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Buch - 1. Florian und Creszenz - Auerbach, Berthold

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Originalwerk · Lesefassung

1. Florian und Creszenz

Auerbach, Berthold · 1812–1863

1. Florian und Creszenz von Auerbach, Berthold. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

ErzählungKlasse 9–10 · 11–1317 Abschnitte
Porträt von Auerbach, Berthold; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Auerbach, Berthold · nach einem Gemälde von E. Hader, herausgegeben 1882 von Sophus Williams Verlag Berlin. · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 17

1. Mädchen am Brunnen

1
1.
Vorlage S. 3
2
Mädchen am Brunnen.
Vorlage S. 3
3
Am Samstag Abend hörte man im Hause des rothen Schneiderle von Stube zu Stube singen und trällern, Thüren wurden auf- und zugeschlagen, Fenster aufgesperrt, Stühle und Bänke gerückt, man hörte den Kehrbesen walten; aber aus Allem hervor tönte der Gesang einer klangvollen Mädchenstimme, Trepp auf und Trepp ab. Kaum war ein Lied geendigt, begann ein anderes, lustig und traurig, Alles durch einander. Endlich kam die Sängerin zum Vorschein: es war ein stämmiges, aber im schönsten Ebenmaß gebautes Mädchen. Das grauwollene gestrickte Wämschen ließ enganliegend die runden, vollen Formen, die sanften Wölbungen des Busens bestimmt und zart hervortreten, die Schürze war halb zurückgesteckt und bildete einen spitzen Winkel. Mit dem Melkkübel in der Hand ging es in den Stall. Jetzt konnte man eines der Lieder genau vernehmen, es lautete:
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4
Steig i auf de Kirschebaum,
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5
De Kirsche z'wege net,
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6
Haun g'moant i wott mein Schätzle seh'n,
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7
I gsieh 'nes aber et.
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8
's isch no nit lang dass's geregnet hat,
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9
Die Bäume tröpflet no,
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10
I haun emol e Schätzle g'hätt,
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11
I wott i hätt es no.
Vorlage S. 3
12
Jetzt ist es aber g'wandret,
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13
Dem Unterländle zua,
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14
Jetzt haun i wieder en andre –
Vorlage S. 3
15
's ist au e braver Bua.
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16
Den Wasserkübel unter dem Arme kam das Mädchen wieder zum Vorschein, es verschloss das Haus und legte den Schlüssel unter die daneben stehende Reisbeige. Der Rathhausbrunnen war ausgeschöpft und verschlossen, auch der obere Brunnen war verschlossen und wurde nur vom Soges Morgens und Abends geöffnet, um daraus je nach der Kopfzahl der Familien das Wasser zu vertheilen. Dieser Wassermangel ist ein großer Nebelstand, besonders im hohen Sommer.
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17
Unterwegs rief des Anschels Beßle:
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18
»Creszenz, wart', ich geh mit.«
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19
»Komm, mach tapfer. Bis wann kommt denn dein Chusen 1 wieder? entgegnete Creszenz.«
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20
»Bis auf unsere Pfingsten, heut über vierzehn Tag'.«
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21
»Bis wann machet ihr denn Chasne?« 2
Vorlage S. 4
22
»Bis nach Sückes; 3 du musst bei meinem Leben auch den ganzen Tag beim Tanz sein, da wollen wir uns auch noch einmal recht lustig machen, wir sind doch immer gut Freund gewesen.«
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23
»Beßle, du hättest sollen hier bleiben, du hättest sollen den Seligmann heirathen, was man daheim hat, weiß man; so weit in's Elsaß hinein – wie weiter wie g'heiter, sagt man als, wer weiß wie es dort ist.«
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24
