BK5 - Kunstgeschichte im Museum

BK5 - Kunstgeschichte im Museum
BK5 - Kunstgeschichte im Museum
Einleitung
Ein Museum ist mehr als ein Gebäude voller alter Dinge. Museen sammeln, bewahren, erforschen, ordnen, zeigen und vermitteln Gegenstände und Kunstwerke. Dabei entstehen viele Fragen: Was sehen wir? Aus welchem Material wurde ein Werk hergestellt? Wozu diente es? Wer hat es gemacht? Warum ist es heute in einem Museum? Und warum wurde gerade dieses Werk ausgewählt?
In diesem aiMOOC gehst Du auf einen Museums- und virtuellen Museumsrundgang von früher Kunst bis zum Mittelalter. Du lernst, Kunstwerke genau zu betrachten, einfache kunstgeschichtliche Merkmale zu erkennen und Deine Beobachtungen zu begründen. Am Ende wählst Du eigene Lieblingswerke aus und erklärst, warum sie für Dich besonders interessant sind.

Das Bild zeigt einen großen Museumsraum im British Museum. Schon der Raum selbst beeinflusst, wie Besucherinnen und Besucher Kunst erleben: Licht, Wege, Vitrinen, Wandfarben, Sitzmöglichkeiten und Beschriftungen lenken unseren Blick.
Der 360°-Rundgang durch die Great Hall des Metropolitan Museum of Art zeigt, wie ein Museum auch digital als Raum erfahrbar werden kann.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du
- Museum: erklären, welche Aufgaben ein Museum hat.
- Kunstgeschichte: Kunstwerke grob zeitlich von früher Kunst bis zum Mittelalter einordnen.
- Bildbeschreibung: sichtbare Merkmale genau beschreiben, ohne sofort zu deuten.
- Material und Technik: Unterschiede zwischen Höhlenmalerei, Skulptur, Keramik, Mosaik, Metallarbeit, Buchmalerei, Stickerei und Glasmalerei erkennen.
- Museumsrundgang: einen realen oder virtuellen Rundgang planen und durchführen.
- Audioguide: einen kurzen Audioguide zu einem Kunstwerk entwickeln.
- Begründetes Urteil: ein Lieblingswerk auswählen und Deine Meinung mit Beobachtungen begründen.
- Medienkompetenz: digitale Museumsangebote gezielt nutzen und Informationen aus Bildern, Videos, Objekttexten und virtuellen Rundgängen vergleichen.
G/M/E-Differenzierung
Die Aufgaben sind auf drei Niveaus angelegt. Du kannst mit der Lehrkraft vereinbaren, welches Niveau Du bearbeitest.
| Niveau | Schwerpunkt | Typische Arbeitsweise |
|---|---|---|
| G – grundlegendes Niveau | erkennen, benennen, beschreiben | Du nutzt Wortlisten, Satzanfänge und sichtbare Merkmale. |
| M – mittleres Niveau | vergleichen, erklären, einordnen | Du verbindest mehrere Beobachtungen und erklärst Zusammenhänge. |
| E – erweitertes Niveau | begründen, beurteilen, übertragen | Du entwickelst eigene Deutungen, prüfst sie an Beobachtungen und denkst über Museumsentscheidungen nach. |
Was macht ein Museum?
Museen bewahren Dinge, die für Menschen, Kulturen, Wissenschaft oder Kunst bedeutsam sind. Manche Objekte sind zerbrechlich und müssen vor Licht, Feuchtigkeit oder Berührung geschützt werden. Andere werden restauriert, untersucht oder digitalisiert. In einer Ausstellung entscheidet ein Museum außerdem, welche Objekte nebeneinander stehen und welche Geschichte dadurch erzählt wird.

