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Baden und Württemberg in der napoleonischen Zeit - Baden-Württemberg

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Baden und Württemberg in der napoleonischen Zeit - Baden-Württemberg




Einleitung

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sah der deutsche Südwesten ganz anders aus als heute. Das heutige Baden-Württemberg existierte noch nicht. Stattdessen gab es ein kompliziertes Nebeneinander aus größeren und kleineren Herrschaften, Reichsstädten, geistlichen Gebieten, Ritterherrschaften und Besitzungen verschiedener Fürsten. Besonders wichtig waren das Herzogtum Württemberg und die Markgrafschaft Baden.

Zwischen 1803 und 1815 wurde diese politische Landkarte grundlegend verändert. Die Kriege und die Machtpolitik Napoleons führten dazu, dass zahlreiche kleine Territorien verschwanden oder ihre politische Selbstständigkeit verloren. Baden und Württemberg gehörten zu den großen Gewinnern dieser Neuordnung: Beide Staaten vergrößerten ihr Gebiet erheblich und wurden zugleich politisch aufgewertet.

Diese Entwicklung war aber mehr als eine reine Verschiebung von Grenzen. Die neuen, größeren Staaten mussten sehr unterschiedliche Regionen zusammenführen. Verwaltung, Recht, Steuern, Kirche und Bildung wurden deshalb neu organisiert. Man spricht von Modernisierung, muss aber beachten: Viele Reformen wurden von oben durchgesetzt. Politische Mitbestimmung wurde nicht automatisch größer.

Die Karte des Schwäbischen Reichskreises von 1805 macht sichtbar, wie stark der Südwesten noch von unterschiedlichen Territorien geprägt war.


Ausgangslage um 1800


Ein politischer Flickenteppich

Um 1800 gehörte das Gebiet des heutigen Baden-Württemberg zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Dieses Reich bestand aus sehr vielen unterschiedlich großen Herrschaftsgebieten. Neben Baden und Württemberg bestanden beispielsweise die Fürstentümer Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen, zahlreiche reichsunmittelbare Adelsherrschaften, freie Reichsstädte sowie große geistliche Territorien und Klöster.

Für die Menschen bedeutete dies, dass sich Rechtsordnungen, Abgaben, Maße, Verwaltung und konfessionelle Verhältnisse schon auf kurzer Entfernung ändern konnten. Eine Stadt konnte einer Reichsstadt angehören, während das Nachbardorf von einem Kloster, einem Ritter oder einem Fürsten regiert wurde.


Die Französische Revolution und Napoleon verändern Europa

Die Französische Revolution und die folgenden Revolutions- und Koalitionskriege erschütterten die alte Ordnung Europas. Frankreich eroberte Gebiete links des Rheins. Deutsche Fürsten, die dort Besitz verloren hatten, sollten dafür auf der rechten Rheinseite entschädigt werden.

Napoleon war dabei nicht alleiniger Urheber aller Veränderungen. Deutsche Fürsten und ihre Diplomaten versuchten aktiv, möglichst große Vorteile für ihre eigenen Staaten zu erreichen. Besonders Baden und Württemberg nutzten die neue Lage, um verstreute Gebiete zu vergrößern und abzurunden.


Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803

Ein entscheidender Schritt war der Reichsdeputationshauptschluss von 1803. Er regelte eine groß angelegte Umverteilung von Territorien im Heiligen Römischen Reich.

Zwei Begriffe sind dabei besonders wichtig:

Säkularisation bedeutet hier, dass geistliche Herrschaften und kirchlicher Besitz unter weltliche Herrschaft kamen. Zahlreiche Klöster und geistliche Fürstentümer verloren ihre bisherige politische Stellung.

Mediatisierung bezeichnet den Verlust der unmittelbaren politischen Selbstständigkeit kleinerer Reichsstände. Besonders ab 1806 wurden viele bisher reichsunmittelbare Herrschaften größeren Staaten untergeordnet.

