Zorn mich schwitzen. Fort, Kam'raden!
Vorlage S. 813
589
Wenn einer weicht, den halt' ich für 'nen Volsker,
Vorlage S. 813
590
Und fühlen soll er meinen Stahl.
Vorlage S. 813
591
Römer und Volsker gehn kämpfend ab. Die Römer werden zurückgeschlagen. Marcius kommt wieder.
Vorlage S. 813
592
MARCIUS.
Vorlage S. 813
593
Die ganze Pest des Südens fall' auf euch!
Vorlage S. 813
594
Schandflecke Roms ihr! – Schwär' und Beulen zahllos
Vorlage S. 813
595
Vergiften euch, dass ihr ein Abscheu seid,
Vorlage S. 813
596
Eh' noch gesehn, und gegen Windeshauch
Vorlage S. 813
597
Euch ansteckt meilenweit! Ihr Gänseseelen
Vorlage S. 813
598
In menschlicher Gestalt! Vor Sklaven lauft ihr,
Vorlage S. 813
599
Die Affen schlagen würden? Höll' und Pluto!
Vorlage S. 813
600
Wund rücklings, Nacken rot, Gesichter bleich
Vorlage S. 813
601
Vor Furcht und Fieberfrost! Kehrt um! Greift an!
Vorlage S. 813
602
Sonst, bei des Himmels Blitz! lass' ich den Feind
Vorlage S. 813
603
Und stürz' auf euch. Besinnt euch denn, voran!
Vorlage S. 813
604
Steht, und wir schlagen sie zu ihren Weibern,
Vorlage S. 813
605
Wie sie zu unsern Schanzen uns gefolgt!
Vorlage S. 813
606
Ein neuer Angriff, Volsker und Römer kämpfen. Die Volsker flüchten in die Stadt, Marcius verfolgt sie.
Vorlage S. 813
607
Auf geht das Tor: nun zeigt euch wackre Helfer!
Vorlage S. 813
608
Für die Verfolger hat's das Glück geöffnet,
Vorlage S. 813
609
Nicht für die Flücht'gen. Nach! und tut wie ich!
Vorlage S. 813
610
Er stürzt in die Stadt, und das Tor wird hinter ihm geschlossen.
Vorlage S. 813
611
ERSTER SOLDAT.
Vorlage S. 813
612
Tolldreist! Ich nicht –
Vorlage S. 813
613
ZWEITER SOLDAT.
Vorlage S. 813
614
Noch ich.
Vorlage S. 813
615
DRITTER SOLDAT.
Vorlage S. 813
616
Da seht! sie haben
Vorlage S. 813
617
Ihn eingesperrt.
Vorlage S. 813
618
ALLE.
Vorlage S. 813
619
Nun geht er drauf, das glaubt nur.
Vorlage S. 814
620
Titus Lartius tritt auf.
Vorlage S. 814
621
TITUS.
Vorlage S. 814
622
Was ward aus Marcius?
Vorlage S. 814
623
ALLE.
Vorlage S. 814
624
Tot, Herr, ganz gewiss.
Vorlage S. 814
625
ERSTER SOLDAT.
Vorlage S. 814
626
Den Flücht'gen folgt' er auf den Fersen nach,
Vorlage S. 814
627
Und mit hinein; sie augenblicks die Tore
Vorlage S. 814
628
Nun zugesperrt: drin ist er, ganz allein,
Vorlage S. 814
629
Der ganzen Stadt zu trotzen.
Vorlage S. 814
630
TITUS.
Vorlage S. 814
631
Edler Freund!
Vorlage S. 814
632
Du, fühlend kühner als dein fühllos Schwert,
Vorlage S. 814
633
Feststehend, wenn dies beugt, verloren bist du, Marcius!
Vorlage S. 814
634
Der reinste Diamant, so groß wie du,
Vorlage S. 814
635
Wär' nicht ein solch Juwel; du warst ein Krieger
Vorlage S. 814
636
Nach Catos Sinn, nicht wild, und fürchterlich
Vorlage S. 814
637
In Streichen nur; nein, deinem grimmen Blick
Vorlage S. 814
638
Und deiner Stimme donnergleichem Schmettern
Vorlage S. 814
639
Erbebten deine Feind', als ob die Welt
Vorlage S. 814
640
Im Fieber zitterte.
Vorlage S. 814
641
Marcius kommt zurück, blutend, von den Feinden verfolgt.
Vorlage S. 814
642
ERSTER SOLDAT.
Vorlage S. 814
643
Seht, Herr!
Vorlage S. 814
644
TITUS.
Vorlage S. 814
645
Oh! da ist Marcius!
Vorlage S. 814
646
Lasst uns ihn retten, oder mit ihm fallen!
