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Bergbauwerkzeuge aus der Schmiede - Schmied

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Bergbauwerkzeuge aus der Schmiede - Schmied




Bergbauwerkzeuge aus der Schmiede - Schmied


Einleitung

Der historische Bergbau war ohne das Schmiedehandwerk nicht denkbar. Bergleute benötigten widerstandsfähige Werkzeuge zum Lösen von Gestein und Mineral, zum Herstellen von Schrämen, zum Eintreiben von Keilen, zum Beräumen des gewonnenen Materials und zum Bearbeiten des Grubenholzes. In der Bergmannssprache wird die Gesamtheit der bergmännischen Werkzeuge und Arbeitsgeräte als Gezähe bezeichnet.[1]

Viele Werkzeuge wurden durch Schläge, Abrieb und Biegung stark beansprucht. Ihre Spitzen wurden stumpf, Schlagflächen stauchten sich auf und Stiele konnten beschädigt werden. Deshalb gehörten die Herstellung, das Schärfen und die Instandsetzung des Gezähes zu den zentralen Aufgaben einer Bergschmiede. Der Bergschmied musste die Form des Werkzeuges, den verwendeten Stahl, die Wärmebehandlung und den späteren Einsatz unter Tage aufeinander abstimmen.[2]

Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende in der handwerklichen und metalltechnischen Ausbildung. Du lernst historische Bergbauwerkzeuge fachsprachlich kennen und untersuchst sie aus der Perspektive eines Schmieds. Im Mittelpunkt stehen Werkzeugschmieden, Werkstoffkunde, Freiformschmieden, Wärmebehandlung, Instandhaltung, Qualitätsprüfung und Arbeitsschutz.


Lernziele

Nach der Bearbeitung des Kurses kannst Du:

  1. Gezähe: wichtige Bergbauwerkzeuge benennen und ihrer Aufgabe zuordnen.
  2. Bergeisen: Örtchen, Bahn, Auge und Helm fachgerecht erklären.
  3. Werkzeugschmieden: einen sinnvollen Fertigungsablauf vom Rohmaterial bis zur Prüfung planen.
  4. Wärmebehandlung: den Zusammenhang von Härte, Verschleißbeständigkeit und Zähigkeit beurteilen.
  5. Arbeitsschutz: Gefährdungen beim Schmieden, Härten, Schleifen, Einstielen und Prüfen erkennen.


Bergschmiede und Werkzeugkreislauf

Die Bergschmiede lag häufig in unmittelbarer Nähe eines Bergwerks. Dort wurden neue Werkzeuge hergestellt und gebrauchte Werkzeuge wieder einsatzfähig gemacht. Stumpfe Bergeisen konnten gesammelt, ausgeschmiedet, geschärft und erneut wärmebehandelt werden. Anschließend gelangten sie zurück zu den Hauern.

Eine solche Werkstatt benötigte Feuerstelle, Blasebalg oder Gebläse, Amboss, Hämmer, Zangen, Lochwerkzeuge, Dorne, Schleifmöglichkeiten und Einrichtungen zur Wärmebehandlung. Der Bergschmied musste nicht nur kraftvoll, sondern vor allem kontrolliert arbeiten. Fehler an einem Schlagwerkzeug konnten unter Tage zu Werkzeugbruch oder gefährlichen Absplitterungen führen.

Der Werkzeugkreislauf lässt sich in fünf Schritte gliedern:

  1. Werkzeugausgabe: Der Bergmann erhält einsatzfähiges Gezähe.
  2. Werkzeugeinsatz: Spitze, Schneide oder Bahn werden belastet und verschleißen.
  3. Rückgabe: Stumpfe oder beschädigte Werkzeuge gelangen zur Bergschmiede.
  4. Instandsetzung: Der Schmied prüft, richtet, schmiedet, schleift und wärmebehandelt.
  5. Endkontrolle: Nur sichere und funktionsfähige Werkzeuge werden erneut ausgegeben.


Gezähe aus der Schmiede

Nicht jedes Gezähe bestand vollständig aus geschmiedetem Stahl. Schaufeln, Kratzen, Tröge, Stiele und Transportgeräte verbanden Metallteile mit Holz oder anderen Werkstoffen. Der Schmied fertigte daher häufig einen Werkzeugkopf, dessen Auge und Geometrie genau zur späteren Stielung passen mussten.

