Baden-Württemberg im Föderalismus

Baden-Württemberg im Föderalismus
Einleitung
Deutschland ist ein föderaler Bundesstaat. Das bedeutet: Politische Macht und staatliche Aufgaben liegen nicht nur bei einer einzigen Zentrale. Sie sind zwischen dem Bund, den 16 Ländern und – innerhalb der Länder – den Gemeinden und Gemeindeverbänden verteilt. Für Dich in Baden-Württemberg ist deshalb wichtig zu wissen, welche Ebene über was entscheidet und wie die Ebenen zusammenarbeiten.
Baden-Württemberg ist eines der 16 Länder der Bundesrepublik Deutschland. Es besitzt einen eigenen Landtag, eine eigene Landesregierung, eine eigene Landesverfassung und eine eigene Verwaltung. Gleichzeitig wirkt das Land über den Bundesrat an vielen Entscheidungen des Bundes mit.


Politisch wird häufig von drei Ebenen gesprochen: Bund – Land – Kommune. Staatsrechtlich ist das etwas genauer zu betrachten: Gemeinden sind keine Gliedstaaten wie Baden-Württemberg. Sie gehören zur staatlichen Ordnung der Länder, besitzen aber ein verfassungsrechtlich geschütztes Recht auf kommunale Selbstverwaltung.
Was bedeutet Föderalismus?
Föderalismus verteilt politische Verantwortung auf mehrere Ebenen. Der Bund soll Aufgaben regeln, die für Deutschland insgesamt wahrgenommen werden müssen. Die Länder behalten eigene politische Gestaltungsmöglichkeiten. Gemeinden entscheiden im Rahmen der Gesetze über Angelegenheiten ihrer örtlichen Gemeinschaft.
Diese Machtverteilung soll verhindern, dass politische Macht vollständig an einer Stelle konzentriert wird. Gleichzeitig ermöglicht sie regionale Unterschiede. Baden-Württemberg kann zum Beispiel in Bereichen eigener Landeszuständigkeit andere Schwerpunkte setzen als Bayern, Hessen oder Niedersachsen.
Föderalismus bedeutet aber nicht, dass jede Ebene völlig unabhängig handeln kann. Bund, Länder und Gemeinden sind rechtlich und finanziell eng miteinander verflochten. Viele politische Probleme lassen sich nur gemeinsam lösen.
Verfassungsrechtliche Grundlagen
Das Grundgesetz enthält mehrere Schlüsselregeln für den deutschen Föderalismus. Artikel 20 beschreibt Deutschland als demokratischen und sozialen Bundesstaat. Artikel 30 legt den Grundsatz fest, dass staatliche Befugnisse und Aufgaben grundsätzlich Sache der Länder sind, soweit das Grundgesetz nichts anderes bestimmt.
Für die Gesetzgebung ist Artikel 70 besonders wichtig: Die Länder besitzen das Gesetzgebungsrecht, sofern das Grundgesetz dem Bund nicht ausdrücklich eine Gesetzgebungskompetenz gibt. Daraus folgt: Der Bund darf nicht einfach jedes politische Thema an sich ziehen.
Artikel 50 regelt die Mitwirkung der Länder auf Bundesebene. Über den Bundesrat wirken die Landesregierungen bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Bundes sowie in Angelegenheiten der Europäischen Union mit.
Artikel 83 zeigt eine weitere Besonderheit: Viele Bundesgesetze werden nicht von Bundesbehörden, sondern von den Ländern als eigene Angelegenheit ausgeführt. Föderalismus betrifft deshalb nicht nur die Frage, wer Gesetze beschließt, sondern auch, wer sie umsetzt.
Für Gemeinden ist Artikel 28 besonders wichtig. Er garantiert ihnen das Recht, Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln. Die Landesverfassung Baden-Württembergs sichert diese Selbstverwaltung zusätzlich ab.
Der Satz „Bundesrecht bricht Landesrecht“ aus Artikel 31 bedeutet nicht, dass der Bund automatisch für alles zuständig wäre. Zuerst muss geklärt werden, ob der Bund überhaupt eine verfassungsmäßige Kompetenz besitzt.