Ein Museumsraum ist deshalb nie völlig neutral. Schon die Reihenfolge der Werke, die Höhe einer Vitrine oder ein Scheinwerfer können zeigen: Schau hier genauer hin!
Für Kunstgeschichte ist außerdem wichtig: Nicht jedes Werk hat einen bekannten Künstlernamen. Bei sehr alten Werken wissen wir oft nicht, wer sie geschaffen hat. Auch die ursprüngliche Bedeutung ist manchmal unsicher. Gute Kunstgeschichte unterscheidet deshalb zwischen Beobachtung, gesichertem Wissen und Vermutung.
Der Museumsblick: fünf Schritte
- Sehen: Schau zuerst still und genau. Welche Formen, Farben, Figuren und Materialien erkennst Du?
- Beschreiben: Formuliere nur, was wirklich sichtbar ist.
- Einordnen: Frage nach Zeit, Ort, Material, Technik und möglicher Funktion.
- Vergleichen: Suche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu einem anderen Werk.
- Begründen: Wenn Du etwas deutest oder bewertest, nenne Beobachtungen als Belege.
Satzstarter für G: „Ich sehe …“, „Das Werk besteht aus …“, „Auffällig ist …“
Satzstarter für M: „Im Vergleich zu … fällt auf …“, „Die Technik wirkt anders, weil …“
Satzstarter für E: „Die Präsentation im Museum verändert meinen Blick, weil …“, „Meine Deutung wird durch … gestützt.“
Digitale Museen, Rundgänge und Audioguides
Ein Museum kann heute auch am Bildschirm besucht werden. Virtuelle Rundgänge zeigen Räume in 360°, digitale Sammlungen ermöglichen das Vergrößern von Details und Audioguides verbinden Bilder mit gesprochenen Informationen.
- British Museum bei Google Arts & Culture: Virtuelle Besuche und eine große digitale Sammlung.
- British Museum – Galleries: Galerien, Objekt-Highlights und virtuelle Rundgänge.
- British Museum – Audioguide App auf Deutsch: Galerieeinführungen, Objektkommentare und selbst geführte Touren.
- Neues Museum Berlin – Video-Reihen und Filme: Digitale Einblicke in archäologische und ägyptische Sammlungen.
- The Met Cloisters: Informationen und digitaler Guide zu einem Museum für mittelalterliche Kunst und Architektur.
Nutze externe Angebote nur so, wie es die Lehrkraft vorgibt. Für die Aufgaben dieses aiMOOCs musst Du kein eigenes Konto anlegen.
Der virtuelle Rundgang durch das neu geplante Pergamonmuseum zeigt, wie Museumsarchitektur selbst zur Erzählung werden kann. Räume und Wege ordnen Werke zu einer Folge.
Unser Museumsrundgang: von früher Kunst bis zum Mittelalter
Der Rundgang ist keine vollständige Weltkunstgeschichte. Er zeigt ausgewählte Beispiele aus verschiedenen Sammlungen, vor allem aus Europa, dem Mittelmeerraum und dem Alten Ägypten. Andere Kulturen und Regionen haben ebenfalls bedeutende Kunsttraditionen. Ein Museum kann immer nur eine Auswahl zeigen.
| Station | Zeitliche Orientierung | Beispiel | Leitfrage |
|---|---|---|---|
| 1 | sehr frühe Kunst | Lascaux und Venus von Willendorf | Was können Bilder und Figuren erzählen, wenn es keine schriftliche Erklärung gibt? |
| 2 | Altes Ägypten | Bildnis der Nofretete | Wie zeigen Formen und Symbole Rang oder Bedeutung? |
| 3 | Griechische Antike | schwarzfigurige Amphora | Wie wird eine Geschichte auf einem Gefäß erzählt? |
| 4 | Römische Antike | Statue und Mosaik | Wie verbinden sich Kunst, Macht und Alltag? |
| 5 | Spätantike und Byzanz | Mosaik in Ravenna | Wie verändert sich Wirkung durch Gold, Frontalität und sakralen Raum? |
| 6 | Frühmittelalter | Sutton-Hoo-Helm und Book of Kells | Wie zeigen kostbare Materialien Status, Glauben und Handwerk? |
| 7 | Hochmittelalter | Teppich von Bayeux und Tympanon von Autun | Wie erzählen Bilder Geschichten und lehren Inhalte? |
| 8 | Romanik und Gotik | Portalplastik und Glasfenster | Wie arbeiten Architektur, Bild und Licht zusammen? |
Station 1: Frühe Kunst – Lascaux und die Venus von Willendorf

