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BK6 - Performance – der Körper als Gestaltungsmittel

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BK6 - Performance – der Körper als Gestaltungsmittel




BK6 - Performance – der Körper als Gestaltungsmittel


Einleitung

Bei einer Performance kann eine Handlung selbst zum Kunstwerk werden. Dabei ist nicht nur wichtig, was Du tust, sondern auch wie Du Deinen Körper einsetzt, wo Du Dich bewegst, wie lange etwas dauert, was sich wiederholt und welcher Gegenstand beteiligt ist. Anders als bei einem gemalten Bild oder einer gebauten Skulptur kann eine Performance nach kurzer Zeit schon vorbei sein. Zurück bleiben vielleicht Erinnerungen, Notizen, Fotos oder ein Video.

In diesem aiMOOC untersuchst Du sechs wichtige Gestaltungsmittel: Körper, Bewegung, Wiederholung, Raum, Zeit und Gegenstand. Du lernst unterschiedliche Beispiele aus Performancekunst, Aktionskunst, Konzeptkunst und Tanztheater kennen. Anschließend entwickelst Du selbst eine kurze, sichere Aktion für den Kunstunterricht.

Das Bild zeigt eine Arbeit aus dem Zusammenhang der One Minute Sculptures von Erwin Wurm. Die Werkgruppe ist ein gutes Beispiel dafür, wie Körper, Gegenstände, Anweisungen und eine begrenzte Zeit zusammenwirken können. Im Unterricht werden keine vorhandenen Posen kopiert, sondern eigene, ungefährliche Ideen entwickelt.

Das Tate-Video gibt einen Überblick über Performancekunst. Für Klasse 6 wählt die Lehrkraft geeignete Ausschnitte aus. Historische Performancekunst kann auch riskante, provokante oder körperlich extreme Werke enthalten. Solche Handlungen sind keine Vorbilder zum Nachmachen.


Das lernst Du

Am Ende kannst Du eine Performance mit den sechs Begriffen Körper, Bewegung, Wiederholung, Raum, Zeit und Gegenstand untersuchen. Du kannst erklären, wie sich die Wirkung verändert, wenn nur ein Gestaltungsmittel verändert wird. Du kannst außerdem einen sicheren Ablauf planen, eine einfache Raumskizze lesen und zeichnen, eine Aktionskarte formulieren, eine kurze Aktion präsentieren und die Wirkung Deiner Gestaltung begründet reflektieren.


Differenzierung G/M/E

Niveau Schwerpunkt Was von Dir erwartet wird
G – grundlegendes Niveau erkennen, benennen, sicher erproben Du beschreibst sichtbare Handlungen mit einfachen Fachbegriffen, nutzt eine vorgegebene Aktionskarte und veränderst mindestens ein Gestaltungsmittel.
M – mittleres Niveau vergleichen, planen, begründen Du vergleichst Wirkungen, kombinierst mehrere Gestaltungsmittel, entwirfst eine eigene Variante und begründest wichtige Entscheidungen.
E – erweitertes Niveau untersuchen, variieren, deuten Du entwickelst ein klares Konzept, steuerst mehrere Gestaltungsmittel bewusst, deutest Zusammenhänge und überarbeitest Deine Performance nach Feedback.

Die Niveaus sind keine Rangliste von Personen. Sie beschreiben unterschiedlich anspruchsvolle Arbeitsaufträge. Bei praktischen Übungen gelten für alle dieselben Sicherheitsregeln.


Performance verstehen


Was ist eine Performance?

Eine Performance ist eine situationsbezogene, handlungsbetonte und vergängliche künstlerische Darbietung. Der Körper kann dabei zum künstlerischen Medium werden. Eine Performance kann live stattfinden oder durch Foto und Video dokumentiert werden. Sie kann geplant, regelgeleitet oder teilweise offen sein.

Eine Performance unterscheidet sich nicht immer eindeutig von Theater, Tanz, Happening, Aktionskunst oder Konzeptkunst. In der Schule ist deshalb besonders wichtig, genau zu beobachten: Welche Handlung wird gestaltet? Welche Regeln gibt es? Welche Wirkung entsteht durch Körper, Bewegung, Wiederholung, Raum, Zeit und Gegenstand?


Performance ist mehr als Schauspiel

Im Theater steht häufig eine Figur oder eine erzählte Handlung im Mittelpunkt. In der Performancekunst kann dagegen schon eine sehr einfache Handlung bedeutsam werden: stehen, gehen, warten, einen Gegenstand verschieben, eine Geste wiederholen oder einen Weg im Raum verändern. Entscheidend ist, dass die Handlung bewusst gestaltet und als Kunst betrachtet wird.

Eine kurze Aktion kann deshalb sehr unspektakulär aussehen und trotzdem viele Fragen auslösen: Was verändert sich, wenn jemand extrem langsam geht? Wann wird Wiederholung spannend oder anstrengend? Wie wirkt ein leerer Raum? Wird ein Alltagsgegenstand anders wahrgenommen, wenn er plötzlich Mittelpunkt einer Handlung ist?


