Baden und Württemberg in der Weimarer Republik - Baden-Württemberg

Baden und Württemberg in der Weimarer Republik - Baden-Württemberg
Einleitung
Das heutige Baden-Württemberg gab es während der Weimarer Republik noch nicht. Es entstand erst 1952. Zwischen 1918/19 und 1933 waren Baden und der Volksstaat Württemberg eigenständige Länder innerhalb des Deutschen Reiches. Daneben lagen die Hohenzollernschen Lande, die zu Preußen gehörten; sie stehen in diesem aiMOOC nicht im Mittelpunkt. Gerade deshalb lohnt sich ein Vergleich: Baden und Württemberg wurden nach dem Ende der Monarchie parlamentarische Demokratien, entwickelten sich politisch aber nicht völlig gleich.
In diesem aiMOOC untersuchst Du, wie Demokratie im Südwesten aufgebaut wurde, wie Menschen Inflation, Besatzung, Weltwirtschaftskrise und politische Gewalt erlebten und wie sich Alltag, Medien, Frauenrechte, Kultur und politische Beteiligung veränderten. Dabei geht es nicht nur um Daten und Namen. Du sollst erkennen, warum eine Demokratie von Verfassungen und Wahlen, aber ebenso von gesellschaftlicher Unterstützung, wirtschaftlichen Bedingungen, Medien und dem Umgang mit Konflikten abhängt.

Die Karte zeigt die Lage Badens innerhalb der Weimarer Republik.

Die zweite Karte macht sichtbar, dass Württemberg ein eigenes Land war. Die heutige Landesgrenze Baden-Württembergs darf deshalb nicht einfach auf die Zeit der Weimarer Republik übertragen werden.
Das Video zum Themenportal Weimarer Republik kann Dir helfen, historische Quellen und digitale Sammlungen zur Epoche einzuordnen.
Vom Kaiserreich zur Demokratie 1918/19
Der verlorene Erste Weltkrieg, Versorgungsprobleme und politische Unzufriedenheit beschleunigten im Herbst 1918 den Zusammenbruch der Monarchien. Die Novemberrevolution führte auch im Südwesten zu einem grundlegenden Systemwechsel. Aus monarchisch regierten Staaten wurden Republiken mit gewählten Parlamenten.
Dieser Übergang verlief nicht einfach nach einem einheitlichen Plan. Arbeiter- und Soldatenräte, Parteien, Verwaltungen und neue Regierungen mussten Macht und Zuständigkeiten neu ordnen. Gleichzeitig bestand ein starkes Interesse daran, Versorgung, Verwaltung und öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten. Demokratie entstand also mitten in einer Krisensituation.

Das Staatswappen der Republik Baden steht für den politischen Neubeginn nach dem Ende des Großherzogtums.

Auch Württemberg führte seine staatliche Tradition nun als demokratischer Volksstaat weiter.
Der Filmüberblick zur badischen Geschichte ordnet den Übergang von der Monarchie zur Republik in die längere Entwicklung Badens ein.
Baden: demokratische Gründung und Volksabstimmung
In Baden wurde am 5. Januar 1919 eine verfassunggebende Nationalversammlung gewählt. Erstmals konnten Frauen auf Landesebene wählen und gewählt werden. Die Beteiligung war mit 88,1 Prozent sehr hoch. Stärkste politische Grundlage der neuen Regierung wurde die Zusammenarbeit von Zentrum, SPD und DDP. Diese Parteien werden im Reich häufig als Weimarer Koalition bezeichnet.
Die badische Verfassung wurde am 21. März 1919 beschlossen. Am 13. April stimmte die Bevölkerung in einer Volksabstimmung über sie ab; eine sehr große Mehrheit nahm sie an. Baden war damit innerhalb der Weimarer Republik besonders bemerkenswert, weil seine Landesverfassung unmittelbar durch eine Volksabstimmung bestätigt wurde.

Das Karlsruher Ständehaus erinnert an die lange parlamentarische Tradition Badens, auf die die neue Republik aufbauen konnte.