Werkzeug Verwendung im Bergbau Wichtige Anforderung aus Sicht des Schmieds
Bergeisen Meißelartige Bearbeitung von Gestein Verschleißfestes Örtchen, zäher Körper und sichere Schlagbahn
Schlägel Schlagen auf das Bergeisen Belastbare Bahnen, geeignetes Auge und sicherer Stiel
Keilhaue Lösen und Schrämen von weicherem oder klüftigem Material Ausgerichtete Spitze, ausreichende Zähigkeit und ausgewogene Form
Fimmel oder Wölfe Eisenkeile zum Lösen und Spalten Druckfester Keilkörper ohne Risse oder scharfe Kerben
Handfäustel Schlagen auf Meißel oder kleinere Keile Geeignete Masse, sichere Bahn und dauerhafte Stielbefestigung
Treibfäustel Eintreiben größerer Keile Hohe Zähigkeit, sichere Handhabung und fehlerfreier Kopf
Grubenbeil Bearbeiten von Holz für den Grubenausbau Schneidhaltige Klinge, zäher Körper und passendes Auge
Brechstange Hebeln und Hereinbrechen gelösten Materials Hohe Biegefestigkeit und Zähigkeit ohne schädliche Kerben


Schlägel und Eisen

Schlägel und Eisen wurden zum bekanntesten Symbol des Bergbaus. Der Schlägel ist das schlagende Werkzeug, das Bergeisen das getroffene Einsatzwerkzeug. Historische Untersuchungen zeigen, dass sich diese Werkzeugkombination im Mittelalter verbreitete und nicht für alle Zeiten und Bergbauregionen gleichermaßen vorausgesetzt werden darf.[3]

Beim Bergeisen heißen die wichtigsten Bereiche:

  1. Örtchen: die arbeitende Spitze, die in das Gestein eindringt.
  2. Bahn: die Fläche, auf die der Schlägel trifft.
  3. Auge: die Öffnung zur Aufnahme des Stiels.
  4. Helm: die historische Bezeichnung für den Stiel des Bergeisens.

Der Helm war beim historischen Bergeisen häufig nur locker in das Auge gesteckt. Dadurch konnte ein stumpfes Eisen schnell gegen ein scharfes Eisen ausgetauscht werden. Diese Konstruktion darf nicht mit einem Hammerkopf verwechselt werden: Bei einem Schlägel oder Fäustel muss der Stiel dauerhaft und sicher befestigt sein.[4]


Keilhaue, Fimmel und Hereintreibearbeit

Die Keilhaue wurde zum Lösen und Schrämen eingesetzt. Beim Schrämen entsteht ein schmaler Einschnitt im abzubauenden Material. Dieser Schram erleichtert das anschließende Lösen eines Bereichs. Je nach Lagerstätte, Gestein und Epoche unterschieden sich Form und Einsatz der Hauen.

Fimmel beziehungsweise Wölfe waren Eisenkeile. Keile wandeln die eintreibende Schlagkraft in seitlich wirkende Kräfte um. Für den Schmied bedeutet dies: Der Keilkörper muss zäh sein, die Geometrie muss gleichmäßig verlaufen und der geschlagene Kopf darf keine gefährlichen Ausbrüche aufweisen.


Fäustel und Brechstangen

Ein Handfäustel wird einhändig geführt. Ein größerer Treibfäustel kann zum Eintreiben von Keilen dienen. Bei beiden Werkzeugen sind Bahn, Auge und Stiel besonders sicherheitsrelevant. Eine schiefe Bahn führt leichter zu Randtreffern. Ein beschädigter oder lockerer Stiel kann sich lösen. Aufgestauchte oder ausgebrochene Schlagflächen müssen vor dem weiteren Einsatz beurteilt werden.

Die Brechstange wird zum Hebeln eingesetzt. Sie ist kein Ersatz für einen Hammer. Ihr Querschnitt und ihre Länge müssen zur erwarteten Biegebeanspruchung passen. Scharfe Kerben, Risse und starke bleibende Verformungen können die Betriebssicherheit beeinträchtigen.


Anforderungen an den Werkstoff

Ein gutes Bergbauwerkzeug ist nicht einfach nur hart. Es benötigt eine abgestimmte Kombination aus Härte, Verschleißbeständigkeit und Zähigkeit.

Härte vermindert das Eindringen anderer Körper und kann den Verschleiß an Spitze oder Schneide reduzieren. Zähigkeit beschreibt die Fähigkeit des Werkstoffs, Energie aufzunehmen, ohne spröde zu brechen. Ein zu weiches Örtchen wird schnell stumpf. Ein zu hart und spröde behandeltes Schlagende kann dagegen ausbrechen.

