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Buch - Anatol - Schnitzler, Arthur

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Originalwerk · Lesefassung

Anatol

Schnitzler, Arthur · 1888

Anatol von Schnitzler, Arthur. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 11–139 Abschnitte
Porträt von Schnitzler, Arthur; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Schnitzler, Arthur · Ferdinand Schmutzer · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 9

Die Frage an das Schicksal

1
Die Frage an das Schicksal
Vorlage S. 29
2
Anatol, Max, Cora.
Vorlage S. 29
3
Anatols Zimmer.
Vorlage S. 29
4
MAX.
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5
Wahrhaftig, Anatol, ich beneide dich ...
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6
ANATOL
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7
lächelt.
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8
MAX.
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9
Nun, ich muss dir sagen, ich war erstarrt. Ich habe ja doch bisher das Ganze für ein Märchen gehalten. Wie ich das nun aber sah, ... wie sie vor meinen Augen einschlief ... wie sie tanzte, als du ihr sagtest, sie sei eine Ballerine, und wie sie weinte, als du ihr sagtest, ihr Geliebter sei gestorben, und wie sie einen Verbrecher begnadigte, als du sie zur Königin machtest ...
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10
ANATOL.
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11
Ja, ja.
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12
MAX.
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13
Ich sehe, es steckt ein Zauberer in dir!
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14
ANATOL.
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15
In uns allen.
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16
MAX.
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17
Unheimlich.
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ANATOL.
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19
Das kann ich nicht finden ... Nicht unheimlicher als das Leben selbst. Nicht unheimlicher als vieles, auf das man erst im Laufe der Jahrhunderte gekommen. Wie, glaubst du wohl, war unseren Voreltern zumute, als sie plötzlich hörten, die Erde drehe sich? Sie müssen alle schwindlig geworden sein!
Vorlage S. 29
20
MAX.
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21
Ja ... aber es bezog sich auf alle!
Vorlage S. 29
22
ANATOL.
Vorlage S. 29
23
Und wenn man den Frühling neu entdeckte! ... Man würde auch an ihn nicht glauben! Trotz der grünen Bäume, trotz der blühenden Blumen und trotz der Liebe.
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24
MAX.
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25
Du verirrst dich; all das ist Gefasel. Mit dem Magnetismus ...
Vorlage S. 29
26
ANATOL.
Vorlage S. 29
27
Hypnotismus ...
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28
MAX.
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29
Nein, mit dem ist's ein ander Ding. Nie und nimmer würde ich mich hypnotisieren lassen.
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30
ANATOL.
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31
Kindisch! Was ist daran, wenn ich dich einschlafen heiße, und du legst dich ruhig hin.
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32
MAX.
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33
Ja, und dann sagst du mir: »Sie sind ein Rauchfangkehrer«, und ich steige in den Kamin und werde rußig! ...
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ANATOL.
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35
Nun, das sind ja Scherze ... Das Große an der Sache ist die wissenschaftliche Verwertung. – Aber ach, allzuweit sind wir ja doch nicht.
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36
MAX.
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37
Wieso ...?
Vorlage S. 30
38
ANATOL.
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39
Nun, ich, der jenes Mädchen heute in hundert andere Welten versetzen konnte, wie bring' ich mich selbst in eine andere?
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40
MAX.
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41
Ist das nicht möglich?
Vorlage S. 30
42
ANATOL.
Vorlage S. 30
43
Ich hab' es schon versucht, um die Wahrheit zu sagen. Ich habe diesen Brillantring minutenlang angestarrt und habe mir selbst die Idee eingegeben: Anatol! schlafe ein! Wenn du aufwachst, wird der Gedanke an jenes Weib, das dich wahnsinnig macht, aus deinem Herzen geschwunden sein.
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44
MAX.
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45
Nun, als du aufwachtest?
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46
ANATOL.
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47
O, ich schlief gar nicht ein.
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48
MAX.
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49
Jenes Weib ... jenes Weib? ... Also noch immer!
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50
ANATOL.
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51
Ja, mein Freund! ... noch immer! Ich bin unglücklich, bin toll.
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52
MAX.
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53
Noch immer also ... im Zweifel?
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54
ANATOL.
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55
Nein ... nicht im Zweifel. Ich weiß, dass sie mich betrügt! Während sie an meinen Lippen hängt, während sie mir die Haare streichelt ... während wir selig sind ... weiß ich, dass sie mich betrügt.
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56
MAX.
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57
Wahn!
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58
ANATOL.
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59
Nein!
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60
MAX.
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61
Und deine Beweise?
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62
ANATOL.
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63
Ich ahne es ... ich fühle es ... darum weiß ich es!
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64
MAX.
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65
Sonderbare Logik!
Vorlage S. 30
66
ANATOL.
Vorlage S. 30
67
Immer sind diese Frauenzimmer uns untreu. Es ist ihnen ganz natürlich ... sie wissen es gar nicht ... So wie ich zwei oder drei Bücher zugleich lesen muss, müssen diese Weiber zwei oder drei Liebschaften haben.
Vorlage S. 30
68
MAX.
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69
Sie liebt dich doch?
Vorlage S. 30
70
ANATOL.
Vorlage S. 30
71
Unendlich ... Aber das ist gleichgültig. Sie ist mir untreu.