Die Neuordnung von 1803 war als Entschädigung für linksrheinische Verluste begründet. In der Praxis erhielten einige größere süddeutsche Staaten erheblich mehr Gebiet, als sie zuvor verloren hatten.


Baden wird zum Großherzogtum


Gebietszuwachs in mehreren Schritten

Baden gehörte zu den größten Gewinnern der napoleonischen Neuordnung. 1803 erhielt es unter anderem rechtsrheinische Teile der bisherigen Kurpfalz mit Mannheim und Heidelberg, Teile geistlicher Territorien sowie mehrere Reichsstädte und Klostergebiete. Markgraf Karl Friedrich wurde zugleich zum Kurfürsten erhoben.

Nach dem Frieden von Pressburg von 1805 kamen weitere Gebiete hinzu, darunter große Teile des zuvor österreichischen Breisgaus mit Freiburg im Breisgau und die Stadt Konstanz.

1806 trat Baden dem Rheinbund bei. Karl Friedrich wurde nun Großherzog. Weitere kleinere Herrschaften verloren ihre Selbstständigkeit und wurden badischer Landeshoheit unterstellt. Bis 1810 folgten weitere Grenzkorrekturen, unter anderem im Schwarzwald und im Gebiet zwischen Schwarzwald und Bodensee.

Die Karte zeigt anschaulich, dass das spätere Baden nicht auf einmal entstand. Sein Gebiet wuchs in mehreren Schritten zwischen 1803 und 1810 stark an.


Karl Friedrich und der neue Staat

Karl Friedrich regierte Baden bereits lange vor der napoleonischen Zeit. Unter seiner Herrschaft entwickelte sich aus einer vergleichsweise kleinen Markgrafschaft ein wesentlich größerer Mittelstaat. Eine wichtige Aufgabe bestand nun darin, Regionen mit sehr unterschiedlichen Traditionen in einem gemeinsamen Staatswesen zusammenzuführen.

Dazu wurden Verwaltungsstrukturen vereinheitlicht. Eine besondere Rolle spielte der badische Jurist und Staatsmann Johann Nicolaus Friedrich Brauer. Bereits 1803 wurden Organisationsedikte erlassen, später folgten weitere Regelungen für den neuen Staat.


Das Badische Landrecht

Ein besonders deutliches Beispiel für die rechtliche Modernisierung war das Badische Landrecht. Es orientierte sich am französischen Code civil beziehungsweise Code Napoléon, wurde aber an badische Verhältnisse angepasst. Zum 1. Januar 1810 trat es vollständig in Kraft.

Damit erhielt der stark vergrößerte Staat einen einheitlicheren zivilrechtlichen Rahmen. Zuvor hatten in den verschiedenen neu erworbenen Gebieten unterschiedliche Rechtsordnungen gegolten.

Modernisierung bedeutete also auch: Ein Staat versuchte, für Menschen aus vormals ganz verschiedenen Herrschaften gemeinsame Regeln zu schaffen.


Württemberg wird zum Königreich


Von Altwürttemberg zu einem größeren Staat

Auch Württemberg profitierte stark vom Reichsdeputationshauptschluss. 1803 erhielt es unter anderem die ehemaligen Reichsstädte Heilbronn, Esslingen, Reutlingen, Schwäbisch Gmünd, Schwäbisch Hall, Rottweil und Aalen sowie mehrere säkularisierte geistliche Gebiete.

Die neuen Besitzungen wurden zunächst als Neuwürttemberg von dem älteren württembergischen Kernland unterschieden. Weitere Gebietsgewinne folgten 1805 und 1806. Dazu gehörten ehemals österreichische, reichsritterschaftliche und fürstliche Gebiete. Besonders in Oberschwaben kamen zahlreiche überwiegend katholische Regionen unter württembergische Herrschaft.

Am 1. Januar 1806 nahm Kurfürst Friedrich die Königswürde an. Aus dem Herzogtum beziehungsweise kurzzeitigen Kurfürstentum wurde das Königreich Württemberg.

