Bleche und Profile maschinell abkanten - Schmied


Bleche und Profile maschinell abkanten - Schmied
Einleitung
Beim maschinellen Abkanten werden Bleche oder aus Blech hergestellte Profile entlang einer geraden Biegelinie plastisch umgeformt. Das Verfahren gehört zum Biegeumformen und damit zur Hauptgruppe Umformen. In der Schmiede- und Metallgestaltung ergänzt es klassische Verfahren wie Schmieden, Treiben, Richten und Schweißen. Typische Werkstücke sind Winkel, U-Profile, Z-Profile, Hutprofile, Konsolen, Abdeckungen, Beschläge, Gehäuse, Einfassungen und Bauteile für Tore, Geländer oder kunsthandwerkliche Konstruktionen.
Dieser Lernkurs richtet sich an Auszubildende im Schmiede-, Metallbau- und Metallgestaltungsbereich. Du lernst, technische Zeichnungen auszuwerten, Werkstoff und Biegeverfahren zu berücksichtigen, geeignete Werkzeuge auszuwählen, eine Abkantmaschine sicher einzurichten, Probebiegungen zu beurteilen und die Qualität des fertigen Werkstücks zu prüfen.

Eine Abkantpresse kann sehr große Kräfte entwickeln. Deshalb dürfen Einrichten, Programmieren und Bedienen nur nach betrieblicher Unterweisung, Maschinenfreigabe und entsprechend den geltenden Schutzmaßnahmen erfolgen. Dieser Kurs ersetzt keine praktische Unterweisung an der konkreten Maschine.
Lernziele
Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du:
- Abkanten als Biegeumformverfahren fachlich einordnen.
- Gesenkbiegen, Freibiegen und Schwenkbiegen unterscheiden.
- Stempel, Matrize, Hinteranschlag und Bombierung erklären.
- Biegezeichnung, Werkstoff, Blechdicke, Biegeradius und Biegelänge auswerten.
- eine sinnvolle Biegefolge für einfache Blechprofile planen.
- Rückfederung und Maßänderungen beim Biegen berücksichtigen.
- Maschinen- und Werkzeuggrenzen anhand betrieblicher Unterlagen prüfen.
- typische Gefährdungen erkennen und Schutzmaßnahmen anwenden.
- Winkel, Schenkellängen, Radien und Oberflächen am Werkstück kontrollieren.
- Fehlerbilder analysieren und geeignete Korrekturen ableiten.
Fachliche Grundlagen
Abkanten als Umformverfahren
Beim Biegen wird der Werkstoff auf der Außenseite der Biegung gedehnt und auf der Innenseite gestaucht. Dazwischen liegt die neutrale Faser, deren Länge sich idealisiert kaum verändert. Wird die Fließgrenze des Werkstoffs überschritten, bleibt ein dauerhafter Biegewinkel bestehen. Ein elastischer Anteil der Verformung geht nach dem Entlasten jedoch zurück. Dieses Verhalten heißt Rückfederung.

Die Rückfederung wird unter anderem beeinflusst durch:
- Werkstoff und Festigkeit.
- Verhältnis von Innenradius zu Blechdicke.
- Biegewinkel und Biegeverfahren.
- Walzrichtung des Blechs.
- Werkzeuggeometrie und Eindringtiefe.
- Streuungen bei Blechdicke und Materialeigenschaften.
Die erforderliche Überbiegung oder Maschinenkorrektur wird nicht geschätzt, sondern durch Herstellerdaten, Biegetabellen, CNC-Daten, Winkelmesssysteme und eine kontrollierte Probebiegung ermittelt.
Gesenkbiegen an der Abkantpresse
Bei der Abkantpresse liegt das Werkstück auf dem Unterwerkzeug. Der Stempel bewegt sich in Richtung der Matrize und biegt das Blech entlang einer geraden Linie. Ein Hinteranschlag positioniert das Werkstück reproduzierbar. Moderne Maschinen steuern mehrere Achsen und können Biegefolge, Anschlagposition, Hubtiefe und Korrekturwerte speichern.