Dokumentation

Weil eine Performance vergeht, kann Dokumentation wichtig werden. Eine Dokumentation ist aber nicht genau dasselbe wie die ursprüngliche Aktion. Ein Foto hält nur einen Moment fest. Ein Video zeigt eine Auswahl durch Kameraposition, Bildausschnitt und Ton. Eine Skizze kann Wege und Positionen zeigen. Eine Aktionskarte beschreibt Regeln oder einen Ablauf.

Für Deine eigene Arbeit reichen oft eine Raumskizze, eine Aktionskarte und ein kurzer Reflexionstext. Foto oder Video sind nur sinnvoll, wenn alle beteiligten Personen und die Lehrkraft der Aufnahme zustimmen.


Die sechs Gestaltungsmittel


Körper

Der Körper ist in einer Performance nicht nur „jemand, der etwas macht“, sondern kann selbst zum Gestaltungsmittel werden. Haltung, Blickrichtung, Spannung, Abstand, Gleichgewicht und Ruhe beeinflussen die Wirkung.

Eine aufrechte Haltung kann gesammelt oder selbstbewusst wirken. Eine sehr kleine Körperhaltung kann zurückhaltend wirken. Ein Körper, der ganz still bleibt, zieht manchmal gerade deshalb Aufmerksamkeit auf sich.

Beobachtungsfrage: Was verändert sich, wenn dieselbe Person dieselbe Stelle einmal aufrecht, einmal gekrümmt und einmal völlig still einnimmt?

G: Benenne Haltung und Blickrichtung. M: Vergleiche zwei Haltungen und beschreibe ihre Wirkung. E: Plane drei deutlich verschiedene Haltungen, die ohne Mimik unterschiedliche Wirkungen erzeugen.


Bewegung

Bewegung kann schnell, langsam, gleichmäßig, ruckartig, fließend, gerade, kreisförmig, groß oder klein sein. Auch ein Wechsel zwischen Bewegung und Stillstand ist ein Gestaltungsmittel.

Für Klasse 6 eignen sich sichere Alltagsbewegungen wie Gehen, Drehen auf der Stelle, Armbewegungen, Richtungswechsel und Standbilder. Rennen, Springen über Gegenstände, Klettern oder riskantes Balancieren gehören nicht in diese Unterrichtsperformance.

Beobachtungsfrage: Wie verändert sich die Wirkung eines einfachen Weges, wenn Du ihn normal, in Zeitlupe oder mit regelmäßigen Stopps gehst?


Wiederholung

Eine Bewegung, Geste oder Handlung kann einmal ausgeführt oder mehrfach wiederholt werden. Wiederholung macht Muster sichtbar. Sie kann beruhigend, komisch, streng, mechanisch, ritualhaft oder überraschend wirken.

Wiederholung bedeutet nicht, dass alles genau gleich bleiben muss. Eine Bewegung kann jedes Mal etwas größer, langsamer, leiser oder räumlich versetzt werden. So entsteht eine Variation.

Beobachtungsfrage: Ab wann erkennst Du ein Muster? Was passiert, wenn die fünfte Wiederholung plötzlich anders ist?


Raum

Der Raum ist nicht bloß die „Bühne“. Er gehört zur Gestaltung. Wichtig sind Wege, Abstände, Richtungen, Ebenen, Grenzen, Blickachsen und die Position des Publikums.

Du kannst einen Raum als Linie, Kreis, Quadrat, Diagonale, Randzone oder Mittelpunkt denken. Schon eine Klebebandlinie auf dem Boden kann eine klare räumliche Regel erzeugen.

Beobachtungsfrage: Welche Wirkung entsteht, wenn dieselbe Bewegung am Rand, in der Mitte oder direkt vor dem Publikum stattfindet?

Das Foto zeigt ein räumliches Werk von Bruce Nauman. Es ist keine Darstellung seiner Geh-Performance, macht aber deutlich, wie stark Naumans Kunst mit Körperwahrnehmung und Raum verbunden ist.


Zeit

Zeit kann kurz oder lang, regelmäßig oder unregelmäßig, schnell oder gedehnt erscheinen. Eine Pause kann genauso wichtig sein wie eine Bewegung. Im Unterricht arbeitet Ihr mit klaren, kurzen Zeitfenstern.

Für Klasse 6 ist eine eigene Performance von etwa 20 bis 60 Sekunden meist ausreichend. Länger bedeutet nicht automatisch besser. Ziel ist eine erkennbare Gestaltungsidee, nicht körperliche Ausdauer.

Beobachtungsfrage: Wie verändert sich eine Handlung, wenn Du zwischen zwei Bewegungen drei Sekunden stillstehst?


Gegenstand

Ein Gegenstand kann Werkzeug, Partner, Hindernis, Mittelpunkt, Zeichen oder Auslöser einer Handlung sein. Im Unterricht eignen sich leichte, ungefährliche Dinge: Papier, Karton, Tuch, leere Pappschachtel, weicher Ball, Stift oder Klebebandmarkierung.

Der Gegenstand soll nicht geworfen, nicht zweckentfremdet gefährlich benutzt und nicht gegen Personen gedrückt werden. Glas, scharfe Gegenstände, heiße Gegenstände, schwere Möbel und zerbrechliche Materialien sind ungeeignet.