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72
MAX.
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73
Und mit wem?
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74
ANATOL.
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75
Weiß ich's? Vielleicht mit einem Fürsten, der ihr auf der Straße nachgegangen, vielleicht mit einem Poeten aus einem Vorstadthause, der ihr vom Fenster aus zugelächelt hat, als sie in der Früh' vorbeiging!
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76
MAX.
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77
Du bist ein Narr!
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ANATOL.
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79
Und was für einen Grund hätte sie, mir nicht untreu zu sein? Sie ist wie jede, liebt das Leben, und denkt nicht nach. Wenn ich sie frage: Liebst du mich? – so sagt sie ja – und spricht die Wahrheit; und wenn ich sie frage, bist du mir treu? – so sagt sie wieder ja – und wieder spricht sie die Wahrheit, weil sie sich gar nicht an die andern erinnert – in dem Augenblick wenigstens. Und dann, hat dir je eine geantwortet: Mein lieber Freund, ich bin dir untreu? Woher soll man also die Gewissheit nehmen? Und wenn sie mir treu ist –
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80
MAX.
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81
Also doch! –
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ANATOL.
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83
So ist es der reine Zufall ... Keineswegs denkt sie: O, ich muss ihm die Treue halten meinem lieben Anatol ... keineswegs ...
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MAX.
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85
Aber wenn sie dich liebt?
Vorlage S. 31
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ANATOL.
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87
O, mein naiver Freund! Wenn das ein Grund wäre!
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88
MAX.
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89
Nun?
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ANATOL.
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91
Warum bin ich ihr nicht treu? ... Ich liebe sie doch gewiss!
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MAX.
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93
Nun ja! Ein Mann!
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ANATOL.
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Die alte dumme Phrase! Immer wollen wir uns einreden, die Weiber seien darin anders als wir! Ja, manche ... die, welche die Mutter einsperrt, oder die, welche kein Temperament haben ... Ganz gleich sind wir. Wenn ich einer sage: Ich liebe dich, nur dich, – so fühle ich nicht, dass ich sie belüge, auch wenn ich in der Nacht vorher am Busen einer andern geruht.
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96
MAX.
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Ja ... du!
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ANATOL.
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99
Ich ... ja! Und du vielleicht nicht? Und sie, meine angebetete Cora vielleicht nicht? Oh! Und es bringt mich zur Raserei. Wenn ich auf den Knieen vor ihr läge und ihr sagte: Mein Schatz, mein Kind – alles ist dir im Vorhin verziehen – aber sag' mir die Wahrheit – was hülfe es mir? Sie würde lügen wie vorher – und ich wäre soweit als vorher. Hat mich noch keine angefleht: »Um Himmels willen! Sag' mir ... bist du mir wirklich treu? Kein Wort des Vorwurfs, wenn du's nicht bist; aber die Wahrheit! Ich muss sie wissen« – Was hab' ich drauf getan? Gelogen ... ruhig, mit einem seligen Lächeln ... mit dem reinsten Gewissen. Warum soll ich dich betrüben, hab' ich mir gedacht? Und ich sagte: Ja, mein Engel! Treu bis in den Tod. Und sie glaubte mir und war glücklich!
Vorlage S. 31
100
MAX.
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101
Nun also!
Vorlage S. 31
102
ANATOL.
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103
Aber ich glaube nicht und bin nicht glücklich! Ich wär' es, wenn es irgend ein untrügliches Mittel gäbe, diese dummen, süßen, hassenswerten Geschöpfe zum Sprechen zu bringen oder auf irgend eine andere Weise die Wahrheit zu erfahren ... Aber es gibt keines außer dem Zufall.
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104
MAX.
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105
Und die Hypnose?
Vorlage S. 32
106
ANATOL.
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107
Wie?
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108
MAX.
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109
Nun ... die Hypnose ... Ich meine das so: Du schläferst sie ein und sprichst: Du musst mir die Wahrheit sagen.
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110
ANATOL.
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111
Hm.
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112
MAX.
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113
Du musst Hörst du ...
Vorlage S. 32
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ANATOL.
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115
Sonderbar! ...
Vorlage S. 32
116
MAX.
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117
Es müsste doch gehen ... Und nun fragst du sie weiter ... Liebst du mich? ... Einen anderen? ... Woher kommst du? ... Wohin gehst du? ... Wie heißt jener andere? ... Und so weiter.
Vorlage S. 32
118
ANATOL.
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119
Max! Max!
Vorlage S. 32
120
MAX.
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121
Nun ...
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ANATOL.
Vorlage S. 32
Porträt von Schnitzler, Arthur; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Schnitzler, Arthur · Ferdinand Schmutzer · Public domain Bildquelle ↗
123
Du hast recht! ... Man könnte ein Zauberer sein! Man könnte sich ein wahres Wort aus einem Weibermund hervorhexen ...
Vorlage S. 32
124
MAX.
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125
Nun also? Ich sehe dich gerettet! Cora ist ja gewiss ein geeignetes Medium ... heute abend noch kannst du wissen, ob du ein Betrogener bist ... oder ein ...
Vorlage S. 32
126
ANATOL.
