Bedienoberflächen und Anlagenvisualisierung – Rezeptdaten sicher verwalten
Einleitung
Bedienoberflächen und Anlagenvisualisierung – Rezeptdaten sicher verwalten
Zielgruppe: Ausbildung in der Automatisierungstechnik, Mechatronik und Elektrotechnik
Lernzeit: ca. 45 Minuten in sechs kurzen Lerneinheiten
Lernziele: Du kannst Rezeptversionen vergleichen, freigegebene Datensätze auswählen, Übertragungen kontrollieren und Fehler anhand von Signalverläufen diagnostizieren.
Praxisprinzip: Anschauen – Entscheiden – Simulieren – Begründen.

Abbildung: Industrielles HMI-Panel. Quelle: Wikimedia Commons, Earl of Oxford, CC BY-SA 4.0.
Sicherheitsregel: Alle Steuerungsaufgaben erfolgen ausschließlich mit fiktiven Daten in einer lokalen oder ausdrücklich autorisierten Testumgebung. Verwende keine Produktivanlagen, fremden Netzwerke, echten Zugangsdaten oder Kundendaten. Verbinde den Kurs nicht mit einer realen Steuerung. Externe Medien sind optional.
Ausbildungsfall: Die virtuelle Mischanlage M-01
Du bist in der Ausbildung und betreust eine virtuelle Getränkemischanlage. Für den fiktiven Auftrag B-017 sollen 100 Liter einer Testmischung hergestellt werden.
Die freigegebene Rezeptur sieht vor:
| Parameter | Sollwert |
|---|---|
| Wasser | 80 Liter |
| Sirup | 20 Liter |
| Mischzeit | 45 Sekunden |
| Gesamtmenge | 100 Liter |
Dein Auftrag: Finde die passende Rezeptversion, prüfe ihre Freigabe, simuliere das Laden und erkenne Übertragungsfehler.

Abbildung: Beispiel eines Rohrleitungs- und Instrumentenfließschemas mit Behälter und Pumpe. Nicht die konkrete M-01. Quelle: Con-struct, CC BY-SA 3.0.
Lernpfad
| Einheit | Dauer | Deine Aufgabe |
|---|---|---|
| HMI und SPS verstehen | 5 Min. | Signalweg erkennen |
| Rezeptversionen vergleichen | 6 Min. | Richtige Version wählen |
| Freigabe prüfen | 6 Min. | Berechtigung beurteilen |
| Virtuelle Anlage bedienen | 8 Min. | Sichere Reihenfolge planen |
| Signalverläufe lesen | 8 Min. | Quittierung auswerten |
| Fehler diagnostizieren | 8 Min. | Sichere Reaktion begründen |
Lerneinheit 1: HMI, SPS und Anlagenvisualisierung
Ein HMI zeigt Prozesswerte, Betriebszustände und Bedienmöglichkeiten. Die SPS verarbeitet Signale und steuert die Anlage nach ihrem Programm.

Abbildung: Beispielhafte Struktur eines SCADA-Systems. Quelle: deramsey, CC BY-SA 4.0.

Abbildung: Speicherprogrammierbare Steuerungen. Quelle: Bisgaard, CC BY-SA 3.0 / GFDL.
Merke: HMI-Anzeige, gespeicherter Rezeptdatensatz und aktuell wirksame SPS-Werte sind nicht automatisch identisch.
Basisaufgabe: Zeichne drei Kästen mit den Bezeichnungen HMI, SPS und Mischbehälter. Verbinde sie mit den passenden Informations- und Steuerungswegen.
Feedback: Ein geeigneter Signalweg führt vom HMI über die Steuerung zu den Prozesskomponenten. Messwerte gelangen über die Steuerung zurück zur Anzeige. Das HMI ersetzt keine Sicherheitsfunktionen der Steuerung.
Lerneinheit 2: Rezeptversionen auswählen
Eine Rezepturverwaltung speichert zusammengehörige Parameter. Die Versionskennung hilft, Änderungen nachvollziehbar zu halten. Eine höhere Versionsnummer bedeutet nicht automatisch, dass der Datensatz freigegeben ist.
Video: SPS Tutorial – WinCC-Rezepturen anlegen, testen und sichern. Die gezeigte Softwareversion kann von aktuellen Systemen abweichen.
