BK6 - Verpackungsdesign

BK6 - Verpackungsdesign
BK6 - Verpackungsdesign
Zielgruppe: Klasse 6
Leitprojekt: Du entwickelst eine funktionsfähige Verpackung für das fiktive Produkt „FarbFunken – Mini-Zeichenset“. Dabei verbindest Du Schutzfunktion, Information, Gestaltung und einen möglichst sparsamen Materialverbrauch.
Differenzierung: Die Aufgaben sind in G – Grundniveau, M – mittleres Niveau und E – erweitertes Niveau gegliedert. Du kannst auf einem Niveau arbeiten oder Dich Schritt für Schritt steigern.
Einleitung
Verpackungen begegnen Dir jeden Tag: bei Lebensmitteln, Spielen, Kosmetik, Technik, Schulmaterialien oder Geschenken. Eine Verpackung ist aber viel mehr als nur eine schöne Hülle. Sie kann ein Produkt vor Stößen, Feuchtigkeit oder Schmutz schützen, Informationen vermitteln, den Transport erleichtern und durch Farben, Formen, Schrift und Bilder Aufmerksamkeit erzeugen. Verpackungsdesign verbindet deshalb Bereiche aus Grafikdesign, Produktdesign, Typografie, Farblehre, Technik und Nachhaltigkeit.

Bei gutem Verpackungsdesign müssen mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllt werden. Eine sehr schöne Schachtel ist wenig sinnvoll, wenn das Produkt darin beschädigt wird. Eine extrem stabile Schachtel kann ebenfalls problematisch sein, wenn sie viel mehr Material verbraucht als nötig. Eine Verpackung sollte deshalb passend, verständlich, stabil, gut gestaltet und möglichst materialeffizient sein.

In diesem aiMOOC lernst Du, wie aus einer Idee ein Verpackungsentwurf und schließlich ein dreidimensionaler Prototyp entsteht. Du beobachtest vorhandene Verpackungen, untersuchst ihre Funktionen, entwickelst ein Verpackungsnetz, gestaltest ein eigenes Logo, entscheidest Dich für Schriften und Farben, ordnest Informationen und verbesserst Deinen Entwurf durch Tests.
Lernziele
Nach der Arbeit mit diesem aiMOOC kannst Du erklären, welche Aufgaben eine Verpackung erfüllt. Du kannst ein einfaches Verpackungsnetz lesen und selbst zeichnen. Du kannst die Begriffe Logo, Typografie, Kontrast, Informationshierarchie, Klebelasche und Materialverbrauch richtig verwenden. Du kannst eine Verpackung so gestalten, dass wichtige Informationen schnell erkannt werden. Außerdem kannst Du begründen, warum eine Verpackung mit weniger Material trotzdem ausreichend stabil sein kann.
Verpackung als Verbindung von Funktion und Gestaltung
Eine Verpackung muss unterschiedliche Aufgaben miteinander verbinden. Besonders wichtig sind für dieses Projekt vier Bereiche:
- Schutzfunktion: Das Produkt soll beim Tragen, Lagern und Transportieren möglichst unbeschädigt bleiben.
- Information: Auf der Verpackung muss erkennbar sein, was enthalten ist und wie das Produkt gedacht ist.
- Gestaltung: Farbe, Form, Logo, Schrift und Bildsprache sollen zusammenpassen und die gewünschte Wirkung erzeugen.
- Materialverbrauch: Es soll nur so viel Material eingesetzt werden, wie für Schutz, Herstellung und Nutzung sinnvoll nötig ist.
Diese vier Bereiche beeinflussen sich gegenseitig. Wenn Du zum Beispiel eine große Sichtöffnung ausschneidest, wird das Produkt gut sichtbar. Gleichzeitig kann die Schachtel dadurch instabiler werden. Wenn Du sehr dicken Karton einsetzt, steigt die Stabilität, aber auch der Materialverbrauch. Verpackungsdesign bedeutet deshalb oft, gute Kompromisse zu finden.