In der Höhle von Lascaux in Frankreich sind Tierdarstellungen erhalten, die ungefähr 17.000 Jahre alt sind. Zu sehen sind unter anderem große Tiere in Bewegung. Wir können die Bilder beschreiben, doch ihre genaue Bedeutung kennen wir nicht sicher. Vielleicht gehörten sie zu besonderen Handlungen oder Erzählungen. Solche Deutungen müssen als Vermutungen gekennzeichnet werden.
G-Auftrag: Nenne drei Tiere, Formen oder Linien, die Du erkennst.
M-Auftrag: Beschreibe, wodurch Bewegung entsteht. Achte auf Körperhaltung, Linien und Überlagerungen.
E-Auftrag: Erkläre, warum eine Kunsthistorikerin zwischen „Ich sehe“ und „Ich vermute“ unterscheiden sollte.

Die sogenannte Venus von Willendorf ist eine kleine steinzeitliche Figur, die rund 30.000 Jahre alt ist. Der Name „Venus“ stammt aus viel späterer Zeit. Wir wissen nicht sicher, welche Bedeutung die Figur für die Menschen hatte, die sie herstellten.
Museumsdetektiv-Frage: Warum ist eine kleine Figur in einer Vitrine anders zu erleben als eine große Wandmalerei in einer Höhle?
Station 2: Altes Ägypten – Bild, Schrift und Herrschaft

Dieses frühe Bildnis der Nofretete aus der Amarna-Zeit zeigt, wie eng Kunst, Herrschaft und Religion im Alten Ägypten verbunden sein konnten. Ägyptische Darstellungen folgten oft festen Regeln. Haltung, Größe, Kleidung und Symbole konnten zeigen, welche Stellung eine Person hatte.
G-Auftrag: Beschreibe Gesicht, Haltung und Materialwirkung.
M-Auftrag: Suche zwei Merkmale, die das Bildnis würdevoll oder bedeutend wirken lassen.
E-Auftrag: Überlege, warum ein Museum ein Herrscherbildnis anders beschriften sollte als ein Alltagsgegenstand.
Dieses Video des British Museum richtet sich an junge Lernende und beantwortet Fragen zum Alten Ägypten. Achte darauf, wie eine Fachperson schwierige Inhalte verständlich erklärt.
Audioguide-Beobachtung: Notiere eine Stelle, an der eine Frage den Einstieg in ein Thema erleichtert.
Am Rosetta-Stein lässt sich außerdem erkennen, dass Museumsobjekte nicht nur wegen ihrer Form, sondern auch wegen ihrer Bedeutung für Forschung wichtig sein können. Der Stein half bei der Entzifferung ägyptischer Hieroglyphen.
Station 3: Griechische Antike – Geschichten auf Keramik

Diese attische schwarzfigurige Amphora aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. zeigt eine Szene mit Herakles. Bei der schwarzfigurigen Technik erscheinen Figuren dunkel auf dem helleren Ton des Gefäßes. Einzelheiten konnten durch eingeritzte Linien sichtbar gemacht werden.
G-Auftrag: Suche eine Figur, eine Waffe oder ein Kleidungsdetail.
M-Auftrag: Erkläre, wie der Gefäßkörper die Anordnung der Figuren beeinflusst.
E-Auftrag: Stelle Dir vor, das Gefäß stünde ohne Beschriftung im Museum. Welche drei Informationen müsste ein gutes Museumsetikett liefern, damit die Darstellung verständlicher wird?
Virtuelle Galerie zu griechischen Vasen im British Museum
Digitale Suchaufgabe: Suche dort ein Gefäß mit mehreren Personen. Vergleiche seine Bildfläche mit der Amphora oben.
Station 4: Römische Antike – Porträt, Macht und Mosaik

Die Statue des Augustus von Prima Porta ist ein berühmtes römisches Herrscherbild. Haltung, Kleidung und sorgfältig gestaltete Details zeigen Augustus nicht zufällig, sondern als mächtige und bedeutende Person. Kunst kann also auch politische Botschaften tragen.
G-Auftrag: Beschreibe die Körperhaltung.
M-Auftrag: Nenne zwei Details, durch die die Figur selbstbewusst oder mächtig wirkt.
E-Auftrag: Erkläre, warum ein Herrscherbild keine neutrale Fotografie seiner Zeit ist.

