BK6 - Aufbauende und abtragende Verfahren

BK6 - Aufbauende und abtragende Verfahren
Einleitung
Beim plastischen Gestalten arbeitest Du nicht nur auf einer Fläche, sondern im Raum. Du entscheidest, wie eine Form von vorne, von der Seite und von hinten wirkt. Dabei gibt es drei besonders wichtige Wege: Du kannst Material aufbauen, Material abtragen oder beide Wege kombinieren.
In diesem aiMOOC lernst Du für den Kunstunterricht der Klasse 6, wie Du zwischen aufbauendem, abtragendem und kombinierendem Gestalten unterscheidest. Du lernst außerdem, wie Du aus einer Bildidee ein passendes Verfahren ableitest und dabei ein Material sowie Werkzeuge auswählst, mit denen Du sicher arbeiten kannst.
Im Schulkontext wird häufig vereinfacht unterschieden: Eine Plastik entsteht eher durch Hinzufügen, Modellieren oder Zusammenfügen von Material. Eine Skulptur entsteht eher dadurch, dass aus einem vorhandenen Materialblock etwas entfernt wird. In der Kunstgeschichte und im heutigen Sprachgebrauch werden die Begriffe jedoch nicht immer streng getrennt.

Die Aufnahme zeigt plastisches Gestalten mit formbarem Ton. Ton eignet sich besonders gut, wenn Du eine Form schrittweise aufbauen, verändern und wieder korrigieren möchtest.
Lernziele G/M/E
| Niveau | Du kannst … |
|---|---|
| G – Grundniveau | aufbauendes und abtragendes Gestalten unterscheiden, einfache Werkzeuge benennen und für eine einfache Bildidee ein sicheres Verfahren auswählen. |
| M – Mittleres Niveau | Materialien und Verfahren vergleichen, die Wirkung von Aufbau und Abtrag erklären und eine eigene Plastik oder Skulptur planvoll gestalten. |
| E – Erweitertes Niveau | aufbauende, abtragende und kombinierende Verfahren gezielt verbinden, Deine Materialwahl begründen und gestalterische sowie sicherheitsbezogene Entscheidungen reflektieren. |
Aufbauendes Gestalten
Beim aufbauenden Gestalten entsteht die Form, indem Material hinzugefügt, angesetzt, geschichtet, gerollt, gedrückt oder miteinander verbunden wird. Besonders geeignet sind formbare Materialien wie Ton, Modelliermasse, Papiermaché oder Gipsbinden.
Eine Form kann zum Beispiel aus Kugeln, Platten, Wülsten oder einzelnen Bauteilen wachsen. Dabei musst Du darauf achten, dass die einzelnen Teile stabil miteinander verbunden sind und die Figur nicht kopflastig wird.
Beispiel Ton: Wulsttechnik
Bei der Wulsttechnik wird Ton zu länglichen Rollen geformt. Diese Wülste werden aufeinander gesetzt und miteinander verbunden. So kann eine Schale, ein Gefäß oder eine freie Plastik entstehen.
Zunächst wird eine Grundform vorbereitet.
Dann wird ein Tonwulst aufgesetzt.
Anschließend wird der angesetzte Wulst mit der vorhandenen Form verbunden und verstrichen. Dadurch entsteht eine zusammenhängende Wand.
Das Video zeigt die Wulsttechnik mit Ton. Beobachte besonders, wie aus vielen einzelnen Arbeitsschritten eine stabile Gesamtform entsteht.
Hier kannst Du vergleichen, wie eine Vase mit derselben Grundidee aufgebaut wird. Achte darauf, welche Arbeitsschritte ähnlich sind und wo sich die Gestaltung verändert.
