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BK6 - Digitale und analoge Kunst verbinden

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BK6 - Digitale und analoge Kunst verbinden



BK6 - Digitale und analoge Kunst verbinden


Einleitung

In diesem aiMOOC verbindest Du Zeichnung, Malerei, Fotografie und Digitale Kunst zu einem eigenen Werk. Du beginnst bewusst analog: mit Stift, Papier, Farbe, Collage oder einer Kombination daraus. Danach digitalisierst Du Deine Arbeit mit einer Kamera oder einem Scanner und entwickelst sie in einem Bildbearbeitungs- oder Malprogramm weiter. So entsteht ein hybrides Kunstwerk, in dem sichtbare Spuren des Handgemachten und neue digitale Möglichkeiten zusammenwirken.

Das Projekt ist für Klasse 6 gedacht. Du brauchst keine Vorkenntnisse in digitaler Bildbearbeitung. Entscheidend ist, dass Du Deinen Gestaltungsweg erklären kannst: Was entstand auf Papier? Was kam digital hinzu? Welche Veränderung war beabsichtigt?

Leitidee: Das Digitale ersetzt Deine analoge Arbeit nicht. Es wird zur zweiten Werkstatt, in der Du Deine eigene Vorlage weiterdenken, vervielfältigen, verfremden, färben, kombinieren und neu ordnen kannst.

Bildimpuls: Beobachte bei der Zeichnung Linien, Schraffuren, helle Flächen und dunkle Flächen. Welche Spuren eines echten Zeichenwerkzeugs würdest Du in einer digitalen Weiterarbeit unbedingt sichtbar lassen?


Lernziele

Am Ende des aiMOOCs kannst Du analoge und digitale Gestaltungsschritte unterscheiden und gezielt verbinden. Du kannst eine eigene analoge Arbeit sauber digitalisieren, in einem Grafikprogramm weiterbearbeiten und dabei mit Ebenen arbeiten. Du kannst außerdem begründen, warum Du bestimmte Farben, Kontraste, Formen, Ausschnitte und digitale Effekte eingesetzt hast.

Bereich G – Grundniveau M – Mittleres Niveau E – Erweitertes Niveau
Gestaltung Du entwickelst eine klare analoge Bildidee und ergänzt sie digital sichtbar. Du verbindest analoge Spuren und mehrere digitale Veränderungen zu einer stimmigen Gesamtwirkung. Du nutzt den Wechsel zwischen analog und digital als bewusstes Gestaltungsmittel und entwickelst eine eigenständige Bildwirkung.
Technik Du digitalisierst Deine Arbeit und arbeitest mit mindestens zwei Ebenen. Du arbeitest sicher mit mehreren Ebenen, Auswahl, Transparenz und Transformation. Du kombinierst Ebenen, Masken oder Mischmöglichkeiten gezielt und kannst Varianten vergleichen.
Reflexion Du beschreibst, was analog und was digital entstanden ist. Du erklärst, wie Deine digitalen Entscheidungen die Wirkung des Bildes verändert haben. Du beurteilst Alternativen und begründest, warum Deine Endfassung gestalterisch überzeugender ist.


Analog, digital und hybrid


Analoge Kunst

Analog bedeutet in diesem Projekt: Du arbeitest mit materiellen Werkzeugen und einem physischen Bildträger. Dazu gehören zum Beispiel Bleistift, Buntstift, Filzstift, Kreide, Wasserfarbe, Deckfarbe, Papier, Zeitungsausschnitte oder selbst hergestellte Strukturen.

Ein analoges Bild besitzt oft Spuren, die sich nicht völlig gleich wiederholen lassen: Druck des Stiftes, unregelmäßige Pinselränder, Papierstruktur, verwischte Stellen, Farbübergänge oder kleine Zufälle. Genau diese Eigenschaften können später digital besonders spannend wirken.

Beobachtungsauftrag: Suche im Aquarell nach Stellen, an denen der Farbauftrag weich, transparent oder unregelmäßig erscheint. Überlege, wie solche Eigenschaften nach dem Digitalisieren erhalten bleiben können.


Digitale Kunst

Digital bedeutet: Bildinformationen liegen als Datei vor und werden mit Software verändert oder neu erzeugt. Fotografierte oder gescannte Arbeiten werden meist als Rastergrafik gespeichert. Eine Rastergrafik besteht aus vielen Bildpunkten, den Pixeln.