Ein Mosaik entsteht aus vielen kleinen Steinchen oder anderen festen Teilen. Das Seepferd-Mosaik aus den römischen Bädern von Bath zeigt, dass Bilder auch Böden schmücken konnten.
Vergleich: Die Augustusstatue ist dreidimensional, das Mosaik ist flächig. Welches Werk wirkt im Museum stärker aus der Nähe, welches möglicherweise schon aus größerer Entfernung? Begründe.
Station 5: Spätantike und Byzanz – Mosaik in Ravenna

Das berühmte Mosaik in San Vitale in Ravenna zeigt Kaiser Justinian und Begleiter. Es entstand im 6. Jahrhundert. Die Figuren stehen frontal und geordnet nebeneinander. Die glänzende Mosaikoberfläche und der sakrale Raum erzeugen eine feierliche Wirkung.
G-Auftrag: Zähle auffällige Farben und beschreibe die Anordnung der Figuren.
M-Auftrag: Vergleiche die Haltung der Figuren mit der Statue des Augustus.
E-Auftrag: Erkläre, wie sich die Wirkung verändert, wenn ein Mosaik nicht im Museum, sondern an seinem ursprünglichen Ort in einer Kirche betrachtet wird.
Station 6: Frühmittelalter – Sutton Hoo und das Book of Kells

Der Helm aus dem Schiffsgrab von Sutton Hoo stammt aus dem frühen 7. Jahrhundert. Er ist aus zahlreichen erhaltenen Teilen rekonstruiert worden. Seine aufwendige Verzierung zeigt, dass Waffen oder Schutzgegenstände zugleich bedeutende Zeichen von Rang und Identität sein konnten.
In diesem Video erklärt eine Kuratorin des British Museum, warum der Sutton-Hoo-Helm für die Erforschung des Frühmittelalters wichtig ist.
G-Auftrag: Nenne zwei Materialien oder Oberflächenwirkungen, die Du am Helm erkennst oder aus der Erklärung erfährst.
M-Auftrag: Erkläre, warum ein beschädigtes und rekonstruiertes Objekt trotzdem sehr wertvoll für die Forschung sein kann.
E-Auftrag: Soll ein Museum eher das erhaltene Original, eine Rekonstruktion oder beides zeigen? Begründe.
Virtueller Rundgang durch Sutton Hoo and Europe im British Museum

Das Book of Kells ist eine reich gestaltete mittelalterliche Handschrift. Solche Bücher wurden aufwendig geschrieben und mit Ornamenten, Figuren und Farben geschmückt. Buchmalerei zeigt: Kunstgeschichte findet nicht nur an Wänden oder in Skulpturen statt, sondern auch auf Seiten.
Museumsfrage: Warum darf ein sehr altes Buch in einer Ausstellung nicht ständig an derselben Seite geöffnet bleiben? Überlege, welche Rolle Licht und Materialschutz spielen.
Station 7: Hochmittelalter – Bilder erzählen Geschichte

Der sogenannte Teppich von Bayeux entstand im 11. Jahrhundert und erzählt in vielen Szenen von Ereignissen rund um die normannische Eroberung Englands. Technisch handelt es sich nicht um einen gewebten Teppich, sondern um eine Stickerei auf Leinen.
G-Auftrag: Suche Menschen, Tiere, Waffen oder Schrift.
M-Auftrag: Erkläre, wie eine lange Bildfolge ähnlich wie ein Comic erzählen kann.
E-Auftrag: Frage kritisch: Wer kommt in der Erzählung vor, wer fehlt vielleicht? Was bedeutet das für unsere Vorstellung von Geschichte?