Bund, Land und Gemeinden im Vergleich
| Ebene | Zentrale politische Organe | Typische Zuständigkeiten | Typische Rechtsformen | Nähe zum Alltag |
|---|---|---|---|---|
| Bund | Deutscher Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung | Außenpolitik, Verteidigung, Staatsangehörigkeitsrecht sowie zahlreiche Bereiche der ausschließlichen oder konkurrierenden Gesetzgebung | Bundesgesetze und Rechtsverordnungen | Betrifft das gesamte Bundesgebiet |
| Land Baden-Württemberg | Landtag von Baden-Württemberg, Landesregierung | Schulwesen, Kultur, Landespolizei, Kommunalrecht, Teile von Hochschul- und Medienpolitik sowie umfangreiche Verwaltungsaufgaben | Landesgesetze und Rechtsverordnungen | Prägt viele Bereiche von Schule, Sicherheit und Verwaltung |
| Gemeinden | Gemeinderat, Bürgermeisterin oder Bürgermeister | Örtliche Planung, kommunale Einrichtungen, Teile der Daseinsvorsorge, örtliche Kultur, Straßen und Gebäude im kommunalen Aufgabenbereich | Satzungen und Einzelentscheidungen | Sehr unmittelbarer Bezug zum Wohnort |
Die Tabelle zeigt typische Beispiele. In vielen Politikfeldern überschneiden sich Zuständigkeiten oder bauen aufeinander auf. Deshalb solltest Du bei politischen Streitfragen nicht nur fragen: „Wer ist zuständig?“, sondern auch: „Wer beschließt die Regeln, wer bezahlt und wer setzt sie um?“
Der Bund
Der Bund ist für die Bundesrepublik Deutschland als Gesamtstaat zuständig. Auf Bundesebene beschließt vor allem der Bundestag Gesetze. Die Bundesregierung führt die Bundespolitik. Der Bundesrat bringt die Länderinteressen in die Bundesgesetzgebung ein.
Der Bund besitzt unter anderem ausschließliche Gesetzgebungskompetenzen in Bereichen, in denen eine gesamtstaatliche Regelung besonders notwendig ist. Daneben gibt es die konkurrierende Gesetzgebung. Dort können die Länder Gesetze erlassen, solange und soweit der Bund seine Gesetzgebungskompetenz nicht genutzt hat beziehungsweise das Grundgesetz Abweichungen zulässt.
Für das Verständnis des Föderalismus ist der Bundesrat entscheidend: Baden-Württemberg sitzt dort nicht als eigener Bundestagswahlkreis, sondern wird durch Mitglieder seiner Landesregierung vertreten. Die Landesregierung kann so Bundespolitik mitgestalten.

Das Land Baden-Württemberg
Baden-Württemberg besitzt eigene staatliche Organe. Der Landtag übt die gesetzgebende Gewalt des Landes aus, beschließt den Landeshaushalt, wählt den Ministerpräsidenten und kontrolliert Landesregierung und Verwaltung.

Besonders deutlich wird die Landeszuständigkeit im Bildungsbereich. Das Land setzt wesentliche rechtliche Rahmenbedingungen für das Schulwesen, erlässt Schulrecht und Bildungspläne und trägt Verantwortung für die staatliche Schulaufsicht und die Lehrkräfte im Landesdienst.
Daneben spielt das Land eine zentrale Rolle bei Polizei, Kultur, Landesplanung, Teilen des Hochschulwesens und beim Kommunalrecht. Es bestimmt beispielsweise durch die Gemeindeordnung, wie Gemeinden organisiert sind und welche Rechte Gemeinderat und Bürgermeister besitzen.
Die Verwaltung des Landes
Baden-Württemberg ist nicht nur politisch, sondern auch verwaltungsmäßig gegliedert. Zwischen Landesministerien und vielen örtlichen Behörden stehen vier Regierungsbezirke: Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Tübingen. Die jeweiligen Regierungspräsidien übernehmen Aufgaben der Bündelung, Koordination, Fachaufsicht und Rechtsaufsicht.
Unterhalb dieser Ebene gibt es Landkreise und Stadtkreise. Landratsämter besitzen dabei eine besondere Doppelrolle: Sie erfüllen kommunale Aufgaben des Landkreises und können zugleich als untere staatliche Verwaltungsbehörden tätig werden.
Gemeinden und Landkreise
Baden-Württemberg hat 1.101 Gemeinden und 35 Landkreise. Von den Gemeinden sind neun Stadtkreise; die übrigen sind kreisangehörige Städte und Gemeinden. Gemeinden verwalten ihre örtlichen Angelegenheiten grundsätzlich selbst und in eigener Verantwortung.