Beobachtungsfrage: Wie verändert sich ein gewöhnliches Blatt Papier, wenn Du es nicht zum Schreiben benutzt, sondern als Mittelpunkt einer wiederholten Bewegung behandelst?


Beispiele: Performance vielfältig untersuchen

Die folgenden Beispiele dienen der Beobachtung und Analyse. Du sollst die Originalwerke nicht nachstellen. Stattdessen überträgst Du jeweils nur ein ungefährliches Gestaltungsprinzip in eine eigene Idee.


Beispiel 1: Erwin Wurm – One Minute Sculptures

Erwin Wurm entwickelte die Werkgruppe One Minute Sculptures, bei der Personen durch kurze Handlungsanweisungen, Körperhaltungen und Alltagsgegenstände vorübergehend Teil einer Skulptur werden. Das Städel Museum zeigte 2014 eine Ausstellung, in der Besucherinnen und Besucher für eine begrenzte Zeit an solchen Arbeiten beteiligt waren.

Für unsere Untersuchung ist wichtig: Der Körper wird vorübergehend zur Skulptur, ein Gegenstand verändert die Haltung und die begrenzte Zeit gehört zum Werk.

Untersuche: Wo befindet sich der Körper? Was macht der Gegenstand mit der Körperhaltung? Wie wichtig ist die Zeitangabe? Was bleibt vom Werk übrig, wenn die Person die Position verlässt?

Sichere Übertragung: Erfinde eine eigene 20-Sekunden-Skulptur mit einem Blatt Papier oder einem leichten Karton. Keine Balanceaufgaben, kein Klettern, kein Luftanhalten und keine belastenden Körperhaltungen.


Beispiel 2: Bruce Nauman – Gehen am Rand eines Quadrats

Bruce Nauman filmte 1967–1968 Walking in an Exaggerated Manner Around the Perimeter of a Square. In seinem Atelier war ein Quadrat auf dem Boden markiert. Das Gehen entlang dieser Grenze wurde zur künstlerischen Untersuchung von Körper, Bewegung, Wiederholung und Raum.

Das eingebettete MoMA-Video gibt einen größeren Einblick in Naumans Werk. Für die Analyse des Gehstücks kann zusätzlich die Werkseite des MoMA genutzt werden.

Untersuche: Was macht die Markierung mit dem Weg? Was verändert Wiederholung? Wie wirkt eine festgelegte Grenze?

Sichere Übertragung: Markiere mit Malerkrepp ein kleines Quadrat. Gehe langsam außen herum. Jede Runde bekommt eine neue, sichere Regel: normal, Zeitlupe, Stopp an jeder Ecke. Kein Rennen und kein Rückwärtsgehen, wenn der Raum unübersichtlich ist.


Beispiel 3: Marina Abramović – The Artist Is Present

Bei The Artist Is Present im Museum of Modern Art im Jahr 2010 saß Marina Abramović während der Öffnungszeiten still an einem Tisch. Besucherinnen und Besucher konnten ihr einzeln gegenübersitzen. Für Klasse 6 ist daran vor allem interessant, wie Stillstand, Blickrichtung, Abstand, Zeit und Aufmerksamkeit eine Situation verändern können.

Wichtig: Abramovićs Gesamtwerk enthält auch körperlich extreme Performances. Solche historischen Arbeiten werden im Unterricht nicht nachgestellt. Für Klasse 6 nutzen wir nur das ungefährliche Analyseprinzip Präsenz durch Ruhe und Zeit.

Sichere Übertragung: Zwei Personen sitzen oder stehen mit großem Abstand im Raum und richten ihren Blick für zehn Sekunden jeweils auf einen neutralen Punkt neben der anderen Person. Direkter Blickkontakt ist freiwillig. Niemand wird berührt.


Beispiel 4: Pina Bausch – Nelken-Line

Pina Bausch arbeitete im Tanztheater Wuppertal mit alltäglichen Gesten, Raumwegen, Wiederholungen und Gruppenformationen. In der bekannten Nelken-Line aus dem Stück Nelken von 1982 bewegt sich eine Reihe vorwärts. Wenige prägnante Gesten verweisen auf Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Die Nelken-Line liegt an der Grenze von Tanztheater, Choreografie und performativer Kunst. Für unseren Unterricht ist besonders interessant, wie eine einfache Geste durch gemeinsamen Rhythmus, Wiederholung und eine lange Raumlinie stark wirken kann.

Untersuche: Was passiert, wenn viele Personen dieselbe Geste nacheinander ausführen? Wie verändert eine Reihe den Raum? Was ist wichtiger: eine komplizierte Bewegung oder die klare Wiederholung?

Sichere Übertragung: Erfindet in einer Kleingruppe vier eigene, einfache Gesten zu vier Wetterzuständen. Geht langsam in einer Reihe und wiederholt die Gesten. Haltet mindestens eine Armlänge Abstand.


Beispiel 5: Francis Alÿs – Paradox of Praxis 1

1997 führte Francis Alÿs in Mexiko-Stadt die Aktion Paradox of Praxis 1 (Sometimes making something leads to nothing) aus. Er schob einen Eisblock durch die Stadt, bis dieser geschmolzen war. Die Aktion macht sichtbar, wie Zeit, körperlicher Einsatz, Weg und Veränderung eines Gegenstands miteinander verbunden sein können.

