Zum Inhalt springen

BK6 - Experimentelle Grafik

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel

BK6 - Experimentelle Grafik




BK6 - Experimentelle Grafik


Einleitung

Experimentelle Grafik bedeutet: Du untersuchst, was Linien, Flächen, Spuren, Strukturen und Schichten alles können. Dabei musst Du nicht von Anfang an genau wissen, wie Dein fertiges Bild aussehen soll. Du darfst ausprobieren, verändern, überdecken, weiterzeichnen, drucken, kleben, verwischen und neu beginnen. Gerade das Unerwartete kann zum Ausgangspunkt einer neuen Bildidee werden.

In diesem aiMOOC arbeitest Du mit Tusche, Kohle, Kreide, Collage, Frottage, einfachen Druckverfahren, ungewöhnlichen Werkzeugen und digitaler Zeichnung. Du kombinierst Materialien und Verfahren bewusst. Dabei nutzt Du drei besonders wichtige Arbeitsweisen: Zufall, Überarbeitung und Schichtung.

Experimentelle Grafik ist keine einzelne, festgelegte Kunstrichtung mit nur einer richtigen Technik. Sie ist vielmehr eine offene künstlerische Arbeitsweise. Entscheidend ist, dass Du beobachtest, entscheidest und weiterentwickelst: Was ist zufällig entstanden? Welche Spur möchtest Du behalten? Was soll verschwinden? Wo braucht das Bild eine neue Schicht? Wo entsteht ein spannender Kontrast?

Bildimpuls: Auch in historischen Zeichnungen entstehen Ausdruck und Spannung durch unterschiedliche Linien, Pinselspuren, Hell-Dunkel-Werte und offene Flächen. Untersuche das Bild zunächst nur nach Spuren und Werkzeugwirkungen.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du experimentelle grafische Verfahren erkennen, erproben, kombinieren und begründen. Du kannst Zufall als Ausgangspunkt verwenden, eine Arbeit in mehreren Schritten überarbeiten und Schichten gezielt einsetzen. Du lernst außerdem, Deine eigene Arbeit zu beschreiben und Entscheidungen mit Fachbegriffen zu erklären.

Niveau Das kannst Du am Ende zeigen
G – grundlegend Du erprobst mindestens drei unterschiedliche Werkzeuge oder Materialien, erzeugst verschiedene Spuren und kombinierst mindestens zwei Verfahren. Du kannst beschreiben, wo Zufall und Überarbeitung in Deinem Bild vorkommen.
M – mittleres Niveau Du kombinierst mindestens drei Materialien oder Verfahren in mehreren Schichten. Du setzt Hell-Dunkel, Dichte, Richtung oder Struktur bewusst ein und begründest wichtige Veränderungen.
E – erweitertes Niveau Du entwickelst eine eigenständige Bildidee aus Experimenten, verbindest analoge und/oder digitale Verfahren gezielt, überarbeitest bewusst und erklärst, wie Zufall, Auswahl, Kontrast und Schichtung zur Bildwirkung beitragen.


Was bedeutet Grafik?

Der Begriff Grafik wird unterschiedlich verwendet. Im Kunstunterricht kann er Zeichnungen, Druckgrafik und weitere bildnerische Verfahren umfassen, bei denen Linien, Flächen, Strukturen und Abdrücke eine wichtige Rolle spielen. Bei der experimentellen Grafik steht nicht das perfekte Abbild eines Gegenstandes im Mittelpunkt. Wichtiger ist die Frage, wie ein Bild durch unterschiedliche Spuren entsteht.

Eine Linie kann dünn, breit, kratzig, zitternd, fließend, unterbrochen oder verwischt sein. Eine Fläche kann dicht, leer, fleckig, transparent oder geschichtet wirken. Eine Spur verrät häufig etwas über das Werkzeug und die Bewegung, mit der sie entstanden ist.


Spurenlabor: Werkzeug, Bewegung und Untergrund

Bevor Du ein großes Bild planst, lohnt sich ein Spurenlabor. Nimm ein Blatt und teile es gedanklich in kleine Versuchsfelder. In jedem Feld untersuchst Du nur eine Veränderung: anderes Werkzeug, anderer Druck, andere Geschwindigkeit, anderer Winkel oder anderer Untergrund.