Zu den wichtigsten Baugruppen gehören:
- Maschinengestell: nimmt die beim Biegen entstehenden Kräfte auf.
- Pressbalken: trägt das Oberwerkzeug und führt die Arbeitsbewegung aus.
- Stempel: überträgt die Kraft auf das Werkstück.
- Matrize: bildet mit ihrer Öffnung das Unterwerkzeug.
- Hinteranschlag: legt die Lage der Biegelinie fest.
- Steuerung: verwaltet Programme, Achsen, Korrekturen und Werkzeugdaten.
- Schutzeinrichtungen: überwachen oder sichern den Gefahrenbereich.
- Bombierung: gleicht die elastische Durchbiegung von Maschine und Werkzeug über die Biegelänge aus.
Freibiegen, Gesenkbiegen und Prägen
Beim Freibiegen oder Luftbiegen berührt das Blech die Matrize an zwei Auflagepunkten und den Stempel an einem dritten Punkt. Der Winkel entsteht hauptsächlich durch die Eindringtiefe des Stempels. Mit einem Werkzeugsatz lassen sich dadurch unterschiedliche Winkel herstellen. Das Verfahren benötigt vergleichsweise geringere Presskraft, reagiert aber empfindlich auf Schwankungen bei Material und Blechdicke.
Beim Biegen auf Grund wird das Werkstück stärker an die Werkzeuggeometrie angelegt. Der erreichbare Winkel wird stärker durch Stempel und Matrize bestimmt. Die Presskraft ist höher als beim Freibiegen.
Beim Prägen wird das Material mit sehr hoher Flächenpressung in die Werkzeugform gedrückt. Das Verfahren erfordert deutlich höhere Kräfte und darf nur eingesetzt werden, wenn Maschine, Werkzeug, Werkstoff und Arbeitsplan dafür ausdrücklich ausgelegt sind. Im Ausbildungsalltag ist Freibiegen häufig das wirtschaftlichere Standardverfahren.

Schwenkbiegen
Beim Schwenkbiegen wird das Blech zwischen Ober- und Unterwange gespannt. Eine Biegewange schwenkt um die Biegelinie und formt den herausragenden Schenkel. Das Verfahren eignet sich besonders für große Flächen, kurze Schenkel, empfindliche Oberflächen und wiederkehrende Profilformen. Im Unterschied zur Abkantpresse wird das Werkstück nicht mit einem Stempel in eine V-Matrize gedrückt.


Bleche und Profile fachgerecht unterscheiden
Ein Blechprofil entsteht, wenn ein flacher Zuschnitt durch eine oder mehrere geradlinige Biegungen geformt wird. Beispiele sind L-, U-, Z- und Hutprofile. Solche Profile können auf einer Abkantpresse oder Schwenkbiegemaschine hergestellt werden.
Bereits geschlossene oder stark versteifte Profile, Rohre und Hohlprofile dürfen nicht ohne Weiteres wie ein flacher Blechzuschnitt in einer V-Matrize gebogen werden. Dabei können Querschnitte einknicken, sich verdrehen oder örtlich zusammengedrückt werden. Für das Biegen vorhandener Profile werden je nach Aufgabe formangepasste Werkzeuge, Dornbiegetechnik, Rollen- oder Profilbiegemaschinen eingesetzt. Dieser Lernkurs konzentriert sich auf das Abkanten von Blechen und auf Profile, die durch mehrere Abkantungen aus einem Zuschnitt entstehen.
Werkstoff und Biegeergebnis
Werkstoffkennwerte und Walzrichtung
Stahl, nichtrostender Stahl, Aluminium, Kupfer und Messing reagieren beim Biegen unterschiedlich. Höhere Festigkeit führt in der Regel zu höherem Kraftbedarf und stärkerer Rückfederung. Kleine Innenradien erhöhen die Dehnung an der Außenseite und damit die Gefahr von Anrissen.