Virtuelles Versionsarchiv
Alle folgenden Datensätze sind erfunden.
| Version | Wasser | Sirup | Mischzeit | Status |
|---|---|---|---|---|
| V1.0 | 80 l | 20 l | 30 s | Archiviert |
| V1.1 | 80 l | 20 l | 45 s | Entwurf |
| V1.2 | 80 l | 20 l | 45 s | Freigegeben |
| V1.3 | 85 l | 15 l | 45 s | In Prüfung |
Anwendungsaufgabe: Wähle die für Auftrag B-017 geeignete Rezeptversion.
Feedback: V1.2 ist richtig, weil Mengen, Mischzeit und Freigabestatus zusammenpassen. V1.1 besitzt die passenden Werte, ist aber noch nicht freigegeben. V1.3 ist neuer, jedoch nicht freigegeben und inhaltlich abweichend.
Lerneinheit 3: Versionen prüfen und freigeben
Versionierung und Freigabe sind unterschiedliche Funktionen. In unserem Schulungsmodell darf eine Prüfrolle eine fachlich geprüfte Version freigeben. Die Bedienrolle darf nur bereits freigegebene Versionen für den vorgesehenen Auftrag auswählen.

Abbildung: Beispiel einer SCADA-Demoberfläche. Quelle: Jens Reimann, CC BY-SA 4.0.
Virtueller Freigabeprozess
| Zustand | Bedeutung | Erlaubte Folge |
|---|---|---|
| Entwurf | Daten veränderbar | Prüfen |
| In Prüfung | Werte werden kontrolliert | Freigeben oder zurückweisen |
| Freigegeben | Für den vorgesehenen Einsatz zugelassen | Auswählen |
| Archiviert | Historische Fassung | Nur nachvollziehen |
Freigabe-Check:
- Plausibilität: Stimmen Mengen und Grenzwerte?
- Versionierung: Ist die Fassung eindeutig?
- Berechtigung: Handelt die richtige Rolle?
- Dokumentation: Sind Änderung und Prüfung nachvollziehbar?
Das ist ein didaktisches Rollenmodell. Tatsächliche Freigabefunktionen unterscheiden sich je nach HMI- und Batch-System.
Video: Gyan Automation – Siemens HMI Recipe Program in TIA Portal. Achte auf Rezeptdatensätze und Übertragung; der Kurs ergänzt die Freigabeprüfung separat.
Transferfrage: Warum darf die Bedienrolle die Version V1.3 nicht einfach selbst freigeben?
Feedback: Eine unabhängige oder entsprechend autorisierte Prüfung reduziert das Risiko ungeprüfter Änderungen. Die festgelegte Rollen- und Freigaberegel darf nicht durch eine Bedienhandlung umgangen werden.
Lerneinheit 4: Die virtuelle Anlage bedienen

Abbildung: Rückseite eines HMI-Panels. Quelle: Earl of Oxford, CC BY-SA 4.0. Das Bild dient nur der Bauteilorientierung; es ist keine Aufforderung zum Anschließen.
HMI-Simulator M-01
Ausschließlich statisches Schulungsmodell, keine Verbindung zu einer realen SPS. Die eigentlichen Bedienentscheidungen werden in den interaktiven Aufgaben getroffen.
| M-01 – VIRTUELLE MISCHANLAGE – OFFLINE | |||
|---|---|---|---|
| ANLAGENSTATUS | REZEPTSTATUS | ||
| Tank | Leer | Gewählt | V1.2 |
| Schutzbedingung | Erfüllt | Geladen | V1.0 |
| Steuerung | Bereit | Aktiv | V1.0 |
| Freigabestatus V1.2 | Gültig | Übertragung | Ausstehend |
| AUSWÄHLEN | LADEN | STARTEN | STOPPEN |
Die vier Schaltflächen sind hier lediglich visualisierte Bedienelemente. Die Simulation verändert keine echten Anlagenzustände.
Virtuelle Bedienfolge
| Phase | Bedingung | Aktion |
|---|---|---|
| Auswahl | Passender Datensatz freigegeben | V1.2 auswählen |
| Vorprüfung | Anlage bereit und Voraussetzungen erfüllt | Laden zulassen |
| Übertragung | Keine Sperre aktiv | Ladeanforderung simulieren |
| Bestätigung | Vollständige Übertragung geprüft | Quittung auswerten |
| Aktivierung | Version und Werte stimmen | V1.2 als aktiv anzeigen |
| Vorbereitung | Weitere Startbedingungen erfüllt | Startbereitschaft anzeigen |
Wichtig: Das Laden einer Rezeptur und das Starten des Prozesses sind getrennte Aktionen. Ein tatsächliches System benötigt zusätzliche technische Sicherheitsprüfungen. Der Kurs modelliert keine vollständige sicherheitsgerichtete Steuerung.
