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BK6 - Gestaltungsmittel in Bildern untersuchen

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BK6 - Gestaltungsmittel in Bildern untersuchen



BK6 - Gestaltungsmittel in Bildern untersuchen


Einleitung

Bilder entstehen nicht zufällig. Künstlerinnen und Künstler, Illustratorinnen und Illustratoren, Fotografierende und Designerinnen und Designer entscheiden, wie Linien verlaufen, Flächen verteilt sind, Farben zusammenwirken, Licht und Dunkelheit erscheinen, Raum entsteht und der Blick durch ein Bild geführt wird. Diese Entscheidungen nennt man Gestaltungsmittel. Wenn Du sie untersuchst, kannst Du genauer erklären, warum ein Bild ruhig, spannend, freundlich, geheimnisvoll, geordnet, chaotisch, tief, flach oder besonders auffällig wirken kann.

In diesem aiMOOC lernst Du sieben zentrale Gestaltungsmittel kennen: Linie, Fläche, Farbe, Hell-Dunkel, Raum, Blickführung und Komposition. Wichtig ist dabei: Ein Gestaltungsmittel hat nicht immer nur eine feste Wirkung. Eine Diagonale kann zum Beispiel Bewegung erzeugen, aber ihre Wirkung hängt auch davon ab, welche Farben, Figuren, Kontraste und Bildinhalte gleichzeitig zu sehen sind. Gute Bildbetrachtung bedeutet deshalb: sehen – benennen – am Bild belegen – Wirkung begründen – Zusammenhänge herstellen.

Betrachte Vincent van Goghs Sternennacht. Dein Blick kann den geschwungenen Linien im Himmel folgen, an den hellen Sternen hängen bleiben und anschließend zwischen dunkler Zypresse, Dorf und bewegtem Himmel wandern. Schon hier arbeiten mehrere Gestaltungsmittel zusammen.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du Gestaltungsmittel in Bildern gezielt erkennen und mit Fachbegriffen beschreiben. Du kannst Bildstellen als Belege nennen, Wirkungen nachvollziehbar begründen und mehrere Gestaltungsmittel miteinander verknüpfen. Außerdem kannst Du eigene Bilder so verändern, dass sich ihre Wirkung bewusst ändert.

Niveau Das kannst Du am Ende Sprachhilfe
G – Grundniveau Du erkennst wichtige Gestaltungsmittel, benennst sie und beschreibst eine mögliche Wirkung. „Ich sehe …“ – „Auffällig ist …“ – „Dadurch wirkt …“
M – Mittleres Niveau Du belegst Deine Aussagen an konkreten Bildstellen und erklärst, wie zwei oder mehr Gestaltungsmittel zusammenwirken. „Das erkennt man an …“ – „Zusammen mit … entsteht …“
E – Erweitertes Niveau Du deutest Zusammenhänge, vergleichst Wirkungsvarianten und begründest auch alternative Lesarten. „Eine mögliche Wirkung ist …, weil …“ – „Anders könnte man deuten …“


Der Analyse-Werkzeugkasten

Bevor Du einzelne Gestaltungsmittel untersuchst, hilft Dir ein fester Ablauf. Beginne mit dem, was wirklich zu sehen ist. Erst danach deutest Du eine Wirkung. So vermeidest Du vorschnelle Urteile.

Schritt Leitfrage Beispiel
Wahrnehmen Was sehe ich? „Im oberen Bildbereich liegen viele gebogene Linien.“
Benennen Welches Gestaltungsmittel ist das? „Es handelt sich um geschwungene Linien und starke Hell-Dunkel-Kontraste.“
Belegen Wo genau ist es sichtbar? „Die hellen Sterne heben sich deutlich vom dunklen Himmel ab.“
Wirkung begründen Was kann dadurch entstehen? „Der Kontrast zieht den Blick zu den Sternen.“
Verknüpfen Welche Mittel arbeiten zusammen? „Linienbewegung und Farbkontrast lassen den Himmel besonders lebendig erscheinen.“

Merksatz: Eine gute Bildanalyse nennt nicht nur ein Gestaltungsmittel. Sie erklärt, wo es vorkommt und wie es zur Wirkung beiträgt.


