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BK6 - Eine Klassen-Galerie gestalten

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BK6 - Eine Klassen-Galerie gestalten




BK6 - Eine Klassen-Galerie gestalten


Einleitung

Eine Klassen-Galerie macht aus Euren eigenen Arbeiten eine echte Ausstellung. Dabei geht es nicht nur darum, Bilder an eine Wand zu hängen. Du überlegst gemeinsam mit Deiner Klasse, welche Werke gezeigt werden, wie sie im Raum angeordnet sind, wie Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung gehen, welche Informationen auf Beschriftungen stehen, wie Licht die Wirkung verändert und wie die Ausstellung eröffnet wird.

Beim Gestalten einer Galerie übernimmst Du Aufgaben, die auch in Museen und Galerien wichtig sind. Wer eine Ausstellung plant, trifft eine Auswahl, ordnet Werke, gestaltet Räume, schreibt Texte und entwickelt einen Weg für das Publikum. Dieses planvolle Zusammenstellen nennt man auch Kuratieren. In einer Klassen-Galerie seid Ihr deshalb gleichzeitig Künstlerinnen und Künstler, Kuratorinnen und Kuratoren, Ausstellungsgestalterinnen und Ausstellungsgestalter sowie Gastgeberinnen und Gastgeber.

Das Beispiel einer Schüler-Kunstausstellung zeigt: Schon unterschiedliche Formate, Farben und Themen können zusammen eine spannende Gesamtwirkung erzeugen. Entscheidend ist, dass die Anordnung bewusst geplant wird und die einzelnen Arbeiten genügend Aufmerksamkeit erhalten.

Das Video zeigt, wie das Kuratieren einer Ausstellung als gestalterischer Prozess verstanden werden kann. Für Klasse 6 kannst Du besonders darauf achten, wie Werke ausgewählt, miteinander in Beziehung gesetzt und im Raum präsentiert werden.


Lernziele

Am Ende dieses aiMOOCs kannst Du eine kleine Klassen-Galerie von der ersten Idee bis zur Eröffnung mitplanen. Du lernst, künstlerische Arbeiten nach begründeten Kriterien auszuwählen, einen Raumplan zu lesen und zu zeichnen, Hängung und Aufstellung zu erproben, verständliche Werkbeschriftungen zu formulieren, einen Besucherweg zu entwickeln, einfache Beleuchtungslösungen zu beurteilen und eine Ausstellungseröffnung vorzubereiten.

Dabei arbeitest Du auf drei Niveaustufen:

Niveau Schwerpunkt Typische Leistung
G – Grundniveau Du arbeitest mit klaren Vorgaben und Vorlagen. Du wählst passende Werke aus, ordnest sie übersichtlich an, schreibst kurze Beschriftungen und markierst einen einfachen Besucherweg.
M – Mittleres Niveau Du vergleichst mehrere Möglichkeiten und begründest Entscheidungen. Du entwickelst einen Raumplan, bildest sinnvolle Werkgruppen, planst Abstände und erklärst, warum Dein Besucherweg funktioniert.
E – Erweitertes Niveau Du entwickelst ein eigenes Ausstellungskonzept und wägest Wirkungen gegeneinander ab. Du verbindest Auswahl, Raumwirkung, Licht, Beschriftung, digitale Präsentation, Barrierearmut und Eröffnung zu einem schlüssigen Gesamtkonzept.


Was macht eine Ausstellung aus?

Eine Ausstellung ist eine geplante Präsentation von Gegenständen, Bildern, Skulpturen, Medien oder anderen Arbeiten für ein Publikum. In einer Kunstausstellung werden Werke nicht zufällig verteilt. Die Gestaltung des Raums, Stell- und Trennwände, Beschriftungen, Beleuchtung und Wege beeinflussen, wie Besucherinnen und Besucher die Werke wahrnehmen.

Eine Ausstellung kann nach unterschiedlichen Prinzipien gegliedert sein. Werke können nach Thema, Technik, Farbe, Format, Entstehungsprozess, Stimmung oder einer erzählten Geschichte geordnet werden. Auch Gegensätze können spannend sein: groß und klein, hell und dunkel, ruhig und bewegt, realistisch und abstrakt.