Das Königreich Württemberg hatte seit 1810 eine Gestalt erreicht, die in ihren Grundzügen bis ins 20. Jahrhundert erhalten blieb.


König Friedrich I. und die Zentralisierung

König Friedrich I. wollte aus den alten und neu erworbenen Gebieten einen einheitlich regierten Staat machen. Die bisherige ständische Verfassung Altwürttembergs wurde aufgehoben. Die Regierung wurde stärker auf den König und eine zentral organisierte Verwaltung ausgerichtet.

1806 wurde das Land neu in Kreise und Oberämter gegliedert. Historische Grenzen und frühere Sonderrechte verloren dabei an Bedeutung. Ministerien und staatliche Behörden sollten einheitlicher arbeiten.

Auch die konfessionelle Situation hatte sich verändert. Das alte Württemberg war überwiegend evangelisch gewesen, viele neu hinzugekommene Gebiete waren dagegen katholisch. Der Staat musste deshalb unterschiedliche Konfessionen in eine gemeinsame Ordnung einbinden.

Die württembergische Modernisierung war damit widersprüchlich: Verwaltung und staatliche Organisation wurden vereinheitlicht, gleichzeitig wurde die politische Mitwirkung der alten Landstände stark eingeschränkt.


Der Rheinbund und das Ende des Alten Reiches

1806 gründeten Napoleon und zunächst 16 deutsche Fürsten den Rheinbund. Baden und Württemberg gehörten dazu. Napoleon wurde zum Protektor des Bundes.

Mit dem Beitritt zum Rheinbund traten die beteiligten Staaten aus dem Heiligen Römischen Reich aus. Kaiser Franz II. legte daraufhin am 6. August 1806 die römisch-deutsche Kaiserkrone nieder. Das über Jahrhunderte bestehende Reich hörte auf zu existieren.

Für Baden und Württemberg war dies ein entscheidender Schritt zur staatlichen Souveränität. Ihre Herrscher waren nun nicht mehr einem Kaiser des Alten Reiches untergeordnet. Gleichzeitig waren sie außenpolitisch stark von Napoleon abhängig.


Modernisierung: Was wurde eigentlich moderner?

Der Begriff Modernisierung darf nicht einfach mit Demokratie oder Freiheit gleichgesetzt werden. In Baden und Württemberg bedeutete er in dieser Zeit vor allem, dass der Staat stärker zentralisiert, vereinheitlicht und verwaltet wurde.


Einheitlichere Verwaltung

Die neu erworbenen Gebiete hatten zuvor sehr unterschiedliche Behörden, Rechtsordnungen und Traditionen. Deshalb entstanden neue Verwaltungsbezirke und zentrale Behörden. Der Staat wollte genauer wissen, welche Orte, Einwohner, Besitzungen und Einnahmen zu ihm gehörten.

In Württemberg wurden Kreise und Oberämter neu geordnet. In Baden entstanden ebenfalls neue Verwaltungsstrukturen für die stark gewachsenen Landesteile.


Recht und staatliche Ordnung

Besonders weit ging Baden mit dem Badischen Landrecht von 1810, das sich am Code Napoléon orientierte. Unterschiedliche ältere Rechtsordnungen wurden dadurch in wichtigen Bereichen vereinheitlicht.

Württemberg übernahm den Code civil nicht einfach vollständig. Dort lag ein Schwerpunkt stärker auf der Neuordnung von Verwaltung, Behörden und staatlicher Organisation.


Religion, Bildung und Integration

Die vergrößerten Staaten waren konfessionell gemischter als zuvor. Die Regierungen mussten evangelische, katholische und jüdische Bevölkerungsgruppen in eine gemeinsame staatliche Ordnung einbinden. Rechtliche Verbesserungen bedeuteten allerdings noch keine vollständige Gleichberechtigung.