In Programmen wie Krita oder GIMP kannst Du malen, radieren, Bereiche auswählen, Farben verändern, Bildteile verschieben und mehrere Bildteile übereinanderlegen. Besonders wichtig sind dabei Ebenen: Sie funktionieren ungefähr wie transparente Folien, die übereinander liegen. Dadurch kannst Du einzelne Teile verändern, ohne alles andere zu zerstören.

Merksatz: Eine Ebene ist ein eigener bearbeitbarer Bildbereich. Mehrere Ebenen ergeben zusammen das sichtbare Gesamtbild.


Hybride Kunst

Ein hybrides Kunstwerk verbindet unterschiedliche Verfahren. In diesem Projekt ist die Reihenfolge wichtig: erst analog gestalten, dann digitalisieren, dann digital weiterentwickeln. Das Ausgangsbild bleibt also ein selbst hergestelltes Werk und wird nicht einfach durch ein fertiges digitales Bild ersetzt.

Eine gute hybride Arbeit zeigt deshalb beides:

  1. Analoge Herkunft: Linien, Pinselspuren, Collagekanten, Papierstruktur oder andere handgemachte Elemente bleiben erkennbar.
  2. Digitale Weiterentwicklung: Neue Farben, Wiederholungen, Größenveränderungen, zusätzliche Formen, Texte, Lichtwirkungen, Überlagerungen oder Bildmontagen verändern die ursprüngliche Wirkung.


Medienlabor: Sehen, erfassen, verwandeln


Zeichnung als Ausgangspunkt

Eine Zeichnung eignet sich besonders gut, wenn Du später Linien vervielfältigen, einfärben, spiegeln oder mit digitaler Farbe kombinieren möchtest. Zeichne zuerst groß genug, damit die Formen beim Fotografieren oder Scannen deutlich bleiben. Nutze Hell-Dunkel-Kontraste und vermeide sehr schwache Linien, wenn sie später wichtig sein sollen.

Mini-Experiment: Zeichne dasselbe Motiv einmal mit einer dünnen, vorsichtigen Linie und einmal mit kräftigem Druck. Vergleiche nach der Digitalisierung, welche Linie deutlicher wirkt.


Malerei als Ausgangspunkt

Bei einer Malerei sind Farbflächen, Übergänge und Pinselspuren wichtige Bildinformationen. Lass nasse Farben trocknen, bevor Du die Arbeit digitalisierst. Prüfe nach dem Fotografieren oder Scannen, ob die digitale Datei ungefähr so hell, farbig und kontrastreich wirkt wie das Original.

Gestaltungsfrage: Willst Du die analogen Farben digital verstärken, verändern oder bewusst mit einer ganz neuen Farbwelt kontrastieren?


Fotografie als Brücke

Eine Kamera oder ein Smartphone kann Deine analoge Arbeit in eine digitale Datei verwandeln. Fotografiere möglichst gerade von oben oder frontal. Vermeide harte Schatten, Spiegelungen und einen schrägen Blickwinkel. Das Bild sollte vollständig und scharf zu sehen sein.

Foto-Check: Sind alle vier Bildecken sichtbar? Ist die Aufnahme scharf? Sind keine Hände oder unnötigen Gegenstände im Bild? Ist die Beleuchtung gleichmäßig?


Scannen als Brücke

Ein Flachbettscanner erfasst eine flache Vorlage und erzeugt daraus eine digitale Bilddatei. Für Papierarbeiten kann ein Scan besonders gleichmäßig und scharf sein. Lege nur trockene und saubere Arbeiten auf die Glasfläche.

Ein Scanner kann nicht nur Werkzeug zur Digitalisierung sein, sondern selbst Teil einer künstlerischen Idee werden. Sogenannte Scannerkunst nutzt den Scanvorgang gestalterisch.

Vergleichsauftrag: Digitalisiere – wenn möglich – dieselbe kleine Zeichnung einmal mit dem Smartphone und einmal mit einem Scanner. Vergleiche Ausschnitt, Schärfe, Farbe und Schatten.