Wahlplakate wie dieses sind wichtige Quellen. Sie zeigen, wie Parteien 1919 um Stimmen warben. Achte bei einer Quellenanalyse immer auf Absender, Zielgruppe, Bildsprache und historische Situation.
Württemberg: Volksstaat und parlamentarische Demokratie
In Württemberg endete die Monarchie ebenfalls im November 1918. König Wilhelm II. verzichtete am 30. November auf die Krone. Am 12. Januar 1919 wählte die Bevölkerung eine verfassunggebende Landesversammlung. Von 150 Abgeordneten waren 13 Frauen. Die SPD wurde stärkste Kraft, und zunächst trugen SPD, Zentrum und DDP die neue demokratische Ordnung gemeinsam.
Der Sozialdemokrat Wilhelm Blos wurde erster Staatspräsident des Volksstaats Württemberg. Die endgültige Landesverfassung wurde am 25. September 1919 beschlossen. Württemberg war damit wie Baden ein parlamentarisch-demokratisches Land innerhalb des föderalen Deutschen Reiches.

Wilhelm Blos war als erster württembergischer Staatspräsident eine Schlüsselfigur des demokratischen Übergangs.

Historische Aufnahmen der württembergischen Parlamentsgebäude machen deutlich, dass Demokratie auch konkrete Orte für Debatte, Gesetzgebung und Öffentlichkeit braucht.
Der stadtgeschichtliche Podcast zu Stuttgart vertieft die Frage, welche Rolle Württemberg und seine Hauptstadt für die junge Republik spielten.
Zwei Länder – unterschiedliche politische Entwicklungen
Baden und Württemberg gehörten derselben deutschen Republik an, doch ihre Landespolitik entwickelte sich unterschiedlich. Ein Vergleich verhindert, dass die Weimarer Republik nur aus Berliner Perspektive betrachtet wird.
| Bereich | Baden | Württemberg |
|---|---|---|
| Hauptstadt | Karlsruhe | Stuttgart |
| Demokratischer Neubeginn | Verfassunggebende Wahl am 5. Januar 1919 | Verfassunggebende Wahl am 12. Januar 1919 |
| Frühe Regierungsbasis | Zentrum, SPD und DDP | zunächst SPD, Zentrum und DDP |
| Politische Entwicklung | Regierungen der Weimarer Koalition blieben bis 1933 prägend | ab 1924 stärkere konservative Regierungsbeteiligung; Zentrum blieb wichtig |
| Besonderheit | Landesverfassung 1919 direkt durch Volksabstimmung bestätigt | parlamentarischer Volksstaat mit Staatspräsident und Landtag |
In Baden blieb die Weimarer Koalition über viele Jahre die tragende Basis der Landesregierungen. Das bedeutete nicht, dass Baden frei von politischen Konflikten oder Extremismus gewesen wäre. Es zeigt aber, dass demokratische Parteien dort vergleichsweise lange kooperationsfähig blieben.
In Württemberg endete die ursprüngliche Weimarer Koalition früher. Von 1924 bis 1928 regierte eine Koalition aus DNVP und Zentrum unter Wilhelm Bazille. Ab 1928 führte der Zentrumspolitiker Eugen Bolz die Regierung. Württemberg blieb parlamentarisch verfasst, seine Landespolitik war jedoch konservativer geprägt als in den ersten Revolutionsjahren.
Krisen der Republik im Südwesten
Nachkriegsordnung und Besatzung in Baden
Die Folgen des Krieges waren in Baden besonders unmittelbar spürbar, weil das Land an Frankreich grenzte. Kehl stand von 1919 bis 1930 unter französischer Besatzung. 1923 wurde im Zusammenhang mit der Ruhrkrise auch Offenburg zeitweise besetzt. Verkehrswege wurden beeinträchtigt, und ein entmilitarisierter Streifen entlang des Rheins schränkte staatliche Handlungsmöglichkeiten ein.
Damit hatte die internationale Nachkriegsordnung für viele Menschen im badischen Grenzraum einen konkreten Alltagsbezug. Außenpolitik war hier nicht nur etwas, das in Berlin oder Paris stattfand.
Hyperinflation 1923
Die Hyperinflation erreichte 1923 ihren Höhepunkt. Preise stiegen in kurzer Zeit extrem, Löhne verloren rasch an Kaufkraft und Geldvermögen konnten wertlos werden. Besonders hart traf dies Menschen, die von festen Einkommen oder Ersparnissen abhängig waren. Andere, etwa bestimmte Schuldner oder Besitzer von Sachwerten, konnten zeitweise anders betroffen sein. Deshalb sollte man nicht behaupten, alle hätten die Inflation auf dieselbe Weise erlebt.