Auch Bildungseinrichtungen wurden stärker in die staatliche Entwicklung einbezogen. Baden verfügte durch seine Gebietszuwächse nun beispielsweise über die Universitäten Heidelberg und Freiburg. In Württemberg gehörte die Reform des Schul- und Bildungswesens ebenfalls zu den Aufgaben des neuen Staates.


Die Schattenseiten der napoleonischen Ordnung

Die territorialen Gewinne und Reformen hatten einen hohen Preis. Baden und Württemberg waren Verbündete Napoleons und mussten Soldaten für seine Kriege stellen.

Besonders verheerend war der Russlandfeldzug 1812. Von den badischen und württembergischen Kontingenten kehrte nur ein kleiner Teil zurück. Familien verloren Angehörige, Gemeinden mussten Rekruten stellen und die Staaten hohe finanzielle Lasten tragen.

Auch die Eingliederung neuer Gebiete verlief nicht überall freiwillig. Reichsstädte, Klöster, kleinere Fürsten und Reichsritter verloren alte Rechte und politische Selbstständigkeit. Für viele Menschen bedeutete die neue Staatsordnung deshalb nicht nur Vereinfachung, sondern auch den Verlust vertrauter Strukturen.

Modernisierung und Machtkonzentration gehörten in dieser Zeit eng zusammen.


Das Ende der napoleonischen Herrschaft

Nach Napoleons Niederlagen und besonders nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 löste sich der Rheinbund auf. Württemberg wechselte auf die Seite der Gegner Napoleons; auch Baden schloss sich schließlich der antinapoleonischen Koalition an.

Auf dem Wiener Kongress 1814/15 wurde Europa neu geordnet. Baden und Württemberg konnten den größten Teil ihrer in der napoleonischen Zeit gewonnenen Gebiete behalten. Beide wurden 1815 Mitglieder des Deutschen Bundes.

Damit überdauerte ein wesentlicher Teil der territorialen Neuordnung Napoleon selbst.


Bedeutung für das heutige Baden-Württemberg

Das heutige Bundesland Baden-Württemberg entstand erst 1952. Es ist deshalb falsch zu sagen, Napoleon habe Baden-Württemberg gegründet.

Richtig ist aber: In der napoleonischen Zeit entstanden mit dem Großherzogtum Baden und dem Königreich Württemberg zwei große, wesentlich zusammenhängendere Staaten. Viele kleinere Herrschaften und Reichsstädte verloren ihre Selbstständigkeit. Damit wurde die territoriale Struktur des Südwestens stark vereinfacht.

Die beiden Fürstentümer Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen blieben dagegen zunächst selbstständig. Auch deshalb führte kein direkter Weg von 1806 zum Bundesland von 1952.

Die napoleonische Zeit schuf also wichtige territoriale und administrative Voraussetzungen, aber nicht den heutigen Südweststaat selbst.


Zeitleiste

Jahr Entwicklung
1801 Der Frieden von Lunéville bestätigt französische Herrschaft links des Rheins und verstärkt die Frage nach Entschädigungen deutscher Fürsten.
1803 Der Reichsdeputationshauptschluss führt zu großen Gebietsverschiebungen. Baden und Württemberg wachsen stark und werden Kurfürstentümer.
1805 Der Frieden von Pressburg bringt weitere Gebietsgewinne im deutschen Südwesten.
1806 Württemberg wird Königreich, Baden Großherzogtum. Beide treten dem Rheinbund bei. Das Heilige Römische Reich endet.
1810 Weitere Grenzverträge runden Baden und Württemberg territorial ab. Das Badische Landrecht tritt vollständig in Kraft.
1812 Badische und württembergische Soldaten nehmen am verlustreichen Russlandfeldzug Napoleons teil.
1813 Nach Napoleons Niederlagen zerfällt der Rheinbund.
1815 Der Wiener Kongress bestätigt den Fortbestand Badens und Württembergs als erheblich vergrößerte Staaten im Deutschen Bund.