Geeignete aufbauende Verfahren in Klasse 6
| Verfahren | Material | Geeignete Bildideen | Typische Werkzeuge |
|---|---|---|---|
| Modellieren | Ton oder weiche Modelliermasse | Tier, Kopf, Fantasiewesen, abstrakte Form | Hände, Modellierholz, stumpfer Spatel |
| Wulsttechnik | Ton | Gefäß, Turm, Körperform | Hände, Unterlage, Modellierholz |
| Plattentechnik | Tonplatten | Haus, Relief, geometrische Form | Holzleisten, Rolle, stumpfes Schneidewerkzeug nach Einweisung |
| Gipsbinden-Aufbau | Gipsbinden über einem leichten Kern | Maske ohne Körperabformung, Landschaftsform, Fantasieobjekt | Wasserschale, Schere, Unterlage |
| Montage | Pappe, Holzreste, Naturmaterialien | Roboter, Tier, Objektkunst | Klebstoff, Klammern oder andere von der Lehrkraft freigegebene Verbindungsmittel |
Abtragendes Gestalten
Beim abtragenden Gestalten ist das Ausgangsmaterial bereits vorhanden. Du entfernst Teile, bis die gewünschte Form sichtbar wird. Typische Tätigkeiten sind raspeln, feilen, schleifen, schnitzen oder meißeln.
Der wichtigste Unterschied zum aufbauenden Gestalten lautet: Was abgetragen wurde, lässt sich nicht einfach wieder ansetzen. Deshalb solltest Du langsam arbeiten, Deine Form regelmäßig von mehreren Seiten prüfen und zunächst nur wenig Material wegnehmen.
Ein weicher Gipsblock oder ein geeignetes weiches Holz kann im Unterricht als Ausgangsmaterial dienen. Welche Werkzeuge verwendet werden dürfen, entscheidet die Lehrkraft.
Gips als Modell- und Arbeitsmaterial
Gips kann gegossen, aufgetragen oder nach dem Aushärten bearbeitet werden. Dadurch eignet er sich sowohl für aufbauende als auch für abtragende Verfahren. Ein Gipsmodell kann außerdem als Zwischenstufe zwischen einer Idee und einer späteren Skulptur dienen.
Dieses historische Gipsmodell zeigt, wie eine plastische Form als Modell vorbereitet werden kann.

Ein Gipsabguss kann eine bereits vorhandene dreidimensionale Form wiedergeben. Bei einem eigenen Schulprojekt geht es dagegen häufig darum, Gips aufzubauen oder einen vorbereiteten Gipsblock vorsichtig weiterzubearbeiten.
Der Film der Staatlichen Museen zu Berlin zeigt die Arbeit an einem historischen Gipsmodell. Er dient Dir zum Beobachten professioneller Arbeitsprozesse. Die dort sichtbaren Tätigkeiten sind nicht automatisch für den Kunstunterricht der Klasse 6 geeignet.
Holz als Beispiel für abtragendes Arbeiten
Bei Holz wird die Form aus einem vorhandenen Stück herausgearbeitet. Professionelle Bildhauerinnen und Bildhauer verwenden dafür verschiedene Schnitzwerkzeuge. Im Unterricht der Klasse 6 gilt: Du verwendest nur Werkzeuge, die von der Lehrkraft ausdrücklich freigegeben und erklärt wurden.

Das Bild zeigt professionelle Holzbildhauerwerkzeuge. Es ist ein Anschauungsbild und keine Werkzeugfreigabe für den Unterricht.

Hier siehst Du Beispiele kleiner Holzformen, bei denen Material schrittweise entfernt wurde.
An dieser Holzarbeit kannst Du gut erkennen, dass Vertiefungen, Linien und erhabene Bereiche durch gezielten Materialabtrag entstehen.
Das Zeitraffer-Video zeigt professionelle Holzbildhauerei. Beobachte die Veränderung vom Holzblock zur Skulptur. Versuche die gezeigten Werkzeuge oder Maschinen nicht ohne fachkundige Einweisung nachzuahmen.
Kombinierendes Gestalten
Beim kombinierenden Gestalten nutzt Du Aufbau und Abtrag in einem Werkstück. Das ist im Kunstunterricht besonders spannend, weil Du zuerst eine Grundform entwickeln und sie danach durch Vertiefungen, Öffnungen oder Oberflächenstrukturen verändern kannst.
Ein Beispiel: Du baust ein Fantasietier aus Ton auf. Danach ritzt Du Schuppen ein, drückst Vertiefungen für Augen ein und nimmst an einzelnen Stellen Material weg. Das Werk ist dann nicht nur aufgebaut, sondern kombiniert gestaltet.
Ein weiteres Beispiel: Du formst mit Gipsbinden eine leichte Hülle. Nach dem Trocknen glättest Du Kanten mit geeigneten Werkzeugen und arbeitest einzelne Bereiche nach.