Untersuche: Wie verändert die Zeit den Gegenstand? Was wird aus der Handlung, wenn der Gegenstand verschwindet? Welche Rolle spielt der lange Weg?

Sichere Übertragung: Im Klassenraum wird kein Eisblock geschoben. Nutze stattdessen ein Blatt Papier und verschiebe es in fünf Etappen auf einem Tisch. Nach jeder Etappe faltest Du eine Ecke. So wird Veränderung sichtbar, ohne Kraftaufwand oder Rutschgefahr.


Beispiel 6: Marina Abramović Institute – Zählen als Handlung

Auch sehr einfache, konzentrierte Tätigkeiten können performativ untersucht werden. In Zusammenhängen des Marina Abramović Institute wurden beispielsweise lang andauernde Aufmerksamkeitsübungen mit Alltagsmaterialien durchgeführt. Für Klasse 6 interessiert uns daran nur die Idee, dass eine einfache Handlung durch Regel, Wiederholung und Zeit bewusst wahrgenommen werden kann.

Sichere Übertragung: Statt Lebensmittel zu verwenden, sortiere zehn farbige Papierstücke nach einer selbst erfundenen Regel. Nach jeder Sortierung veränderst Du genau eine Regel. Dauer maximal 30 Sekunden.


Vergleich der Beispiele

Beispiel Körper Bewegung Wiederholung Raum Zeit Gegenstand
Erwin Wurm Körper wird zur temporären Skulptur eher gering oder als Positionswechsel kann durch mehrere Anweisungen entstehen Sockel oder markierter Ort klar begrenzt Alltagsobjekt beeinflusst die Haltung
Bruce Nauman Körper folgt einer Regel Gehen entlang einer Grenze sehr wichtig Quadrat bestimmt den Weg durch Dauer des Films erfahrbar Klebeband markiert Raum
Marina Abramović stiller Körper als Zentrum fast keine wiederkehrende Begegnungssituation Tisch und Gegenüber ordnen den Raum besonders wichtig Tisch und Stühle strukturieren die Situation
Pina Bausch Körper als Teil einer Gruppe Gehen und Gesten sehr wichtig lange Reihe bewegt sich durch den Raum entsteht durch Ablauf und Rhythmus nicht notwendig
Francis Alÿs Körper verrichtet eine einfache Handlung Schieben und Gehen Handlung setzt sich lange fort Stadtweg ist Teil des Werks verändert den Gegenstand Eisblock verändert sich


Raumskizzen

Raumskizzen helfen Dir, Wege, Standpunkte und Publikum zu planen. Eine Raumskizze muss nicht schön gezeichnet sein. Sie soll verständlich sein. Nutze Pfeile für Wege, Kreise für Personen, Rechtecke für Gegenstände und eine klare Legende.


Raumskizze A: Linie und Stopp-Punkte

P = Publikum        X = Performer        ● = Stopp

P P P P P

Start
  X ----●----●----●----> Ziel

Freie Sicherheitszone rund um den Weg

Diese Anordnung eignet sich für Zeitlupe, regelmäßige Stopps und wiederholte Gesten.


Raumskizze B: Quadrat als Wegregel

P P P P P

      ●---------●
      |         |
      |    X    |
      |         |
      ●---------●

Pfeilrichtung: nur vorwärts am Rand
Mitte bleibt frei

Diese Anordnung eignet sich für eine sichere Untersuchung von Grenze, Ecke, Wiederholung und Raumweg.


Raumskizze C: Kreis mit Mittelpunkt

        X       X

    X       □       X

        X       X

□ = leichter Gegenstand
X = Personen
P = Publikum außerhalb des Kreises

Diese Anordnung eignet sich für Gruppenaktionen, bei denen ein Gegenstand im Mittelpunkt liegt. Niemand läuft durch die Mitte.


Raumskizze D: Zwei parallele Wege

P P P P P

A:  X ---------> --------->

    Sicherheitsabstand

B:  X ---------> --------->

P P P P P

Diese Anordnung eignet sich für Spiegelungen, Zeitversatz und den Vergleich von zwei Bewegungsqualitäten.


Eigene Raumskizze prüfen

Eine gute Raumskizze beantwortet vier Fragen: Wo beginnt die Aktion? Wo endet sie? Wo befindet sich das Publikum? Wo liegen mögliche Gefahrenstellen? Türen, Fluchtwege, Taschen und Möbel bleiben frei.


Sicherheit zuerst

Eine gute Performance im Kunstunterricht ist nicht gefährlich. Künstlerische Wirkung entsteht durch Gestaltung, nicht durch Schmerz, Mutproben oder Grenzüberschreitungen.