»Wie kannst du nur so reden?« erwiderte Beßle, »hab' ich denn mit meinen 400 Gulden das Auslesen? und drüben sind das fast 1000 Frank, das ist schon eher ein Wort. Und du? bleibst denn du im Dorf? Wenn dein Geometer einmal eine Anstellung kriegt, musst du nicht auch fort? Ei hab' ich dir denn auch schon gesagt, mein Chusen ist vorlängst von Straßburg aus mit dem Florian auf den Schramberger Markt gegangen. Der Florian hat, was weiß ich wie viel? gewiss dreihundert Karlin in seinem Beigürtel gehabt, um Ochsen einzukaufen. Er führt sich wie ein Prinz, und sein Herr vertraut ihm sein ganz Vermögen an; man sagt, er gibt ihm seine Tochter.«
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25
»Ich wünsch' ihm Glück und Segen dazu.«
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26
»Nu, nu, stell' dich nur nicht so, du hast doch den kleinen Finger vom Florian lieber gehabt, als den ganzen Geometer.«
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27
»Und wenn auch, er hat nichts und ich hab' nichts, und zweimal nichts gibt gar nichts, sagt der alt' Schmiedjörgli.«
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Die beiden Mädchen waren zum Brunnen gelangt, viele standen schon hier und harrten der hohen Obrigkeit.
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29
»Weißt auch schon, Creszenz?« rief des Christians Dorle, »vor einer Stund' ist der Florian wieder kommen; jetzt hast's gut, jetzt kannst zweispännig fahren.«
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Porträt von Auerbach, Berthold; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Auerbach, Berthold · nach einem Gemälde von E. Hader, herausgegeben 1882 von Sophus Williams Verlag Berlin. · Public domain Bildquelle ↗
30
»Du hast's nötig aufzubegehren,« erwiderte Creszenz, »du brenndürrer Bohnenstecken du; du darfst dein Kammerlädle noch so weit aufsperren, es kommt doch Keiner.«
Vorlage S. 5
31
»So ist's recht,« sagte eine keck aussehende Person, die Leichkäther genannt, weil sie alle Todten in: Dorfe einkleidet; sie fuhr sich vergnügt mit der Hand über den Mund und sagte dann weiter: »wechselt's ihr nur, Creszenz, man weiß wohl, in eurem Haus wird alles gleich baar ausbezahlt.« Sie machte eine leicht verständliche Handbewegung.
Vorlage S. 5
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»Gelt, dir pfupfert's, weil man dir nichts borgt?« erwiderte die Bedrängte; »du hast's gut angefangen, Dorle, der da die Zung' zu heben.«
Vorlage S. 5
33
»Was brauchst denn aber auch gleich mit dem Dorle so zu balgen?« sagte des Melchiors Lenorle, »es hat's ja nicht so bös gemeint, man darf ja auch einen Spaß machen.«
Vorlage S. 5
34
»Ist denn der Florian im Ernst kommen?« fragte Creszenz leise.
Vorlage S. 6
35
»G'wiß!« rief die Leichkäther laut; »gib nur Acht, du Hanfkrott, du wirst deinen Kopf nimmer so hoch tragen wie ein Schlittengaul; der Florian wird deinem Geometer schon das Land vermessen.«
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36
Der Soges erschien, ein zweiter Moses, der den Töchtern Jethro's den Brunnen öffnete; er schien aber um keine zu freien, denn er war nicht besonders freundlich.
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»Gib der Creszenz den Rahm vom Wasser, die muss heut' noch ihrem Geometer seinen steifen Kragen waschen,« schrie die Käther.
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38
»Lass sie schwätzen,« sagte das Lenorle, »man kann ihr nicht weher tun als wenn man sie allein belfern lässt; sie macht's grad wie die Hund', die bellen Einen an, und wenn man seines Weges fortgeht und nichts mit ihnen macht, kehren sie wieder heim und bellen einen Andern an, der vorbei geht. Narr, die möcht' gern ein jedes so schlecht machen, wie sie ist; aber vor dem Florian musst dich jetzt in Acht nehmen, sonst gibt's böse Sachen.«
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39