Schutzfunktion
Die Schutzfunktion gehört zu den grundlegenden Aufgaben einer Verpackung. Je nach Produkt schützt sie vor Druck, Stoß, Kratzern, Staub, Feuchtigkeit oder Verlust. Für empfindliche Gegenstände können Abstand, Polsterung und stabile Kanten wichtig sein. Bei Deinem fiktiven Mini-Zeichenset sollen die Zeichenstifte nicht herausfallen, nicht stark gegeneinander schlagen und möglichst vor dem Abbrechen geschützt werden.

Eine Verpackung ist dann sinnvoll dimensioniert, wenn das Produkt hineinpasst, aber nicht unnötig viel Leerraum bleibt. Zu viel Leerraum verbraucht Material und kann dazu führen, dass das Produkt in der Verpackung hin- und herrutscht.
Mini-Test: Lege einen kleinen Gegenstand in eine vorhandene Schachtel. Schüttle sie vorsichtig. Überlege: Bewegt sich der Inhalt stark? Welche Lasche, Einlage oder Form könnte ihn besser fixieren?
Information auf Verpackungen
Verpackungen sind Informationsträger. Auf ihnen findest Du zum Beispiel einen Produktnamen, eine Inhaltsangabe, Mengenangaben, Symbole, Hinweise zur Benutzung oder Angaben zum Material. Welche Angaben wirklich nötig oder vorgeschrieben sind, hängt von der Produktart ab. Im Unterricht konzentrierst Du Dich auf eine klare und verständliche Gestaltung.
Bei Deinem fiktiven Produkt „FarbFunken – Mini-Zeichenset“ sollen mindestens folgende Informationen vorkommen: Produktname, kurze Produktbeschreibung, Inhalt, eine einfache Anwendungsidee und ein Material- oder Entsorgungshinweis.
Wichtig ist die Informationshierarchie. Nicht alle Texte müssen gleich groß sein. Der Produktname soll schnell auffallen. Eine kurze Beschreibung kann kleiner sein. Zusatzinformationen dürfen noch zurückhaltender gestaltet werden. So entsteht eine klare Reihenfolge für das Auge.
Verpackungsnetze: Von 2D zu 3D
Eine Schachtel besteht aus Flächen, die gefaltet und miteinander verbunden werden. Wird die Schachtel aufgeschnitten und flach ausgebreitet, entsteht ein Netz. Beim Verpackungsdesign wird ein solches Netz oft als Grundlage für Schnitt- und Faltlinien genutzt.
Im Netz musst Du unterscheiden:
- Schnittlinien: An diesen Linien wird ausgeschnitten.
- Faltlinien: An diesen Linien wird gefaltet oder gerillt.
- Klebelaschen: Diese Flächen verbinden Seiten miteinander.
- Verschlusslaschen: Sie öffnen und schließen die Verpackung.
Ein gutes Netz ist nicht nur geometrisch richtig. Die Laschen müssen erreichbar sein, nichts darf sich beim Falten gegenseitig blockieren und die Fläche soll möglichst günstig auf dem Papier oder Karton liegen.

Das Netz für das Leitprojekt
Für das fiktive „FarbFunken – Mini-Zeichenset“ kannst Du zunächst mit einer quaderförmigen Faltschachtel arbeiten. Eine sinnvolle Innenform für einen Prototyp ist ungefähr 10 cm hoch, 7 cm breit und 2 cm tief. Die Maße dürfen angepasst werden, wenn Dein selbst gebauter Produkt-Dummy andere Abmessungen hat.
Ein einfaches Mantelnetz kann aus vier aneinanderliegenden Flächen bestehen: 7 cm Vorderseite, 2 cm Seitenfläche, 7 cm Rückseite, 2 cm Seitenfläche und einer etwa 1 cm breiten Klebelasche. Oben und unten ergänzt Du Verschlusslaschen. Vor dem endgültigen Ausschneiden prüfst Du mit einem Papiermodell, ob alle Teile tatsächlich zusammenpassen.
Wichtig: Plane zuerst auf normalem Papier. Erst wenn das Netz funktioniert, überträgst Du es auf stärkeren Karton. So vermeidest Du unnötigen Materialverbrauch.