Merksätze

Territoriale Neuordnung bedeutet, dass Grenzen und Herrschaftsgebiete grundlegend verändert wurden.

Säkularisation entzog vielen geistlichen Herrschaften ihre bisherige politische und wirtschaftliche Sonderstellung.

Mediatisierung führte dazu, dass zahlreiche kleinere reichsunmittelbare Herrschaften ihre staatliche Selbstständigkeit verloren.

Baden entwickelte sich vom kleineren Territorium über das Kurfürstentum zum Großherzogtum.

Württemberg entwickelte sich vom Herzogtum über das Kurfürstentum zum Königreich.

Modernisierung bedeutete vor allem Zentralisierung, einheitlichere Verwaltung und teilweise neues Recht – nicht automatisch mehr Demokratie.

Napoleons Herrschaft brachte Baden und Württemberg Gebietsgewinne und politische Aufwertung, verlangte aber zugleich Bündnistreue, Geld und Soldaten.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Entwicklung war eine zentrale Folge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803? (Baden und Württemberg erhielten große neue Territorien) (!Baden und Württemberg wurden zum Bundesland vereinigt) (!Das Königreich Württemberg wurde aufgelöst) (!Das Heilige Römische Reich wurde 1803 durch den Deutschen Bund ersetzt)




Zu welchem Rang wurde Baden 1806 erhoben? (Großherzogtum) (!Königreich) (!Republik) (!Freie Reichsstadt)




Welche neue Herrschaftsform erhielt Württemberg 1806? (Königreich) (!Großherzogtum) (!Kirchenstaat) (!Republik)




Was bedeutet Säkularisation im Zusammenhang mit der Neuordnung um 1803? (Übergang geistlicher Herrschaft und Besitzungen an weltliche Herrscher) (!Einführung allgemeiner Wahlen) (!Zusammenschluss aller deutschen Staaten) (!Rückgabe aller Gebiete an Klöster)




Was bedeutet Mediatisierung in der napoleonischen Zeit? (Verlust der staatlichen Selbstständigkeit kleinerer Reichsstände) (!Einführung von Zeitungen in allen Gemeinden) (!Aufteilung Frankreichs in deutsche Fürstentümer) (!Abschaffung der Monarchie in Württemberg)




Welche Rolle spielte der Rheinbund für Baden und Württemberg? (Er verband beide Staaten mit dem napoleonischen Frankreich) (!Er vereinigte Baden und Württemberg zu einem Staat) (!Er stellte das Heilige Römische Reich wieder her) (!Er beendete sofort alle Kriege mit Napoleon)




Woran orientierte sich das Badische Landrecht von 1810 besonders? (Am französischen Code civil) (!An der Verfassung des Deutschen Kaiserreichs) (!Am Grundgesetz der Bundesrepublik) (!Am mittelalterlichen Stadtrecht von Lübeck)




Warum mussten Baden und Württemberg ihre Verwaltung nach den Gebietsgewinnen verändern? (Weil sehr unterschiedliche neue Gebiete in einen Staat integriert werden mussten) (!Weil beide Staaten ihre gesamte Bevölkerung nach Frankreich umsiedelten) (!Weil es nach 1806 keine staatlichen Behörden mehr geben durfte) (!Weil Napoleon jede regionale Verwaltung vollständig verbot)




Welche Belastung war mit dem Bündnis mit Napoleon verbunden? (Baden und Württemberg mussten Soldaten für Napoleons Kriege stellen) (!Beide Staaten mussten ihre Hauptstädte nach Paris verlegen) (!Alle Einwohner mussten französische Staatsbürger werden) (!Baden und Württemberg verloren sämtliche neuen Gebiete bereits 1806)




Welche Aussage beschreibt die langfristige Bedeutung der napoleonischen Zeit für Baden-Württemberg am besten? (Baden und Württemberg wurden zu größeren Staaten, deren Strukturen die spätere Landesentwicklung prägten) (!Das heutige Bundesland Baden-Württemberg wurde 1806 gegründet) (!Alle heutigen Landesgrenzen entstanden bereits 1803 unverändert) (!Baden und Württemberg verschwanden nach dem Wiener Kongress)