Das romanische Tympanon von Saint-Lazare in Autun zeigt eine große Bildkomposition über einem Kirchenportal. Im Mittelalter konnten solche Portalbilder Menschen bereits vor dem Betreten einer Kirche wichtige religiöse Vorstellungen zeigen.
Vergleichsauftrag: Bayeux erzählt in einer langen Folge; Autun ordnet viele Figuren um ein Zentrum. Welche Bildordnung kannst Du leichter lesen? Begründe.
Station 8: Gotik – Licht wird zum Gestaltungsmittel


Gotische Kirchen nutzen große Fensterflächen und farbiges Glas. In Chartres zeigen Glasfenster Figuren, Geschichten und Ornamente. Das Tageslicht verändert die Wirkung im Laufe des Tages. Hier wird Licht selbst zum Teil der Gestaltung.
G-Auftrag: Beschreibe zwei Farben und zwei Formen.
M-Auftrag: Erkläre, warum dasselbe Fenster morgens und abends unterschiedlich wirken kann.
E-Auftrag: Beurteile, was bei einer Fotografie eines Glasfensters verloren geht, wenn man den echten Raum nicht erlebt.
Der 360°-Rundgang durch The Met Cloisters führt durch Museumsräume, die mittelalterliche Architekturteile, Kunstwerke und Gärten verbinden.
Virtuelle Beobachtungsaufgabe: Suche im Video mindestens zwei Merkmale, durch die der Museumsraum selbst mittelalterlich wirkt.
Museums- und virtueller Rundgang für die Klasse
Der folgende Rundgang kann in einem echten Museum, mit den Medien dieses aiMOOCs oder mit anderen digitalen Sammlungen durchgeführt werden.
Rundgangsplan
- Eingang – Raum lesen: Schau nicht sofort auf ein einzelnes Werk. Untersuche zuerst Licht, Wege, Vitrinen und Beschriftungen.
- Station 1 – Frühe Kunst: Wähle zwischen Höhlenbild und Figur. Halte drei Beobachtungen fest.
- Station 2 – Ägypten: Suche ein Herrscherbild, ein Alltagsobjekt oder ein Schriftzeugnis.
- Station 3 – Griechenland: Suche eine Keramik mit Figuren und erkenne, wie Bild und Gefäßform zusammenpassen.
- Station 4 – Rom: Vergleiche eine dreidimensionale Figur mit einem flächigen Bild oder Mosaik.
- Station 5 – Spätantike: Untersuche, wie Ordnung, Frontalität und Glanz wirken.
- Station 6 – Frühmittelalter: Suche besonders kostbare Materialien oder feine Ornamente.
- Station 7 – Hochmittelalter: Finde ein Werk, das eine Geschichte in mehreren Szenen erzählt.
- Station 8 – Gotik: Suche Kunst, bei der Architektur oder Licht zur Wirkung beitragen.
Dein Stationenpass
| Station | Werk oder Objekt | Drei sichtbare Merkmale | Material oder Technik | Meine Frage |
|---|---|---|---|---|
| Frühe Kunst | ||||
| Altes Ägypten | ||||
| Griechenland | ||||
| Rom | ||||
| Spätantike | ||||
| Frühmittelalter | ||||
| Hochmittelalter | ||||
| Gotik |
Interaktive Suchaufgaben im digitalen Museum
Suchauftrag 1: Museumsraum
Öffne einen virtuellen Museumsrundgang. Suche einen Raum, in dem die Architektur besonders auffällt.
G: Nenne drei Dinge im Raum.
M: Erkläre, wie Licht und Wegführung Deinen Blick lenken.
E: Beurteile, ob der Raum selbst Teil der Ausstellungserzählung ist.
Suchauftrag 2: Ein Werk aus dem Alten Ägypten
Nutze eine digitale Museumssammlung. Wähle ein ägyptisches Objekt.
G: Notiere Objektart, Material und ein sichtbares Detail.
M: Erkläre, welche Information auf dem Museumsetikett für Dich am wichtigsten ist.
E: Formuliere eine Frage zur Herkunft oder zum Weg des Objekts in die Sammlung.
Suchauftrag 3: Griechische Vasen
Nutze die virtuelle Galerie des British Museum.
G: Finde eine Vase mit mindestens zwei Figuren.
M: Beschreibe, wie die Figuren auf der gekrümmten Oberfläche angeordnet sind.
E: Vergleiche die digitale Nahansicht mit dem Eindruck einer Vase in einer Vitrine.
Suchauftrag 4: Sutton Hoo
Öffne den virtuellen Rundgang zu Sutton Hoo.
G: Finde den Helm.
M: Suche ein zweites kostbares Objekt und vergleiche seine Materialien mit dem Helm.
E: Erkläre, was mehrere wertvolle Grabbeigaben über die bestattete Person oder ihre Gesellschaft vermuten lassen.
Suchauftrag 5: The Met Cloisters
Nutze das 360°-Video.
G: Finde einen Bogen, eine Säule oder ein Fenster.