  1. Linien verändern: Ziehe schnelle, langsame, schwere, leichte, gerade, gebogene und unterbrochene Linien.
  2. Strukturen erzeugen: Tupfe, reibe, spritze, kratze, rolle oder drücke.
  3. Kontraste untersuchen: Stelle fein gegen grob, hell gegen dunkel, dicht gegen leer oder ruhig gegen bewegt.
  4. Anordnungen testen: Verdichte Spuren an einer Stelle und lasse an anderer Stelle bewusst freie Flächen.

Ein gewöhnlicher Pinsel kann sehr unterschiedliche Spuren erzeugen. Für experimentelle Grafik darfst Du zusätzlich andere ungefährliche Werkzeuge testen.


Tusche: fließen, tropfen, ziehen, verwischen

Mit Tusche oder schulgeeigneter Zeichentinte kannst Du sehr feine bis kräftige Spuren erzeugen. Ein Pinsel kann breite und schmale Linien verbinden. Eine Holzspitze oder ein Stück Karton kann kratzen oder ziehen. Ein Tropfen kann verlaufen. Eine leicht feuchte Fläche kann eine scharfe Linie in eine weiche Spur verwandeln.

Wichtig ist die Kombination von Kontrolle und Zufall. Du kannst zum Beispiel zuerst einige Tropfen setzen und das Papier leicht kippen. Danach betrachtest Du die entstandenen Wege. Anschließend entscheidest Du, welche Formen Du mit Pinsel, Stäbchen oder Zeichenfeder weiterführst.

Eine interessante Arbeit entsteht oft nicht dadurch, dass alles gleichmäßig ist. Spannend kann ein Wechsel aus sehr feinen Linien, kräftigen dunklen Flächen und offenen Papierstellen wirken.


Mini-Experiment Tusche

  1. Setze drei unterschiedliche Tuschespuren auf ein Probeblatt.
  2. Verändere bei jeder Spur nur eine Sache: Werkzeug, Wassermenge oder Bewegung.
  3. Lass mindestens eine Spur zufällig entstehen.
  4. Überarbeite anschließend nur einen Teil der Zufallsspur.
  5. Notiere am Rand drei Wörter zur Wirkung, zum Beispiel ruhig, wild oder dicht.


Kohle: dunkel, weich, löschbar

Kohle eignet sich besonders gut für kräftige Hell-Dunkel-Wirkungen. Du kannst mit einer Spitze zeichnen, mit der Seite breite Flächen anlegen, Kohle verwischen und mit einem Radiergummi wieder aufhellen. Dadurch arbeitest Du nicht nur additiv, indem Du Material hinzufügst, sondern auch subtraktiv, indem Du dunkle Bereiche wieder entfernst.

Beobachte bei einer Kohlezeichnung besonders die Übergänge zwischen dunklen, mittleren und hellen Bereichen.

Ein spannendes Experiment für Klasse 6 besteht darin, zuerst eine graue Kohlefläche anzulegen. Zeichne anschließend mit dunkler Kohle hinein und hole mit einem Radiergummi helle Linien wieder heraus. So entstehen Schichten aus Hinzufügen, Verwischen und Wegnehmen.


Kreide: Farbe, Staub, Reibung

Mit Kreide oder Pastellkreide kannst Du farbige Linien, Flächen und weiche Übergänge erzeugen. Je nach Kreideart und Papieroberfläche entstehen unterschiedliche Wirkungen. Auf rauem Papier bleiben oft sichtbare Körnungen zurück. Durch Reiben und Überlagern können neue Farbstimmungen entstehen.

Beim experimentellen Arbeiten ist Kreide besonders interessant, wenn Du sie nicht allein benutzt. Probiere zum Beispiel eine dunkle Kohleschicht mit heller Kreide, farbige Kreidespuren über einer Frottage oder Kreide auf einem collagierten Papierstück.


Collage: finden, schneiden, reißen, ordnen

Eine Collage entsteht, wenn unterschiedliche Elemente zu einem neuen Ganzen zusammengefügt werden. Du kannst farbige Papiere, Zeitungsausschnitte, eigene Zeichnungen, Kopien, bedruckte Papiere oder selbst hergestellte Strukturbögen verwenden. Für Klasse 6 ist besonders wichtig: Die Collage ist nicht nur Dekoration. Sie verändert die Bildaussage und die Komposition.