Projektauftrag: Vom Papier zur digitalen Bildwelt

Du entwickelst ein Bild, das sichtbar von einer analogen Arbeit ausgeht und digital eine neue Ebene der Bedeutung oder Stimmung erhält. Als Motiv eignen sich zum Beispiel eine Fantasielandschaft, ein ungewöhnliches Tier, eine erfundene Pflanze, ein geheimnisvoller Gegenstand, ein Selbstsymbol, ein Muster oder eine kleine Bildgeschichte.


Phase 1: Idee und analoge Skizze

Beginne auf Papier. Erstelle mehrere kleine Skizzen und entscheide Dich dann für eine Bildidee. Denke über Komposition, Größenverhältnisse, Blickfang und freie Flächen nach.

  1. Motiv wählen: Entscheide, was im Bild wichtig sein soll.
  2. Skizzieren: Probiere mindestens zwei Anordnungen aus.
  3. Planen: Markiere, welche Bereiche später digital verändert werden könnten.
  4. Entscheiden: Wähle eine Skizze und begründe Deine Wahl in einem Satz.


Phase 2: Analoge Ausarbeitung

Übertrage die gewählte Idee auf ein größeres Blatt. Nutze mindestens zwei analoge Gestaltungsmittel, zum Beispiel Linie und Wasserfarbe, Bleistift und Collage, Filzstift und Schraffur oder Farbe und Papierstruktur.

Wichtig: Arbeite die analoge Fassung so aus, dass sie bereits als eigenes Bild bestehen könnte. Die digitale Bearbeitung soll eine Weiterentwicklung sein und keine Reparatur einer unfertigen Vorlage.


Phase 3: Digitalisierung

Fotografiere oder scanne die fertige analoge Arbeit. Speichere die Originalaufnahme unverändert als Sicherungskopie. Erstelle dann eine Arbeitskopie.

Bei einem Foto kannst Du zuerst:

  1. den Bildausschnitt begradigen,
  2. überflüssige Ränder wegschneiden,
  3. Helligkeit und Kontrast vorsichtig anpassen,
  4. prüfen, ob die Farben noch zur analogen Vorlage passen.

Dateitipp: Für die Weiterarbeit eignet sich eine ausreichend große Bilddatei. Speichere die Arbeitsdatei im Format des Programms, zum Beispiel KRA in Krita oder XCF in GIMP, damit Ebenen erhalten bleiben. Für die Abgabe kannst Du zusätzlich eine Kopie als PNG oder JPEG exportieren.


Phase 4: Digitale Weiterentwicklung mit Ebenen

Öffne Deine digitalisierte Arbeit in einem Grafikprogramm. Lass die eingelesene analoge Vorlage als eigene Ebene bestehen und lege digitale Veränderungen darüber oder darunter an.

Du kannst unter anderem:

  1. neue Farben auf einer separaten Ebene malen,
  2. Formen wiederholen, spiegeln, drehen oder skalieren,
  3. einzelne Bereiche auswählen und verschieben,
  4. transparente Farbflächen über die Vorlage legen,
  5. neue Linien oder Muster hinzufügen,
  6. fotografierte eigene Strukturen ergänzen,
  7. Teile bewusst verdecken oder freistellen,
  8. mit Schrift arbeiten, wenn sie zur Bildidee gehört.

Regel für das Projekt: Lösche die analoge Grundlage nicht vollständig. Mindestens ein wesentlicher Teil der ursprünglichen Zeichnung, Malerei oder Collage muss im Endbild sichtbar bleiben.

Videoauftrag: Beobachte im Video besonders den Weg von der Skizze über getrennte Bildelemente bis zu Farbe, Licht und Nachbearbeitung. Notiere drei Arbeitsschritte, die Du auf Dein eigenes Projekt übertragen könntest.


Phase 5: Digitale Werkzeuge bewusst einsetzen

Werkzeug Was es macht Sinnvolle Nutzung im Projekt
Ebene Trennt Bildteile voneinander. Analoge Vorlage, Farbe, Linien, Text und Effekte getrennt bearbeiten.
Deckkraft Macht eine Ebene stärker oder durchsichtiger. Analoge Struktur durch digitale Farbe hindurchscheinen lassen.
Auswahl Begrenzt die Bearbeitung auf einen Bereich. Nur einen Teil des Bildes färben, kopieren oder verändern.
Transformieren Verschiebt, dreht oder skaliert Bildteile. Ein analoges Detail vervielfältigen und neu anordnen.
Pinsel Fügt digitale Linien oder Farbspuren hinzu. Analoge Pinselspuren aufnehmen oder bewusst kontrastieren.
Radierer oder Maske Verbirgt Teile einer Ebene. Übergänge herstellen, ohne die ganze Vorlage zu verändern.