Bei einer Klassen-Galerie ist besonders wichtig, dass die Auswahl fair, nachvollziehbar und wertschätzend geschieht. Eine Ausstellung muss nicht nur die vermeintlich „besten“ Arbeiten zeigen. Sie kann auch unterschiedliche Lösungswege, Ideen, Experimente und Lernfortschritte sichtbar machen.


Die Leitfrage der Galerie

Eine gute Klassen-Galerie hat eine erkennbare Idee. Die Leitfrage kann zum Beispiel lauten: Wie unterschiedlich kann ein gemeinsames Thema gestaltet werden? oder Welche Wirkung haben Farbe, Form und Material auf die Stimmung eines Bildes?

Die Leitfrage hilft bei fast allen Entscheidungen. Ein Werk passt dann nicht nur deshalb in die Ausstellung, weil es schön aussieht, sondern weil es etwas zum gemeinsamen Thema beiträgt.


Rollen im Ausstellungsteam

In einer Klasse können Aufgaben verteilt werden, damit viele Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen.

Rolle Aufgabe
Kurationsteam entwickelt Thema und Auswahlkriterien und achtet auf eine nachvollziehbare Zusammenstellung
Raumteam vermisst den Raum, zeichnet den Plan und entwickelt Besucherwege
Hängungs- und Aufstellungsteam plant Position, Höhe, Abstand und sichere Befestigung der Arbeiten
Textteam schreibt Titel, Werkbeschriftungen, Wandtexte und Einladungen
Lichtteam prüft Helligkeit, Schatten, Spiegelungen und Wirkung der vorhandenen Beleuchtung
Digitalteam erstellt mit Erlaubnis eine digitale Galerie oder eine Präsentation für Bildschirm und Beamer
Eröffnungsteam plant Begrüßung, Führung, Musik, Gästebuch und Ablauf der Ausstellungseröffnung
Dokumentationsteam fotografiert nach Absprache den Aufbau und hält Entscheidungen und Ergebnisse fest


Phase 1: Werke auswählen

Bevor Ihr etwas aufhängt, braucht Ihr ein Auswahlverfahren. Die Auswahl sollte zur Leitfrage passen und mehrere Sichtweisen zeigen.

Mögliche Auswahlkriterien sind: Bezug zum Thema, interessante Bildidee, besondere Farbwirkung, ungewöhnliche Technik, erkennbarer Arbeitsprozess, starker Kontrast zu anderen Werken oder ein wichtiger Lernfortschritt.

Ein faires Verfahren kann in mehreren Schritten stattfinden:

  1. Selbstauswahl: Jede Person schlägt mindestens eine eigene Arbeit vor und erklärt kurz, warum sie zur Ausstellung passt.
  2. Gruppenauswahl: Kleine Teams vergleichen die Vorschläge anhand vorher vereinbarter Kriterien.
  3. Gesamtauswahl: Die Klasse prüft, ob unterschiedliche Techniken, Formate, Themen und Ausdrucksweisen vertreten sind.
  4. Raumprüfung: Erst danach wird geklärt, welche Werke im vorhandenen Raum tatsächlich gut und sicher präsentiert werden können.

Wichtig: Ablehnung eines Werkes bedeutet nicht, dass das Werk „schlecht“ ist. Für eine Ausstellung wird immer in Bezug auf ein bestimmtes Konzept und einen begrenzten Raum ausgewählt.


G/M/E-Differenzierung zur Auswahl

Niveau Auftrag
G Wähle drei Werke aus und ordne jedem Werk ein vorher festgelegtes Kriterium zu.
M Wähle fünf Werke aus, vergleiche zwei mögliche Zusammenstellungen und begründe Deine Entscheidung.
E Entwickle ein eigenes Auswahlraster mit mindestens vier Kriterien und erkläre, welche Vielfalt oder Aussage dadurch sichtbar wird.


Phase 2: Den Raum untersuchen und planen

Bevor die Hängung beginnt, wird der Ausstellungsraum genau betrachtet. Dazu gehören Wände, Türen, Fenster, Heizkörper, Tische, Stellwände, Steckdosen, Lichtquellen und freie Wege.

