Schaktas erinnert sich an seine Liebe zu Atala und an die gemeinsame Flucht durch Nordamerika. Religiöse Bindung, Naturbilder und die Spannung zwischen Liebe und Entsagung bestimmen die tragische Erzählung.
ErzählungKlasse 11–137 Abschnitte
Die Grablegung Atalas – Gemälde von Anne-Louis Girodet nach Chateaubriands Erzählung. · Anne-Louis Girodet · Public domain Bildquelle ↗
Deutsche Übersetzung: Andechs, Maria von (Maria von Lütgendorff-Leinburg)
Hinweise für den Unterricht
Historische gesellschaftliche und religiöse Vorstellungen sowie stereotype Darstellungen kritisch einordnen. Die Klassenangabe ist redaktionelle Orientierung.
Die Erzählung enthält zeitgebundene koloniale und religiöse Perspektiven, keine sachliche Darstellung heutiger indigener Gesellschaften.
Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.
✎TextarbeitMarkieren, zitieren, vergleichen und eigene Gedanken festhalten
Wähle eine Textstelle aus oder klicke einen Absatz an. Deine Notizen und freien Antworten bleiben auf deinem Gerät.
Meine Textsammlung
Auf gemeinsam genutzten Geräten kannst du deine Arbeit exportieren und anschließend löschen. Kontopunkte aus dem Quiz werden dabei nicht gelöscht.
Frankreich besaß ehemals in Nordamerika ein weites Gebiet, welches sich von Labrador bis hin zu den Floriden, und von den Gestaden des atlantischen Meers bis zu den fernen Seen des oberen Canada erstreckte.
Vier mächtige Ströme, welche in einem und demselben Gebirge entspringen, theilten diesen ungeheueren Landstrich in kleinere Gebiete: der St. Lorenzstrom, der sich gegen Morgen zu in den Meerbusen dieses Namens verliert; dann der Westfluß, der seine Fluten unbekannten Gewässern zuführt; der Fluss Bourbon, der von Süden gegen Norden fließt und sich in die Hudsonsbay ergießt, und der Meschacebe 1 , der sich von Norden nach Süden hinabwälzt und sich dann in den mexikanischen Meerbusen stürzt.
Dieser letztere Strom bewässert in einem Lauf von vielen Hunderten von Meilen wahrhaft himmlische Gegenden, welche die Nordamerikaner das »neue Paradies« nennen, und denen die Franzosen den lieblichen Namen Louisiana gegeben haben. Zahllose andre Ströme, Nebenflüsse des Meschacebe, wie der Missouri, der Illinois, der Akansa, der Ohio, der Wabache und der Tenessee, düngen dieses Gebiet mit ihrem Schlamm und befruchten es mit dem Ueberfluß ihrer Gewässer. Wenn all diese Ströme von den Regengüssen der Winterzeit angeschwollen sind, wenn die rasenden Orkane oft ganze Strecken von Waldungen umgestürzt haben, dann sammeln sich die entwurzelten Riesenstämme da und dort an den Waldbächen. Bald deckt sie der Schlamm zu mit seinem flüssigen Kitt, die Lianen umschlingen sie, und neue Pflanzen, die ringsumher Wurzel schlagen, tragen dazu bei, den Schwall all dieser Reste des Urwalds mächtiger und mächtiger emporzuthürmen. Endlich wieder losgespült, und davon getragen durch die reißenden Gewässer, treiben sie dem Bett des königlichen Meschacebe zu. Dieser bemächtigt sich ihrer, stößt sie gegen den mexikanischen Meerbusen, setzt sie auf den Sandbänken ab und vermehrt so die Zahl seiner Mündungen. Bisweilen erhebt er seine Stimme, wenn er unter den Bergen dahinrauscht, und breitet seine überschäumenden Fluten unter den wölbigen Säulengängen der Wälder und unter den Pyramiden der indischen Gräber aus; er ist der Nil dieser Wildnisse.
Bei Ansichten der Natur ist jedoch neben der Pracht und Größe stets die Anmuth und Lieblichkeit zu finden. Während der mittlere Strom die Leichen der Fichten und Eichen dem Meer zuwälzt, gewahrt man auf den beiden Seitenströmungen längs den Ufern schwimmende Inseln von Muschelblumen und gelben Seerosen, deren zartes Blüthenblatt gleich den Wimpeln eines Mastes in der Luft schwankt. Grüne Schlangen, blaue Reiher, rosenfarbige Flamingos, kleine Krokodile schiffen sich auf diesen Blumenfahrzeugen ein, und die Kolonie, die goldenen Segel gebläht von einem sanften Luftzug, langt schlafend in irgend einer zurückgezogenen Bucht des Stromes an.