Bildimpuls: Suche in der digitalen Landschaft nach Bereichen, die durch unterschiedliche Pinselspuren, Farbflächen, Licht und Tiefenwirkung entstanden sein könnten. Überlege, welche davon Du auch über einer eingescannten Papierzeichnung einsetzen könntest.

Videoauftrag: Achte besonders auf Ebenen, Pinsel, Transformieren und Exportieren. Du musst nicht jedes Werkzeug nutzen. Wähle nur Funktionen, die Deine Bildidee unterstützen.


Phase 6: Varianten vergleichen

Speichere Zwischenschritte. Erstelle mindestens zwei digitale Varianten, bevor Du Dich für die Endfassung entscheidest. Du kannst zum Beispiel eine ruhige und eine kontrastreiche Farbversion herstellen oder verschiedene Anordnungen derselben analogen Elemente testen.

Vergleichsfragen: Wo schaut man zuerst hin? Welche Version wirkt klarer? Wo sind analoge und digitale Anteile am spannendsten verbunden? Welche Veränderung passt zur Aussage Deines Bildes?


Phase 7: Export und Präsentation

Speichere zuerst die bearbeitbare Arbeitsdatei mit Ebenen. Exportiere danach eine Bilddatei für die Präsentation. Gib ihr einen verständlichen Dateinamen, zum Beispiel Vorname_Kunst_Hybridbild.png.

Präsentiere die analoge Vorlage und das digitale Endbild möglichst nebeneinander. So wird sichtbar, welche Entscheidungen während der digitalen Weiterentwicklung getroffen wurden.


G/M/E-Differenzierung für das Projekt

Niveau Mindestanforderung Gestalterische Herausforderung Reflexion
G – Grundniveau Eine analoge Arbeit wird sauber digitalisiert. Die digitale Fassung enthält mindestens zwei sinnvoll getrennte Ebenen und eine deutlich erkennbare Veränderung. Arbeite mit Farbe, Wiederholung, Spiegelung oder einem neuen digitalen Bildelement. Erkläre in drei bis fünf Sätzen, was analog blieb und was digital verändert wurde.
M – Mittleres Niveau Die digitale Fassung nutzt mindestens drei Ebenen. Auswahl, Transparenz oder Transformation werden gezielt eingesetzt. Verbinde mehrere digitale Veränderungen so, dass sie eine einheitliche Bildwirkung erzeugen. Vergleiche zwei Varianten und begründe Deine Endfassung mit Fachbegriffen.
E – Erweitertes Niveau Die digitale Fassung nutzt mehrere klar benannte Ebenen sowie mindestens eine anspruchsvollere Technik wie Maske, Ebenengruppe oder differenzierte Transparenz. Entwickle die analoge Vorlage sichtbar weiter, ohne ihren Charakter zu verlieren. Nutze Kontrast, Rhythmus, Raumwirkung oder Farbkonzept bewusst. Begründe, wie der Medienwechsel vom Papier zur Datei die Aussage und Wahrnehmung des Werkes verändert hat.


Ebenen verstehen

Stell Dir mehrere durchsichtige Folien vor. Auf der untersten Folie liegt Deine digitalisierte Zeichnung. Auf der nächsten malst Du Farbe. Auf einer weiteren zeichnest Du neue Linien. Darüber kann eine Ebene mit Lichtpunkten oder Schrift liegen. Weil jede Ebene einzeln bearbeitet werden kann, kannst Du experimentieren, ohne die ursprüngliche Vorlage sofort zu verändern.

Sinnvolle Ebenennamen sind zum Beispiel: Vorlage, Farbe, Linien digital, Muster, Licht und Text. Namen wie Ebene 17 Kopie 3 helfen Dir später kaum.