Für eine moderne Nachfertigung darf der Stahl nicht allein nach Aussehen oder Funkenbild ausgewählt werden. Entscheidend sind eine eindeutige Werkstoffbezeichnung, der vorgesehene Einsatz, die Bauteilabmessung und ein passender Wärmebehandlungsplan. Unbekannter Stahl ist für ein sicherheitsrelevantes Schlagwerkzeug ungeeignet, solange seine Eigenschaften nicht geklärt sind.


Historischer Verbund und moderne Werkzeugstähle

Historische Werkzeuge konnten aus unterschiedlichen Eisen- und Stahlqualitäten bestehen. Teilweise wurden zähe Grundkörper mit härteren Arbeitszonen verbunden. Solche Konstruktionen erforderten Erfahrung beim Feuerschweißen und bei der Wärmebehandlung.

In der heutigen Ausbildung arbeitest Du nach Werkstoffdaten, Zeichnung, Arbeitsplan und betrieblichen Vorgaben. Pauschale Härtetemperaturen sind fachlich problematisch, weil sie vom konkreten Stahl abhängen. Ebenso muss das Abschreckmedium zum Werkstoff und zur Geometrie passen.


Fertigung eines Bergbauwerkzeugs

Der genaue Fertigungsweg hängt vom Werkzeugtyp ab. Ein Bergeisen ohne festes Hammerauge wird anders hergestellt als eine Keilhaue oder ein Fäustel. Trotzdem lässt sich ein allgemeiner Arbeitsablauf formulieren.

Arbeitsschritt Fachliches Ziel Typische Prüffrage
Arbeitsauftrag klären Funktion, Maße, Werkstoff und Stückzahl festlegen Ist der Werkstoff eindeutig bezeichnet?
Rohmaterial vorbereiten Genügend Volumen für Kopf, Auge und Arbeitsende bereitstellen Reicht die Materialzugabe für alle Umformschritte?
Erwärmen Gleichmäßige Schmiedetemperatur erreichen Ist der Querschnitt ausreichend durchgewärmt?
Vorformen Material verteilen und Grundform erzeugen Bleibt genügend Material an hoch belasteten Bereichen?
Lochen und Dornen Auge herstellen und kalibrieren Ist das Auge mittig, ausgerichtet und faltenfrei?
Spitze, Schneide oder Bahn schmieden Funktionsgeometrie herstellen Stimmen Winkel, Symmetrie und Belastungsrichtung?
Richten und Schleifen Maße und Oberfläche herstellen Sind Kerben, Schleifbrand und scharfe Übergänge vermieden?
Wärmebehandeln Gebrauchseigenschaften einstellen Wurden Werkstoffvorgabe und Prozessdaten eingehalten?
Einstielen und Prüfen Werkzeug gebrauchsfertig und sicher machen Sitzt der Kopf fest und ist er richtig ausgerichtet?


Erwärmen und Schmieden

Beim Erwärmen muss der Werkstoff ausreichend plastisch werden, ohne zu verbrennen. Zu niedrige Schmiedetemperaturen erhöhen die Umformkräfte und können Risse begünstigen. Zu hohe Temperaturen fördern starkes Zundern, Kornwachstum und im Extremfall das Verbrennen des Stahls.

Beim Freiformschmieden wird das Material durch gezielte Schläge gestreckt, gestaucht, abgesetzt oder gebreitet. Die Schlagfolge soll den Werkstoff kontrolliert verteilen. Scharfe Absätze und unbeabsichtigte Falten sind besonders in hoch belasteten Bereichen zu vermeiden.


Lochen und Dornen

Das Auge einer Haue oder eines Hammers kann warm gelocht und anschließend aufgedornt werden. Der Lochdorn verdrängt Material. Deshalb muss vor dem Lochen genügend Querschnitt vorhanden sein.

Ein gutes Werkzeugauge besitzt gleichmäßige Wandstärken, passende Radien und die richtige Ausrichtung zur Spitze oder Bahn. Eine außermittige Lochung kann zu dünnen Wandbereichen führen. Schmiedefalten am Auge wirken als Kerben und können unter Schlagbelastung Risse einleiten.


Wärmebehandlung

Nach dem Schmieden können je nach Stahl und Arbeitsplan Normalisieren, Härten und Anlassen erforderlich sein.