Vorlage S. 814
647
Gefecht. Alle dringen in die Stadt.
Vorlage S. 814
648
Fünfte Szene
Vorlage S. 814
649
Römer kommen mit Beute.
Vorlage S. 814
650
ERSTER RÖMER.
Vorlage S. 814
651
Das will ich mit nach Rom nehmen.
Vorlage S. 814
652
ZWEITER RÖMER.
Vorlage S. 814
653
Und ich dies.
Vorlage S. 814
654
DRITTER RÖMER.
Vorlage S. 814
655
Hol's der Henker! ich hielt das für Silber.
Vorlage S. 814
656
Marcius und Titus treten auf mit einem Trompeter.
Vorlage S. 814
657
MARCIUS.
Vorlage S. 814
658
Seht diese Trödler, die die Stunden schätzen
Vorlage S. 814
659
Nach rost'gen Drachmen. Kissen, bleierne Löffel,
Vorlage S. 814
660
Blechstückchen, Wämser, die der Henker selbst
Vorlage S. 814
661
Verscharrte mit dem Leichnam, stiehlt die Brut,
Vorlage S. 815
662
Eh' noch die Schlacht zu Ende. – Haut sie nieder! –
Vorlage S. 815
663
Oh, hört des Feldherrn Schlachtruf! Fort zu ihm!
Vorlage S. 815
664
Dort kämpft, den meine Seele haßt, Aufidius,
Vorlage S. 815
665
Und mordet unsre Römer. Drum, mein Titus,
Vorlage S. 815
666
Nimm eine Anzahl Volks, die Stadt zu halten;
Vorlage S. 815
667
Mit denen, die der Mut befeuert, eil' ich,
Vorlage S. 815
668
Cominius beizustehn.
Vorlage S. 815
669
TITUS.
Vorlage S. 815
670
Du blutest, edler Freund!
Vorlage S. 815
671
Die Arbeit war zu schwer, sie zu erneun
Vorlage S. 815
672
In einem zweiten Gang.
Vorlage S. 815
673
MARCIUS.
Vorlage S. 815
674
Herr, rühmt mich nicht!
Vorlage S. 815
675
Dies Werk hat kaum mich warm gemacht. Lebt wohl!
Vorlage S. 815
676
Das Blut, das ich verzapft, ist mehr Arznei
Vorlage S. 815
677
Als mir gefährlich. Vor Aufidius so
Vorlage S. 815
678
Tret' ich zum Kampf.
Vorlage S. 815
679
TITUS.
Vorlage S. 815
680
Fortunas holde Gottheit
Vorlage S. 815
681
Sei jetzt in dich verliebt; ihr starker Zauber
Vorlage S. 815
682
Entwaffne deines Feindes Schwert! O Held!
Vorlage S. 815
683
Dein Knappe sei Glückseligkeit!
Vorlage S. 815
684
MARCIUS.
Vorlage S. 815
685
Dir helfend,
Vorlage S. 815
686
Wie ihrem teu'rsten Liebling! Lebe wohl!
Vorlage S. 815
687
Geht ab.
Vorlage S. 815
688
TITUS.
Vorlage S. 815
689
Ruhmwürd'ger Marcius! –
Vorlage S. 815
690
Geh du, blas' auf dem Marktplatz die Trompete,
Vorlage S. 815
691
Und ruf der Stadt Beamte dort zusammen,
Vorlage S. 815
692
Dass sie vernehmen unsern Willen. Fort!
Vorlage S. 815
693
Ab.
Vorlage S. 815
694
Sechste Szene
Vorlage S. 815
695
Cominius und sein Heer auf dem Rückzuge.
Vorlage S. 815
696
COMINIUS.
Vorlage S. 815
697
Erfrischt euch, Freunde! Gut gekämpft! Wir hielten
Vorlage S. 815
698
Wie Römer uns: nicht tollkühn dreist im Stehn,
Vorlage S. 815
699
Noch feig im Rückzug. Auf mein Wort, ihr Krieger,
Vorlage S. 815
700
Der Angriff wird erneut. Indem wir kämpften,
Vorlage S. 815
701
Erklang, vom Wind geführt, in Zwischenräumen
Vorlage S. 815
702
Der Freunde Schlachtruf. Oh! ihr Götter Roms!
Vorlage S. 815
703
Führt sie zu Ruhm und Sieg, so wie uns selbst,
Vorlage S. 815
704
Dass unsre Heere, lächelnd sich begegnend,
Vorlage S. 816
705
Euch dankbar Opfer bringen!
Vorlage S. 816
706
Ein Bote tritt auf.
Vorlage S. 816
707
Deine Botschaft?
Vorlage S. 816
708
BOTE.