Ein Raumplan hilft, die Ausstellung zuerst auf Papier oder digital zu erproben. Dabei markierst Du mindestens Eingang, Ausgang, Wände, Fenster, große Möbel, Stellwände und mögliche Präsentationsflächen.

Ein professioneller Grundriss kann sehr komplex sein. Für Klasse 6 genügt ein vereinfachter Plan. Entscheidend ist, dass Lage und Größe der wichtigsten Flächen ungefähr stimmen.


Einen einfachen Grundriss zeichnen

Für einen Klassenraum oder Flur kannst Du so vorgehen:

  1. Raum vermessen: Miss mit Unterstützung die Länge und Breite der nutzbaren Flächen.
  2. Maßstab wählen: Übertrage den Raum verkleinert auf kariertes Papier.
  3. Feste Elemente markieren: Zeichne Türen, Fenster und Möbel ein.
  4. Ausstellungsflächen markieren: Kennzeichne Wände, Stellwände, Tische, Sockel und digitale Stationen.
  5. Besucherweg prüfen: Zeichne Pfeile ein und prüfe, ob der Weg verständlich und sicher bleibt.


G/M/E-Differenzierung zum Raumplan

Niveau Auftrag
G Zeichne einen vereinfachten Raumplan und markiere Eingang, Ausgang und drei Ausstellungsflächen.
M Arbeite mit einem vereinbarten Maßstab und plane zusätzlich einen Besucherweg mit mindestens zwei Stationen.
E Entwickle zwei unterschiedliche Raumvarianten und vergleiche sie hinsichtlich Übersicht, Wirkung, Sicherheit und Zugänglichkeit.


Phase 3: Hängung und Aufstellung planen

Zweidimensionale Arbeiten können an Wänden oder Stellwänden gezeigt werden. Dreidimensionale Arbeiten brauchen stabile Tische, Sockel, Vitrinen oder andere sichere Flächen. Auch Bücher, Skizzenhefte, Modelle, Reliefs und digitale Arbeiten benötigen eine passende Präsentationsform.

Das Bild zeigt eine Hängesituation in einer Kunstausstellung. Für Eure Klassen-Galerie gilt: Bevor etwas befestigt wird, sollte die Anordnung am Boden, mit Papier-Schablonen oder auf einem Plan getestet werden.


Hängungsarten

Eine Reihenhängung ordnet Werke auf einer gemeinsamen Linie und wirkt ruhig. Eine Rasterhängung arbeitet mit gleichmäßigen Reihen und Abständen. Eine freie Hängung kann lebendig wirken, benötigt aber besonders sorgfältige Planung. Eine Petersburger Hängung zeigt viele Werke dicht beieinander und kann für eine große Vielfalt geeignet sein, darf jedoch nicht unübersichtlich werden.

Für Klasse 6 lohnt es sich, zunächst mit Papierformen in den Größen der Bilder zu experimentieren. So könnt Ihr verschieben, ohne die Wand zu beschädigen.

Stellwände schaffen zusätzliche Flächen und können den Raum gliedern. Gleichzeitig verändern sie den Besucherweg. Deshalb müssen Stellwände standsicher sein und so aufgestellt werden, dass Wege und Ausgänge frei bleiben.


Dreidimensionale Arbeiten aufstellen

Skulpturen und Modelle müssen kippsicher stehen. Sehr kleine Arbeiten brauchen möglicherweise eine erhöhte Fläche, damit sie sichtbar werden. Empfindliche oder leicht verschiebbare Objekte dürfen nicht an engen Durchgängen stehen.

Hier wird sichtbar, wie Wandarbeiten und Skulpturen auf Sockeln gemeinsam präsentiert werden können. Der freie Raum zwischen den Objekten ist Teil der Gestaltung.


Sicherheitsregeln beim Aufbau

Der Aufbau einer Ausstellung darf nur so erfolgen, dass niemand gefährdet wird. Leitern, hohe Tritte, Bohrarbeiten oder elektrische Installationen gehören in die Verantwortung von Erwachsenen. Kabel dürfen nicht zu Stolperfallen werden. Flucht- und Durchgangswege müssen frei bleiben. Schwere Arbeiten brauchen sichere Befestigungen. Lampen dürfen keine heißen oder empfindlichen Materialien gefährden.

