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Buch - Agnes Bernauer - Hebbel, Friedrich

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Originalwerk · Lesefassung

Agnes Bernauer

Hebbel, Friedrich · 1813–1863

Agnes Bernauer von Hebbel, Friedrich. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 11–137 Abschnitte
Porträt von Hebbel, Friedrich; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Hebbel, Friedrich · Thomas Ledl · CC BY-SA 4.0 Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Standesunterschiede, politischer Druck und Hinrichtung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 7

1. Akt

1
Erste Szene
Vorlage S. 680
2
Baderstube.
Vorlage S. 680
3
THEOBALD
Vorlage S. 680
4
allein, einen Blumenstrauß in der Hand.
Vorlage S. 680
5
Ich weiß nicht, was ich tun soll. Er hält den Blumenstrauß empor. Zertret ich dich? Um die schönen Rosen wärs schade, die sind unschuldig! Oder überreich ich dich? Nein, gewiss nicht, und das hätt ich ihm gleich gesagt, dem Herrn Ungetreu, der zu glauben scheint, dass ich keine Augen habe, und kein Herz, und kein Blut, wenn – Ja, das wars ja! Ich wollte sie prüfen! Da kommt sie! Mit dem Morgensüppchen des Vaters! O, wie das schmecken muss! Wenn die für mich einmal kochte, ich – Verbirgt den Strauß.
Vorlage S. 680
6
Zweite Szene
Vorlage S. 680
7
AGNES
Vorlage S. 680
8
tritt ein mit einer Suppe.
Vorlage S. 680
9
Guten Morgen, Theobald!
Vorlage S. 680
10
THEOBALD.
Vorlage S. 680
11
Danke schön, Jungfer, danke schön! Wohl geschlafen?
Vorlage S. 680
12
AGNES.
Vorlage S. 680
13
So sollt ich Euch fragen! Ihr werdet oft herausgeklopft, wenn sie gerauft haben, und ein Pflaster brauchen.
Vorlage S. 680
14
THEOBALD.
Vorlage S. 680
15
Das bemerkt Ihr? Für sich. Ich geb ihr den Strauß und bestelle alles! Wenn sie dann ein Gesicht macht und pfui sagt und mich anfährt: dazu gibst du dich her –
Vorlage S. 680
16
AGNES.
Vorlage S. 680
17
Was verbergt Ihr denn hinter dem Rücken?
Vorlage S. 680
18
THEOBALD
Vorlage S. 680
19
zeigt den Strauß.
Vorlage S. 680
20
Ja so, das hätt ich bald vergessen!
Vorlage S. 680
21
AGNES.
Vorlage S. 680
22
Ah, der ist schön! Gebt ihn mal her! Sie riecht. Wenn wir doch auch einen Garten hätten! Wessen Namensfest ist denn heute? Sie will ihn zurückgeben.
Vorlage S. 680
23
THEOBALD.
Vorlage S. 680
24
Behüte, er gehört Euch!
Vorlage S. 680
25
AGNES.
Vorlage S. 680
26
Mir? O, da dank ich! Aber da gehts mit Eurem alten Ohm wohl bald zu Ende?
Vorlage S. 680
27
THEOBALD.
Vorlage S. 680
28
Mit meinem Ohm?
Vorlage S. 680
29
AGNES.
Vorlage S. 680
30
Nun ja, weil er seine Blumen zu verschenken anfängt, das pflegt ein Gärtner nicht zu tun, und gekauft habt Ihr sie doch gewiss nicht?
Vorlage S. 680
31
THEOBALD.
Vorlage S. 681
32
Er ist nicht von mir!
Vorlage S. 681
33
AGNES.
Vorlage S. 681
34
Nicht von Euch? Von wem denn?
Vorlage S. 681
35
THEOBALD.
Vorlage S. 681
36
Ratet!
Vorlage S. 681
37
AGNES.
Vorlage S. 681
38
Von – – Nein, Barbara kanns nicht sein, die sieht mich nicht mehr an, ich weiß zwar nicht, warum.
Vorlage S. 681
39
THEOBALD.
Vorlage S. 681
40
Es ist keine Sie!
Vorlage S. 681
41
AGNES.
Vorlage S. 681
42
Keine Sie? Und Ihr seids auch nicht? Sie legt den Strauß auf den Tisch.
Vorlage S. 681
43
THEOBALD.
Vorlage S. 681
44
Gott Lob, ihr fällt sonst niemand ein!
Vorlage S. 681
45
AGNES.
Vorlage S. 681
46
Aber, da muss ich Euch doch fragen – –
Vorlage S. 681
47
THEOBALD.
Vorlage S. 681
48
Scheltet nur! Ich wollts bloß wissen!
Vorlage S. 681
49
AGNES.
Vorlage S. 681
50
Was?
Vorlage S. 681
51
THEOBALD.
Vorlage S. 681
52
Ob Ihr vielleicht in der Kirche nach ihm geblinzelt, oder ihm wohl gar bei einem Tanze die Hand gedrückt hättet!
Vorlage S. 681
53
AGNES.
Vorlage S. 681
54
Wem denn?
Vorlage S. 681
55
THEOBALD.
Vorlage S. 681
56
Es ist schon gut, wenn Ihr nicht von selbst auf ihn kommt! Er nimmt den Strauß. Ha, unserer alten Getrud will ich ihn jetzt verehren, die soll ihn an die platte Brust stecken, wenn sie auf den Markt humpelt, und sich mit einem Knicks bedanken, wenn sie sich an dem Hause vorbei schiebt! Er springt. Ich könnte jetzt – –
Vorlage S. 681
57
Er singt.
Vorlage S. 681
58
Wenn zwei sich die Hände geben – –
Vorlage S. 681
59
Jungfer, es ist ein schönes Lied!
Vorlage S. 681
60
Singt wieder.
Vorlage S. 681
61
Und wer ein guter Geselle ist,
Vorlage S. 681
62
Der wird wohl auch ein Meister!
Vorlage S. 681
63
Oder ist das nicht wahr?
Vorlage S. 681
64
AGNES.
Vorlage S. 681
65
Ihr seid zu früh lustig! Spät am Abend ist besser, als früh am Morgen.
Vorlage S. 681
66
THEOBALD.
Vorlage S. 681
67
Und doch singen die Vögel, wenn sie erwachen, und nicht, wenn sie einschlafen. Er fasst ihre Hand.
Vorlage S. 681
68
AGNES
Vorlage S. 681
69
zieht sie zurück.
Vorlage S. 681
70
Was wollt Ihr?
Vorlage S. 681
71
THEOBALD.
Vorlage S. 681
72
Bloß nachsehen, ob – Ihr habt sie mir einmal gelassen!
Vorlage S. 681
73
AGNES.
Vorlage S. 681
74
Als Ihr mir eine Ader öffnen solltet!
Vorlage S. 681
75
THEOBALD.
Vorlage S. 681
76
Nun freilich! Er nimmt die Hand wieder. Ließ mein Schnepper keine Spur? Ich machte es ungeschickt!
Vorlage S. 681
77
AGNES.
Vorlage S. 681
78
Zittert Ihr immer so dabei, wie damals?
Vorlage S. 681
79
THEOBALD.
Vorlage S. 681
80
O nein! mir ward nur so wunderlich, als ich Euch weh tun sollte. Aber wie rot Euer Blut ist! Für sich. Aus meinen Lippen hätt ich gern den Verband gemacht, wenn der Vater nicht dabei gestanden wäre!