Die Walzrichtung kann die Biegbarkeit beeinflussen. Bei kritischen Werkstoffen und engen Radien wird die Biegelinie nach Möglichkeit so angeordnet, dass die Gefahr von Rissen verringert wird. Verbindlich sind Zeichnung, Werkstoffdatenblatt, betriebliche Vorgaben und Biegetabelle.
Vor dem Biegen prüfst Du:
- Werkstoffbezeichnung und Materialzustand.
- Blechdicke und tatsächliche Dickenschwankung.
- Oberflächenzustand und Beschichtung.
- Walzrichtung, falls sie für das Bauteil relevant ist.
- geforderten Innenradius.
- zulässige Toleranzen und Sichtflächen.
Innenradius, Matrizenweite und Mindestflansch
Die Matrizenöffnung beeinflusst Innenradius, Kraftbedarf und erforderliche Mindestschenkellänge. Eine größere V-Öffnung reduziert beim Freibiegen meist den Kraftbedarf, erzeugt jedoch einen größeren Innenradius und benötigt einen längeren aufliegenden Schenkel. Eine zu kleine Matrizenöffnung kann die Presskraft und die Werkzeugbelastung stark erhöhen.
Werkzeugauswahl und Presskraft werden deshalb anhand der freigegebenen Biegetabellen oder der Maschinensteuerung bestimmt. Entscheidend sind mindestens Werkstoff, Zugfestigkeit, Blechdicke, Biegelänge, gewünschter Radius, Matrizenweite und Werkzeugbelastbarkeit.
Abwicklung und Biegezugabe
Die Länge des flachen Zuschnitts entspricht nicht einfach der Summe der äußeren Schenkellängen. Im Biegebereich liegt die maßgebende Länge an der neutralen Faser. Für eine Biegung kann die Biegezugabe vereinfacht mit folgender Beziehung beschrieben werden:
Dabei ist b die Biegezugabe, α der Biegewinkel der neutralen Faser, ri der Innenradius, s die Blechdicke und k ein werkstoff- und verfahrensabhängiger Faktor für die Lage der neutralen Faser.
In der betrieblichen Praxis arbeitest Du mit freigegebenen Biegetabellen, CAD-Abwicklungen oder den Berechnungsfunktionen der CNC-Steuerung. Unterschiedliche Berechnungssysteme verwenden entweder Biegezugabe, Biegeverkürzung oder Korrekturwerte. Diese Werte dürfen nicht ungeprüft miteinander vermischt werden.

Arbeitsvorbereitung
Technische Unterlagen auswerten
Vor dem Einrichten liest Du Zeichnung, Arbeitsplan und Stückliste vollständig. Achte besonders auf:
- Fertigmaße, Winkel und Toleranzen.
- Innen- oder Außenbemaßung.
- Biegeradien und Richtung der Biegung.
- Sichtseiten, Schutzfolie und Oberflächenanforderungen.
- Werkstoff, Blechdicke und Stückzahl.
- Lage von Bohrungen, Ausschnitten und Schweißnähten.
- erforderliche Prüfmittel.
- vorgegebene Biegefolge und Werkzeugnummern.
Eine Biegelinie nahe an einer Bohrung oder einem Ausschnitt kann das Bauteil verziehen. Kleine Stege können sich aufstellen oder reißen. Solche Risiken müssen bereits bei Arbeitsvorbereitung und Biegefolgenplanung erkannt werden.
Biegefolge planen
Eine gute Biegefolge verhindert Kollisionen zwischen Werkstück, Stempel, Matrize, Pressbalken und Hinteranschlag. Meist werden innere oder schwer zugängliche Biegungen früh ausgeführt. Große Schenkel, geschlossene Formen und gegenläufige Biegungen müssen so geplant werden, dass das Werkstück nach jedem Hub noch eingelegt, gedreht und entnommen werden kann.
Bei einem U-Profil kann beispielsweise die zweite Biegung mit dem bereits geformten ersten Schenkel kollidieren. Dann werden ein geeigneter Schwanenhalsstempel, eine andere Biegerichtung, eine geänderte Reihenfolge oder ein anderes Verfahren benötigt.