Drei Verfahren im direkten Vergleich
| Gestaltungsweg | Grundidee | Typische Materialien | Beispiel | Was musst Du besonders beachten? |
|---|---|---|---|---|
| Aufbauend | Material kommt hinzu. | Ton, Modelliermasse, Gipsbinde, Pappe | Tierfigur aus Tonkugeln und Wülsten | Teile gut verbinden und auf Standfestigkeit achten. |
| Abtragend | Material wird entfernt. | weicher Gipsblock, geeignetes Holz | Form aus einem vorbereiteten Block herausarbeiten | Nur kleine Mengen entfernen und regelmäßig kontrollieren. |
| Kombinierend | Material wird hinzugefügt und wieder entfernt. | Ton, Gips, Materialmix | Figur aufbauen und anschließend Vertiefungen einarbeiten | Reihenfolge planen und Materialeigenschaften beachten. |
Vom Bildgedanken zum passenden Verfahren
Die beste Technik ist nicht automatisch die schwierigste. Entscheidend ist, welches Verfahren zu Deiner Bildidee, zu Deinem Material und zu einer sicheren Arbeitssituation passt.
| Bildidee | Passendes Verfahren | Begründung |
|---|---|---|
| Ein rundes Fantasiewesen mit dicken Beinen und großen Augen | Aufbauend mit Ton | Volumen können schrittweise angesetzt, verändert und korrigiert werden. |
| Eine kompakte Form mit tiefen Kerben und klaren Vertiefungen | Abtragend an einem geeigneten weichen Block | Die Wirkung entsteht vor allem durch Wegnehmen und Herausarbeiten. |
| Ein Tier mit aufgesetzten Körperteilen und eingeritztem Fell | Kombinierend | Körperteile werden aufgebaut, Fell und Vertiefungen anschließend eingearbeitet. |
| Eine hohe, dünne Figur mit vielen auskragenden Teilen | Aufbauend, aber mit vereinfachter stabiler Konstruktion | Dünne, schwere Ausleger brechen leicht. Die Bildidee sollte an Material und Stabilität angepasst werden. |
| Eine stark gegliederte Holzform | Abtragend, nur mit freigegebenen Werkzeugen | Holz eignet sich für Abtrag, verlangt aber besondere Werkzeug- und Sicherheitsregeln. |
Entscheidungsfragen vor dem Start
- Bildidee: Soll die Form eher rund und weich wachsen oder aus einem Block herausgearbeitet wirken?
- Material: Ist das Material weich formbar, fest, spröde oder faserig?
- Stabilität: Kann die Figur sicher stehen, ohne dass dünne Teile abbrechen?
- Werkzeug: Darfst Du die benötigten Werkzeuge in Deiner Klasse verwenden?
- Sicherheit: Gibt es eine ungefährlichere Technik, mit der dieselbe Bildidee überzeugend umgesetzt werden kann?
- Oberfläche: Soll die Form glatt, rau, geritzt, geschichtet oder deutlich bearbeitet wirken?
Schulmaterialien und Werkzeuge
Geeignete Materialien für Klasse 6 sollten gut kontrollierbar sein. Besonders sinnvoll sind Ton, lufttrocknende Modelliermasse, Gipsbinden, vorbereitete weiche Gipsblöcke, Pappe, Naturmaterialien und geeignete weiche Holzstücke.

Das historische Bild zeigt verschiedene Werkzeuge zum Formen und Strukturieren von Ton. Für den heutigen Unterricht gilt trotzdem: Entscheidend ist nicht, ob ein Werkzeug traditionell verwendet wurde, sondern ob es für Deine Lerngruppe sicher und von der Lehrkraft freigegeben ist.
