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Bertran de Born - Uhland, Ludwig - Gedichtanalyse

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Bertran de Born - Uhland, Ludwig - Gedichtanalyse

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Einleitung

Worum geht es? Ein gefangener Dichter steht vor einem wütenden König. Können Worte stärker sein als Waffen? In Ludwig Uhlands Ballade Bertran de Born (64 Verse) verändert eine Erzählung über Trauer und Schuld das Gespräch.

Für dich: Klasse 9–10; Vertiefung für Klasse 11–13. Du lernst, Handlung, Sprecher, Strophen, Reime und Bilder zu untersuchen. Du belegst jede Deutung mit einer Versangabe. Eine Ballade ist ein erzählendes Gedicht: Sie verbindet Handlung, Gefühle und oft Gespräche.

Lernweg: Original lesen → Geschehen verstehen → Form und Klang prüfen → Deutungen vergleichen → Aufgaben lösen. Zeitbedarf ungefähr 60–90 Minuten. Arbeite allein oder in einer kleinen Gruppe.

Bertran de Born in einer mittelalterlichen Handschrift: eine historische Darstellung, keine Illustration der Handlung bei Uhland. Quelle: Bibliothèque nationale de France, Handschrift fr. 12473, 13. Jahrhundert; gemeinfrei.


Quellfassung und Lesefassung


Quellfassung: den Text prüfen

Originaltext: Gedicht – Bertran de Born – Ludwig Uhland (vollständige Textseite). Zum unabhängigen Abgleich: Uhland, Bertran de Born, Projekt Gutenberg, Kapitel 39. Für diesen Kurs gilt die Verszählung dieser vollständigen Fassung: acht Strophen mit je acht Versen, also 64 Verse. Orthografie und Zeichensetzung können in Ausgaben leicht abweichen. Zitiere stets die Fassung, die du tatsächlich gelesen hast.

Nachprüfbare Schlüsselstellen der Quellfassung:

V. 1–4: „Droben auf dem schroffen Steine / Raucht in Trümmern Autafort, / Und der Burgherr steht gefesselt / Vor des Königs Zelte dort:“
V. 5–6: „Kamst du, der mit Schwert und Liedern / Aufruhr trug von Ort zu Ort“
V. 11–12: „Daß ihm nie mehr als die Hälfte / Seines Geistes nötig sei?“
V. 41–44: „Blutend lag er mir im Arme; / Nicht der scharfe, kalte Stahl – / Daß er sterb in deinem Fluche, / Das war seines Sterbens Qual.“
V. 49–52: „Da, wie Autafort dort oben, / Ward gebrochen meine Kraft; / Nicht die ganze, nicht die halbe / Blieb mir, Saite nicht, noch Schaft.“
V. 61–64: „Nimm die Hand, du Freund des Toten! / Die, verzeihend, ihm gebührt. / Weg die Fesseln! Deines Geistes / Hab ich einen Hauch verspürt.“

Quellenregel: „Tandors Tor“ in einer modernen Liedbearbeitung ist nicht die Stelle der hier verwendeten Quellfassung; bei Uhland steht „Montforts Tor“ (V. 40). Nutze für Aufgaben die verlinkte Originalausgabe, nicht ungeprüft eine Bearbeitung.


Lesefassung: acht kurze Lesehilfen

Die folgenden Sätze sind eine sinngemäße Lesehilfe. Sie sind keine wörtlichen Verse und keine Übersetzung aus einer fremden Sprache.

Strophe Verse Das geschieht in einfacher Sprache
1 1–8 Die Burg ist zerstört. Bertran ist gefesselt. Der König beschuldigt ihn, Streit angefacht zu haben.
2 9–16 Der König macht sich über Bertrans behauptete geistige Überlegenheit lustig.
3 17–24 Bertran antwortet stolz: Seine Lieder konnten Menschen gegen die Herrschaft aufbringen.
4 25–32 Bertran erinnert an eine Tochter des Königs, die durch ein Lied zu Tränen bewegt wurde.
5 33–40 Ein Sohn des Königs folgte dem Ruf zum Kampf und wurde tödlich getroffen.
6 41–48 Bertran beschreibt die letzten Momente des Sohnes und seinen Wunsch nach Versöhnung.
7 49–56 Bertran sagt, der Verlust habe ihn innerlich gebrochen; ihm bleibe nur ein Trauerlied.
8 57–64 Der König erkennt seine Trauer wieder, verzeiht und lässt die Fesseln lösen.