Das Hauptorgan einer Gemeinde ist der Gemeinderat. Die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister wird in Baden-Württemberg direkt gewählt, leitet die Gemeindeverwaltung, vertritt die Gemeinde nach außen und führt den Vorsitz im Gemeinderat.
Gemeinden können innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs eigene Rechtsnormen in Form von Satzungen beschließen. Beispiele sind Haushaltssatzungen oder bestimmte örtliche Regelungen. Diese Satzungen müssen mit höherrangigem Recht vereinbar sein.

Landkreise übernehmen Aufgaben, die für einzelne Gemeinden zu groß oder sinnvollerweise gemeindeübergreifend organisiert sind. Ihr gewähltes Vertretungsorgan ist der Kreistag. Beispiele für Kreisaufgaben können soziale Einrichtungen, berufliche Schulen, Abfallwirtschaft oder Teile des öffentlichen Nahverkehrs sein.
Wie arbeiten Bund, Land und Gemeinden zusammen?
Föderalismus ist kein System vollständig getrennter Kästen. Viele politische Entscheidungen entstehen in einem Geflecht aus Gesetzgebung, Finanzierung, Verwaltung und Kontrolle.
Beispiel Bundesgesetz
Angenommen, der Bund beschließt in einem Bereich seiner Zuständigkeit ein neues Gesetz. Damit ist die Arbeit nicht beendet. Nach Artikel 83 des Grundgesetzes führen die Länder viele Bundesgesetze als eigene Angelegenheit aus. Baden-Württemberg organisiert dann die zuständigen Behörden und Verwaltungsabläufe, soweit das Grundgesetz oder Bundesrecht nichts anderes bestimmt.
Ein Bundesgesetz kann deshalb in Berlin beschlossen werden, während Bürgerinnen und Bürger seine praktische Umsetzung bei einer baden-württembergischen Behörde erleben.
Beispiel Schule
Schule eignet sich besonders gut, um die Ebenen zu unterscheiden. Die grundlegende Schulpolitik liegt vor allem beim Land Baden-Württemberg. Das Land regelt beispielsweise Schulrecht, Bildungspläne, Schulaufsicht und den staatlichen Lehrkräftebereich.
Die kommunale Ebene ist trotzdem wichtig. Städte, Gemeinden und Landkreise können je nach Schulart Schulträger sein. Sie tragen dann Verantwortung für die sächlichen Voraussetzungen, etwa Schulgebäude, Ausstattung und Unterhaltung.
Der Bund kann Bildungspolitik nicht einfach vollständig übernehmen. Er kann jedoch in verfassungsrechtlich erlaubten Bereichen mit Ländern oder Kommunen zusammenwirken und bestimmte Programme finanziell unterstützen. Gerade hier zeigt sich, warum die Frage nach Zuständigkeit, Finanzierung und Umsetzung getrennt untersucht werden muss.
| Frage | Typische Ebene |
|---|---|
| Wer legt Bildungspläne und zentrale schulrechtliche Regeln fest? | Land Baden-Württemberg |
| Wer beschäftigt staatliche Lehrkräfte? | Land Baden-Württemberg |
| Wer ist häufig für kommunale Schulgebäude und deren Ausstattung verantwortlich? | Gemeinde, Stadt oder Landkreis als Schulträger |
| Wer kann in verfassungsrechtlich zulässigen Bereichen Förderprogramme mitfinanzieren? | Je nach Programm Bund und Land gemeinsam mit kommunalen Trägern |
Der Bundesrat als Verbindung zwischen Land und Bund
Der Bundesrat ist die wichtigste institutionelle Verbindung zwischen Landesregierungen und Bundesgesetzgebung. Seine Mitglieder kommen aus den Landesregierungen. Dadurch kann eine Landtagswahl indirekt auch die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat beeinflussen, weil nach einer Regierungsbildung andere Parteien die Landesregierung stellen können.
Bei Zustimmungsgesetzen kann ein Bundesgesetz ohne die erforderliche Zustimmung des Bundesrates nicht zustande kommen. Bei Einspruchsgesetzen besitzt der Bundesrat andere Einflussmöglichkeiten. Für die politische Analyse ist deshalb wichtig, zwischen verschiedenen Gesetzestypen zu unterscheiden.
Kommunale Selbstverwaltung und Landesaufsicht
Kommunale Selbstverwaltung bedeutet nicht Unabhängigkeit vom Staat. Gemeinden dürfen ihre örtlichen Angelegenheiten eigenverantwortlich gestalten, aber nur im Rahmen der geltenden Gesetze.