Du kannst eine Collage als Zwischenschicht einsetzen. Klebe zunächst zwei oder drei Papierformen auf. Zeichne anschließend über die Kanten hinweg. Überdrucke einen Teil. Reiße danach ein Stück wieder ab oder überdecke es mit einer transparenten Zeichnung. So wird sichtbar, dass ein Bild in mehreren Zuständen entstehen kann.


Frottage: Strukturen sichtbar machen

Bei der Frottage legst Du Papier auf eine strukturierte Oberfläche und reibst mit einem geeigneten Zeichenmaterial darüber. Dadurch wird die Oberflächenstruktur als Spur auf dem Papier sichtbar. Besonders geeignet sind ungefährliche, flache Strukturen wie Holzmaserungen, Blätter, Gitter, strukturierte Kartons oder geprägte Oberflächen.

Frottage kann nicht nur künstlerisch, sondern auch zur Dokumentation von Oberflächenstrukturen genutzt werden.

Für Deine experimentelle Grafik musst Du die Frottage nicht als fertiges Bild betrachten. Schneide eine Frottage aus, klebe sie in eine Collage, zeichne mit Tusche darüber oder digitalisiere sie und verwende sie später als digitale Textur.


Druckspuren: Abdruck statt Zeichnung

Beim Drucken wird eine Spur durch Übertragung erzeugt. Im Unterricht kannst Du mit einfachen und ungefährlichen Verfahren arbeiten: mit Schwämmen, Kartonrändern, Korken, strukturierten Materialien, Schablonen, Blättern oder selbst gebauten Druckflächen.

Eine Monotypie ist ein Verfahren, bei dem ein einzelner, nicht identisch wiederholbarer Druck entsteht. Für experimentelle Grafik ist die Idee besonders interessant: Du kannst einen einmaligen Abdruck als Zufallsgrundlage benutzen und danach weiterzeichnen, überkleben oder erneut bedrucken.


Druckspur-Experiment

  1. Wähle drei ungefährliche Gegenstände mit deutlich unterschiedlichen Oberflächen.
  2. Teste jeden Gegenstand zuerst auf einem Probeblatt.
  3. Erzeuge eine dichte und eine lockere Zone.
  4. Drucke mindestens eine Spur über eine vorhandene Zeichnung.
  5. Entscheide danach, welche Spur weiterbearbeitet und welche teilweise verdeckt wird.


Ungewöhnliche Werkzeuge

Ein Werkzeug muss nicht ursprünglich zum Zeichnen hergestellt worden sein. Für experimentelle Grafik kannst Du ungefährliche Alltagsgegenstände verwenden, wenn die Lehrkraft sie erlaubt. Interessant sind etwa Kartonkanten, Wattestäbchen, Schwämme, Korken, Fäden, kleine Stoffstücke, alte Zahnbürsten oder zerknülltes Papier.

Eine Zahnbürste kann beispielsweise feine Spritzspuren erzeugen. Dabei gilt: Spritze nur auf geschützter Arbeitsfläche, in Richtung des Papiers und niemals auf Personen. Verwende nur schulgeeignete, ungiftige Farben oder Tinten.

Der Sinn ungewöhnlicher Werkzeuge besteht nicht darin, möglichst verrückt zu arbeiten. Entscheidend ist, welche Spur das Werkzeug erzeugt und warum diese Spur zu Deiner Bildidee passt.


Digitale Zeichnung und digitale Schichten

Digitale Zeichnung erweitert die experimentelle Grafik um Möglichkeiten wie Ebenen, Deckkraft, digitale Pinsel, Auswahl, Skalierung, Spiegelung und Rückgängig-Funktionen. Diese Werkzeuge ersetzen die analogen Verfahren nicht. Besonders spannend wird es, wenn Du beide Bereiche kombinierst.

Ein möglicher Ablauf ist: Erzeuge zuerst eine Kohlezeichnung oder Frottage. Fotografiere sie. Öffne das Bild in einer geeigneten Zeichen-App. Lege darüber eine neue Ebene und ergänze Linien. Verändere anschließend die Deckkraft oder verschiebe einzelne digitale Elemente. So entsteht eine Verbindung aus analoger Spur und digitaler Überarbeitung.


Zufall bewusst nutzen

Zufall bedeutet nicht, dass alles beliebig ist. In einer guten experimentellen Arbeit triffst Du nach dem Zufall neue Entscheidungen. Du kannst zum Beispiel Papier falten und einen Abdruck erzeugen, einen Tropfen verlaufen lassen, eine Frottage an einer unbekannten Stelle beginnen oder zwei zufällig gewählte Werkzeuge kombinieren.