Für Eure Klasse gilt deshalb: Erst planen, dann mit der Lehrkraft prüfen, danach aufbauen.


Phase 4: Beschriftungen gestalten

Eine Werkbeschriftung hilft dem Publikum, ein Werk zuzuordnen und genauer hinzusehen. Sie sollte kurz, lesbar und einheitlich gestaltet sein.

Eine einfache Beschriftung kann enthalten:

Element Beispiel
Titel Stadt im Regen
Name Vorname oder vereinbarte Kennzeichnung
Entstehungsjahr Schuljahr oder Jahr
Technik Wasserfarbe und Fineliner auf Papier
Kurztext Die starken Hell-Dunkel-Kontraste sollen die nasse Straße besonders glänzend wirken lassen.

Wenn Arbeiten öffentlich oder digital gezeigt werden, müssen Namen, Fotos und personenbezogene Angaben nach den Regeln der Schule und mit den erforderlichen Einwilligungen verwendet werden. Für eine digitale Galerie kann eine anonyme oder nur mit Vornamen versehene Beschriftung sinnvoll sein, wenn die Schule dies entsprechend vorsieht.


Gute Texte für Klasse 6

Eine verständliche Werkbeschriftung erklärt nicht alles. Sie gibt einen Hinweis und lässt dem Publikum Raum zum eigenen Entdecken. Vermeide deshalb lange Texte direkt neben dem Bild.

G: Schreibe Titel, Technik und einen Erklärungssatz.

M: Ergänze eine Information zur Bildidee oder Wirkung.

E: Formuliere zusätzlich eine offene Frage an das Publikum, die zum genauen Betrachten anregt.


Phase 5: Den Besucherweg gestalten

Eine Ausstellung ist auch eine Bewegung durch den Raum. Der Besucherweg entscheidet mit darüber, was zuerst gesehen wird, welche Werke sich gegenüberstehen und wo Menschen stehen bleiben können.

Ein Besucherweg kann linear sein, also von einer Station zur nächsten führen. Er kann offen sein, sodass Besucherinnen und Besucher frei wählen. Oder er kann verzweigt sein und mehrere Möglichkeiten anbieten.

Gute Besucherwege berücksichtigen:

  1. Orientierung: Ist klar, wo die Ausstellung beginnt?
  2. Abstand: Kann man Werke aus der Nähe und aus etwas Entfernung betrachten?
  3. Begegnung: Können mehrere Personen gleichzeitig schauen, ohne sich zu blockieren?
  4. Zugänglichkeit: Sind Wege möglichst barrierearm und frei von unnötigen Hindernissen?
  5. Dramaturgie: Gibt es einen spannenden Anfang, interessante Übergänge und einen bewussten Abschluss?

Betrachte Ausstellungsräume immer auch aus Sicht des Publikums. Ein Werk kann an sich spannend sein und trotzdem schlecht wirken, wenn man es nur aus einem ungünstigen Winkel sehen kann.


Besucherweg testen

Vor der Eröffnung sollte die Klasse einen Probelauf machen. Eine Gruppe übernimmt die Rolle des Publikums, eine zweite beobachtet. Danach wird ausgewertet: Wo entstehen Engstellen? Wo übersieht man Werke? Wo fehlt Orientierung? Wo ist eine Pause sinnvoll?

E-Niveau: Entwickle zusätzlich eine Variante für Besucherinnen und Besucher, die weniger laufen können, einen ruhigeren Weg brauchen oder bestimmte Bereiche aus einer anderen Höhe betrachten.


Phase 6: Mit Licht gestalten

Licht beeinflusst die Wirkung von Farben, Oberflächen und Formen. Direktes Licht kann starke Kontraste erzeugen. Weiches Licht verteilt sich gleichmäßiger. Ungünstiges Licht kann spiegeln, blenden oder wichtige Details verschlucken.

Strahler an Stromschienen ermöglichen in professionellen Ausstellungen eine gezielte Beleuchtung. In der Schule arbeitet Ihr in der Regel mit der vorhandenen Beleuchtung. Ihr könnt trotzdem untersuchen, welche Positionen günstig sind und wo Reflexionen entstehen.