Das Land garantiert in Artikel 71 seiner Landesverfassung das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden und Gemeindeverbände. Gleichzeitig üben staatliche Behörden Rechtsaufsicht aus. Sie prüfen insbesondere, ob kommunales Handeln rechtmäßig ist.
Damit entsteht ein Spannungsverhältnis: Gemeinden sollen möglichst eigenständig handeln können, zugleich müssen Grundgesetz, Landesgesetze und andere verbindliche Rechtsnormen überall eingehalten werden.
Geld und Aufgaben
Politische Zuständigkeit braucht Finanzierung. Bund, Länder und Gemeinden erhalten eigene oder gemeinsame Steuereinnahmen und sind über Finanzausgleich und Zuweisungen miteinander verbunden.
Für Baden-Württemberg ist außerdem das Konnexitätsprinzip wichtig. Werden Gemeinden oder Gemeindeverbänden durch Landesgesetz Aufgaben übertragen und entstehen dadurch unter den verfassungsrechtlichen Voraussetzungen wesentliche Mehrbelastungen, muss ein entsprechender finanzieller Ausgleich geschaffen werden.
Eine zentrale Frage der Föderalismuspolitik lautet deshalb: Folgt dem Auftrag auch ausreichend Geld? Konflikte zwischen Ebenen sind häufig nicht nur Kompetenz-, sondern auch Finanzierungsfragen.
Föderalismus beurteilen
Föderalismus hat Vorteile und Nachteile. Eine demokratische Bewertung sollte beide Seiten berücksichtigen.
| Mögliche Vorteile | Mögliche Herausforderungen |
|---|---|
| Macht wird auf mehrere Ebenen verteilt. | Entscheidungswege können kompliziert und langsam werden. |
| Politik kann regionale Unterschiede berücksichtigen. | Regeln können sich zwischen Ländern unterscheiden. |
| Länder und Kommunen können unterschiedliche Lösungen ausprobieren. | Vergleichbarkeit kann schwieriger werden. |
| Bürgerinnen und Bürger haben mehrere politische Ansprechpartner. | Verantwortung kann zwischen Ebenen hin- und hergeschoben werden. |
| Länder wirken über den Bundesrat an Bundespolitik mit. | Bund und Länder müssen häufig Kompromisse aushandeln. |
Ob Föderalismus in einer konkreten Situation gut funktioniert, hängt deshalb nicht allein von seiner Struktur ab. Entscheidend sind auch klare Zuständigkeiten, ausreichende Finanzierung, Transparenz und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
Subsidiarität als Leitidee
Mit Subsidiarität ist die politische Leitidee gemeint, Aufgaben möglichst bürgernah auf der niedrigsten geeigneten Ebene zu bearbeiten. Die höhere Ebene soll vor allem dann eingreifen, wenn eine Aufgabe auf niedrigerer Ebene nicht sinnvoll bewältigt werden kann.
Für Deutschland gilt aber: Die konkrete rechtliche Zuständigkeit folgt nicht nur einer allgemeinen Subsidiaritätsidee, sondern vor allem den Regeln des Grundgesetzes und des Landesrechts.
Merksätze
- Föderalismus: Deutschland verteilt staatliche Macht zwischen Bund und Ländern; Gemeinden besitzen innerhalb der Länder garantierte Selbstverwaltung.
- Gesetzgebungskompetenz: Die Länder sind grundsätzlich zuständig, soweit das Grundgesetz dem Bund keine Gesetzgebungskompetenz zuweist.
- Bundesrat: Über ihn wirken die Landesregierungen an der Gesetzgebung und Verwaltung des Bundes mit.
- Kommunale Selbstverwaltung: Gemeinden dürfen örtliche Angelegenheiten im Rahmen der Gesetze eigenverantwortlich regeln.