Vorlage S. 816
709
Die Mannschaft von Corioli brach aus
Vorlage S. 816
710
Und fiel den Marcius und den Lartius an;
Vorlage S. 816
711
Ich sah die Unsern zu den Schanzen fliehn,
Vorlage S. 816
712
Da eilt' ich fort.
Vorlage S. 816
713
COMINIUS.
Vorlage S. 816
714
Mich dünkt, sprichst du auch wahr,
Vorlage S. 816
715
So sprichst du doch nicht gut. Wie lang' ist's her?
Vorlage S. 816
716
BOTE.
Vorlage S. 816
717
Mehr als 'ne Stunde, Herr.
Vorlage S. 816
718
COMINIUS.
Vorlage S. 816
719
's ist keine Meil', wir hörten noch die Trommeln.
Vorlage S. 816
720
Wie – gingst du eine Stund' auf diese Meile?
Vorlage S. 816
721
Und bringst so spät Bericht?
Vorlage S. 816
722
BOTE.
Vorlage S. 816
723
Der Volsker Späher
Vorlage S. 816
724
Verfolgten mich, so lief ich einen Umweg
Vorlage S. 816
725
Von drei, vier Meilen; sonst bekamt Ihr, Herr,
Vorlage S. 816
726
Vor einer halben Stunde schon die Botschaft.
Vorlage S. 816
727
Marcius tritt auf.
Vorlage S. 816
728
COMINIUS.
Vorlage S. 816
729
Doch, wer ist jener,
Vorlage S. 816
730
Der aussieht wie geschunden? Oh! ihr Götter!
Vorlage S. 816
731
Er trägt des Marcius Bildung, und schon sonst
Vorlage S. 816
732
Hab' ich ihn so gesehn.
Vorlage S. 816
733
MARCIUS.
Vorlage S. 816
734
Komm' ich zu spät?
Vorlage S. 816
735
COMINIUS.
Vorlage S. 816
736
Der Schäfer unterscheidet nicht so gut
Vorlage S. 816
737
Schalmei und Donner, wie ich Marcius' Stimme
Vorlage S. 816
738
Von jedem schwächern Laut.
Vorlage S. 816
739
MARCIUS.
Vorlage S. 816
740
Komm' ich zu spät?
Vorlage S. 816
741
COMINIUS.
Vorlage S. 816
742
Ja, wenn du nicht in fremdem Blut gekleidet,
Vorlage S. 816
743
Im eignen kommst.
Vorlage S. 816
744
MARCIUS.
Vorlage S. 816
745
Oh! lasst mich Euch umschlingen
Vorlage S. 816
746
Mit kräft'gen Armen, wie als Bräutigam,
Vorlage S. 816
747
Mit freud'gem Herzen, wie am Hochzeitstag,
Vorlage S. 816
748
Als Kerzen mir zu Bett geleuchtet!
Vorlage S. 816
749
COMINIUS.
Vorlage S. 816
750
Oh!
Vorlage S. 816
751
Mein Kriegesheld, wie geht's dem Titus Lartius?
Vorlage S. 816
752
MARCIUS.
Vorlage S. 816
753
Wie einem, der geschäftig Urteil spricht,
Vorlage S. 817
754
Zum Tode den verdammt, den zur Verbannung,
Vorlage S. 817
755
Den frei lässt, den beklagt, dem andern droht.
Vorlage S. 817
756
Er hält Corioli im Namen Roms,
Vorlage S. 817
757
So wie ein schmeichelnd Windspiel, an der Leine,
Vorlage S. 817
758
Die er nach Willkür löst.
Vorlage S. 817
759
COMINIUS.
Vorlage S. 817
760
Wo ist der Sklav',
Vorlage S. 817
761
Der sprach, sie schlügen Euch zurück ins Lager?
Vorlage S. 817
762
Wo ist er? Ruft ihn her!
Vorlage S. 817
763
MARCIUS.
Vorlage S. 817
764
Nein, lasst ihn nur!
Vorlage S. 817
765
Die Wahrheit sprach er; doch die edlen Herrn,
Vorlage S. 817
766
Das niedre Volk (verdammt! für sie Tribunen), –
Vorlage S. 817
767
Die Maus läuft vor der Katze nicht, wie sie
Vorlage S. 817
768
Vor Schuften rannten, schlechter als sie selbst.
Vorlage S. 817
769
COMINIUS.
Vorlage S. 817
770
Wie aber drangt Ihr durch?
Vorlage S. 817
771
MARCIUS.
Vorlage S. 817
772
Ist zum Erzählen Zeit? Ich denke nicht. –
Vorlage S. 817
773
Wo ist der Feind? Seid Ihr des Feldes Herr?
Vorlage S. 817
774
Wo nicht, was ruht Ihr, bis Ihr's seid?
Vorlage S. 817
775
COMINIUS.
Vorlage S. 817
776
O Marcius!