Memory

Reichsdeputationshauptschluss territoriale Neuordnung von 1803
Säkularisation Übergang geistlicher Herrschaften an weltliche Staaten
Mediatisierung Verlust reichsunmittelbarer Selbstständigkeit
Rheinbund napoleonisch dominierter Staatenbund
Großherzogtum Baden Aufwertung Karl Friedrichs 1806
Königreich Württemberg Herrschaft Friedrichs I. ab 1806





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Säkularisation Geistliche Herrschaft wird weltlicher Herrschaft unterstellt
Mediatisierung Kleinere Reichsstände verlieren ihre politische Selbstständigkeit
Rheinbund Bündnis deutscher Staaten unter starkem Einfluss Napoleons
Zentralisierung Staatliche Entscheidungen und Behörden werden stärker vereinheitlicht
Wiener Kongress Neuordnung Europas nach den napoleonischen Kriegen






Kreuzworträtsel

Stuttgart Welche Stadt war die Hauptstadt des Königreichs Württemberg?
Karlsruhe Welche Stadt war Residenz und Regierungssitz Badens?
Rheinbund Wie hieß der 1806 gegründete Staatenbund unter Napoleons Protektorat?
Saekularisation Wie heißt der Übergang geistlicher Herrschaften an weltliche Staaten?
Mediatisierung Wie heißt der Verlust der Selbstständigkeit vieler kleiner Reichsstände?
Napoleon Welcher französische Kaiser prägte die Neuordnung des deutschen Südwestens entscheidend?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Im Jahr 1803 veränderte der

die politische Landkarte des deutschen Südwestens grundlegend.
Die Übertragung kirchlicher Herrschaften an weltliche Staaten wird als

bezeichnet.
Der Verlust der politischen Selbstständigkeit kleiner Reichsstände heißt

.
Baden wurde 1806 zum

erhoben.
Württemberg wurde 1806 zum

erhoben.
Beide Staaten schlossen sich 1806 dem von Napoleon dominierten

an.
Mit der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches gewannen Baden und Württemberg größere staatliche

.
Das Badische Landrecht orientierte sich stark am französischen

.
Die neuen Staaten mussten viele unterschiedliche Regionen durch eine einheitlichere

zusammenführen.
Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft bestätigte der

wesentliche Gebietsgewinne Badens und Württembergs.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Kartenanalyse: Vergleiche die Karte Badens mit einer heutigen Karte Baden-Württembergs. Markiere drei Gebiete, die erst in napoleonischer Zeit badisch wurden.
  2. Begriffserklärung: Erstelle eine kleine Bildkarte, mit der Du den Unterschied zwischen Säkularisation und Mediatisierung erklärst.
  3. Zeitleiste: Gestalte eine eigene Zeitleiste von 1803 bis 1815 mit mindestens sechs wichtigen Ereignissen.
  4. Historische Person: Wähle Karl Friedrich von Baden oder Friedrich I. von Württemberg und erstelle ein Kurzporträt mit Bild, Lebensdaten und drei politischen Entscheidungen.


Standard

  1. Quellenanalyse: Suche eine historische Karte Deiner Heimatregion aus der Zeit um 1800 und untersuche, zu welcher Herrschaft Dein Ort damals gehörte.
  2. Vergleich Baden Württemberg: Erstelle ein Lernplakat, das Gebietsgewinne, Rangaufstieg und Reformen beider Staaten gegenüberstellt.
  3. Erklärvideo: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Video zur Frage, warum Napoleon für Baden und Württemberg zugleich Chance und Belastung war.
  4. Lokale Geschichte: Recherchiere, ob Dein Wohnort vor 1803 zu Baden, Württemberg, einer Reichsstadt, einem Kloster, einer Ritterherrschaft oder einem anderen Territorium gehörte.