- Verwaltungsföderalismus: Viele Bundesgesetze werden praktisch durch die Länder ausgeführt.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt den deutschen Föderalismus am treffendsten? (Staatliche Aufgaben und Macht sind zwischen Bund und Ländern verteilt) (!Alle politischen Entscheidungen werden ausschließlich vom Bund getroffen) (!Gemeinden sind völlig unabhängig von Bund und Ländern) (!Jedes Bundesland ist ein souveräner Staat außerhalb Deutschlands)
Wer ist nach dem Grundgesetz grundsätzlich für staatliche Aufgaben zuständig, wenn keine andere Regelung besteht? (Die Länder) (!Die Gemeinden) (!Die Europäische Union) (!Der Bundespräsident)
Welcher Grundgesetzartikel garantiert die kommunale Selbstverwaltung? (Artikel 28) (!Artikel 1) (!Artikel 16) (!Artikel 146)
Welches Organ beschließt Landesgesetze in Baden-Württemberg? (Der Landtag) (!Der Bundestag) (!Der Bundespräsident) (!Der Europäische Rat)
Wodurch wirken die Länder besonders an der Bundesgesetzgebung mit? (Durch den Bundesrat) (!Durch das Bundesverfassungsgericht) (!Durch den Bundespräsidenten) (!Durch die Bundesbank)
Welches Organ ist das Hauptorgan einer Gemeinde in Baden-Württemberg? (Der Gemeinderat) (!Der Bundestag) (!Der Bundesrat) (!Das Bundeskabinett)
Wie heißt eine typische kommunale Rechtsnorm? (Satzung) (!Staatsvertrag) (!Bundesgesetz) (!Grundgesetz)
Wer führt viele Bundesgesetze als eigene Angelegenheit aus? (Die Länder) (!Nur der Bundestag) (!Nur der Bundespräsident) (!Ausschließlich die Europäische Union)
Welche Ebene prägt Bildungspläne und schulrechtliche Regeln in Baden-Württemberg besonders? (Das Land Baden-Württemberg) (!Die einzelne Gemeinde allein) (!Die Vereinten Nationen) (!Der Bundespräsident)
Welche Aussage über Gemeinden trifft staatsrechtlich zu? (Sie gehören zur staatlichen Ordnung der Länder und besitzen geschützte Selbstverwaltung) (!Sie sind eigenständige Bundesländer) (!Sie stehen außerhalb des Grundgesetzes) (!Sie dürfen Bundesgesetze aufheben)
Memory
| Bundesrat | Mitwirkung der Länder an der Bundespolitik |
| Landtag | Landesgesetzgebung und Regierungskontrolle |
| Gemeinderat | Hauptorgan der Gemeinde |
| Artikel 28 GG | Kommunale Selbstverwaltung |
| Artikel 30 GG | Grundsätzliche Länderzuständigkeit |
| Satzung | Kommunale Rechtsnorm |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Bund | Verteidigung |
| Land Baden-Württemberg | Schulwesen |
| Gemeinde | Örtliche Bauleitplanung |
| Bundesrat | Länderbeteiligung an Bundespolitik |
| Regierungspräsidium | Mittelbehörde des Landes |
Kreuzworträtsel
| Bundesrat | Welches Verfassungsorgan vermittelt besonders zwischen Landesregierungen und Bundesgesetzgebung? |
| Landtag | Wie heißt das Landesparlament in Baden-Württemberg? |
| Gemeinde | Welche kommunale Gebietskörperschaft regelt örtliche Angelegenheiten? |
| Satzung | Wie heißt eine typische kommunale Rechtsnorm? |
| Föderalismus | Wie heißt das System geteilter staatlicher Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern? |
| Selbstverwaltung | Welches Recht erlaubt Gemeinden, örtliche Angelegenheiten eigenverantwortlich zu regeln? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Zuständigkeitsdetektiv: Sammle zehn politische Entscheidungen aus Deinem Alltag und ordne sie begründet Bund, Land Baden-Württemberg oder Gemeinde zu.
- Rathaus-Recherche: Untersuche die Internetseite Deiner Gemeinde und finde ein aktuelles Thema des Gemeinderats. Erkläre, warum die Gemeinde dafür zuständig ist.
- Erklärgrafik Föderalismus: Gestalte eine Grafik, die Bund, Land Baden-Württemberg und Gemeinde mit je drei typischen Aufgaben zeigt.
- Medienanalyse: Suche zwei Nachrichtenmeldungen zu demselben politischen Thema und markiere, welche staatlichen Ebenen darin vorkommen.
Standard
- Fallbeispiel Schule: Analysiere die Fälle „undichtes Schuldach“, „neuer Bildungsplan“, „fehlende Lehrkraft“ und „digitale Ausstattung“. Ordne Verantwortung und Finanzierung möglichst genau zu.
- Planspiel Gemeinderat: Führt eine simulierte Gemeinderatssitzung zu einem Jugendtreff, Radweg oder Sportplatz durch und begründet, welche Entscheidungen die Kommune selbst treffen darf.