Videoauftrag: Beobachte das Prinzip von Ebenen und Transparenz. Übertrage die Vorstellung der „durchsichtigen Folien“ auf Dein eigenes Bild.


Alternative mit GIMP

Wenn in Deiner Schule GIMP verwendet wird, kannst Du denselben Ablauf umsetzen: Bild öffnen, Vorlage als Ebene behalten, neue Ebenen ergänzen, Bildteile auswählen, verschieben, färben und am Ende exportieren. Die Namen der Werkzeuge können sich von Krita unterscheiden, das Grundprinzip der Ebenen bleibt aber ähnlich.

Videoauftrag: Suche im Video die Stelle zum Thema Ebenen. Notiere zwei Funktionen, die Du für Dein Kunstprojekt einsetzen könntest.


Bildgestaltung: Nicht jeder Effekt ist eine gute Idee

Digitale Programme bieten viele Filter und Effekte. Ein Kunstwerk wird aber nicht automatisch besser, wenn möglichst viele davon verwendet werden. Entscheidend ist die Absicht.

Frage Dich vor jeder größeren Veränderung:

  1. Passt die Veränderung zu meiner Bildidee?
  2. Wird der Blick auf das Wesentliche gelenkt?
  3. Bleibt ein interessanter Zusammenhang zur analogen Vorlage bestehen?
  4. Erzeugt die Veränderung eine neue Wirkung oder ist sie nur Dekoration?


Farbe und Kontrast

Farbe kann Stimmungen erzeugen. Warme und kalte Farbbereiche können Gegensätze bilden. Helle und dunkle Bereiche erzeugen Kontrast. Wenn Du digital weiterarbeitest, kannst Du vorhandene Farben aufnehmen oder absichtlich verändern.

G: Nutze eine zusätzliche digitale Farbe bewusst. M: Entwickle eine begrenzte Farbpalette mit mehreren zusammenpassenden Farbtönen. E: Entwickle zwei unterschiedliche Farbkonzepte und vergleiche ihre Wirkung.


Wiederholung und Rhythmus

Ein analog gezeichnetes Element kann digital kopiert und neu angeordnet werden. Dadurch entstehen Rhythmus, Muster oder Bewegung. Verändere beim Kopieren nicht automatisch alles gleich: Größe, Richtung, Abstand und Deckkraft können variieren.

Gestaltungsversuch: Kopiere ein kleines analoges Detail dreimal. Ordne die Kopien zuerst regelmäßig und danach unregelmäßig an. Welche Version wirkt lebendiger?


Ausschnitt und Komposition

Beim Fotografieren, Zuschneiden und Verschieben kann sich die Komposition stark verändern. Ein enger Ausschnitt kann ein Detail betonen. Viel freie Fläche kann Ruhe erzeugen. Ein Element nahe am Rand kann spannungsvoller wirken als genau in der Mitte.


Häufige Probleme und Lösungen

Problem Mögliche Ursache Lösung
Das Foto wirkt schief. Die Kamera wurde schräg gehalten. Neu und möglichst parallel zur Bildfläche fotografieren oder vorsichtig begradigen.
Papier wirkt grau oder gelb. Ungleichmäßiges Licht oder falscher Weißabgleich. Bei gleichmäßigem Licht neu fotografieren und Helligkeit nur vorsichtig korrigieren.
Digitale Farbe verdeckt alle Bleistiftlinien. Farbfläche liegt vollständig deckend über der Vorlage. Deckkraft reduzieren oder die Ebenenreihenfolge ändern.
Das Bild wirkt überladen. Zu viele Effekte konkurrieren miteinander. Weniger Effekte wählen und einen klaren Blickfang bestimmen.
Ein Bildteil wurde versehentlich gelöscht. Direkt auf der Vorlage gearbeitet. Neue Ebenen verwenden und regelmäßig speichern.
Beim Export fehlen Ebenen. PNG oder JPEG wurde statt der Arbeitsdatei geöffnet. Die KRA- oder XCF-Arbeitsdatei zusätzlich aufbewahren.


Urheberrecht, Datenschutz und faire Mediennutzung

Für dieses Projekt ist es am einfachsten, mit eigenen Zeichnungen, Malereien, Fotos und Texturen zu arbeiten. Wenn Du fremde Bilder einbeziehen möchtest, müssen ihre Nutzungsrechte geklärt sein. Wikimedia Commons bietet viele frei lizenzierte oder gemeinfreie Medien, bei denen die jeweilige Lizenz auf der Dateiseite angegeben ist.

