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Bacchus im Triller - Schiller, Friedrich - Gedichtanalyse

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Bacchus im Triller - Schiller, Friedrich - Gedichtanalyse

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Einleitung

Bacchus im Triller ist ein spöttisches Gedicht aus der von Friedrich Schiller herausgegebenen Anthologie auf das Jahr 1782. Es umfasst in der dortigen Quellfassung 66 Verse. Eine Gruppe spricht den Bacchus direkt an. Sie macht ihm Vorwürfe und will ihn nun selbst verspotten. Der Text arbeitet mit Rufen, Wiederholungen, Wortwitz und starken Bildern.

Für dich: Klasse 9–10 mit Erweiterungen für Klasse 11–13. Du lernst, eine historische Quelle genau zu lesen, kurze Verse zu zitieren und mehrere Deutungen gegeneinander abzuwägen. Lies zuerst die vorhandene MOOCwiki-Seite Gedicht – Bacchus im Triller – Schiller, Friedrich. Vergleiche die quellennahe Wiedergabe bei Wikisource und die gescannte Druckseite von 1782. Dieser Kurs ist eine Analyse, kein Ersatz für die vorhandene vollständige Textseite.

Vier Ebenen: Eine Quellfassung bewahrt historische Schreibungen. Eine Lesefassung erleichtert die heutige Lektüre. Eine Übersetzung überträgt Sprache in eine andere Sprache; eine Übertragung alter Wörter ins heutige Deutsch heißt hier genauer Paraphrase. Eine Interpretation erklärt Wirkungen und begründet eine mögliche Bedeutung mit Versbelegen. Verwechsle diese Ebenen nicht.

Originaldruck, Seite 12 der Anthologie von 1782. Quelle: Scan bei Wikimedia Commons, gemeinfrei. Lies die gedruckte Schreibweise.


Historische Quelle und Epoche


Die Quelle prüfen

Die Wikisource-Transkription nennt die Anthologie auf das Jahr 1782, Seiten 12–15. Sie ist nach eigenen Angaben zweimal anhand des Drucks kontrolliert. Die Veröffentlichung 1782 ist belegt; ein genaues Entstehungsdatum wird dort nicht angegeben. Am Textende steht im Druck die Signatur „W. D.“. Schreibe darum bei Einzelfragen zur Entstehung oder Sprecheridentität keine Vermutung als Tatsache auf.

Vergleich zweier Lesestufen – nur belegte Beispiele:

Stelle Quellfassung von 1782 Behutsame Lesefassung Erklärung
V. 1 „Trille! Trille! blind und dumm,“ „Trille! Trille! blind und dumm,“ Keine Veränderung nötig; der Ruf bleibt erhalten.
V. 4 „Manches Stük von altem Adel,“ „Manches Stück von altem Adel,“ Nur die Schreibweise wird modernisiert.
V. 27 „Unserm Wiz bist umgesprungen,“ „Unserm Witz bist umgesprungen,“ Historisches „Wiz“ wird „Witz“.
V. 61 „Unser Wiz aus Glas gekerbet,“ „Unser Witz aus Glas gekerbt,“ Schreibweise und ältere Form werden vorsichtig geglättet.

Die Lesefassung in dieser Tabelle ist eine ausdrücklich gekennzeichnete Bearbeitung einzelner Verse, keine zweite vollständige Gedichtausgabe. Überprüfe für jede Zitierung Wortlaut, Zeichensetzung und Versnummer an der Quellfassung. Das moderne Wort „Stück“ darfst du nicht als wörtliches Zitat der Ausgabe von 1782 ausgeben.


Sturm und Drang und spätere Klassik

1782 gehört zu Schillers früher Schaffensphase, die man im Umfeld von Sturm und Drang betrachtet. Typisch können starke Gefühle, Protest, energische Sprache und die Herausforderung von Autorität sein. Später wird Schiller mit Goethe zu einer wichtigen Gestalt der Weimarer Klassik. Ordne dieses frühe Gedicht nicht allein wegen des berühmten Autors der späteren Klassik zu.

Schiller lebte von 1759 bis 1805. Der römische Bacchus entspricht dem griechischen Dionysos und steht für Wein, Rausch und überschäumende Feste. Ein mythologischer Name in einem Gedicht bedeutet aber nicht automatisch, dass eine antike Erzählung nacherzählt wird.