Vorlage S. 32
127
Oder ein Gott! ... Max! ... Ich umarme dich! ... Ich fühle mich wie befreit ... ich bin ein ganz anderer. Ich habe sie in meiner Macht ...
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128
MAX.
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129
Ich bin wahrhaftig neugierig ...
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130
ANATOL.
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131
Wieso? Zweifelst du etwa?
Vorlage S. 32
132
MAX.
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133
Ach so, die andern dürfen nicht zweifeln, nur du ...
Vorlage S. 32
134
ANATOL.
Vorlage S. 32
135
Gewiss! ... Wenn ein Ehemann aus dem Hause tritt, wo er eben seine Frau mit ihrem Liebhaber entdeckt hat, und ein Freund tritt ihm entgegen mit den Worten: Ich glaube, deine Gattin betrügt dich, so wird er nicht antworten: Ich habe soeben die Überzeugung gewonnen ... sondern: Du bist ein Schurke ...
Vorlage S. 32
136
MAX.
Vorlage S. 32
137
Ja, ich hatte fast vergessen, dass es die erste Freundespflicht ist – dem Freund seine Illusionen zu lassen.
Vorlage S. 32
138
ANATOL.
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139
Still doch ...
Vorlage S. 32
140
MAX.
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141
Was ist's?
Vorlage S. 32
142
ANATOL.
Vorlage S. 32
143
Hörst du sie nicht? Ich kenne die Schritte, auch wenn sie noch in der Hausflur hallen.
Vorlage S. 32
144
MAX.
Vorlage S. 33
145
Ich höre nichts.
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ANATOL.
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147
Wie nahe schon! ... Auf dem Gange ... Öffnet die Tür. Cora!
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148
CORA
Vorlage S. 33
149
draußen.
Vorlage S. 33
150
Guten Abend! O du bist nicht allein ...
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151
ANATOL.
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152
Freund Max!
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153
CORA
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154
hereintretend.
Vorlage S. 33
155
Guten Abend! Ei, im Dunklen? ...
Vorlage S. 33
156
ANATOL.
Vorlage S. 33
157
Ach, es dämmert ja noch. Du weißt, das liebe ich.
Vorlage S. 33
158
CORA
Vorlage S. 33
159
ihm die Haare streichelnd.
Vorlage S. 33
160
Mein kleiner Dichter!
Vorlage S. 33
161
ANATOL.
Vorlage S. 33
162
Meine liebste Cora!
Vorlage S. 33
163
CORA.
Vorlage S. 33
164
Aber ich werde immerhin Licht machen ... Du erlaubst. Sie zündet die Kerzen in den Leuchtern an.
Vorlage S. 33
165
ANATOL
Vorlage S. 33
166
zu Max.
Vorlage S. 33
167
Ist sie nicht reizend?
Vorlage S. 33
168
MAX.
Vorlage S. 33
169
Oh!
Vorlage S. 33
170
CORA.
Vorlage S. 33
171
Nun, wie geht's? Dir Anatol – Ihnen, Max? – Plaudert ihr schon lange?
Vorlage S. 33
172
ANATOL.
Vorlage S. 33
173
Eine halbe Stunde.
Vorlage S. 33
174
CORA.
Vorlage S. 33
175
So. Sie legt Hut und Mantel ab. Und worüber?
Vorlage S. 33
176
ANATOL.
Vorlage S. 33
177
Über dies und jenes.
Vorlage S. 33
178
MAX.
Vorlage S. 33
179
Über die Hypnose.
Vorlage S. 33
180
CORA.
Vorlage S. 33
181
O schon wieder die Hypnose! Man wird ja schon ganz dumm davon.
Vorlage S. 33
182
ANATOL.
Vorlage S. 33
183
Nun ...
Vorlage S. 33
184
CORA.
Vorlage S. 33
185
Du, Anatol, ich möchte, dass du einmal mich hypnotisierst.
Vorlage S. 33
186
ANATOL.
Vorlage S. 33
187
Ich ... Dich ...?
Vorlage S. 33
188
CORA.
Vorlage S. 33
189
Ja, ich stelle mir das sehr hübsch vor. Das heißt, – von dir.
Vorlage S. 33
190
ANATOL.
Vorlage S. 33
191
Danke.
Vorlage S. 33
192
CORA.
Vorlage S. 33
193
Von einem Fremden ... nein, nein, das wollt' ich nicht.
Vorlage S. 33
194
ANATOL.
Vorlage S. 33
195
Nun, mein Schatz ... wenn du willst, hypnotisiere ich dich.
Vorlage S. 33
196
CORA.
Vorlage S. 33
197
Wann?
Vorlage S. 33
198
ANATOL.
Vorlage S. 33
199
Jetzt! Sofort, auf der Stelle.
Vorlage S. 33
200
CORA.
Vorlage S. 33
201
Ja! Gut! Was muss ich tun?
Vorlage S. 33
202
ANATOL.
Vorlage S. 33
203
Nichts anderes, mein Kind, als ruhig auf dem Fauteuil; sitzen zu bleiben und den guten Willen haben, einzuschlafen.
Vorlage S. 33
204
CORA.
Vorlage S. 33
205
O ich habe den guten Willen!
Vorlage S. 33
206
ANATOL.
Vorlage S. 33
207
Ich stelle mich vor dich hin, du siehst mich an ... nun ... sieh mich doch an ... ich streiche dir über Stirne und Augen. So ...