Vorlage S. 681
81
Dritte Szene
Vorlage S. 682
82
KNIPPELDOLLINGER
Vorlage S. 682
83
ruft ins Fenster.
Vorlage S. 682
84
Guten Morgen, Patchen!
Vorlage S. 682
85
AGNES.
Vorlage S. 682
86
Guten Morgen, Herr Gevatter!
Vorlage S. 682
87
THEOBALD.
Vorlage S. 682
88
Ist der alte Geck auch schon da?
Vorlage S. 682
89
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 682
90
Ich habe von Euch geträumt!
Vorlage S. 682
91
AGNES.
Vorlage S. 682
92
Danke der Ehre.
Vorlage S. 682
93
THEOBALD.
Vorlage S. 682
94
Von deinem Begräbnis hättst träumen sollen! Das hätt sich besser geschickt.
Vorlage S. 682
95
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 682
96
Kirschen gab ich Euch, von den großen, fremden, die ich an der Mauer aufziehe!
Vorlage S. 682
97
AGNES.
Vorlage S. 682
98
Sind die schon so weit?
Vorlage S. 682
99
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 682
100
O ja, es kommt heut abend ein Korb voll davon aufs Tanzhaus!
Vorlage S. 682
101
THEOBALD.
Vorlage S. 682
102
Da werden sie gut bezahlt!
Vorlage S. 682
103
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 682
104
Und während Ihr sie verzehrtet, führte ich Euch spazieren!
Vorlage S. 682
105
THEOBALD
Vorlage S. 682
106
laut.
Vorlage S. 682
107
Auf den Kirchhof, ja wohl, ich war mit dabei!
Vorlage S. 682
108
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 682
109
Spaßvogel, ist Er auch da?
Vorlage S. 682
110
THEOBALD.
Vorlage S. 682
111
Ihr tratet auf einen Totenkopf, und der schnappte nach Euch, es war der von Eurer letzten Frau!
Vorlage S. 682
112
AGNES.
Vorlage S. 682
113
Pfui!
Vorlage S. 682
114
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 682
115
Nicht doch, nicht doch, Patchen, ein Bader muss spaßig sein, man will doch was hören, wenn man sich den Bart oder das Haar scheren lässt. Der Theobald taugt zum Geschäft! Nur in die Ohren muss er niemanden schneiden, wie neulich mir! Nun, geh ich heute leer aus, bekomm ich das Patschchen nicht?
Vorlage S. 682
116
AGNES.
Vorlage S. 682
117
Ich habe wieder die Blattern!
Vorlage S. 682
118
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 682
119
Halt mir das nicht immer vor! Nun, ich werde dich nachher noch sehen, denn die Muhme wird dich zum Turnier abholen, ich habe für Plätze gesorgt. Das wollt ich dir eigentlich sagen!
Vorlage S. 682
120
AGNES.
Vorlage S. 682
121
Danke! Zwar weiß ich nicht –
Vorlage S. 682
122
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 683
123
Ei, es kommt nicht alle Tage. Ritter, Grafen und Barone sind schon hier in Augsburg selten, nun gar ein Herzog von Baiern – der Tausend, da wird niemand, als der Scharfrichter mit seinen Freiknechten fehlen, der freilich gute Gründe hat, nicht unter ehrlichen Christenmenschen zu erscheinen!
Vorlage S. 683
124
Vierte Szene
Vorlage S. 683
125
THEOBALD.
Vorlage S. 683
126
Da humpelt er hin auf seinen drei Beinen. Ihr steht doch in seinem Testament? Nun, recht hat er, es wird lustig zugehen, ich freu mich auch! Es wird etwas durchs Fenster geworfen. Was ist denn das? Es klirrt ja!
Vorlage S. 683
127
AGNES.
Vorlage S. 683
128
Schlüssel!
Vorlage S. 683
129
Fünfte Szene
Vorlage S. 683
130
BARBARA
Vorlage S. 683
131
tritt in die Tür.
Vorlage S. 683
132
Darf ich sie wieder holen?
Vorlage S. 683
133
AGNES.
Vorlage S. 683
134
Barbara!
Vorlage S. 683
135
BARBARA.
Vorlage S. 683
136
Agnes?
Vorlage S. 683
137
AGNES.
Vorlage S. 683
138
Du kamst lange nicht!
Vorlage S. 683
139
BARBARA
Vorlage S. 683
140
nimmt die Schlüssel auf.
Vorlage S. 683
141
Und jetzt hab ich hier etwas zu tun! Siehst du?
Vorlage S. 683
142
AGNES.
Vorlage S. 683
143
Wir waren immer so gut miteinander: was hast du jetzt gegen mich?
Vorlage S. 683
144
BARBARA.
Vorlage S. 683
145
O, das bin ich nicht allein!
Vorlage S. 683
146
AGNES.
Vorlage S. 683
147
Heilige Mutter Gottes, was sagst du da?
Vorlage S. 683
148
BARBARA.
Vorlage S. 683
149
Du siehst deine Gespielinnen wohl gar nicht mehr an, dass du nicht weißt, wie sie dich ansehen?
Vorlage S. 683
150
AGNES.
Vorlage S. 683
Porträt von Hebbel, Friedrich; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Hebbel, Friedrich · Thomas Ledl · CC BY-SA 4.0 Bildquelle ↗
151
Es ist wahr, ich erhalte meinen Gruß nicht immer so freundlich zurück, wie ich ihn biete!
Vorlage S. 683
152
BARBARA.
Vorlage S. 683
153
Glaubs!
Vorlage S. 683
154
AGNES.
Vorlage S. 683
155
Aber bei Gott, wenn mir das mit einer begegnete, so dacht ich: Sie hat schlecht geträumt oder sie ist von der Mutter gescholten oder sie hat ihren Ring verloren –
Vorlage S. 683
156
BARBARA.
Vorlage S. 683
157
Dabei kamst du denn freilich gut weg.
Vorlage S. 683
158
AGNES.
Vorlage S. 683
159
Was tu ich denn? Sags!
Vorlage S. 683
160
BARBARA.
Vorlage S. 683
161
Tun! Was tun! Wenns schon so weit gekommen wäre, so würde man leicht mit dir fertig!
Vorlage S. 683
162
AGNES.
Vorlage S. 683
163
Barbara!
Vorlage S. 683
164
BARBARA.
Vorlage S. 684
165
Sag doch einmal, warum – – Sie zeigt auf Theobald. Nun, da steht ja gleich wieder einer und gafft! Zu Theobald. Nicht wahr, ich bin gar nicht da! Zu Agnes. Gehst du heute? Zum Turnier, mein ich! Ja? Nun, da will ichs allen ansagen, damit sie zu Hause bleiben, ich zuerst!
Vorlage S. 684
166
AGNES.
Vorlage S. 684
167
Das ist zu arg, das muss mein Vater wissen.
Vorlage S. 684
168
BARBARA.
Vorlage S. 684
169
Bewahre! Niemand redt dir was Übles nach!
Vorlage S. 684
170
AGNES.
Vorlage S. 684
171
Und doch flieht man mich? Doch will man mich ausstoßen?
Vorlage S. 684
172
BARBARA.
Vorlage S. 684
173
Agnes, sieh mich mal an!
Vorlage S. 684
174
AGNES.
Vorlage S. 684
175
Nun?
Vorlage S. 684
176
BARBARA.
Vorlage S. 684
177
Wie wär dir wohl zumute, wenn – lass uns hinauf gehen in deine Kammer!