Die beiden Gestade des Meschacebe gewähren den eigenthümlichsten Anblick von der Welt. Am westlichen nämlich ziehen sich unabsehliche Wiesen, die üppigen Sawannas der amerikanischen Wildniß, hin; ihre grünen, sanftgeschwungenen Linien scheinen am Ende mit dem Blau des Himmels zusammenzuschmelzen, in dem sie verschwinden.
Oft grasen und weiden auf diesen unendlichen Prairien wilde Ochsen zu Tausenden umher. Dann und wann bricht ein schwimmender Bison, sichtbar hochbejahrt und eisgrau von Haar und Mähne, durch die Stromflut, und stürzt sich dann ins hohe Gras einer Insel des Meschacebe. Beim Anblick seiner mit zwei Halbmonden geschmückten Stirne, und seines schlammigen Bartes möchte man ihn für den Gott des Stromes halten, der einen zufriednen Blick auf die unabsehbare Fläche seiner Gewässer und die wilde Ueppigkeit seiner Gestade wirft.
Dies ist das Schauspiel, welches der westliche Strand gewährt; ein durchaus anderes Bild hingegen zeigen dem Auge die Urwaldswildnisse des östlichen Stromufers und stehen mit dem ersten im bewundernswürdigsten Kontraste. Bäume von allen Gestalten, Farben und Blüthengerüchen, die in die Flut hinunterhangen, und bald als liebliche Landschaftsbilder auf Felsen und Bergen beisammen, bald einzeln da und dort im Thale stehn, ranken sich wild durch einander, wachsen zusammen, und erheben sich oft zu einer augenermüdenden Höhe. Wilde Reben und Coloquinten umschlingen einander am Fuß der Bäume, erreichen ihre Aeste, klimmen bis ans äußerste Ende der Zweige hinaus, schwingen sich vom Ahorn zum Tulpenbaum hinüber, vom Tulpenbaum zur Rosenesche, und bringen so zahllose grüne Gehege, Lauben und Gewölbe hervor. Oft schlingen die sich von Baum zu Baum rankenden Lianen ihre Zweige selbst übers Gewässer der Waldbäche, und bauen so förmliche Blumenbrücken darüber hin. Aus der Nacht dieses Dickichts erhebt sich die Waldmagnolia gleich einem unbeweglichen Pfeiler; von ihren breiten, schneeigen Rosen überdeckt, hat sie keine andere Nebenbuhlerin, als die Palme, deren grüne Fächer sich im Blau der Lüfte wiegen.
Eine Unzahl von Thieren, mit denen die Hand des Schöpfers diese einsamen Gegenden bevölkert hat, verbreiten darin Anmuth und Leben. Am Saum des Waldes bemerkt man Bären, die, vom Traubensaft trunken, unter den Zweigen der Ulmen taumeln; Karibus baden sich im See; schwarze Eichhörnchen spielen im Dickicht des Laubwerks; Spottvögel, Tauben, nicht größer als Sperlinge, schweben sanften Flugs auf den Rasen herab, roth von der Pracht des schönsten Erdbeerschlags; hellgrüne Papageien mit gelbem Kopf, purpurfarbene Spechte, feuerfarbige Cardinäle umkreisen die Wipfel der Cypressen; Kolibris funkeln auf dem Jasmin von Florida, und die Vogelfängerschlangen zischen, von dem laubigen Gezweige herunterhangend und gleich Lianen hin- und herschwankend.
Während drüben im wogenden Grasmeer der Sawannen gewöhnlich Ruhe und Schweigen brüten, ist dagegen dieser östliche Strand eine Welt voll Leben, voll bunten Gewühls und Getöses: das Geklopf des Schnabels an dem Rumpf der Eichen, der Tritt der Thiere, die, indem sie den Wald durchschreiten, Fruchtkerne zwischen den Zähnen zermalmen, das Rauschen der Gewässer, Töne, die wie ferne Seufzer klingen, dumpfes Gebrülle, sanftes Gegirr, all das wirkt zusammen in dieser Wildniß mit dem eigenthümlichen Zauber einer zarten und dann doch wieder wilden Harmonie. Wenn jedoch von Zeit zu Zeit ein frischer Wind durch die Einsamkeit dieser Wälder fährt und die schwankenden Körper in Bewegung setzt; wenn er all diese Massen von Weiß, Azurblau, Grün und Rosenroth unter einander mischt, all die zahllosen Farben und Töne durcheinanderwirft und untergehn macht: dann erhebt sich aus der Nacht dieser Waldungen ein solches Getöse, und das Auge erblickt solche Wunder, dass ich sie Denen, welche diese Heimat der Natur noch nie gesehn, zu schildern wohl schwerlich im Stande wäre.
