Automobilhandel Service und Mobilitätsangebote – Mobilitätsdienstleistungen nach Nutzen beurteilen
Automobilhandel Service und Mobilitätsangebote – Mobilitätsdienstleistungen nach Nutzen beurteilen
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Einleitung
Automobilhandel Service und Mobilitätsangebote – Mobilitätsdienstleistungen nach Nutzen beurteilen
Zielgruppe: Ausbildung zu Automobilkaufleuten, insbesondere Service, Vertrieb und kaufmännische Kundenberatung.
Lernzeit: Fünf kurze Lerneinheiten von jeweils etwa 8–12 Minuten sowie 30 Minuten für Übungen und Praxisfälle.
Dein Lernziel: Du kannst Ersatzmobilität, Servicepakete und Flottenangebote vergleichen, Kosten berechnen und eine Empfehlung begründen.

Bildimpuls: Welche Dienstleistungen benötigt ein Kunde zusätzlich zur eigentlichen Fahrzeugreparatur?
Wichtiger Hinweis: Alle Personen, Geschäftsunternehmen, Angebote, Preise, Vertragsbedingungen und Berechnungsdaten der Ausbildungsfälle sind frei erfunden. Es handelt sich um Modellannahmen für den Unterricht, nicht um reale Marktangebote. Rechtsstand der Prüfung: 11. Oktober 2026, Deutschland.
Dein Lernweg
| Lerneinheit | Thema | Lernprodukt |
|---|---|---|
| 1 | Kundenbedarf erkennen | Beratungsgespräch |
| 2 | Ersatzmobilität | Kostenvergleich |
| 3 | Servicepaket | Wirtschaftlichkeitsentscheidung |
| 4 | Flottenmanagement | Angebotsvergleich |
| 5 | Nutzen und Recht prüfen | Begründete Empfehlung |
Ausbildungsfall: Autohaus Lernspur
Du absolvierst Deine Ausbildung im Autohaus Lernspur, einem vollständig fiktiven Übungsbetrieb.
Zwei Kundenanfragen:
Fall A – Privatkundschaft: Noa Weber bringt ein Fahrzeug für zwei Tage zur Wartung. In dieser Zeit werden für mehrere Termine insgesamt 160 Kilometer Fahrleistung benötigt. Außerdem interessiert sich Noa für ein Servicepaket.
Fall B – Geschäftskundschaft: Die fiktive Lieferstern Übungslogistik GmbH benötigt vier Fahrzeuge für zwölf Monate. Wichtig sind planbare Kosten und geringe Ausfallzeiten.
Dein Auftrag: Ermittle den Bedarf, vergleiche die Angebote und begründe Deine Entscheidung.
Lerneinheit 1: Kundenbedarf erkennen
Merksatz: Nicht das teuerste oder billigste Angebot ist automatisch das nützlichste. Entscheidend ist der tatsächliche Kundenbedarf.
Gesprächsmedium: Beratungssituation
Alle Gesprächsrollen sind fiktiv.
| Rolle | Gespräch |
|---|---|
| Noa Weber | „Mein Fahrzeug bleibt zwei Tage hier. Ich brauche eine zuverlässige Lösung.“ |
| Alex, Auszubildende | „Wie viele Kilometer fahren Sie ungefähr? Müssen Sie etwas transportieren?“ |
| Noa Weber | „Ungefähr 160 Kilometer insgesamt. Ich muss mehrere Termine erreichen.“ |
| Alex | „Dann vergleichen wir einen Ersatzwagen mit Carsharing. Ich prüfe Preis, Verfügbarkeit und mögliche Zusatzkosten.“ |
Basisaufgabe: Markiere die drei wichtigsten Kundenanforderungen.
Anwendungsaufgabe: Formuliere zwei zusätzliche Fragen zu Versicherungsschutz und Abholung.
Transferaufgabe: Spiele das Gespräch zu zweit und zeichne eine fiktive 60-Sekunden-Audioaufnahme auf.
Videoimpuls: Mobilität aus Kundensicht
Campus.TV der Fachhochschule des Mittelstands: Beitrag mit dem Thema Carsharing. Verwende den Carsharing-Teil; das ältere Video dient der Gesprächsanalyse, nicht als aktuelle Tarifquelle.
Beobachtungsauftrag: Welche Fragen helfen dabei, Nutzen und Kosten eines Mobilitätsangebots zu beurteilen?
