Besatzungszonen im Südwesten - Baden-Württemberg

Besatzungszonen im Südwesten - Baden-Württemberg
Einleitung
Das heutige Baden-Württemberg gab es 1945 noch nicht. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs teilten die Alliierten Deutschland in Besatzungszonen. Der deutsche Südwesten wurde dabei zwischen den USA und Frankreich aufgeteilt. Diese Grenze durchschnitt die historischen Länder Baden und Württemberg und beeinflusste die politische Neuordnung der Region entscheidend. Aus der Besatzungszeit gingen drei Länder hervor: Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern. Am 25. April 1952 wurden sie zum neuen Bundesland Baden-Württemberg vereinigt.

In diesem aiMOOC untersuchst Du nicht nur, was nach 1945 geschah, sondern auch, warum aus Besatzungsgrenzen neue Ländergrenzen wurden, weshalb der Zusammenschluss umstritten war und wie aus einem von außen geschaffenen Provisorium schrittweise eine demokratisch legitimierte Neuordnung entstand.
Lernziele
Du kannst nach der Bearbeitung die amerikanische und französische Besatzungszone im Südwesten räumlich einordnen, die drei Nachkriegsländer erklären, politische und wirtschaftliche Interessen hinter der Grenzziehung untersuchen, die Argumente für und gegen den Südweststaat vergleichen sowie die Volksabstimmung von 1951 und die Gründung Baden-Württembergs historisch bewerten.
Ausgangslage 1945: Zusammenbruch und Besatzung
Mit der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches im Mai 1945 endete die nationalsozialistische Herrschaft. Die Alliierten übernahmen die oberste Regierungsgewalt. Deutschland wurde in vier Besatzungszonen gegliedert. Für den Südwesten waren vor allem die amerikanische und die französische Besatzungsmacht wichtig.
Die Situation war von Kriegszerstörungen, Wohnungsnot, Versorgungsproblemen, Flüchtlingen und Vertriebenen sowie der politischen Aufarbeitung der NS-Diktatur geprägt. Gleichzeitig begann der Aufbau neuer Verwaltungen und demokratischer Institutionen. Die politische Neuordnung entstand deshalb nicht auf einer „leeren Fläche“, sondern unter sehr schwierigen Nachkriegsbedingungen.

Die Grenze zwischen amerikanischer und französischer Zone
Die genaue Grenze zwischen der amerikanischen und der französischen Besatzungszone stand im Südwesten nicht von Anfang an fest. Französische Truppen hatten im Frühjahr 1945 zunächst auch Städte wie Karlsruhe, Stuttgart und Pforzheim besetzt. Im Sommer 1945 wurde die endgültige Zonengrenze vereinbart.
Ein wichtiges amerikanisches Interesse war die Kontrolle der Straßenverbindung von Frankfurt über Karlsruhe und Stuttgart in Richtung München. Deshalb kamen die badischen und württembergischen Landkreise, durch die die wichtige Autobahn verlief, zur amerikanischen Zone. Die Grenze folgte also nicht einfach exakt der Autobahntrasse, sondern im Wesentlichen den südlichen Grenzen dieser Landkreise. Dadurch wurden sowohl Baden als auch Württemberg in einen nördlichen und einen südlichen Teil zerschnitten.



Die Karten zeigen, dass Besatzungsgrenzen nicht nur militärische Linien waren. Sie wirkten auf Verwaltung, Politik und spätere Ländergrenzen. Damit ist der Südwesten ein gutes Beispiel dafür, wie internationale Entscheidungen nach einem Krieg langfristige Folgen für föderale Strukturen haben können.
Die drei Nachkriegsländer
Aus der Teilung entstanden drei politische Einheiten. Ihre Grenzen folgten nicht den früheren Ländern Baden und Württemberg, sondern vor allem der Einteilung der Besatzungszonen.
| Nachkriegsland | Besatzungszone | Hauptstadt | Kennzeichen |
|---|---|---|---|
| Württemberg-Baden | Amerikanische Zone | Stuttgart | Zusammenschluss von Nordwürttemberg und Nordbaden; 1945 unter amerikanischer Militärregierung eingerichtet |
| Baden | Französische Zone | Freiburg im Breisgau | Umfasste den südlichen Teil des früheren Landes Baden; häufig auch als Südbaden bezeichnet |
| Württemberg-Hohenzollern | Französische Zone | Tübingen | Umfasste Südwürttemberg und die ehemaligen Hohenzollerischen Lande |