Linie

Eine Linie kann sichtbar gezeichnet sein, als Kontur eine Form begrenzen oder nur gedanklich entstehen, wenn mehrere Bildelemente in dieselbe Richtung weisen. Linien können waagerecht, senkrecht, diagonal, gebogen, gezackt, fein, breit, ruhig oder unregelmäßig erscheinen. Sie können Formen umschließen, Bewegungen andeuten und den Blick lenken.

Waagerechte Linien können Ruhe und Stabilität unterstützen. Senkrechte Linien können aufrecht, fest oder feierlich wirken. Diagonalen können Bewegung, Spannung oder Richtung verstärken. Geschwungene Linien können weich, fließend oder lebendig wirken. Das sind mögliche Wirkungen, keine unumstößlichen Regeln.

Bei Edvard Munchs Der Schrei laufen geschwungene Linien durch Landschaft und Himmel. Die Brücke dagegen ist von starken Schrägen geprägt. Vergleiche die Linienarten: Welche wirken ruhig, welche bewegter? Wie passt das zur Stimmung des Bildes?

In van Goghs Sternennacht werden Linien nicht nur zu Konturen. Die kurzen, gebogenen Pinselzüge lassen den Himmel beinahe kreisen. Linien können also selbst Bewegung sichtbar machen.

Das KQED-Video Elements of Art: Line zeigt, wie Linien Stile prägen und Aussagen unterstützen können.

G – Grundniveau: Suche im Bild drei unterschiedliche Linienarten und beschreibe ihre Richtung.

M – Mittleres Niveau: Erkläre an einer Bildstelle, wie eine Linienrichtung Deinen Blick lenkt.

E – Erweitertes Niveau: Vergleiche Der Schrei und Sternennacht. Begründe, warum geschwungene Linien in beiden Werken ähnlich aussehen können, aber dennoch unterschiedlich wirken.


Fläche

Eine Fläche ist ein zweidimensionaler Bildbereich. Flächen können geometrisch wie Kreis, Dreieck oder Rechteck erscheinen oder organisch und unregelmäßig wirken. Sie können groß oder klein, offen oder geschlossen, dicht gedrängt oder weit auseinanderliegen. Auch der Hintergrund ist eine Fläche und kann für die Wirkung genauso wichtig sein wie eine Figur.

Bei der Analyse lohnt sich die Frage: Welche Flächen fallen zuerst auf? Welche überdecken andere? Wo liegen große ruhige Flächen, wo viele kleine Teilflächen? Welche Formen wiederholen sich?

In Wassily Kandinskys Komposition VIII treffen Kreise, Linien, Dreiecke, Bögen und unregelmäßige Flächen aufeinander. Manche Formen wirken schwer, andere leicht; manche liegen einzeln, andere ballen sich.

Das KQED-Video Elements of Art: Shape hilft Dir, geometrische und organische Formen beziehungsweise Flächen genauer zu unterscheiden.

G – Grundniveau: Benenne vier unterschiedliche Flächenformen in Kandinskys Bild.

M – Mittleres Niveau: Untersuche, wo sich Flächen ballen und wo freie Zwischenräume entstehen. Beschreibe die Wirkung.

E – Erweitertes Niveau: Erkläre, wie Größe, Lage und Wiederholung von Flächen gemeinsam einen Rhythmus erzeugen können.


Farbe

Farbe ist mehr als „Rot, Blau oder Gelb“. Beim Untersuchen kannst Du auf Farbton, Helligkeit und Sättigung achten. Außerdem sind Farbkontraste wichtig. Warme und kalte Farben, helle und dunkle Farben oder Gegenfarben können sich gegenseitig verstärken.

Ein Farbkreis hilft, Farbnachbarschaften und Gegensätze zu erkennen. Für die Bildanalyse ist entscheidend, welche Farben tatsächlich dominieren und wo sie eingesetzt werden.

Claude Monets Impression, Sonnenaufgang zeigt, wie ein kleiner kräftiger Farbakzent sehr viel Aufmerksamkeit bekommen kann. Untersuche das orangefarbene Sonnenlicht im Verhältnis zu den kühleren Blau- und Grautönen der Umgebung.

Das KQED-Video Elements of Art: Color zeigt, wie stark Farbe die Bildwirkung beeinflussen kann.

Das deutschsprachige Video Farbkreis, Farbharmonien, Farbenlehre wiederholt wichtige Begriffe rund um Farbkreis, Kontraste und Farbwirkung.

G – Grundniveau: Bestimme in Monets Bild eine dominante Farbstimmung und einen auffälligen Farbakzent.