Ein 50.000-Mark-Schein der Württembergischen Notenbank aus dem Jahr 1923 ist eine anschauliche Quelle für den schnellen Wertverlust des Geldes.
Politische Gewalt: Matthias Erzberger
Matthias Erzberger stammte aus Buttenhausen in Württemberg und war ein wichtiger Zentrumspolitiker der frühen Republik. Am 26. August 1921 wurde er bei Bad Griesbach in Baden von Mitgliedern der rechtsextremen Organisation Consul ermordet. Sein Lebensweg verbindet Württemberg und Baden auf tragische Weise und zeigt, dass die junge Demokratie nicht nur parlamentarisch bekämpft, sondern auch mit politischer Gewalt angegriffen wurde.
Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg behandelt in diesem Video den Mord an Erzberger und seine Bedeutung als Angriff auf die Demokratie.
Weltwirtschaftskrise und politische Radikalisierung
Ab 1929 verschärfte die Weltwirtschaftskrise soziale Unsicherheit. Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Firmenprobleme und Abstiegsängste belasteten viele Familien. Demokratische Parteien verloren teilweise Vertrauen, während radikale Kräfte an Unterstützung gewannen. Wirtschaftliche Not erklärt politische Entscheidungen jedoch nicht automatisch. Konfession, soziale Lage, regionale politische Traditionen, Parteibindungen, Propaganda und persönliche Erfahrungen spielten ebenfalls eine Rolle.
Bei der württembergischen Landtagswahl 1932 wurde die NSDAP mit 26,4 Prozent der Stimmen stärkste Partei, erhielt aber keine eigene Mehrheit. In Baden blieb die demokratische Regierungskoalition bis 1933 bestehen. Beide Beispiele zeigen: Die Krise der Demokratie verlief regional unterschiedlich.
Gesellschaftliches Leben zwischen Aufbruch und Belastung
Frauen in Politik und Öffentlichkeit
Das neue Wahlrecht veränderte die politische Öffentlichkeit grundlegend. Frauen konnten wählen und selbst für Parlamente kandidieren. In Baden gehörten 1919 neun Frauen der verfassunggebenden Nationalversammlung an. In Württemberg saßen 13 Frauen in der verfassunggebenden Landesversammlung.
Zu den badischen Politikerinnen gehörte Mathilde Otto, die für das Zentrum gewählt wurde und sich besonders sozialpolitisch engagierte. Politische Gleichberechtigung an der Wahlurne bedeutete allerdings noch keine vollständige Gleichstellung im Alltag, in Berufen oder innerhalb gesellschaftlicher Rollenbilder.

Die Erinnerung an Mathilde Otto eignet sich, um nach sichtbaren und unsichtbaren Spuren von Frauen in der Regionalgeschichte zu fragen.
Arbeit, Milieus und Vereine
Der Alltag war stark davon geprägt, ob Menschen in einer Industriestadt, einer kleineren Gemeinde oder auf dem Land lebten. Beruf, Konfession, soziale Schicht und politische Milieus beeinflussten Vereine, Zeitungswahl und Parteibindungen. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände spielten in Arbeitskonflikten eine wichtige Rolle. Sport-, Turn-, Musik-, Jugend- und andere Vereine schufen Gemeinschaft, konnten aber zugleich bestimmte soziale oder politische Milieus festigen.
Für die Geschichtswissenschaft ist wichtig: Eine Region ist nie gesellschaftlich einheitlich. Das Leben einer Arbeiterfamilie in Mannheim oder Stuttgart konnte sich deutlich von dem einer bäuerlichen Familie im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb unterscheiden.
Presse, Radio und neue Massenmedien
Zeitungen waren in den 1920er Jahren das wichtigste politische Massenmedium. In Baden bestand eine vielfältige Presselandschaft mit regionalen und lokalen Blättern. Zeitungen informierten nicht nur, sondern vertraten häufig politische Positionen. Deshalb solltest Du historische Presseartikel nie als neutrale Abbilder der Wirklichkeit lesen.
Auch der Rundfunk gewann an Bedeutung. In Stuttgart begann die Süddeutsche Rundfunk AG im Mai 1924 mit ihrem Programm. Radio, Kino, Illustrierte und Werbung veränderten Freizeit und Öffentlichkeit. Politische Kommunikation wurde dadurch schneller und erreichte neue Zielgruppen.
Moderne Kultur: die Weißenhofsiedlung
Die Weißenhofsiedlung in Stuttgart entstand 1927 im Rahmen der Werkbundausstellung „Die Wohnung“. Sie wurde zu einem weithin sichtbaren Beispiel des Neuen Bauens. Die klaren Formen, Flachdächer und neuen Wohnkonzepte zeigen, dass die Weimarer Zeit nicht nur von Krisen geprägt war, sondern auch von Experimenten mit Architektur, Gestaltung und moderner Lebensweise.