| Material | Für Klasse 6 besonders geeignet | Nur nach Einweisung | Nicht selbstständig verwenden |
|---|---|---|---|
| Ton | Hände, Modellierholz, stumpfe Spatel, Schwamm | Drahtschlinge oder Schneidewerkzeug | scharfe Messer |
| Gips | Gipsbinden, vorbereitete kleine Gipsblöcke, grobe und feine Schleifmittel nach Vorgabe | Raspel und Feile | elektrische Schleif- oder Schneidgeräte |
| Holz | Schleifpapier, Schleifklotz, geeignete Feilen und Raspeln | weitere Handwerkzeuge nach Demonstration und Arbeitsplatzregel | Maschinen und scharfe Bildhauerwerkzeuge ohne Freigabe |
| Pappe und Mischmaterial | Klebstoff, Papierklebeband, stumpfe Modellierwerkzeuge | Schere oder Schneidewerkzeuge nach Klassenregel | ungeeignete spitze oder beschädigte Werkzeuge |
Sicher arbeiten
Sicherheit gehört zur Gestaltung. Eine gute Bildidee ist nur dann eine gute Unterrichtsidee, wenn sie mit einem sicheren Verfahren umgesetzt werden kann.
- Arbeitsplatz: Halte Deinen Tisch frei und lege nur die Werkzeuge bereit, die Du wirklich brauchst.
- Werkstück: Sichere feste Werkstücke so, dass sie beim Bearbeiten nicht wegrutschen.
- Werkzeug: Verwende nur Werkzeuge, die die Lehrkraft freigegeben und erklärt hat.
- Arbeitsrichtung: Arbeite mit schneidenden oder raspelnden Werkzeugen niemals in Richtung Deiner Hand oder einer anderen Person.
- Gips: Vermeide unnötigen Gipsstaub und folge den Anweisungen zum Mischen, Trocknen und Reinigen.
- Holz: Schleifen kann Staub erzeugen. Nutze die von der Lehrkraft vorgesehene Arbeitsweise und Arbeitsplatzorganisation.
- Abfall: Gipsreste gehören nicht in den Ausguss. Beachte die Entsorgungsregeln der Schule.
- Verantwortung: Wenn ein Werkzeug beschädigt ist oder Du unsicher bist, unterbrich die Arbeit und frage nach.
Form und Wirkung
Ein dreidimensionales Werk wirkt nicht nur durch sein Material, sondern auch durch seine Form. Prüfe Deine Arbeit deshalb immer wieder aus mehreren Blickrichtungen.
Volumen beschreibt, wie viel Raum eine Form einnimmt. Silhouette bezeichnet die äußere Umrissform. Oberfläche kann glatt, rau, geritzt, glänzend oder matt wirken. Standfestigkeit bestimmt, ob eine Form sicher steht. Proportion beschreibt das Größenverhältnis der Teile zueinander.
Bei einer aufbauenden Plastik kannst Du Volumen leicht vergrößern. Bei einer abtragenden Skulptur wird das Volumen durch Entfernen kleiner. Beim kombinierenden Verfahren kannst Du beide Wirkungen bewusst einsetzen.
Unterrichtsprojekt: Mein Formwesen
Entwirf ein kleines dreidimensionales Wesen, das mindestens zwei unterschiedliche Formwirkungen besitzt, zum Beispiel weich und kantig oder glatt und strukturiert.
G – Grundniveau
Arbeite vor allem aufbauend mit Ton oder Modelliermasse. Baue eine stabile Grundform aus wenigen großen Teilen. Ergänze anschließend zwei deutlich erkennbare Merkmale.
Mittleres Niveau
Verbinde Aufbau und gezielten Abtrag. Baue zuerst den Körper und arbeite danach Vertiefungen, Muster oder Öffnungen ein. Begründe, warum Du an einer Stelle Material ergänzt und an einer anderen entfernst.