M – Mittleres Niveau: Erkläre, warum der Farbakzent trotz seiner kleinen Fläche stark auffällt.

E – Erweitertes Niveau: Entwirf gedanklich eine Variante des Bildes mit veränderter Farbtemperatur. Begründe, wie sich die Wirkung wahrscheinlich verschieben würde.


Hell-Dunkel

Hell und Dunkel werden auch als Tonwerte bezeichnet. Starke Unterschiede heißen Hell-Dunkel-Kontrast. Hell-Dunkel kann Körper plastisch erscheinen lassen, Raum vertiefen, eine Lichtquelle betonen, eine Stimmung schaffen und den Blick auf bestimmte Stellen konzentrieren.

Eine Tonwertskala zeigt den Übergang von sehr dunkel zu sehr hell. In einer Bildanalyse kannst Du prüfen, ob ein Bild viele Zwischenstufen oder besonders harte Hell-Dunkel-Sprünge besitzt.

Bei Johannes Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrring hebt sich das beleuchtete Gesicht deutlich vom dunklen Hintergrund ab. Dadurch wird die Figur klar zum Blickzentrum.

Caravaggios Die Berufung des heiligen Matthäus nutzt einen markanten Lichtstrahl. Helle Gesichter und Hände treten aus der Dunkelheit hervor. Licht ist hier nicht nur Beleuchtung, sondern auch ein Mittel der Blickführung.

Im Detail wird sichtbar, wie wichtig einzelne helle Partien für Gestik, Gesichtsausdruck und Aufmerksamkeit werden.

Das KQED-Video Elements of Art: Value erklärt, wie Tonwerte Lichtwirkung und räumlichen Eindruck beeinflussen können.

G – Grundniveau: Zeige in Caravaggios Bild den hellsten und einen besonders dunklen Bereich.

M – Mittleres Niveau: Erkläre, welche Figuren durch das Licht besonders hervorgehoben werden.

E – Erweitertes Niveau: Untersuche, wie Hell-Dunkel und Gesten zusammenarbeiten, um eine Handlung lesbar zu machen.


Raum

Ein Bild ist flach, kann aber trotzdem tief wirken. Künstlerische Mittel der Raumdarstellung sind zum Beispiel Überdeckung, Größenunterschiede, Höhenstaffelung, Vorder-, Mittel- und Hintergrund, Schärfeunterschiede, Farbperspektive und Zentralperspektive.

Bei der Ein-Fluchtpunkt-Perspektive laufen Fluchtlinien auf einen gemeinsamen Fluchtpunkt zu. Dadurch entsteht der Eindruck, dass sich der dargestellte Raum in die Tiefe fortsetzt.

Raffaels Schule von Athen nutzt Architektur, Staffelung und Perspektive. Viele Linien der Architektur führen in die Bildtiefe und bündeln sich in der Nähe der zentralen Figuren.

Auch Jan van Eycks Arnolfini-Porträt erzeugt Raum durch Überdeckung, Größenverhältnisse, Bodenlinien und den Spiegel im Hintergrund. Suche Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund.

Das KQED-Video Elements of Art: Space zeigt verschiedene Möglichkeiten, in Bildern Raum und Tiefe zu erzeugen.

Dieses Video zur Ein-Fluchtpunkt-Perspektive zeigt kindgerecht, wie Horizont, Fluchtpunkt und Fluchtlinien zusammenwirken.

G – Grundniveau: Finde in der Schule von Athen Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund.

M – Mittleres Niveau: Erkläre, wie Fluchtlinien und Größenunterschiede den Raumeindruck verstärken.

E – Erweitertes Niveau: Vergleiche die Raumwirkung von Raffaels Architektur mit van Eycks Innenraum. Begründe, welche Mittel jeweils besonders wichtig sind.


Blickführung

Blickführung beschreibt, wie Dein Auge durch ein Bild gelenkt wird. Sie entsteht nicht durch ein einzelnes Mittel. Linienrichtungen, Blicke von Figuren, Gesten, Hell-Dunkel-Kontraste, Farbkontraste, Wiederholungen, Perspektivlinien und auffällige Formen können gemeinsam bestimmen, wohin Du zuerst und danach schaust.

Ein Bild besitzt oft einen Schwerpunkt, aber der Blick kann anschließend weiterwandern. Frage Dich: Was sehe ich zuerst? Wohin gehe ich als Nächstes? Welche sichtbaren Hinweise führen mich?