Friedrich Schiller, Porträt von Anton Graff; Wikimedia Commons, gemeinfreie Reproduktion.

Video zum späteren Verhältnis von Goethe, Schiller, Sturm und Drang und Weimarer Klassik: MrWissen2go Geschichte / Terra X. Es erläutert den Epochenwechsel, nicht speziell dieses Gedicht.


Lyrisches Sprechen und Handlung


Wer spricht zu wem?

Am Anfang ruft eine Stimme: „Trillt den saubern Kerl herum!“ (V. 3). Das ist ein Befehl an eine Gruppe. In den Versen 14–15 heißt es: „Bäume, Heken, Häuser, Gassen, / Um uns Narren tanzen lassen.“ Das „uns“ macht eine gemeinsame Erfahrung sichtbar. Die Gruppe wirft dem Angesprochenen vor, ihr den Kopf verdreht zu haben.

Das sprechende „wir“ ist nicht automatisch mit Schiller als Privatperson gleichzusetzen. Eine lyrische Stimme ist eine Rolle im Text. Als Gegner erscheint der angesprochene Bacchus beziehungsweise die personifizierte Macht des Rauschs. Diese Gleichsetzung ist eine plausible Deutung des Namens und der Bilder, kein Beweis über eine reale Person.

Sprachhandlung: Die Sprecher klagen an, verspotten und drohen mit einer Art Umkehr: Nun soll derjenige „getrillet“ werden, der zuvor andere verwirrte. Das erzeugt die Spannung zwischen komischer Rache und Kritik an Kontrollverlust.


Anrede, Rollen und Satire

Die Anreden „Vetter“ (V. 5–6), „Schwager“ (V. 48–49) und „du lokrer Specht“ (V. 28 in der Quellfassung) machen aus einer abstrakten Macht eine direkt angreifbare Figur. Ausrufe und Imperative erzeugen einen rauen Ton. Am Schluss heißt es „Wüster Vogel! pake dich.“ (V. 66). Der Gegner wird fortgeschickt.

Eine Satire übertreibt und verspottet, um Schwächen sichtbar zu machen. Frage: Sind die Sprechenden nüchterne Kritiker des Rauschs? Oder wirken sie selbst maßlos und närrisch? Beides lässt sich am Text prüfen.


Form, Klang und Sprachrhythmus


Wiederholung und Refrain

Das Gedicht besitzt 66 Verse in der geprüften Druckfassung. Der Ruf „Trille! Trille! blind und dumm,“ steht in V. 1, 23 und 45. Er wirkt wie ein Refrain. In V. 3 und 25 heißt es „Trillt den saubern Kerl herum!“, in V. 47 dagegen „Trill den saubern Kerl herum!“. Diese kleine Änderung ist beim genauen Lesen wichtig.

Kurze Ausrufe wechseln mit längeren Aufzählungen. Wiederholte Wörter wie „Darum“ und „Manchen“ steigern die Bewegung. Es gibt lokale Endreime und auffällige Klangpaare, zum Beispiel „gefüllet“ und „umgetrillet“ (V. 7–8). Lege bei der Formanalyse nicht ungeprüft ein durchgehend gleiches Reimschema oder Versmaß für alle 66 Verse fest. Markiere zunächst Betonungen und Reime in einem überschaubaren Abschnitt.

Vorhandene Wikimedia-Commons-Animation eines Metronoms von Grufo. Sie hilft beim rhythmischen Sprechen; die Vorschau kann unbewegt bleiben. Eine gleichmäßige Schlagfolge beweist kein einheitliches Metrum.

Die Merkhilfe erklärt, wie sich Metrum, Kadenz und Reime untersuchen lassen. Wende die Methode am Gedicht selbst an.


Klangexperiment

Lies V. 1–3 zweimal: einmal ruhig, einmal mit starkem Sprechtempo. Notiere danach, wie sich der Eindruck verändert. Du erzeugst dabei kein neues Medium; die Aufgabe nutzt allein deine eigene Lektüre. Hörst du einen anfeuernden Chor, Spott oder Unordnung? Begründe deine Entscheidung mit dem wiederholten Wort „Trille“.