»Ja,« sagte ein anderes Mädchen, »er hat viel Geld heimbracht und hat seinem Vater gleich eine goldene Karlin geben. Das Geld wird sich umguckt haben, wie es da in der Stube gewesen ist. Der Alt' ist ja so arm, dass die Mäus' von ihm verlaufen sind.«
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40
»Der Florian kann sich fünfmal aus- und ankleiden, so viel schöne Kleider hat er bei sich,« sagte ein drittes Mädchen.
Vorlage S. 7
41
»Und er spricht fast lauter französisch.«
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42
»Und er hat eine Uhr mit einem Behäng, wo sein ganz Handwerkzeug von Silber dran ist.«
Vorlage S. 7
43
»Und ein schwarz Schnauzbärtle hat er zum Küssen.«
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44
Ein Lärm unterbrach die schnellen Berichte.
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45
»Was stoßst mich so?« sagte Käther zu des Kilians Annele, »Narr, ich bin kein reicher Bursch.«
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46
»Sei still du, du bist ja schon zweimal im Spinnhaus gewesen und das drittemal steht dir schon auf der Stirn.«
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47
»Wart, ich will dir's auf die Stirn schreiben,« schrie die Käther, und stieß mit ihrem Kübel nach dem Annele; dieses aber hatte den Schlag abgewehrt und gab dafür einen andern zurück. Nun ging's an ein gewaltiges Ringen, die Kübel wurden auf die Erde geworfen, die beiden Kämpfenden fassten sich mit den Händen. Eine Weile sahen die Anderen müßig zu, dann aber wehrte Alles ab, und besonders der Soges schlug hüben und drüben drein. Wie zwei Streithähne, die von einander gejagt wurden, blickten sich die Feinde noch grimmig an, indem sie ihre Kübel zur Hand nahmen. Das Annele strich sich weinend die Haare aus dem Gesicht, es klagte, dass niemand vor der Käther Ruhe habe und dass die ganze Bürgerschaft dafür sorgen sollte, dass sie auf ewig in's Spinnhaus käme.
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48
Die Reihe war endlich an Creszenz gekommen. Sie trug nun den schweren Kübel auf dem Kopfe, aber noch schwerer war's ihr im Herzen. Große Tränen kugelten über ihre Wangen, aber sie that als ob der Kübel tropfe, und fuhr immer mit der rechten Hand und mit der Schürze über dessen untern Rand; sie ahnte wohl, welche Verwirrung die nächsten Tage bringen konnten: hatte ja diese schon in ihrem Herzen begonnen.
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49
Zu Hause vollzog sie die Arbeit, ohne mehr einen Ton zu singen.
Vorlage S. 8
50
Man wird sich vielleicht wundern, dass auf einmal ein so vornehmer Mann und eine so betitelte Person, wie ein Geometer ist, im Dorfe eine so entschiedene Rolle spielt; man erinnere sich aber, dass diese Geschichte zur Zeit der Landesvermessung vor sich geht: wie dadurch das ganze Land endlich genau abgezirkelt zu Papier gebracht und auch nicht das verborgenste Winkelchen in Wald und Feld vergessen wurde, so ward auch aller Orten in das Leben des Volks ein neues Element geworfen.
Vorlage S. 8
51
Da kamen auf eine Zeit lang Städter in das Dorf; sie waren nicht Schullehrer und nicht Pfarrer, es waren meist lebenslustige junge Leute, und welche Bedeutung sie in der Mädchenwelt gewonnen, haben wir bereits ersehen.
Vorlage S. 9
52
Die Vollzieher des in staatswirthschaftlicher Hinsicht gewiss sehr zweckmäßigen Unternehmens hießen Geometer. Auf dem Dorfe hießen die Feldmesser eben Feldmesser, zur Erhöhung der Amtswürde sowohl als auch zur Verbreitung griechischer Bildung unter den Bauern hießen die neuen Herren: Geometer. Die Gespielin der Creszenz hatte einen Obergeometer (oder wie er eigentlich folgerecht heißen sollte, Hypergeometer) geheirathet und wohnte in Biberach. Dadurch hatte Creszenz Bekanntschaft mit dem Collegen bekommen und die Eltern förderten sie auf alle Weise, denn das war eine herrliche Versorgung. Der rothe Schneiderle sah schon im Geiste seine Tochter als Frau Obergeometerin.
Vorlage S. 9
53
Fußnoten
Vorlage S. 9
54
1 Ebräisch – Bräutigam.
Vorlage S. 9
55
2 Hochzeit.
Vorlage S. 9
56
3 Laubhüttenfest.
Vorlage S. 9