M: Beschreibe, wie historische Architekturteile in einen Museumsbau eingebunden werden.
E: Beurteile, ob eine solche Präsentation eher wie Museum, Kirche, Kloster oder eine Mischung wirkt.
Suchauftrag 6: Audioguide
Nutze eine frei zugängliche Galerieeinführung oder einen von der Lehrkraft ausgewählten Audioguide-Ausschnitt.
G: Notiere drei wichtige Wörter.
M: Fasse die Erklärung in zwei Sätzen zusammen.
E: Beurteile, welche Information nur im Ton gut funktioniert und welche besser als Bild oder Text gezeigt würde.
Suchauftrag 7: Lieblingswerk digital finden
Durchsuche eine digitale Sammlung von früher Kunst bis zum Mittelalter.
G: Wähle ein Werk, das Dir sofort auffällt.
M: Begründe Deine Wahl mit zwei sichtbaren Merkmalen.
E: Erkläre zusätzlich, warum gerade die Museumspräsentation oder digitale Darstellung Deine Wahl beeinflusst.
Suchauftrag 8: Was fehlt?
Betrachte die Auswahl dieses aiMOOCs.
G: Nenne eine Kunstform, die Du vermisst.
M: Nenne eine Region oder Kultur, die in diesem Rundgang kaum vorkommt.
E: Entwirf eine zusätzliche Station, die den Rundgang erweitert, und begründe Deine Auswahl.
Audioguide-Werkstatt
Ein guter Audioguide beschreibt nicht einfach alles. Er lenkt den Blick.
Dein 60-Sekunden-Audioguide
- Start: Nenne Werk, Zeit und Material.
- Blicklenkung: Sage: „Schau zuerst auf …“
- Entdeckung: Erkläre zwei sichtbare Details.
- Kontext: Gib eine kurze gesicherte Hintergrundinformation.
- Frage: Beende mit einer Frage, die zum Weitersehen anregt.
G: Nutze die fünf Schritte als Satzgerüst.
M: Verbinde Beobachtung und Erklärung.
E: Ergänze eine Frage zur Museumspräsentation, Herkunft oder Rekonstruktion.
Mein Lieblingswerk
Du wählst aus dem Rundgang mindestens ein Lieblingswerk. Dabei gibt es kein „richtiges“ Lieblingswerk. Entscheidend ist, dass Du Deine Wahl begründest.
| Frage | Meine Antwort |
|---|---|
| Wie heißt das Werk? | |
| Aus welcher Zeit stammt es ungefähr? | |
| Aus welchem Material besteht es? | |
| Welche drei Details fallen mir auf? | |
| Welche Wirkung hat es auf mich? | |
| Welche Geschichte oder Frage verbinde ich damit? | |
| Warum ist es mein Lieblingswerk? | |
| Wie sollte es im Museum gezeigt werden? |
G: „Ich wähle …, weil ich besonders … sehe.“
M: „Ich wähle …, weil Material, Form und Thema zusammen … bewirken.“
E: „Ich wähle …, weil das Werk für mich besonders interessant wird, wenn ich seine Entstehungszeit und die heutige Museumspräsentation zusammen betrachte.“
Kuratieren: Du gestaltest Dein eigenes Mini-Museum
„Kuratieren“ bedeutet unter anderem, Werke auszuwählen, zu ordnen, zu erforschen und für Besucherinnen und Besucher verständlich zu präsentieren.
Wähle fünf Werke aus diesem aiMOOC. Gib Deiner Ausstellung einen Titel. Lege eine Reihenfolge fest. Entscheide, welches Werk am Eingang steht und welches am Ende. Schreibe zu jedem Werk ein kurzes Museumsetikett. Begründe anschließend, welche Geschichte Deine Auswahl erzählt.
G: Ordne fünf Werke chronologisch.
M: Ordne sie nach einem selbst gewählten Thema wie „Macht“, „Geschichten“, „Material“ oder „Licht“.
E: Baue bewusst ein Werk ein, das die Ordnung stört, und erkläre, warum dieser Bruch für Besucherinnen und Besucher interessant sein kann.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aussage beschreibt eine wichtige Aufgabe eines Museums am besten? (Kunstwerke und Objekte sammeln, bewahren, erforschen und vermitteln) (!Nur Eintrittskarten verkaufen) (!Nur sehr teure Bilder zeigen) (!Nur neue Kunst herstellen)
Warum muss man bei früher Kunst oft vorsichtig mit Deutungen sein? (Weil die ursprüngliche Bedeutung häufig nicht sicher bekannt ist) (!Weil frühe Kunst keine Formen zeigt) (!Weil alle Werke absichtlich ohne Bedeutung hergestellt wurden) (!Weil Museen keine alten Objekte untersuchen dürfen)
Welche Technik passt zu vielen griechischen Vasen des 6. Jahrhunderts v. Chr.? (Schwarzfigurige Keramik) (!Ölmalerei auf Leinwand) (!Fotografie) (!Betonguss)