Vorhandenes Audio bei Wikimedia Commons: – ein kurzes Aussprachebeispiel des Autorennamens von Jeuwre. Es ist keine Aufnahme von „Bacchus im Triller“. Für das Gedicht wurde hier keine überprüfte Commons-Rezitation gefunden; behaupte daher nicht, eine solche Aufnahme einzubinden.


Bilder und mögliche Deutungen


Rausch verzerrt die Wahrnehmung

„Daß wir Gottes gelbe Sonne / Für die Heidelberger Tonne“ (V. 39–40) beschreibt eine drastische Verwechslung. Danach erscheinen Berge, Bäume, Türme und Schlösser als Trinkgefäße (V. 41–42). Diese Übertreibung lässt die Welt wie unter dem Einfluss von Alkohol aussehen. Die Natur wird zur Kneipenwelt.

Auch der Körper reagiert: Köpfe werden verwirrt, Mägen „umgestilpet“ (V. 10 und 20). Das ist kein nüchterner Gesundheitsbericht. Die drastischen Bilder führen Kontrollverlust komisch vor. Deshalb kann man das Gedicht als Spott über die zerstörerische Macht des Rauschs lesen.

Historischer Holzstich von 1878: Dionysos/Bacchus. Quelle Wikimedia Commons, gemeinfrei. Das spätere Bild illustriert die mythologische Figur; es ist keine Illustration aus Schillers Originaldruck.

MyFa – Mythologie & Fantasy erläutert die mythologische Figur Dionysos/Bacchus. Das Video ist Hintergrundmaterial, keine wissenschaftliche Interpretation des Gedichts.


Spott kann auch auf die Sprecher zurückfallen

Die Gruppe nennt sich selbst „uns Narren“ (V. 15). Das ist wichtig: Die Sprecher stehen nicht eindeutig über ihrem Gegner. Am Ende steht „Unser Wiz aus Glas gekerbet, / Wie der Bliz ist er zerscherbet“ (V. 61–62). Das zerbrechliche Glasbild kann auf die Brüchigkeit ihres eigenen Witzes hinweisen. Die genaue Bedeutung bleibt offen und muss am Zusammenhang erklärt werden.

Deutung A: Bacchus wird für die Folgen des Rauschs bestraft; die Gruppe fordert Selbstkontrolle. Deutung B: Die wütende Gruppe zeigt ebenfalls maßloses Verhalten und wird selbst komisch. Deutung C: Der Text spielt vor allem mit der Energie eines geselligen Spottlieds. Diese Perspektiven widersprechen sich nicht zwangsläufig. Entscheidend sind Zitate, Versnummern und eine klare Begründung.


Eine Gedichtanalyse schreiben


Vom Zitat zum Schluss

Ein guter Analyseabsatz enthält Beobachtung – Zitat – Wirkung – Deutung. Beispiel: Der Ruf „Trille! Trille! blind und dumm,“ erscheint mehrfach (V. 1, 23, 45). Durch die Wiederholung wirkt er wie ein gemeinsamer Spottgesang. So wird die feindselige Gruppendynamik hörbar. Diese Deutung ist begründet, aber keine einzig mögliche Lesart.

Gestufte Hilfe:

  1. Hilfe 1 – Finden: Markiere ein Rufwort oder ein Bild und notiere die genaue Versnummer.
  2. Hilfe 2 – Benennen: Wähle einen Begriff wie Anrede, Wiederholung, Übertreibung oder Vergleich.
  3. Hilfe 3 – Erklären: Ergänze den Satz „Dieses Mittel lässt die Figur … wirken, weil …“.
  4. Hilfe 4 – Prüfen: Suche einen zweiten Vers, der deiner Deutung zustimmt oder ihr widerspricht.

Schreibgerüst: „In dem 1782 veröffentlichten Gedicht … spricht … . Auffällig ist … (V. …). Die Formulierung … bewirkt … . Dies deutet darauf hin, dass … . Eine andere Lesart wäre …, weil … .“

Quellenklarheit: Zitiere historische Wörter aus der Quellfassung. Änderungen der Lesefassung sind zu kennzeichnen. Eine freie Erklärung auf heutigem Deutsch steht nicht in Anführungszeichen als vermeintliches Originalzitat.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Text genau lesen

Lies bei jeder Frage den zitierten Vers auf der Textseite nach. Die richtige Antwort steht an erster Stelle; die Lernkontrolle prüft deine Auswahl.