Maschine und Werkzeuge auswählen
Vor dem Rüsten sind folgende Grenzen verbindlich zu prüfen:
- maximale Biegelänge der Maschine.
- verfügbare Presskraft und zulässige Linienlast.
- Belastbarkeit von Stempel, Matrize, Haltern und Adaptern.
- erforderliche Matrizenöffnung.
- Werkzeughöhe und Einbauart.
- mögliche Kollisionen und Freiräume.
- zulässige außermittige Belastung.
- Eignung für Werkstoff, Radius und Oberfläche.
Beschädigte, verschlissene oder nicht eindeutig gekennzeichnete Werkzeuge dürfen nicht verwendet werden. Werkzeugsegmente werden gegen Herabfallen gesichert und entsprechend der Betriebsanweisung eingesetzt.

Sicheres Einrichten und Bedienen
Gefährdungen
An Abkantmaschinen bestehen insbesondere Quetsch- und Schergefahren zwischen Stempel und Matrize, an Werkzeugsegmenten, Anschlägen und bewegten Maschinenteilen. Große Werkstücke können während der Biegung hochschwenken und Personen treffen. Scharfe Blechkanten können Schnittverletzungen verursachen. Schwere Werkzeuge und Bleche bergen zusätzlich Stoß-, Quetsch- und Hebegefahren.
Die DGUV unterscheidet beim Biegen von Blechen unter anderem Walzenbiegen, Schwenkbiegen und Gesenkbiegen und fordert eine auf Maschine und Tätigkeit bezogene Gefährdungsbeurteilung sowie Unterweisung.[1]
Schutzmaßnahmen
- Bediene die Maschine nur nach Unterweisung und Beauftragung.
- Prüfe vor Arbeitsbeginn Schutzeinrichtungen, Not-Halt, Fußschalter und Werkzeugbefestigung entsprechend der Betriebsanweisung.
- Greife niemals zwischen Stempel und Matrize.
- Umgehe keine Lichtschranke, Laserschutzeinrichtung oder Zweihandschaltung.
- Halte Hände aus Quetschstellen zwischen Werkstück, Anschlag und Maschine.
- Unterstütze große oder schwere Werkstücke mit geeigneten Auflagen, Hebehilfen oder einer zweiten eingewiesenen Person.
- Trage die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung.
- Verwende für scharfkantige Bleche geeignete, eng anliegende Schutzhandschuhe, soweit die Gefährdungsbeurteilung dies vorsieht.
- Trage Sicherheitsschuhe und bei festgelegter Lärmbelastung Gehörschutz.
- Entferne Reststücke, Werkzeuge und Messmittel aus dem Arbeitsbereich.
- Unterbrich die Arbeit bei Störungen und sichere die Maschine nach betrieblicher Vorgabe gegen unbeabsichtigtes Anlaufen.

Sicherer Einrichtablauf
Ein betrieblicher Einrichtablauf kann in dieser Reihenfolge erfolgen:
- Auftrag, Zeichnung und Material prüfen.
- Maschine, Arbeitsraum und Schutzeinrichtungen kontrollieren.
- Werkzeugdaten und Werkzeugzustand prüfen.
- Stempel und Matrize nach Betriebsanweisung rüsten und sichern.
- Werkzeuge zentrieren und zulässige Belastung kontrollieren.
- Programm, Material, Blechdicke, Biegelänge und Anschlagmaße eingeben.
- Biegefolge in Simulation oder Einrichtbetrieb prüfen.
- Probeteil mit sicherer Handhaltung und reduzierter Geschwindigkeit fertigen.
- Winkel, Schenkellängen, Radius und Oberfläche messen.
- Korrekturwerte dokumentieren und erst danach die Serie freigeben.
Prüfen und Korrigieren
Prüfmittel
Für die Qualitätskontrolle eignen sich je nach Toleranz:
- Messschieber für Schenkellängen und Abstände.
- Winkelmesser oder digitaler Winkelmesser.