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

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Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Jetzt konnte man eines der …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Bis wann kommt denn dein Chusen 1 wieder? […] Creszenz.««

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »»So ist's recht,« sagte eine keck aussehende Person, die Leichkäther genannt, weil sie alle Todten in: Dorfe einkleidet; sie fuhr sich vergnügt mit der Hand über den Mund und sagte dann weiter: »wechselt's ihr nur, Creszenz, man weiß wohl, in eurem Haus wird alles gleich baar ausbezahlt.« Sie machte eine leicht verständliche Handbewegung.«

Eine Antwort ist richtig.

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4. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich einen Grund oder eine daraus gezogene Folge? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

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5. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »»Ist denn der Florian im Ernst kommen?« fragte […] leise.«

Eine Antwort ist richtig.

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6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Der Rathhausbrunnen war ausgeschöpft und verschlossen, auch der obere Brunnen war verschlossen und wurde nur vom Soges Morgens und Abends geöffnet, um daraus je nach der Kopfzahl der Familien das Wasser zu vertheilen.« B: »»du hast's gut angefangen, Dorle, der da die Zung' zu heben.«« C: »Eine Weile sahen die Anderen müßig zu, dann aber wehrte Alles ab, und besonders der Soges schlug hüben und drüben drein.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »»Was stoßst mich so?« sagte Käther zu des …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Nun ging's an ein […] Ringen, die Kübel wurden auf die Erde geworfen, die beiden Kämpfenden fassten sich mit den Händen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

9. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Zu Hause vollzog sie die Arbeit, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

10. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »»Gelt, dir pfupfert's, weil man dir nichts borgt?« erwiderte die Bedrängte;«

Eine Antwort ist richtig.

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Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Am Samstag Abend hörte man im Hause des rothen Schneiderle von Stube zu Stube singen und trällern, Thüren wurden auf- und zugeschlagen, Fenster aufgesperrt, Stühle und Bänke gerückt, man hörte den Kehrbesen […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
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2. Fasse diese Textstelle in eigenen Worten zusammen: »»Weißt auch schon, Creszenz?« rief des Christians Dorle, »vor einer Stund' ist der Florian wieder kommen; jetzt hast's gut, jetzt kannst zweispännig fahren.«« Was ist für ihr Verständnis besonders wichtig?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Gib die zentrale Aussage oder Situation wieder, ohne etwas hinzuzuerfinden.
  • Nenne eine Einzelheit aus der Passage, auf die sich deine Zusammenfassung stützt.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Geld oder Besitz geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »»Ja,« sagte ein anderes Mädchen, »er hat viel Geld heimbracht und hat seinem Vater gleich eine goldene Karlin geben. Das Geld wird sich umguckt haben, wie es da in der Stube gewesen ist. Der Alt' ist ja so arm, dass die Mäus' von ihm […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
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4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Beziehungen zwischen Figuren geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] sein Herr vertraut ihm sein ganz Vermögen an; man sagt, er gibt ihm seine Tochter.««

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um die Umgebung oder die Natur geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] zu Papier gebracht und auch nicht das verborgenste Winkelchen in Wald und Feld vergessen wurde, so ward auch aller Orten in das Leben des Volks ein neues Element geworfen.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Prüfe, ob es in dieser Passage um Regeln oder Erwartungen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] vor der Käther Ruhe habe und dass die ganze Bürgerschaft dafür sorgen sollte, dass sie auf ewig in's Spinnhaus käme.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

7. Vergleiche diese beiden Stellen: »»Weißt auch schon, Creszenz?« rief des Christians Dorle, »vor einer Stund' ist der Florian wieder kommen; jetzt hast's gut, jetzt […]« und »»Der Florian kann sich fünfmal aus- und ankleiden, so viel schöne Kleider hat er bei sich,« sagte ein drittes Mädchen.«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

8. Am Abschnittsende steht: »Die Vollzieher des in staatswirthschaftlicher Hinsicht gewiss sehr zweckmäßigen Unternehmens hießen Geometer. Auf dem Dorfe hießen die Feldmesser eben Feldmesser, zur Erhöhung der Amtswürde sowohl als auch zur […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

9. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Am Samstag Abend hörte man im Hause des rothen Schneiderle von Stube zu Stube singen und trällern, Thüren […]« / »Die Vollzieher des in staatswirthschaftlicher Hinsicht gewiss sehr zweckmäßigen Unternehmens hießen Geometer. […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Am Samstag Abend hörte man im Hause des rothen Schneiderle von Stube zu Stube singen und trällern, Thüren wurden auf- und zugeschlagen, Fenster aufgesperrt, Stühle und Bänke gerückt, man hörte den Kehrbesen walten; aber aus Allem hervor tönte der Gesang einer klangvollen Mädchenstimme, Trepp auf und Trepp ab.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »»gib nur Acht, du Hanfkrott, du wirst deinen Kopf nimmer so hoch tragen wie ein Schlittengaul; der Florian wird deinem Geometer schon das Land vermessen.««. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Der rothe Schneiderle sah schon im Geiste seine Tochter als Frau Obergeometerin.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk 1. Florian und Creszenz von Auerbach, Berthold ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

1. Florian und Creszenz

Berthold Auerbach: Gesammelte Schriften, 2. Gesammtausgabe, Band 2, Stuttgart: Cotta, 1863. Auerbach, Berthold 1- Stuttgart

Das Werk 1. Florian und Creszenz von Auerbach, Berthold ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.