Vorlage S. 33
208
CORA.
Vorlage S. 33
209
Nun ja, und was dann ...
Vorlage S. 33
210
ANATOL.
Vorlage S. 33
211
Nichts ... Du musst nur einschlafen wollen.
Vorlage S. 33
212
CORA.
Vorlage S. 33
213
Du, wenn du mir so über die Augen streichst, wird mir ganz sonderbar ...
Vorlage S. 33
214
ANATOL.
Vorlage S. 34
215
Ruhig ... nicht reden ... Schlafen. Du bist schon recht müde.
Vorlage S. 34
216
CORA.
Vorlage S. 34
217
Nein.
Vorlage S. 34
218
ANATOL.
Vorlage S. 34
219
Ja! ... ein wenig müde.
Vorlage S. 34
220
CORA.
Vorlage S. 34
221
Ein wenig, ja ...
Vorlage S. 34
222
ANATOL.
Vorlage S. 34
223
... Deine Augenlider werden dir schwer ... sehr schwer, deine Hände kannst du kaum mehr erheben ...
Vorlage S. 34
224
CORA
Vorlage S. 34
225
leise.
Vorlage S. 34
226
Wirklich.
Vorlage S. 34
227
ANATOL
Vorlage S. 34
228
ihr weiter über Stirne und Augen streichelnd, eintönig.
Vorlage S. 34
229
Müd' ... ganz müd' bist du ... nun schlafe ein, mein Kind ... Schlafe .... ganz müd' bist du ... nun schlafe ein, mein Kind ... Schlafe. Er wendet sich zu Max, der bewundernd zusieht, macht eine siegesbewußte Miene. Schlafen ... Nun sind die Augen fest geschlossen ... Du kannst sie nicht mehr öffnen ...
Vorlage S. 34
230
CORA
Vorlage S. 34
231
will die Augen öffnen.
Vorlage S. 34
232
ANATOL.
Vorlage S. 34
233
Es geht nicht ... Du schläfst ... Nur ruhig weiter schlafen ... So ...
Vorlage S. 34
234
MAX
Vorlage S. 34
235
will etwas fragen.
Vorlage S. 34
236
Du ...
Vorlage S. 34
237
ANATOL.
Vorlage S. 34
238
Ruhig. Zu Cora. ... Schlafen ... fest, tief schlafen. Er steht eine Weile vor Cora, die ruhig atmet und schläft. So ... nun kannst du fragen.
Vorlage S. 34
239
MAX.
Vorlage S. 34
240
Ich wollte nur fragen, ob sie wirklich schläft.
Vorlage S. 34
241
ANATOL.
Vorlage S. 34
242
Du siehst doch ... Nun wollen wir ein paar Augenblicke warten. Er steht vor ihr, sieht sie ruhig an. Große Pause. Cora! ... Du wirst mir nun antworten ... Antworten. Wie heißt du?
Vorlage S. 34
243
CORA.
Vorlage S. 34
Carl Spitzweg – Der Bücherwurm, um 1850. Motivvergleich zu Lesen und Wissen; keine Darstellung einer Figur dieses Buches.
Kontextbild zum Werk. Der Bücherwurm · Carl Spitzweg · Public domain Bildquelle ↗
244
Cora.
Vorlage S. 34
245
ANATOL.
Vorlage S. 34
246
Cora, wir sind im Wald.
Vorlage S. 34
247
CORA.
Vorlage S. 34
248
O ... im Wald ... wie schön! Die grünen Bäume ... und die Nachtigallen.
Vorlage S. 34
249
ANATOL.
Vorlage S. 34
250
Cora ... Du wirst mir nun in allem die Wahrheit sagen ... Was wirst du tun, Cora?
Vorlage S. 34
251
CORA.
Vorlage S. 34
252
Ich werde die Wahrheit sagen.
Vorlage S. 34
253
ANATOL.
Vorlage S. 34
254
Du wirst mir alle Fragen wahrheitsgetreu beantworten, und wenn du aufwachst, wirst du wieder alles vergessen haben! Hast du mich verstanden?
Vorlage S. 34
255
CORA.
Vorlage S. 34
256
Ja.
Vorlage S. 34
257
ANATOL.
Vorlage S. 34
258
Nun schlafe ... ruhig schlafen. Zu Max. Jetzt also werde ich sie fragen ...
Vorlage S. 34
259
MAX.
Vorlage S. 34
260
Du, wie alt ist sie denn?
Vorlage S. 34
261
ANATOL.
Vorlage S. 35
262
Neunzehn ... Cora, wie alt bist du?
Vorlage S. 35
263
CORA.
Vorlage S. 35
264
Einundzwanzig Jahre.
Vorlage S. 35
265
MAX.
Vorlage S. 35
266
Haha.
Vorlage S. 35
267
ANATOL.
Vorlage S. 35
268
Pst ... das ist ja außerordentlich ... Du siehst daraus ...
Vorlage S. 35
269
MAX.
Vorlage S. 35
270
O, wenn sie gewusst hätte, dass sie ein so gutes Medium ist!
Vorlage S. 35
271
ANATOL.