Die historische Aufnahme der Weißenhofsiedlung eignet sich als Quelle für die Frage, wie Architektinnen und Architekten modernes Wohnen neu denken wollten.
Schule und Jugend
Auch Jugendliche erlebten die Republik zwischen demokratischem Aufbruch und gesellschaftlicher Spannung. Schule vermittelte Wissen, war aber zugleich ein Ort, an dem Vorstellungen von Staat, Gesellschaft, Religion und Geschlechterrollen weitergegeben oder diskutiert wurden. Außerhalb der Schule prägten Jugendverbände, Sportvereine, Kirchen, Parteien, Gewerkschaften und neue Freizeitangebote das Leben junger Menschen.
Für Dich als Lernenden ist deshalb eine wichtige Frage: Wie wird Demokratie gelernt? Wahlen und Verfassungen reichen allein nicht aus. Menschen müssen üben, andere Positionen auszuhalten, Quellen kritisch zu prüfen, Konflikte friedlich auszutragen und politische Entscheidungen zu begründen.
Das Ende der Landesdemokratien 1933
Die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 war kein normaler Regierungswechsel mit offenen demokratischen Zukunftsmöglichkeiten. In wenigen Monaten zerstörten die Nationalsozialisten zentrale Grundrechte, verfolgten politische Gegner und beseitigten die parlamentarische Demokratie.
Auch die Länder wurden durch die nationalsozialistische Gleichschaltung ihrer politischen Selbstständigkeit beraubt. Gewählte Landesparlamente verloren ihre demokratische Funktion. Damit endeten auch in Baden und Württemberg die demokratischen Gestaltungsspielräume, die 1918/19 entstanden waren. Der spätere Staat Baden-Württemberg entstand erst nach dem Zweiten Weltkrieg und gehört in eine andere historische Epoche.
Was zeigt der Vergleich?
Der Blick auf Baden und Württemberg macht deutlich, dass die Weimarer Republik regional sehr verschieden erlebt wurde. Baden besaß lange eine vergleichsweise stabile Zusammenarbeit der Parteien der Weimarer Koalition. Württemberg entwickelte ab 1924 konservativere Regierungsbündnisse, blieb aber bis zur nationalsozialistischen Machtübernahme parlamentarisch verfasst.
Gleichzeitig trafen Inflation, Weltwirtschaftskrise und politische Radikalisierung beide Länder. In Baden kam die besondere Erfahrung der französischen Besatzung im Grenzraum hinzu. Gesellschaftlich standen neue politische Rechte von Frauen, moderne Architektur, Massenmedien und neue Formen der Freizeit neben traditionellen Milieus und sozialen Ungleichheiten.
Für ein historisches Urteil solltest Du deshalb mehrere Ebenen miteinander verbinden: politische Institutionen, wirtschaftliche Krisen, gesellschaftliche Erfahrungen, regionale Unterschiede und die Handlungsmöglichkeiten einzelner Menschen.
Quellen und weiterführende Informationen
- LEO-BW: Von der Monarchie zur Republik – Baden
- LEO-BW: Von der Monarchie zur Republik – Württemberg
- Wikipedia: Republik Baden
- Wikipedia: Volksstaat Württemberg
- Wikipedia: Weimarer Republik
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum ist es für die Weimarer Zeit ungenau, einfach vom Bundesland Baden-Württemberg zu sprechen? (Baden und Württemberg waren damals eigenständige Länder) (!Baden-Württemberg gehörte damals zu Frankreich) (!Baden-Württemberg war damals nur eine Stadt) (!Baden und Württemberg hatten damals keine eigenen Parlamente)
Welche Parteien bildeten in Baden 1919 die tragende demokratische Regierungskoalition? (Zentrum SPD und DDP) (!NSDAP KPD und DNVP) (!SPD KPD und USPD) (!Zentrum NSDAP und DVP)
Was war an der badischen Landesverfassung von 1919 besonders? (Sie wurde in einer Volksabstimmung bestätigt) (!Sie führte wieder einen Großherzog ein) (!Sie schaffte Wahlen zum Landtag ab) (!Sie machte Baden zu einem Teil Württembergs)
Wer war der erste Staatspräsident des Volksstaats Württemberg? (Wilhelm Blos) (!Eugen Bolz) (!Matthias Erzberger) (!Wilhelm Bazille)
Welche zusätzliche Belastung traf besonders den badischen Grenzraum nach dem Ersten Weltkrieg? (Französische Besetzung und Eingriffe in Verkehrswege) (!Eine dauerhafte Besetzung durch Großbritannien) (!Die Abschaffung aller badischen Gemeinden) (!Die Verlegung der Reichshauptstadt nach Karlsruhe)
Welche Folge war für viele Menschen während der Hyperinflation besonders spürbar? (Geld verlor sehr schnell an Kaufkraft) (!Löhne und Preise blieben über Jahre unverändert) (!Papiergeld wurde vollständig verboten) (!Alle privaten Schulden wurden abgeschafft)
Was zeigt die Ermordung Matthias Erzbergers 1921 besonders deutlich? (Die Republik war auch durch politische Gewalt bedroht) (!Politische Konflikte wurden nur im Parlament ausgetragen) (!Die Weimarer Republik hatte keine politischen Gegner) (!Baden und Württemberg führten Krieg gegeneinander)