E – Erweitertes Niveau
Plane eine kombinierte Plastik mit bewusster Silhouette, unterschiedlichen Oberflächen und einem klaren Schwerpunkt. Vergleiche mindestens zwei mögliche Materialien und begründe, welches Verfahren Deine Bildidee am besten und sichersten unterstützt.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnet aufbauendes Gestalten? (Material wird hinzugefügt und verbunden) (!Material wird nur poliert) (!Material wird vollständig aufgelöst) (!Material wird nur fotografiert)
Was kennzeichnet abtragendes Gestalten? (Material wird schrittweise entfernt) (!Material wird ausschließlich angeklebt) (!Material wird nur bemalt) (!Material wird nur getrocknet)
Welches Material eignet sich besonders gut zum Modellieren? (Ton) (!Fensterglas) (!Stahlblech) (!Betonwand)
Was bedeutet kombinierendes Gestalten? (Aufbauen und Abtragen werden verbunden) (!Nur Farben werden gemischt) (!Nur Fotos werden ausgeschnitten) (!Nur ein Werk betrachtet)
Warum sollte beim Abtragen zunächst wenig Material entfernt werden? (Entferntes Material lässt sich oft nicht einfach zurücksetzen) (!Das Werk muss immer schwerer werden) (!Das Material soll nass bleiben) (!Die Farbe soll dunkler werden)
Welche Entscheidung steht vor der Werkzeugwahl? (Die Bildidee und das passende sichere Verfahren) (!Die Lieblingsfarbe der Sitznachbarin) (!Die Größe des Klassenraums allein) (!Die Reihenfolge im Stundenplan)
Welche Tätigkeit ist typisch für die Wulsttechnik? (Tonrollen werden aufgesetzt und verbunden) (!Holz wird mit einer Maschine gesägt) (!Papier wird nur gefaltet) (!Gips wird fotografiert)
Was ist bei Holzwerkzeugen in Klasse 6 besonders wichtig? (Nur freigegebene und erklärte Werkzeuge verwenden) (!Jedes Werkzeug sofort ausprobieren) (!Werkstücke in der Hand frei bearbeiten) (!Immer mit maximaler Kraft arbeiten)
Welche Eigenschaft ist für eine stehende Plastik besonders wichtig? (Standfestigkeit) (!Lautstärke) (!Geruch) (!Bildschirmhelligkeit)
Wann ist ein Verfahren besonders passend? (Wenn es Bildidee Material und Sicherheit sinnvoll verbindet) (!Wenn es möglichst gefährlich wirkt) (!Wenn es nur besonders schnell geht) (!Wenn möglichst viele Werkzeuge benutzt werden)
Memory
| Aufbauendes Gestalten | Material hinzufügen |
| Abtragendes Gestalten | Material entfernen |
| Modellieren | formbares Material gestalten |
| Wulsttechnik | Tonrollen verbinden |
| Gipsbinde | leichte Hülle aufbauen |
| Holzraspel | Oberfläche schrittweise abtragen |
| Standfestigkeit | sicheres Stehen einer Form |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Tonwulst aufsetzen | aufbauendes Gestalten |
| Gipsblock raspeln | abtragendes Gestalten |
| Tonfigur aufbauen und einritzen | kombinierendes Gestalten |
| Holzoberfläche feilen | abtragendes Gestalten |
| Gipsbinden über einem Kern schichten | aufbauendes Gestalten |
| Form ergänzen und danach Vertiefungen ausarbeiten | kombinierendes Gestalten |
Kreuzworträtsel
| Aufbauen | Wie heißt das Gestalten durch Hinzufügen von Material? |
| Abtragen | Wie heißt das Gestalten durch Entfernen von Material? |
| Modellieren | Wie nennt man das Formen eines weichen Materials mit Händen und Werkzeugen? |
| Gipsbinde | Welches Material kann über einen leichten Kern gelegt werden und härtet aus? |
| Holzraspel | Welches Werkzeug kann bei freigegebener Nutzung Holz grob abtragen? |
| Schlicker | Wie heißt eine dünnflüssige Tonmischung, die beim Verbinden von Tonteilen helfen kann? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – G
- Ton fühlen und formen: Erstelle aus einer gleich großen Tonmenge drei unterschiedliche Grundformen. Fotografiere oder zeichne sie und beschreibe, welche Form besonders stabil ist.
- Aufbau erkennen: Suche in Deiner Umgebung drei Dinge, die durch Zusammenfügen vieler Teile entstanden sind. Übertrage eine dieser Aufbauideen auf eine kleine Plastik aus Modelliermasse.
- Oberflächen-Labor: Erzeuge auf einem Tonstück fünf verschiedene Oberflächen nur mit freigegebenen stumpfen Werkzeugen und Deinen Händen.
- Ideenskizze: Zeichne ein Fantasiewesen aus drei Ansichten und markiere, welche Teile Du aufbauen würdest.
Standard – M
- Abtrag planen: Entwirf eine kompakte Form für einen vorbereiteten weichen Block. Markiere in einer Zeichnung die Bereiche, die entfernt werden sollen, bevor Du mit dem Material arbeitest.