Vorlage S. 817
777
Wir fochten mit Verlust und zogen uns
Vorlage S. 817
778
Zurück, den Vorteil zu erspähn.
Vorlage S. 817
779
MARCIUS.
Vorlage S. 817
780
Wie steht ihr Heer? Wisst Ihr, auf welcher Seite
Vorlage S. 817
781
Die beste Mannschaft ist?
Vorlage S. 817
782
COMINIUS.
Vorlage S. 817
783
Ich glaube, Marcius,
Vorlage S. 817
784
Im Vordertreffen kämpfen die Antiaten,
Vorlage S. 817
785
Ihr bestes Volk; Aufidius führt sie an,
Vorlage S. 817
786
Der ihrer Hoffnung Seel' und Herz.
Vorlage S. 817
787
MARCIUS.
Vorlage S. 817
Historische Darstellung von William Shakespeare
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗
788
Ich bitt' dich,
Vorlage S. 817
789
Bei jeder Schlacht, in der vereint wir fochten,
Vorlage S. 817
790
Bei dem vereint vergoßnen Blut, den Schwüren,
Vorlage S. 817
791
Uns ewig treu zu lieben: stell' mich grade
Vorlage S. 817
792
Vor die Antiaten und Aufidius hin;
Vorlage S. 817
793
Und säumt nicht länger! Nein, im Augenblick
Vorlage S. 817
794
Erfülle Speer- und Schwertgetön die Luft,
Vorlage S. 817
795
Und proben wir die Stunde!
Vorlage S. 817
796
COMINIUS.
Vorlage S. 817
797
Wünscht'ich gleich,
Vorlage S. 817
798
Du würdest in ein laues Bad geführt,
Vorlage S. 817
799
Dir Balsam aufgelegt: doch wag' ich nie,
Vorlage S. 817
800
Dir etwas zu verweigern. Wähl' dir selbst
Vorlage S. 818
801
Für diesen Kampf die Besten!
Vorlage S. 818
802
MARCIUS.
Vorlage S. 818
803
Das sind nur
Vorlage S. 818
804
Die Willigsten. Ist irgendeiner hier
Vorlage S. 818
805
Und Sünde wär's, zu zweifeln), dem die Schminke
Vorlage S. 818
806
Gefällt, mit der er hier mich sieht gemalt,
Vorlage S. 818
807
Der üblen Ruf mehr fürchtet als den Tod,
Vorlage S. 818
808
Und schön zu sterben wählt statt schlechten Lebens,
Vorlage S. 818
809
Sein Vaterland mehr als sich selber liebt:
Vorlage S. 818
810
Wer so gesinnt, ob einer oder viele,
Vorlage S. 818
811
Der schwing' die Hand, um mir sein Ja zu sagen,
Vorlage S. 818
812
Und folge Marcius!
Vorlage S. 818
813
Alle jauchzen, schwingen die Schwerter, drängen sich um ihn und heben ihn auf ihren Armen empor.
Vorlage S. 818
814
Wie? Alle eins? Macht ihr ein Schwert aus mir?
Vorlage S. 818
815
Ist dies kein äußrer Schein, wer von euch allen
Vorlage S. 818
816
Ist nicht vier Volsker wert? Ein jeder kann
Vorlage S. 818
817
Aufidius einen Schild entgegen tragen,
Vorlage S. 818
818
So hart wie seiner. Eine Anzahl nur,
Vorlage S. 818
819
Dank' ich schon allen, wähl' ich: und den andern
Vorlage S. 818
820
Spar' ich die Arbeit für den nächsten Kampf,
Vorlage S. 818
821
Wie er sich bieten mag. Voran, ihr Freunde!
Vorlage S. 818
822
Vier meiner Leute mögen die erwählen,
Vorlage S. 818
823
Die mir am liebsten folgen.
Vorlage S. 818
824
COMINIUS.
Vorlage S. 818
825
Kommt, Gefährten:
Vorlage S. 818
826
Beweist, dass ihr nicht prahltet, und ihr sollt
Vorlage S. 818
827
Uns gleich in allem sein.
Vorlage S. 818
828
Alle ab.
Vorlage S. 818
829
Siebente Szene
Vorlage S. 818
830
Titus Lartius, eine Besatzung in Corioli zurücklassend, geht dem Marcius und Cominius mit Trommeln und Trompeten entgegen; ihm folgt ein Anführer mit Kriegern.
Vorlage S. 818
831
TITUS.
Vorlage S. 818
832
Besetzt die Tore wohl, tut Eure Pflicht,
Vorlage S. 818
833
Wie ich's Euch vorschrieb! Send' ich, schickt zur Hülfe
Vorlage S. 818
834
Uns die Centurien nach; der Rest genügt
Vorlage S. 819
835
Für kurze Deckung. Geht die Schlacht verloren,
Vorlage S. 819
836
So bleibt die Stadt uns doch nicht.