Vorlage S. 35
272
Die Suggestion hat gewirkt. Ich werde sie weiter fragen. – Cora, liebst du mich ...? Cora ... liebst du mich?
Vorlage S. 35
273
CORA.
Vorlage S. 35
274
Ja!
Vorlage S. 35
275
ANATOL
Vorlage S. 35
276
triumphierend.
Vorlage S. 35
277
Hörst du's?
Vorlage S. 35
278
MAX.
Vorlage S. 35
279
Nun also, die Hauptfrage, ob sie treu ist.
Vorlage S. 35
280
ANATOL.
Vorlage S. 35
281
Cora! Sich umwendend. Die Frage ist dumm.
Vorlage S. 35
282
MAX.
Vorlage S. 35
283
Warum?
Vorlage S. 35
284
ANATOL.
Vorlage S. 35
285
So kann man nicht fragen!
Vorlage S. 35
286
MAX.
Vorlage S. 35
287
...?
Vorlage S. 35
288
ANATOL.
Vorlage S. 35
289
Ich muss die Frage anders fassen.
Vorlage S. 35
290
MAX.
Vorlage S. 35
291
Ich denke doch, sie ist präzis genug.
Vorlage S. 35
292
ANATOL.
Vorlage S. 35
293
Nein, das ist eben der Fehler, sie ist nicht präzis genug.
Vorlage S. 35
294
MAX.
Vorlage S. 35
295
Wieso?
Vorlage S. 35
296
ANATOL.
Vorlage S. 35
297
Wenn ich sie frage: Bist du treu, so meint sie dies vielleicht im allerweitesten Sinne.
Vorlage S. 35
298
MAX.
Vorlage S. 35
299
Nun?
Vorlage S. 35
300
ANATOL.
Vorlage S. 35
301
Sie umfasst vielleicht die ganze ... Vergangenheit ... Sie denkt möglicherweise an eine Zeit, wo sie einen anderen liebte ... und wird antworten: Nein.
Vorlage S. 35
302
MAX.
Vorlage S. 35
303
Das wäre ja auch ganz interessant.
Vorlage S. 35
304
ANATOL.
Vorlage S. 35
305
Ich danke ... Ich weiß, Cora ist andern begegnet vor mir ... Sie hat mir selbst einmal gesagt: Ja, wenn ich gewusst hätte, dass ich dich einmal treffe ... dann ...
Vorlage S. 35
306
MAX.
Vorlage S. 35
307
Aber sie hat es nicht gewusst.
Vorlage S. 35
308
ANATOL.
Vorlage S. 35
309
Nein ...
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310
MAX.
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311
Und was deine Frage anbelangt ...
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312
ANATOL.
Vorlage S. 35
313
Ja ... Diese Frage ... Ich finde sie plump, in der Fassung wenigstens.
Vorlage S. 35
314
MAX.
Vorlage S. 35
315
Nun so stelle sie etwa so: Cora, warst du mir treu, seit du mich kennst?
Vorlage S. 35
316
ANATOL.
Vorlage S. 35
317
Hm ... Das wäre etwas. Vor Cora. Cora! Warst du ... Auch das ist ein Unsinn!
Vorlage S. 35
318
MAX.
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319
Ein Unsinn!?
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320
ANATOL.
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321
Ich bitte ... man muss sich nur vorstellen, wie wir uns kennen lernten. Wir ahnten ja selbst nicht, dass wir uns einmal so wahnsinnig lieben würden. Die ersten Tage betrachteten wir beide die ganze Geschichte als etwas Vorübergehendes. Wer weiß ...
Vorlage S. 35
322
MAX.
Vorlage S. 36
323
Wer weiß ...?
Vorlage S. 36
324
ANATOL.
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325
Wer weiß, ob sie nicht mich erst zu lieben anfing, – als sie einen andern zu lieben aufhörte? Was erlebte dieses Mädchen einen Tag, bevor ich sie traf, bevor wir das erste Wort miteinander sprachen? War es ihr möglich, sich da so ohne weiteres loszureißen? Hat sie nicht vielleicht tage- und wochenlang noch eine alte Kette nachschleppen müssen, müssen, sag' ich.
Vorlage S. 36
326
MAX.
Vorlage S. 36
327
Hm.
Vorlage S. 36
328
ANATOL.
Vorlage S. 36
329
Ich will sogar noch weiter gehen ... Die erste Zeit war es ja nur eine Laune von ihr – wie von mir. Wir haben es beide nicht anders angesehen, wir haben nichts anderes voneinander verlangt, als ein flüchtiges, süßes Glück. Wenn sie zu jener Zeit ein Unrecht begangen hat, was kann ich ihr vorwerfen? Nichts – gar nichts.
Vorlage S. 36
330
MAX.
Vorlage S. 36
331
Du bist eigentümlich mild.
Vorlage S. 36
332
ANATOL.
Vorlage S. 36
333
Nein, durchaus nicht, ich finde es nur unedel, die Vorteile einer augenblicklichen Situation in dieser Weise auszunützen.
Vorlage S. 36
334
MAX.
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335
Nun, das ist sicher vornehm gedacht. Aber ich will dir aus der Verlegenheit helfen.
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336
ANATOL.
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337
–?
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338
MAX.
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339
Du fragst sie, wie folgt: Cora, seit du mich liebst ... bist du mir treu?