Die folgende Karte hebt Württemberg-Baden hervor:

Für Württemberg-Hohenzollern mit Tübingen als politischem Zentrum:

Für das südliche Baden mit Freiburg als Hauptstadt:

Amerikanische Zone: Württemberg-Baden
Am 19. September 1945 wurde Württemberg-Baden in der amerikanischen Besatzungszone als Land eingerichtet. Wenige Tage später wurde eine Regierung unter Reinhold Maier eingesetzt. Das Land verband Gebiete, die vor 1945 zu zwei unterschiedlichen Ländern gehört hatten. Innerhalb Württemberg-Badens blieb Nordbaden zunächst verwaltungsmäßig deutlich erkennbar.
Die amerikanische Militärregierung kontrollierte den politischen Neubeginn, ließ aber schrittweise wieder deutsche Verantwortung zu. 1946 fanden Wahlen zu einer verfassunggebenden Landesversammlung statt. Die Landesverfassung trat noch im selben Jahr in Kraft.


Französische Zone: Baden und Württemberg-Hohenzollern
Die französische Besatzungszone im Südwesten bestand aus mehreren räumlich getrennten Teilen. Im späteren Baden-Württemberg entstanden daraus die Länder Baden und Württemberg-Hohenzollern. In Baden wurde Freiburg zum Regierungssitz; in Württemberg-Hohenzollern entwickelte sich Tübingen zum politischen Zentrum.
Auch in der französischen Zone wurden deutsche Verwaltungen schrittweise wieder aufgebaut. 1946 und 1947 entstanden beratende Landesversammlungen, Verfassungen und gewählte Landtage. In Baden wurde Leo Wohleb 1947 Staatspräsident. In Württemberg-Hohenzollern folgte 1948 Gebhard Müller auf Lorenz Bock als Staatspräsident.


Die Briefmarke aus der französischen Besatzungszone ist eine kleine historische Quelle: Selbst Alltagsgegenstände wie Postwertzeichen machen sichtbar, dass Deutschland nach 1945 in verschiedene Verwaltungsräume gegliedert war.
Besatzung und demokratischer Neubeginn
In beiden westlichen Besatzungszonen gehörten Entnazifizierung, Demilitarisierung, Demokratisierung und der Neuaufbau von Verwaltung und öffentlichem Leben zu den zentralen Aufgaben. Die konkrete Durchführung unterschied sich jedoch zwischen der amerikanischen und der französischen Zone. Parteien, Parlamente und Medien konnten sich nicht völlig frei von einem Tag auf den anderen entwickeln, sondern standen zunächst unter Kontrolle der Militärregierungen.
Für die historische Bewertung ist wichtig: Die Besatzung bedeutete einerseits Fremdbestimmung. Andererseits schuf sie nach der NS-Diktatur den Rahmen für einen demokratischen Neubeginn. Dieser scheinbare Gegensatz lässt sich nur verstehen, wenn Du die Perspektiven der Besatzungsmächte, der deutschen Verwaltungen, der NS-Verfolgten und der übrigen Bevölkerung unterscheidest.
Warum sollte der Südwesten neu geordnet werden?
Die drei Nachkriegsländer waren teilweise aus praktischen Interessen der Besatzungsmächte entstanden. Schon bald wurde deshalb darüber diskutiert, ob diese Grenzen dauerhaft bleiben sollten. 1948 forderten die westlichen Militärgouverneure die Ministerpräsidenten auf, Vorschläge für eine sinnvolle Neugliederung der Länder zu entwickeln.
Am 2. August 1948 trafen sich Vertreter der drei südwestdeutschen Länder auf dem Hohenneuffen. Ein Zusammenschluss wurde ernsthaft beraten. Die politischen Ziele blieben aber verschieden. Viele Politiker aus Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern befürworteten einen gemeinsamen Südweststaat. Die badische Regierung unter Leo Wohleb wollte dagegen vor allem das alte Baden in seinen Grenzen von vor 1945 wiederherstellen.