Vorlage S. 819
837
ANFÜHRER.
Vorlage S. 819
838
Traut auf uns!
Vorlage S. 819
839
TITUS.
Vorlage S. 819
840
Fort! und verschließet hinter uns die Tore!
Vorlage S. 819
841
Du, Bote, komm; führ' uns ins röm'sche Lager!
Vorlage S. 819
842
Alle ab.
Vorlage S. 819
843
Achte Szene
Vorlage S. 819
844
Kriegsgeschrei. Marcius und Aufidius, die einander begegnen.
Vorlage S. 819
845
MARCIUS.
Vorlage S. 819
846
Mit dir nur will ich kämpfen! denn dich hass' ich
Vorlage S. 819
847
Mehr als den Meineid.
Vorlage S. 819
848
AUFIDIUS.
Vorlage S. 819
849
Ja, so hass' ich dich.
Vorlage S. 819
850
Mir ist kein Drache Afrikas so greulich
Vorlage S. 819
851
Und giftig wie dein Ruhm. Setz' deinen Fuß!
Vorlage S. 819
852
MARCIUS.
Vorlage S. 819
853
Wer weicht, soll sterben als des andern Sklave,
Vorlage S. 819
854
Dann richten ihn die Götter!
Vorlage S. 819
855
AUFIDIUS.
Vorlage S. 819
856
Flieh' ich, Marcius,
Vorlage S. 819
857
So hetz' mich gleich dem Hasen!
Vorlage S. 819
858
MARCIUS.
Vorlage S. 819
859
Noch vor drei Stunden, Tullus,
Vorlage S. 819
860
Focht ich allein in eurer Stadt Corioli
Vorlage S. 819
861
Und hauste ganz nach Willkür. Nicht mein Blut
Vorlage S. 819
862
Hat so mich übertüncht; drum spann' die Kraft
Vorlage S. 819
863
Aufs höchste, dich zu rächen!
Vorlage S. 819
864
AUFIDIUS.
Vorlage S. 819
865
Wärst du Hektor,
Vorlage S. 819
866
Die Geißel eurer prahlerischen Ahnen,
Vorlage S. 819
867
Du kämst mir nicht von hier!
Vorlage S. 819
868
Sie fechten; einige Volsker kommen dem Aufidius zu Hülfe.
Vorlage S. 819
869
Dienstwillig, und nicht tapfer! Ihr beschimpft mich
Vorlage S. 819
870
Durch so verhaßten Beistand.
Vorlage S. 819
871
Alle fechtend ab.
Vorlage S. 819
872
Neunte Szene
Vorlage S. 820
873
Man bläst zum Rückzug; Trompeten. Von einer Seite tritt auf Cominius mit seinem Heer, von der andern Marcius, den Arm in der Binde, und andre Römer.
Vorlage S. 820
874
COMINIUS.
Vorlage S. 820
875
Erzählt' ich dir dein Werk des heut'gen Tages,
Vorlage S. 820
876
Du glaubtest nicht dein Tun; doch will ich's melden,
Vorlage S. 820
877
Wo Senatoren Trän' und Lächeln mischen,
Vorlage S. 820
878
Wo die Patrizier horchen und erbeben,
Vorlage S. 820
879
Zuletzt bewundern; wo sich Frau'n entsetzen
Vorlage S. 820
880
Und, froh erschreckt, mehr hören; wo der plumpe
Vorlage S. 820
881
Tribun, der, dem Plebejer gleich, dich haßt,
Vorlage S. 820
882
Ausruft, dem eignen Groll zum Trotz: »Dank, Götter,
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883
Dass unserm Rom ihr solche Helden schenktet!«
Vorlage S. 820
884
Doch kamst du nur zum Nachtisch dieses Festes,
Vorlage S. 820
885
Vorher schon vollgesättigt.
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886
Titus Lartius kommt mit seinen Kriegern.
Vorlage S. 820
887
TITUS.
Vorlage S. 820
888
O mein Feldherr!
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889
Hier ist das Streitroß, wir sind das Geschirr.
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890
Hätt'st du gesehn –
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891
MARCIUS.
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892
Still, bitt' ich. Meine Mutter,
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893
Die einen Freibrief hat, ihr Blut zu preisen,
Vorlage S. 820
894
Kränkt mich, wenn sie mich rühmt. Ich tat ja nur,
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895
Was ihr: das ist, so viel ich kann, erregt,
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896
Wie ihr es waret, für mein Vaterland.
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897
Wer heut den guten Willen nur erfüllte,
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898
Hat meine Taten überholt.
Vorlage S. 820
899
COMINIUS.