Fotografiere Mitschülerinnen und Mitschüler nicht einfach für Dein Kunstwerk. Wenn Personen erkennbar abgebildet werden sollen, müssen schulische Regeln, Einwilligungen und der Schutz persönlicher Daten beachtet werden. Für die Aufgabe ist es problemlos möglich, ganz ohne erkennbare Personen zu arbeiten.

Wenn Du ein fremdes frei lizenziertes Bild nutzt, notiere Quelle, Urheber oder Urheberin und Lizenz so, wie es die jeweilige Lizenz verlangt. Lies dazu auch Creative Commons und Urheberrecht.


Dokumentation des Arbeitsprozesses

Halte Deinen Weg vom Papier zur Datei fest. Eine einfache Prozessdokumentation kann aus drei Bildern bestehen:

  1. Foto oder Scan der analogen Ausgangsarbeit,
  2. Screenshot eines Zwischenstands mit sichtbaren Ebenen,
  3. exportiertes digitales Endbild.

Ergänze kurze Bildunterschriften: Was habe ich hier verändert? Warum habe ich es verändert? Was möchte ich damit bewirken?


Bewertungshilfe

Kriterium Darauf kannst Du achten
Idee Ist eine eigene Bildidee erkennbar und wurde sie konsequent entwickelt?
Analoge Gestaltung Sind Linien, Farben, Strukturen oder Collageelemente bewusst eingesetzt?
Digitalisierung Ist die Vorlage sauber, vollständig und sinnvoll zugeschnitten erfasst?
Digitale Weiterentwicklung Verändern digitale Werkzeuge die Bildwirkung gezielt und nachvollziehbar?
Verbindung beider Medien Bleiben analoge Spuren sichtbar und entsteht trotzdem etwas Neues?
Technik Sind Ebenen sinnvoll organisiert und wichtige Arbeitsschritte gesichert?
Reflexion Kannst Du Entscheidungen mit passenden Fachbegriffen erklären?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist der erste gestalterische Schritt in diesem Projekt? (Eine analoge Arbeit auf Papier entwickeln) (!Ein fertiges Internetbild herunterladen) (!Nur einen Filter auswählen) (!Sofort alle Ebenen zusammenfügen)




Was geschieht beim Digitalisieren einer Papierarbeit? (Die analoge Vorlage wird als digitale Bilddatei erfasst) (!Das Papier wird automatisch zu einer Vektorgrafik) (!Alle Farben werden grundsätzlich schwarzweiß) (!Die analoge Vorlage verschwindet)




Wofür sind Ebenen in einem Grafikprogramm besonders nützlich? (Bildteile können getrennt bearbeitet werden) (!Alle Bildteile werden unwiderruflich verbunden) (!Sie machen einen Scanner überflüssig) (!Sie ersetzen jede analoge Zeichnung)




Welche Aufnahme eignet sich am besten zum Digitalisieren einer Zeichnung mit dem Smartphone? (Eine scharfe und möglichst gerade Aufnahme bei gleichmäßigem Licht) (!Eine stark verwackelte Aufnahme) (!Eine Aufnahme mit hartem Handschatten) (!Eine sehr schräge Aufnahme)




Warum sollte die analoge Vorlage auf einer eigenen Ebene bleiben? (Sie kann geschützt und mit anderen Ebenen kombiniert werden) (!Damit keine weiteren Ebenen möglich sind) (!Damit das Bild nur schwarzweiß bleibt) (!Damit die Datei automatisch gedruckt wird)




Was bewirkt eine geringere Deckkraft einer Ebene? (Die darunterliegenden Bildteile werden stärker sichtbar) (!Die Ebene wird automatisch gespiegelt) (!Die Bilddatei wird immer gelöscht) (!Der Scanner arbeitet schneller)




Welche Aussage zu PNG oder JPEG ist für dieses Projekt richtig? (Sie eignen sich als exportierte Bildkopien für die Präsentation) (!Sie bewahren immer alle bearbeitbaren Ebenen) (!Sie ersetzen die Arbeitsdatei grundsätzlich) (!Sie können nur mit einem Scanner geöffnet werden)