Woraus entsteht ein Mosaik? (Aus vielen kleinen zusammengesetzten Teilen) (!Aus einem einzigen gegossenen Glasblock) (!Nur aus Papierstreifen) (!Nur aus Bleistiftlinien)
Was kann eine römische Herrscherstatue vermitteln? (Macht und politische Bedeutung) (!Nur die genaue Körpergröße eines Menschen) (!Nur die Temperatur im Raum) (!Nur die Farbe der Museumswand)
Zu welcher Zeit gehört der Sutton-Hoo-Helm? (Frühmittelalter) (!Steinzeit) (!Renaissance) (!Moderne)
Was ist der sogenannte Teppich von Bayeux technisch gesehen? (Eine Stickerei) (!Ein Ölgemälde) (!Eine Bronzestatue) (!Ein Glasfenster)
Was ist für gotische Glasfenster besonders wichtig? (Licht) (!Motoren) (!Kunststoff) (!Fotopapier)
Was sollte ein guter Audioguide tun? (Den Blick auf wichtige Details lenken und verständlich erklären) (!Alle Informationen möglichst schnell vorlesen) (!Nur Jahreszahlen nennen) (!Das Kunstwerk vollständig ersetzen)
Wann ist eine Begründung für ein Lieblingswerk besonders überzeugend? (Wenn sie sich auf konkrete Beobachtungen am Werk stützt) (!Wenn sie nur aus dem Wort schön besteht) (!Wenn sie keine Merkmale nennt) (!Wenn sie das Werk nicht betrachtet)
Memory
| Höhlenmalerei | Lascaux |
| Statuette | Venus |
| Hieroglyphen | Ägypten |
| Schwarzfigurtechnik | Amphora |
| Tesserae | Mosaik |
| Rekonstruktion | Suttonhoohelm |
| Stickerei | Bayeux |
| Glasmalerei | Chartres |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Kunstepoche |
|---|---|
| Lascaux | Frühe Kunst |
| Nofretetebildnis | Altes Ägypten |
| Schwarzfigurige Amphora | Griechische Antike |
| Augustusstatue | Römische Antike |
| Suttonhoohelm | Frühmittelalter |
Kreuzworträtsel
| Lascaux | Wie heißt die französische Höhle mit berühmten steinzeitlichen Tierbildern? |
| Amphora | Wie nennt man eine Gefäßform, auf der griechische Bildergeschichten erscheinen können? |
| Mosaik | Welche Bildtechnik setzt viele kleine Teile zusammen? |
| Helm | Welcher Gegenstand ist das berühmte Fundstück von Sutton Hoo? |
| Chartres | In welcher französischen Stadt steht eine Kathedrale mit berühmten mittelalterlichen Glasfenstern? |
| Audioguide | Wie heißt eine gesprochene Museumsführung über Kopfhörer oder Smartphone? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – G
- Museumsdetektiv: Suche in einem echten oder virtuellen Museumsraum fünf Dinge, die den Blick der Besucherinnen und Besucher lenken. Fotografiere oder skizziere sie, wenn das erlaubt ist.
- Farbensammler: Wähle drei Werke aus unterschiedlichen Zeiten und erstelle zu jedem eine kleine Farbpalette.
- Lieblingswerk: Wähle ein Werk aus dem Rundgang, zeichne ein Detail ab und schreibe drei Sätze dazu, warum es Dir auffällt.
- Mini-Audioguide: Nimm eine 30- bis 60-sekündige Erklärung zu einem Kunstwerk auf. Beginne mit „Schau zuerst auf …“.
Standard – M
- Kunst-Zeitstrahl: Gestalte einen Zeitstrahl von Lascaux bis zur Gotik und ordne mindestens acht Werke oder Kunstformen ein.
- Museumskarte: Zeichne einen Grundriss für ein Mini-Museum mit vier Räumen und erkläre, welche Werke Du in welchem Raum zeigen würdest.
- Werkvergleich: Vergleiche eine antike und eine mittelalterliche Darstellung nach Material, Komposition, Funktion und Wirkung.
- Virtueller Rundgang: Führe eine andere Person durch drei digitale Museumsstationen und formuliere an jeder Station eine Suchfrage.
Schwer – E
- Kuratieren: Stelle fünf Werke unter ein gemeinsames Thema wie „Macht“, „Erzählung“, „Material“ oder „Licht“ und begründe Deine Auswahl.
- Provenienzfrage: Wähle ein Museumsobjekt und recherchiere, was über Fundort, früheren Besitz oder Weg in die Sammlung bekannt ist. Trenne gesicherte Angaben von offenen Fragen.
- Museum der Zukunft: Entwirf ein Konzept für einen virtuellen Museumsraum, in dem Bild, Ton, 3D-Ansicht und Text sinnvoll zusammenarbeiten.
- Ausstellungskritik: Untersuche eine reale oder digitale Ausstellung und beurteile, welche Geschichte ihre Auswahl erzählt und welche Perspektiven möglicherweise fehlen.