Quellfassung bedeutet hier: die historische Gedichtfassung. Lesefassung bedeutet hier: eine moderne Verständnishilfe. Übersetzung wäre eine Übertragung aus einer anderen Sprache; Uhlands Ballade ist bereits deutsch. Interpretation bedeutet: begründet erklären, was Wörter, Bilder oder die Handlung bedeuten könnten.

Mini-Auftrag: Finde zu einer Zeile der Tabelle einen passenden Vers. Schreibe „In Strophe … (V. …) heißt es …; das passt, weil …“. Übernimm dabei den echten Wortlaut.


Handlung und Stimmen


Wer spricht?

Die Ballade hat keinen durchgehenden lyrischen Ich-Sprecher. Ein Erzähler zeigt die Szene (V. 1–4). Danach redet der König (V. 5–16). Bertran antwortet ausführlich (V. 17–56). Am Ende beschreibt der Erzähler eine Geste (V. 57); anschließend spricht wieder der König (V. 58–64). Du untersuchst also vor allem Figurenrede und Erzählerstimme.

Der König hat äußerlich die Macht: Bertran ist „gefesselt“ (V. 3). Bertran hat noch die Macht der Sprache. Schon die Verbindung „Schwert und Liedern“ (V. 5) zeigt: Seine Kunst greift in die Politik ein. Beim letzten Satz des Königs, „Deines Geistes / Hab ich einen Hauch verspürt“ (V. 63–64), wandelt sich das Urteil.

Denkfrage: Ist der König überzeugt, weil Bertran recht hat, oder weil Bertran ihn emotional berührt? Begründe beide Möglichkeiten.


Die Ballade als dramatische Szene

Die äußere Handlung ist kurz: Anklage, Antwort, Vergebung. Die lange Rede Bertrans enthält Rückblicke. So entsteht Spannung, obwohl am Hof nur zwei Männer miteinander sprechen. Die Erzählung über den toten Sohn wird zum Wendepunkt.

Drei Lesehilfen:

  • Hilfe 1: Markiere V. 5–16 als Vorwurf, V. 17–56 als Verteidigung und V. 58–64 als Reaktion.
  • Hilfe 2: Notiere zu jedem Redeabschnitt ein Gefühl: Spott, Stolz, Trauer oder Mitgefühl. Begründe deine Wahl.
  • Hilfe 3: Formuliere eine Deutung nach dem Muster: „Die Figur wirkt …, denn in V. … steht …; dadurch …“.

Die heutige Burg Hautefort in der Dordogne. Sie ist kein Foto der zerstörten Burg in der erzählten Szene. Foto: Sébastien Bellanger, CC BY-SA 4.0.


Form und Klang


Strophen, Verse, Reime

Die Ballade umfasst acht Strophen zu je acht Versen. In den geraden Versen einer Strophe gibt es jeweils einen deutlich hörbaren Reim. In Strophe 1 sind das „Autafort“ (V. 2), „dort“ (V. 4), „Ort“ (V. 6) und „Wort“ (V. 8). Die ungeraden Verse bilden nicht durchgängig ein gemeinsames Reimpaar. Das lässt sich als Reimfolge x a x a x a x a beschreiben; „x“ bedeutet hier: kein entsprechender fest durchlaufender Reim.

Die Verse haben überwiegend einen lebhaften, oft vierhebigen Rhythmus. Viele Anfänge wirken trochäisch (betont – unbetont). Sprich den ersten Vers laut: „DRO-ben AUF dem SCHROF-fen STEI-ne“. Beachte aber Abweichungen; lege nicht jeden Vers gewaltsam in dasselbe Schema. Reim, Rhythmus und kurze Zeilen machen den Text gut vortragbar.

Übung: Lies V. 1–8 laut. Klopfe die Hauptbetonungen. Unterstreiche anschließend nur die gesicherten Endreime. Frage dich: Klingt die Königssprache drohend, spöttisch oder feierlich?