- Radiuslehre für Innen- und Außenradien.
- Stahllineal oder Richtscheit für Geradheit.
- Höhenmessgerät auf einer Messplatte.
- Prüfschablone oder Grenzlehre.
- Sichtprüfung für Risse, Druckstellen, Kratzer und Beschädigungen.
Gemessen wird nach Zeichnung. Vor jeder Messung muss klar sein, ob sich das Maß auf Innenkante, Außenkante, theoretische Schnittkante oder Tangentenpunkte bezieht.
Typische Fehlerbilder
| Fehlerbild | Mögliche Ursache | Fachgerechte Reaktion |
|---|---|---|
| Winkel zu offen | Rückfederung größer als berücksichtigt oder Eindringtiefe zu gering | Probebiegung auswerten und freigegebenen Winkelkorrekturwert anpassen |
| Schenkelmaß falsch | Anschlagmaß, Abwicklung oder Werkstückanlage fehlerhaft | Zeichnung, Anschlagposition und Zuschnitt getrennt prüfen |
| Winkel über die Länge ungleich | Durchbiegung, ungleichmäßige Werkzeughöhe oder Materialstreuung | Bombierung, Werkzeugzustand und Material prüfen |
| Biegekante nicht parallel | Werkstück liegt nicht sauber am Hinteranschlag an | Anschlagfinger, Zuschnittkante und Anlage kontrollieren |
| Risse an der Außenseite | Radius zu klein, ungünstige Walzrichtung oder geringe Umformbarkeit | größeren Radius, andere Lage oder geeigneteren Werkstoff vorsehen |
| Druckstellen und Kratzer | verschmutzte Werkzeuge, hohe Flächenpressung oder Relativbewegung | Werkzeuge reinigen, Schutzfolie oder geeignete Biegehilfe einsetzen |
| Profil verdreht | ungleichmäßige Anlage, asymmetrische Geometrie oder falsche Biegefolge | Anschlagkonzept und Biegefolge überarbeiten |
Winkelmessung und CNC-Korrektur
Moderne Winkelmesssysteme erfassen den tatsächlichen Winkel während oder nach dem Biegehub und können Abweichungen automatisch korrigieren. Sie ersetzen jedoch nicht die Prüfung von Werkstoff, Werkzeug, Biegefolge und Kollisionsfreiheit.
Bedeutung für Schmied und Metallgestaltung
Maschinelles Abkanten ist kein Ersatz für das freie Schmieden, sondern eine ergänzende Fertigungstechnik. In einer modernen Schmiede oder Metallgestaltung werden häufig handwerklich geschmiedete Elemente mit präzise gekanteten Blechbauteilen kombiniert. Beispiele sind:
- Abdeckungen und Verkleidungen für Torantriebe.
- gekantete Konsolen und Befestigungswinkel.
- U-Profile für Rahmen und Einfassungen.
- Schalen, Kästen und Leuchtengehäuse.
- Schweißbaugruppen aus gekanteten und geschmiedeten Teilen.
- Schablonen, Hilfsvorrichtungen und Montagelehren.
Die gestalterische Qualität entsteht durch das Zusammenspiel von Funktion, Proportion, Oberfläche, Fügetechnik und handwerklicher Ausführung. Auch ein technisch korrekt gekantetes Bauteil muss deshalb zur Formensprache des Gesamtwerks passen.