Vorlage S. 36
340
ANATOL.
Vorlage S. 36
341
Das klingt zwar sehr klar.
Vorlage S. 36
342
MAX.
Vorlage S. 36
343
... Nun?
Vorlage S. 36
344
ANATOL.
Vorlage S. 36
345
Ist es aber durchaus nicht.
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346
MAX.
Vorlage S. 36
347
Oh!
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348
ANATOL.
Vorlage S. 36
349
Treu! Wie heißt das eigentlich: Treu? Denke dir ... sie ist gestern in einem Eisenbahnwaggon gefahren, und ein gegenübersitzender Herr berührte mit seinem Fuße die Spitze des ihren. Jetzt mit diesem eigentümlichen, durch den Schlafzustand ins Unendliche gesteigerten Auffassungsvermögen, in dieser verfeinerten Empfindungsfähigkeit, wie sie ein Medium zweifellos in der Hypnose besitzt, ist es gar nicht ausgeschlossen, dass sie auch das schon als einen Treubruch ansieht.
Vorlage S. 36
350
MAX.
Vorlage S. 36
351
Na höre!
Vorlage S. 36
352
ANATOL.
Vorlage S. 36
353
Um so mehr, als sie in unseren Gesprächen über dieses Thema, wie wir sie manchmal zu führen pflegten, meine vielleicht etwas übertriebenen Ansichten kennen lernte. Ich selbst habe ihr gesagt: Cora, auch wenn du einen andern Mann einfach anschaust, ist es schon eine Untreue gegen mich!
Vorlage S. 36
354
MAX.
Vorlage S. 37
355
Und sie?
Vorlage S. 37
356
ANATOL.
Vorlage S. 37
357
Und sie, sie lachte mich aus und sagte, wie ich nur glauben könne, dass sie einen andern anschaue.
Vorlage S. 37
358
MAX.
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359
Und doch glaubst du –?
Vorlage S. 37
360
ANATOL.
Vorlage S. 37
361
Es gibt Zufälle – denke dir, ein Zudringlicher geht ihr abends nach und drückt ihr einen Kuß auf den Hals.
Vorlage S. 37
362
MAX.
Vorlage S. 37
363
Nun – das ...
Vorlage S. 37
364
ANATOL.
Vorlage S. 37
Iwan Schischkin und Konstantin Sawizki – Waldlandschaft mit Bären, 1889. Motivvergleich; keine Darstellung der Figuren dieses Buches.
Kontextbild zum Werk. Morgen im Kiefernwald · Ivan Shishkin / Konstantin Savitsky · Public domain Bildquelle ↗
365
Nun – das ist doch nicht ganz unmöglich!
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366
MAX.
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367
Also du willst sie nicht fragen.
Vorlage S. 37
368
ANATOL.
Vorlage S. 37
369
Oh doch ... aber ...
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370
MAX.
Vorlage S. 37
371
Alles, was du vorgebracht hast, ist ein Unsinn. Glaube mir, die Weiber missverstehen uns nicht, wenn wir sie um ihre Treue fragen. Wenn du ihr jetzt zuflüsterst mit zärtlicher, verliebter Stimme: Bist du mir treu ... so wird sie an keines Herrn Fußspitzen und keines Zudringlichen Kuß auf den Nacken denken – sondern nur an das, was wir gemeiniglich unter Untreue verstehen, wobei du noch immer den Vorteil hast, bei ungenügenden Antworten weitere Fragen stellen zu können, die alles aufklären müssen. –
Vorlage S. 37
372
ANATOL.
Vorlage S. 37
373
Also du willst durchaus, dass ich sie fragen soll ...
Vorlage S. 37
374
MAX.
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375
Ich? ... Du wolltest doch!
Vorlage S. 37
376
ANATOL.
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377
Mir ist nämlich soeben noch etwas eingefallen.
Vorlage S. 37
378
MAX.
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379
Und zwar ...?
Vorlage S. 37
380
ANATOL.
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381
Das Unbewusste!
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MAX.
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383
Das Unbewusste?
Vorlage S. 37
384
ANATOL.
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385
Ich glaube nämlich an unbewusste Zustände.
Vorlage S. 37
386
MAX.
Vorlage S. 37
387
So.
Vorlage S. 37
388
ANATOL.
Vorlage S. 37
389
Solche Zustände können aus sich selbst heraus entstehen, sie können aber auch erzeugt werden, künstlich, ... durch betäubende, durch berauschende Mittel.
Vorlage S. 37
390
MAX.
Vorlage S. 37
391
Willst du dich nicht näher erklären ...?
Vorlage S. 37
392
ANATOL.
Vorlage S. 37
393
Vergegenwärtige dir ein dämmeriges, stimmungsvolles Zimmer.
Vorlage S. 37
394
MAX.
Vorlage S. 37
395
Dämmerig ... stimmungsvoll ... ich vergegenwärtige mir.
Vorlage S. 37
396
ANATOL.
Vorlage S. 37
397
In diesem Zimmer sie ... und irgend ein anderer.
Vorlage S. 37
398
MAX.
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399
Ja, wie sollte sie da hineingekommen sein?
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400
ANATOL.