Normalisieren kann ein gleichmäßigeres und feineres Gefüge fördern. Beim Härten wird der Stahl auf eine werkstoffabhängige Temperatur erwärmt und anschließend ausreichend schnell abgekühlt. Das Anlassen folgt dem Härten und stellt die Gebrauchseigenschaften ein. Dabei wird die hohe Härte so weit vermindert, dass eine für das Werkzeug geeignete Zähigkeit erreicht wird.

Spitze, Schneide und Schlagende können unterschiedlich beansprucht sein. Deshalb darf die Wärmebehandlung nicht schematisch erfolgen. Bei Schlagwerkzeugen ist besonders darauf zu achten, dass keine spröden Bereiche entstehen, von denen Splitter abspringen können.


Schleifen, Schärfen und Einstielen

Beim Schleifen werden Maß, Winkel und Oberflächengüte hergestellt. Zu hoher Schleifdruck oder unzureichende Kühlung können Schleifbrand verursachen. Anlassfarben an einer unerwünschten Stelle können auf eine örtliche Überhitzung hinweisen.

Beim Einstielen müssen Auge und Stiel zusammenpassen. Die Holzfasern sollen günstig verlaufen, der Stiel darf keine Risse besitzen und die Befestigung muss dauerhaft sein. Für Hämmer werden geeignete Keile oder andere vorgesehene Sicherungselemente verwendet. Improvisierte Lösungen mit Nägeln oder ungeeigneten Blechstücken sind nicht fachgerecht.


Qualitätssicherung und Instandhaltung

Die Qualität eines Werkzeuges wird nicht allein am Aussehen beurteilt. Eine vollständige Kontrolle verbindet Sichtprüfung, Maßprüfung, Funktionsprüfung und gegebenenfalls Härte- oder Rissprüfung.

Prüfung Mögliche Fehler Fachliche Reaktion
Sichtprüfung Risse, Falten, Ausbrüche, Aufstauchungen Fachgerecht nacharbeiten oder Werkzeug aussondern
Maßprüfung Falsche Länge, Winkel oder Spitzengeometrie Richten, nachschmieden oder neu fertigen
Augenprüfung Außermittigkeit, scharfe Übergänge, ungleiche Wandstärke Ursache bewerten und keine unsichere Reparatur verdecken
Stielprüfung Lockerung, Riss, ungünstiger Faserverlauf Stiel fachgerecht ersetzen
Härteprüfung Zu weiche oder zu harte Arbeitszone Wärmebehandlung prüfen und Prozess korrigieren
Dokumentationsprüfung Unklarer Werkstoff oder fehlende Prozessdaten Freigabe verweigern, bis die Angaben geklärt sind

Die DGUV weist darauf hin, dass Hämmer vor der Arbeit geprüft werden müssen. Bei Gefahr der Splitterbildung ist eine Schutzbrille erforderlich. Schäden an gehärteten Arbeitsenden können sicherheitsrelevant sein und lassen sich nicht in jedem Fall durch einfaches Nachschleifen beheben.[5]


Arbeitsschutz

In der Schmiede wirken Hitze, Funken, Zunder, Lärm, Schlagenergie und schwere Werkstücke zusammen. Ein sicherer Arbeitsablauf verlangt eine Gefährdungsbeurteilung, geeignete Arbeitsmittel und fachkundige Aufsicht.

  1. Persönliche Schutzausrüstung: Schutzbrille oder Gesichtsschutz, geeignete Arbeitskleidung, Sicherheitsschuhe und erforderlicher Gehörschutz werden getragen.
  2. Werkzeugprüfung: Hämmer, Zangen, Dorne, Meißel und Stiele werden vor Beginn kontrolliert.
  3. Schlagbereich: Unbeteiligte Personen halten Abstand, und Schmied sowie Zuschläger verwenden klare Kommandos.
  4. Heiße Werkstücke: Erhitztes Metall wird gekennzeichnet und nur an festgelegten Stellen abgelegt.
  5. Abschrecken: Spritzer, Dampf, Brandgefahr und ein ungeeignetes Abschreckmedium werden vermieden.
  6. Schleifarbeit: Schutzhaube, Werkstückauflage und Schleifkörper werden geprüft.
  7. Lüftung: Rauch, Staub und Dämpfe werden wirksam erfasst oder abgeführt.
  8. Ordnung: Wege, Zangenablagen und Arbeitsflächen bleiben frei.


Bedeutung für die heutige Ausbildung

Historische Bergbauwerkzeuge eignen sich besonders gut, um berufliche Kompetenzen miteinander zu verbinden. An einem Bergeisen oder Fäustel kannst Du Werkstoffauswahl, Umformtechnik, Wärmebehandlung, Stielung, Qualitätsprüfung und Arbeitsschutz in einem zusammenhängenden Auftrag untersuchen.