G/M/E: Arbeit mit dem Verpackungsnetz
G – Grundniveau: Du übernimmst die angegebene Grundform, zeichnest die Maße sauber mit Lineal ein und kennzeichnest Schnitt- und Faltlinien unterschiedlich.
M – mittleres Niveau: Du passt die Maße an Deinen Produkt-Dummy an, entwickelst Verschlusslaschen selbst und begründest, warum die Laschen ausreichend groß, aber nicht unnötig groß sind.
E – erweitertes Niveau: Du entwirfst mindestens zwei unterschiedliche Netze für dieselbe Verpackungsgröße, vergleichst den Flächenverbrauch und entscheidest begründet, welches Netz materialsparender und praktisch herstellbar ist.
Logo und Markenwirkung
Ein Logo ist ein Erkennungszeichen. Es kann aus Schrift, einem Bildzeichen oder einer Kombination bestehen. Ein gutes Logo muss nicht kompliziert sein. Für eine Verpackung ist besonders wichtig, dass es auch klein noch erkennbar ist und zur Produktidee passt.
Ein stark reduziertes Bildzeichen zeigt, wie wenige Formen für Wiedererkennung ausreichen können. Andere Logos arbeiten vor allem mit Schrift.
Ein Schriftlogo kann durch Buchstabenform, Linienführung und Rhythmus eine ganz eigene Wirkung erzeugen. Bei der Analyse realer Marken geht es im Unterricht nicht darum, sie zu kopieren, sondern zu erkennen, wie Gestaltung Wiedererkennung schafft.
Untersuche Logos aufmerksam: Sind die Buchstaben eher eckig oder rund? Wirken sie schnell, ruhig, verspielt, technisch oder hochwertig? Gibt es Formen, die erst auf den zweiten Blick auffallen? Welche Wirkung passt zu Deinem fiktiven Produkt?
Logo-Auftrag für „FarbFunken“
Entwickle mindestens drei kleine Bleistiftskizzen für das Logo. Eine Variante kann nur aus Schrift bestehen. Eine zweite kann Schrift und ein Symbol kombinieren. Eine dritte darf stärker vereinfacht oder abstrakt sein. Entscheide anschließend, welche Idee am besten zur Zielgruppe Klasse 6 passt.
G: Arbeite mit einem klaren Schriftzug und einem einfachen Symbol.
M: Entwickle drei Varianten und vergleiche sie nach Erkennbarkeit, Wirkung und einfacher Reproduzierbarkeit.
E: Prüfe Dein Logo zusätzlich in sehr klein, in Schwarz-Weiß und auf zwei unterschiedlichen Hintergrundfarben.
Typografie: Schrift gestaltet mit
Typografie bedeutet die Gestaltung und Anordnung von Schrift. Auf Verpackungen muss Schrift nicht nur interessant aussehen, sondern vor allem lesbar sein. Verschiedene Schriftgrößen, Schriftstärken und Abstände helfen dabei, Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden.
Für eine Verpackung in Klasse 6 gilt als gute Faustregel: Nutze lieber wenige gut gewählte Schriftvarianten als sehr viele verschiedene Schriften. Der Produktname darf auffällig sein. Sachinformationen sollten besonders gut lesbar bleiben.
Du kannst Schriftwirkung untersuchen, indem Du denselben Fantasienamen in unterschiedlichen Schreibweisen notierst: sehr groß, sehr klein, fett, schmal, rund, eckig, handschriftlich oder streng geometrisch. Frage Dich danach: Welche Form passt wirklich zur Produktidee?
Typografische Hierarchie
Eine mögliche Reihenfolge für Dein Projekt ist:
- Produktname: am größten und am auffälligsten.
- Kurze Beschreibung: kleiner, aber gut lesbar.
- Inhalt: sachlich und eindeutig.
- Zusatzhinweis: zurückhaltend, aber nicht versteckt.
Eine klare Hierarchie hilft dem Auge. Wenn alles gleich groß, gleich fett und gleich bunt ist, konkurrieren alle Informationen miteinander.