Vorlage S. 684
178
THEOBALD.
Vorlage S. 684
179
Ich will nicht im Wege sein, wenn gebeichtet werden soll! Ab.
Vorlage S. 684
180
BARBARA.
Vorlage S. 684
181
Ja, wie wär dir zumute, wenn du, wie sag ich, nun, wenn du einen gern hättest, und der hätte nur Augen für mich?
Vorlage S. 684
182
AGNES.
Vorlage S. 684
183
Wie soll ich das wissen!
Vorlage S. 684
184
BARBARA.
Vorlage S. 684
185
So will ichs dir sagen! Du würdest – – Doch ich will mich nicht lächerlich machen, du weißt es selbst recht gut! Und meinst du, dass es anderen besser geht? Bemerkt den Strauß. Woher kommt der?
Vorlage S. 684
186
AGNES.
Vorlage S. 684
187
Das weiß ich nicht!
Vorlage S. 684
188
BARBARA.
Vorlage S. 684
189
Nicht? Kommen so viele? Wenn er von meinem Wolfram käme, ich – – Und es ist gern möglich, gerade die Blumen stehen in seinem Garten! Gestern den ganzen Tag sah ich nach seinem Vetter, zwang mich, dem gleichgültigen Menschen verliebte Blicke zuzuwerfen und dachte, er würde rasen. Abends, als wir zu Hause gingen, strich er den Burschen selbst gegen mich heraus, es war ihm recht gewesen, ich hatte ihm einen Gefallen damit getan!
Vorlage S. 684
190
AGNES.
Vorlage S. 684
191
Arme!
Vorlage S. 684
192
BARBARA.
Vorlage S. 684
193
Daran bist du schuld, niemand schuld, als du! Als er dich noch nicht kannte, hing er an mir, wie eine Klette. In den Bärenzwinger wär er für mich hinabgestiegen und hätte meinen Handschuh heraufgeholt. Und nun – pfui!
Vorlage S. 684
194
AGNES.
Vorlage S. 684
195
Du schiltst mich, und ich weiß nicht einmal, wovon du sprichst!
Vorlage S. 684
196
BARBARA
Vorlage S. 685
197
nimmt den Strauß.
Vorlage S. 685
198
Ich will schon dahinter kommen, ich nehm ihn mit!
Vorlage S. 685
199
AGNES.
Vorlage S. 685
200
Mir gleich!
Vorlage S. 685
201
BARBARA.
Vorlage S. 685
202
Allen machst du abspenstig, was ihnen gehört! Ich würde mich schämen!
Vorlage S. 685
203
AGNES.
Vorlage S. 685
204
Kannst du sagen, dass ich auch nur einen ansehe?
Vorlage S. 685
205
BARBARA.
Vorlage S. 685
206
Das ists vielleicht eben! Nonne und doch keine! Heilige, aber noch nicht im Himmel! Die muss man Gott abjagen! Da muss man alles daran setzen! Ei, sei, wie wir, guck auf, sprich, und es wird sich geben!
Vorlage S. 685
207
AGNES.
Vorlage S. 685
208
Tät ichs, so würdest du wieder schmälen!
Vorlage S. 685
209
BARBARA.
Vorlage S. 685
210
So geh ins Kloster, wirf den Schleier über, den niemand heben darf! Ich dich um Vergebung bitten? In Ewigkeit nicht!
Vorlage S. 685
211
AGNES.
Vorlage S. 685
212
Wer verlangts denn?
Vorlage S. 685
213
BARBARA.
Vorlage S. 685
214
Mein Beichtvater! Glaubst du, ich kam von selbst? Aber nein, lieber auf Erbsen knieen! Hält den Strauß in die Höhe. Den werd ich ihm jetzt schenken! Kennt er ihn nicht, so schick ich dir einen doppelt so schönen! Ab.
Vorlage S. 685
215
AGNES.
Vorlage S. 685
216
Sie tut mir leid! Aber kann ichs ändern?
Vorlage S. 685
217
Sechste Szene
Vorlage S. 685
218
THEOBALD
Vorlage S. 685
219
tritt wieder ein.
Vorlage S. 685
220
Die hat die arme Gertrud ja beraubt!
Vorlage S. 685
221
AGNES.
Vorlage S. 685
222
Sie scheint den Verstand verloren zu haben!
Vorlage S. 685
223
THEOBALD.
Vorlage S. 685
224
Das mögt ich doch nicht sagen!
Vorlage S. 685
225
AGNES.
Vorlage S. 685
226
So hätte sie recht?
Vorlage S. 685
227
THEOBALD.
Vorlage S. 685
228
Ich glaube fast! Jungfer, ich könnt Euch alle Morgen – –
Vorlage S. 685
229
Siebente Szene
Vorlage S. 685
230
CASPAR BERNAUER
Vorlage S. 685
231
tritt mit einem Buch ein, das in ein rotes Tuch gewickelt ist; zu Agnes.
Vorlage S. 685
232
Ja, ja, ja! Wenn ich nur nicht mit soll! Nun geh hinauf und lege dein Kettlein ab. Sie blasen schon am Fronhof.
Vorlage S. 685
233
AGNES.
Vorlage S. 685
234
Nein Vater, ich bleibe zu Hause!
Vorlage S. 685
235
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 685
236
Wie? Was? Warum wartest du hier denn auf mich? Zu Theobald. An den Destillierkolben! Das Feuer wird zu schüren sein!
Vorlage S. 685
237
THEOBALD
Vorlage S. 686
238
geht ab.
Vorlage S. 686
239
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 686
240
Nun?
Vorlage S. 686
241
AGNES.
Vorlage S. 686
242
Vater, all die Augen – es ist mir, als ob mich gerade so viel Bienen stächen! Und Er weiß ja, sie sehen alle nach mir!
Vorlage S. 686
243
THEOBALD
Vorlage S. 686
244
tritt wieder ein.
Vorlage S. 686
245
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 686
246
Sieh du sie wieder an! Nun, wenn du lieber deinen Rosenkranz abbetest, meinetwegen! Sieht sich um, zu Theobald. Noch keine Salben abgerührt? Hat der Hahn heut morgen nicht gekräht?
Vorlage S. 686
247
THEOBALD
Vorlage S. 686
248
geht ans Geschäft.
Vorlage S. 686
249
AGNES.
Vorlage S. 686
250
Barbara war hier, alle hassen mich, ich verderb ihnen den Tag, wenn ich komme.
Vorlage S. 686
251
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 686
252
Und darum willst du ausbleiben? Nichts da! Dann dürfte der beste Ritter ja auch nicht kommen, denn der verdirbt den übrigen ja auch den Tag. Und der nächstbeste ebensowenig, und wer noch, bis auf den letzten, der nur zum Umpurzeln da ist! Torheit und kein Ende! Hinauf! Zu Theobald. Und du hole die Flasche mit dem Wundwasser herunter!
Vorlage S. 686
253
Beide ab.
Vorlage S. 686
254
Achte Szene
Vorlage S. 686
255
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 686
256
Die Suppe ist kalt geworden! Ich nehms für genossen! Legt das Buch auf den Tisch. Bischöfliche Gnaden haben recht, wenig bring ich heraus und gerade die Hauptsachen nicht, die vom Hippokrates, denn die sind griechisch. Ich muss es so zurücktragen.
Vorlage S. 686
257
Neunte Szene
Vorlage S. 686
258
KNIPPELDOLLINGER
Vorlage S. 686
259
tritt herein.