Lernkontrolle
- Rundgang neu ordnen: Du darfst die acht Stationen nicht chronologisch anordnen. Entwickle stattdessen eine neue Ordnung nach Material, Funktion oder Wirkung und begründe Deine Entscheidung.
- Original oder Rekonstruktion: Ein stark beschädigtes Objekt kann als Originalfragment, als Rekonstruktion oder in beiden Formen gezeigt werden. Entscheide Dich für eine Präsentation und begründe Vor- und Nachteile.
- Licht und Erhaltung: Ein mittelalterliches Buch und ein Glasfenster brauchen unterschiedliche Ausstellungsbedingungen. Erkläre, warum dieselbe Beleuchtung für beide nicht automatisch sinnvoll ist.
- Audioguide entscheiden: Wähle eines der Werke aus dem Rundgang, das besonders von einem Audioguide profitieren würde. Begründe, welche Informationen gesprochen werden sollten und welche besser sichtbar bleiben.
- Museum als Erzähler: Erkläre an einem Beispiel, wie die Reihenfolge von Kunstwerken die Geschichte beeinflussen kann, die Besucherinnen und Besucher aus einer Ausstellung mitnehmen.
- Lieblingswerk mit Belegen: Wähle zwei Werke, entscheide Dich für eines als Lieblingswerk und begründe Deine Entscheidung mit mindestens drei konkreten Beobachtungen und einem Vergleich.
- Virtuell oder vor Ort: Vergleiche einen digitalen Rundgang mit einem echten Museumsbesuch. Welche Informationen gewinnt man digital, welche Erfahrungen sind im Raum stärker? Entwickle ein begründetes Urteil.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du zeigen kannst:
- Du kannst die wichtigsten Stationen von früher Kunst bis zum Mittelalter grob zeitlich ordnen.
- Du kannst mindestens fünf Materialien oder Techniken sicher unterscheiden.
- Du kannst Beobachtung und Vermutung voneinander trennen.
- Du kannst zwei Kunstwerke nach Form, Material, Funktion und Wirkung vergleichen.
- Du kannst erklären, wie Museumsräume und Beschriftungen den Blick lenken.
- Du kannst einen kurzen Audioguide oder Museumstext verständlich formulieren.
- Du kannst ein Lieblingswerk auswählen und Deine Entscheidung mit sichtbaren Merkmalen begründen.
- Du kannst erklären, warum digitale Rundgänge echte Museumsbesuche ergänzen, aber nicht vollständig ersetzen.
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