Farbe und Kontrast
Farben können Aufmerksamkeit lenken, Bereiche ordnen und Stimmungen erzeugen. Für Verpackungen ist besonders der Kontrast wichtig. Helle Schrift auf sehr hellem Grund lässt sich schlecht lesen. Dunkle Schrift auf hellem Grund kann dagegen sehr klar wirken.
Mit einem Farbkreis kannst Du Beziehungen zwischen Farben untersuchen. Farben, die weit auseinanderliegen, können starke Kontraste erzeugen. Benachbarte Farben wirken oft ruhiger und verwandter. Für Dein Projekt brauchst Du nicht möglichst viele Farben, sondern eine bewusste Farbentscheidung.
G: Wähle zwei Hauptfarben und eine neutrale Farbe.
M: Entwickle zwei Farbvarianten und prüfe die Lesbarkeit aus etwa zwei Metern Entfernung.
E: Begründe Deine Farbwahl mit Wirkung, Kontrast, Zielgruppe und Funktion der Informationshierarchie.
Farbe als Orientierungssystem
Farben können nicht nur dekorativ sein. Sie können verschiedene Produktvarianten, Seitenflächen oder Informationsarten kennzeichnen. Eine Verpackungsserie kann zum Beispiel immer dasselbe Logo und dieselbe Grundform verwenden, während sich die Farbe je nach Variante ändert. Dadurch bleibt die Marke erkennbar, und Unterschiede werden trotzdem sichtbar.
Untersuche bei mehreren Verpackungen: Welche Elemente bleiben gleich? Welche ändern sich? Wie werden Produktfamilien erkennbar?
Nachhaltigkeit und Materialverbrauch
Eine nachhaltigere Verpackung entsteht nicht automatisch nur dadurch, dass sie aus Papier oder Karton besteht. Entscheidend ist, wie viel Material benötigt wird, wie lange die Verpackung genutzt wird, ob sie das Produkt ausreichend schützt, wie sie transportiert wird und was nach der Nutzung mit ihr geschieht. Recycling, Wiederverwendung und eine Verringerung unnötigen Materials sind wichtige Denkansätze.

Das bekannte Recyclingzeichen erinnert an Materialkreisläufe. Es bedeutet jedoch nicht, dass jede beliebige Verpackung überall gleich gut recycelt werden kann. Materialien, Beschichtungen, Verbundstoffe und örtliche Sammelsysteme können eine Rolle spielen.
Materialkennzeichnungen können Hinweise geben, aus welchem Werkstoff eine Verpackung besteht oder wie sie eingeordnet wird. Für Dein Schulprojekt ist entscheidend, dass Du Materialien bewusst auswählst und Deine Entscheidung begründen kannst.
Weniger Material – aber nicht zu wenig
Material sparen bedeutet nicht, eine Verpackung so dünn oder klein zu machen, dass sie ihre Schutzfunktion verliert. Wenn ein Produkt beschädigt wird, weil die Verpackung ungeeignet war, wurde insgesamt möglicherweise mehr Material und Energie verschwendet. Gute Materialeffizienz sucht deshalb ein sinnvolles Verhältnis zwischen Schutz und Verbrauch.
Mögliche Strategien sind: Verpackung näher an die Produktgröße anpassen, unnötige Doppelwände vermeiden, Laschen nicht größer als nötig planen, eine einteilige statt mehrteilige Lösung entwickeln und Prototypen zuerst aus einfachem Papier testen.
Kompostierbar, recycelbar, wiederverwendbar?
Begriffe wie „kompostierbar“, „recycelbar“ oder „wiederverwendbar“ beschreiben unterschiedliche Möglichkeiten. Sie sind nicht automatisch gleichbedeutend mit „am besten“. Eine stabile Mehrwegverpackung kann sinnvoll sein, wenn sie oft verwendet wird. Eine leichte Einwegverpackung kann in anderen Situationen Vorteile haben. Für eine gute Entscheidung solltest Du immer die konkrete Nutzung betrachten.

Bei Kunststoffverpackungen gibt es verschiedene Materialarten und Kennzeichnungen. Ein Symbol allein erklärt jedoch noch nicht den gesamten Lebensweg einer Verpackung.