Interaktive Bildmarkierung: Caravaggio

Tippe oder klicke auf verschiedene Bildbereiche. Die verlinkten Zonen lenken Deine Aufmerksamkeit auf Licht, Figuren und Gesten. Vergleiche danach Deinen eigenen Blickweg mit diesen Bereichen.

Interaktive Bildmarkierung zu Licht und BlickführungLichtkeil: Woher kommt das Licht und wohin führt es?Figurengruppe: Welche Gesichter und Hände werden betont?Rechte Bildseite: Welche Geste weist in die Gruppe hinein?
Interaktive Bildmarkierung zu Licht und Blickführung

G – Grundniveau: Beschreibe Deinen Blickweg mit den Wörtern „zuerst“, „danach“ und „zum Schluss“.

M – Mittleres Niveau: Belege an zwei Bildstellen, wie Licht und Gesten Deinen Blick lenken.

E – Erweitertes Niveau: Erkläre, ob der Blickweg eindeutig ist oder mehrere Wege zulässt. Begründe mit Bildbelegen.


Interaktive Bildmarkierung: Raffael

In der Schule von Athen arbeiten Architektur, Perspektive und Figurenordnung zusammen. Die Hotspots helfen Dir, wichtige Bereiche gezielt zu untersuchen.

Interaktive Bildmarkierung zu Perspektive und KompositionFluchtpunktbereich: Hier bündeln sich viele Raumlinien.Zentrale Figurengruppe: Warum steht sie optisch im Mittelpunkt?Vordergrund: Wie verteilen sich Figuren und Gruppen?
Interaktive Bildmarkierung zu Perspektive und Komposition

Der Detailausschnitt lenkt die Aufmerksamkeit auf die zentrale Figurengruppe. Vergleiche, wie sich Deine Wahrnehmung verändert, wenn der umgebende Raum fehlt.


Komposition

Komposition bedeutet die Anordnung aller Bildelemente innerhalb des Formats. Dabei spielen Position, Größe, Gewichtung, Richtung, Abstand, Wiederholung und Verhältnis eine Rolle. Komposition verbindet also Linie, Fläche, Farbe, Hell-Dunkel und Raum zu einem Gesamtaufbau.

Mögliche Ordnungen sind symmetrisch oder asymmetrisch, zentral oder dezentral, ruhig oder dynamisch, offen oder geschlossen. Auch Dreiecksordnungen, Diagonalen oder die Drittelregel können helfen, Bildschwerpunkte und Beziehungen sichtbar zu machen.

Die Drittelregel teilt ein Bild gedanklich in neun Felder. Wichtige Motive können an Linien oder Schnittpunkten platziert werden. Sie ist eine Gestaltungsmöglichkeit, aber keine Pflichtregel.

In Hokusais Die große Welle vor Kanagawa bildet die große Welle eine mächtige gekrümmte Form. Wiederholte Wellenlinien, Boote und der kleine Berg erzeugen Größenkontraste und Spannungen. Untersuche, wie Form, Richtung und Größenverhältnis die Komposition bestimmen.

G – Grundniveau: Zeige Hauptmotiv, Nebenmotive und freie Flächen.

M – Mittleres Niveau: Beschreibe die Komposition mit mindestens drei Fachbegriffen und belege jeden am Bild.

E – Erweitertes Niveau: Untersuche, wie die Bildwirkung verändert würde, wenn das Hauptmotiv genau in der Mitte läge oder die große Diagonale entfiele.


Gestaltungsmittel und Wirkung verbinden

Eine Bildwirkung entsteht meist aus dem Zusammenspiel mehrerer Mittel. Deshalb ist die Aussage „Rot wirkt immer gefährlich“ zu einfach. Farbe kann je nach Zusammenhang Wärme, Nähe, Energie, Aufmerksamkeit, Festlichkeit oder etwas ganz anderes unterstützen. Ebenso können Diagonalen dynamisch wirken, aber in einem ruhigen Gesamtbild auch nur eine leichte Richtungsbewegung erzeugen.