Danach beginnt der wichtige zweite Schritt: Auswahl. Frage Dich, welche Stelle spannend wirkt. Vielleicht erinnert Dich eine Form an eine Landschaft, ein Tier, eine Maschine oder etwas völlig Abstraktes. Du musst diese Form nicht vollständig ausarbeiten. Es reicht, wenn Du sie durch weitere Spuren verstärkst oder in einen neuen Zusammenhang stellst.


Überarbeitung: Das Bild darf sich verändern

Viele Lernende möchten eine misslungene Stelle sofort löschen oder ein neues Blatt beginnen. In der experimentellen Grafik kann gerade diese Stelle wertvoll sein. Überarbeitung bedeutet, dass Du auf einen vorhandenen Zustand reagierst.

Du kannst eine Stelle verdunkeln, überkleben, wegwischen, ausschneiden, überdrucken, digital verändern, mit einer neuen Linie verbinden oder teilweise stehen lassen. Wichtig ist, dass eine Überarbeitung eine Entscheidung ist und nicht nur ein Verstecken.

Ein hilfreicher Satz lautet: Nicht fragen: Ist es falsch? Sondern: Was kann daraus werden?


Schichtung: Bilder bauen statt nur zeichnen

Schichtung bedeutet, dass mehrere Bildzustände übereinanderliegen. Einige Schichten bleiben sichtbar, andere werden teilweise verdeckt. Dadurch kann ein Bild Tiefe, Dichte und Geschichte bekommen.

Eine mögliche Reihenfolge wäre: Frottage als Grund, darüber Collage, anschließend Tuschelinien, danach ein Druck und zum Schluss eine digitale Ergänzung. Diese Reihenfolge ist aber nicht vorgeschrieben. Experimentell wird es gerade dann, wenn Du unterschiedliche Folgen testest.

Schicht Beispiel Mögliche Wirkung
Erste Schicht Frottage oder Kreidefläche Struktur und Grundstimmung
Zweite Schicht Collage Bruch, Form, neue Kante
Dritte Schicht Tusche oder Kohle Linie, Kontrast, Bewegung
Vierte Schicht Druckspur Wiederholung, Rhythmus, Verdichtung
Fünfte Schicht Digitale Bearbeitung Transparenz, Verschiebung, neue Verbindung


Komposition: Wo passiert etwas?

Auch ein experimentelles Bild braucht Komposition. Überlege deshalb nicht nur, welche Technik Du benutzt, sondern auch, wo etwas im Bild geschieht. Wenn überall gleich viele Spuren sind, kann das Bild unruhig oder gleichförmig wirken. Spannender ist häufig ein Wechsel zwischen dichten und offenen Bereichen.

Achte auf Blickrichtungen, Größenunterschiede, Überlagerungen und freie Flächen. Eine große dunkle Kohleform kann ein Gegengewicht zu vielen feinen Tuschelinien bilden. Eine farbige Collagefläche kann einen Schwerpunkt setzen. Wiederholte Druckspuren können einen Rhythmus erzeugen.


Materialkombinationen bewusst planen

Experimentieren bedeutet nicht, wahllos möglichst viele Materialien zu benutzen. Eine Materialkombination wird besonders überzeugend, wenn die Eigenschaften der Materialien miteinander reagieren.

Kombination Was Du untersuchen kannst
Tusche + Kohle Scharfe Linie gegen weiche Fläche
Kohle + helle Kreide Dunkel gegen Hell, Hinzufügen gegen Herausarbeiten
Frottage + Collage Gefundene Struktur gegen gesetzte Papierform
Druckspur + Tusche Wiederholung gegen freie Linie
Collage + digitale Zeichnung Materielle Kante gegen veränderbare digitale Ebene
Kreide + Druck Weiche Farbfläche gegen klare Abdruckspur


Sicherheit und Arbeitsplatz

Für die Arbeit in Klasse 6 verwendest Du nur schulgeeignete, ungiftige Materialien. Decke den Arbeitsplatz ab und trage bei Bedarf einen Malkittel. Kohle- und Kreidestaub wird nicht weggeblasen, sondern vorsichtig entfernt. Spritztechniken werden nur auf das Papier gerichtet. Schneidewerkzeuge, Lösungsmittel oder Sprühfixative werden nur verwendet, wenn die Lehrkraft dies ausdrücklich organisiert und beaufsichtigt. Hände und Werkzeuge werden nach der Arbeit gereinigt.