Die Auseinandersetzung war keine einfache Frage von „modern“ gegen „altmodisch“. Beide Seiten hatten politische Argumente. Befürworter des Südweststaats verwiesen auf wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, vereinfachte Verwaltung und stärkeres Gewicht im Bund. Gegner betonten historische Identität, regionale Selbstbestimmung und die Sorge, badische Interessen könnten in einem größeren Land von Württemberg überstimmt werden.
Artikel 118 des Grundgesetzes
Als 1949 das Grundgesetz entstand, erhielt die Neuordnung des Südwestens mit Artikel 118 eine besondere Regelung. Damit konnte die Frage von Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern anders behandelt werden als eine gewöhnliche Neugliederung des Bundesgebiets.
Eine unverbindliche Volksbefragung im September 1950 zeigte den Konflikt deutlich. In Nordwürttemberg, Südwürttemberg-Hohenzollern und Nordbaden gab es Mehrheiten für den Südweststaat. In Südbaden überwog die Zustimmung zur Wiederherstellung des alten Baden. Zählte man Nord- und Südbaden gemeinsam, ergab sich ebenfalls eine Mehrheit für die Wiederherstellung Badens. Deshalb wurde besonders heftig darüber gestritten, wie die Stimmen in einer endgültigen Abstimmung ausgewertet werden sollten.

Die Volksabstimmung vom 9. Dezember 1951
Das Zweite Neugliederungsgesetz teilte das Abstimmungsgebiet in vier Bezirke: Nordwürttemberg, Südwürttemberg-Hohenzollern, Nordbaden und Südbaden. Der Südweststaat sollte entstehen, wenn sich im Gesamtgebiet und in mindestens drei der vier Abstimmungsbezirke eine Mehrheit dafür aussprach.
Das Ergebnis war deutlich, aber regional sehr unterschiedlich:
| Abstimmungsbezirk | Zustimmung zum Südweststaat | Politische Aussage |
|---|---|---|
| Nordwürttemberg | 93,5 % | Sehr klare Mehrheit für den Zusammenschluss |
| Südwürttemberg-Hohenzollern | 91,4 % | Sehr klare Mehrheit für den Zusammenschluss |
| Nordbaden | 57,1 % | Mehrheit für den Zusammenschluss |
| Südbaden | 37,8 % | Mehrheit gegen den Südweststaat und für die Wiederherstellung Badens |
Im gesamten Abstimmungsgebiet stimmten 69,7 Prozent für den Südweststaat. Weil drei der vier Bezirke zustimmten, war die gesetzliche Voraussetzung für die Neugründung erfüllt.

Der Wahlkampf war emotional. Besonders in Baden wurde mit Plakaten, Zeitungsartikeln und öffentlichen Veranstaltungen für oder gegen den Zusammenschluss geworben.


Solche Plakate sind keine neutralen Darstellungen. Als historische Quellen zeigen sie Ziele, Ängste und Strategien einer politischen Kampagne. Für eine Quellenanalyse musst Du deshalb immer fragen: Wer hat die Quelle erstellt? Wen sollte sie überzeugen? Welche Informationen werden hervorgehoben oder weggelassen?
Gründung Baden-Württembergs 1952
Am 9. März 1952 wurde die Verfassunggebende Landesversammlung gewählt. Am 25. April 1952 wählte sie Reinhold Maier zum Ministerpräsidenten. Mit der Bildung der vorläufigen Regierung wurden die drei bisherigen Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zu einem neuen Bundesland vereinigt.
Der neue Staat trug zunächst einen vorläufigen Namen. Die Landesverfassung wurde am 11. November 1953 beschlossen und trat am 19. November 1953 in Kraft. Damit wurde auch der Name Baden-Württemberg endgültig festgelegt.