Vorlage S. 820
900
Nicht darfst du
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901
Das Grab sein deines Werts. Rom muss erkennen
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902
Wie köstlich sein Besitz. Es war' ein Hehl,
Vorlage S. 820
903
Ärger als Raub, nicht minder als Verrat,
Vorlage S. 820
904
Zu decken deine Tat, von dem zu schweigen,
Vorlage S. 820
905
Was durch des Preises höchsten Flug erhoben,
Vorlage S. 820
906
Bescheiden noch sich zeigt. Drum bitt' ich dich,
Vorlage S. 820
907
Zum Zeichen, was du bist, und nicht als Lohn
Vorlage S. 820
908
Für all dein Tun, lass vor dem Heer mich reden!
Vorlage S. 820
909
MARCIUS.
Vorlage S. 820
910
Ich hab' so Wunden hier und da, die schmerzt es,
Vorlage S. 820
911
Sich so erwähnt zu hören.
Vorlage S. 820
912
COMINIUS.
Vorlage S. 820
913
Geschäh's nicht,
Vorlage S. 821
914
Der Undank müsste sie zum Schwären bringen
Vorlage S. 821
915
Und bis zum Tod verpesten. Von den Pferden
Vorlage S. 821
916
(Wir fingen viel und treffliche) und allen
Vorlage S. 821
917
Den Schätzen, in der Stadt, im Feld erbeutet,
Vorlage S. 821
918
Sei dir der zehnte Teil, ihn auszusuchen
Vorlage S. 821
919
Noch vor der allgemeinen Teilung, ganz
Vorlage S. 821
920
Nach deiner eignen Wahl.
Vorlage S. 821
921
MARCIUS.
Vorlage S. 821
922
Ich dank' dir, Feldherr;
Vorlage S. 821
923
Doch sträubt mein Herz sich, einen Lohn zu nehmen
Vorlage S. 821
924
Als Zahlung meines Schwerts. Ich schlag' es aus
Vorlage S. 821
925
Und will nur so viel aus gemeiner Teilung
Vorlage S. 821
926
Wie alle, die nur ansahn, was geschah.
Vorlage S. 821
927
Ein langer Trompetenstoß. Alle rufen: »Marcius! Marcius!«, werfen Mützen und Speere in die Höhe.
Vorlage S. 821
928
Dass die Drommeten, die ihr so entweiht,
Vorlage S. 821
929
Nie wieder tönen! Wenn Posaun' und Trommel
Vorlage S. 821
930
Im Lager Schmeichler sind, mag Hof und Stadt
Vorlage S. 821
931
Ganz Lüge sein und Gleisnerei. Wird Stahl
Vorlage S. 821
932
Weich wie Schmarotzerseide, bleibe Erz
Vorlage S. 821
933
Kein Schirm im Kriege mehr! Genug, sag' ich. –
Vorlage S. 821
934
Weil ich die blut'ge Nase mir nicht wusch
Vorlage S. 821
935
Und einen Schwächling niederwarf, was mancher
Vorlage S. 821
936
Hier unbemerkt getan, schreit ihr mich aus
Vorlage S. 821
937
Mit übertriebnem, unverständ'gem Zuruf,
Vorlage S. 821
938
Als säh' ich gern mein kleines Selbst gefüttert
Vorlage S. 821
939
Mit Lob, gewürzt durch Lügen.
Vorlage S. 821
940
COMINIUS.
Vorlage S. 821
941
Zu bescheiden!
Vorlage S. 821
942
Ihr seid mehr grausam eignem Ruhm, als dankbar
Vorlage S. 821
943
Uns, die ihn redlich spenden; drum erlaubt:
Vorlage S. 821
944
Wenn gegen Euch Ihr wütet, legen wir
Vorlage S. 821
945
(Wie einen, der sich schadet) Euch in Fesseln,
Vorlage S. 821
946
Und sprechen sichrer dann. Drum sei es kund,
Vorlage S. 821
947
Wie uns, der ganzen Welt, dass Cajus Marcius
Vorlage S. 821
948
Des Krieges Kranz erwarb. Und des zum Zeichen
Vorlage S. 821
949
Nehm' er mein edles Roß, bekannt dem Lager,
Vorlage S. 821
950
Mit allem Schmuck; und heiß' er von heut an,
Vorlage S. 821
951
Für das, was vor Corioli er tat,
Vorlage S. 822
952
Mit vollem Beifallsruf des ganzen Heeres:
Vorlage S. 822
953
Cajus Marcius Coriolanus. – Führe
Vorlage S. 822
954
Den zugefügten Namen allezeit edel!
Vorlage S. 822
955
Trompetenstoß.
Vorlage S. 822
956
ALLE.
Vorlage S. 822
957
Cajus Marcius Coriolanus!