Videoimpulse
Der folgende Videoimpuls zeigt, wie ein Schachtelnetz digital in Adobe Illustrator aufgebaut werden kann. Für Klasse 6 ist besonders interessant, wie aus Maßen Flächen, Faltlinien und Laschen entstehen. Du musst das Programm nicht selbst verwenden, um die Konstruktionsidee zu verstehen.
Der nächste Videoimpuls beschäftigt sich mit nachhaltigerem Verpackungsdesign. Das Video ist englischsprachig und eignet sich besonders für ausgewählte Ausschnitte oder für Lernende auf E-Niveau.
Leitprojekt: Entwickle „FarbFunken – Mini-Zeichenset“
Du entwickelst eine Verpackung für ein erfundenes Mini-Zeichenset. Das Produkt besteht im Modell aus sechs selbst angefertigten Papierstiften oder ähnlich großen ungefährlichen Gegenständen. Die Verpackung soll wie eine echte Produktverpackung gedacht, aber als Schulprototyp hergestellt werden.
Designbrief
Produktname: FarbFunken – Mini-Zeichenset
Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler ungefähr im Alter von 10 bis 13 Jahren
Inhalt: sechs Zeichenstifte als Modell
Grundidee: kreativ, handlich, robust und materialsparend
Verpackungsart: einteilige Faltschachtel aus Karton
Mindestinformationen: Produktname, Kurzbeschreibung, Inhalt, Anwendungsidee und Materialhinweis
Gestaltungsanforderung: eigenes Logo, klar erkennbare Vorderseite, begrenzte Farbpalette, gut lesbare Schrift
Nachhaltigkeitsanforderung: möglichst wenig Verschnitt und unnötige Doppelungen
Phase 1: Produkt untersuchen
Miss Deinen Produkt-Dummy. Notiere Höhe, Breite und Tiefe. Überlege, wo das Produkt empfindlich ist und wodurch es beschädigt werden könnte. Zeichne eine einfache Skizze mit den Stellen, die geschützt werden müssen.
G: Benenne mindestens zwei mögliche Schäden.
M: Ordne jedem möglichen Schaden eine passende Schutzidee zu.
E: Unterscheide notwendige Schutzmaßnahmen von überflüssigen Maßnahmen und begründe Deine Entscheidung.
Phase 2: Ideen sammeln
Erstelle ein kleines Moodboard aus Farben, Formen, Schriftideen und Symbolen. Verwende dabei nur Bildmaterial, das Du im Unterricht verwenden darfst, oder zeichne eigene Elemente. Entwickle mindestens drei Mini-Skizzen für die Vorderseite.
G: Drei unterschiedliche Anordnungen.
M: Drei Anordnungen mit verschiedenen Schwerpunkten bei Logo, Bild und Text.
E: Drei Anordnungen, die jeweils eine andere Markenwirkung erzeugen, zum Beispiel ruhig, dynamisch oder technisch.
Phase 3: Netz zeichnen
Zeichne zuerst ein Netz auf dünnes Papier. Markiere Schnittlinien und Faltlinien deutlich unterschiedlich. Füge Klebe- und Verschlusslaschen ein. Schneide das Papiermodell aus und falte es probeweise.
Prüffragen: Schließt die Verpackung? Überlappen sich Laschen ungewollt? Bleibt unnötiger Leerraum? Ist die Vorderseite nach dem Falten dort, wo Du sie geplant hast?
Phase 4: Gestaltung übertragen
Erst wenn das Netz funktioniert, gestaltest Du die Flächen. Achte darauf, dass Schrift nicht direkt auf einer Faltkante liegt. Wichtige Informationen gehören auf gut sichtbare Flächen. Seitenflächen können für Zusatzinformationen genutzt werden.
Plane zuerst mit Bleistift. Arbeite Farbe erst danach aus. So kannst Du Fehler korrigieren, ohne einen ganzen Karton neu beginnen zu müssen.