Eine praktische Nachfertigung darf nur unter fachkundiger Anleitung erfolgen. Das Ziel ist nicht die unkritische Kopie eines historischen Stückes, sondern ein dokumentierter und sicherer Lernprozess. Historische Originale in Museen dürfen zudem nicht allein anhand ihres Aussehens vermessen oder nachgebaut werden. Herkunft, Datierung, Erhaltungszustand und mögliche spätere Veränderungen müssen berücksichtigt werden.


Fachbegriffe

Begriff Bedeutung
Gezähe Bergmännischer Sammelbegriff für Werkzeuge und Arbeitsgeräte
Bergeisen Meißelartiges Werkzeug zur Gesteinsbearbeitung
Örtchen Arbeitende Spitze des Bergeisens
Bahn Getroffene oder schlagende Fläche eines Werkzeuges
Auge Öffnung zur Aufnahme eines Stiels
Helm Historische Bezeichnung für den Stiel des Bergeisens
Schram Schmaler Einschnitt im abzubauenden Material
Fimmel Eisenkeil zum Lösen oder Spalten
Zunder Oxidschicht auf erhitztem Stahl
Schmiedefalte Beim Umformen eingeschlossene oder umgelegte Oberfläche
Schleifbrand Unerwünschte thermische Schädigung beim Schleifen
Anlassen Wärmebehandlung nach dem Härten zur Einstellung der Gebrauchseigenschaften


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wie lautet der bergmännische Sammelbegriff für Werkzeuge und Arbeitsgeräte? (Gezähe) (!Geleucht) (!Gezimmer) (!Förderung)




Wie heißt die arbeitende Spitze eines Bergeisens? (Örtchen) (!Auge) (!Helm) (!Bahnring)




Welche Fläche des Bergeisens wird mit dem Schlägel getroffen? (Bahn) (!Schram) (!Angel) (!Schneide)




Wie heißt der historische Stiel des Bergeisens? (Helm) (!Fimmel) (!Kratze) (!Kappe)




Welche Eigenschaft muss ein schlagbeanspruchter Werkzeugkörper besonders besitzen? (Zähigkeit) (!Sprödigkeit) (!Durchsichtigkeit) (!Leitfähigkeit)




Welcher Arbeitsschritt folgt häufig auf das Härten? (Anlassen) (!Gießen) (!Löten) (!Galvanisieren)




Welche Folge kann eine außermittige Lochung haben? (Ungleichmäßige Wandstärken) (!Gleichmäßige Belastung) (!Verbesserte Stielpassung) (!Vollständige Entzunderung)




Wozu dient eine Keilhaue? (Zum Lösen und Schrämen) (!Zum Messen der Grubengase) (!Zum Fördern mit Seilen) (!Zum Beleuchten des Stollens)




Was bezeichnet Schleifbrand? (Eine thermische Schädigung beim Schleifen) (!Eine Verzierung der Werkzeugbahn) (!Eine Methode zum Einstielen) (!Eine Form des Feuerschweißens)




Was ist bei einem beschädigten Schlagwerkzeug zuerst erforderlich? (Eine fachliche Prüfung und sichere Entscheidung) (!Ein sofortiger weiterer Einsatz) (!Das Verdecken des Fehlers mit Farbe) (!Das provisorische Befestigen mit Draht)





Memory

Gezähe Bergmännische Werkzeuge und Arbeitsgeräte
Bergeisen Meißelartiges Werkzeug für Gestein
Örtchen Arbeitende Spitze
Helm Stiel des historischen Bergeisens
Fimmel Eisenkeil
Zunder Oxidschicht auf heißem Stahl
Anlassen Einstellen der Gebrauchseigenschaften
Schmiedefalte Eingeschlossener Oberflächenfehler





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Fachliche Bedeutung
Bahn Schlagfläche
Auge Stielaufnahme
Schram Einschnitt im Abbaumaterial
Keilhaue Werkzeug zum Lösen und Schrämen
Normalisieren Wärmebehandlung zur Gefügeverbesserung
Brechstange Werkzeug zum Hebeln




...