Was macht eine digitale Veränderung gestalterisch sinnvoll? (Sie unterstützt die beabsichtigte Bildwirkung) (!Sie verwendet möglichst viele Filter) (!Sie verdeckt unbedingt alle analogen Spuren) (!Sie wird zufällig ohne Bildidee gewählt)




Was ist eine hybride Arbeit in diesem aiMOOC? (Ein Werk mit analogen und digitalen Gestaltungsschritten) (!Ein Bild das ausschließlich mit Bleistift entsteht) (!Ein Bild das nur aus einer fertigen Vorlage besteht) (!Eine Datei ohne sichtbare Gestaltung)




Welche Handlung unterstützt einen sicheren Arbeitsprozess? (Die Originalaufnahme sichern und mit einer Arbeitskopie weiterarbeiten) (!Nur eine einzige Datei ohne Sicherung verwenden) (!Alle Ebenen sofort löschen) (!Zwischenstände niemals speichern)





Memory

Analoge Vorlage Arbeit auf Papier
Ebene Getrennter Bildbereich
Pixel Einzelner Bildpunkt
Scanner Gerät zur Digitalisierung flacher Vorlagen
Deckkraft Stärke der Sichtbarkeit
Auswahlwerkzeug Begrenzung eines Bearbeitungsbereichs
Transformation Verschieben Drehen oder Skalieren
Arbeitsdatei Datei mit erhaltenen Bearbeitungsebenen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Skizze Erste analoge Bildidee
Ausarbeitung Analoge Gestaltung mit Material
Digitalisierung Foto oder Scan der fertigen Papierarbeit
Ebenenarbeit Digitale Weiterentwicklung in getrennten Bildbereichen
Export Ausgabe der fertigen Präsentationsdatei




...


Kreuzworträtsel

Ebene Wie heißt ein getrennt bearbeitbarer Bildbereich im Grafikprogramm?
Pixel Wie heißt ein einzelner Bildpunkt einer Rastergrafik?
Scanner Welches Gerät digitalisiert flache Papierarbeiten besonders gleichmäßig?
Kontrast Wie heißt ein deutlicher Unterschied etwa zwischen hell und dunkel?
Collage Wie heißt eine Technik bei der verschiedene Materialien zu einem Bild zusammengefügt werden?
Rastergrafik Wie heißt ein digitales Bild das aus Bildpunkten aufgebaut ist?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Am Anfang des Projekts entsteht eine

Arbeit auf Papier.
Die fertige Papierarbeit wird anschließend durch Foto oder Scan

.
Ein digitales Rasterbild besteht aus vielen einzelnen

.
Getrennte Bildbereiche werden in einem Grafikprogramm auf

organisiert.
Durch eine geringere

kann die darunterliegende Vorlage stärker sichtbar werden.
Mit einem Auswahlwerkzeug lässt sich ein bestimmter

gezielt bearbeiten.
Beim Transformieren kann ein Element unter anderem gedreht oder

werden.
Die bearbeitbare Datei sollte vor dem Export als

gespeichert werden.
Eine gute digitale Veränderung unterstützt die beabsichtigte

.
Das fertige Werk verbindet analoge und digitale Schritte zu einer

Gestaltung.




Offene Aufgaben


Leicht – G-Niveau

  1. Linienexperiment: Zeichne ein kleines Motiv mit mindestens drei unterschiedlichen Linienarten, digitalisiere es und verstärke digital genau eine Linienart.
  2. Farbwechsel: Male ein einfaches Motiv analog mit zwei Farben und erstelle digital eine zweite Farbstimmung. Beschreibe die veränderte Wirkung.
  3. Fotografie einer Zeichnung: Fotografiere dieselbe Papierarbeit aus drei leicht unterschiedlichen Positionen und entscheide, welche Aufnahme sich am besten für die Weiterarbeit eignet.
  4. Ebenenplakat: Gestalte eine kleine Erklärung mit Zeichnung, wie digitale Ebenen wie transparente Folien übereinanderliegen.