Phase 5: Prototyp bauen
Übertrage das geprüfte Netz auf Karton. Schneide sauber entlang der Schnittlinien. Falze oder ritze Faltlinien nur so, dass der Karton leichter knickt, aber nicht durchtrennt wird. Verwende Schneidwerkzeuge nur entsprechend den Sicherheitsregeln im Unterricht.
Baue die Verpackung zusammen und setze den Produkt-Dummy ein.
Phase 6: Testen
Ein Design ist nach dem ersten Bau selten endgültig. Teste Deinen Prototyp.
- Schütteltest: Bleibt der Inhalt ausreichend an seinem Platz?
- Öffnungstest: Lässt sich die Verpackung öffnen und wieder schließen?
- Lesbarkeitstest: Kann eine andere Person Produktname und wichtigste Information schnell erkennen?
- Standtest: Steht oder liegt die Verpackung stabil?
- Materialtest: Gibt es Flächen oder Laschen, die deutlich kleiner sein könnten, ohne die Funktion zu verschlechtern?
Notiere mindestens zwei Verbesserungen.
Phase 7: Materialverbrauch untersuchen
Lege Dein flaches Netz auf Millimeterpapier oder zeichne es mit Maßen. Schätze oder berechne, wie viel Kartonfläche ungefähr benötigt wird. Vergleiche zwei Varianten.
G: Markiere Flächen, die zum eigentlichen Schachtelkörper gehören, und Flächen, die Laschen bilden.
M: Berechne die Fläche der großen Rechtecke und addiere sie näherungsweise.
E: Entwickle eine zweite Netzanordnung oder kleinere Laschen und berechne die prozentuale Materialeinsparung näherungsweise.
G/M/E: Produktanforderungen
| Bereich | G – Grundniveau | M – mittleres Niveau | E – erweitertes Niveau |
|---|---|---|---|
| Schutz | Verpackung hält das Produkt sicher zusammen. | Verpackung begrenzt Bewegung und schützt empfindliche Bereiche. | Schutz wird getestet, bewertet und gezielt optimiert. |
| Information | Produktname, Inhalt und kurzer Hinweis sind vorhanden. | Informationen sind klar hierarchisiert und sinnvoll auf Flächen verteilt. | Informationshierarchie wird mit Testpersonen überprüft und überarbeitet. |
| Gestaltung | Logo, zwei Hauptfarben und gut lesbare Schrift werden verwendet. | Logo, Typografie, Farbe und Bildsprache bilden ein erkennbares System. | Mehrere Designvarianten werden verglichen und die Entscheidung fachlich begründet. |
| Material | Ein funktionierendes Kartonnetz wird sauber umgesetzt. | Maße und Laschen werden an das Produkt angepasst. | Zwei Lösungen werden nach Flächenverbrauch, Stabilität und Nutzung verglichen. |
Gestaltungsregeln als Checkliste
Vor der Abgabe prüfst Du:
- Ist sofort erkennbar, wie das Produkt heißt?
- Ist das Logo klar und eigenständig gestaltet?
- Sind die wichtigsten Informationen gut lesbar?
- Sind nicht zu viele Schriften und Farben gleichzeitig eingesetzt?
- Passen Vorderseite, Rückseite und Seitenflächen zusammen?
- Funktioniert der Verschluss?
- Ist das Produkt ausreichend geschützt?
- Gibt es unnötigen Leerraum?
- Gibt es unnötig große Laschen oder doppelte Materialschichten?