Welche neue politische Möglichkeit hatten Frauen bei den Landeswahlen 1919? (Sie konnten wählen und gewählt werden) (!Sie durften nur über Gemeindefragen abstimmen) (!Sie konnten nur Mitglied einer Partei werden) (!Sie durften nur Kandidaten vorschlagen)
Wofür steht die Stuttgarter Weißenhofsiedlung von 1927? (Für modernes Bauen und neue Wohnkonzepte) (!Für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg) (!Für eine mittelalterliche Stadtbefestigung) (!Für den Sitz des badischen Landtags)
Was bedeutete die nationalsozialistische Gleichschaltung 1933 für Baden und Württemberg? (Die eigenständige parlamentarische Landesdemokratie wurde ausgeschaltet) (!Die Länder erhielten mehr demokratische Selbstständigkeit) (!Es wurden erstmals freie Frauenwahlen eingeführt) (!Baden und Württemberg gründeten sofort Baden-Württemberg)
Memory
| Republik Baden | Karlsruhe |
| Volksstaat Württemberg | Stuttgart |
| Weimarer Koalition | Zentrum SPD DDP |
| Badische Volksabstimmung | Landesverfassung |
| Wilhelm Blos | erster Staatspräsident |
| Kehl | französische Besatzung |
| Hyperinflation | Kaufkraftverlust |
| Weißenhofsiedlung | Neues Bauen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Novemberrevolution | Übergang von Monarchie zu Republik |
| Weimarer Koalition | Zusammenarbeit demokratischer Parteien |
| Hyperinflation | Entwertung von Geld |
| Besetzung Kehls | Folge der Nachkriegsordnung |
| Gleichschaltung | Ausschaltung föderaler Demokratie |
Kreuzworträtsel
| Karlsruhe | Welche Stadt war die Hauptstadt der Republik Baden? |
| Stuttgart | Welche Stadt war die Hauptstadt des Volksstaats Württemberg? |
| Zentrum | Welche katholisch geprägte Partei war in beiden Ländern politisch wichtig? |
| Inflation | Wie heißt eine starke Entwertung des Geldes? |
| Erzberger | Welcher württembergische Politiker wurde 1921 in Baden ermordet? |
| Weissenhof | Welcher Stuttgarter Siedlungsname steht für modernes Bauen der Weimarer Zeit? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste von 1918 bis 1933. Markiere Ereignisse aus Baden und Württemberg unterschiedlich und kennzeichne mindestens zwei Entwicklungen, die beide Länder betreffen.
- Wahlplakat untersuchen: Wähle eines der im aiMOOC gezeigten Wahlbilder. Beschreibe Bildaufbau, Absender und Zielgruppe und formuliere anschließend, welche politische Wirkung vermutlich beabsichtigt war.
- Kartenvergleich: Vergleiche die beiden Karten von Baden und Württemberg mit einer heutigen Karte Baden-Württembergs. Erkläre in einem kurzen Text, warum heutige Grenzen historische Vorstellungen verzerren können.
- Kurzporträt: Erstelle ein Porträt zu Mathilde Otto, Wilhelm Blos, Eugen Bolz oder Matthias Erzberger. Trenne dabei gesicherte Fakten von Deiner historischen Bewertung.
Standard
- Regionale Presse: Suche in einem digitalen Archiv nach einer Zeitung aus Baden oder Württemberg aus den Jahren 1919 bis 1932. Analysiere eine Titelseite und prüfe, welche Themen lokal und welche reichsweit wichtig waren.
- Inflationsprojekt: Entwickle anhand historischer Geldscheine, Preisangaben oder Zeitungsberichte eine kleine Ausstellung zur Inflation. Erkläre, warum verschiedene soziale Gruppen unterschiedlich betroffen sein konnten.
- Digitaler Museumsbesuch: Erkunde ein digitales Angebot von LEO-BW, einem Landesarchiv oder dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Wähle drei Quellen aus und erläutere, was jede Quelle über Demokratie oder Alltag verrät.
- Regionaler Geschichtspodcast: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Audiobeitrag mit dem Titel „Eine Republik, zwei Länder“. Vergleiche Baden und Württemberg und baue mindestens zwei historische Quellen ein.
Schwer
- Vergleichsurteil: Untersuche die These „Baden war demokratisch stabiler als Württemberg“. Formuliere Kriterien für politische Stabilität, prüfe die These mit Belegen und benenne Grenzen des Vergleichs.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Video über die Ermordung Matthias Erzbergers. Ordne die Tat in die politische Gewalt der frühen Republik ein und erkläre, warum Einzelfälle nicht ohne Kontext verallgemeinert werden dürfen.
- Wahldaten untersuchen: Vergleiche württembergische Wahlergebnisse von 1919 und 1932. Visualisiere Veränderungen und diskutiere mindestens drei mögliche Erklärungsfaktoren, ohne einen einfachen Automatismus zwischen Wirtschaftskrise und Wahlverhalten zu behaupten.
- Demokratie unter Druck: Konzipiere eine Ausstellung mit mindestens acht Objekten, Bildern, Tonquellen oder Textquellen aus Baden und Württemberg. Jede Station soll eine Quellenangabe, eine Leitfrage und eine kurze historische Einordnung enthalten.