Vorlage S. 38
401
Ich will das vorläufig offen lassen. Es gibt ja Vorwände ... Genug! So etwas kann vorkommen. Nun – ein paar Gläser Rheinwein ... eine eigentümlich schwüle Luft, die über dem Ganzen lastet, ein Duft von Zigaretten, parfümierten Tapeten, ein Lichtschein von einem matten Glaslüster und rote Vorhänge – Einsamkeit – Stille – nur Flüstern von süßen Worten ...
Vorlage S. 38
402
MAX.
Vorlage S. 38
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...!
Vorlage S. 38
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ANATOL.
Vorlage S. 38
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Auch andere sind da schon erlegen! Bessere, ruhigere als sie!
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MAX.
Vorlage S. 38
407
Nun ja, nur kann ich es mit dem Begriffe der Treue noch immer nicht vereinbar finden, dass man sich mit einem andern in solch ein Gemach begibt.
Vorlage S. 38
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ANATOL.
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Es gibt so rätselhafte Dinge ...
Vorlage S. 38
410
MAX.
Vorlage S. 38
411
Nun, mein Freund, du hast die Lösung eines jener Rätsel, über das sich die geistreichsten Männer den Kopf zerbrochen, vor dir; du brauchst nur zu sprechen, und du weißt alles, was du wissen willst. Eine Frage – und du erfährst, ob du einer von den wenigen bist, die allein geliebt werden, kannst erfahren, wo dein Nebenbuhler ist, erfahren, wodurch ihm der Sieg über dich gelungen – und du sprichst dieses Wort nicht aus! – Du hast eine Frage frei an das Schicksal! Du stellst sie nicht! Tage- und nächtelang quälst du dich, dein halbes Leben gäbst du hin für die Wahrheit, nun liegt sie vor dir, du bückst dich nicht, um sie aufzuheben! Und warum? Weil es sich vielleicht fügen kann, dass eine Frau, die du liebst, wirklich so ist, wie sie alle deiner Idee nach sein sollen – und weil dir deine Illusion doch tausendmal lieber ist als die Wahrheit. Genug also des Spiels, wecke dieses Mädchen auf und lasse dir an dem stolzen Bewusstsein genügen, dass du ein Wunder – hättest vollbringen können.
Vorlage S. 38
412
ANATOL.
Vorlage S. 38
413
Max!
Vorlage S. 38
414
MAX.
Vorlage S. 38
415
Nun, habe ich vielleicht unrecht? Weißt du nicht selbst, dass alles, was du mir früher sagtest, Ausflüchte waren, leere Phrasen, mit denen du weder mich noch dich täuschen konntest?
Vorlage S. 38
416
ANATOL
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417
rasch.
Vorlage S. 38
418
Max ... Lass dir nur sagen, ich will; ja, ich will sie fragen!
Vorlage S. 38
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MAX.
Vorlage S. 38
420
Ah!
Vorlage S. 38
421
ANATOL.
Vorlage S. 38
422
Aber sei mir nicht böse – nicht vor dir!
Vorlage S. 38
423
MAX.
Vorlage S. 38
424
Nicht vor mir?
Vorlage S. 38
425
ANATOL.
Vorlage S. 39
426
Wenn ich es hören muss, das Furchtbare, wenn sie mir antwortet: Nein, ich war dir nicht treu – so soll ich allein es sein, der es hört. Unglücklichsein – ist erst das halbe Unglück, bedauert werden: Das ist das ganze! – Das will ich nicht. Du bist ja mein bester Freund, aber darum gerade will ich nicht, dass deine Augen mit jenem Ausdruck von Mitleid auf mir ruhen, der dem Unglücklichen erst sagt, wie elend er ist. Vielleicht ist's auch noch etwas anderes – vielleicht schäme ich mich vor dir. Die Wahrheit wirst du ja doch erfahren, du hast dieses Mädchen heute zum letzten Mal bei mir gesehen, wenn sie mich betrogen hat! Aber du sollst es nicht mit mir zugleich hören; das ist's, was ich nicht ertragen könnte. Begreifst du das ...?
Vorlage S. 39
427
MAX.
Vorlage S. 39
428
Ja, mein Freund, Rückt ihm die Hand. und ich lasse dich auch mit ihr allein.
Vorlage S. 39
429
ANATOL.
Vorlage S. 39
430
Mein Freund! Ihn zur Tür begleitend. In weniger als einer Minute ruf' ich dich herein! – Max ab.
Vorlage S. 39
431
ANATOL
Vorlage S. 39
432
steht vor Cora .
Vorlage S. 39
433
.. sieht sie lange an. Cora! ...! Schüttelt den Kopf, geht herum. Cora! – Vor Cora auf den Knien. Cora! Meine süße Cora! – Cora! Steht auf. Entschlossen. Wach' auf ... und küsse mich!
Vorlage S. 39
434
CORA
Vorlage S. 39
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steht auf, reibt sich die Augen, fällt Anatol um den Hals.
Vorlage S. 39
436
Anatol! Hab' ich lang geschlafen? ... Wo ist denn Max?
Vorlage S. 39
437
ANATOL.
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438
Max!
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439
MAX
Vorlage S. 39
440
kommt aus dem Nebenzimmer.
Vorlage S. 39
441
Da bin ich!
Vorlage S. 39
442
ANATOL.