Gestaltungsmittel Beobachtbare Frage Mögliche Wirkung Gute Begründung
Linie Welche Richtung und Form haben Linien? ruhig, bewegt, gespannt, fließend „Die ansteigenden Diagonalen führen den Blick nach rechts oben und verstärken die Bewegungsrichtung.“
Fläche Wie groß, dicht oder regelmäßig sind Flächen? geordnet, schwer, leicht, unruhig, klar „Die große dunkle Fläche dominiert, weil sie viel Raum einnimmt und sich deutlich absetzt.“
Farbe Welche Farben dominieren und kontrastieren? warm, kühl, lebhaft, gedämpft, aufmerksamkeitsstark „Das leuchtende Orange fällt im kühlen Umfeld besonders auf.“
Hell-Dunkel Wo liegen starke Tonwertunterschiede? dramatisch, geheimnisvoll, plastisch, fokussiert „Das helle Gesicht hebt sich vom dunklen Hintergrund ab und wird zum Blickzentrum.“
Raum Welche Tiefenhinweise sind sichtbar? weit, eng, tief, flach, offen „Kleiner werdende Formen und Fluchtlinien lassen den Raum tief erscheinen.“
Blickführung Was sehe ich zuerst und warum? zielgerichtet, kreisend, springend, ruhig „Licht, Blickrichtung und Handgeste führen nacheinander zur Figurengruppe.“
Komposition Wie sind Bildelemente verteilt? ausgewogen, gespannt, stabil, dynamisch „Das asymmetrisch platzierte Hauptmotiv erzeugt Spannung, wird aber durch kleinere Formen ausgeglichen.“


Mini-Labor: Ein Motiv – drei Wirkungen

Stell Dir ein einfaches Motiv vor: eine Person unter einem Baum. Die Bildwirkung verändert sich stark, wenn Du nur ein Gestaltungsmittel veränderst.

Variante Veränderung mögliche Wirkung
A waagerechte Linien, helle ähnliche Farben, Figur mittig eher ruhig und geordnet
B starke Diagonalen, hoher Hell-Dunkel-Kontrast, Figur am Rand eher gespannt oder dramatisch
C viele geschwungene Linien, warme Farbakzente, gestaffelte Tiefe eher bewegt und räumlich

G – Grundniveau: Wähle eine Variante und nenne zwei sichtbare Mittel.

M – Mittleres Niveau: Erkläre, wie zwei Mittel gemeinsam wirken.

E – Erweitertes Niveau: Entwickle eine vierte Variante mit bewusst gegenteiliger Wirkung und begründe Deine Entscheidungen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aussage beschreibt eine gute Bildanalyse am besten? (Ein Gestaltungsmittel benennen, am Bild belegen und seine Wirkung begründen) (!Nur den Bildtitel nennen) (!Nur sagen, ob das Bild schön ist) (!Möglichst viele Künstlerdaten auswendig aufzählen)




Welche Linienrichtung kann besonders deutlich Bewegung oder Spannung unterstützen? (Diagonale) (!Waagerechte) (!Senkrechte) (!Rahmenkante)




Was ist eine Fläche in der Bildgestaltung? (Ein zweidimensionaler Bildbereich mit bestimmter Form und Ausdehnung) (!Nur der leere Hintergrund) (!Ausschließlich ein gemaltes Rechteck) (!Ein dreidimensionaler Körper)




Warum kann ein kleiner orangefarbener Fleck in einer kühlen blaugrauen Umgebung stark auffallen? (Weil ein deutlicher Farbkontrast die Aufmerksamkeit erhöhen kann) (!Weil kleine Flächen immer unsichtbar bleiben) (!Weil Blau grundsätzlich keine Wirkung hat) (!Weil nur die Bildmitte beachtet wird)




Was beschreibt ein Hell-Dunkel-Kontrast? (Einen deutlichen Unterschied zwischen hellen und dunklen Bildbereichen) (!Den Unterschied zwischen runden und eckigen Formen) (!Nur den Unterschied zwischen Rot und Grün) (!Eine Perspektive mit zwei Fluchtpunkten)




Welches Mittel kann räumliche Tiefe in einem flachen Bild erzeugen? (Überdeckung von Formen) (!Gleiche Größe aller Gegenstände) (!Verzicht auf jede Überschneidung) (!Nur eine einzige Farbe ohne Abstufung)




Was ist ein Fluchtpunkt? (Ein Punkt, auf den Fluchtlinien in einer Perspektivdarstellung zulaufen) (!Der hellste Farbton eines Bildes) (!Die größte Figur in einem Bild) (!Der Rand eines Bilderrahmens)