Werkstattauftrag: Von der Spur zum Bild

Dein Hauptprojekt besteht aus einer experimentellen Grafik, die sichtbar in mehreren Zuständen entstanden ist.

  1. Start: Erzeuge mindestens sechs unterschiedliche Probefelder mit Spuren.
  2. Auswahl: Markiere zwei Spuren, die Du weiterentwickeln möchtest.
  3. Zufall: Baue mindestens ein nicht vollständig kontrollierbares Verfahren ein.
  4. Kombination: Verbinde mehrere Materialien oder Verfahren.
  5. Schichtung: Arbeite in mindestens drei aufeinanderfolgenden Bildzuständen.
  6. Überarbeitung: Verändere mindestens eine Stelle deutlich, statt sie einfach stehen zu lassen.
  7. Dokumentation: Fotografiere zwei oder mehr Zwischenstände.
  8. Reflexion: Erkläre am Ende, welche Entscheidungen die Bildwirkung verändert haben.


Differenzierung G/M/E im Werkstattauftrag

Bereich G M E
Materialien und Verfahren Zwei bis drei Verfahren sinnvoll verbinden Mindestens drei Verfahren mit klar unterscheidbaren Wirkungen verbinden Mehrere Verfahren eigenständig kombinieren, darunter analog-digital oder eine ungewöhnliche Werkzeugidee
Zufall Eine Zufallsspur aufnehmen Zufallsspur auswählen und gezielt weiterentwickeln Zufall mehrfach erzeugen, vergleichen und bewusst nur ausgewählte Ergebnisse integrieren
Schichtung Mindestens drei Schichten Mindestens vier Schichten mit sichtbaren Überlagerungen Schichten gezielt sichtbar, halb sichtbar oder verdeckt einsetzen
Überarbeitung Eine Stelle verändern Mehrere Bildbereiche nach Zwischenbetrachtung verändern Überarbeitung als zentrales Gestaltungsmittel einsetzen und begründen
Reflexion Wirkung mit passenden Adjektiven beschreiben Entscheidungen mit Fachbegriffen erklären Alternativen vergleichen und die eigene Strategie kritisch bewerten


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist für experimentelle Grafik besonders typisch? (Das Erproben und Kombinieren unterschiedlicher Spuren und Verfahren) (!Das genaue Kopieren nur eines vorgegebenen Bildes) (!Das Arbeiten ausschließlich mit Bleistift) (!Das Vermeiden jeder Veränderung)




Welche Aussage beschreibt Zufall in der experimentellen Grafik am besten? (Zufall kann einen Ausgangspunkt liefern, auf den anschließend bewusst reagiert wird) (!Zufall bedeutet, dass keine Entscheidungen mehr getroffen werden) (!Zufall darf nur bei digitalen Bildern vorkommen) (!Zufall macht jede Überarbeitung unmöglich)




Was geschieht bei einer Frottage? (Eine Oberflächenstruktur wird durch Reiben auf Papier übertragen) (!Papier wird ausschließlich gefaltet) (!Farbe wird nur mit einem Lineal gezogen) (!Ein Bild wird nur am Computer gespiegelt)




Welche Eigenschaft ist für Zeichenkohle besonders nützlich? (Sie kann gezeichnet, verwischt und teilweise wieder aufgehellt werden) (!Sie erzeugt nur farbige Wasserflächen) (!Sie funktioniert nur auf Metall) (!Sie kann nicht verändert werden)




Was bedeutet Schichtung im Bild? (Mehrere Bildzustände oder Materialien liegen ganz oder teilweise übereinander) (!Jede Technik wird auf einem eigenen Blatt beendet) (!Alle Linien müssen gleich aussehen) (!Nur der Hintergrund darf sichtbar sein)




Welche Kombination erzeugt einen deutlichen Materialkontrast? (Weiche Kohlefläche und scharfe Tuschelinie) (!Zwei völlig gleiche Kopien derselben Linie) (!Nur ein leerer Bildrand) (!Ausschließlich ein einziges digitales Werkzeug)