Dieses ausführliche Video des Smithsonian American Art Museum behandelt Museumsbeleuchtung. Für Klasse 6 eignen sich ausgewählte Ausschnitte, um zu erkennen, dass Licht nicht nur Helligkeit erzeugt, sondern auch Wahrnehmung und Schutz von Ausstellungsstücken betrifft.


Licht-Check für die Klassen-Galerie

Prüfe nacheinander: Ist das Werk gut erkennbar? Spiegelt die Oberfläche? Wirft eine Person beim Betrachten einen störenden Schatten? Gibt es Blendung? Wirkt die Farbe unter dem vorhandenen Licht noch überzeugend? Ist die Beleuchtung sicher?

G: Finde eine günstige und eine ungünstige Lichtstelle.

M: Vergleiche zwei Beleuchtungssituationen und begründe Deine Wahl.

E: Entwickle für drei unterschiedliche Werke jeweils eine passende Lichtidee und erkläre, wie Material, Farbe und Betrachtungswinkel zusammenwirken.


Phase 7: Eine digitale Galerie ergänzen

Eine Klassen-Galerie kann zusätzlich digital dokumentiert oder erweitert werden. Möglich sind zum Beispiel eine Präsentation auf einem Bildschirm, eine Bildergalerie auf der schulischen Lernplattform, ein digitaler Rundgang oder ein Video, das den Ausstellungsaufbau zeigt.

Digitale Displays können Informationen ergänzen, ohne jede Wand mit Text zu füllen. Sie eignen sich beispielsweise für Skizzen, Entstehungsfotos, kurze Audiobeiträge oder zusätzliche Arbeiten.

Digitale und räumliche Ausstellung können sich gegenseitig ergänzen. Entscheidend ist, dass Technik einen sinnvollen Zweck erfüllt und nicht nur als Effekt eingesetzt wird.

Der virtuelle Rundgang durch eine Schüler-Kunstausstellung zeigt, wie eine reale Ausstellung auch digital zugänglich gemacht werden kann. Beobachte, wie der Rundgang Orientierung schafft und welche Werke besonders deutlich oder weniger deutlich wahrgenommen werden.

Das Beispiel „Design in Motion“ des V&A Dundee zeigt eine mobile Ausstellung und verdeutlicht, dass Ausstellungsgestaltung auch für wechselnde Orte und unterschiedliche Besuchergruppen geplant werden kann.


Datenschutz und Urheberrecht in der digitalen Galerie

Eigene Schülerarbeiten sind ebenfalls urheberrechtlich geschützte Werke. Eine Veröffentlichung im Internet ist deshalb etwas anderes als das Aufhängen im Klassenraum. Bevor Namen, Porträts oder Arbeiten öffentlich online gezeigt werden, muss die Schule klären, welche Einwilligungen notwendig sind. Verwende keine fremden Bilder einfach aus dem Internet, sondern nur Materialien, deren Nutzung erlaubt ist, zum Beispiel passende freie Medien mit geklärter Lizenz.


Phase 8: Die Ausstellungseröffnung planen

Die feierliche Eröffnung einer Kunstausstellung wird häufig Vernissage genannt. In der Schule kann Eure Ausstellungseröffnung kleiner und einfacher sein. Wichtig ist, dass Gäste wissen, worum es geht, sich willkommen fühlen und die Werke selbst entdecken können.

Eine Ausstellungseröffnung kann verschiedene Elemente enthalten: Begrüßung, kurze Vorstellung der Ausstellungsidee, Rundgang, Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstlern, Gästebuch, musikalischer Beitrag oder eine kleine Mitmachstation.


Ablauf einer möglichen Eröffnung

  1. Empfang: Zwei Personen begrüßen die Gäste und zeigen, wo der Rundgang beginnt.
  2. Begrüßung: Eine kurze Ansprache erklärt Thema, Entstehung und Besonderheit der Ausstellung.
  3. Erkundung: Die Gäste bewegen sich selbstständig oder in kleinen Gruppen durch die Galerie.
  4. Kunstgespräch: Schülerinnen und Schüler beantworten Fragen zu ausgewählten Arbeiten.
  5. Mitmachangebot: Gäste hinterlassen einen Gedanken, eine Zeichnung oder einen Kommentar.
  6. Abschluss: Das Eröffnungsteam bedankt sich und weist auf Öffnungszeit oder digitale Galerie hin.