Schwer

  1. Urteilskompetenz: Verfasse ein begründetes Urteil zur Aussage: „Napoleon modernisierte Baden und Württemberg.“ Berücksichtige dabei Fortschritte und Machtverluste.
  2. Perspektivwechsel: Schreibe zwei fiktive Tagebucheinträge aus dem Jahr 1806: einen aus Sicht eines württembergischen Beamten und einen aus Sicht eines Bürgers einer ehemals freien Reichsstadt.
  3. Historische Debatte: Organisiere eine Klassendebatte darüber, ob die Vereinheitlichung von Recht und Verwaltung den Verlust lokaler Selbstständigkeit rechtfertigen konnte.
  4. Museum und Archiv: Plane einen Besuch in einem Landesmuseum, Stadtarchiv oder beim Landesarchiv Baden-Württemberg und entwickle fünf Forschungsfragen zur napoleonischen Neuordnung Deiner Region.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kartenvergleich: Erkläre anhand zweier Karten, warum man für die Zeit zwischen 1803 und 1810 von einer territorialen Neuordnung sprechen kann. Gehe nicht nur auf neue Grenzen, sondern auch auf verlorene Herrschaftsrechte ein.
  2. Ursache und Wirkung: Stelle eine Wirkungskette vom französischen Gebietserwerb links des Rheins über den Reichsdeputationshauptschluss bis zum Wachstum Badens oder Württembergs her.
  3. Modernisierungsbegriff: Beurteile, ob die Zentralisierung der Verwaltung als Modernisierung bezeichnet werden sollte, obwohl politische Mitbestimmung teilweise eingeschränkt wurde.
  4. Vergleich: Arbeite zwei Gemeinsamkeiten und zwei Unterschiede zwischen der badischen und württembergischen Modernisierung heraus.
  5. Perspektiven: Erkläre, warum ein badischer oder württembergischer Herrscher die Neuordnung positiv beurteilen konnte, während ein Reichsritter, ein Kloster oder eine Reichsstadt sie möglicherweise ablehnte.
  6. Transfer: Prüfe die Aussage „Das heutige Baden-Württemberg ist ein Produkt Napoleons“. Formuliere ein differenziertes Urteil und beziehe die Entwicklung bis 1952 ein.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Jahreszahlen kennst, sondern historische Veränderungen erklären und beurteilen kannst.

  1. Reichsdeputationshauptschluss: Du kannst erklären, warum 1803 so viele Territorien neu verteilt wurden.
  2. Säkularisation und Mediatisierung: Du kannst beide Begriffe unterscheiden und ihre Folgen an Beispielen erläutern.
  3. Großherzogtum Baden: Du kannst den territorialen Aufstieg Badens zwischen 1803 und 1810 beschreiben.
  4. Königreich Württemberg: Du kannst erklären, wie aus Alt- und Neuwürttemberg ein zentraler regierter Staat entstand.
  5. Rheinbund: Du kannst die Verbindung von staatlicher Aufwertung und politischer Abhängigkeit von Napoleon erklären.
  6. Modernisierung: Du kannst Verwaltungs- und Rechtsreformen nennen und zugleich ihre autoritären Grenzen beurteilen.
  7. Napoleonische Kriege: Du kannst territoriale Gewinne mit den militärischen und finanziellen Belastungen verbinden.
  8. Wiener Kongress: Du kannst erklären, warum wesentliche Ergebnisse der napoleonischen Neuordnung auch nach 1815 bestehen blieben.
  9. Baden-Württemberg: Du kannst begründen, warum die napoleonische Zeit eine wichtige Vorgeschichte des heutigen Landes ist, das Bundesland selbst aber erst 1952 entstand.




OERs zum Thema

Wikipedia: Baden

Wikipedia: Württemberg

Wikipedia: Rheinbund

Wikipedia: Reichsdeputationshauptschluss



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