Anwendungsaufgabe: Das HMI zeigt V1.2 als ausgewählt, aber V1.0 als aktiv. Darfst Du den Start der neuen Charge freigeben?
Feedback: Nein. Auswahl ist keine bestätigte Übertragung. Zuerst müssen Datenübertragung, gültige Quittung und aktive Version überprüft werden.
Lerneinheit 5: Signalverläufe verstehen
Ein Signal kann einen Auftrag auslösen oder dessen Verarbeitung bestätigen. Im folgenden frei erfundenen Handshake-Modell bedeutet 1 „Signal aktiv“ und 0 „Signal inaktiv“.

Abbildung: Allgemeines Prinzip eines Regelkreises. Quelle: Chetvorno, CC BY-SA 3.0. Das Bild erklärt den Soll-Ist-Vergleich und zeigt nicht das nachfolgende Rezept-Handshake-Protokoll.
Signalverlauf A: Erfolgreiches Laden
| Signal / Zeitpunkt | t0 | t1 | t2 | t3 | t4 |
|---|---|---|---|---|---|
| Ladeanforderung | 0 | 1 | 1 | 0 | 0 |
| Gültige SPS-Quittung | 0 | 0 | 1 | 1 | 0 |
| Aktive Version | V1.0 | V1.0 | V1.2 | V1.2 | V1.2 |
Visualisierte Signale:
Zeit t0 t1 t2 t3 t4 Ladeanforderung ▁ █ █ ▁ ▁ SPS-Quittung ▁ ▁ █ █ ▁ Aktive Version 1.0 1.0 1.2 1.2 1.2
Modellannahme: Die SPS quittiert erst nach vollständiger Prüfung und setzt die aktive Versionskennung dabei auf V1.2.
Signalverlauf B: Übertragungsfehler
| Signal / Zeitpunkt | t0 | t1 | t2 | t3 |
|---|---|---|---|---|
| Ladeanforderung | 0 | 1 | 1 | 0 |
| SPS-Quittung | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zeitüberschreitung | 0 | 0 | 0 | 1 |
| Aktive Version | V1.0 | V1.0 | V1.0 | V1.0 |
Diagnoseaufgabe: Was bedeutet das Ausbleiben der Quittung?
Feedback: Es liegt keine bestätigte erfolgreiche Übertragung vor. Ursache und Zustand müssen in der Simulation geprüft werden. Ein erneuter Start ohne Klärung wäre unbegründet.
Lerneinheit 6: Fehler sicher diagnostizieren

Abbildung: Verknüpfung von Bedienung, Steuerung und Prozessüberwachung.
Video: PLC-Coach – Simulation mit Factory I/O und TIA Portal. Verwende gegebenenfalls nur eine ausdrücklich autorisierte, isolierte Lerninstallation; eine solche Installation ist zur Bearbeitung dieses Kurses nicht erforderlich.
Diagnosematrix der virtuellen Anlage
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Sichere Entscheidung |
|---|---|---|
| Version nicht freigegeben | Prüfung offen | Nicht laden |
| Summe 110 Liter | Datensatz fehlerhaft | Zur Prüfung zurückgeben |
| Keine SPS-Quittung | Übertragung unbestätigt | Start sperren und Diagnose lesen |
| Angezeigte Version ungleich aktive Version | Datensatz noch nicht wirksam | Zustand abgleichen |
| Schutzbedingung nicht erfüllt | Startvoraussetzung fehlt | Nicht starten |
Transferaufgabe: Entwirf für eine zusätzliche Version V1.4 einen Ablauf, der sowohl die Freigabe als auch eine fehlende Übertragungsquittung berücksichtigt.
Feedback: Ein belastbarer Ablauf prüft zuerst Datensatz und Berechtigung, fordert dann die Übertragung an, wartet auf eine gültige Rückmeldung und verhindert bei Fehlern die Aktivierung oder den Start. Alle Ergebnisse werden nachvollziehbar dokumentiert.