Wiederholung als Bedeutungsträger

Der König verspottet den Gedanken, Bertran brauche nur die „Hälfte / Seines Geistes“ (V. 11–12). Bertran greift dies später auf: „Nicht die ganze, nicht die halbe / Blieb mir“ (V. 51–52). Durch die Wiederholung wird der frühere Spott in eine Aussage über Schmerz verwandelt.

Auch Klanggruppen tragen Gefühle: „Kraft“, „Schaft“, „Haft“, „aufgerafft“ (V. 50, 52, 54, 56) verbinden innere Stärke, Waffen, Gefangenschaft und den letzten Versuch des Singens.

Merksatz: Ein Stilmittel ist nicht nur zum Schmücken da. Frage immer: Was verändert es beim Lesen und Verstehen?


Bilder, Macht und Gefühle


Bilder und Gegensätze

Die zerstörte Burg zu Beginn steht für Niederlage: „Raucht in Trümmern Autafort“ (V. 2). Später vergleicht Bertran sich mit ihr: „Da, wie Autafort dort oben, / Ward gebrochen meine Kraft“ (V. 49–50). Das ist ein Vergleich zwischen äußerer Zerstörung und innerem Schmerz.

„Saite nicht, noch Schaft“ (V. 52) nennt zwei Dinge: Die Saite steht für Musik und Dichtung, der Schaft für Waffe und Kampf. Beides scheint Bertran verloren zu haben. Die Wörter machen seinen Zusammenbruch greifbar.

Der Gegensatz zwischen den „Fesseln“ (V. 3 und V. 63) und der abschließenden Aufforderung „Weg die Fesseln!“ (V. 63) zeigt die Veränderung von Macht zu Vergebung. Das Gedicht stellt damit eine Frage: Kann Kunst einen Herrscher menschlicher handeln lassen?


Sprachliche Strategien

Bertran nennt seine Lieder zunächst stolz als Einflussmittel: „Der mit einem Lied entflammte / Perigord und Ventadorn“ (V. 19–20). „Entflammte“ ist eine bildliche Übertragung: Das Lied entzündet nicht wirklich Feuer, sondern Leidenschaft oder Aufruhr. Auch „Stets im Auge war ein Dorn“ (V. 21–22) ist bildlich gemeint.

Am Ende hört der König etwas anderes aus Bertrans Rede heraus: Trauer um seinen Sohn. Der Schluss kann als echte Versöhnung gelesen werden. Du kannst aber auch kritisch fragen, ob Bertrans Redekunst die Gefühle des Königs gezielt lenkt. Beide Lesarten brauchen Verse als Belege.

Vergleichsaufgabe: Notiere zwei Spalten: „Wirkung als politischer Aufwiegler“ und „Wirkung als Trauernder“. Suche je zwei passende Verse.

Historische okzitanische Liedhandschrift mit Bertran de Born, 13. Jahrhundert, Bibliothèque nationale de France, fr. 854, fol. 174v; gemeinfrei. Sie überliefert nicht Uhlands deutsche Ballade.


Romantik, Geschichte und Deutung


Zwei Zeiten unterscheiden

Bertran de Born war ein okzitanischer Dichter und Adliger des 12. Jahrhunderts. Er lebte in einer Welt von Burgen, Machtkämpfen und höfischen Liedern. Ludwig Uhland (1787–1862) schrieb viel später über diesen Stoff; die Ballade erschien im Umfeld der literarischen Romantik (1829). Mittelalterlicher Stoff und romantische Gestaltung sind nicht dieselbe Epoche.

Die Romantik entdeckte alte Sagen, Lieder und das Mittelalter als literarische Stoffe. Uhland zeigt einen Sänger, dessen Lied und Sprache gesellschaftliche Macht besitzen. Die Figurenzeichnung ist dichterische Gestaltung, kein gesichertes Protokoll einer Begegnung mit König Heinrich II.

Ludwig Uhland, historische Lithografie aus Leipzig (1847), Lithographische Anstalt J. G. Bach; gemeinfrei.

Klang aus der Zeit der Troubadours: Höre das mittelalterliche okzitanische Lied A chantar von Comtessa de Dia. Es stammt nicht von Bertran und ist keine Vertonung von Uhlands Ballade. Vergleiche nur die kulturelle Rolle des Singens.