G/M/E-Differenzierung zur Eröffnung

Niveau Auftrag
G Übernimm eine klar abgegrenzte Rolle wie Begrüßung, Wegweisung oder Gästebuch.
M Plane mit einem Team einen Teil des Programms und formuliere einen kurzen Moderationstext.
E Entwickle einen vollständigen Ablauf mit Zeitplan, Rollen, Ersatzplan und Möglichkeiten für unterschiedliche Besuchergruppen.


Phase 9: Aufbauplan und Zeitplan

Eine Klassen-Galerie gelingt besser, wenn nicht alles am letzten Tag geschieht.

Arbeitsschritt Ergebnis
1. Thema klären Leitfrage und Ausstellungstitel
2. Werke auswählen begründete Werkliste
3. Raum planen Grundriss und Besucherweg
4. Anordnung testen Hängungs- und Aufstellungsplan
5. Texte schreiben Werkbeschriftungen und Einführung
6. Licht prüfen einfache Lichtentscheidung
7. Digital ergänzen Präsentation oder Rundgang nach Absprache
8. Aufbauen fertige und sichere Ausstellung
9. Eröffnung proben verlässlicher Ablauf und Rollen
10. Auswerten Feedback und Verbesserungen


Checkliste für die fertige Klassen-Galerie

Vor der Eröffnung prüft Ihr gemeinsam, ob alle wichtigen Entscheidungen zusammenpassen.

  1. Auswahl prüfen: Ist erkennbar, warum diese Werke zusammen gezeigt werden?
  2. Hängung prüfen: Sind Abstände, Höhen und Werkgruppen bewusst gestaltet?
  3. Aufstellung prüfen: Stehen dreidimensionale Werke sicher und gut sichtbar?
  4. Beschriftung prüfen: Sind Texte kurz, richtig, lesbar und einheitlich?
  5. Besucherweg prüfen: Kann man sich orientieren und ohne unnötige Hindernisse bewegen?
  6. Licht prüfen: Sind Werke gut sichtbar und frei von störender Blendung?
  7. Eröffnung prüfen: Sind Rollen, Reihenfolge und Begrüßung geklärt?
  8. Digitales prüfen: Sind Einwilligungen, Rechte und Dateinamen geklärt?
  9. Sicherheit prüfen: Sind Ausgänge, Wege, Befestigungen und Kabel kontrolliert?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist beim Kuratieren einer Klassen-Galerie besonders wichtig? (Werke begründet auswählen und miteinander in Beziehung setzen) (!Alle Werke möglichst dicht nebeneinander hängen) (!Nur die größten Arbeiten auswählen) (!Beschriftungen ganz weglassen)




Wozu dient ein Raumplan vor dem Aufbau? (Er hilft bei der Planung von Flächen Wegen und Stationen) (!Er ersetzt alle Werkbeschriftungen) (!Er legt automatisch die beste Beleuchtung fest) (!Er macht eine Sicherheitsprüfung überflüssig)




Was sollte ein guter Besucherweg ermöglichen? (Orientierung und ein sicheres Betrachten der Werke) (!Möglichst viele Engstellen) (!Nur einen einzigen Blickwinkel) (!Das Verdecken von Ausgängen)




Welche Angabe gehört typischerweise auf eine Werkbeschriftung? (Titel und Technik des Werkes) (!Private Adresse der Künstlerin oder des Künstlers) (!Bewertung durch die Lehrkraft) (!Preisangabe für jedes Schülerwerk)




Warum testet man die Hängung zunächst mit Papierformen oder auf einem Plan? (Weil Anordnungen ohne Beschädigung verändert werden können) (!Weil echte Werke grundsätzlich nicht aufgehängt werden dürfen) (!Weil Beschriftungen dadurch unnötig werden) (!Weil der Raum danach nicht mehr vermessen werden muss)