Gestufte Hilfen
Verwende die Hilfen nacheinander und versuche zuerst eine eigene Entscheidung.
| Stufe | Hilfe |
|---|---|
| Hilfe 1 – Orientierung | Welche Version ist freigegeben, und welche Werte verlangt der Auftrag? |
| Hilfe 2 – Strategie | Vergleiche Sollwerte, Versionsstatus, Ladeanforderung, Quittung und aktive Version. |
| Hilfe 3 – Lösungsansatz | V1.2 ist für B-017 passend. Ohne gültige Quittung und Versionsabgleich bleibt der neue Auftrag gesperrt. |
Basis-, Anwendungs- und Transfertraining
| Niveau | Aufgabe | Begründetes Feedback |
|---|---|---|
| Basis | Unterscheide ausgewählte und aktive Version. | Die Auswahl im HMI allein verändert nicht zwangsläufig die Prozessparameter. |
| Anwendung | Werte Signalverlauf B aus und bestimme die nächste Aktion. | Weil die Quittung fehlt, ist die Übertragung nicht bestätigt; sichere Reaktion ist die Sperre und Diagnose. |
| Transfer | Entwickle eine Freigabelogik mit getrennten Rollen und Fehlerprotokoll. | Unterschiedliche Rollen, überprüfbare Zustände und nachvollziehbare Ereignisse begrenzen Fehlbedienungen. |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Beantworte die zehn Fragen und überprüfe danach die kurzen Lösungskommentare.
1. Wofür wird ein HMI verwendet? (Zur Bedienung und Visualisierung einer Anlage) (!Zur mechanischen Lagerung von Produkten) (!Zum Ersatz aller Sicherheitsfunktionen) (!Zur Erzeugung von Druckluft)
2. Welche Rezeptversion ist für Auftrag B-017 passend und freigegeben? (V1.2) (!V1.0) (!V1.1) (!V1.3)
3. Was bedeutet der Status Entwurf? (Der Datensatz ist noch nicht freigegeben) (!Der Datensatz ist immer aktiv) (!Die Produktion ist abgeschlossen) (!Alle Prüfungen sind automatisch bestanden)
4. Welche Rolle darf im Schulungsmodell eine Rezeptversion freigeben? (Die autorisierte Prüfrolle) (!Jede beliebige Bedienperson) (!Ein nicht angemeldeter Gast) (!Ein externer Videobetrachter)
5. Was muss vor dem Aktivieren eines neuen Rezeptdatensatzes geprüft werden? (Gültige Übertragung und passende aktive Version) (!Nur die Farbe der Bedienoberfläche) (!Nur die höchste Versionsnummer) (!Nur die Uhrzeit des Bediengeräts)
6. Wie groß ist die Gesamtmenge aus 80 Litern Wasser und 20 Litern Sirup? (100 Liter) (!80 Liter) (!120 Liter) (!160 Liter)
7. Was bedeutet eine fehlende SPS-Quittung nach der Ladeanforderung? (Die erfolgreiche Übertragung ist nicht bestätigt) (!Der Prozess ist sicher gestartet) (!Die Rezeptur ist automatisch freigegeben) (!Der neue Datensatz ist sicher aktiv)
8. Welcher Zustand zeigt im Erfolgsbeispiel das Laden der Version V1.2 an? (Gültige Quittung und aktive Version V1.2) (!Nur die Auswahl von V1.2) (!Nur eine noch laufende Ladeanforderung) (!Die archivierte Version V1.0)
9. Wie reagierst Du bei einer nicht erfüllten Schutzbedingung? (Den Start gesperrt lassen und die Ursache klären) (!Die Schutzbedingung übergehen) (!Die Anzeige ohne Prüfung als falsch markieren) (!Eine ungeprüfte Rezeptversion laden)
10. Warum sind Versionshistorie und Freigabeprotokoll hilfreich? (Änderungen und Entscheidungen werden nachvollziehbar) (!Alle Bedienfehler verschwinden automatisch) (!Eine Sicherheitsprüfung wird überflüssig) (!Jede ältere Version wird automatisch freigegeben)
Lösungskommentare:
- Ein HMI dient der Mensch-Maschine-Interaktion und ersetzt nicht die SPS.
- V1.2 erfüllt die Parameter und besitzt den erforderlichen Freigabestatus.
- Ein Entwurf ist noch keine freigegebene Produktionsfassung.
- Freigaben erfordern die festgelegte Berechtigung.
- Auswahl, Übertragung und Aktivierung sind getrennt zu prüfen.
- Die Gesamtmenge ergibt sich durch Addition der beiden Teilmengen.
- Ohne Quittung gibt es keinen bestätigten Übertragungserfolg.
- Erst die bestätigte aktive Version belegt den Zustandswechsel im Modell.