Kreuzworträtsel

Gezähe Wie heißt die Gesamtheit bergmännischer Werkzeuge?
Bergeisen Welches meißelartige Werkzeug bearbeitet Gestein?
Schlägel Welches Werkzeug schlägt auf das Bergeisen?
Örtchen Wie heißt die arbeitende Spitze des Bergeisens?
Keilhaue Welches Werkzeug dient dem Lösen und Schrämen?
Anlassen Welche Wärmebehandlung folgt häufig auf das Härten?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die bergmännischen Werkzeuge werden zusammen als

bezeichnet. Das meißelartige Werkzeug zur Gesteinsbearbeitung heißt

. Seine arbeitende Spitze wird

genannt. Die getroffene Fläche heißt

. Der historische Stiel des Bergeisens trägt die Bezeichnung

. Ein Eisenkeil kann als

bezeichnet werden. Die Öffnung zur Stielaufnahme heißt

. Beim Erwärmen kann sich auf Stahl

bilden. Nach dem Härten folgt häufig das

. Eine thermische Schädigung beim Schleifen heißt

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugsteckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu einem Bergeisen mit Funktion, Bauteilen und typischen Schäden.
  2. Fachwortkarte: Gestalte Lernkarten zu zwölf Begriffen aus Bergbau und Werkzeugschmieden.
  3. Bildanalyse: Beschreibe auf einem historischen Bild mindestens vier erkennbare Werkzeuge.
  4. Sicherheitsprüfung: Entwickle eine kurze Sichtprüfliste für Hammer, Stiel, Zange und Schutzbrille.


Standard

  1. Fertigungsplan: Plane die Herstellung eines vereinfachten Bergeisen-Modells vom Rohmaterial bis zur Endkontrolle.
  2. Werkzeugvergleich: Vergleiche Bergeisen, Keilhaue und Grubenbeil nach Funktion, Belastung und Geometrie.
  3. Fehlerkatalog: Dokumentiere sechs mögliche Schmiede- oder Wärmebehandlungsfehler und erläutere ihre Folgen.
  4. Museumsrecherche: Untersuche eine Sammlung von Bergbauwerkzeugen und ordne die Stücke nach ihrer Verwendung.


Schwer

  1. Rekonstruktion: Erstelle eine maßstäbliche Zeichnung eines historischen Bergbauwerkzeuges und begründe die Form.
  2. Wärmebehandlungsplan: Entwickle für einen vorgegebenen und eindeutig bezeichneten Stahl einen prüfbaren Arbeitsplan.
  3. Interview: Befrage einen Schmied, Restaurator oder Bergbauhistoriker zur Herstellung und Instandhaltung von Gezähe.
  4. Ausstellung: Konzipiere eine kleine Ausstellung mit dem Titel „Vom Schmiedefeuer in den Stollen“.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Härte und Zähigkeit: Begründe, warum ein Bergeisen nicht über den gesamten Querschnitt möglichst hart sein sollte.
  2. Schadensbewertung: An einer Fäustelbahn sind Ausbrüche sichtbar. Entwickle ein sicheres Vorgehen und begründe Deine Entscheidung.
  3. Werkstoffidentität: Erkläre, warum ein unbekannter Stahl nicht ohne Klärung zu einem Schlagwerkzeug verarbeitet werden darf.
  4. Prozessvergleich: Vergleiche die Folgen einer zu niedrigen und einer zu hohen Schmiedetemperatur.
  5. Konstruktionsanalyse: Bewerte ein außermittiges Werkzeugauge hinsichtlich Belastung, Stielpassung und Reparaturmöglichkeit.
  6. Transfer: Übertrage die Anforderungen eines historischen Bergeisens auf einen modernen Handmeißel.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:

  1. die Fachbegriffe Gezähe, Bergeisen, Örtchen, Bahn, Auge und Helm korrekt verwendest.
  2. Bergbauwerkzeuge nach Funktion und Belastungsart unterscheiden kannst.
  3. einen nachvollziehbaren Fertigungs- und Instandhaltungsablauf entwickelst.
  4. Härte, Zähigkeit und Verschleißbeständigkeit in Beziehung setzt.
  5. sicherheitsrelevante Fehler erkennst und begründete Entscheidungen triffst.
  6. Werkstoff, Wärmebehandlung und Prüfergebnisse fachgerecht dokumentierst.
  7. historische Quellen kritisch auswertest und von modernen Arbeitsregeln unterscheidest.
  8. Arbeitsschutz und fachkundige Aufsicht in die praktische Planung einbeziehst.

Als Lernprodukt eignen sich ein Fertigungsplan, eine Werkzeugdokumentation, ein geprüftes Übungsstück, eine Präsentation oder ein Ausstellungskonzept.




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