Regel Bedeutung
Kein Schmerz Keine Haltung darf wehtun. Bei Unwohlsein wird sofort gestoppt.
Kein Risiko Kein Rennen, Klettern, Springen über Gegenstände, Luftanhalten oder gefährliches Balancieren.
Kein ungefragter Körperkontakt Berührung findet nur statt, wenn sie ausdrücklich erlaubt wurde. Für dieses Projekt ist Berührung nicht nötig.
Sichere Gegenstände Nur leichte, stumpfe, unzerbrechliche Materialien verwenden.
Freie Wege Türen, Fluchtwege und Laufwege bleiben frei.
Abstand Bei Gruppenaktionen mindestens eine Armlänge Abstand, wenn sich Personen gleichzeitig bewegen.
Stopp-Regel Jede Person darf jederzeit „Stopp“ sagen. Die Aktion endet sofort.
Kurze Dauer Eigene Aktionen dauern in der Regel 20 bis 60 Sekunden.
Aufnahmen nur mit Zustimmung Fotos oder Videos nur mit Einverständnis aller Abgebildeten und nach Absprache mit der Lehrkraft.
Lehrkraft prüft den Plan Raumskizze, Material und Ablauf werden vor der Aufführung freigegeben.


Aktionskarten für Klasse 6

Die folgenden Aktionskarten sind keine fertigen Kunstwerke. Sie sind Startpunkte. Verändere sie so, dass eine eigene Gestaltungsidee entsteht.


Aktionskarte 1: Zeitlupe

Material: keines. Grundidee: Gehe sechs langsame Schritte auf einer markierten Linie. Halte nach dem dritten Schritt drei Sekunden an. G: Führe die Regel genau aus. M: Verändere zusätzlich die Größe der Schritte. E: Entwickle einen bewussten Kontrast zwischen Anfang und Ende. Fokus: Körper, Bewegung, Zeit. Sicherheit: Blick nach vorn, freie Strecke, kein Rückwärtsgehen.


Aktionskarte 2: Echo-Geste

Material: keines. Grundidee: Eine Person zeigt eine einfache Arm- oder Handgeste. Eine zweite Person wiederholt sie nach zwei Sekunden. G: Nutzt drei verschiedene Gesten. M: Verändert den Zeitabstand. E: Entwickelt eine Folge, in der das Echo zunehmend verändert wird. Fokus: Wiederholung, Zeit, Körper. Sicherheit: Kein Körperkontakt, ausreichend Abstand.


Aktionskarte 3: Vier Ecken

Material: vier Klebebandmarkierungen. Grundidee: Gehe nacheinander vier markierte Punkte ab. An jeder Ecke entsteht ein anderes Standbild. G: Nutze vier gut unterscheidbare Haltungen. M: Verbinde die Haltungen mit unterschiedlichen Bewegungsqualitäten. E: Entwickle eine klare Bedeutungsänderung von Ecke zu Ecke. Fokus: Raum, Körper, Bewegung. Sicherheit: Langsam gehen, keine tiefen oder schmerzhaften Haltungen.


Aktionskarte 4: Papier im Mittelpunkt

Material: ein Blatt Papier. Grundidee: Lege das Papier in die Mitte. Umrunde es einmal und verändere danach seine Position. G: Wiederhole die Folge dreimal. M: Verändere jedes Mal den Abstand zum Papier. E: Lass die Veränderung des Abstands eine erkennbare Entwicklung bilden. Fokus: Gegenstand, Raum, Wiederholung. Sicherheit: Papier nicht werfen, Wege freihalten.


Aktionskarte 5: Freeze und Go

Material: Timer oder leises Klatschsignal der Lehrkraft. Grundidee: Drei Sekunden bewegen, drei Sekunden stillstehen. G: Wiederhole den Wechsel viermal. M: Nutze bei jeder Bewegungsphase eine andere Bewegungsqualität. E: Gestalte die Standbilder so, dass sie eine räumliche Entwicklung zeigen. Fokus: Zeit, Bewegung, Körper. Sicherheit: Nur Gehen und sichere Armbewegungen.


Aktionskarte 6: Zwei Wege

Material: zwei parallele Klebebandlinien. Grundidee: Zwei Personen gehen gleichzeitig auf parallelen Wegen. G: Beide bewegen sich gleich schnell. M: Eine Person bewegt sich halb so schnell wie die andere. E: Entwickelt ein Zeitmuster aus Gleichlauf, Versatz und gemeinsamem Stopp. Fokus: Raum, Zeit, Beziehung. Sicherheit: Wege bleiben getrennt, kein Kreuzen.


Aktionskarte 7: Der wandernde Karton

Material: eine leere kleine Pappschachtel. Grundidee: Verschiebe den Karton nach jeder Wiederholung um eine Bodenfliese oder eine Klebebandlänge. G: Nutze immer dieselbe Bewegung. M: Verändere nach jeder Wiederholung Deine Körperhaltung. E: Entwickle eine Regel, durch die der Karton am Ende an einen überraschenden, aber sicheren Ort gelangt. Fokus: Gegenstand, Wiederholung, Raum. Sicherheit: Nur leichte Kartons, nicht werfen und nicht treten.


Aktionskarte 8: Groß und klein

Material: keines. Grundidee: Wiederhole dieselbe Geste viermal. Sie beginnt sehr klein und wird schrittweise größer. G: Nutze nur Arme und Hände. M: Kombiniere die Geste mit einem Schritt. E: Kehre die Entwicklung anschließend wieder um. Fokus: Körper, Wiederholung, Variation. Sicherheit: Genug Abstand zu anderen Personen und Wänden.