Was wiederholt sich laut Quellfassung in den Versen 1, 23 und 45? (Trille! Trille! blind und dumm,) (!Unser Wiz aus Glas gekerbet,) (!Fort, Bärnhäuter! tummle dich!) (!Manches Stük von altem Adel,)



Was zeigt die Anrede „Vetter“ in Vers 5? (Ein Gegenüber wird direkt angesprochen) (!Eine geografische Landschaft wird beschrieben) (!Das Gedicht wird zu einem Brief an Goethe) (!Der Sprecher nennt seine echte Identität)



Welches Wort steht in Vers 4 der Quellfassung von 1782? (Stük) (!Stück) (!Steck) (!Stock)



Welche Beobachtung wird durch „uns Narren“ in Vers 15 gestützt? (Die Gruppe bezeichnet auch sich selbst als Narren) (!Es spricht nur eine unbeteiligte Erzählerfigur) (!Der Text nennt einen historischen König) (!Die Gruppe hält sich ausdrücklich für vollkommen)



Welches Stilmittel zeigt die Verwechslung von Sonne und Heidelberger Tonne in Vers 39 und 40 besonders deutlich? (Übertreibung einer verzerrten Wahrnehmung) (!Sachlicher Wetterbericht) (!Genaues astronomisches Messergebnis) (!Neutrale Ortsbeschreibung ohne Wertung)



Was ändert sich am Aufruf in Vers 47 im Vergleich zu Vers 3? (Trill steht statt Trillt) (!Bacchus wird Goethe genannt) (!Der Ruf wird vollständig gestrichen) (!Aus Trille wird Sonne)



Was leistet die wiederholte Anrede „Schwager“ in Vers 48 und 49? (Sie verstärkt den direkten und spöttischen Ton) (!Sie erklärt die historische Verwandtschaft Schillers) (!Sie wechselt in eine neutrale Wissenschaftssprache) (!Sie beendet sofort das Gedicht)



Was wird in den Versen 61 und 62 miteinander verglichen? (Der zerscherbte Witz und ein Blitz) (!Der Sommer und ein Wintersturm) (!Ein König und ein Bauer) (!Ein Berg und ein Fluss)



Welche Aussage zur literarischen Epoche ist zeitlich begründet? (Die Veröffentlichung 1782 liegt in Schillers früher Phase im Umfeld des Sturm und Drang) (!Das Gedicht entstand nach Schillers Tod) (!Der Text gehört wegen Schillers Namen automatisch zur späteren Klassik) (!Die Entstehung ist im Druck auf das Jahr 1850 datiert)



Welches Vorgehen macht eine Interpretation überprüfbar? (Quellzitat mit Versnummer nennen und Wirkung begründen) (!Eine moderne Umschreibung als Original zitieren) (!Eine Vermutung ohne Textbeleg zur Tatsache erklären) (!Alle Reime ohne Nachprüfung identisch benennen)




Memory: Fachbegriffe zuordnen

Verbinde jedes Wort mit seiner passenden Erklärung.

Refrain Wiederkehrende Ruf- oder Versfolge
Anrede Direktes Sprechen zu einer Figur
Satire Spöttische Kritik durch Zuspitzung
Quellfassung Text mit historisch überlieferter Schreibung
Lesefassung Behutsam lesbarer gemachte Textgestalt
Verszitat Wortgetreue Textstelle mit Zeilenangabe





Drag and Drop: Analysebegriffe

Ordne die Begriffe den passenden Beobachtungen zu.

Passender Fachbegriff Beobachtung
Wiederholung „Trille“ erscheint im Gedicht immer wieder.
Imperativ „Trillt“ fordert zu einer Handlung auf.
Sprechergruppe Mit „uns“ sprechen mehrere Betroffene gemeinsam.
Übertreibung Die Sonne wird zur riesigen Tonne.
Vergleich „Wie der Bliz“ verbindet ein Bild mit dem Witz.





Kreuzworträtsel: Sprache und Form

Trage jeweils ein einziges Lösungswort ein.

