Avff meine Seell! - Gryphius, Andreas - Gedichtanalyse
Einleitung
Avff meine Seell! - Gryphius, Andreas - Gedichtanalyse
Zielgruppe: Klasse 9–10 | Fach: Deutsch | Epoche: Barock
In diesem aiMOOC lernst Du das Gedicht Avff meine Seell! von Andreas Gryphius kennen.
Das Gedicht handelt von Leid, Angst, Dankbarkeit und Vertrauen auf Gott. Es besteht aus 9 Strophen mit insgesamt 54 Versen.
Du findest hier den historischen Wortlaut, eine leicht verständliche Lesefassung, Bilder, Hörbeispiele, Videos und Übungen.

Andreas Gryphius (1616–1664), Kupferstich von Philipp Kilian. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Das lernst Du
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- Ein Gedicht untersuchen und seine Aussage erklären.
- Die lyrische Stimme vom Autor unterscheiden.
- Sprachbilder, Wiederholungen und Reime erkennen.
- Eine eigene Gedichtinterpretation mit Textbelegen schreiben.
Lernhilfe: Arbeite in drei Schritten: Lesen – Textstelle markieren – Bedeutung erklären.
Historischer Hintergrund
Andreas Gryphius und der Barock
Andreas Gryphius lebte von 1616 bis 1664. Er war ein deutscher Dichter des Barock.
In seiner Lebenszeit fand der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) statt. Krieg, Krankheiten und Unsicherheit prägten das Leben vieler Menschen.
Im Barock beschäftigten sich Dichter häufig mit Tod, Vergänglichkeit und Religion.
Das Gedicht Avff meine Seell! zeigt jedoch auch Dankbarkeit und Hoffnung.

Peeter Snayers: Schlacht bei Diedenhofen/Thionville 1639, Gemälde von 1642. Historischer Hintergrund, keine Illustration des Gedichts. Gemeinfrei.
Video: Der Dreißigjährige Krieg – musstewissen Geschichte / Terra X
Sehauftrag: Welche Folgen hatten Krieg und Krankheiten für die Bevölkerung? Verbinde eine Aussage aus dem Video mit Strophe 6.
Die historische Textausgabe
Die Ode gehört zu Gryphius' Sammlung Oden. Das erste Buch. Der Erstdruck erschien '1643 in Leiden.
Die unten wiedergegebene Quellfassung folgt dem überlieferten Wortlaut in der wissenschaftlich erschlossenen Textfassung des TextGrid-Repositories. Dort ist eine Ausgabe aus Tübingen von 1963 nachgewiesen.
Wichtig: Die digitale Textfassung ist kein fotografisches Faksimile des Druckes von 1643. Die historische Schreibweise bleibt hier erhalten.
Quellen:
- Zeno.org: 11. Avff meine Seell!
- TextGrid: Gedichttext
- TextGrid: Editionsnachweis
- TextGrid: Oden, Erstdruck Leiden 1643
Quellfassung: Das vollständige Gedicht
Andreas Gryphius: 11. [Avff meine Seell!]
Die Strophennummern stammen aus der Textüberlieferung. Die Verszählung läuft durchgehend von 1 bis 54.
1. (Verse 1–6)
Avff meine Seell! auff/ reis mitt macht entzwey
Das feste netz/ mitt dem dich grimme schmertzen
Vndt harte noth/ vnd angst die pest der hertzen
Bißher verstrickt/ wir wollen sorgenfrey
Vndt kummer-loß des höchsten gütt erheben
Der siechen heilt/ vndt leichen heisset leben.
2. (Verse 7–12)
Wo find' ich wortt? ach Gott! wo fang' ich an/
Zu zehlen was die allzuschwachen sinnen/
Ja keine zeitt gantz werden zehlen können?
Wie sprech' ich aus was du an mir gethan?
Kein Mensch versteht die wunder deiner wercke:
Den weisen raht/ der grossen armen stärcke.
3. (Verse 13–18)
Wer wird den Herr die ewigfeste trew
Recht streichen aus? der klugen geister scharen
Die vmb dich her voll haisser andacht fahren
Sind hier zu schlecht. die gunst wirdt stündlich new/
Durch die du dir den krais der welt verbunden/
Der auff dein wortt sich in sein wesen funden.
4. (Verse 19–24)
Die liebe wächst/ durch die du mich gemacht
Da ich nicht war/ durch die du mich erkohren
Eh' als ich wardt/ die als ich war verlohren
Durch Adams schuldt/ mich dir hatt wiederbracht;
Die mich so wehrt/ da ich nichts wehrt geschätzet/
Daß sie dein kindt für mich in todt versetzet.
5. (Verse 25–30)
Aus wie viell weh/ aus wie viell herbem leidt/
Hastu bißher mich wunderlich geführet?
Wie offt hatt mich der blasse todt berühret?
Wie offt fiell ich in grundt der trawrikeitt?
Wie offt hatt mich der rawe schmertz gefangen?
Wie offt bin ich im elendt schier vergangen!
6. (Verse 31–36)
Ich bin durch fewer/ durch der feinde schwertt/
Durch schweren raub/ durch schnelle pestilentzen/
Durch/ was noch itzt so brennt in vnser grentzen/
Ich bin durch sturm/ der schiff' vndt gutt verzehrt
Durch hohen neidt/ durch grimme schlangen zungen
Durch list gerückt. Doch Herr/ mir ists gelungen/
7. (Verse 37–42)
Weill du mir stets geboten deine handt/
Ich habe die mitt schrecken sehn vergehn/
Die mir vndt dir Herr wolten wiederstehen/
Du hast mein ach/ vndt ihren trotz gewandt:
Drumb will ich/ weill ich werd' ein ader rühren
Dein wehrtes lob in meinem munde führen.
8. (Verse 43–48)
Du hast mir mehr als jemals ich begehrt
O Gutter Got! O milder Herr gegeben.
Offt eh ich noch die hände wolt erheben;
War diesem Geist sein wündtschen schon gewehrt.
Drumb will ich/ weill ich werd ein ader rühren:
Dein wehrtes lob in meinem munde führen.
9. (Verse 49–54)
Herr fahre fort zeuch doch die milde handt
Nicht von mir ab! las alle menschen schawen
An mir/ wie gutt es sey/ auff dich vertrawen.
Wen schon sich raht/ vndt hülff vndt trost verwandt/
So will ich weill ich werd ein ader rühren/
Dein wehrtes lob in mundt vndt hertzen führen.
Textgrundlage: Andreas Gryphius, Oden. Das erste Buch, Nr. 11. Digitale Transkription: TextGrid Digitale Bibliothek. Die historische Orthografie und Zeichensetzung wurden beibehalten.
Lesefassung in heutigem Deutsch
Eigene, sinngemäße Übertragung in einfache Sprache.
Diese Lesefassung ist nicht der Originaltext und keine Übersetzung aus einer Fremdsprache. Sie erklärt die 54 Verse in modernem Deutsch. Einzelne Formulierungen sind vereinfacht.
Strophe 1: Befreiung von der Angst
Auf, meine Seele! Befreie dich mit aller Kraft
aus dem festen Netz der schlimmen Schmerzen.
Not und Angst haben dich darin gefangen.
Lass die bisherigen Sorgen hinter dir.
Wir wollen Gottes Güte ohne Kummer loben.
Er heilt Kranke und ruft Tote ins Leben.
Strophe 2: Keine Worte reichen aus
Wo finde ich Worte, Gott? Wie fange ich an?
Ich möchte von deinen Taten erzählen.
Doch mein Verstand kann sie nicht ganz erfassen.
Wie soll ich sagen, was du für mich getan hast?
Kein Mensch versteht alle Wunder deiner Werke,
deinen klugen Rat und deine große Stärke.
Strophe 3: Gottes Treue
Wer kann, Herr, deine ewige Treue beschreiben?
Selbst die klügsten geistigen Wesen,
die dich voller Verehrung umgeben,
können deine Güte nicht vollständig erfassen.
Durch deine Güte hältst du die Welt zusammen.
Durch dein Wort ist sie entstanden.
Strophe 4: Gottes Liebe
Deine Liebe hat mich geschaffen,
als es mich noch gar nicht gab.
Du hast mich schon vor meiner Geburt ausgewählt.
Nach Adams Schuld hast du mich zurückgeführt.
Du hast mich für so wertvoll gehalten,
dass dein Sohn für mich in den Tod ging.
Strophe 5: Erinnerungen an Leid
Wie viel Schmerz und schweres Leid
habe ich schon durchgestanden!
Wie oft war mir der Tod ganz nahe!
Wie oft war ich tief traurig!
Wie oft hielt mich schlimmer Schmerz gefangen!
Wie oft wäre ich fast zugrunde gegangen!
Strophe 6: Große Gefahren
Ich bin durch Feuer und feindliche Schwerter gegangen,
durch schweren Raub und gefährliche Seuchen.
Auch an unseren Grenzen herrscht noch Gefahr.
Stürme haben Schiffe und Besitz zerstört.
Ich habe Neid und verletzende Worte erlebt.
Auch Täuschung bedrohte mich. Doch ich überstand es,
Strophe 7: Hilfe und Dank
weil du, Gott, mir immer deine Hand gereicht hast.
Ich habe andere mit Schrecken untergehen sehen,
die sich gegen dich und mich stellten.
Du hast meine Klage und ihren Trotz gewendet.
Deshalb will ich dich mein ganzes Leben lang
mit meinem Mund loben.
Strophe 8: Erfüllte Bitten
Du hast mir mehr gegeben, als ich je erbat,
du guter Gott und gütiger Herr.
Oft, noch bevor ich die Hände zum Beten erhob,
war meine Bitte schon erfüllt.
Deshalb will ich dich mein ganzes Leben lang
mit meinem Mund loben.
Strophe 9: Bitte um weiteren Schutz
Herr, zieh deine helfende Hand
nicht von mir zurück! Alle sollen sehen,
wie gut es ist, dir zu vertrauen.
Auch wenn Rat, Hilfe und Trost verschwinden,
will ich dich mein ganzes Leben lang
mit meinem Mund und meinem Herzen loben.
Hinweis: Die Lesefassung gibt den religiösen Standpunkt der Gedichtstimme wieder. Sie behauptet nicht, dass diese Glaubensaussagen wissenschaftlich nachweisbar sind.
Alte Wörter verstehen
| Wort im Gedicht | Heutige Bedeutung |
|---|---|
| Avff | auf |
| Seell | Seele |
| vndt | und |
| schmertzen | Schmerzen |
| fewer | Feuer |
| pestilentzen | Seuchen |
| raht | Rat |
| wehrtes lob | wertvolles Lob |
Tipp: Vergleiche zuerst ein schwieriges Wort mit der Lesefassung. Prüfe dann, welche Bedeutung zum ganzen Satz passt.
Gedichtanalyse
Wer spricht im Gedicht?
Gryphius ist der Autor. Das sprechende „Ich“ ist die lyrische Stimme.
Sie spricht zunächst ihre eigene Seele an und richtet sich danach an Gott.
Die Stimme erzählt von Leid und Gefahr. Gleichzeitig dankt sie Gott für Schutz und Hilfe.
Wichtig: Man darf die Aussagen nicht ohne Belege als persönliche Erlebnisse des Autors verstehen. Eine biografische Deutung ist möglich, aber nicht automatisch bewiesen.
Inhalt: Vom Leid zum Gotteslob
Das Gedicht lässt sich in drei Teile gliedern:
- Verse 1–24: Die Stimme ruft ihre Seele auf, Gott zu loben. Sie erinnert an Gottes Güte und Liebe.
- Verse 25–36: Sie beschreibt Schmerz, Tod, Krieg und andere Gefahren.
- Verse 37–54: Sie dankt für Schutz und bittet um weiteren Beistand.
Deutungsmöglichkeit: Die Erinnerung an das Leid macht das anschließende Gotteslob besonders stark.
Sprache und Stilmittel
Metapher: In Vers 2 wird das Leiden als „feste netz“ beschrieben. Die Seele erscheint wie gefangen.
Bildliche Sprache: In Vers 37 steht „deine handt“ für Gottes Beistand.
Wiederholung: In Strophe 5 beginnen vier Verse mit „Wie offt“. Das betont das große Leid.
Rhetorische Fragen: In Strophe 2 fragt die Stimme nach den richtigen Worten. Damit zeigt sie, wie schwer Gottes Taten zu beschreiben sind.
Wiederkehrendes Gotteslob: Die letzten Verse der Strophen 7 und 8 stimmen fast überein. Strophe 9 greift den Gedanken verändert auf. Das wirkt refrainartig.
Aufbau und Reim
Das Gedicht ist eine Ode. Es ist kein Sonett.
Es hat neun Strophen mit jeweils sechs Versen.
In der ersten Strophe reimen sich:
- entzwey – sorgenfrey
- schmertzen – hertzen
- erheben – leben
Das ergibt das Reimschema abba cc: ein umarmender Reim und ein abschließender Paarreim.
Deutung: Die geordnete Form steht neben der Schilderung von Angst und Gefahr. Das kann die Zuversicht der Stimme unterstreichen.
Video: Barock als Literaturepoche – musstewissen Deutsch
Sehauftrag: Welche Merkmale des Barock findest Du auch in dieser Ode?
Religion und christliche Vorstellungen
In Strophe 4 stehen „Adams schuldt“ und „dein kindt“. Das sind Bezüge auf den christlichen Glauben.
Nach christlicher Lehre verweist Adam auf den Sündenfall. Mit Gottes Kind ist hier Jesus Christus gemeint.
Die Gedichtstimme versteht die Rettung des Menschen aus dieser Glaubensperspektive.

Peter Paul Rubens: Christus am Kreuz. Ein Bild zum Verständnis des religiösen Motivs, keine originale Gedichtillustration. Wikimedia Commons, CC0.
Bildvergleich: Gefahr und Hoffnung

Rembrandt: Christus im Sturm auf dem See Genezareth, 1633. Gemeinfreies Gemälde; kein Bild zur Entstehung dieses Gedichts.
Vergleiche das Bild mit Strophe 6.
Frage: Was könnten Sturm und Rettung im Gedicht bedeuten?
Hilfe: Ein Sturm ist zunächst eine wirkliche Gefahr. In einer Deutung kann er auch für schwere Lebenssituationen stehen.
Barockes Bildmotiv: Vergänglichkeit

Pieter Claesz: Vanitas-Stillleben, um 1630. Gemeinfrei.
Solche Bilder erinnern an die Vergänglichkeit des Lebens.
Auch Gryphius' Ode spricht von Todesnähe und Leid. Anders als in einem reinen Vergänglichkeitsgedicht endet sie jedoch mit einer starken Hoffnung auf Gottes Hilfe.

Moderne Sanduhr-Animation von Javelot1, CC BY-SA 3.0. Symbol für das Vergehen der Zeit, keine historische Abbildung.
Denkfrage: Warum kann die begrenzte Lebenszeit den Wunsch nach Trost verstärken?
Hören und Vergleichen
Für Avff meine Seell! wurde hier keine überprüfte freie Commons-Lesung gefunden. Deshalb hörst Du andere Gedichte desselben Autors. Die folgenden Tonaufnahmen sind nicht das Gedicht dieses aiMOOCs.
Hörbeispiel: Vanitas! Vanitatum vanitas!
Ein anderes Gedicht aus Gryphius' Oden. Lesung: Christian Al-Kadi, LibriVox, gemeinfrei.
Hörauftrag: Vergleiche die Stimmung mit Avff meine Seell!. Welche Rolle spielen Vergänglichkeit und Glaube?
Hörbeispiel: An Gott den Heiligen Geist
Ein anderes religiöses Gedicht von Gryphius. Lesung: Christian Al-Kadi, LibriVox, gemeinfrei.
Hörauftrag: Achte darauf, wie eine lyrische Stimme Gott direkt anspricht.
Video: Ein Gryphius-Gedicht analysieren
Digitale Schule: Gryphius, „Abend“ – Gedichtanalyse
Das Video behandelt ein anderes Gedicht von Gryphius. Die gezeigte Methode hilft Dir aber auch bei dieser Ode.
Zusatzvideo: Beispiel einer Gedichtanalyse – Frau V, Deutsch.
So schreibst Du eine Gedichtanalyse
Eine gute Gedichtanalyse verbindet Beobachtung und Deutung.
Einleitung: Nenne Autor, Gedicht, Epoche und Thema.
Hauptteil: Beschreibe Inhalt, Form und Sprache. Nutze Textbelege.
Schluss: Erkläre Deine Deutung und begründe sie.
Beispiel:
„Die Wiederholung ‚Wie offt‘ in den Versen 27–30 verstärkt den Eindruck von häufigem Leid. Dadurch wirkt das spätere Gotteslob besonders eindringlich.“
Hilfestufen:
- Leicht: „In Vers ... steht ...“
- Standard: „Das Stilmittel ... betont ...“
- Schwer: „Die Textstelle unterstützt die Deutung, dass ..., weil ...“
Interaktive Aufgaben
Die Quizaufgaben beziehen sich auf die historische Quellfassung. Die Verszahlen helfen Dir beim Nachlesen.
Quiz: Teste Dein Wissen
1. Was soll die Seele laut den Versen 1–4 zerreißen? (Das Netz aus Leid und Angst) (!Ein Segel auf einem Schiff) (!Ein Buch mit Gebeten) (!Einen Brief aus der Ferne)
2. Wer wird in den Versen 5–6 als Heiler gelobt? (Gott) (!Ein Arzt) (!Ein König) (!Ein Engel namens Gabriel)
3. Was zeigen die Fragen „Wo find' ich wortt?“ und „wo fang' ich an“ in Vers 7? (Die Stimme ringt nach Worten) (!Die Stimme will einen Ort finden) (!Die Stimme sucht einen Lehrer) (!Die Stimme hat den Text vergessen)
4. Welche Vorstellung zeigt Vers 18 mit „auff dein wortt“? (Die Welt ist durch Gottes Wort entstanden) (!Die Welt entstand durch ein Lied des Königs) (!Die Welt wurde durch den Krieg geschaffen) (!Die Welt ist nur ein Traum des Dichters)
5. Wen meint „dein kindt“ in Vers 24 im christlichen Zusammenhang? (Jesus Christus) (!Andreas Gryphius) (!Martin Luther) (!Adam)
6. Welcher Ausdruck in Vers 27 bezeichnet den Tod? (Der blasse todt) (!Der höchste gütt) (!Der kluge Geist) (!Der weise raht)
7. Welche Gefahren nennt die Stimme in den Versen 31–33? (Feuer und Seuchen) (!Dürre und Erdbeben) (!Armut durch eine schlechte Ernte) (!Unfälle bei einem Turnier)
8. Was bedeutet das Bild „deine handt“ in Vers 37? (Gottes Hilfe und Schutz) (!Eine handwerkliche Arbeit) (!Ein königlicher Befehl) (!Ein geschriebenes Gesetz)
9. Welche Aussage wiederholt sich fast gleich in den Versen 41–42 und 47–48? (Die Stimme will Gott weiter loben) (!Die Stimme möchte in den Krieg ziehen) (!Die Stimme will das Land verlassen) (!Die Stimme möchte ein Schiff bauen)
10. Worum bittet die Stimme in den Versen 49–51? (Um Gottes weiteren Beistand) (!Um ein großes Vermögen) (!Um einen Sieg bei einem Wettkampf) (!Um eine Reise nach Italien)
Memory
Verbinde die Begriffe mit den passenden Erklärungen.
| Anrede der Seele | Aufruf am Gedichtanfang |
| Ode | Feierliche Gedichtform |
| Rhetorische Frage | Frage ohne erwartete direkte Antwort |
| Metapher | Sprachliches Bild |
| Refrainartige Wiederkehr | Erneutes Gotteslob |
| Lyrische Stimme | Sprechende Figur im Gedicht |
Drag and Drop
Ordne die historischen Wörter ihren heutigen Formen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Heutiges Deutsch |
|---|---|
| Avff | auf |
| vndt | und |
| fewer | Feuer |
| raht | Rat |
| grentzen | Grenzen |
| zeuch | zieh |
Kreuzworträtsel
| Seele | Wen spricht die lyrische Stimme zu Beginn an? |
| Gott | An wen richtet sich der größte Teil des Gedichts? |
| Barock | Zu welcher Literaturepoche gehört Gryphius? |
| Krieg | Welches historische Ereignis prägt den Hintergrund des Gedichts? |
| Liebe | Welches Gefühl Gottes wird in Strophe vier besonders betont? |
| Vertrauen | Welche Haltung zu Gott zeigt die letzte Strophe? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Wichtig: Diese Aufgaben werden nicht automatisch bewertet. Du kannst sie schriftlich, mündlich oder kreativ bearbeiten.
Leicht
- Wortdetektiv: Finde fünf alte Wörter und schreibe ihre heutige Bedeutung auf. Hilfe: Nutze die Lesefassung.
- Gefühlsfarben: Markiere Stellen für Angst, Hoffnung und Dankbarkeit in drei Farben. Hilfe: Beginne mit den Strophen 1, 5 und 9.
- Bildunterschrift: Wähle ein Wikimedia-Bild und schreibe drei Sätze zum Bezug zum Gedicht. Hilfe: Achte auf Gefahr, Schutz oder Vergänglichkeit.
- Betont lesen: Lies Strophe 5 und anschließend Strophe 9 laut. Erkläre, wie sich Deine Betonung verändert. Hilfe: Vergleiche die Gefühle beider Strophen.
Standard
- Sprachmittel-Forscher: Suche zwei sprachliche Mittel und beschreibe ihre Wirkung mit Versangabe. Hilfe: Prüfe Verse 2, 7 und 27–30.
- Tagebucheintrag: Schreibe einen erfundenen Tagebucheintrag aus Sicht einer Person des 17. Jahrhunderts. Nutze die Themen Angst und Hoffnung. Hilfe: Trenne erfundene Erlebnisse von historischen Fakten.
- Kunstvergleich: Vergleiche das Vanitas-Stillleben mit Strophe 5. Schreibe sechs bis acht Sätze. Hilfe: Welche Zeichen der Vergänglichkeit findest Du?
- Hörvergleich: Vergleiche eine Commons-Lesung eines anderen Gryphius-Gedichts mit dieser Ode. Hilfe: Notiere Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Schwer
- Stimmenvergleich: Erkläre, warum die lyrische Stimme nicht automatisch mit Gryphius gleichgesetzt werden darf. Hilfe: Unterscheide Autor, Text und biografische Vermutung.
- Deutung schreiben: Verfasse eine Gedichtinterpretation von etwa 250 Wörtern. Verwende mindestens drei Textbelege. Hilfe: Nutze die Reihenfolge Inhalt – Form – Sprache – Wirkung.
- Zwei Deutungen: Vergleiche die Aussagen „Das Gedicht handelt vor allem von Angst“ und „Das Gedicht handelt vor allem von Vertrauen“. Begründe Dein Urteil. Hilfe: Nutze Anfang, Mitte und Schluss.
- Quellenprüfung: Untersuche ein verwendetes Bild und ein Video. Notiere Urheber, Quelle, Lizenz oder Nutzungsbedingungen und Aussagekraft. Hilfe: Prüfe die Originalseiten und unterscheide historische Quellen von späteren Erklärungen.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Aufgaben mit eigenen Worten. Begründe Deine Aussagen am Text.
- Wandel der Stimmung: Erkläre, wie sich die Stimmung zwischen Strophe 5 und Strophe 9 verändert. Verwende zwei kurze Textbelege.
- Bild und Bedeutung: Warum beschreibt die Stimme ihre Angst als „feste netz“? Erkläre die Wirkung und entwickle ein eigenes passendes Vergleichsbild.
- Historischer Zusammenhang: Zeige, wie die Erfahrungen des Dreißigjährigen Krieges zum Verständnis von Strophe 6 beitragen können, ohne die Verse als gesicherten Lebensbericht zu behandeln.
- Hoffnung: Erkläre, warum die religiösen Aussagen dem Gedicht einen hoffnungsvollen Schluss geben.
- Wiederholung: Untersuche die wiederkehrenden Lobverse am Ende. Wie beeinflussen sie den Eindruck beim Lesen?
- Quellenvergleich: Vergleiche eine Passage der Quellfassung mit der modernen Lesefassung. Erkläre, welche Bedeutungen durch die Vereinfachung deutlicher werden und welche Nuancen verloren gehen.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis erstellst Du eine kurze eigene Gedichtanalyse.
Achte auf diese Punkte:
- Quelle: Nenne Autor, Gedicht und historische Einordnung.
- Aufbau: Beschreibe die neun Strophen und die wichtigsten inhaltlichen Abschnitte.
- Sprache: Erkläre mindestens zwei Stilmittel.
- Textbelege: Verwende mindestens drei kurze Zitate mit Versangaben.
- Deutung: Zeige den Zusammenhang von Angst, Leid, Dank und Vertrauen.
- Unterscheidung: Verwechsle die lyrische Stimme nicht mit dem Autor.
- Eigene Leistung: Begründe Deine Deutung in verständlichen Sätzen.
Bewertung: Textverständnis, passende Belege, nachvollziehbare Erklärung, klare Sprache und selbstständiges Denken.
OERs zum Thema
Für die einzelne Ode ist kein eigenständiger Wikipedia-Artikel als Grundlage nachgewiesen. Deshalb wird hier der Artikel zum Autor eingebunden.
Weitere frei zugängliche Materialien:
- TextGrid: Avff meine Seell!
- TextGrid: Editionsdaten
- Wikimedia Commons: Andreas Gryphius
- Barock
- Ode
- Vanitas
Quellen, Medienrechte und Namensnennung
Text: Andreas Gryphius († 1664). Der historische Gedichttext ist gemeinfrei. Die benutzte digitale Textfassung stammt aus der TextGrid Digitalen Bibliothek. Der annotierte TextGrid-Datenbestand steht unter CC BY 3.0 Deutschland; Namensnennung: TextGrid und www.editura.de. Diese Lizenzangabe betrifft den digitalen Datenbestand, nicht das gemeinfreie Werk selbst.
Lesefassung und Erläuterungen: Neue didaktische Übertragung für diesen aiMOOC; nicht als historischer Originaltext ausgeben.
Wikimedia-Commons-Bilder:
- Andreas Gryphius2.jpg – Philipp Kilian, Kupferstich; gemeinfrei.
- La bataille de Thionville 1639.jpg – Peeter Snayers; gemeinfrei.
- Christ on the Cross – Peter Paul Rubens; Digitalisat vom Statens Museum for Kunst, CC0.
- Christ in the Storm on the Sea of Galilee – Rembrandt; historisches Werk gemeinfrei.
- Vanitas, circa 1630 – Pieter Claesz; gemeinfrei.
- Temps réel.gif – Javelot1; CC BY-SA 3.0, unverändert eingebunden.
Wikimedia-Commons-Audio:
- Vanitas! Vanitatum vanitas! – Sprecher Christian Al-Kadi; LibriVox, gemeinfrei.
- An Gott den Heiligen Geist – Sprecher Christian Al-Kadi; LibriVox, gemeinfrei.
YouTube-Videos:
- Der Dreißigjährige Krieg – MrWissen2go Geschichte / Terra X.
- Barock kurz und einfach erklärt – musstewissen Deutsch.
- Gryphius, Abend, Analyse – Digitale Schule.
- Beispiel Gedichtanalyse – Frau V – Deutsch.
Die YouTube-Videos werden nur über ihre Original-URLs eingebunden. Sie sind nicht automatisch frei lizenziert; die Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Einbetten ist nicht dasselbe wie Herunterladen oder Weiterveröffentlichen.
Alle historischen Gemälde dienen der Veranschaulichung. Sie sind nicht als Abbildungen einer historischen Ausgabe von Avff meine Seell! zu verstehen.
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