Aktionskarte 9: Mittelpunkt und Rand

Material: eine Bodenmarkierung in der Mitte. Grundidee: Beginne am Rand, gehe zur Mitte, halte fünf Sekunden, gehe zurück. G: Wiederhole den Weg zweimal. M: Verändere auf dem Rückweg das Tempo. E: Entwickle eine Wirkungsidee, zum Beispiel Annäherung und Rückzug, und begründe Deine Gestaltung. Fokus: Raum, Zeit, Bewegung. Sicherheit: Nur eine Person pro Weg, kein Rennen.


Aktionskarte 10: Regelwechsel

Material: drei Karten mit den Wörtern LANGSAM, STILL, KLEIN. Grundidee: Ziehe vor jeder Runde eine Regel und führe dieselbe einfache Bewegung passend dazu aus. G: Nutze drei Runden. M: Kombiniere in der letzten Runde zwei Regeln. E: Ordne die Regeln bewusst zu einer Steigerung. Fokus: Variation, Zeit, Körper. Sicherheit: Nur sichere Alltagsbewegungen.


Von der Aktionskarte zur eigenen Performance


Schritt 1: Idee in einem Satz

Formuliere zuerst eine klare Idee. Beispiel: „Eine einfache Gehbewegung wird durch immer längere Pausen verändert.“ Wenn Du Deine Idee nicht in einem Satz erklären kannst, ist sie wahrscheinlich noch zu kompliziert.


Schritt 2: Zwei bis vier Gestaltungsmittel wählen

Wähle bewusst aus den sechs Gestaltungsmitteln. Eine kurze Performance braucht nicht alles gleichzeitig. Für den Anfang reichen beispielsweise Bewegung + Wiederholung + Raum oder Körper + Zeit + Gegenstand.


Schritt 3: Raumskizze zeichnen

Zeichne Start, Ziel, Publikum, Wege, Gegenstände und Sicherheitsabstände. Prüfe, ob niemand in eine Tür, an eine Tasche oder gegen einen Tisch geraten kann.


Schritt 4: Ablauf als Aktionskarte schreiben

Eine gute Aktionskarte enthält: Startposition, Handlung, Wiederholung, Dauer, Ende und Sicherheitsregel. Schreibe so genau, dass eine andere Person Deinen Plan verstehen könnte.


Schritt 5: Probe mit Stopp-Möglichkeit

Probiert die Aktion einmal langsam. Danach beantwortet Ihr: Ist der Weg frei? Ist die Dauer passend? Ist jede Bewegung angenehm? Ist das Ende eindeutig? Erst danach wird präsentiert.


Schritt 6: Aufführen und beobachten

Das Publikum beobachtet mit einem klaren Auftrag. Es achtet nicht darauf, ob etwas „cool“ oder „peinlich“ ist, sondern auf Gestaltung: Welche Wiederholung war erkennbar? Wo lag der räumliche Schwerpunkt? Welche Wirkung hatte die Zeit?


Beobachtungsbogen G/M/E

Bereich G M E
Körper Haltung benennen zwei Haltungen vergleichen Wirkung einer Haltungsentwicklung deuten
Bewegung Tempo oder Richtung benennen Bewegungsqualitäten vergleichen bewusste Kontraste begründen
Wiederholung Wiederholung erkennen Muster und Variation beschreiben Funktion der Veränderung deuten
Raum Start, Weg und Ziel benennen Raumwirkung vergleichen Raumordnung als Teil des Konzepts erklären
Zeit Dauer und Pause wahrnehmen Zeitstruktur beschreiben Wirkung von Rhythmus und Pause begründen
Gegenstand Gegenstand benennen veränderte Nutzung beschreiben Bedeutung des Gegenstands im Konzept deuten


Mini-Unterrichtsreihe

Phase Inhalt Ergebnis
1. Wahrnehmen kurze Video- und Bildbeispiele ansehen erste Fachbegriffe sammeln
2. Erproben sichere Aktionskarten ausprobieren Wirkung einzelner Gestaltungsmittel erleben
3. Untersuchen Performancebeispiele mit sechs Gestaltungsmitteln analysieren Beobachtungen begründen
4. Planen Idee, Raumskizze und Aktionskarte entwickeln sicherer Aufführungsplan
5. Aufführen 20 bis 60 Sekunden präsentieren kurze eigene Performance
6. Reflektieren Feedback und Überarbeitung begründete Auswertung


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet eine Performance im Kunstunterricht besonders? (Eine bewusst gestaltete Handlung kann selbst zum Kunstwerk werden) (!Nur gemalte Bilder gelten als Kunst) (!Eine Performance muss immer zehn Minuten dauern) (!Eine Performance braucht immer Musik)




Welches Gestaltungsmittel beschreibt Wege, Abstände und Positionen? (Raum) (!Farbe) (!Perspektive) (!Materialpreis)




Was bedeutet Wiederholung in einer Performance? (Eine Handlung oder Geste wird erneut ausgeführt) (!Jede Bewegung muss völlig zufällig sein) (!Die Performance wird abgebrochen) (!Ein Gegenstand wird versteckt)