Die Badenfrage nach 1952
Die Gründung beendete den Konflikt nicht sofort. Teile der badischen Bevölkerung hielten den Abstimmungsmodus von 1951 für ungerecht. 1956 eröffnete das Bundesverfassungsgericht den Weg zu einem neuen Verfahren über die badische Frage. Erst am 7. Juni 1970 kam es im ehemaligen badischen Landesteil zu einer weiteren Volksabstimmung. Dabei stimmten 81,9 Prozent der Abstimmenden für den Verbleib bei Baden-Württemberg.
Damit zeigt die Geschichte des Südweststaats, dass demokratische Legitimation nicht nur aus einem einzelnen Abstimmungstag besteht. Regeln für Abstimmungen, regionale Identitäten, Gerichtsentscheidungen und politische Akzeptanz können über Jahrzehnte miteinander verbunden sein.
Spuren bis heute
Die Besatzungsgrenzen von 1945 existieren heute nicht mehr. Dennoch haben sie die politische Landkarte des Südwestens dauerhaft geprägt. Die Entstehung Baden-Württembergs lässt sich ohne die amerikanische und französische Besatzungszone kaum erklären. Auch regionale Bezeichnungen, Institutionen und die Struktur der Regierungsbezirke erinnern an die historischen Teilräume.
Gleichzeitig ist Baden-Württemberg ein Beispiel dafür, wie aus einer zunächst von den Siegermächten geprägten Ordnung durch Verfassungen, Wahlen, Verhandlungen, Volksabstimmungen und gerichtliche Entscheidungen eine neue föderale Struktur entstehen konnte.
Zeitleiste
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1945 | Aufteilung des Südwestens in amerikanische und französische Besatzungsgebiete; Bildung Württemberg-Badens in der US-Zone |
| 1946–1947 | Aufbau gewählter Landesvertretungen und Verfassungen in Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern |
| 1948 | Beratungen über eine Neuordnung des Südwestens, unter anderem auf dem Hohenneuffen |
| 1949 | Artikel 118 des Grundgesetzes schafft eine besondere Grundlage für die südwestdeutsche Neugliederung |
| 1950 | Unverbindliche Volksbefragung zur Neuordnung |
| 1951 | Volksabstimmung am 9. Dezember mit Mehrheit für den Südweststaat |
| 1952 | Gründung Baden-Württembergs am 25. April |
| 1953 | Inkrafttreten der Landesverfassung und endgültige Festlegung des Namens Baden-Württemberg |
| 1956 | Bundesverfassungsgericht eröffnet einen neuen Weg zur Klärung der Badenfrage |
| 1970 | Neue Volksabstimmung im badischen Landesteil mit deutlicher Mehrheit für den Verbleib bei Baden-Württemberg |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aussage beschreibt den Südwesten Deutschlands unmittelbar nach 1945 am besten? (Er war zwischen amerikanischer und französischer Besatzungszone geteilt) (!Er bildete bereits das Bundesland Baden-Württemberg) (!Er gehörte vollständig zur britischen Besatzungszone) (!Er stand ausschließlich unter sowjetischer Verwaltung)
Welche beiden Besatzungsmächte prägten die Neuordnung im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg besonders? (USA und Frankreich) (!Großbritannien und Sowjetunion) (!Frankreich und Sowjetunion) (!USA und Großbritannien)
Welches Verkehrsinteresse beeinflusste die amerikanisch-französische Zonengrenze im Südwesten besonders? (Die Kontrolle einer wichtigen Autobahnverbindung) (!Die Kontrolle aller Rheinhäfen) (!Der Zugang zur Nordsee) (!Die Nutzung des Berliner Flughafens)
Welches Nachkriegsland lag in der amerikanischen Besatzungszone? (Württemberg-Baden) (!Baden) (!Württemberg-Hohenzollern) (!Südbayern)
Welche Stadt war Hauptstadt des Landes Baden in der französischen Besatzungszone? (Freiburg) (!Stuttgart) (!Tübingen) (!Heidelberg)
Welche Stadt war politisches Zentrum von Württemberg-Hohenzollern? (Tübingen) (!Mannheim) (!Karlsruhe) (!Heilbronn)
Welche Bedeutung hatte Artikel 118 des Grundgesetzes für den Südwesten? (Er schuf eine besondere Regelung für die Neugliederung der drei südwestdeutschen Länder) (!Er verbot jede Veränderung der Ländergrenzen) (!Er erklärte Baden zur Hauptstadt der Bundesrepublik) (!Er beendete die Besatzung bereits 1949)
Wann fand die entscheidende Volksabstimmung über den Südweststaat statt? (Am 9. Dezember 1951) (!Am 8. Mai 1945) (!Am 23. Mai 1949) (!Am 25. April 1952)