- Gips untersuchen: Vergleiche eine gegossene Gipsform und eine mit Gipsbinden aufgebaute Form. Dokumentiere Unterschiede in Gewicht, Oberfläche und Stabilität.
- Holzbeispiel analysieren: Betrachte eine Holzskulptur oder ein Holzrelief und zeichne ein, an welchen Stellen besonders viel Material entfernt worden sein könnte.
- Aufbau plus Abtrag: Gestalte eine Tonfigur, die zuerst aufgebaut und danach durch Ritzen, Drücken oder vorsichtiges Wegnehmen verändert wird. Halte den Prozess in drei Bildern fest.
Schwer – E
- Materialentscheidung: Entwickle dieselbe Bildidee einmal für Ton, einmal für Gips und einmal für Holz. Begründe, welches Material für Klasse 6 die beste Verbindung aus Wirkung, Bearbeitbarkeit und Sicherheit bietet.
- Prozessrekonstruktion: Untersuche eine Skulptur und erstelle eine plausible Reihenfolge ihrer Herstellung. Kennzeichne, welche Schritte aufbauend, abtragend oder kombinierend sein könnten.
- Formwesen mit Konzept: Entwickle eine eigene dreidimensionale Arbeit mit mindestens zwei Verfahren. Formuliere vor Beginn einen Arbeitsplan mit Materialwahl, Sicherheitsentscheidung und gewünschter Wirkung.
- Mini-Ausstellung: Plane eine Ausstellung mit drei Schülerarbeiten zu Aufbau, Abtrag und Kombination. Schreibe kurze Museumstexte, die Verfahren, Material und Wirkung erklären.


Lernkontrolle
- Bildidee entscheiden: Du möchtest ein rundes Tier mit vielen angesetzten Körperteilen gestalten. Vergleiche aufbauendes und abtragendes Arbeiten und begründe, welches Verfahren Du für Klasse 6 wählen würdest.
- Material und Sicherheit: Eine Figur soll tiefe Vertiefungen besitzen und trotzdem stabil bleiben. Entwickle zwei mögliche Materiallösungen und bewerte sie im Hinblick auf Gestaltung und Sicherheit.
- Arbeitsprozess verbessern: Eine Tonfigur kippt ständig um. Erkläre mindestens drei mögliche Ursachen und entwickle einen verbesserten Arbeitsplan.
- Verfahren verbinden: Beschreibe eine eigene Bildidee, bei der Aufbau und Abtrag gestalterisch notwendig sind. Erkläre, welche Wirkung durch die Verbindung entsteht.
- Sicheres Werkzeugkonzept: Für eine Holzidee stehen Schleifpapier, Feile, Raspel und scharfe Schnitzwerkzeuge zur Auswahl. Entwickle für Klasse 6 eine sichere Auswahl und begründe, welche Werkzeuge nur nach besonderer Freigabe verwendet werden dürfen.
- Wirkung beurteilen: Vergleiche zwei gedachte Arbeiten mit derselben Formidee, eine aus Ton aufgebaut und eine aus einem Block abgetragen. Erkläre, wie sich Oberfläche, Arbeitsweise und Ausdruck unterscheiden könnten.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern Entscheidungen begründen und einen Gestaltungsprozess nachvollziehbar dokumentieren kannst.
- Du unterscheidest aufbauendes, abtragendes und kombinierendes Gestalten sicher.
- Du ordnest typische Materialien wie Ton, Gips und Holz passenden Arbeitsweisen zu.
- Du entwickelst aus einer Bildidee eine einfache räumliche Planung.
- Du wählst ein für Klasse 6 geeignetes und sicheres Verfahren.
- Du erklärst, warum bestimmte Werkzeuge nur nach Einweisung verwendet werden.
- Du berücksichtigst Standfestigkeit, Proportion, Silhouette und Oberfläche.
- Du dokumentierst wichtige Arbeitsschritte durch Skizzen, Fotos oder kurze Texte.
- Du reflektierst am Ende, ob Material, Verfahren und Wirkung zu Deiner ursprünglichen Bildidee passen.
OERs zum Thema
Zusätzliche freie Bildquellen findest Du auf Wikimedia Commons in den Bereichen zu Keramik, Gipsabgüssen, Holzbildhauerei und Bildhauerwerkzeugen.
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