Vorlage S. 686
260
Guten Morgen, Gevatter! Ah! Das ist wohl ein Buch? Ja?
Vorlage S. 686
261
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 686
262
Und das ist wohl ein funkelnagelneues Wams?
Vorlage S. 686
263
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 686
264
Nun, wenn alte Leute nichts mehr machen ließen, würde mancher Schneider hungern! Sieht ins Buch. Herrje, wie kraus und bunt! Und das versteht Ihr, wie der Bischof?
Vorlage S. 686
265
THEOBALD
Vorlage S. 686
266
tritt mit der Flasche ein und macht sich wieder zu tun.
Vorlage S. 686
267
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 687
268
Ihr müsst immer fragen!
Vorlage S. 687
269
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 687
270
Wie alt das wohl ist?
Vorlage S. 687
271
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 687
272
Seit der Kreuzigung unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi sind jetzt verflossen eintausendvierhundertsechsundzwanzig Jahre, aber der Autor dieses Buches, das ist zu sagen der Urheber, nämlich der Mann, der es gemacht hat, war schon über vier hundert Jahre tot, bevor der Herr auf Erden im Fleisch unter uns erschien.
Vorlage S. 687
273
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 687
274
Macht an die zweitausend Jahre! Sollte mans glauben, dass es Leute gibt, die solche Bücher so lange aufheben? Es ist doch kein Gold! Denkt nur an all die Feuersbrünste und Überschwemmungen, an Pestilenz und Seuchen! Sieh, sieh!
Vorlage S. 687
275
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 687
276
Es gab immer gelehrte Männer!
Vorlage S. 687
277
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 687
278
Freilich, freilich! Was gabs nicht! Wenn man das so erwägt, Gevatter, und gehörig bedenkt – Ja, ja! Nicht wahr? Sagt selbst!
Vorlage S. 687
279
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 687
280
Ich weiß nicht, was Ihr meint!
Vorlage S. 687
281
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 687
282
Ho, ho! Besser, als ich! Damit kommt Ihr mir nicht durch. Nun, wie Ihr wollt! Wo bleibt denn mein Patchen? Die Muhme wird schon warten!
Vorlage S. 687
283
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 687
284
Ja, die hatte Grillen! Zu Theobald. Spring einmal zu ihr hinauf! Bring gleich das Besteck mit! Wir werdens brauchen.
Vorlage S. 687
285
THEOBALD
Vorlage S. 687
286
ab.
Vorlage S. 687
287
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 687
288
Ihr geht nicht auch? Wir könnten zusammenrücken!
Vorlage S. 687
289
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 687
290
Mich kümmern bei einem Turnier nur die Beulen und Wunden, und die krieg ich hier schon zu sehen, denn man trägt mir die Krüppel her!
Vorlage S. 687
291
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 687
292
Aber der Herzog, der Herzog von Baiern –
Vorlage S. 687
293
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 687
294
Mich lüstet nicht nach seiner Bekanntschaft, und ich will ihm wünschen, dass er auch die meinige nicht suchen muss, denn dazu führt nur ein Rippenbruch! Heut abend ist das was anders.
Vorlage S. 687
295
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 687
296
Denkt Euch, hinter der alten Klostermauer, wo mein Vetter wohnt, hat man letzte Nacht einen Toten gefunden!
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297
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 688
298
Da ist viel zu wundern! Kommen jemals Reichsknechte nach Augsburg, ohne dass es etwas gibt?
Vorlage S. 688
299
KNIPPELDOLLINGER.
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300
Wohl! Aber dieser ist so entstellt, dass man ihn gar nicht mehr erkennen kann!
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Carl Spitzweg – Der Bücherwurm, um 1850. Motivvergleich zu Lesen und Wissen; keine Darstellung einer Figur dieses Buches.
Kontextbild zum Werk. Der Bücherwurm · Carl Spitzweg · Public domain Bildquelle ↗
301
CASPAR BERNAUER.
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302
So soll man drei Tropfen seines Blutes nehmen und sie um Mitternacht, mit einem gewissen Liquor vermischt, auf eine glühende Eibenkohle träufeln. Dann wird der Verstorbene im Dampf erscheinen, wie er leibte und lebte, aber in durchsichtiger Gestalt, gleich einer Wasserblase, mit einem dunkelroten Punkt in der Mitte, der das Herz vorstellt.
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303
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 688
304
Ei! Ei! Habt Ihr den Liquor?
Vorlage S. 688
305
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 688
306
Wenn Ihr ihn hättet, so ließet Ihrs durch den Ratsweibel ausrufen!
Vorlage S. 688
307
Zehnte Szene
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308
Agnes kommt im Putz. Theobald folgt.
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309
KNIPPELDOLLINGER.
Vorlage S. 688
310
Sieh da! Fasst ihre Hand. Nun bekomm ich sie doch?
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311
CASPAR BERNAUER
Vorlage S. 688
312
zu Agnes.
Vorlage S. 688
313
Soll ich dir jetzt mit dem Korkstöpsel ein neues Gesicht machen, wie zum Schönbartlaufen, da du das alte nicht gern mehr herumträgst?
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314
AGNES.
Vorlage S. 688
315
Kommt, Gevatter!
Vorlage S. 688
316
KNIPPELDOLLINGER
Vorlage S. 688
317
führt sie ab, in der Tür.
Vorlage S. 688
318
Wisst Ihr, dass der Syndikus sich wieder verheiratet? Er ist zehn Jahr älter, wie ich!
Vorlage S. 688
319
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 688
320
Ihr irrt, nur fünf! Viel Vergnügen! Wenig Rippenstöße!
Vorlage S. 688
321
KNIPPELDOLLINGER
Vorlage S. 688
322
mit Agnes ab.
Vorlage S. 688
323
Eilfte Szene
Vorlage S. 688
324
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 688
325
Alter schützt vor Torheit nicht! Nun, Caspar, nicht hochmütig, du hast wohl auch deinen Sparren! Zu Theobald. Geh nur auch, aber sei zur rechten Zeit wieder da! Du siehsts ja schon! Wenn sie einen fort tragen!
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326
THEOBALD
Vorlage S. 688
327
ab.
Vorlage S. 688
328
Zwölfte Szene
Vorlage S. 688
329
CASPAR BERNAUER
Vorlage S. 689
330
nimmt das Buch wieder.
Vorlage S. 689
331
Ich wills noch einmal versuchen! Ich schäm mich doch, es so wieder zu bringen! Wahrhaftig, mich ärgert der babylonische Turmbau weit mehr, als der Sündenfall, denn ohne den sprächen wir mit unserer einen Zunge doch auch nur eine Sprache, und verständen uns nicht bloß, wenn wir schreien. Das hat mich schon in meiner Jugend verdrossen. Wie gern wär ich als Geselle in die weite Welt gegangen, ob ich das Einhorntier, den Vogel Phönix, die Menschen, die auf Bäumen wachsen, irgendwo zu sehen bekäme, oder gar in der Türkei, wo sie doch gewiss viele unschuldig hängen, ein Alräunchen erwischte! Aber dann dacht ich immer: Du verstehst die Leute ja nicht und sie dich auch nicht! und blieb daheim! Ab.
Vorlage S. 689
332
Herberge.
Vorlage S. 689
333
Dreizehnte Szene
Vorlage S. 689
334
Herzog Albrecht, Freiherr von Törring, Nothhafft von Wernberg und Ritter Frauenhoven, vom Turnier kommend, nebst Knappen und Dienern. Bürgermeister Nördlinger.
Vorlage S. 689
335
ALBRECHT.