Vorlage S. 28
Kontextbild zum Werk. Die Grablegung Atalas – Gemälde von Anne-Louis Girodet nach Chateaubriands Erzählung. · Anne-Louis Girodet · Public domain Bildquelle ↗
Nach der Entdeckung des Meschacebe durch den Pater Marquette und den unglücklichen Lasalle, schlossen die ersten Franzosen, welche sich am Biloxi und in Neu-Orleans niederließen, ein Bündniß mit den Natsches, einer indianischen Völkerschaft, deren Macht in jenen Gegenden furchtbar war. Streitigkeiten und gegenseitige Eifersucht bespritzten nachmals die gastliche Erde mit Blut. Unter diesen Wilden lebte ein Greis, Namens Schakta 2 , welcher seines hohen Alters, seiner Weisheit und seiner Weltkenntniß wegen der Patriarch und der Liebling dieser Wildnisse war. Wie die Mehrzahl der Menschen, hatte auch er nur durch sein Unglück so hohe Tugenden erkauft. Nicht nur die Wälder der neuen Welt waren voll von seinen traurigen Schicksalen, sie drangen sogar bis herüber an unsere Küsten. Durch eine grausame Ungerechtigkeit zum Bagno in Toulon verurtheilt, dann der Freiheit wiedergegeben, von König Ludwig XIV. persönlich empfangen, hatte er mit all den berühmten Männern dieses Jahrhunderts verkehrt, den Hoffesten von Versailles, den Trauerspielen Racines und den Leichenreden Bossuets beigewohnt; mit einem Worte, der Wilde hatte die Gesellschaft auf dem Gipfelpunkte ihres Glanzes gesehen.
Schakta war seit mehreren Jahren in den Schooß seines Vaterlands heimgekehrt und genoss jetzt der Ruhe. Doch selbst diese Gunst hatt' ihm der Himmel theuer verkauft; der Greis war blind geworden. Ein junges Mädchen war seine Führerin am hügelichten Gestade des Meschacebe, wie einst Antigone den Fuß des Oedipus auf dem Cithäron, wie Malvina den greisen Ossian durch die felsige Wildniß von Morven leitete.
Obgleich ihm die Franzosen so zahlreiche Ungerechtigkeiten angethan, liebte der Greis sie dennoch. Mit gerührtem Herzen gedachte er Fenelons, dessen Gast er in Cambray gewesen war, und wünschte sehnlichst, den Landsleuten dieses edeln Mannes einen Freundschaftsdienst erweisen zu können. Bald bot sich ihm dazu ein guter Anlass. Im Jahr 1725 kam nämlich ein junger Franzose, Namens René, durch heftige Leidenschaften und Unglück aus seinem Vaterland vertrieben, nach Louisiana hinüber. Er schiffte den Meschacebestrom bis zu den Natsches hinauf, und wünschte unter die Krieger dieses Volksstammes aufgenommen zu werden.
Nachdem ihn Schakta hinlänglich ausgeforscht und sich von der Festigkeit seines einmal gefassten Entschlusses überzeugt hatte, nahm er ihn an Sohnesstatt an und gab ihm ein indianisches Mädchen, Namens Celuta, zur Frau. Bald nach dieser Heirat rüsteten sich die Wilden zu einer allgemeinen Biberjagd.
Schakta, obgleich blind, wird von dem Rathe der Saschems 3 zum Anführer des Zugs erwählt, und zwar in Folge der ungemeinen Verehrung, deren er bei den indianischen Stämmen genoss. Die Gebete und Fasten fangen an; die Zauberer legen die Träume aus; man fragt die Manitous um himmlischen Rath; man opfert Petua, man wirft Streifen von Elendthierzungen ins Feuer, und giebt Acht darauf, ob sie in der Flamme knistern, um so den Willen der Genien zu erfahren; endlich, nachdem noch der heilige Hund verzehrt ist, tritt man die Wanderschaft an. René ist mit im Zuge. Mit Hülfe der Gegenströmungen rudern die Piroguen den Meschacebestrom hinauf und gelangen in das Bett des Ohio. Es ist Herbst; die prächtigen Wildnisse von Kentucky tun sich vor den staunenden Blicken des jungen Franzosen auf. In einer schönen Mondnacht, während die Natsches in ihren Piroguen schlafen, und die indianische Flotte mit den Segeln, von Thierhäuten gemacht, beim Wehn eines leisen Windes still stromabwärts fährt, ersucht René, der mit Schakta allein geblieben, den Greis um die Erzählung seiner Geschichte. Der Blinde willfährt ihm, setzt sich zu ihm auf das Hinterteil der Pirogue, und hebt mit folgenden Worten zu erzählen an:
Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.
Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.
Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.