Welche Zeitspanne ist für eine kurze eigene Aktion in Klasse 6 meist sinnvoll? (Etwa 20 bis 60 Sekunden) (!Mindestens zwei Stunden) (!Genau einen Schultag) (!Immer länger als zehn Minuten)




Welcher Gegenstand ist für eine sichere Klassenperformance besonders geeignet? (Ein leichtes Blatt Papier) (!Eine Glasscherbe) (!Ein schwerer Metallblock) (!Eine brennende Kerze)




Was zeigt eine Raumskizze vor allem? (Wege Positionen und Abstände) (!Nur die Lieblingsfarbe der Gruppe) (!Nur den Titel der Performance) (!Nur die Namen des Publikums)




Welche Regel gilt bei Körperkontakt? (Berührung findet nur mit ausdrücklicher Zustimmung statt) (!Berührung ist immer erlaubt) (!Publikum muss Performer anfassen) (!Wer Stopp sagt muss weitermachen)




Was untersucht Bruce Naumans Gehstück besonders? (Bewegung Wiederholung und Raumgrenze) (!Ölfarbe auf Leinwand) (!Tonmodellieren) (!Landschaftsfotografie)




Was ist an Erwin Wurms One Minute Sculptures für dieses Thema besonders interessant? (Körper Gegenstand und begrenzte Zeit wirken zusammen) (!Nur die Farbe eines Gemäldes ist wichtig) (!Es gibt keine Handlung) (!Sie bestehen ausschließlich aus Musik)




Wozu dient Feedback nach einer Aufführung? (Die Gestaltung bewusst wahrnehmen und gezielt verbessern) (!Die Person bewerten statt die Gestaltung) (!Möglichst schnell eine Note raten) (!Nur Fehler aufzählen)





Memory

Körper Haltung und Präsenz
Bewegung Tempo und Richtung
Wiederholung Muster und Variation
Raum Weg und Abstand
Zeit Dauer und Pause
Gegenstand Objekt als Handlungspartner
Aktionskarte Regel für einen Ablauf
Raumskizze Plan von Positionen und Wegen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Körper Haltung Blick und Körperspannung
Bewegung Tempo Richtung und Bewegungsqualität
Wiederholung erneute Ausführung mit möglicher Variation
Raum Wege Abstände und Positionen
Zeit Dauer Rhythmus und Pause
Gegenstand Objekt verändert oder strukturiert die Handlung






Kreuzworträtsel

Körper Welches Gestaltungsmittel umfasst Haltung Blick und Spannung?
Bewegung Wie heißt das Gestaltungsmittel für Tempo Richtung und Bewegungsart?
Wiederholung Wie heißt das erneute Ausführen einer Handlung?
Raumweg Wie nennt man den geplanten Weg durch den Aufführungsraum?
Aktionskarte Wie heißt eine Karte mit Regeln für eine künstlerische Handlung?
Zeitlupe Wie nennt man eine deutlich verlangsamte Bewegung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bei einer Performance kann eine bewusst gestaltete

zum Kunstwerk werden.
Der menschliche

kann dabei selbst ein künstlerisches Medium sein.
Tempo Richtung und Bewegungsqualität gehören zum Gestaltungsmittel

.
Wenn eine Geste erneut ausgeführt wird entsteht

.
Wege Abstände und Positionen werden durch den

bestimmt.
Dauer Rhythmus und Pause gehören zum Gestaltungsmittel

.
Ein alltägliches Objekt kann als

Teil einer Performance werden.
Ein Plan mit Wegen und Positionen heißt

.
Eine schriftliche Regel für den Ablauf kann als

gestaltet werden.
Eine eigene Klassenperformance soll kurz und

sein.
Bei Unwohlsein darf jede Person jederzeit

sagen.
Nach der Aufführung hilft begründetes

bei der Überarbeitung.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Körperhaltung: Entwickle drei sichere Standbilder zu den Begriffen „offen“, „eng“ und „ruhig“ und fotografiere oder zeichne sie nur, wenn alle Beteiligten zustimmen.
  2. Bewegungsqualität: Gehe dieselbe kurze Strecke einmal normal, einmal langsam und einmal mit zwei Stopps. Beschreibe die Unterschiede mit drei Fachbegriffen.
  3. Raumskizze: Zeichne für eine 20-Sekunden-Aktion Start, Weg, Ziel und Publikum ein und markiere eine Sicherheitszone.
  4. Aktionskarte: Wähle eine Aktionskarte aus diesem aiMOOC und verändere genau ein Gestaltungsmittel, ohne die Sicherheitsregeln zu verändern.


Standard

  1. Wiederholung: Entwickle eine Folge aus einer Geste, die viermal wiederholt wird und sich bei jeder Wiederholung sichtbar verändert.
  2. Gegenstand: Erfinde mit einem Blatt Papier eine ungefährliche Aktion, bei der der Gegenstand einmal Mittelpunkt und einmal Randerscheinung ist.
  3. Raumwirkung: Plane dieselbe kurze Bewegung zuerst in einer Linie und danach in einem Kreis. Vergleiche die Wirkung beider Raumordnungen.
  4. Performanceanalyse: Wähle eines der vorgestellten Kunstbeispiele und untersuche es mit allen sechs Gestaltungsmitteln in einer Tabelle.