Lernkontrolle
- Stabilität erklären: Erkläre, warum eine lange Regierungskoalition ein Zeichen politischer Stabilität sein kann, aber nicht beweist, dass eine Gesellschaft frei von Konflikten oder antidemokratischen Kräften ist. Beziehe Dich auf Baden.
- Region und Reich: Zeige an zwei Beispielen, wie reichsweite Entwicklungen in Baden und Württemberg unterschiedliche regionale Folgen haben konnten.
- Mehrere Ursachen: Entwickle ein Wirkungsdiagramm zur politischen Radikalisierung ab 1929. Berücksichtige wirtschaftliche, soziale, mediale und politische Faktoren und markiere, wo nur Zusammenhänge statt sicherer Ursachen erkennbar sind.
- Recht und Wirklichkeit: Beurteile die Aussage „Mit dem Frauenwahlrecht war die politische Gleichstellung 1919 erreicht“. Nutze parlamentarische Beteiligung und gesellschaftliche Rollen als Argumente.
- Medien und Demokratie: Vergleiche Zeitung und Radio als politische Medien der 1920er Jahre. Erkläre Chancen für demokratische Öffentlichkeit und mögliche Risiken politischer Beeinflussung.
- Urteil 1933: Widerlege die Aussage „1933 endete die Demokratie einfach, weil die Mehrheit der Menschen gegen Demokratie war“. Nutze Wahlergebnisse, Koalitionsprobleme, Gewalt und Gleichschaltung für ein differenziertes Urteil.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du:
- Räume unterscheiden: Baden, Württemberg und das erst 1952 entstandene Baden-Württemberg zeitlich und räumlich auseinanderhalten kannst.
- Demokratie erklären: die Übergänge von der Monarchie zu den Landesdemokratien 1918/19 beschreiben und politische Beteiligung einordnen kannst.
- Vergleichen: Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen badischer und württembergischer Landespolitik anhand sinnvoller Kriterien herausarbeiten kannst.
- Krisen analysieren: Inflation, Besatzung, Weltwirtschaftskrise und politische Gewalt in ihren regionalen Auswirkungen erklären kannst.
- Gesellschaft untersuchen: Frauenwahlrecht, soziale Milieus, Medien, Freizeit und moderne Kultur als Bestandteile von Geschichte einbeziehen kannst.
- Quellen auswerten: Bilder, Plakate, Geldscheine, Zeitungen oder Videos nach Urheber, Kontext, Aussage und Grenze der Aussage untersuchen kannst.
- Urteilen: ein begründetes Urteil zur Stabilität und Gefährdung der Demokratie formulierst und dabei mehrere Ursachen und Perspektiven berücksichtigst.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
NEWSLernweltNOAH fragen