Vorlage S. 689
336
Ich danke jetzt, Herr Bürgermeister, ich danke für das Geleite!
Vorlage S. 689
337
BÜRGERMEISTER.
Vorlage S. 689
338
Gestrenger Herr, ich kenne meine Pflicht! Ruft. Wein her!
Vorlage S. 689
339
NOTHHAFFT VON WERNBERG
Vorlage S. 689
340
zum Herzog.
Vorlage S. 689
341
Ihr könnt ihn nicht vor dem Trunk verabschieden.
Vorlage S. 689
342
ALBRECHT.
Vorlage S. 689
343
Frauenhoven!
Vorlage S. 689
344
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 689
345
Was ists?
Vorlage S. 689
346
ALBRECHT.
Vorlage S. 689
347
Hast du das Mädchen gesehen – Aber, du musst ja, du musst ja!
Vorlage S. 689
348
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 689
349
Welche denn?
Vorlage S. 689
350
ALBRECHT.
Vorlage S. 689
351
Welche! Ich bitte dich, geh, ihr nach! Vom Pferd hätt ich mich geworfen und wäre ihr gefolgt, wenn nicht Er zeigt auf den Bürgermeister. der da – –
Vorlage S. 689
352
BÜRGERMEISTER
Vorlage S. 689
353
mit einem Pokal.
Vorlage S. 689
354
Gestrenger Herr, die reichsfreie Stadt Augsburg heißt Euch nach ruhmvoll bestandenem Turnier in Eurer Herberge willkommen, und dankt Euch, dass Ihr ihre Patrizier einer Lanze gewürdigt habt.
Vorlage S. 689
355
ALBRECHT
Vorlage S. 690
356
trinkt.
Vorlage S. 690
357
Sie lebe hoch, denn sie verdients! Ha, wo solch ein wunderbares Licht der Schönheit leuchtet – Streift sich mit der Hand über die Stirn. ja, sie verdients! Wendet sich. Frauenhoven, du bist noch da?
Vorlage S. 690
358
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 690
359
Aber –
Vorlage S. 690
360
BÜRGERMEISTER.
Vorlage S. 690
361
Verhoffe demnach – –
Vorlage S. 690
362
ALBRECHT.
Vorlage S. 690
363
Heute abend auf dem Tanzhaus – das versteht sich! Nichts kann mich zurückhalten, vorausgesetzt, dass auch sie – – Verzeiht, ich bin ganz verwirrt! Ein Bote von meinem Vater –
Vorlage S. 690
364
BÜRGERMEISTER.
Vorlage S. 690
365
Ich hatte die Einladung nach Amtspflicht zu wiederholen, muss jedoch als Patrizier bemerken: es ist nicht bloß Geschlechter-Tanz. Auch die Zünfte kommen!
Vorlage S. 690
366
ALBRECHT.
Vorlage S. 690
367
Ich wollte, die ganze Stadt wäre da!
Vorlage S. 690
368
BÜRGERMEISTER.
Vorlage S. 690
369
Empfehle mich zu Gnaden! Ab.
Vorlage S. 690
370
Vierzehnte Szene
Vorlage S. 690
371
ALBRECHT
Vorlage S. 690
372
zu Frauenhoven.
Vorlage S. 690
373
Und nun, du lieber, lieber Herzensfreund, schnell, schnell! Oder besser: Ihr alle! Du die eine Straße hinunter, du die andere, du die dritte!
Vorlage S. 690
374
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 690
375
Ihr gabt mir heut morgen den Auftrag, dem Werdenberg nachzureiten! Er hat Euch Eure Braut, die Gräfin von Württemberg, entführt, wisst Ihrs noch?
Vorlage S. 690
376
ALBRECHT.
Vorlage S. 690
377
Nenne sie nicht mehr!
Vorlage S. 690
378
NOTHHAFFT VON WERNBERG.
Vorlage S. 690
379
Ja, und ich sollte dem Württemberger die Schlüssel von Göppingen abfordern, weil die Heirat durch die Flucht seiner Tochter unmöglich geworden sei, und also das Reugeld herausgezahlt werden müsse!
Vorlage S. 690
380
TÖRRING.
Vorlage S. 690
381
Und ich sollte nach München zu Hof und Eurem Vater beides melden!
Vorlage S. 690
382
ALBRECHT.
Vorlage S. 690
383
Das ist vorbei, das ist, als obs nie gewesen wäre! Ich jauchze, dass Elisabeth eine Kette zerbrochen hat, die ich sonst selbst zerbrochen haben würde. Ich will nicht einen Dachziegel von Göppingen oder einen Pfenning zur Auslösung, denn ich könnte mir das Leben, das Atemholen, ebenso gut bezahlen lassen, wie meine neue Freiheit, und was meinen Vater betrifft, so steht mir seit lange eine Bitte an ihn zu, und das soll die sein: dass er es ganz so verhalten möge, wie ich!
Vorlage S. 690
384
TÖRRING.
Vorlage S. 691
385
Dieser Wechsel ist rasch!
Vorlage S. 691
386
NOTHHAFFT VON WERNBERG.
Vorlage S. 691
387
Und kostet Baiern fünfundzwanzigtausend Gulden!
Vorlage S. 691
388
ALBRECHT.
Vorlage S. 691
389
Ich kenn Euch nicht mehr! Knapp, schäl mich ab, ich will selbst fort, und in diesem Aufzug schlepp ich einen Schweif von Hunderten hinter mir her.
Vorlage S. 691
390
EIN KNAPPE
Vorlage S. 691
391
entkleidet den Herzog des Panzerhemdes usw.
Vorlage S. 691
392
ALBRECHT.
Vorlage S. 691
393
Da liegt der Herzog! – Habt Ihr Augen? Schnallt sein Schwert ab. Und da der Ritter! Blumen her, dass ich sie vor ihr ausstreuen kann, wo ich sie finde! Setzt ein Barett auf. Wird mich nun noch jemand erkennen?
Vorlage S. 691
394
TÖRRING.
Vorlage S. 691
395
Ohne Schwert? Jeder wird sich zu täuschen glauben!
Vorlage S. 691
396
ALBRECHT
Vorlage S. 691
397
indem er abgeht.
Vorlage S. 691
398
Freunde, habt Geduld mit mir! Ab.
Vorlage S. 691
399
TÖRRING.
Vorlage S. 691
400
Begreift ihr das?
Vorlage S. 691
401
NOTHHAFFT VON WERNBERG.
Vorlage S. 691
402
Herzog Ernst wird Augen machen! Der besinnt sich etwas länger, wenn sichs um den Verlust von fünfundzwanzigtausend Gulden handelt.
Vorlage S. 691
403
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 691
404
Brüder, richten wir nicht, dass wir nicht gerichtet werden! Das haben wir alle entweder hinter uns oder vor uns. Wenn ihrs noch nicht wisst, so seht ihrs jetzt, warum unsre Altvordern für das Weib den Namen Mannrausch erfanden! Doch diesen Rausch vertreibt man durchs Trinken, wie den andern durch Enthaltsamkeit; je tiefer der Zug, je rascher die Nüchternheit! Darum müssen wir ihm beistehen!
Vorlage S. 691
405
NOTHHAFFT VON WERNBERG.