Wozu kann eine Collage in einer experimentellen Grafik dienen? (Sie kann neue Formen, Kanten und Bildebenen einführen) (!Sie verhindert jede weitere Zeichnung) (!Sie darf nur aus einem einzigen Papierstück bestehen) (!Sie ersetzt grundsätzlich jede Komposition)




Was ist bei einer Überarbeitung besonders wichtig? (Eine vorhandene Bildstelle bewusst weiterzuentwickeln) (!Jede unerwartete Spur sofort zu entfernen) (!Das Bild nie mehr anzusehen) (!Nur noch dieselbe Spur zu wiederholen)




Welche Möglichkeit bietet digitale Zeichnung besonders direkt? (Das Arbeiten mit getrennten Ebenen und veränderbarer Deckkraft) (!Das Reiben einer realen Holzmaserung ohne Aufnahme) (!Das Entstehen von echtem Kohlenstaub) (!Das Kleben von Papier ohne Material)




Was macht eine Materialkombination überzeugend? (Die Eigenschaften der Materialien werden passend zur Bildwirkung eingesetzt) (!Es werden möglichst viele Werkzeuge ohne Auswahl verwendet) (!Alle Spuren werden gleich groß gemacht) (!Jede Schicht verdeckt immer vollständig die vorherige)





Memory

Tusche fließende oder präzise Linie
Zeichenkohle verwischbare dunkle Fläche
Frottage abgeriebene Oberflächenstruktur
Collage zusammengefügte Papierelemente
Monotypie einmaliger Druck
Schichtung übereinanderliegende Bildzustände
Überarbeitung bewusste Veränderung eines Zwischenstands





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Tusche Fließspur
Kohle Wischfläche
Frottage Reibstruktur
Collage Papiermontage
Digitalzeichnung Ebenenarbeit




...


Kreuzworträtsel

Schichtung Wie heißt das Übereinanderlegen mehrerer Bildzustände?
Collage Welche Technik verbindet verschiedene aufgeklebte Bildelemente?
Frottage Wie heißt das Verfahren zum Abreiben einer Oberflächenstruktur?
Kontrast Wie heißt ein deutlicher Gegensatz zwischen Bildwirkungen?
Tusche Welches flüssige Zeichenmittel kann mit Pinsel oder Feder eingesetzt werden?
Ebenen Wie nennt man getrennte Bildschichten in vielen Zeichenprogrammen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Experimentelle Grafik untersucht unterschiedliche

und ihre Wirkung.
Bei einer Frottage wird eine Oberflächenstruktur durch

sichtbar gemacht.
Zeichenkohle kann gezeichnet, verwischt und mit dem Radiergummi wieder

werden.
Bei einer Collage werden verschiedene Bildelemente zu einem neuen

verbunden.
Ein einmaliger experimenteller Druck kann als

bezeichnet werden.
Ein zufällig entstandener Fleck kann als Ausgangspunkt für eine bewusste

dienen.
Mehrere übereinanderliegende Bildzustände bilden eine

.
In einer digitalen Zeichnung können getrennte Bildschichten als

organisiert werden.
Ein deutlicher Gegensatz zwischen hell und dunkel ist ein

.
Beim experimentellen Arbeiten folgt auf das Ausprobieren eine bewusste

.




Offene Aufgaben


Leicht – G

  1. Spurenalphabet: Erzeuge mit drei Werkzeugen mindestens zwölf deutlich unterschiedliche Linien und ordne ihnen passende Wirkungswörter zu.
  2. Struktursuche: Sammle auf einem Blatt mindestens fünf ungefährliche Oberflächenstrukturen durch Frottage und kombiniere zwei davon zu einer neuen Form.
  3. Kohle verändern: Lege eine Kohlefläche an, zeichne hinein, verwische sie und hole anschließend mit dem Radiergummi helle Spuren zurück.
  4. Papier trifft Linie: Erstelle eine kleine Collage aus wenigen Papierformen und zeichne mit einem zweiten Verfahren über mindestens zwei Klebekanten hinweg.


Standard – M

  1. Druckspur-Serie: Entwickle mit drei unterschiedlichen Gegenständen eine Serie aus Druckspuren und untersuche Rhythmus, Dichte und Überlagerung.
  2. Zufall und Entscheidung: Erzeuge mit Tusche eine Zufallsspur, markiere drei interessante Stellen und entwickle nur eine davon bewusst weiter.
  3. Dichte und Leere: Gestalte ein Bild mit einer sehr dichten und einer bewusst freien Zone. Nutze mindestens drei Materialien und erkläre den Blickweg.
  4. Drei Zustände: Fotografiere Dein Bild nach drei verschiedenen Arbeitsständen und beschreibe, was jede neue Schicht verändert hat.