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443
Ja ... ziemlich lang hast du geschlafen – du hast auch im Schlafe gesprochen.
Vorlage S. 39
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CORA.
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Um Gottes willen! Doch nichts Unrechtes? –
Vorlage S. 39
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MAX.
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Sie haben nur auf seine Fragen geantwortet!
Vorlage S. 39
448
CORA.
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449
Was hat er denn gefragt?
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450
ANATOL.
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Tausenderlei! ...
Vorlage S. 39
452
CORA.
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453
Und ich habe immer geantwortet? Immer?
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454
ANATOL.
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455
Immer.
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456
CORA.
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457
Und was du gefragt hast, das darf man nicht wissen? –
Vorlage S. 39
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ANATOL.
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459
Nein, das darf man nicht! Und morgen hypnotisiere ich dich wieder!
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460
CORA.
Vorlage S. 39
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O nein! Nie wieder! Das ist ja Hexerei. Da wird man gefragt und weiß nach dem Erwachen nichts davon. – Gewiss hab' ich lauter Unsinn geplauscht.
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462
ANATOL.
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463
Ja ... zum Beispiel, dass du mich liebst ...
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464
CORA.
Vorlage S. 39
465
Wirklich.
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MAX.
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467
Sie glaubt es nicht! Das ist sehr gut!
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CORA.
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Aber schau ... das hätte ich dir ja auch im Wachen sagen können!
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ANATOL.
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471
Mein Engel! Umarmung.
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MAX.
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473
Meine Herrschaften ... adieu! –
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ANATOL.
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Du gehst schon?
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MAX.
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Ich muss.
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ANATOL.
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479
Sei nicht böse, wenn ich dich nicht begleite. –
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CORA.
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481
Auf Wiedersehen!
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482
MAX.
Vorlage S. 40
483
Durchaus nicht. Bei der Tür. Eines ist mir klar: Dass die Weiber auch in der Hypnose lügen ... Aber sie sind glücklich – und das ist die Hauptsache. Adieu, Kinder. Sie hören ihn nicht, da sie sich in einer leidenschaftlichen Umarmung umschlungen halten.
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484
Vorhang.
Vorlage S. 40

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Nun, ich, der jenes Mädchen heute in hundert andere Welten …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Er wendet sich zu Max, der bewundernd zusieht, macht eine […] Miene.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »So wie ich zwei oder drei Bücher zugleich lesen muss, müssen diese Weiber zwei oder drei Liebschaften haben.« B: »Er wendet sich zu Max, der bewundernd zusieht, macht eine siegesbewußte Miene.« C: »Solche Zustände können aus sich selbst heraus entstehen, sie können aber auch erzeugt werden, künstlich, ... durch betäubende, durch berauschende Mittel.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Aber ich will dir …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Es gibt Zufälle – denke dir, ein […] geht ihr abends nach und drückt ihr einen Kuß auf den Hals.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Tage- und nächtelang quälst du dich, dein halbes Leben gäbst du hin …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Nun, ich muss dir sagen, ich war erstarrt. Ich habe ja doch bisher das Ganze für ein Märchen gehalten. Wie ich das nun aber sah, ... wie sie vor meinen Augen einschlief ... wie sie tanzte, als du ihr sagtest, […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Nun ... die Hypnose ... Ich meine das so: Du schläferst sie ein und sprichst: Du musst mir die Wahrheit sagen.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Ach, es dämmert ja noch. Du weißt, das liebe ich.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Macht oder Abhängigkeit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Oder ein Gott! ... Max! ... Ich umarme dich! ... Ich fühle mich wie befreit ... ich bin ein ganz anderer. Ich habe sie in meiner Macht ...«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Beziehungen zwischen Figuren geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Nichts anderes, mein Kind, als ruhig auf dem Fauteuil; sitzen zu bleiben und den guten Willen haben, einzuschlafen.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Ach, es dämmert ja noch. Du weißt, das liebe ich.« und »Wer weiß, ob sie nicht mich erst zu lieben anfing, – als sie einen andern zu lieben aufhörte? Was erlebte dieses Mädchen einen […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Durchaus nicht. Bei der Tür. Eines ist mir klar: Dass die Weiber auch in der Hypnose lügen ... Aber sie sind glücklich – und das ist die Hauptsache. Adieu, Kinder. Sie hören ihn nicht, da sie sich in einer […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Nun, ich muss dir sagen, ich war erstarrt. Ich habe ja doch bisher das Ganze für ein Märchen gehalten. Wie ich […]« / »Durchaus nicht. Bei der Tür. Eines ist mir klar: Dass die Weiber auch in der Hypnose lügen ... Aber sie sind […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Wahrhaftig, Anatol, ich beneide dich ...«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Du wirst mir alle Fragen wahrheitsgetreu beantworten, und wenn du aufwachst, wirst du wieder alles vergessen haben!«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Sie hören ihn nicht, da sie sich in einer leidenschaftlichen Umarmung umschlungen halten.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Anatol von Schnitzler, Arthur ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Anatol

Arthur Schnitzler: Die Dramatischen Werke. Frankfurt a.M.: S. Fischer Verlag, 1962. Schnitzler, Arthur 28- Frankfurt a.M.

Das Werk Anatol von Schnitzler, Arthur ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

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