Vorlage S. 822
958
CORIOLANUS.
Vorlage S. 822
959
Ich geh', um mich zu waschen;
Vorlage S. 822
960
Und ist mein Antlitz rein, so könnt Ihr sehn,
Vorlage S. 822
961
Ob ich erröte. Wie's auch sei, ich dank' Euch:
Vorlage S. 822
962
Ich denk' Eu'r Pferd zu reiten, und allzeit
Vorlage S. 822
963
Mich wert des edlen Namenschmucks zu zeigen
Vorlage S. 822
964
Nach meiner besten Kraft.
Vorlage S. 822
965
COMINIUS.
Vorlage S. 822
966
Nun zu den Zelten,
Vorlage S. 822
967
Wo, eh' wir noch geruht, wir schreiben wollen
Vorlage S. 822
968
Nach Rom von unserm Glück. Ihr, Titus Lartius,
Vorlage S. 822
969
Müsst nach Corioli. Schickt uns nach Rom
Vorlage S. 822
970
Die Führer, dass wir dort mit ihnen handeln
Vorlage S. 822
971
Um ihr und unser Wohl.
Vorlage S. 822
972
TITUS.
Vorlage S. 822
973
Ich tu' es, Feldherr.
Vorlage S. 822
974
CORIOLANUS.
Vorlage S. 822
975
Die Götter spotten mein. Kaum schlug ich aus
Vorlage S. 822
976
Höchst fürstliche Geschenk', und muss nun betteln
Vorlage S. 822
977
Bei meinem Feldherrn.
Vorlage S. 822
978
COMINIUS.
Vorlage S. 822
979
Was es sei: gewährt!
Vorlage S. 822
980
CORIOLANUS.
Vorlage S. 822
981
Ich wohnt' einmal hier in Corioli
Vorlage S. 822
982
Bei einem armen Mann, er war mir freundlich;
Vorlage S. 822
983
Er rief mich an: ich sah ihn als Gefangnen;
Vorlage S. 822
984
Doch da hatt' ich Aufidius im Gesicht,
Vorlage S. 822
985
Und Wut besiegte Mitleid. Gebt, ich bitte,
Vorlage S. 822
986
Frei meinen armen Wirt!
Vorlage S. 822
987
COMINIUS.
Vorlage S. 822
988
O schöne Bitte!
Vorlage S. 822
989
Wär' er der Schlächter meines Sohns, er sollte
Vorlage S. 822
990
Frei sein, so wie der Wind. Entlasst ihn, Titus!
Vorlage S. 822
991
TITUS.
Vorlage S. 822
992
Marcius, sein Nam'?
Vorlage S. 822
993
CORIOLANUS.
Vorlage S. 822
994
Bei Jupiter! vergessen!
Vorlage S. 822
995
Ich bin erschöpft. – Ja – mein Gedächtnis schwindet.
Vorlage S. 822
996
Ist hier nicht Wein?
Vorlage S. 822
997
COMINIUS.
Vorlage S. 822
998
Gehn wir zu unsem Zelten!
Vorlage S. 823
999
Das Blut auf Eurem Antlitz trocknet. Schnell
Vorlage S. 823
1000
Müsst Ihr verbunden werden. Kommt!
Vorlage S. 823
1001
Alle ab.
Vorlage S. 823
1002
Zehnte Szene
Vorlage S. 823
1003
Trompetenstoß. Tullus Aufidius tritt auf, blutend, zwei Krieger mit ihm.
Vorlage S. 823
1004
AUFIDIUS.
Vorlage S. 823
1005
Die Stadt ist eingenommen.
Vorlage S. 823
1006
ERSTER KRIEGER.
Vorlage S. 823
1007
Sie geben auf Bedingung sie zurück.
Vorlage S. 823
1008
AUFIDIUS.
Vorlage S. 823
1009
Bedingung! –
Vorlage S. 823
1010
Ich wollt', ich wär' ein Römer, denn als Volsker
Vorlage S. 823
1011
Kann ich nicht sein das, was ich bin. – Bedingung! –
Vorlage S. 823
1012
Was für Bedingung kann wohl der erwarten,
Vorlage S. 823
1013
Der sich auf Gnad' ergab? Marcius, fünfmal
Vorlage S. 823
1014
Focht ich mit dir, so oft auch schlugst du mich,
Vorlage S. 823
1015
Und wirst es, denk' ich, treffen wir uns auch,
Vorlage S. 823
1016
So oft wir speisen. – Bei den Elementen!