Wodurch kann Blickführung entstehen? (Durch das Zusammenspiel von Linien, Blicken, Gesten und Kontrasten) (!Nur durch den Bildtitel) (!Nur durch die Größe des Rahmens) (!Nur durch das Alter des Kunstwerks)




Was bedeutet Komposition in der Bildgestaltung? (Die Anordnung und Beziehung der Bildelemente im Format) (!Die chemische Mischung von Farben) (!Nur das Zeichnen von Konturen) (!Die Aufbewahrung eines Kunstwerks im Museum)




Welche Aussage über die Wirkung von Gestaltungsmitteln ist richtig? (Die Wirkung hängt vom Zusammenspiel und vom Bildzusammenhang ab) (!Jede Farbe hat immer genau dieselbe Wirkung) (!Jede Diagonale bedeutet automatisch Gefahr) (!Komposition hat keinen Einfluss auf die Wahrnehmung)





Memory

Diagonale verstärkte Richtungsbewegung
Tonwert Helligkeitsstufe
Fluchtpunkt räumliche Bündelung
Überdeckung Tiefenhinweis
Farbakzent Aufmerksamkeitsschwerpunkt
Symmetrie spiegelartige Ordnung
Staffelung gestufte Tiefenwirkung
Komposition Gesamtanordnung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Wirkung oder Funktion
Diagonale verstärkt eine sichtbare Richtung und kann Spannung erzeugen
Farbakzent zieht durch farblichen Gegensatz Aufmerksamkeit an
Hell-Dunkel-Kontrast hebt helle und dunkle Bereiche deutlich voneinander ab
Überdeckung lässt ein Bildelement vor einem anderen erscheinen
Fluchtlinie lenkt den Blick in Richtung eines räumlichen Zielpunkts
Symmetrie erzeugt eine spiegelähnliche Ordnung
Blickrichtung kann die Aufmerksamkeit auf ein anderes Bildelement lenken






Kreuzworträtsel

Diagonale Welche Linienrichtung verläuft schräg und kann Bewegung verstärken?
Tonwert Wie heißt eine Helligkeitsstufe zwischen hell und dunkel?
Fluchtpunkt Wie heißt der Punkt, auf den Perspektivlinien zulaufen?
Kontrast Wie nennt man einen deutlich wahrnehmbaren Gegensatz?
Staffelung Welcher Begriff bezeichnet eine gestufte Anordnung zur Tiefenwirkung?
Komposition Wie heißt die Gesamtanordnung der Bildelemente?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine schräge Linie heißt

und kann eine deutliche Richtung im Bild verstärken.
Ein zweidimensionaler Bildbereich wird als

bezeichnet.
Ein auffälliger Gegensatz zwischen Farben oder Helligkeiten heißt

.
Die Helligkeitsstufe eines Bildbereichs nennt man

.
Wenn ein Gegenstand einen anderen teilweise verdeckt, entsteht durch

ein Tiefenhinweis.
In der Zentralperspektive laufen Fluchtlinien auf einen

zu.
Die gezielte Lenkung der Aufmerksamkeit durch Linien, Gesten oder Kontraste heißt

.
Die Anordnung aller Bildelemente im Format heißt

.
Ein besonders auffälliger farbiger Bereich kann als

wirken.
Eine begründete Bildanalyse verbindet Beobachtung, Bildbeleg und mögliche

.




Offene Aufgaben


G – Grundniveau leicht

  1. Linien-Safari: Fotografiere oder zeichne fünf verschiedene Linienarten aus Deiner Umgebung. Ordne ihnen jeweils eine mögliche Wirkung zu.
  2. Farbakzent-Experiment: Gestalte dieselbe einfache Szene zweimal. Verwende in der zweiten Version nur einen kräftigen Farbakzent und beschreibe, wie sich Dein Blick verändert.
  3. Tonwertbild: Erstelle aus einem Foto eine Zeichnung nur mit fünf Helligkeitsstufen. Markiere anschließend den stärksten Hell-Dunkel-Kontrast.
  4. Raumdetektiv: Suche in einem geeigneten Kunstwerk drei Tiefenhinweise wie Überdeckung, Größenunterschied oder Staffelung und kennzeichne sie auf einer Kopie.