Gestufte Hilfe 1 – Einstieg
Denke an Fahrstrecke, Dauer und persönliche Anforderungen.
Gestufte Hilfe 2 – Vertiefung
Berücksichtige außerdem Fahrzeugverfügbarkeit, Erreichbarkeit und Versicherung.
Gestufte Hilfe 3 – Formulierung
„Welche Strecke möchten Sie in welchem Zeitraum zurücklegen und welche Bedingungen muss die Mobilitätslösung erfüllen?“
Begründetes Feedback
Eine gute Bedarfsermittlung fragt zuerst nach dem tatsächlichen Einsatzzweck. Damit vermeidest Du, ein scheinbar günstiges Angebot zu empfehlen, das wichtige Anforderungen nicht erfüllt.
Lerneinheit 2: Ersatzmobilität vergleichen
Bildimpuls: Bei einer Fahrzeuganmietung zählen nicht nur die Tageskosten.

Bildimpuls: Carsharing kann eine Alternative zum klassischen Ersatzwagen sein.
Ersatzmobilität überbrückt die Zeit, in der das eigene Fahrzeug nicht verfügbar ist. Möglichkeiten sind beispielsweise ein Mietwagen, Carsharing oder öffentliche Verkehrsmittel.
Fiktiver Produktvergleich
Modellannahmen: Zwei Tage Nutzung, insgesamt 160 Kilometer. Die angegebenen Verbraucherpreise enthalten die Umsatzsteuer und die festen Preisbestandteile. Die Kilometerentgelte werden nach tatsächlicher Nutzung berechnet.
| Merkmal | WerkstattMobil A | CityShare B |
|---|---|---|
| Tagespreis | 39,00 € brutto | 24,00 € brutto |
| Freikilometer | 60 km je Tag | Keine |
| Weitere Kilometer | 0,25 € brutto je km | 0,20 € brutto je km |
| Verfügbarkeit | Im Modell bestätigt | Noch zu prüfen |
| Fahrzeugübernahme | Direkt am Autohaus | 12 km entfernt |
| Selbstbeteiligung im Schadensfall | 500 € | 1.000 € |
| Rückzahlbare Kaution | 150 € | 100 € |
Die Selbstbeteiligungen und Kautionen sind ausschließlich erfundene Vertragsbedingungen. Eine Kaution ist bei ordnungsgemäßer Rückzahlung kein endgültiger Kostenaufwand.
Rechenfall: Was kostet die Nutzung?
WerkstattMobil A:
2 × 39,00 € = 78,00 €
160 km − 120 Freikilometer = 40 Mehrkilometer
40 × 0,25 € = 10,00 €
Gesamtkosten A: 88,00 € brutto
CityShare B:
2 × 24,00 € = 48,00 €
160 × 0,20 € = 32,00 €
Gesamtkosten B: 80,00 € brutto
Ergebnis: CityShare B ist rechnerisch 8,00 € günstiger. Die Verfügbarkeit ist jedoch noch nicht bestätigt. Ein zusätzlicher Transferaufwand ist in der Modellrechnung nicht bewertet.
Videomedium: Carsharing-Buchung
Kurzerklärung der Buchungs-App von stadtmobil; nachgewiesen im offiziellen Kundenhandbuch 2026. Die Bedienoberfläche des Videos ist kein Bestandteil des fiktiven Angebots.
Aufgabe: Nenne zwei Voraussetzungen, die vor einer verbindlichen Carsharing-Empfehlung geprüft werden müssen.
Interaktiver kaufmännischer Fall
Basis: Berechne die reinen Nutzungskosten beider Angebote.
Anwendung: Entscheide, welches Angebot Du Noa bei kurzfristigem, verbindlichem Mobilitätsbedarf empfiehlst.
Transfer: Überlege, wie sich Deine Empfehlung ändert, wenn CityShare B verbindlich verfügbar ist und die Abholung kostenfrei organisiert werden kann.
Hilfe 1
Berechne die Tageskosten und die Kilometerkosten getrennt.
Hilfe 2
Bei WerkstattMobil A gibt es für zwei Tage insgesamt 120 Freikilometer.
Hilfe 3
Vergleiche 88,00 € mit 80,00 €. Prüfe danach die Verfügbarkeit und die Wege zur Abholung.