Vorlage S. 691
406
Aber die absonderlichen Reden wollen wir uns merken, wir können sie einmal wieder ausspielen, seis auch nur, um uns selbst unsrer Haut gegen ihn zu wehren. »Habt ihr Augen? – Blumen her! – Ich kenn euch nicht mehr!« Damit belad ich meinen Esel. Sammelt ihr auf, was heut abend abfällt, denn ohne Zweifel trifft der neue Adam seine Eva beim Tanz. Vielleicht ists der Engel von Augsburg?
Vorlage S. 691
407
TÖRRING.
Vorlage S. 691
408
Der Engel von Augsburg?
Vorlage S. 691
409
NOTHHAFFT VON WERNBERG.
Vorlage S. 691
410
So nennt man hier eine Baderstochter, Agnes Bernauer, deren Schönheit die halbe Stadt verrückt machen soll. Wollen wir die Bude ihres Vaters einmal aufsuchen? Wir können uns die Bärte stutzen lassen, und wer weiß, ob wir das Wunder bei dieser Gelegenheit nicht zu sehen bekommen.
Vorlage S. 691
411
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 692
412
Topp! Alle ab.
Vorlage S. 692
413
Grosser Saal im Tanzhause der Stadt.
Vorlage S. 692
414
Festlich geschmückt mit den Panieren der Zünfte und den Wappen der Geschlechter. Abend. Die Gäste versammeln sich rasch, die Zunftmeister empfangen.
Vorlage S. 692
415
Funfzehnte Szene
Vorlage S. 692
416
Bürgermeister Hermann Nördlinger kommt mit Nothhafft von Wernberg.
Vorlage S. 692
417
BÜRGERMEISTER.
Vorlage S. 692
418
Ja, Herr Ritter, so läuft nun alles seit jenem unseligen Katharinen-Abend, wo wir den Pöbel mit in den Rat aufnehmen mussten, bei uns durcheinander! Perlen und Erbsen in einem Sack, der Herzog wird das Ausklauben mühsam finden, mich wundert, dass er kommt!
Vorlage S. 692
419
NOTHHAFFT VON WERNBERG.
Vorlage S. 692
420
Ihr habt Euch noch immer nicht gewöhnt? Es ist doch schon lange her.
Vorlage S. 692
421
BÜRGERMEISTER.
Vorlage S. 692
422
Noch nicht lange genug, dass die Hoffnung auf die Rückkehr der guten alten Zeit schon ganz erstickt sein sollte. Seht den Dicken da, das ist der Zunftmeister der Bäcker, der macht die Ehre der Stadt. Seht doch hin! Wenn er dem ankommenden Gast, den er zu begrüßen hat, nicht mit seinem Stierkopf den Brustkasten einstößt, so zerschmettert er einem schon anwesenden ganz sicher durch den Kratzfuß das Schienbein! Was sagt Ihr? Ists nicht, als wenn ein Pferd ausschlüge? Und das sollte man gewöhnen!
Vorlage S. 692
423
NOTHHAFFT VON WERNBERG.
Vorlage S. 692
424
Ihr hättet Euch besser wehren sollen!
Vorlage S. 692
425
BÜRGERMEISTER.
Vorlage S. 692
426
Wir wurden überrumpelt! Kaiser und Reich hätten uns besser beistehen sollen! Was nötigte die Majestät, den vermaledeiten Zunftbrief, der uns abgezwungen wurde, hinterher mit Ihrem Siegel zu versehen? Wir hatten genug zu tun, dass wir uns nur nicht selbst unter die Metzger und Handschuhmacher aufnehmen lassen und unsere alten Namen mit neuen vertauschen mussten. Denn das wurde verlangt.
Vorlage S. 692
427
Sechszehnte Szene
Vorlage S. 693
428
Frauenhoven und Törring kommen.
Vorlage S. 693
429
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 693
430
Da steht der Bürgermeister, der kann es uns sagen! Tritt zum Bürgermeister heran. Ist es wahr, wie man im Reich erzählt, dass der Boden von Augsburg keine Ratten duldet?
Vorlage S. 693
431
BÜRGERMEISTER.
Vorlage S. 693
432
Gewiss ist es wahr, man trifft dies Ungeziefer nimmer! Das war schon so zu den Zeiten des Drusus.
Vorlage S. 693
433
TÖRRING.
Vorlage S. 693
434
Kurios!
Vorlage S. 693
435
Siebzehnte Szene
Vorlage S. 693
436
Trompeten.
Vorlage S. 693
437
BÜRGERMEISTER.
Vorlage S. 693
438
Seine Gnaden der Herzog! Eilt zum Eingang und begrüßt den eintretenden Herzog Albrecht.
Vorlage S. 693
439
ALBRECHT
Vorlage S. 693
440
tritt zu Frauenhoven, Törring und Nothhafft von Wernberg heran.
Vorlage S. 693
441
Da seid ihr!
Vorlage S. 693
442
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 693
443
Wir haben den ganzen Nachmittag gesucht –
Vorlage S. 693
444
ALBRECHT.
Vorlage S. 693
445
Und gefunden –
Vorlage S. 693
446
NOTHHAFFT VON WERNBERG.
Vorlage S. 693
447
Eben jetzt!
Vorlage S. 693
448
ALBRECHT.
Vorlage S. 693
449
Mich, meinst du! O, köstlicher Fund! Ich bedanke mich!
Vorlage S. 693
Max Liebermann – Garten des Waisenhauses in Amsterdam. Vergleichsbild zu Garten, Alltag und Gemeinschaft; keine Buchillustration.
Kontextbild zum Werk. Garten eines Amsterdamer Waisenhauses · Max Liebermann · Public domain Bildquelle ↗
450
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 693
451
Ich strich allein und –
Vorlage S. 693
452
ALBRECHT.
Vorlage S. 693
453
Es ging dir besser, wie mir? Du entdecktest ihre Spur!
Vorlage S. 693
454
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 693
455
Ja!
Vorlage S. 693
456
ALBRECHT.
Vorlage S. 693
457
Warum treff ich dich erst jetzt!
Vorlage S. 693
458
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 693
459
Dies Mädchen – – O! Wohl hattet Ihr recht, uns zu fragen, ob wir Augen hätten!
Vorlage S. 693
460
ALBRECHT.
Vorlage S. 693
461
Du liebst sie auch?
Vorlage S. 693
462
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 693
463
Könnt ich anders?
Vorlage S. 693
464
ALBRECHT.
Vorlage S. 693
465
Frauenhoven, das ist ein großes Unglück! Ich glaubs dir, dass du nicht anders kannst, es wäre Wahnsinn von mir, wenn ich verlangte, dass du entsagen solltest, hier hört die Lehnspflicht auf. Aber wahrlich, auch die Freundschaft, hier beginnt der Kampf um Leben und Tod, hier fragt sichs, in wessen Adern ein Tropfen Bluts übrig bleiben soll! Du lächelst? Lächle nicht! Wenn du das nicht fühlst, wie ich, so bist du nicht wert, sie anzusehen!
Vorlage S. 693
466
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 694
467
Diese pechschwarzen Augen – und wie sie den Hals trägt, recht, um sich daran aufzuhängen – und vor allem diese kastanienbraunen Haare –
Vorlage S. 694
468
ALBRECHT.
Vorlage S. 694
469
Faselst du? Goldne Locken sinds, die sich um ihre Stirn ringeln – demütiger ward nie ein Nacken gesenkt, und ihre Augen können nicht schwarz sein! Nein, nein, wie Meeresleuchten traf mich ihr Strahl, wie Meeresleuchten, das plötzlich fremd und wunderbar aus dem sanften blauen Element aufzuckt und ebenso plötzlich wieder erlischt!