1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Zahllose andre Ströme, Nebenflüsse des Meschacebe, wie der Missouri, der Illinois, der …«
2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Bisweilen erhebt er seine Stimme, wenn er unter den Bergen dahinrauscht, und breitet seine […] Fluten unter den wölbigen Säulengängen der Wälder und unter den Pyramiden der indischen Gräber aus; er ist der Nil dieser Wildnisse.«
3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Nachdem« in diesem Textausschnitt? »Nachdem ihn Schakta hinlänglich ausgeforscht und sich von der Festigkeit seines einmal gefassten Entschlusses überzeugt hatte, nahm er ihn an Sohnesstatt an und gab ihm ein indianisches Mädchen, Namens Celuta, zur Frau.«
6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse.
A: »Karibus baden sich im See; schwarze Eichhörnchen spielen im Dickicht des Laubwerks;«
B: »Bald deckt sie der Schlamm zu mit seinem flüssigen Kitt, die Lianen umschlingen sie, und neue Pflanzen, die ringsumher Wurzel schlagen, tragen dazu bei, den Schwall all dieser Reste des Urwalds mächtiger und mächtiger emporzuthürmen.«
C: »Mit gerührtem Herzen gedachte er Fenelons, dessen Gast er in Cambray gewesen war, und wünschte sehnlichst, den Landsleuten dieses edeln Mannes einen Freundschaftsdienst erweisen zu können.«
7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Unter diesen Wilden lebte ein Greis, Namens Schakta 2 , welcher seines hohen Alters, …«
8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Schakta war seit mehreren Jahren in den Schooß seines Vaterlands […] und genoss jetzt der Ruhe.«
9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »nachdem« in diesem Textausschnitt? »Die Gebete und Fasten fangen an; die Zauberer legen die Träume aus; man fragt die Manitous um himmlischen Rath; man opfert Petua, man wirft Streifen von Elendthierzungen ins Feuer, und giebt Acht darauf, ob sie in der Flamme knistern, um so den Willen der Genien zu erfahren; endlich, nachdem noch der heilige Hund verzehrt ist, tritt man die Wanderschaft an.«
10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Schakta, obgleich blind, wird von dem Rathe der Saschems 3 zum Anführer des …«
2Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte
1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Zahllose andre Ströme, Nebenflüsse des Meschacebe, wie der Missouri, der Illinois, der «. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.
Impulse zur Selbstprüfung
Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.
2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Zahllose andre Ströme, Nebenflüsse des Meschacebe, wie der Missouri, der Illinois, der « und »Hinterteil der Pirogue, und hebt mit folgenden Worten zu erzählen an«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.
Impulse zur Selbstprüfung
Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.
Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »durcheinanderwirft und untergehn macht: dann erhebt sich aus der Nacht dieser Waldungen«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.
Impulse zur Selbstprüfung
Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.
Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
Wirkung als begründete Deutung formuliert
Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
3Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte
Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.
Niveau 1 · Einstieg
1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Frankreich besaß ehemals in Nordamerika ein weites Gebiet, welches sich von Labrador bis hin zu den Floriden, und von den Gestaden des atlantischen Meers bis zu den fernen Seen des oberen Canada erstreckte.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Während drüben im wogenden Grasmeer der Sawannen gewöhnlich Ruhe und Schweigen brüten, ist dagegen dieser östliche Strand eine Welt voll Leben, voll bunten Gewühls und Getöses: das Geklopf des Schnabels an dem Rumpf der Eichen, der Tritt der Thiere, die, indem sie den Wald durchschreiten«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Der Blinde willfährt ihm, setzt sich zu ihm auf das Hinterteil der Pirogue, und hebt mit folgenden Worten zu erzählen an:«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Autor und namentlich belegte historische Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid stellt Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.
Atala
[Chateaubriand, François René, Vicomte de]: Chateaubriands Erzählungen. Übers. v. Maria von Andechs (Baronin von Leinburg, Leipzig und Wien: Bibliographisches Institut, [1855]. Chateaubriand, François René de 27- Leipzig und Wien
Das Werk Atala von Chateaubriand, François René de ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.
Vollständige französische Fassung von Atala nach den Œuvres complètes, Garnier Frères, Paris1861, Band3, mit den historischen Quellennoten. Die Wikisource-Fassung ist an den transkribierten Druckseiten überprüfbar; Autortext und Noten werden unverändert übernommen. Deutsch und Französisch stammen aus unabhängigen historischen Ausgaben. Kapitelgruppen bezeichnen nur die belegte inhaltliche Gliederung, keine Satz- oder Ausgabenidentität.
Chateaubriand, François René de; Französische Wikisource. Wikisource contributors, CC BY-SA4.0.
Autorschaft und Ausgabe: Chateaubriand, François René de
Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.
Welche Änderungen enthält die Lesefassung?
Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.