Was ist bei Stellwänden besonders zu beachten? (Sie müssen standsicher sein und Wege freilassen) (!Sie sollen immer direkt vor Türen stehen) (!Sie müssen höher als die Raumdecke sein) (!Sie dürfen nur digitale Arbeiten tragen)




Welche Wirkung kann ungünstiges Licht haben? (Es kann spiegeln blenden oder Details verdecken) (!Es verbessert automatisch jede Farbe) (!Es macht alle Werke gleich groß) (!Es ersetzt die Raumplanung)




Was ist eine Vernissage? (Eine feierliche Ausstellungseröffnung) (!Eine Technik zum Zeichnen von Grundrissen) (!Eine Art von Klebstoff) (!Ein digitales Bildformat)




Warum können digitale Galerien eine reale Ausstellung sinnvoll ergänzen? (Sie können zusätzliche Informationen und Werke zugänglich machen) (!Sie machen jede reale Ausstellung überflüssig) (!Sie dürfen ohne Rücksicht auf Rechte veröffentlicht werden) (!Sie benötigen grundsätzlich keine Gestaltung)




Was unterscheidet das E-Niveau besonders vom G-Niveau? (Eigene Konzepte entwickeln und Entscheidungen abwägen) (!Nur kürzere Aufgaben bearbeiten) (!Auf Begründungen verzichten) (!Keine Besucherwege planen)





Memory

Kuratieren begründet auswählen und ordnen
Grundriss verkleinerte Darstellung eines Raumes
Stellwand bewegliche Präsentationsfläche
Werklabel kurze Information zu einem Kunstwerk
Besucherweg geplante Bewegung durch die Ausstellung
Vernissage feierliche Eröffnung
Sockel erhöhte Fläche für ein Objekt
Lichtprobe Test von Helligkeit Schatten und Spiegelung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Werkauswahl Welche Arbeiten passen zur Leitfrage
Raumplanung Wo befinden sich Flächen Wege und Stationen
Hängung Wie werden Bilder an einer Fläche angeordnet
Beschriftung Welche Informationen helfen beim Verstehen
Eröffnung Wie werden Gäste begrüßt und durch den Start geführt




...


Kreuzworträtsel

Kuratieren Wie heißt das begründete Auswählen und Zusammenstellen von Werken?
Stellwand Welche bewegliche Fläche kann zusätzliche Bilder tragen?
Beschriftung Wie heißt der kurze Informationstext neben einem Werk?
Beleuchtung Was beeinflusst Helligkeit Schatten Farbe und Spiegelung?
Vernissage Wie heißt eine feierliche Ausstellungseröffnung?
Besucherweg Wie heißt die geplante Route durch eine Ausstellung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim

werden Werke begründet ausgewählt und miteinander in Beziehung gesetzt.
Ein

hilft dabei, den Ausstellungsraum verkleinert zu planen.
Mit einer

können zusätzliche Präsentationsflächen geschaffen und Räume gegliedert werden.
Eine dreidimensionale Arbeit kann auf einem stabilen

präsentiert werden.
Eine kurze Information neben einem Werk nennt man

.
Der geplante Weg durch die Ausstellung heißt

.
Bei der Lichtprobe achtet man besonders auf störende

.
Eine digitale Galerie kann zusätzliche Bilder und

zugänglich machen.
Vor einer Veröffentlichung müssen notwendige

und Nutzungsrechte geklärt sein.
Die feierliche Eröffnung einer Kunstausstellung heißt

.
Beim Probe-Rundgang lassen sich mögliche

erkennen.
Nach der Ausstellung hilft

dabei, zukünftige Präsentationen zu verbessern.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Galerie-Scout G: Fotografiere oder skizziere mit Erlaubnis drei mögliche Ausstellungsflächen im Schulgebäude und notiere jeweils einen Vorteil und einen Nachteil.
  2. Werklabel G: Gestalte für eine eigene Arbeit ein gut lesbares Werklabel mit Titel, Technik und einem Erklärungssatz.
  3. Papierhängung G: Schneide Papierformen in unterschiedlichen Bildformaten aus und erprobe drei Anordnungen auf einem Tisch oder an einer Probewand.
  4. Besucherweg G: Zeichne in einen einfachen Raumplan einen klaren Anfang, drei Stationen und einen Ausgang ein.