Vorlage S. 694
470
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 694
471
Gnädiger Herr, ich weiß nichts von ihr, es war ein Scherz, den Ihr dem lustigen Ort, wo wir uns befinden, verzeihen mögt!
Vorlage S. 694
472
ALBRECHT.
Vorlage S. 694
473
So flieh! Flieht alle, dass nicht Ernst daraus wird, fürchterlicher Ernst, denn ich sage Euch, die sieht keiner, ohne die höchste Gefahr!
Vorlage S. 694
474
Achtzehnte Szene
Vorlage S. 694
475
AGNES
Vorlage S. 694
476
erscheint, von Caspar Bernauer und Knippeldollinger begleitet.
Vorlage S. 694
477
ALBRECHT
Vorlage S. 694
478
ausbrechend.
Vorlage S. 694
479
Da ist sie!
Vorlage S. 694
480
NOTHHAFFT VON WERNBERG UND FRAUENHOVEN
Vorlage S. 694
481
zugleich.
Vorlage S. 694
482
Wunderschön, das ist wahr!
Vorlage S. 694
483
TÖRRING.
Vorlage S. 694
484
Und der Engel von Augsburg, das ist auch wahr! Dort steht ja der Vater!
Vorlage S. 694
485
ALBRECHT.
Vorlage S. 694
486
Kennst du sie?
Vorlage S. 694
487
TÖRRING.
Vorlage S. 694
488
Man nennt sie hier allgemein den Engel von Augsburg. Sie ist die Tochter eines Baders, gnädiger Herr! Wir ließen uns vorhin die Bärte bei ihm stutzen. Er zeigt auf seinen Bart. Seht Ihr? Der Mann ist geschickt, nicht wahr? Es könnte dem Eurigen auch nicht schaden! Er tritt auf die Gruppe zu. Guten Abend, Meister, da sehen wir uns schon wieder!
Vorlage S. 694
489
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 694
490
Viel Ehre für mich!
Vorlage S. 694
491
ALBRECHT
Vorlage S. 694
492
folgt, zu Agnes.
Vorlage S. 694
493
Jungfrau, warum erteilt Ihr auf den Turnieren nicht den Dank? Was durch Eure Hände geht, ist edler, als Gold, und köstlicher, als Edelstein, wärs auch nur ein grüner Zweig, vom nächsten Busch gebrochen!
Vorlage S. 694
494
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 694
495
Meine Tochter ist an solche Reden nicht gewöhnt, gnädiger Herr; fragt sie aus den sieben Hauptstücken unseres allerheiligsten Glaubens, und sie wird nicht verstummen!
Vorlage S. 694
496
AGNES.
Vorlage S. 695
497
Nicht doch, Vater, der Herzog von Baiern will seine Braut so anreden und macht bei der Bürgerstochter von Augsburg nur die Probe!
Vorlage S. 695
498
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 695
499
Wohl gesprochen, Agnes, aber zum Antworten hast du keine Vollmacht, darum danke Seiner Fürstlichen Gnaden für die Herablassung und komm!
Vorlage S. 695
500
ALBRECHT.
Vorlage S. 695
501
Warum, störriger Alter? Noch habe ich ja kaum den Ton ihrer Stimme gehört, noch kamen die vierundzwanzig Buchstaben nicht alle über ihre Lippen! Abgewandt. Ha, ich könnt sie bitten: sprich dies Wort aus, oder das, oder jenes, nicht des Sinns wegen, nur damit ich erfahre, mit wie viel Musik dein Mund es beschenkt! Zu Caspar Bernauer. Ihr geht doch? So müsst Ihr mir gestatten, Euch zu begleiten! Euer Schatten weicht eher von Euren Schritten, als ich!
Vorlage S. 695
502
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 695
503
Euresgleichen würde neidisch werden!
Vorlage S. 695
504
TÖRRING
Vorlage S. 695
505
faßt Caspar Bernauer unter dem Arm.
Vorlage S. 695
506
Baierns Herzog hat hier seinesgleichen nicht!
Vorlage S. 695
507
Er führt ihn ab, Nothhafft von Wernberg gesellt sich zu Knippeldollinger und folgt.
Vorlage S. 695
508
ALBRECHT
Vorlage S. 695
509
zu Agnes, die ebenfalls folgt und sich ihrem Vater zu nähern sucht.
Vorlage S. 695
510
Mädchen, ich täuschte mich nicht, du hast heut morgen nach mir gesehen. Galt der Blick mir oder meinem venezianischen Helmbusch?
Vorlage S. 695
511
AGNES.
Vorlage S. 695
512
Ich zitterte für Euch, gnädiger Herr, Ihr schautet zu mir herüber und rittet gegen den Feind, ich dachte, Ihr müsstet Schaden nehmen!
Vorlage S. 695
513
ALBRECHT.
Vorlage S. 695
514
Und das war dir nicht gleichgültig? Sie verlieren sich, nebst den andern, im Gewimmel.
Vorlage S. 695
515
BARBARA
Vorlage S. 695
516
mit Martha und andern Mädchen hervortretend.
Vorlage S. 695
517
Ha, ha, ha! Sagt ichs euch nicht, dass es besser sei, zu Hause zu bleiben? Nun freut euch, wenn ihr könnt!
Vorlage S. 695
518
MARTHA.
Vorlage S. 695
519
Ei, dies ist ja gut! Wenn der Herzog sie mitnimmt, steht sie uns ebensowenig mehr im Wege, als wenn sie gen Himmel fährt!
Vorlage S. 695
520
BARBARA.
Vorlage S. 695
521
Mitnimmt! Wo denkt ihr hin! Er wird sie schon hier lassen! Aber sie wird noch im Wert steigen, nun auch er genickt hat! Seht euch nur um, wie alles guckt und flüstert! Gehen vorüber.
Vorlage S. 695
522
NOTHHAFFT VON WERNBERG
Vorlage S. 696
523
kommt mit Knippeldollinger, ihm tritt entgegen.
Vorlage S. 696
524
BÜRGERMEISTER NÖRDLINGER
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525
mit einem Fräulein.
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526
Herr Ritter – meine Base, Juliana Peutinger – sie hat des Kaisers Majestät schon als vierjähriges Jungfräulein im Namen des Rats mit einer kleinen lateinischen Rede begrüßt! Ich mögte sie Seiner Gnaden gern aufführen!
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NOTHHAFFT VON WERNBERG
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mit ihm weiter gehend.
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529
Nachher, Herr Bürgermeister, nachher! Leise. Der Herzog ist von den Bürgern so warm empfangen worden, sie haben sich die Kehle fast abgeschrien, Ihr seht, er bezeugt sich dankbar!
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530
Gehen vorüber.
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ALBRECHT
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kommt mit Agnes.
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533
Nun sprich auch du! Was sagst du dazu?
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AGNES.
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535
Mir ist, als hört ich eine Geige mehr, süß klingts, auch träumt sichs schön dabei.
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536
ALBRECHT.
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537
Ich frage dich, ob du mich lieben kannst!
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538
AGNES.
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539
Das fragt eine Fürstentochter, doch nicht mich!
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540
ALBRECHT.
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541
O sprich!
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542
AGNES.
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543
Schont mich, oder fragt mich, wie man ein armes Menschenkind fragt, von dem man glaubt, dass ein ungeheures Unglück es treffen könne!
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544
ALBRECHT.
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545
Dies Wort –
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546
AGNES.
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547
Legts nicht aus, ich bitt Euch, zieht niemanden die Hand weg, wenn er sie über die Brust hält.