- Eine fehlende Schutzbedingung verhindert einen sicheren Start.
- Dokumentation ermöglicht die nachträgliche Überprüfung von Änderungen und Entscheidungen.
Memory
Finde die sieben passenden Begriffspaare.
| Rezeptversion | Gekennzeichnete Fassung eines Datensatzes |
| Freigabestatus | Zulassung für den vorgesehenen Einsatz |
| SPS-Quittung | Bestätigung der geprüften Übertragung |
| Sollwert | Vorgegebener Prozessparameter |
| Anlagenvisualisierung | Darstellung von Prozesszuständen |
| Diagnose | Systematische Untersuchung einer Störung |
| Versionshistorie | Nachvollziehbare Folge von Fassungen |
Drag and Drop
Ordne den Handlungen ihre jeweilige Funktion im virtuellen Ladeprozess zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Funktion |
|---|---|
| Auswählen | Freigegebenen Datensatz bestimmen |
| Vorprüfen | Parameter und Anlagenzustand kontrollieren |
| Anfordern | Simulierten Ladeauftrag auslösen |
| Quittieren | Erfolgreiche Übertragung bestätigen |
| Aktivieren | Geprüften Datensatz wirksam setzen |
| Dokumentieren | Version und Ergebnis nachvollziehbar festhalten |
Kreuzworträtsel
| Rezeptur | Wie heißt eine strukturierte Zusammenstellung von Prozessvorgaben? |
| Version | Wie heißt eine eindeutig gekennzeichnete Fassung eines Datensatzes? |
| Freigabe | Wie heißt die formale Zulassung einer geprüften Rezeptfassung? |
| Quittung | Wie nennt man die bestätigende Rückmeldung der Steuerung? |
| Sollwert | Wie heißt ein vorgegebener Parameter einer Steuerung oder Regelung? |
| Diagnose | Wie heißt die systematische Untersuchung von Fehlerursachen? |
LearningApps
Weitere Suchergebnisse für interaktive Übungen. Externe Angebote sind nicht automatisch fachlich oder datenschutzrechtlich geprüft.
Lückentext
Offene Aufgaben
Arbeite ausschließlich mit den fiktiven Daten der Schulungsanlage. Die Aufgaben sind nach Schwierigkeit geordnet.
Leicht
- HMI-Skizze: Zeichne eine einfache Bedienoberfläche mit Rezeptname, Version und Freigabestatus.
- Rezeptkarten: Erstelle vier Karten für die Versionen V1.0 bis V1.3 und kennzeichne ihre Zustände.
- Signalweg: Zeichne die Verbindung zwischen HMI, SPS, Sensor und Mischbehälter.
- Parameterprüfung: Beschreibe in eigenen Worten, warum 80 Liter und 20 Liter zusammenpassen.
Standard
- Versionsvergleich: Erstelle eine Vergleichsgrafik aller vier Fassungen und begründe die Auswahl von V1.2.
- HMI-Prototyp: Entwirf auf Papier oder in einer lokalen Präsentation eine Bedienoberfläche mit deutlich getrennten Zuständen für Ausgewählt, Geladen und Aktiv.
- Signaldiagramm: Zeichne einen erfolgreichen und einen fehlerhaften Ladeablauf aus den Tabellen.
- Freigabeprotokoll: Erstelle einen fiktiven Nachweis mit Version, Prüfentscheidung, Datum und Ergebnis.
Schwer
- Rollenkonzept: Entwickle getrennte Rechte für Bedienung, Prüfung und Administration. Begründe jede Berechtigung.
- Fehlerfall: Entwirf einen zusätzlichen Diagnosefall, in dem zwar eine Quittung eintrifft, die aktive Versionskennung aber nicht übereinstimmt.
- Freigabeautomat: Entwickle ein Zustandsdiagramm mit Sperre, Prüfstatus, Ladeanforderung, Quittung und Aktivierung.
- Neuer Produktionsfall: Übertrage das Modell auf eine fiktive Abfüll- oder Verpackungsanlage und analysiere neue Parameter und Fehlerquellen.


Lernkontrolle
Begründe Deine Entscheidungen anhand von Zuständen, Abhängigkeiten und möglichen Auswirkungen.
- Versionierung: Zwei Versionen haben gleiche Sollwerte, aber unterschiedliche Freigabestatus. Erkläre, warum nicht beide eingesetzt werden dürfen.