Standard – M-Niveau

  1. Hybride Fantasiepflanze: Zeichne und male eine Pflanze analog, digitalisiere sie und ergänze auf mehreren Ebenen neue Blätter, Muster oder eine ungewöhnliche Umgebung.
  2. Analoge Textur digital nutzen: Erzeuge auf Papier drei Strukturen mit Bleistift, Kreide oder Farbe, digitalisiere sie und kombiniere sie in einem neuen Bild.
  3. Variantenvergleich: Erstelle aus derselben analogen Vorlage zwei digitale Versionen mit unterschiedlicher Farb- und Kompositionswirkung und begründe Deine Wahl.
  4. Mini-Tutorial: Erstelle eine bebilderte Anleitung mit fünf Schritten, wie eine Papierzeichnung fotografiert, geöffnet, auf Ebenen weiterbearbeitet und exportiert wird.


Schwer – E-Niveau

  1. Digitale Metamorphose: Entwickle ein analog gezeichnetes Objekt digital so weiter, dass es sich sichtbar in etwas anderes verwandelt. Nutze Ebenen und gezielte Übergänge.
  2. Bildserie: Erstelle aus einer analogen Vorlage eine Serie aus drei digitalen Varianten, die drei unterschiedliche Stimmungen zeigen, aber als zusammengehörig erkennbar bleiben.
  3. Medienvergleich: Digitalisiere dieselbe Arbeit per Smartphone und Scanner, untersuche Unterschiede und entscheide begründet, welche Variante für Dein Werk besser geeignet ist.
  4. Kuratorische Präsentation: Plane eine kleine Ausstellung mit analogem Original, digitalem Endbild, zwei Zwischenschritten und einem kurzen Audiokommentar zu Deinen wichtigsten Entscheidungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Wirkungsvergleich: Du erhältst zwei digitale Fassungen derselben analogen Zeichnung. Eine nutzt starke Farbkontraste, die andere geringe Kontraste. Erkläre, wie sich Blickführung und Stimmung unterscheiden könnten und begründe, welche Fassung zu einem ruhigen Motiv besser passen würde.
  2. Fehleranalyse: Eine Schülerin hat direkt auf der einzigen Ebene der eingescannten Zeichnung gemalt und später versehentlich wichtige Linien gelöscht. Entwickle einen besseren Ebenenaufbau und erkläre, wie er das Experimentieren erleichtert.
  3. Medienentscheidung: Für eine stark strukturierte Bleistiftzeichnung stehen Smartphone und Scanner zur Verfügung. Formuliere Kriterien, mit denen Du entscheidest, welches Gerät Du verwendest.
  4. Gestaltungsbegründung: Ein Schüler hat zehn digitale Filter nacheinander verwendet. Das analoge Ausgangsbild ist kaum noch erkennbar. Beurteile, ob die Arbeit den Projektauftrag erfüllt, und schlage zwei gezieltere Veränderungen vor.
  5. Transferaufgabe: Übertrage das Prinzip analog – digitalisieren – digital weiterentwickeln auf ein anderes Kunstprojekt, zum Beispiel Druck, Collage oder Frottage. Beschreibe einen möglichen Ablauf.
  6. Reflexion: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie eine digitale Veränderung die Bedeutung eines analogen Bildes verändern kann, ohne die analoge Grundlage vollständig zu verstecken.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur ein fertiges Bild zeigst, sondern Deinen Gestaltungsprozess nachvollziehbar machst.

  1. Analoge Ausgangsarbeit: Zeige das selbst gestaltete Original oder eine klare Dokumentation davon.
  2. Digitalisierung: Lege eine saubere Foto- oder Scanversion der analogen Arbeit vor.
  3. Arbeitsdatei: Zeige eine Datei mit sinnvoll getrennten und benannten Ebenen.
  4. Digitales Endbild: Präsentiere die exportierte Endfassung in guter Qualität.
  5. Prozessdokumentation: Zeige mindestens einen digitalen Zwischenstand.
  6. Fachbegriffe: Verwende passende Begriffe wie Ebene, Pixel, Deckkraft, Auswahl, Kontrast und Komposition korrekt.
  7. Reflexion: Erkläre, welche Veränderungen Du vorgenommen hast und wie sie die Bildwirkung beeinflussen.
  8. G/M/E-Niveau: Weise nach, welche Anforderungen Deines gewählten Niveaus Du erfüllt hast.




OERs zum Thema



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