Bacchus Welcher römische Weingott wird im Titel genannt?
Satire Wie heißt eine spöttische, kritische Darstellungsweise?
Refrain Wie nennt man wiederkehrende Verse eines Liedes oder Gedichts?
Metrum Wie heißt das Grundmuster betonter und unbetonter Silben?
Zitat Wie heißt eine wortgetreu übernommene Textstelle?
Rausch Welcher Zustand wird mit Bacchus verbunden?





LearningApps

Suche vorhandene interaktive Übungen zu Schiller und Gedichtanalyse. Es wird keine neue Aufgabe auf der Fremdplattform angelegt.


Lückentext

Trage die passenden Fachwörter ein.

Ergänze die Aussagen.
Das Gedicht wurde in der Anthologie von

gedruckt.
Die historische Schreibweise bewahrt die

.
Eine vorsichtig modernisierte Schreibweise heißt

.
Die wiederholte Rufzeile wirkt wie ein

.
Das Wort „uns“ verweist auf eine

.
Die Sonnenverwechslung ist eine drastische

.
Ein genauer Wortlaut mit Versnummer ist ein

.
Eine Deutung soll mit einem

begründet werden.




Offene Aufgaben

Arbeite jeweils auf der vorhandenen Gedichttextseite. Die Aufgaben „Analyseabsatz“, „Deutungsaufsatz“ und „Vergleichsargumentation“ bilden drei gestufte Schreibaufgaben.


Leicht

  1. Zeilen markieren: Markiere V. 1–3 und schreibe in drei Sätzen, wer wen wozu auffordert; nenne ein wörtliches Zitat.
  2. Schreibaufgabe – Analyseabsatz: Schreibe 80–120 Wörter über den wiederholten Ruf in V. 1, 23 und 45. Hilfe: „Der Ruf … bewirkt …, weil …“.
  3. Wortwerkstatt: Suche „Stük“, „Wiz“, „Sail“ und „Heken“ im Quelltext, schreibe eine gekennzeichnete heutige Lesefassung und erkläre die Unterschiede.
  4. Stimmen lesen: Übe zwei verschiedene Betonungen von V. 1–3 ohne Aufnahme. Beschreibe danach, welche Stimmung der Klang jeweils hervorruft.


Standard

  1. Schreibaufgabe – Deutungsaufsatz: Verfasse 180–250 Wörter zur Frage, wie der Rausch die Wahrnehmung verändert. Nutze mindestens zwei geprüfte Verse und kennzeichne die Interpretation.
  2. Reimwerkstatt: Untersuche V. 4–11 auf Endklänge und Hebungen. Markiere Unsicherheiten, statt ein pauschales Metrum zu behaupten.
  3. Dialoganalyse: Vergleiche die Anreden „Vetter“, „Schwager“ und „Wüster Vogel“ und diskutiere ihre Wirkung auf den Ton.
  4. Quellenkritik: Vergleiche eine gedruckte Verszeile mit Wikisource und einer modernen Textseite. Dokumentiere konkrete Abweichungen und die jeweiligen Nachweise.


Schwer

  1. Schreibaufgabe – Vergleichsargumentation: Schreibe 350–500 Wörter zu der These, dass die Sprecher die Maßlosigkeit kritisieren und zugleich selbst maßlos auftreten. Stelle zwei Lesarten gegeneinander und belege jede mit zwei überprüften Versen.
  2. Historische Deutung: Erkläre, wie die 1782er Veröffentlichung zum Sturm und Drang passt und warum Schillers spätere Klassik keine automatische Zuordnung des Gedichts erlaubt.
  3. Sprachvergleich: Untersuche, welche komischen Wirkungen durch historische Formen wie „Wiz“, „Spek“ oder „lokrer“ im Leseprozess entstehen. Unterscheide Befund und Vermutung.
  4. Deutungsgespräch: Formuliere je eine These zu Bacchus, Sprechergruppe und Refrain, widerlege mindestens eine eigene Vermutung mit einem Gegenvers und fasse dein Ergebnis schriftlich zusammen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Quellentreue: Erkläre an V. 4, was sich durch eine modernisierte Lesefassung verändert und was nicht.
  2. Belegkette: Entwickle zu V. 39–42 eine These, belege sie und erläutere die Wirkung des Bildes.
  3. Klang und Wirkung: Vergleiche die Rufe in V. 3 und V. 47 und leite aus dem Unterschied eine überprüfbare Beobachtung ab.
  4. Gegendeutung: Prüfe die These, dass die Gruppe eine moralisch überlegene Position hat, anhand von „uns Narren“.
  5. Transfer: Vergleiche das Übertreiben in einer heutigen Satire mit einer Stelle aus dem Gedicht, ohne beide Entstehungskontexte gleichzusetzen.
  6. Epochenvergleich: Unterscheide den historisch belegten Veröffentlichungszeitpunkt von einer späteren Einordnung Schillers als Klassiker.