Schwer

  1. Performancekonzept: Entwickle eine 40- bis 60-sekündige Aktion, in der mindestens vier Gestaltungsmittel bewusst aufeinander bezogen sind, und begründe jede Entscheidung.
  2. Variation: Entwickle aus einer Grundbewegung drei Versionen, bei denen jeweils nur ein Faktor verändert wird, und untersuche, welche Veränderung die stärkste Wirkung erzeugt.
  3. Publikumswirkung: Plane zwei Aufführungen derselben Aktion mit unterschiedlich platziertem Publikum und formuliere eine begründete Erwartung zur veränderten Wahrnehmung.
  4. Dokumentation: Erstelle zu einer eigenen Performance eine Raumskizze, eine Aktionskarte, drei Beobachtungssätze und eine Überarbeitung nach Feedback. Verwende Fotos oder Videos nur mit Zustimmung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Gestaltungsmittel vergleichen: Zwei Gruppen führen dieselbe Gehbewegung auf. Gruppe A arbeitet mit gleichmäßigem Tempo, Gruppe B mit langen Pausen. Erkläre, wie sich die Wirkung verändert und welches Gestaltungsmittel dafür verantwortlich ist.
  2. Raum übertragen: Eine Performance wurde ursprünglich in einer langen Flurzone geplant. Übertrage sie in einen quadratischen Klassenraum und erläutere mindestens zwei notwendige Änderungen.
  3. Sicherheit beurteilen: Eine Idee enthält Rennen, einen schweren Stuhl und einen engen Weg am Publikum vorbei. Überarbeite die Idee so, dass die künstlerische Grundidee erhalten bleibt, aber alle Risiken entfernt werden.
  4. Gegenstand deuten: Ein Blatt Papier liegt zuerst unbeachtet am Rand und wird später in die Raummitte gelegt. Erkläre, wie sich dadurch Bedeutung und Aufmerksamkeit verändern können.
  5. Wiederholung gestalten: Entwickle ein Muster aus vier Wiederholungen, bei dem nur die Dauer der Pause verändert wird. Begründe, welche Wirkung Du erwartest.
  6. Dokumentation reflektieren: Erkläre, warum ein Foto eine Performance nicht vollständig wiedergeben kann und welche zusätzliche Information eine Raumskizze oder Aktionskarte liefert.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Fachbegriffe aufzählst, sondern sie an einer eigenen Gestaltung und an Beispielen anwenden kannst.

  1. Fachbegriffe: Körper, Bewegung, Wiederholung, Raum, Zeit und Gegenstand sicher unterscheiden und passend verwenden.
  2. Analyse: Eine kurze Performance anhand sichtbarer Gestaltungsmittel beschreiben und ihre Wirkung begründen.
  3. Planung: Eine verständliche Raumskizze und eine klare Aktionskarte erstellen.
  4. Sicherheit: Risiken erkennen und eine Idee so verändern, dass sie ohne Schmerz, Mutprobe oder gefährliche Gegenstände durchführbar ist.
  5. Gestaltung: Eine kurze eigene Aktion mit einem nachvollziehbaren Konzept entwickeln.
  6. Differenzierung: Auf G-Niveau Gestaltungsmittel erkennen, auf M-Niveau Wirkungen vergleichen und begründen, auf E-Niveau Zusammenhänge deuten und gezielt variieren.
  7. Reflexion: Feedback aufnehmen, zwischen Person und Gestaltung unterscheiden und mindestens eine begründete Überarbeitung formulieren.




OERs zum Thema

Zusätzliche frei zugängliche Informationsquellen und Werkseiten:

  1. Wikipedia: Aktionskunst – Überblick zu Aktionskunst und verwandten Formen.
  2. Wikipedia: Erwin Wurm – Informationen zu Werk und One Minute Sculptures.
  3. MoMA: Bruce Nauman – Walking in an Exaggerated Manner Around the Perimeter of a Square – Werkseite zur Geh-Performance von 1967–1968.
  4. MoMA: Marina Abramović – The Artist Is Present – Informationen zur Ausstellung und Performance 2010.
  5. Städel Museum: Erwin Wurm – Hintergrund zu den One Minute Sculptures.
  6. Francis Alÿs: Paradox of Praxis 1 – offizielle Werkseite.
  7. Pina Bausch Foundation – Archiv und Projekte rund um Pina Bausch.


Medienübersicht

Die eingebetteten Medien unterstützen unterschiedliche Lernziele. Das Tate-Video führt in Performancekunst ein. Das Städel-Video zeigt den Zusammenhang von Körper, Alltagsgegenstand und Zeit bei Erwin Wurm. Das MoMA-Video zu Marina Abramović unterstützt die Untersuchung von Präsenz und Zeit. Das Francis-Alÿs-Video macht den Zusammenhang von Weg, Dauer und Veränderung eines Gegenstands sichtbar. Das MoMA-Video zu Bruce Nauman erweitert den Blick auf Bewegung, Raum und mediale Dokumentation.

Vor dem Einsatz sichtet die Lehrkraft die Videos und wählt für Klasse 6 geeignete Ausschnitte. Das Nachstellen riskanter historischer Performances ist ausgeschlossen.


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