- Bundesrat beobachten: Verfolge ein aktuelles Gesetzgebungsverfahren und dokumentiere, an welcher Stelle die Länder über den Bundesrat Einfluss nehmen.
- Politikinterview: Interviewe ein Mitglied des Gemeinderats, des Kreistags oder eine Person aus der Kommunalverwaltung zu der Frage, wo kommunale Selbstverwaltung endet.
Schwer
- Kompetenzkonflikt: Untersuche einen Streit aus Bildung, Klimaanpassung, Migration oder Verkehr und trenne Gesetzgebung, Finanzierung und Umsetzung nach politischen Ebenen.
- Positionspapier Föderalismus: Verfasse ein begründetes Positionspapier zur Frage, ob Deutschland mehr bundeseinheitliche Regeln oder mehr Länderautonomie braucht.
- Systemvergleich: Vergleiche den deutschen Föderalismus mit einem zentralistischeren Staat und bewerte Auswirkungen auf Demokratie, Effizienz und regionale Vielfalt.
- Finanzierungsanalyse: Recherchiere an einem kommunalen Projekt, welche Gelder von Kommune, Land und eventuell Bund stammen, und prüfe, ob Verantwortung und Finanzierung zusammenpassen.


Lernkontrolle
- Transferfall Schulzentrum: Eine Gemeinde möchte ein neues Schulzentrum bauen, gleichzeitig soll das Land die Schulart verändern. Erkläre, welche Ebenen beteiligt sind und wo Abstimmungsprobleme entstehen können.
- Gesetz und Umsetzung: Ein neues Bundesgesetz verändert Verwaltungsverfahren. Entwickle ein Ablaufmodell vom Beschluss auf Bundesebene bis zur Umsetzung in Baden-Württemberg.
- Kommunale Freiheit: Beurteile die Aussage „Eine Gemeinde darf alles entscheiden, was ihre Einwohner betrifft“. Nutze das Prinzip der kommunalen Selbstverwaltung und den Gesetzesvorbehalt.
- Bundesrat und Landespolitik: Erkläre, warum eine Landtagswahl Auswirkungen auf Bundespolitik haben kann, obwohl bei ihr keine Bundestagsabgeordneten gewählt werden.
- Föderalismus bewerten: Entwickle für ein selbst gewähltes Politikfeld Kriterien, mit denen Du beurteilst, ob eine einheitliche Bundesregelung oder unterschiedliche Länderregelungen sinnvoller wären.
- Finanzierungsproblem: Ein Land überträgt Kommunen eine neue kostenintensive Pflichtaufgabe. Analysiere, warum daraus ein verfassungs- und finanzpolitisches Problem entstehen kann.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Zuständigkeiten auswendig kennst, sondern politische Entscheidungen systematisch einordnen kannst.
- Föderalismus erklären: Du kannst begründen, warum Deutschland ein Bundesstaat ist und welche Funktion die Machtverteilung erfüllt.
- Kompetenzen unterscheiden: Du kannst Bund, Land Baden-Württemberg und Gemeinden anhand typischer Aufgaben voneinander unterscheiden.
- Verfassungsgrundlagen anwenden: Du kannst die Bedeutung der Artikel 28, 30, 50, 70 und 83 des Grundgesetzes in eigenen Worten erläutern.
- Institutionen zuordnen: Du kennst die Funktionen von Bundestag, Bundesrat, Landtag, Gemeinderat und Landesverwaltung.
- Zusammenarbeit analysieren: Du kannst an einem Beispiel zeigen, wie Gesetzgebung, Finanzierung und Verwaltung auf verschiedene Ebenen verteilt sind.
- Föderalismus beurteilen: Du kannst Vor- und Nachteile des föderalen Systems abwägen und ein begründetes Urteil formulieren.
- Kommunale Selbstverwaltung beurteilen: Du kannst erklären, welche Freiheit Gemeinden besitzen und warum diese Freiheit rechtliche Grenzen hat.
Quellen und Vertiefung
- Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
- Baden-Württemberg: Von der Gemeinde bis zum Ministerium
- Innenministerium Baden-Württemberg: Kommunalverfassung
- Landtag Baden-Württemberg: Aufgaben des Parlaments
- Landesverfassung Baden-Württemberg: Artikel 71
- Service-BW: Schulbau und Schulträger
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