Mittleres Niveau standard

  1. Blickweg-Protokoll: Wähle ein Bild und notiere, was Du zuerst, danach und zuletzt anschaust. Begründe jeden Schritt mit einem Gestaltungsmittel.
  2. Kompositionsvarianten: Zeichne dasselbe Hauptmotiv einmal mittig, einmal am Rand und einmal nach der Drittelregel. Vergleiche die Wirkung.
  3. Bildvergleich: Vergleiche zwei Kunstwerke aus diesem aiMOOC hinsichtlich Linie, Farbe und Raum. Formuliere Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit Bildbelegen.
  4. Perspektivraum: Zeichne einen einfachen Raum mit Horizont, Fluchtpunkt und Fluchtlinien. Ergänze mindestens drei Gegenstände in unterschiedlicher Tiefe.


E – Erweitertes Niveau schwer

  1. Wirkungswechsel: Verändere ein vorhandenes eigenes Bild so, dass aus einer ruhigen eine gespannte Wirkung entsteht. Nutze mindestens vier Gestaltungsmittel und dokumentiere jede Entscheidung.
  2. Kuratorisches Mini-Projekt: Stelle drei gemeinfreie Kunstwerke zu einer kleinen digitalen Ausstellung zusammen. Begründe, wie die Werke unterschiedliche Blickführungen erzeugen.
  3. Bildanalyse als Audio: Produziere eine zwei- bis dreiminütige Audioführung zu einem Kunstwerk. Verknüpfe mindestens fünf Gestaltungsmittel mit nachvollziehbaren Wirkungen.
  4. Gestaltungs-Interview: Interviewe eine Person, die gestaltet, fotografiert oder zeichnet. Frage nach bewussten Entscheidungen zu Farbe, Komposition und Blickführung und vergleiche die Aussagen mit Deinem Fachwissen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Bildausschnitt: Ein Hauptmotiv wird von der Bildmitte an den rechten Rand verschoben. Erkläre zwei mögliche Folgen für Komposition und Blickführung und begründe, wovon die Wirkung zusätzlich abhängt.
  2. Transfer Licht: Eine Szene wird einmal gleichmäßig hell und einmal mit einem starken Lichtstrahl dargestellt. Erkläre, wie sich Aufmerksamkeit, Raumwirkung und Stimmung verändern können.
  3. Transfer Farbe: Eine überwiegend kühle Farbgestaltung erhält einen kleinen warmen Farbakzent. Erkläre, warum dieser Akzent besonders auffallen kann und wie er die Blickführung beeinflusst.
  4. Transfer Raum: Ein Bild verliert Überdeckungen, Größenunterschiede und Fluchtlinien. Beschreibe, wie sich dadurch der räumliche Eindruck verändern kann.
  5. Transfer Komposition: Vergleiche eine symmetrische und eine stark asymmetrische Anordnung desselben Motivs. Formuliere für beide eine begründete mögliche Wirkung.
  6. Transfer Gesamtanalyse: Wähle ein unbekanntes Bild. Formuliere eine kurze Analyse, in der Du mindestens vier Gestaltungsmittel mit konkreten Bildbelegen und einer zusammenhängenden Wirkungsdeutung verknüpfst.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis ist wichtig, dass Du Fachbegriffe nicht nur auswendig kennst, sondern am Bild anwenden kannst.

  1. Fachbegriffe: Linie, Fläche, Farbe, Hell-Dunkel, Raum, Blickführung und Komposition sicher unterscheiden.
  2. Bildbeleg: Jede wichtige Aussage an einer konkreten Bildstelle nachvollziehbar belegen.
  3. Wirkung: Wirkungen als begründete Möglichkeiten formulieren und nicht als starre Regeln.
  4. Zusammenhang: Mindestens zwei Gestaltungsmittel miteinander verknüpfen.
  5. Raumdarstellung: Überdeckung, Größenunterschied, Staffelung und Fluchtpunkt als mögliche Tiefenmittel erkennen.
  6. Kompositionsanalyse: Bildschwerpunkt, Balance, Symmetrie oder Asymmetrie sowie Richtungen untersuchen.
  7. Eigene Gestaltung: Zeigen, dass Du durch bewusste Änderungen von Gestaltungsmitteln die Wirkung eines Bildes verändern kannst.




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel zur Bildgestaltung bietet einen Überblick über wichtige bildnerische Mittel wie Punkt, Linie, Fläche, Raum, Farbe, Licht und Schatten.

Weitere sinnvolle Vertiefungen sind Komposition, Bildbetrachtung, Farbkontrast, Perspektive und Hell-Dunkel-Kontrast.



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