Vorlage S. 823
1017
Wenn ich je wieder, Bart an Bart, ihm stehe,
Vorlage S. 823
1018
Muss ich ihn ganz, muss er mich ganz vernichten;
Vorlage S. 823
1019
Nicht mehr, wie sonst, ist ehrenvoll mein Neid;
Vorlage S. 823
1020
Denn, dacht' ich ihn mit gleicher Kraft zu tilgen,
Vorlage S. 823
1021
Ehrlich im Kampf, hau' ich ihn jetzt, wie's kommt;
Vorlage S. 823
1022
Wut oder List vernicht' ihn!
Vorlage S. 823
1023
ERSTER KRIEGER.
Vorlage S. 823
1024
Teufel ist er.
Vorlage S. 823
1025
AUFIDIUS.
Vorlage S. 823
1026
Kühner, doch nicht so schlau. Vergiftet ist
Vorlage S. 823
1027
Mein Mut, weil er von ihm den Flecken duldet,
Vorlage S. 823
1028
Verleugnet eignen Wert. Nicht Schlaf noch Tempel,
Vorlage S. 823
1029
Ob nackt, ob krank; nicht Kapitol noch Altar,
Vorlage S. 823
1030
Der Priester Beten, noch des Opfers Stunde,
Vorlage S. 823
1031
Vor denen jede Wut sich legt, erheben
Vorlage S. 823
1032
Ihr abgenutztes Vorrecht gegen mich
Vorlage S. 823
1033
Und meinen Haß auf ihn: Wo ich ihn finde,
Vorlage S. 823
1034
Daheim, in meines Bruders Schutz, selbst da,
Vorlage S. 823
1035
Dem gastlichen Gebot zuwider, wüsch' ich
Vorlage S. 823
1036
Die wilde Hand in seinem Herzblut. Geht, –
Vorlage S. 823
1037
Erforscht, wie man die Stadt bewahrt, und wer
Vorlage S. 824
1038
Als Geisel muss nach Rom.
Vorlage S. 824
1039
ERSTER KRIEGER.
Vorlage S. 824
1040
Wollt Ihr nicht gehn?
Vorlage S. 824
1041
AUFIDIUS.
Vorlage S. 824
1042
Man wartet meiner im Zypressenwald,
Vorlage S. 824
1043
Südwärts der Mühlen; dahin bringt mir Nachricht,
Vorlage S. 824
1044
Wie die Welt geht, dass ich nach ihrem Schritt
Vorlage S. 824
1045
Ansporne meinen Lauf.
Vorlage S. 824
1046
ERSTER KRIEGER.
Vorlage S. 824
1047
Das will ich, Herr.
Vorlage S. 824
1048
Alle ab.
Vorlage S. 824

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Roms Senatoren sind der gute Bauch, Ihr die empörten Glieder; denn erwägt Ihr Müh'n, ihr Sorgen; wohl bedenkt, was alles Des Staates Vorteil heischt: so seht ihr ein, Kein […] Gut, was ihr empfangt, Das nicht entsprang und kam zu euch von ihnen, Durchaus nicht von euch selbst.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Weil ich das Vorratshaus, die Werkstatt bin«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich etwas, das trotz eines Gegengrunds gilt? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Wie! – Ihr sitzt hier und näht? – Ein artiges Vergnügen, das muss ich gestehn. – Was macht Euer kleiner Sohn?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Säh'n, hörten, sprächen, dächten, gingen, fühlten« B: »Der schwing' die Hand, um mir sein Ja zu sagen,« C: »Im Kampf den Griechenschwertern. – Sagt Valerien,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Mein Mut, weil er von ihm den Flecken duldet,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Säh'n, hörten, sprächen, dächten, gingen, fühlten«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Säh'n, hörten, sprächen, dächten, gingen, fühlten« und »Mein Mut, weil er von ihm den Flecken duldet,«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Aber wäre er nun in der Schlacht geblieben, teure Mutter, wie dann?«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Ehe wir irgend weiter gehn, hört mich sprechen!«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Im Ernst, es ist wahr; ich hörte einen Senator davon erzählen.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Wie die Welt geht, dass ich nach ihrem Schritt«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Coriolanus

William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 4, Herausgegeben von Anselm Schlösser. Berlin: Aufbau, 1975. Shakespeare, William 798- Berlin

Das Werk Coriolanus von Shakespeare, William ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Englischer Originaltext in der digitalen Project-Gutenberg-Ausgabe. Die Vorlage nennt keine historische Druckausgabe. Unterschiedliche Bühnenfassungen, Szenenteilungen und historische Übersetzungen können voneinander abweichen. Keine Behauptung einer Erstfassung oder zeilengetreuen Entsprechung. Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion dieser Quelle bleiben erhalten; nur HTML-Layout wird in Lesetext übertragen.

William Shakespeare: Coriolanus. Project Gutenberg eBook 1535. Originalsprache Englisch; digitale Quelle unverändert archiviert.

Autorschaft und Ausgabe: William Shakespeare

Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.