In welchem Abstimmungsbezirk gab es 1951 eine Mehrheit gegen den Südweststaat? (Südbaden) (!Nordwürttemberg) (!Nordbaden) (!Südwürttemberg-Hohenzollern)
Wann wurde Baden-Württemberg gegründet? (Am 25. April 1952) (!Am 19. September 1945) (!Am 23. Mai 1949) (!Am 7. Juni 1970)
Memory
| Württemberg-Baden | Amerikanische Besatzungszone |
| Baden | Freiburg |
| Württemberg-Hohenzollern | Tübingen |
| Reinhold Maier | Erster Ministerpräsident Baden-Württembergs |
| Leo Wohleb | Wiederherstellung des alten Baden |
| Artikel 118 | Sonderregelung zur Neuordnung |
| Volksabstimmung 1951 | Entscheidung über den Südweststaat |
| Landesgründung 1952 | Vereinigung der drei Nachkriegsländer |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Württemberg-Baden | Amerikanische Besatzungszone |
| Baden | Französische Besatzungszone |
| Württemberg-Hohenzollern | Französische Besatzungszone |
| Stuttgart | Hauptstadt von Württemberg-Baden |
| Freiburg | Hauptstadt von Baden |
| Tübingen | Hauptstadt von Württemberg-Hohenzollern |
Kreuzworträtsel
| Stuttgart | Welche Stadt war Hauptstadt von Württemberg-Baden? |
| Freiburg | Welche Stadt war Hauptstadt des Nachkriegslandes Baden? |
| Tübingen | Welche Stadt war politisches Zentrum von Württemberg-Hohenzollern? |
| Wohleb | Wie lautet der Nachname des badischen Staatspräsidenten, der für die Wiederherstellung Badens eintrat? |
| Autobahn | Welcher Verkehrsweg beeinflusste die Zonengrenze im Südwesten besonders? |
| Volksabstimmung | Wie nennt man die direkte Entscheidung der Bevölkerung über eine politische Sachfrage? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Karte beschriften: Nutze eine Karte des heutigen Baden-Württemberg und markiere ungefähr die amerikanische und französische Besatzungszone. Ergänze Stuttgart, Freiburg und Tübingen und erkläre in drei Sätzen, was die Karte zeigt.
- Bildquelle untersuchen: Wähle ein Bild aus diesem aiMOOC und formuliere eine sachliche Bildbeschreibung. Trenne dabei genau zwischen dem, was Du siehst, und dem, was Du historisch daraus schließt.
- Begriffsnetz erstellen: Gestalte ein Begriffsnetz mit Besatzungszone, Württemberg-Baden, Baden, Württemberg-Hohenzollern, Südweststaat und Volksabstimmung.
- Ortsspuren suchen: Prüfe, zu welchem Nachkriegsland Dein Wohnort oder ein Ort Deiner Wahl gehörte. Halte das Ergebnis mit Karte, kurzer Erklärung und Quellenangabe fest.
Standard
- Wahlplakat analysieren: Untersuche das Plakat „Hände weg von Baden“. Bestimme Absender, Zielgruppe, Botschaft, Gestaltungsmittel und mögliche Wirkung.
- Argumente vergleichen: Erstelle eine Gegenüberstellung der wichtigsten Argumente für den Südweststaat und für die Wiederherstellung der alten Länder. Bewerte anschließend, welches Argument aus damaliger Sicht besonders überzeugend gewesen sein könnte.
- Audio-Erklärung produzieren: Erstelle einen drei- bis fünfminütigen Podcast mit der Leitfrage „Wie wurde aus einer Besatzungsgrenze ein Bundesland?“.
- Zeitgeschichtliches Interview planen: Entwickle einen Interviewleitfaden für ein Gespräch mit einer Person, die sich mit badischer oder württembergischer Regionalgeschichte beschäftigt. Frage auch nach der Bedeutung regionaler Identität heute.
Schwer
- Artikel 118 untersuchen: Vergleiche die besondere Südwest-Regelung mit der allgemeinen Neugliederung des Bundesgebiets. Erkläre, warum ein eigener Artikel politisch wichtig war.
- Abstimmungsmodell prüfen: Simuliere verschiedene Arten der Auszählung für die Volksabstimmung von 1951. Diskutiere, wie sich Regeln auf die Wahrnehmung demokratischer Fairness auswirken können.
- Digitale Ausstellung gestalten: Recherchiere in einem seriösen Online-Archiv mindestens fünf Quellen zur Neuordnung des Südwestens und gestalte daraus eine digitale Ausstellung mit kurzen Quellenkommentaren.
- Verfassungskonferenz durchführen: Übernehmt Rollen aus Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern im Jahr 1951. Verhandelt ein Modell für die Neuordnung und begründet am Ende, welche Regeln für eine faire Entscheidung gelten sollen.