- Mensch-Maschine-Schnittstelle: Ein HMI zeigt „ausgewählt V1.2“, während die SPS „aktiv V1.0“ meldet. Leite eine sichere Bedienentscheidung ab.
- Signaldiagnose: Vergleiche die beiden Signalverläufe. Formuliere eine Regel, mit der ein Übertragungsfehler erkannt wird.
- Berechtigungskonzept: Entwickle ein Verfahren, mit dem eine Person Änderungen vorschlagen, aber nicht allein freigeben kann.
- Plausibilitätsprüfung: Eine neue Rezeptfassung fordert insgesamt 110 Liter, der Auftrag aber 100 Liter. Beschreibe den Prüf- und Rückmeldeprozess.
- Automatisierungstechnik: Übertrage das Konzept aus Versionskontrolle, Quittierung und Protokollierung auf eine andere virtuelle Anlage.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis erstellst Du eine kompakte Dokumentation zur virtuellen Anlage M-01.
- Visualisierung: Eine beschriftete HMI-Skizze mit den wesentlichen Statusanzeigen.
- Rezeptauswahl: Die begründete Entscheidung für V1.2 anhand von Parametern und Freigabe.
- Steuerungsverständnis: Ein Signaldiagramm mit Ladeanforderung, Quittung und aktiver Version.
- Fehleranalyse: Eine Diagnose des fehlgeschlagenen Ladevorgangs und eine sichere Reaktion.
- Transfer: Ein kurzer Entwurf für die Verwaltung einer neuen Rezeptversion.
- Reflexion: Eine Erklärung, welche Funktionen zur Nachvollziehbarkeit beitragen und welche Grenzen eine HMI-Simulation besitzt.
Bewertungskriterien: Fachliche Richtigkeit, sichere Entscheidung, nachvollziehbare Begründung, übersichtliche Darstellung und Übertragbarkeit.
OERs zum Thema
Wikipedia und Grundlagen
Ein thematisch verwandter Wikipedia-Artikel behandelt ISA-88, eine Normenfamilie zur chargenorientierten Fahrweise. Er ist nicht identisch mit dem Kurstitel.
Geprüfte Fachquellen
- IEC 61512-1:2026: Modelle und Terminologie der chargenorientierten Steuerung.
- Siemens WinCC: Übertragung von Rezeptdatensätzen zwischen Bediengerät und Steuerung.
- Rockwell Automation: Zusammenwirken von Rezeptversionierung und Freigabe.
- Rockwell Automation: Freigabe für den Produktionseinsatz.
- CODESYS: Verhalten und Speicherung von Rezepturen im Rezepturmanager.
Einordnung: Der Kurs verbindet belegte Grundprinzipien mit einem eigens konstruierten Schulungsmodell. Zustandsnamen, Rollen, Zeitpunkte und Signalverläufe von M-01 sind fiktiv und keine herstellerübergreifend vorgeschriebenen Implementierungsdetails.
Bildnachweise und Medienrechte
| Medium | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|
| HMI-Panel in der Industrie | Earl of Oxford | CC BY-SA 4.0 |
| SCADA Systems Layout | deramsey | CC BY-SA 4.0 |
| Programmable logic controller | Bisgaard | CC BY-SA 3.0 / GFDL |
| Pump with tank pid de | Con-struct | CC BY-SA 3.0 |
| Eclipse SCADA Demo System | Jens Reimann | CC BY-SA 4.0 |
| HMI-Panel Anschlüsse | Earl of Oxford | CC BY-SA 4.0 |
| Simple feedback control loop | Chetvorno, nach einer Vorlage von Ap | CC BY-SA 3.0 |
Videonachweise:
- SPS Tutorial – WinCC Rezepturen im TIA Portal anlegen, testen und sichern
- Gyan Automation – Siemens HMI Recipe Program
- PLC-Coach – Simulation with Factory I/O
Die Wikimedia-Commons-Dateien besitzen die auf ihren Dateiseiten angegebenen freien Lizenzen; beachte insbesondere Namensnennung und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Die YouTube-Videos werden lediglich als Verweise beziehungsweise Einbettungen genutzt und sind nicht automatisch OER. Kopiere oder verbreite sie nicht ohne die erforderlichen Rechte. Externe Einbettungen können Daten an Drittanbieter übermitteln; verwende sie nur nach den geltenden Datenschutzvorgaben und mit geeigneter Zustimmung. Der Kurs kann ohne externe Medien und ohne reale Anlagenverbindung bearbeitet werden.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragen