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BK5 - Das kann ich in Bildender Kunst 5

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BK5 - Das kann ich in Bildender Kunst 5



Einleitung

BK5 - Das kann ich in Bildender Kunst 5 ist Dein Lern-, Übungs- und Selbstcheck-aiMOOC für die Klasse 5. Du lernst nicht nur Begriffe auswendig, sondern erprobst, wie Kunst entsteht, wie Bilder und Räume wirken und wie Du Deine eigenen Ideen sichtbar machen kannst. Der Kurs verbindet Kunstbetrachtung, Grafik, Malerei, Druckgrafik, Plastik, Skulptur, Architektur, Fotografie, Animation, digitale Medien und Kunstgeschichte.

Im Mittelpunkt stehen sechs Fähigkeiten: Wahrnehmen, Gestalten, Experimentieren, Beschreiben, Reflektieren und Präsentieren. Du arbeitest immer wieder praktisch und prüfst anschließend, was schon sicher gelingt und was Du weiter vertiefen möchtest.

Für Bilder werden in diesem aiMOOC Wikimedia-Commons-Dateien verwendet. Sie sind auf Commons mit freien Lizenzen oder als gemeinfrei gekennzeichnet; die genauen Lizenz- und Urheberangaben findest Du auf der jeweiligen Dateiseite. YouTube-Videos stammen aus seriösen Museums-, Kultur- oder Bildungsangeboten und werden nur eingebettet, nicht kopiert. Beim Abspielen gelten zusätzlich die schulischen Datenschutzregeln für externe Medien.


So arbeitest Du mit G/M/E

In diesem aiMOOC bedeuten die drei Niveaus:

Niveau Das wird von Dir erwartet Beispiel
G – grundlegendes Niveau Du erkennst wichtige Merkmale, wendest bekannte Verfahren an und erklärst Deine Entscheidungen mit einfachen Fachbegriffen. Du zeichnest verschiedene Linien und beschreibst, welche davon ruhig oder bewegt wirken.
M – mittleres Niveau Du kombinierst Gestaltungsmittel bewusst, vergleichst Wirkungen und begründest Deine Entscheidungen genauer. Du veränderst Linien, Flächen und Kontraste gezielt, damit Dein Bild eine bestimmte Stimmung erhält.
E – erweitertes Niveau Du entwickelst eigene Lösungen, experimentierst systematisch, vergleichst Alternativen und reflektierst Wirkung, Kontext und Präsentation. Du erstellst mehrere Entwürfe, entscheidest Dich begründet für eine Variante und erklärst, wie Deine Gestaltung auf andere wirken kann.

Du darfst bei verschiedenen Kompetenzen auf unterschiedlichen Niveaus arbeiten. Ziel ist nicht, überall sofort E zu erreichen, sondern Deinen nächsten sinnvollen Lernschritt zu erkennen.


Dein Kompetenz-Kompass

Kompetenz G M E Mein Nachweis
Wahrnehmen Ich entdecke auffällige Farben, Formen, Linien, Materialien oder Räume. Ich erkenne Unterschiede, Beziehungen und Bildschwerpunkte. Ich untersuche Details systematisch und leite daraus Wirkungen oder Fragen ab. ☐ Bildnotiz ☐ Skizze ☐ Fotoanalyse
Gestalten Ich setze ein Verfahren passend ein. Ich kombiniere mehrere Gestaltungsmittel bewusst. Ich entwickle eine eigenständige Lösung aus Entwürfen und begründe meine Auswahl. ☐ Zeichnung ☐ Bild ☐ Objekt ☐ digitales Werk
Experimentieren Ich probiere mindestens eine Variante aus. Ich vergleiche mehrere Materialien oder Verfahren. Ich plane eine Versuchsreihe, dokumentiere Veränderungen und nutze Zufälle produktiv. ☐ Probestreifen ☐ Variantenblatt ☐ Testreihe
Beschreiben Ich sage, was ich sehe. Ich nutze passende Fachbegriffe und beschreibe Beziehungen im Bild oder Raum. Ich formuliere präzise, trenne Beobachtung und Deutung und belege Aussagen am Werk. ☐ Bildbeschreibung ☐ Audio ☐ Partnergespräch
Reflektieren Ich nenne, was gelungen ist und was ich ändern würde. Ich begründe Entscheidungen anhand von Wirkung und Aufgabe. Ich vergleiche Entwurf, Prozess, Ergebnis und Rückmeldungen und leite konkrete nächste Schritte ab. ☐ Reflexionskarte ☐ Lerntagebuch ☐ Feedbackbogen
Präsentieren Ich zeige mein Werk ordentlich und sage kurz etwas dazu. Ich wähle eine passende Präsentationsform und erkläre Idee, Technik und Wirkung. Ich inszeniere Werk, Reihenfolge, Raum oder digitale Darstellung bewusst für ein Publikum. ☐ Ausstellung ☐ Kurzvortrag ☐ digitale Galerie


Der Kunst-Workflow

Ein künstlerischer Prozess verläuft selten streng gerade. Du kannst immer wieder zurückspringen:

WAHRNEHMENFRAGENEXPERIMENTIERENGESTALTENBESCHREIBENREFLEKTIERENPRÄSENTIEREN

Wenn Du feststeckst, gehe einen Schritt zurück: Schau genauer, ändere ein Material, fertige eine neue Skizze an oder hole Dir eine Rückmeldung.


Kunstbetrachtung und Kunstgeschichte

Kunstwerke verraten etwas über die Zeit, in der sie entstanden sind, über Materialien und Techniken, aber auch über Vorstellungen, Gefühle und Fragen von Menschen. Bei einer guten Bildbetrachtung beginnst Du deshalb nicht mit „Das gefällt mir“ oder „Das ist hässlich“, sondern mit genauem Wahrnehmen.

Die prähistorischen Höhlenbilder von Lascaux zeigen, dass Menschen schon in der Altsteinzeit Tiere, Bewegung und Zeichen bildlich gestalteten. Warum diese Bilder entstanden, lässt sich heute nicht mit völliger Sicherheit sagen. Genau deshalb ist es wichtig, zwischen Beobachtung, Vermutung und gesichertem Wissen zu unterscheiden.

Bei Johannes Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrring aus dem 17. Jahrhundert kannst Du untersuchen, wie Licht, dunkler Hintergrund, Blickrichtung und Farbkontraste Deine Aufmerksamkeit lenken.


Fünf Schritte für eine Bildbetrachtung

Schritt Frage Beispiel
1. Wahrnehmen Was sehe ich wirklich? Eine Person schaut über die Schulter. Der Hintergrund ist dunkel.
2. Ordnen Was ist vorne, hinten, groß, klein, hell, dunkel oder besonders auffällig? Das Gesicht und der Ohrring heben sich deutlich ab.
3. Gestalten erkennen Welche Linien, Farben, Formen, Kontraste, Materialien oder Blickrichtungen wirken? Helle Haut und heller Schmuck stehen vor dunklem Grund.
4. Deuten Welche Wirkung oder Bedeutung könnte daraus entstehen? Der direkte Blick kann Nähe oder Aufmerksamkeit erzeugen.
5. Fragen Was möchte ich noch wissen? Wer ist die dargestellte Person? Warum wurde der Hintergrund so reduziert?

Merksatz: Erst genau beschreiben, dann deuten und bewerten.


Kunstgeschichte als Zeitreise

Zeit / Beispiel Werk oder Medium Was Du daran untersuchen kannst
Altsteinzeit Höhlenmalerei von Lascaux Tierdarstellung, Bewegung, Naturpigmente, offene Deutungsfragen
1515 Albrecht Dürers Rhinozeros Linie, Struktur, Holzschnitt, Vorstellung und Beobachtung
um 1665 Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrring Licht, Porträt, Farbwirkung, Blickbeziehung
um 1830 Hokusais Große Welle vor Kanagawa Farbholzschnitt, Wiederholung, Bewegung, Bildaufbau
1878 Eadweard Muybridges Bewegungsfotografien Bildfolge, Fotografie, Bewegung und Vorformen der Animation
1889 Vincent van Goghs Sternennacht Farbe, Pinselduktus, Ausdruck, Landschaft
1925–1926 Bauhausgebäude Dessau Funktion, Geometrie, Glasflächen, moderne Architektur
Gegenwart Pixelgrafik, Fotografie, Animation und digitale Gestaltung Raster, Ebenen, Sequenzen, Bearbeitung, Urheberrecht


Grafik: Linie, Fläche und Struktur

Grafik kann zeichnerisch, gedruckt oder digital entstehen. Schon mit einem Bleistift kannst Du sehr unterschiedliche Wirkungen erzeugen: zart oder kräftig, schnell oder langsam, gerade oder geschwungen, dicht oder locker.

Albrecht Dürers Rhinozeros von 1515 ist ein Holzschnitt. Dürer hatte das Tier nicht selbst gesehen. Seine Darstellung entstand nach Berichten und einer Vorlage. Dadurch eignet sich das Werk besonders für die Frage: Wie unterscheiden sich Beobachtung, Information und Vorstellung?

Gestaltungsmittel mögliche Wirkung Praxisversuch
dünne, helle Linie leicht, vorsichtig, fein Zeichne eine Feder nur mit sehr wenig Druck.
dicke, dunkle Linie kräftig, schwer, dominant Zeichne denselben Gegenstand mit stärkerem Druck.
parallele Schraffur Fläche, Schatten, Richtung Verändere Abstand und Neigung der Linien.
Kreuzschraffur dichter Tonwert, Tiefe Lege mehrere Linienrichtungen übereinander.
Kontur klare Abgrenzung Zeichne einen Gegenstand ohne Innenlinien.
Struktur Materialwirkung Erfinde Oberflächen für Fell, Metall, Holz oder Stein.

G: Du setzt mindestens drei verschiedene Linienarten bewusst ein. M: Du erzeugst mit Schraffuren erkennbare Hell-Dunkel-Abstufungen. E: Du entwickelst eine eigene Fantasiefigur, deren Oberfläche allein durch unterschiedliche Linien und Strukturen lesbar wird.


Malerei: Farbe, Kontrast und Ausdruck

Farbe kann Gegenstände beschreiben, Räume gliedern und Stimmungen erzeugen. In der Malerei ist deshalb nicht nur wichtig, welche Farbe Du verwendest, sondern auch wie viel, wie hell, wie dunkel und neben welcher anderen Farbe.

Vincent van Gogh malte Die Sternennacht 1889. Das Bild zeigt keinen rein fotografisch genauen Nachthimmel. Beobachtung und künstlerische Veränderung verbinden sich zu einer stark bewegten Bildwirkung. Achte auf die kreisenden Linien, die Gegensätze zwischen dunklen und hellen Bereichen und die Wiederholung von Blau- und Gelbtönen.

Bei Claude Monets Seerosenbildern kannst Du beobachten, wie Farbe, Spiegelungen und lockere Pinselspuren wichtiger werden können als eine scharf begrenzte Kontur.


Farb-Labor

Versuch G M E
Farbmischung Mische aus zwei Ausgangsfarben eine neue Farbe. Erstelle eine Reihe mit mindestens fünf Zwischenstufen. Verändere zusätzlich Helligkeit und Sättigung und dokumentiere die Wirkung.
Warm und kalt Sortiere Farben nach Deiner Wahrnehmung. Male dasselbe kleine Motiv einmal überwiegend warm und einmal überwiegend kalt. Begründe, wie sich Stimmung und Raumwirkung verändern.
Kontrast Finde einen deutlichen Hell-Dunkel-Unterschied. Nutze zwei Kontraste in einer eigenen Farbfläche. Steuere den Blick durch Kontraststärken und erkläre Deinen Bildschwerpunkt.


Druck: Ein Bild kann Spuren hinterlassen

Beim Drucken wird Farbe von einer Druckform auf einen Bildträger übertragen. Eine Druckform kann mehrfach verwendet werden. Dadurch entstehen Serien und Variationen. Wichtig: Viele Druckverfahren spiegeln das Motiv beim Übertragen.

Katsushika Hokusais Große Welle vor Kanagawa entstand als Farbholzschnitt im 19. Jahrhundert und gehört zur Serie der Ansichten des Berges Fuji. Achte auf die große Wellenform, die kleinen Boote und den weit hinten liegenden Berg: Größenverhältnisse und Überschneidungen steigern die Wirkung.

Eine Demonstration traditioneller japanischer Holzschnitttechnik zeigt, wie sorgfältig Entwurf, Holzblock, Farbe und Abdruck zusammenspielen:

Praxisidee ohne Schneidewerkzeug: Nutze Moosgummi, Wellpappe, Korken, Blätter, Schnüre oder selbst geschnittene Pappformen als sichere Druckstöcke. Drucke dasselbe Zeichen mehrfach und verändere Abstand, Drehung, Farbe und Überlagerung.

G: Du erzeugst einen klaren Abdruck. M: Du entwickelst ein Rhythmusmuster aus Wiederholungen. E: Du planst eine kleine Druckserie, in der eine Regel schrittweise verändert wird.


Plastik und Skulptur: Gestalten im Raum

Dreidimensionale Kunst kannst Du umrunden. Dadurch verändern sich Umriss, Licht, Schatten und Wirkung mit Deinem Standort. Im Unterricht hilft eine einfache Unterscheidung: Bei einer Plastik wird Material häufig aufgebaut oder angefügt, bei einer Skulptur wird Material häufig weggenommen. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden beide Begriffe aber oft überschneidend verwendet.

Michelangelos David entstand zu Beginn des 16. Jahrhunderts aus Marmor. Bei einer Skulptur ist die Betrachtung aus mehreren Richtungen entscheidend. Ein Foto zeigt deshalb immer nur eine ausgewählte Ansicht.

Raumproblem Experiment Beobachtungsfrage
Stabilität Baue mit Papierstreifen eine Figur, die ohne Klebeband stehen kann. Wo liegt das Gewicht?
Volumen Forme aus Papier oder Ton eine große Form mit möglichst wenig Material. Wie entsteht räumliche Wirkung?
Oberfläche Bearbeite ein Probeteil glatt, rau, geritzt und gedrückt. Wie verändert die Oberfläche Licht und Schatten?
Ansicht Fotografiere Dein Objekt von vier Seiten. Welche Ansicht erklärt die Idee am besten?

G: Ein stabiles Objekt entsteht. M: Form und Oberfläche unterstützen eine erkennbare Wirkung. E: Du planst bewusst, wie sich Dein Objekt beim Umrunden verändert.


Architektur: Räume planen und erleben

Architektur gestaltet Räume für Menschen. Dabei treffen Funktion, Material, Konstruktion, Licht, Proportion, Umgebung und ästhetische Entscheidungen aufeinander.

Das Bauhausgebäude in Dessau wurde 1925–1926 nach Plänen von Walter Gropius als Schulgebäude errichtet. Große Glasflächen, klar gegliederte Baukörper und eine stark funktionale Planung machen es zu einem wichtigen Beispiel moderner Architektur.


Architektur-Check für Klasse 5

Frage Beobachtung Gestaltungsidee
Wer nutzt den Raum? Kinder, Erwachsene, Gruppen, Einzelne? Plane passende Größen, Wege und Treffpunkte.
Was soll dort passieren? Lernen, Wohnen, Spielen, Ausstellen? Gib jeder Funktion einen passenden Bereich.
Wie fällt Licht ein? Von oben, von der Seite, direkt oder gefiltert? Schneide Fensteröffnungen in ein Papiermodell.
Wie bewegt man sich? Gerade, kurvig, schnell, langsam, durch Engstellen? Zeichne Wege in einen Grundriss.
Wie wirkt der Bau? offen, geschlossen, ruhig, streng, verspielt? Verändere Form, Farbe, Rhythmus und Material.

G: Du baust ein einfaches stabiles Raummodell. M: Du verbindest Funktion und Gestaltung. E: Du entwickelst zwei Entwürfe für dieselbe Aufgabe und vergleichst ihre Vor- und Nachteile.


Fotografie: Ausschnitt, Perspektive und Licht

Eine Fotografie zeigt nicht einfach „die Wirklichkeit“. Schon vor dem Auslösen triffst Du Entscheidungen: Wo stehst Du? Was bleibt außerhalb des Bildes? Was ist scharf? Woher kommt das Licht? Welche Größe und Richtung erhalten Dinge im Bild?

Eadweard Muybridge untersuchte 1878 mit einer Folge von Fotografien die Bewegung eines galoppierenden Pferdes. Die Einzelbilder machten Bewegungsphasen sichtbar, die mit bloßem Auge schwer zu unterscheiden sind. Solche Bildfolgen gehören zur Vorgeschichte bewegter Bilder.

Fotoauftrag Wirkung erforschen
Froschperspektive Fotografiere einen Alltagsgegenstand von sehr tief unten. Wirkt er größer oder mächtiger?
Vogelperspektive Fotografiere denselben Gegenstand von oben. Was verändert sich?
Nahaufnahme Zeige nur ein Detail. Wird das Motiv rätselhafter?
Negativer Raum Lass bewusst viel leere Fläche um das Motiv. Wo liegt nun der Schwerpunkt?
Lichtwechsel Fotografiere dasselbe Motiv bei Seitenlicht und diffusem Licht. Welche Oberfläche wird deutlicher?

Wichtig: Fotografiere andere Personen nur mit ihrer Zustimmung und beachte die Regeln Deiner Schule zum Datenschutz und zur Veröffentlichung.


Animation: Bewegung aus Einzelbildern

Bei einer Animation werden einzelne Bilder so schnell nacheinander gezeigt, dass Bewegung wahrgenommen wird. Für eine Stop-Motion-Animation veränderst Du ein Objekt zwischen zwei Aufnahmen jeweils nur ein kleines Stück.

Mini-Projekt: Lass eine Papierform scheinbar über den Tisch wandern. Plane zuerst Start, Ziel und drei wichtige Zwischenpositionen. Fotografiere dann viele kleine Veränderungen. Achte darauf, dass Kamera und Hintergrund möglichst ruhig bleiben.

G: Eine Bewegung ist erkennbar. M: Geschwindigkeit und Richtung werden bewusst gesteuert. E: Bewegung, Bildausschnitt und kleine Handlung verbinden sich zu einer verständlichen Mini-Erzählung.


Digitale Medien: Pixel, Ebenen und Verantwortung

Digitale Bilder können fotografiert, gezeichnet, gerendert, collagiert oder aus einzelnen Pixeln aufgebaut werden. Der Computer nimmt Dir die Gestaltung nicht ab: Auch digital entscheidest Du über Form, Farbe, Kontrast, Anordnung, Auswahl und Wirkung.

Beim Vergrößern einer Pixelgrafik werden die einzelnen Bildpunkte sichtbar. Das macht deutlich, dass digitale Bilder aus einem Raster aufgebaut sein können.

Digitaler Begriff Einfach erklärt Praxis
Pixel kleinster Bildpunkt in einem Rasterbild Vergrößere ein Bild stark und untersuche die Kanten.
Ebene Bildbestandteil, der getrennt bearbeitet werden kann Lege Hintergrund und Figur auf getrennte Ebenen.
Auswahl abgegrenzter Bereich für eine Bearbeitung Verändere nur einen Teil des Bildes.
Deckkraft bestimmt, wie durchsichtig ein Bildelement wirkt Überlagere zwei Formen mit verschiedener Transparenz.
Dateiformat legt fest, wie Bilddaten gespeichert werden Vergleiche, ob Transparenz oder starke Kompression sichtbar ist.

G: Du gestaltest ein klares Pixelmotiv oder eine einfache digitale Collage. M: Du arbeitest mit Ebenen und begründest Deine Anordnung. E: Du entwickelst Varianten, dokumentierst Bearbeitungsschritte und reflektierst, welche Teile selbst erstellt, fotografiert oder aus freien Quellen übernommen wurden.


Kunst und Medien verantwortungsvoll nutzen

Auch im Kunstunterricht gelten Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht und faire Quellenangaben. Ein Bild im Internet ist nicht automatisch frei verwendbar. Für Schulprojekte sind selbst erstellte Medien und offen lizenzierte Materialien besonders geeignet.

Sicherer Arbeitsweg Das bedeutet für Dich
Eigenes Werk Zeichne, male, fotografiere oder gestalte selbst und dokumentiere Deinen Prozess.
Freie Quelle Nutze zum Beispiel Wikimedia Commons und prüfe die Lizenz auf der Dateiseite.
Urheber nennen Notiere Name, Werktitel, Quelle und Lizenz, wenn dies die Lizenz verlangt.
Personen schützen Hole Zustimmung ein, bevor Du erkennbare Personen fotografierst oder veröffentlichst.
Nicht einfach kopieren Verändere nicht nur fremde Bilder, sondern entwickle eine eigene gestalterische Idee.
Externe Videos Nutze offizielle Einbettungen und beachte schulische Datenschutzvorgaben.


Dein Diagnose-Atelier

Führe die sechs kurzen Kompetenzchecks durch. Markiere anschließend, welche Vertiefung für Dich sinnvoll ist.

Kompetenz Praxischeck G M E
Wahrnehmen Betrachte ein unbekanntes Kunstwerk 90 Sekunden lang und notiere danach Details. Ich nenne fünf sichtbare Merkmale. Ich ordne Merkmale nach Farbe, Form, Raum und Material. Ich entdecke Beziehungen und formuliere zwei weiterführende Fragen.
Gestalten Gestalte dasselbe Motiv mit Linie, Farbe und Form. Eine Variante ist klar lesbar. Ich kombiniere Gestaltungsmittel bewusst. Ich entscheide mich nach mehreren Entwürfen begründet für eine Lösung.
Experimentieren Erprobe ein Material in mehreren Varianten. Ich probiere eine Veränderung. Ich vergleiche mindestens drei Varianten. Ich entwickle eine systematische Testreihe und nutze Ergebnisse im Werk.
Beschreiben Beschreibe ein Werk für jemanden, der es nicht sehen kann. Ich nenne Gegenstände und Farben. Ich nutze Fachbegriffe und räumliche Beziehungen. Ich trenne Beobachtung, Wirkung und Deutung präzise.
Reflektieren Wähle eine eigene Arbeit und schreibe eine kurze Rückschau. Ich nenne eine Stärke und eine Änderung. Ich begründe beides mit der Aufgabe und der Wirkung. Ich vergleiche Entwurf, Prozess, Ergebnis und Feedback.
Präsentieren Zeige eine Arbeit in einer kleinen Ausstellung. Ich nenne Titel und Technik. Ich erkläre Idee, Gestaltung und Wirkung. Ich wähle Platzierung, Reihenfolge und Präsentationsform bewusst.


Individuelle Vertiefungen ableiten

Wenn Du hier unsicher bist ... Dann vertiefe ... Dein nächster Schritt
Wahrnehmen Bildbetrachtung, Details, Vergleichen Führe täglich eine 3-Minuten-Bilddetektiv-Aufgabe durch: 10 Details, 3 Beziehungen, 1 Frage.
Gestalten Komposition, Farbe, Linie, Form Gestalte dasselbe Motiv dreimal mit jeweils anderem Schwerpunkt.
Experimentieren Materialerfahrung, Varianten, Versuchsanordnung Erstelle ein Probenarchiv mit mindestens sechs Material- oder Werkzeugtests.
Beschreiben Fachsprache und genaue Beobachtung Nutze die Satzstarter „Ich sehe …“, „Im Vordergrund …“, „Der Kontrast zwischen … wirkt …“.
Reflektieren Wirkung, Begründung, Überarbeitung Vergleiche Entwurf und Ergebnis und formuliere eine konkrete Überarbeitung.
Präsentieren Auswahl, Reihenfolge, Raum, Publikum Kuratiere drei Arbeiten unter einem gemeinsamen Titel und schreibe kurze Werktexte.

Wenn Du in allen Bereichen sicher bist, entwickle ein eigenes Mini-Projekt, in dem mindestens drei Kunstbereiche zusammenkommen, zum Beispiel Fotografie + Zeichnung + Animation oder Architektur + Collage + digitales Layout.


Bewertungsraster G/M/E

Kriterium G M E
Idee Aufgabe verständlich umgesetzt eigene Variation erkennbar eigenständige, begründete Idee mit Alternativen
Gestaltung wichtige Mittel passend eingesetzt mehrere Mittel bewusst kombiniert Mittel gezielt auf Wirkung und Aussage abgestimmt
Technik Material grundsätzlich sicher genutzt Technik sauber und kontrolliert angewendet Technik souverän variiert und für eigene Ziele erweitert
Experiment mindestens ein Versuch mehrere Varianten verglichen Versuche systematisch dokumentiert und ausgewertet
Reflexion Stärke und Verbesserung genannt Entscheidungen begründet Prozess, Wirkung, Feedback und nächste Schritte verknüpft
Präsentation Werk ordentlich gezeigt Präsentation unterstützt das Verständnis Präsentationsform bewusst für Raum, Reihenfolge und Publikum gestaltet


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was solltest Du bei einer Kunstbetrachtung zuerst tun? (Genau wahrnehmen und beschreiben) (!Sofort entscheiden ob Dir das Werk gefällt) (!Nur den Namen der Künstlerin oder des Künstlers suchen) (!Die Bedeutung ohne Beobachtung erraten)




Welche Gestaltungsmöglichkeit gehört besonders zur Grafik? (Linie und Schraffur) (!Klangfarbe und Lautstärke) (!Geschwindigkeit beim Rennen) (!Geruch und Geschmack)




Was kann ein Hell-Dunkel-Kontrast bewirken? (Er kann Aufmerksamkeit lenken und Formen hervorheben) (!Er macht jedes Bild automatisch dreidimensional) (!Er ersetzt jede Bildidee) (!Er sorgt immer für fröhliche Stimmung)




Was ist für viele Druckverfahren typisch? (Eine Druckform kann mehrere Abzüge ermöglichen) (!Jeder Abdruck muss mit einer Kamera entstehen) (!Farbe darf nur einmal benutzt werden) (!Das Motiv kann nicht wiederholt werden)




Worin liegt eine Besonderheit dreidimensionaler Kunst? (Sie kann aus verschiedenen Blickrichtungen betrachtet werden) (!Sie besitzt grundsätzlich keinen Schatten) (!Sie ist immer aus Marmor) (!Sie darf nur von vorne betrachtet werden)




Welche Frage ist für Architektur besonders wichtig? (Wer nutzt den Raum und wofür) (!Welches Musikinstrument klingt am lautesten) (!Wie viele Reime ein Gedicht besitzt) (!Welche Sportart am schnellsten ist)




Welche Entscheidung beeinflusst ein Foto schon vor dem Auslösen? (Bildausschnitt und Perspektive) (!Dateiname nach dem Speichern) (!Druckerfarbe im Kunstraum) (!Titel eines späteren Referats)




Wie entsteht eine Stop-Motion-Animation? (Durch viele leicht veränderte Einzelbilder) (!Durch ein einziges unbewegtes Foto) (!Durch das Mischen von Wasserfarben) (!Durch das Falten eines Papierbogens ohne Aufnahmen)




Was ist ein Pixel? (Ein einzelner Bildpunkt eines Rasterbildes) (!Ein Werkzeug zum Bearbeiten von Ton) (!Ein bestimmter Pinsel aus Naturhaar) (!Eine Säule in einem Gebäude)




Was gehört zu einer guten Reflexion über die eigene Arbeit? (Entscheidungen begründen und nächste Schritte ableiten) (!Nur sagen dass alles gelungen ist) (!Nur die Arbeitszeit nennen) (!Die Arbeit anderer kopieren)





Memory

Linie Spur eines Zeichenwerkzeugs
Kontrast deutlicher Unterschied zwischen Gestaltungselementen
Druckstock Form die Farbe auf einen Bildträger überträgt
Skulptur dreidimensionales Werk aus bearbeitetem Material
Perspektive gewählter Blickwinkel auf ein Motiv
Animation Bewegung aus einer Folge von Einzelbildern
Pixel einzelner Bildpunkt eines Rasterbildes
Reflexion begründete Rückschau auf Prozess und Ergebnis





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Schraffur Grafik
Farbkontrast Malerei
Druckform Druck
Volumen Plastik
Grundriss Architektur
Bildausschnitt Fotografie
Einzelbildfolge Animation






Kreuzworträtsel

Perspektive Wie nennt man den gewählten Blickwinkel auf ein Motiv?
Kontrast Wie heißt ein deutlicher Unterschied zwischen Gestaltungselementen?
Holzschnitt Welches Druckverfahren nutzte Albrecht Dürer für sein Rhinozeros?
Skulptur Wie heißt ein dreidimensionales Kunstwerk aus bearbeitetem festen Material?
Fotografie Welche Kunstform gestaltet Bilder mit einer Kamera?
Animation Wie heißt die Gestaltung von wahrgenommener Bewegung aus Einzelbildern?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bei einer Kunstbetrachtung beginnt eine begründete Aussage mit genauer

. Eine gezeichnete Spur wird in der Grafik als

bezeichnet. Helle und dunkle Bereiche können einen starken

erzeugen. Beim Drucken wird Farbe von einer

auf einen Bildträger übertragen. Dreidimensionale Kunst besitzt im Unterschied zu einem flachen Bild ein räumliches

. In der Architektur verbindet sich Gestaltung mit der

eines Raumes. Beim Fotografieren bestimmt der gewählte

, was sichtbar bleibt. Eine Stop-Motion entsteht aus vielen leicht veränderten

. Ein digitales Rasterbild besteht aus einzelnen

. Nach dem Gestalten hilft die

, Entscheidungen zu prüfen und weitere Lernschritte abzuleiten.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Linienlabor: G – Sammle auf einem Blatt mindestens zwölf unterschiedliche Linien und ordne sie anschließend nach Wirkungen wie ruhig, wild, weich oder hart.
  2. Farbdetektiv: G – Wähle ein Gemälde aus dem aiMOOC, finde drei auffällige Farbbeziehungen und gestalte daraus eine kleine Farbkarte.
  3. Foto-Perspektiven: G – Fotografiere denselben ungefährlichen Alltagsgegenstand aus Augenhöhe, von oben und von unten und beschreibe, wie sich seine Wirkung verändert.
  4. Papierplastik: G – Baue aus einem einzigen Blatt Papier ein freistehendes räumliches Objekt und dokumentiere mit zwei Fotos, wie Du Stabilität erzeugt hast.


Standard

  1. Druckserie: M – Entwickle aus einer selbst gebauten sicheren Druckform eine Serie von mindestens sechs Abzügen und verändere Rhythmus, Drehung, Überlagerung oder Farbe.
  2. Bildvergleich: M – Vergleiche Van Goghs Sternennacht mit einem selbst gewählten Landschaftsbild und untersuche Farbe, Linienbewegung, Raum und Stimmung.
  3. Architekturmodell: M – Entwirf einen kleinen Lern- oder Rückzugsraum für Schülerinnen und Schüler, zeichne einen Grundriss und baue ein Papiermodell mit bewusst gesetzten Lichtöffnungen.
  4. Stop-Motion: M – Produziere eine kurze Stop-Motion mit einer Papierfigur und steuere durch Bildabstände sichtbar, wann die Bewegung langsam oder schnell wirkt.


Schwer

  1. Kunst-Crossover: E – Verbinde zwei Kunstbereiche, zum Beispiel Fotografie und Zeichnung oder Druck und digitale Bearbeitung, zu einer eigenen Bildidee und dokumentiere Deine Entscheidungen.
  2. Kuratorische Mini-Ausstellung: E – Wähle drei eigene Arbeiten aus, entwickle einen Ausstellungstitel, lege eine Reihenfolge fest und begründe, wie die Präsentation die Wahrnehmung lenkt.
  3. Experimentierprotokoll: E – Untersuche eine Gestaltungsfrage mit mindestens fünf systematisch veränderten Versuchen, zum Beispiel „Wie verändert Linienrichtung die Wirkung von Bewegung?“, und leite daraus eine eigene Gestaltung ab.
  4. Kunstgespräch: E – Führe mit einer Mitschülerin, einem Mitschüler oder einer erwachsenen Person ein kurzes Interview zu einem Kunstwerk, vergleiche unterschiedliche Wahrnehmungen und formuliere anschließend Deine eigene begründete Position.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Wahrnehmen und Deuten: Wähle eines der Kunstwerke aus dem aiMOOC. Trenne Deine Auswertung in drei Abschnitte: überprüfbare Beobachtung, mögliche Wirkung und begründete Deutung. Zeige an zwei Details, warum Deine Deutung nicht nur eine Behauptung ist.
  2. Gestalten und Überarbeiten: Erstelle zwei deutlich verschiedene Entwürfe zu derselben Aufgabe. Wähle einen Entwurf aus, setze ihn um und erkläre anschließend, welche Idee aus dem anderen Entwurf trotzdem nützlich war.
  3. Experiment und Transfer: Entwickle drei Material- oder Technikversuche zu einer Gestaltungsfrage. Wähle das aussagekräftigste Ergebnis und übertrage es in ein größeres Werk.
  4. Medienvergleich: Stelle dasselbe Motiv als Zeichnung und als Fotografie dar. Vergleiche, welche Entscheidungen in beiden Medien gleich sind und welche nur in einem Medium auftreten.
  5. Raum und Publikum: Plane eine Präsentation für drei unterschiedliche Arbeiten in einem Klassenzimmer. Begründe Reihenfolge, Abstände, Höhe und Beleuchtung so, dass ein bestimmter Rundgang entsteht.
  6. Individuelle Vertiefung: Nutze Deinen Kompetenz-Kompass, wähle den Bereich mit dem größten Entwicklungsbedarf und formuliere eine konkrete Übung für die nächste Woche. Erkläre, woran Du danach erkennst, ob Du Dich verbessert hast.


Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis ist wichtig, dass nicht nur fertige Ergebnisse, sondern auch Dein künstlerischer Prozess sichtbar wird.

  1. Portfolio: Sammle mindestens eine aussagekräftige Arbeit aus Grafik, Farbe oder Druck sowie eine räumliche, fotografische, animierte oder digitale Arbeit.
  2. Entwürfe: Zeige Skizzen, Varianten oder Modelle, die Deine Entscheidungen vorbereitet haben.
  3. Experimentiernachweis: Dokumentiere mindestens eine Versuchsreihe mit Material, Farbe, Form, Perspektive oder Bewegung.
  4. Fachsprache: Beschreibe ein Werk mit passenden Begriffen wie Linie, Fläche, Farbe, Kontrast, Struktur, Raum, Perspektive, Komposition oder Material.
  5. Reflexion: Erkläre bei mindestens einer Arbeit, was Du beibehalten und was Du bei einer zweiten Fassung verändern würdest.
  6. Präsentation: Stelle eine ausgewählte Arbeit so vor, dass Idee, Technik, Gestaltung und Wirkung nachvollziehbar werden.
  7. Selbsteinschätzung: Ordne Dich bei Wahrnehmen, Gestalten, Experimentieren, Beschreiben, Reflektieren und Präsentieren jeweils auf G, M oder E ein und belege Deine Einschätzung mit Beispielen.
  8. Nächster Lernschritt: Leite aus Deinem Ergebnis eine individuelle Vertiefung ab und formuliere ein überprüfbares Ziel.




OERs zum Thema

Der folgende Wikipedia-Artikel bietet einen Überblick über die Bildende Kunst und ihre Gattungen:

Die im aiMOOC eingebundenen Bilddateien stammen aus Wikimedia Commons. Prüfe für eigene Weiterverwendungen immer die Lizenzangaben der jeweiligen Dateiseite und übernimm erforderliche Namens- und Lizenznennungen.



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