- Kannst Du mindestens drei Gestaltungsentscheidungen begründen?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aufgabe gehört besonders zur Schutzfunktion einer Verpackung? (Das Produkt vor Beschädigungen schützen) (!Das Logo möglichst oft wiederholen) (!Jede Fläche mit Text füllen) (!Möglichst viele Farben einsetzen)
Was ist ein Verpackungsnetz? (Eine flache Vorlage aus Flächen und Laschen, die gefaltet wird) (!Eine Liste mit Produktpreisen) (!Eine Sammlung von Logos) (!Eine Farbtabelle für Drucker)
Wozu dient ein Logo auf einer Verpackung? (Es unterstützt die Wiedererkennung) (!Es ersetzt jede Produktinformation) (!Es macht Klebelaschen überflüssig) (!Es bestimmt automatisch das Material)
Was bedeutet Typografie? (Die Gestaltung und Anordnung von Schrift) (!Das Messen der Kartondicke) (!Das Falten einer Klebelasche) (!Das Sortieren von Verpackungsmüll)
Was verbessert meist die Lesbarkeit von Schrift? (Ein deutlicher Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund) (!Viele ähnliche Schriftarten gleichzeitig) (!Sehr kleine Schrift auf allen Flächen) (!Ein Hintergrund mit möglichst vielen Mustern)
Welche Maßnahme kann Material sparen? (Die Verpackung passend zur Produktgröße planen) (!Möglichst viel Leerraum einbauen) (!Jede Seitenwand doppelt ausführen) (!Alle Laschen maximal groß machen)
Was bedeutet Informationshierarchie? (Wichtige Informationen werden stärker hervorgehoben als weniger wichtige) (!Alle Texte haben dieselbe Größe) (!Informationen werden zufällig verteilt) (!Nur die Rückseite darf Text enthalten)
Warum baut man zuerst ein Papiermodell? (Um Form und Faltung mit wenig Material zu prüfen) (!Damit Karton grundsätzlich nicht mehr nötig ist) (!Damit Farben automatisch gewählt werden) (!Damit das Logo bereits gedruckt wird)
Was sollte ein Schütteltest zeigen? (Ob der Inhalt in der Verpackung ausreichend sicher sitzt) (!Ob die Schriftart modern wirkt) (!Ob die Verpackung glänzt) (!Ob das Logo symmetrisch ist)
Welche Lösung beschreibt gutes nachhaltigkeitsorientiertes Verpackungsdesign am besten? (Ausreichender Schutz bei möglichst sinnvoll reduziertem Materialeinsatz) (!So wenig Material, dass das Produkt ungeschützt ist) (!Möglichst schwere Verpackungen) (!Möglichst viele verschiedene Materialien in einer Schachtel)
Memory
| Schutzfunktion | Verhindert Schäden am Produkt |
| Verpackungsnetz | Flache Vorlage zum Falten |
| Logo | Erkennungszeichen eines Produkts |
| Typografie | Gestaltung von Schrift |
| Kontrast | Unterschied zur besseren Wahrnehmung |
| Karton | Formstabiler Werkstoff aus Fasermaterial |
| Recycling | Wiederverwertung von Materialien |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Wiedererkennung | Logo |
| Lesbarkeit | Kontrast |
| Schriftgestaltung | Typografie |
| Zusammenhalt | Klebelasche |
| Sauberes Knicken | Faltlinie |
Kreuzworträtsel
| Karton | Welcher formstabile Werkstoff eignet sich für viele Faltschachteln? |
| Typografie | Wie heißt die Gestaltung und Anordnung von Schrift? |
| Kontrast | Welcher Begriff bezeichnet einen deutlichen Unterschied, der die Lesbarkeit verbessern kann? |
| Recycling | Wie heißt die Wiederverwertung von Materialien? |
| Stanzriss | Wie kann eine technische Vorlage mit Schnitt- und Faltlinien für eine Verpackung heißen? |
| Klebelasche | Welche Fläche verbindet beim Zusammenbau zwei Teile einer Faltschachtel? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – G
- Verpackungsdetektiv: Sammle zu Hause oder im Klassenraum drei leere Verpackungen und fotografiere oder skizziere sie. Markiere jeweils eine Schutzfunktion, eine Information und ein Gestaltungselement.
- Logo-Skizzen: Entwirf drei unterschiedliche Logos für „FarbFunken“. Verwende bei jeder Skizze eine andere Grundform.
- Farben testen: Gestalte denselben Produktnamen in drei unterschiedlichen Farbkombinationen und entscheide, welche Variante am besten lesbar ist.
- Papiermodell: Baue aus normalem Papier ein einfaches Faltschachtelmodell und kennzeichne Schnittlinien, Faltlinien und Klebelasche.