Schwer – E

  1. Analog-digitales Hybridbild: Erzeuge eine analoge Grundlage aus Kohle, Frottage oder Druck, digitalisiere sie und ergänze mindestens zwei digitale Ebenen mit unterschiedlicher Funktion.
  2. Werkzeugerfindung: Entwickle aus ungefährlichen Alltagsmaterialien ein eigenes Zeichen- oder Druckwerkzeug, teste es systematisch und integriere die beste Spur in ein größeres Bild.
  3. Überarbeitungsexperiment: Erstelle zwei Varianten desselben Zwischenstands. Überarbeite jede Variante anders und vergleiche anschließend, welche Bildwirkung stärker ist.
  4. Prozessprojekt: Plane eine Grafik, bei der Zufall, bewusste Auswahl, Schichtung und Überarbeitung jeweils sichtbar eine eigene Rolle spielen. Dokumentiere Deine Entscheidungen in Bildern und kurzen Kommentaren.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Materialvergleich: Du hast eine weiche Kohlefläche und feine Tuschelinien zur Verfügung. Erkläre, wie Du damit Spannung erzeugen würdest, ohne ein konkretes Motiv vorzugeben.
  2. Zufall weiterdenken: Beschreibe drei unterschiedliche Möglichkeiten, wie Du auf einen unerwarteten Fleck reagieren könntest. Begründe, welche Möglichkeit Du für ein ruhiges und welche für ein dynamisches Bild wählen würdest.
  3. Schichten planen: Entwickle für ein Bild eine sinnvolle Reihenfolge aus Frottage, Collage, Tusche und Druck. Erkläre, warum eine andere Reihenfolge zu einer anderen Wirkung führen würde.
  4. Bildbalance: In einem Bild ist die linke Hälfte sehr dunkel und dicht, die rechte fast leer. Schlage zwei unterschiedliche Überarbeitungen vor und beschreibe ihre Wirkung.
  5. Analog und digital: Erkläre, welchen Vorteil eine digitale Ebene bei der Weiterbearbeitung einer fotografierten Kohlezeichnung haben kann und was dabei gegenüber dem Original verloren gehen könnte.
  6. Entscheidungen begründen: Wähle zwei Arbeitsschritte aus Deinem eigenen Prozess, die das Bild deutlich verändert haben. Erkläre jeweils Ausgangslage, Entscheidung und Wirkung.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu BK6 - Experimentelle Grafik sind nicht nur das Endbild, sondern auch Dein Arbeitsprozess und Deine Entscheidungen wichtig.

  1. Prozessdokumentation: Zeige Probeblätter und mindestens zwei Zwischenstände.
  2. Materialvielfalt: Weise nach, dass Du mehrere Materialien oder Verfahren erprobt und sinnvoll ausgewählt hast.
  3. Zufallsstrategie: Markiere eine Stelle, die nicht vollständig geplant entstanden ist, und erkläre Deine Reaktion darauf.
  4. Überarbeitung: Zeige eine Stelle, die Du sichtbar weiterentwickelt, verdeckt, entfernt oder neu verbunden hast.
  5. Schichtung: Erkläre die Reihenfolge wichtiger Bildschichten.
  6. Bildwirkung: Beschreibe Kontraste, Verdichtungen, freie Flächen oder Blickrichtungen.
  7. Fachsprachliche Reflexion: Verwende passende Begriffe wie Spur, Struktur, Kontrast, Collage, Frottage, Druck, Ebene, Zufall und Überarbeitung.
  8. G/M/E-Einschätzung: Ordne Deine Arbeit begründet einem Niveau zu und nenne einen konkreten nächsten Entwicklungsschritt.




OERs zum Thema


Weiterführende freie Medien

Die in diesem aiMOOC eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Besonders hilfreich sind dort Bildsammlungen zu Zeichenkohle, Kreide, Collage, Frottage, Druckgrafik und digitalen Zeichenwerkzeugen. Vergleiche verschiedene Beispiele nicht danach, welches Bild Dir einfach am besten gefällt, sondern danach, welche Spur, Materialwirkung oder Schichtung Du für Dein eigenes Experiment untersuchen möchtest.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...