Quellenhinweise
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Zu welcher Hauptgruppe der Fertigungsverfahren gehört das Abkanten? (Umformen) (!Trennen) (!Fügen) (!Beschichten)
Welches Bauteil positioniert das Werkstück an einer CNC-Abkantpresse? (Hinteranschlag) (!Not-Halt) (!Pressbalken) (!Werkzeugschrank)
Was beschreibt die Rückfederung? (Die teilweise elastische Rückverformung nach dem Entlasten) (!Das Abgleiten des Werkstücks vom Anschlag) (!Das Schwingen des Pressbalkens) (!Das Erwärmen des Blechs beim Biegen)
Welche drei Kontaktbereiche sind für das Freibiegen typisch? (Zwei Matrizenauflagen und der Stempel) (!Zwei Stempel und eine Biegewange) (!Eine Rolle und zwei Schweißpunkte) (!Ein Amboss und zwei Hämmer)
Welche Aufgabe hat die Bombierung? (Sie gleicht die Durchbiegung über die Biegelänge aus) (!Sie schneidet den Zuschnitt auf Länge) (!Sie bestimmt die Walzrichtung) (!Sie kühlt das Werkzeug)
Was muss vor der Werkzeugauswahl bekannt sein? (Werkstoff Blechdicke Biegelänge und gewünschter Radius) (!Nur die Farbe der Oberfläche) (!Nur die Stückzahl) (!Nur die Maschinenbreite)
Warum wird vor der Serienfertigung ein Probeteil hergestellt? (Um Maße Winkel Oberfläche und Korrekturwerte zu prüfen) (!Um die Maschine schneller warmzufahren) (!Um die Zeichnung zu ersetzen) (!Um Werkzeugdaten zu löschen)
Welche Aussage zu bestehenden Hohlprofilen ist richtig? (Sie benötigen häufig formangepasste Profilbiegeverfahren) (!Sie werden immer frei in einer V-Matrize gebogen) (!Sie können nicht plastisch umgeformt werden) (!Sie werden grundsätzlich nur warm gebogen)
Welche Handlung ist an der Abkantpresse unzulässig? (In den Raum zwischen Stempel und Matrize greifen) (!Die Zeichnung vor Arbeitsbeginn prüfen) (!Ein Probeteil vermessen) (!Die Werkzeugbelastung kontrollieren)
Was ist bei einem zu offenen Biegewinkel zuerst zu prüfen? (Probebiegung Materialdaten und Winkelkorrektur) (!Die Lackfarbe der Maschine) (!Die Länge des Stromkabels) (!Die Raumtemperatur im Pausenraum)
Memory
| Stempel | Oberwerkzeug der Abkantpresse |
| Matrize | Unterwerkzeug mit formgebender Öffnung |
| Hinteranschlag | Positioniert die Biegelinie |
| Rückfederung | Elastische Rückverformung |
| Bombierung | Ausgleich der Maschinendurchbiegung |
| Freibiegen | Biegen mit drei Kontaktbereichen |
| Schwenkbiegen | Umformen durch drehende Biegewange |
| Radiuslehre | Prüfmittel für Rundungen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Arbeitsauftrag prüfen | Zeichnung Werkstoff und Toleranzen auswerten |
| Werkzeug auswählen | Stempel Matrize und Belastbarkeit bestimmen |
| Maschine einrichten | Werkzeuge sichern und Programm kontrollieren |
| Probebiegung fertigen | Winkel und Schenkellängen erstmals prüfen |
| Serie freigeben | Korrekturwerte dokumentieren und Qualität überwachen |
...
Kreuzworträtsel
| Abkantpresse | Welche Maschine biegt Blech zwischen Stempel und Matrize? |
| Hinteranschlag | Welche Einrichtung positioniert das Werkstück zur Biegelinie? |
| Matrize | Wie heißt das Unterwerkzeug beim Gesenkbiegen? |
| Rückfederung | Wie heißt die elastische Winkeländerung nach dem Entlasten? |
| Bombierung | Wie heißt der Ausgleich der Durchbiegung über die Arbeitslänge? |
| Schwenkbiegen | Welches Verfahren arbeitet mit einer drehenden Biegewange? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fachbegriffe zum Abkanten: Erstelle eine beschriftete Skizze mit Stempel, Matrize, Werkstück, Biegelinie und Hinteranschlag.
- Biegeprofile erkennen: Fotografiere oder zeichne in Deiner Umgebung fünf Bauteile mit L-, U-, Z- oder Hutprofil und beschreibe ihre Funktion.
- Arbeitssicherheit an der Abkantpresse: Gestalte ein übersichtliches Sicherheitsplakat mit mindestens sechs konkreten Verhaltensregeln.