Standard

  1. Auswahljury M: Entwickle mit Deinem Team vier Auswahlkriterien, wendet sie auf mehrere Arbeiten an und begründet Eure Zusammenstellung.
  2. Stellwand-Modell M: Baue aus Karton ein Modell des Ausstellungsraums und erprobe darin mindestens zwei Positionen für Stellwände.
  3. Lichtvergleich M: Untersuche ein Werk an zwei unterschiedlichen Lichtpositionen und dokumentiere Unterschiede bei Schatten, Farbe und Spiegelung.
  4. Eröffnungsmoderation M: Schreibe und probe eine Begrüßung von ungefähr einer Minute, in der Thema, Idee und Besucherweg erklärt werden.


Schwer

  1. Kuratorisches Konzept E: Entwickle ein Ausstellungskonzept mit Titel, Leitfrage, Auswahlprinzip, Werkgruppen und einer Begründung für die Reihenfolge.
  2. Barrierearme Galerie E: Überarbeite einen vorhandenen Raumplan so, dass Orientierung, Sichtbarkeit und Bewegung für möglichst unterschiedliche Besuchergruppen verbessert werden.
  3. Hybride Galerie E: Plane eine Verbindung aus realer Ausstellung und digitaler Galerie und begründe, welche Inhalte in welchem Medium besser funktionieren.
  4. Ausstellungsanalyse E: Beobachte die Eröffnung oder einen Probe-Rundgang, sammle strukturiertes Feedback und formuliere drei konkrete Verbesserungen für eine nächste Ausstellung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kuratorische Entscheidung: Du hast Platz für acht von zwölf Arbeiten. Entwickle ein nachvollziehbares Auswahlverfahren und erkläre, wie Du vermeidest, nur nach persönlichem Geschmack zu entscheiden.
  2. Raumproblem lösen: In einem schmalen Flur entstehen vor drei Bildern immer wieder Engstellen. Zeichne oder beschreibe eine neue Anordnung und begründe, warum sie den Besucherfluss verbessert.
  3. Wirkungsvergleich: Zwei Gruppen hängen dieselben fünf Bilder unterschiedlich. Analysiere, wie Reihenfolge, Abstand und Höhe die Wirkung verändern können.
  4. Licht und Material: Ein glänzend gerahmtes Bild spiegelt stark, während eine matte Zeichnung gut sichtbar ist. Entwickle eine Lösung, ohne die Werke zu verändern.
  5. Digital oder real: Entscheide für Skizzenbuch, Skulptur, großformatiges Bild und Entstehungsvideo jeweils, ob eine reale, digitale oder kombinierte Präsentation sinnvoll ist, und begründe Deine Entscheidung.
  6. Eröffnung für verschiedene Gäste: Plane eine kurze Eröffnung, die sowohl Mitschülerinnen und Mitschüler als auch Eltern und jüngere Kinder anspricht. Erkläre, welche Elemente Du für die verschiedenen Gruppen anpasst.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur das Endergebnis zeigst, sondern Deinen Planungsprozess nachvollziehbar dokumentierst.

  1. Ausstellungsidee: Titel, Leitfrage und kurze Erklärung des Konzepts
  2. Werkauswahl: nachvollziehbare Kriterien und begründete Auswahl
  3. Raumplan: Grundriss mit Ausstellungsflächen und Besucherweg
  4. Hängungsplan: geplante Positionen, Gruppen und Abstände
  5. Beschriftungen: mindestens zwei vollständige Werklabels
  6. Lichtentscheidung: dokumentierter Vergleich oder begründete Lichtwahl
  7. Eröffnungsplanung: Rollen, kurzer Ablauf und Begrüßung
  8. Reflexion: Erklärung, was gut funktioniert hat und was Du verändern würdest
  9. G/M/E-Nachweis: Kennzeichnung, welche Anforderungen des gewählten Niveaus Du erfüllt hast




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel zur Ausstellung erläutert unterschiedliche Ausstellungsformen sowie wichtige Elemente der Ausstellungsgestaltung.

Ergänzend kannst Du den Begriff Vernissage kennenlernen, wenn Du Dich genauer mit der Ausstellungseröffnung beschäftigen möchtest.



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