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548
CASPAR BERNAUER
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549
der mit Törring gefolgt ist und sich Agnes zu nähern sucht.
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550
Morgen, Herr Graf, morgen!
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551
KNIPPELDOLLINGER
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552
der mit Nothhafft von Wernberg neben den beiden geht, zu Törring.
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553
Einen, der das Blut besprach, habe ich selbst gekannt.
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554
ALBRECHT.
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555
Agnes, du verkennst mich! Ich liebe dich!
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556
CASPAR BERNAUER
Vorlage S. 696
557
tritt zwischen beide.
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558
Komm, mein Kind! Auch du hast Ehre zu verlieren! Er will sie abführen.
Vorlage S. 696
559
ALBRECHT
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560
vertritt ihm den Weg.
Vorlage S. 696
561
Ich liebe sie, aber ich würds ihr nimmer gesagt haben, wenn ich nicht hinzufügen wollte: ich werb um sie!
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562
NOTHHAFFT VON WERNBERG.
Vorlage S. 696
563
Gnädiger Herr!
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564
FRAUENHOVEN.
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565
Albrecht! Kennst du deinen Vater?
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566
TÖRRING.
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567
Denkt an Kaiser und Reich! Ihr seid ein Wittelsbach! Es ist nur zur Erinnerung.
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568
ALBRECHT.
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569
Nun, Alter, fürchtest du noch für ihre Ehre?
Vorlage S. 697
570
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 697
571
Nein, gnädiger Herr, aber – – Vor funfzig Jahren hätte sie bei einem Turnier nicht einmal erscheinen dürfen, ohne gestäupt zu werden, denn damals wurde die Tochter des Mannes, der dem Ritter die Knochen wieder einrenkt und die Wunden heilt, noch zu den Unehrlichen gezählt. Es ist nur zur Erinnerung!
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572
ALBRECHT.
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573
Und nach funfzig Jahren soll jeder Engel, der ihr gleicht, auf Erden einen Thron finden, und hätte ihn einer ins Leben gerufen, der dir noch die Hand küssen muss. Dafür soll mein Beispiel sorgen!
Vorlage S. 697
574
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 697
575
Er ist verrückt! Zu Albrecht. Nur hier nicht weiter, nur heute nicht! Alles wird aufmerksam und auf jeden Fall muss die Sache geheim bleiben!
Vorlage S. 697
576
ALBRECHT
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577
zu Caspar Bernauer.
Vorlage S. 697
578
Darf ich morgen kommen?
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579
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 697
580
Wenn ich auch nein sagte, was hülfe es mir?
Vorlage S. 697
581
ALBRECHT.
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582
Agnes?
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583
AGNES.
Vorlage S. 697
584
Wer rief mir doch heute morgen zu: geh ins Kloster? Mir deucht, ich sehe jetzt einen Finger, der mich hinein weist!
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585
ALBRECHT.
Vorlage S. 697
586
Dir schwindelt! Halt dich an mich! Und ob die Welt sich dreht, du wirst fest stehen!
Vorlage S. 697
587
CASPAR BERNAUER.
Vorlage S. 697
588
Gnädiger Herr, wir beurlauben uns! Die fällt mir sonst um! Ab mit Agnes und Knippeldollinger.
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589
ALBRECHT.
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590
Ich muss – Will folgen.
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591
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 697
592
Keinen Schritt! Ihretwegen, wenn nicht deinetwegen.
Vorlage S. 697
593
ALBRECHT.
Vorlage S. 697
594
Du kannst recht haben!
Vorlage S. 697
595
FRAUENHOVEN.
Vorlage S. 697
596
Sprich jetzt auch mit anderen! Sprich mit allen! Und lange, ich bitte dich, lange!
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597
ALBRECHT.
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598
Ich hätte so gerne noch meinen Namen von ihren Lippen gehört! Doch – wer will denn auch Weihnacht, Ostern und Pfingsten auf einmal feiern! – – Er mischt sich unter die übrigen Gäste. Ihm tritt Bürgermeister Nördlinger mit dem Fräulein entgegen.
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Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Spät am Abend ist …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Nun ja, weil er seine Blumen zu verschenken anfängt, das pflegt ein Gärtner nicht zu tun, und gekauft habt Ihr sie doch gewiss nicht?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Nun, Caspar, nicht hochmütig, du hast wohl auch deinen Sparren!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Nun, recht hat er, es wird lustig zugehen, ich freu mich auch!« B: »So müsst Ihr mir gestatten, Euch zu begleiten!« C: »Gestrenger Herr, die reichsfreie Stadt Augsburg heißt Euch nach ruhmvoll bestandenem Turnier in Eurer Herberge willkommen, und dankt Euch, dass Ihr ihre Patrizier einer Lanze gewürdigt habt.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Wenn er dem ankommenden Gast, den er zu begrüßen hat, nicht mit …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Meine Tochter ist an solche Reden nicht gewöhnt, gnädiger Herr; fragt sie aus den sieben Hauptstücken unseres allerheiligsten Glaubens, und sie wird nicht verstummen!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ich liebe sie, aber ich würds ihr nimmer gesagt …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Ich weiß nicht, was ich tun soll. Er hält den Blumenstrauß empor. Zertret ich dich? Um die schönen Rosen wärs schade, die sind unschuldig! Oder überreich ich dich? Nein, gewiss nicht, und das hätt ich ihm […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] irgendwo zu sehen bekäme, oder gar in der Türkei, wo sie doch gewiss viele unschuldig hängen, ein Alräunchen erwischte! Aber dann dacht ich immer: Du verstehst die Leute ja nicht und sie dich auch nicht! und blieb daheim! Ab.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] mit seinen Freiknechten fehlen, der freilich gute Gründe hat, nicht unter ehrlichen Christenmenschen zu erscheinen!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Ich zitterte für Euch, gnädiger Herr, Ihr schautet zu mir herüber und rittet gegen den Feind, ich dachte, Ihr müsstet Schaden nehmen!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Ich liebe sie, aber ich würds ihr nimmer gesagt haben, wenn ich nicht hinzufügen wollte: ich werb um sie!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Vater, all die Augen – es ist mir, als ob mich gerade so viel Bienen stächen! Und Er weiß ja, sie sehen alle nach mir!« und »Ihr habt Euch noch immer nicht gewöhnt? Es ist doch schon lange her.«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Ich hätte so gerne noch meinen Namen von ihren Lippen gehört! Doch – wer will denn auch Weihnacht, Ostern und Pfingsten auf einmal feiern! – – Er mischt sich unter die übrigen Gäste. Ihm tritt Bürgermeister […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Ich weiß nicht, was ich tun soll. Er hält den Blumenstrauß empor. Zertret ich dich? Um die schönen Rosen wärs […]« / »Ich hätte so gerne noch meinen Namen von ihren Lippen gehört! Doch – wer will denn auch Weihnacht, Ostern und […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Um die schönen Rosen wärs schade, die sind unschuldig!«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Ich danke jetzt, Herr Bürgermeister, ich danke für das Geleite!«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Ihm tritt Bürgermeister Nördlinger mit dem Fräulein entgegen.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Agnes Bernauer von Hebbel, Friedrich ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Agnes Bernauer

Friedrich Hebbel: Werke. Herausgegeben von Gerhard Fricke, Werner Keller und Karl Pörnbacher, Band 1–5, München: Hanser, 1963. Hebbel, Friedrich 680- München

Das Werk Agnes Bernauer von Hebbel, Friedrich ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.