- Prüfmittel auswählen: Ordne Winkelmesser, Messschieber, Radiuslehre und Richtscheit jeweils einer passenden Prüfaufgabe zu und begründe Deine Auswahl.
Standard
- Biegefolge planen: Entwickle für ein U-Profil eine Biegefolge und markiere mögliche Kollisionsstellen.
- Probebiegung dokumentieren: Entwirf ein Prüfprotokoll für Winkel, Schenkellängen, Oberfläche, Werkstoff und Maschinenkorrektur.
- Werkzeugvergleich: Vergleiche zwei unterschiedliche Matrizenöffnungen für denselben Werkstoff und erläutere die erwarteten Auswirkungen auf Kraft, Radius und Mindestschenkel.
- Schmiedearbeit und Blechprofil: Entwirf ein Werkstück, das ein geschmiedetes Zierelement mit einem gekanteten Blechbauteil verbindet.
Schwer
- Abwicklung berechnen: Bestimme für ein einfaches zweifach gekantetes Profil die Zuschnittslänge mit einer vorgegebenen Biegetabelle und dokumentiere jeden Rechenschritt.
- Fehleranalyse Abkanten: Untersuche ein Bauteil mit Winkelabweichung, falschem Schenkelmaß und Druckstellen und entwickle eine systematische Fehlerursachenanalyse.
- CNC-Biegeprogramm planen: Erstelle auf Grundlage einer Zeichnung ein vollständiges Programmschema mit Werkzeugen, Biegefolge, Anschlagmaßen, Prüfschritten und Korrekturstrategie.
- Gefährdungsbeurteilung Biegen: Erarbeite für das Rüsten und Biegen eines großformatigen Blechs eine Gefährdungsbeurteilung nach dem STOP-Prinzip.


Lernkontrolle
- Verfahrensauswahl begründen: Entscheide für ein großflächiges Sichtblech mit kurzen Randabkantungen zwischen Gesenkbiegen und Schwenkbiegen und begründe Deine Wahl anhand von Oberfläche, Handhabung und Geometrie.
- Biegefehler übertragen: Ein 90-Grad-Winkel ist nach dem Entlasten zu offen. Erkläre die Ursache und entwickle eine sichere Korrekturstrategie, ohne die Werkzeuggrenzen zu überschreiten.
- Profilfertigung planen: Plane die Herstellung eines Hutprofils vom Zuschnitt bis zur Endkontrolle und begründe die Reihenfolge der Biegungen.
- Kollisionsprüfung durchführen: Analysiere eine vorgegebene U-Profil-Zeichnung und beschreibe, an welchen Stellen Werkstück und Werkzeug kollidieren könnten.
- Qualität und Wirtschaftlichkeit abwägen: Vergleiche Freibiegen und Biegen auf Grund für eine Kleinserie mit engen Winkeltoleranzen.
- Arbeitsschutz übertragen: Entwickle für ein schweres, langes Blech ein Handhabungskonzept, das Quetschstellen, Hochschwenken und körperliche Belastung reduziert.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind besonders wichtig:
- sichere Einordnung des Abkantens als Biegeumformverfahren.
- korrekte Verwendung der Fachbegriffe Stempel, Matrize, Hinteranschlag, Biegelinie, Innenradius und Rückfederung.
- nachvollziehbare Auswahl von Maschine und Werkzeug.
- fachgerechte Planung einer kollisionsfreien Biegefolge.
- Berücksichtigung von Werkstoff, Blechdicke, Walzrichtung und Biegeradius.
- sichere Durchführung und Dokumentation einer Probebiegung.
- Prüfung von Winkel, Schenkellängen, Radius, Geradheit und Oberfläche.
- Analyse typischer Fehlerbilder und Begründung geeigneter Korrekturen.
- konsequente Anwendung der betrieblichen Schutzmaßnahmen.
- Übertragung der Abkanttechnik auf ein Werkstück aus Schmiede oder Metallgestaltung.
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