Standard – M
- Verpackungsanalyse: Vergleiche zwei Verpackungen ähnlicher Produkte. Untersuche Schutz, Information, Gestaltung und Materialverbrauch und formuliere ein begründetes Urteil.
- Informationshierarchie: Entwirf Vorder- und Rückseite Deiner Verpackung und zeige durch Schriftgröße und Anordnung deutlich, welche Informationen zuerst, zweitens und drittens wahrgenommen werden sollen.
- Materialoptimierung: Verkleinere bei einem Testnetz den Leerraum oder einzelne Laschen. Prüfe anschließend, ob die Verpackung noch funktioniert.
- Nutzertest: Zeige Deinen Prototyp drei Personen für jeweils fünf Sekunden. Frage danach, welchen Produktnamen und welche Hauptinformation sie erkannt haben. Werte die Ergebnisse aus.
Schwer – E
- Netzvergleich: Entwickle zwei verschiedene Verpackungsnetze für denselben Produkt-Dummy. Vergleiche Flächenverbrauch, Stabilität und Aufwand beim Zusammenbau.
- Redesign: Wähle eine vorhandene Verpackung und entwickle ein Redesign, das mindestens eine Funktion verbessert und gleichzeitig Material spart.
- Designbegründung: Erstelle eine Präsentationsseite mit Logo, Farbpalette, Typografie, Netz und Prototyp. Begründe jede Entscheidung mit ihrer Wirkung oder Funktion.
- Mini-Ausstellung: Plane mit einer Gruppe eine Ausstellung der Verpackungsprototypen. Entwickelt gemeinsam Bewertungskriterien, führt ein Peer-Feedback durch und dokumentiert, welche Verbesserungen aus dem Feedback entstanden sind.


Lernkontrolle
- Schutz und Material: Eine Schachtel ist doppelt so groß wie das Produkt und enthält viel leeren Raum. Entwickle zwei Veränderungen, die Material sparen, ohne die Schutzfunktion zu verschlechtern, und begründe sie.
- Gestaltung und Information: Auf einer Verpackung sind Produktname, Warnhinweis, Inhaltsangabe und Werbespruch gleich groß gesetzt. Entwickle eine bessere Hierarchie und erkläre Deine Reihenfolge.
- Konflikt im Design: Ein großes Sichtfenster sieht interessant aus, schwächt aber die Kartonfläche. Beschreibe mindestens zwei Möglichkeiten, Gestaltung und Stabilität besser miteinander zu verbinden.
- Nutzertest auswerten: Drei Testpersonen erkennen das Logo, aber nicht, was in der Verpackung enthalten ist. Leite daraus konkrete Änderungen an Vorderseite und Textgestaltung ab.
- Materialentscheidung: Vergleiche eine sehr stabile mehrteilige Schachtel mit einer leichteren einteiligen Faltschachtel. Erkläre, welche Informationen Du noch brauchst, bevor Du entscheiden kannst, welche Lösung sinnvoller ist.
- Transferaufgabe: Übertrage die vier Kriterien Schutz, Information, Gestaltung und Materialverbrauch auf die Verpackung eines völlig anderen fiktiven Produkts und zeige, welche Kriterien sich dadurch verändern.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis zu BK6 - Verpackungsdesign sind folgende Leistungen wichtig:
- Ein selbst entwickelter oder sinnvoll angepasster Verpackungsentwurf für ein fiktives Produkt.
- Ein funktionsfähiges Verpackungsnetz mit erkennbaren Schnitt-, Falt- und Klebebereichen.
- Ein eigener Prototyp, der das Produkt angemessen schützt.
- Ein selbst gestaltetes Logo sowie eine nachvollziehbare Auswahl von Typografie und Farben.
- Eine klare Informationshierarchie mit Produktname, Inhalt und ergänzenden Hinweisen.
- Eine Untersuchung des Materialverbrauchs mit mindestens einer begründeten Optimierungsidee.
- Eine Dokumentation von Test, Feedback und Überarbeitung.
- Eine kurze schriftliche oder mündliche Begründung, wie Schutzfunktion, Information, Gestaltung und Materialverbrauch miteinander verbunden wurden.
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