Lernnachweis

Du kannst eine Quelle und eine Lesefassung unterscheiden, sechs Fachbegriffe erklären, die Rolle der Sprechergruppe benennen, Refrain und Wortwitz mit Versen untersuchen sowie eine eigene Deutung begründet formulieren. Als Produkte eignen sich ein markierter Quellenvergleich, ein Analyseabsatz, ein längerer Aufsatz und eine Gegenüberstellung zweier Lesarten.

Kriterien für gute Ergebnisse: (1) korrekte Versnummern, (2) wörtlich geprüfte Belege, (3) klare Trennung von Beobachtung und Schluss, (4) Einordnung des Jahres 1782, (5) eine fair geprüfte alternative Deutung. Nutze die gestuften Hilfen, wenn du noch Unterstützung brauchst.


OER und Wikipedia

Primärquelle und Textzugänge:

  1. Bacchus im Triller, Wikisource: Transkription des Drucks von 1782, Seiten 12–15, zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen.
  2. Originalscan, Seite 12: Digitalisat des historischen Drucks, gemeinfrei.
  3. Vorhandener MOOCwiki-Gedichttext: eigenständige Textseite; die vollständige Dichtung wird hier nicht verdoppelt.
  4. Historische Dichtung bei Textlog: eine andere Textgestalt mit modernisierten Schreibungen; Unterschiede nur mit Quellenkontrolle zitieren.
  5. Friedrich Schiller und Dionysos: Hintergrund, nicht Ersatz für Textbeweise.

Mediennachweise – Datei, geprüfte Quelle, Urheber, Lizenz:

Datei/Medium Quelle Urheber Rechtehinweis
File:De Anthologie 1782 012.jpg Wikimedia Commons, Scanseite Originaldruck: Verlag J. B. Metzler; Digitalisat: Xarax / Commons Gemeinfrei, Public Domain Mark
File:Friedrich Schiller.jpg Wikimedia Commons, Porträt Anton Graff Gemeinfreies Gemälde und Reproduktion
File:Dionysus (Bachus) - Greek god of the grape harvest.jpg Wikimedia Commons, Holzstich von 1878 Illustrationswerk aus August Heinrich Petiscus, Der Olymp; Holzstecher nicht angegeben Gemeinfrei
File:Animated-metronome.svg Wikimedia Commons, Animation Grufo GNU GPL Version 3, Animation kann als Standbild erscheinen
File:De-Friedrich Schiller.ogg Wikimedia Commons, Namensaussprache Jeuwre CC BY-SA 4.0; unverändert eingebunden

Verlinkte Videos – Urheberrechte verbleiben bei den jeweiligen Anbietern; keine freie Nachnutzungslizenz behauptet:

URL Thema Kanal / Urheber Rechtesituation
https://www.youtube.com/watch?v=3clVZ0b2x8M Goethe, Schiller und die Weimarer Klassik MrWissen2go Geschichte / Terra X (ZDF) Plattformvideo; eingebettet, nicht als OER deklariert
https://www.youtube.com/watch?v=uLOBLYZz9rE Metrum, Kadenzen und Reime Die Merkhilfe Plattformvideo; eingebettet, nicht als OER deklariert
https://www.youtube.com/watch?v=bFFwa2PZWc0 Dionysos und Bacchus MyFa – Mythologie & Fantasy Plattformvideo; eingebettet, nicht als OER deklariert

Wikipedia zur Person des Dichters (Hintergrundtext, nicht spezifischer Gedichtartikel):


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