Lernkontrolle
- Kausalkette: Erkläre den Zusammenhang von Besatzungsgrenze, Bildung der drei Nachkriegsländer und Gründung Baden-Württembergs. Zeige mindestens drei aufeinander aufbauende Ursachen und Folgen.
- Grenzziehung bewerten: Beurteile, welche Vor- und Nachteile es hat, politische Grenzen nach Verkehrs- und Verwaltungsinteressen statt nach historischen Identitäten zu ziehen.
- Abstimmungsregeln reflektieren: Erkläre, warum zwei unterschiedliche Verfahren zur Auszählung derselben Stimmen zu verschiedenen politischen Deutungen führen können. Beziehe Dich auf Nord- und Südbaden.
- Positionen rekonstruieren: Formuliere je eine begründete Stellungnahme aus Sicht eines Südweststaat-Befürworters und eines badischen Gegners des Zusammenschlusses. Vergleiche danach die zugrunde liegenden Werte.
- Propaganda und Information: Analysiere ein Wahlplakat oder eine andere Quelle zur Südweststaatfrage. Unterscheide Information, Wertung und Überzeugungsabsicht.
- Transfer in die Gegenwart: Entwickle Kriterien, nach denen eine heutige Neugliederung von Bundesländern demokratisch legitim und politisch sinnvoll sein könnte. Prüfe anschließend, welche dieser Kriterien im Südwesten zwischen 1948 und 1952 bereits eine Rolle spielten.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Jahreszahlen kennst, sondern historische Zusammenhänge erklären und Quellen kritisch nutzen kannst.
- Besatzungszonen: Du kannst die amerikanische und französische Zone im Südwesten räumlich einordnen und ihre Bedeutung für die Länderbildung erklären.
- Nachkriegsländer: Du kennst Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern sowie ihre politischen Zentren.
- Grenzziehung: Du kannst erklären, warum Verkehrs- und Besatzungsinteressen die neue Grenze beeinflussten.
- Südweststaat: Du kannst Argumente für und gegen den Zusammenschluss aus damaliger Perspektive vergleichen.
- Volksabstimmung: Du kannst den Abstimmungsmodus von 1951 beschreiben und seine politische Kontroverse erklären.
- Verfassungsstaat: Du kannst die Bedeutung von Artikel 118, der Landesgründung 1952 und der Landesverfassung 1953 in einen Zusammenhang stellen.
- Quellenkompetenz: Du kannst Karten, Fotos und Wahlplakate nach Urheber, Adressaten, Aussageabsicht und Grenzen der Aussage untersuchen.
- Transfer: Du kannst aus dem historischen Beispiel Kriterien für demokratische Gebietsreformen und föderale Ordnung ableiten.
OERs zum Thema
Quellen und Vertiefung
Für eine vertiefte Arbeit eignen sich besonders die Angebote der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, des Landesarchivs Baden-Württemberg, von LEO-BW und des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg. Für freie Bildquellen kannst Du zusätzlich in Wikimedia Commons recherchieren. Prüfe bei jeder Quelle Entstehungszeit, Urheber, Zweck und Lizenz.
- Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Entstehung des Landes Baden-Württemberg
- Landesportal Baden-Württemberg: Entstehung des Südweststaats
- LEO-BW / Historischer Atlas: Entstehung des Landes Baden-Württemberg
- Wikimedia Commons: Karten zur Geschichte Baden-Württembergs
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