Aufnahme: Makemi, CC BY 2.5; Komposition gemeinfrei.

Wort-Audio: Wie spricht man „Troubadour“ aus? Die kurze Commons-Aufnahme zeigt das Wort im Deutschen.

Jeuwre, CC BY-SA 4.0; deutschsprachiges Aussprachebeispiel.

Video 1 – literarische Epoche: Deutsch in Bildern erklärt die Romantik mit bewegten Zeichnungen. Prüfe, welche Merkmale auf Uhlands Ballade passen.

Video 2 – Epochenüberblick: STARK Verlag, vermittelt über German History in Documents and Images. Es geht um die literarische Romantik, nicht um eine Lesung dieser Ballade.

Video 3 – Musikbeispiel: Ensemble Convivencia interpretiert Troubadourmusik, präsentiert von Musica Medievale. Moderne Aufführung und andere Liedtexte; kein authentischer Klangbeleg zu Uhlands Gedicht.


Zwei mögliche Interpretationen

Deutung A – Kunst schafft Menschlichkeit: Die Lied- und Erzählkunst überwindet schließlich die Härte des Königs. Dafür sprechen „Hast auch meines nun gerührt“ (V. 60) und „Weg die Fesseln!“ (V. 63).

Deutung B – Kunst übt Macht aus: Bertran lenkt politische und persönliche Gefühle. Die Aussage, er habe Menschen mit seinem Lied „entflammte“ (V. 19), lässt seine Rede zugleich wirksam und problematisch erscheinen.

Für die Oberstufe: Prüfe, ob die Vergebung den politischen Konflikt löst oder nur die persönliche Beziehung ändert. Trenne die Wirkung im Gedicht von der historisch belegbaren Person Bertran de Born.


Interaktive Aufgaben


Lesequiz: zehn Fragen mit Versbelegen

Lies bei jeder Frage die genannte Stelle der Quellfassung. Nur eine Antwort passt.

Was steht in V. 1–4 im Vordergrund? (Eine zerstörte Burg und ein gefesselter Burgherr) (!Ein fröhliches Fest an einem Königshof) (!Ein Gespräch auf einem Schiff) (!Eine friedliche Heimkehr ohne Gefangenen)



Welche Verbindung verwendet der König in V. 5? (Schwert und Liedern) (!Buch und Feder) (!Krone und Garten) (!Flöte und Tanz)



Worüber spottet der König in V. 11–16? (Über die angeblich genügende Hälfte von Bertrans Geist) (!Über Bertrans fehlende Familie) (!Über den Klang der Kirchenglocken) (!Über ein verlorenes Pferderennen)



Was sagt Bertran in V. 19–20 über sein Lied? (Es habe Perigord und Ventadorn entflammt) (!Es habe den König einschlafen lassen) (!Es habe seine Burg wieder aufgebaut) (!Es habe einen Kaufvertrag besiegelt)



Wie reagiert die Tochter im Bericht V. 25–32 auf das Lied? (Sie weint) (!Sie wirft den Sänger hinaus) (!Sie schläft ein) (!Sie nimmt ein Schwert)



Woran stirbt der Sohn laut V. 37–40? (An einem Todespfeil vor Montforts Tor) (!An einer Krankheit auf See) (!An einem Sturz im Wald) (!An einem Brand bei der Hochzeit)



Was schmerzt den sterbenden Sohn besonders laut V. 41–44? (Dass er unter dem Fluch des Vaters stirbt) (!Dass sein Pferd gestohlen wurde) (!Dass kein Lied gesungen wird) (!Dass die Burg zu klein ist)



Was beschreibt Bertran in V. 49–52? (Seine eigene gebrochene Kraft) (!Die Krönung des Sohnes) (!Eine neu geschmückte Halle) (!Eine Reise über das Meer)



Welche Handlung ordnet der König in V. 63 an? (Die Fesseln sollen entfernt werden) (!Bertran soll ein neues Schwert holen) (!Die Burg soll angegriffen werden) (!Die Tochter soll ins Kloster gehen)



Was erkennt der König in V. 63–64 an? (Einen Hauch von Bertrans geistiger Kraft) (!Eine verlorene Schatzkarte) (!Den Bauplan einer neuen Burg) (!Die Unschuld aller Beteiligten als historische Tatsache)




Memory: Begriffe und Bedeutungen

Ordne jedem Wort die passende Erklärung zu.

Ballade Gedicht mit einer erzählten Handlung
Erzähler Stimme, die die äußere Szene schildert
Bertran gefesselter Dichter und Redner
König Herrscher, der am Ende verzeiht
Autafort Burg, deren Zerstörung als Bild dient
Metapher sprachliches Bild ohne direktes Vergleichswort





Drag and Drop: Textbeleg zu Wirkung

Ordne jeder Beobachtung die passende Erklärung zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Wirkung in der Ballade
Schwert und Lieder Verbindung von politischem Kampf und Kunst
Hälfte des Geistes spöttischer Vorwurf des Königs
Tränen der Braut emotionaler Einfluss eines Liedes
gebrochene Kraft innerer Schmerz nach dem Tod des Sohnes
Weg die Fesseln Wandel von Strafe zu Vergebung





Kreuzworträtsel

Finde jeweils ein Wort.

Autafort Welche Burg steht zu Beginn in Trümmern?
König Wer entscheidet am Ende über die Freilassung?
Bertran Wie heißt der gefangene Sänger mit Vornamen?
Ballade Wie heißt ein Gedicht mit erzählter Handlung?
Strophe Wie nennt man einen Abschnitt aus mehreren Versen?
Vergebung Welcher Akt löst am Ende den Streit persönlich?





LearningApps: weitere Übungsformate

Suche nach vorhandenen Übungen zu diesem Thema. Prüfe ihren Inhalt am verlinkten Text; Suchergebnisse sind nicht automatisch verifiziert.


Lückentext: Formen und Aussagen

Setze die passenden Fachwörter ein.
Uhlands Werk ist eine erzählende

. Die gesamte Ballade hat

Verse. Je acht Verse bilden eine

. Zu Beginn beschreibt der

die Gefangenschaft. Danach erhebt der

Vorwürfe. Bertran spricht lange über den verstorbenen

. Das Bild von der zerstörten Burg spiegelt seine gebrochene

. Die Schlussgeste deutet auf

hin. Jede Deutung braucht einen genauen

.



Offene Aufgaben

Wähle nach deinem Niveau. Die drei Schreibaufträge sind über die Schwierigkeitsstufen verteilt.


Leicht

  1. Schreibauftrag – Einstieg: Schreibe fünf kurze Sätze zur Handlung in V. 1–16. Nutze mindestens ein echtes Verszitat.
  2. Szenenfolge: Ordne acht Stichworte zu den acht Strophen und erkläre eine Zuordnung.
  3. Sprecherrollen: Markiere in deiner Textkopie Erzähler, König und Bertran mit unterschiedlichen Farben.
  4. Klangprobe: Lies V. 1–8 laut vor; notiere die vier Reimwörter der geraden Verse.


Standard

  1. Schreibauftrag – Stilmittel: Verfasse etwa 120 Wörter zu „Saite nicht, noch Schaft“ (V. 52). Benenne Bild, Kontext und Wirkung.
  2. Epochenbezug: Prüfe an zwei konkreten Versen, wie Uhland einen mittelalterlichen Stoff romantisch gestaltet.
  3. Standbild: Entwirf in einer Gruppe ein Standbild der Begegnung; begründe Haltung und Abstand anhand von V. 1–16.
  4. Hörvergleich: Höre das Commons-Lied der Comtessa de Dia und unterscheide historische Liedkultur von Uhlands späterer Ballade.


Schwer

  1. Schreibauftrag – Deutung: Schreibe eine begründete Interpretation von 250–350 Wörtern: Warum verzeiht der König? Stelle zwei Lesarten mit jeweils zwei Versbelegen gegenüber.
  2. Quellenkritik: Vergleiche die Ballade mit einem Sachtext über Bertran de Born. Trenne überprüfbare Geschichte und dichterische Erfindung.
  3. Perspektivwechsel: Verfasse eine kurze Gegenrede des Königs und erläutere danach, welche Gedichtverse deine Gestaltung stützen.
  4. Medienkritik: Vergleiche zwei Videos dieses Kurses: Welche Aussagen über Romantik und Mittelalter sind belegt, welche nur veranschaulicht?




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. These und Beleg: Erkläre, wie sich die Beziehung zwischen König und Bertran von V. 5–16 zu V. 58–64 verändert. Nenne zwei genaue Zitate.
  2. Klang und Wirkung: Bestimme das Reimprinzip der geraden Verse in der ersten Strophe und begründe eine mögliche Wirkung beim Vorlesen.
  3. Vergleich und Metapher: Unterscheide den ausdrücklichen Vergleich in V. 49–50 von einem sprachlichen Bild in V. 51–52.
  4. Historische Einordnung: Erläutere den Unterschied zwischen der mittelalterlichen Figur und dem romantischen Autor des Gedichts.
  5. Urteil bilden: Beurteile, ob der Schluss eher für menschliches Mitgefühl oder für Bertrans rhetorisches Geschick spricht. Verwende drei überprüfbare Versbelege.

Bewertungshilfe: Inhalt stimmt; Verszahlen stimmen; Zitate sind wortgetreu; das sprachliche Mittel ist erklärt; die Deutung folgt nachvollziehbar aus den Belegen. Ein alternatives Urteil ist möglich, wenn du es begründest.


Lernnachweis

Am Ende kannst du den Ablauf in acht Strophen knapp erzählen, Sprecherwechsel markieren, Reime und Bilder erkennen und eine eigene Interpretation mit belegten Zitaten begründen.

Dein Lernprodukt besteht aus einem markierten Originaltext, einer kurzen Reimübersicht und einem der drei Schreibaufträge (leicht, standard oder schwer). Prüfe vor der Abgabe: Steht hinter jedem wörtlichen Zitat eine Versangabe? Ist eine eigene Formulierung klar von einem Originalvers getrennt? Sind Quellfassung, Lesehilfe und Interpretation nicht miteinander verwechselt?

Selbstcheck: Ich kann den Wendepunkt erklären. Ich kann ein Bild und seine Wirkung benennen. Ich kann den Unterschied zwischen mittelalterlicher Geschichte und romantischer Ballade erklären.


OER und Wikipedia

Volltext und Quellen:

Bild- und Tonrechte (Wikimedia Commons): Alle Dateinamen entsprechen geprüften Commons-Dateiseiten. Die Lizenzangaben beziehen sich auf die jeweilige Datei, nicht auf diesen gesamten Kurs. Eingebettete Dateien wurden hier nicht verändert.

Medium Quelle / Dateiseite Urheber / Herkunft Rechte und Namensnennung
File:Bertran de Born - BN MS fr 12473.jpg Commons Unbekannter Buchmaler, BnF-Handschrift fr. 12473, 13. Jh. Gemeinfrei; BnF nennen
File:BnF ms. 854 fol. 174v - Bertran de Born (1).jpg Commons Unbekannter Buchmaler, BnF/Gallica, 13. Jh. Gemeinfrei; BnF/Gallica nennen
File:Château de Hautefort (Dordogne).jpg Commons Sébastien Bellanger CC BY-SA 4.0; Name und Lizenz
File:Ludwig Uhland.jpg Commons Lithographische Anstalt J. G. Bach, Leipzig 1847 Gemeinfrei; Herkunft nennen
File:A Chantar2.ogg Commons Comtessa de Dia (Werk); Makemi (Aufnahme) Aufnahme CC BY 2.5; Makemi nennen
File:De-Troubadour.ogg Commons Jeuwre (Ausspracheaufnahme) CC BY-SA 4.0; Jeuwre nennen

YouTube-Hinweis: Epoche der Romantik – Deutsch in Bildern, Die Literaturepoche der Romantik – STARK Verlag, Troubadoure – Musica Medievale/Ensemble Convivencia. Die Videos werden verlinkt bzw. über den Player eingebettet, nicht als frei lizenzierte OER-Dateien ausgegeben; Rechte verbleiben bei den jeweiligen Anbietern. Keine zusätzliche Wikimedia-Commons-Animation wurde eingefügt, weil keine fachlich passende, lizenzgeprüfte Datei sicher nachgewiesen wurde.

Wikipedia-Sachartikel zur mittelalterlichen Person:


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