Begründetes Feedback
80,00 € ist der niedrigere Modellpreis. Trotzdem kann WerkstattMobil A bei zeitkritischen Terminen den höheren Nutzen haben: Die Verfügbarkeit ist bestätigt und das Fahrzeug steht direkt am Autohaus bereit. Ist CityShare B ebenfalls sicher verfügbar und die Abholung problemlos, kann B die wirtschaftlichere Wahl sein. Die Entscheidung hängt somit von den Kundenprioritäten ab.
Lerneinheit 3: Servicepakete wirtschaftlich beurteilen

Ein Servicepaket bündelt vertraglich vereinbarte Dienstleistungen. Es kann planbare Kosten ermöglichen, muss aber nicht in jedem Einzelfall günstiger sein.
Produktvergleich: Wartung einzeln oder als Paket?
Fiktive Modellannahmen:
| Leistung | Einzelbezug | WartungKomfort-Paket |
|---|---|---|
| Vertragszeitraum | Nach Bedarf | 24 Monate |
| Zwei Inspektionen | Je 165,00 € brutto | Enthalten, soweit im Zeitraum fällig |
| Ein Sicherheitscheck | 45,00 € brutto | Enthalten |
| Monatliche Paketkosten | Keine | 14,00 € brutto |
| Verschleißreparaturen | Nicht enthalten | Nicht enthalten |
| Ungeplante Reparaturen | Nicht enthalten | Nicht enthalten |
Annahme: Für Noas Fahrzeug werden innerhalb von 24 Monaten tatsächlich zwei Inspektionen und ein Sicherheitscheck benötigt und genutzt. Die angenommenen Einzelpreise bleiben unverändert.
Einzelbezug: 2 × 165,00 € + 45,00 € = 375,00 €
Servicepaket: 24 × 14,00 € = 336,00 €
Rechnerischer Vorteil: 39,00 €
Übungsfall: Was passiert bei weniger Wartungsbedarf?
Angenommen, innerhalb des Vertragszeitraums werden nur eine Inspektion und ein Sicherheitscheck benötigt.
Basis: Berechne die Einzelkosten.
Anwendung: Vergleiche die Einzelkosten mit dem Paketpreis.
Transfer: Erkläre, warum ein Kunde das Paket trotz eines möglichen Mehrpreises bevorzugen könnte.
Hilfe 1
Rechne mit einer Inspektion und einem Sicherheitscheck.
Hilfe 2
165,00 € + 45,00 € = 210,00 €.
Hilfe 3
Vergleiche 210,00 € mit 336,00 € und berücksichtige den Wert der Planbarkeit.
Begründetes Feedback
Bei geringerem Wartungsbedarf ist der Einzelbezug im Modell um 126,00 € günstiger. Der Paketvertrag kann dennoch durch planbare Zahlungen und vereinfachte Terminorganisation nützlich sein. Ob dieser Zusatznutzen den Mehrpreis rechtfertigt, muss der Kunde entscheiden. Nicht enthaltene Leistungen dürfen nicht als abgedeckt dargestellt werden.
Rechtlicher Merksatz: Ein freiwilliges Servicepaket ersetzt nicht die gesetzlichen Rechte bei Sachmängeln. Auch eine Garantie ist von gesetzlichen Mängelrechten und einem entgeltlichen Wartungsvertrag zu unterscheiden.
Quellen: § 437 BGB, § 443 BGB.
Lerneinheit 4: Flottenangebote vergleichen

Dokumentarisches Symbolbild einer Fahrzeugflotte. Kein Bezug zum fiktiven Fallunternehmen.
Flottenmanagement umfasst die Planung, Verwaltung und wirtschaftliche Steuerung mehrerer Fahrzeuge.
Ausbildungsfall: Vier Geschäftsfahrzeuge
Die fiktive Lieferstern Übungslogistik GmbH benötigt vier Fahrzeuge über zwölf Monate. Jedes Fahrzeug soll monatlich ungefähr 1.000 Kilometer fahren.
Verglichen werden zwei vollständig erfundene Angebote. Beide stellen die benötigten vier Fahrzeuge im Modell verbindlich bereit. Kraftstoff beziehungsweise Ladestrom, Versicherung und Parkkosten sind in beiden Varianten nicht enthalten und werden für den Vergleich als gleich hoch angenommen.
Wichtig: Dies ist ein ausschließlich an einen Geschäftskunden gerichteter B2B-Modellvergleich. Alle folgenden Flottenpreise sind Nettopreise zuzüglich der jeweils gesetzlichen Umsatzsteuer. Ein individueller Vorsteuerabzug wird nicht unterstellt.
| Kriterium | Flotte Fix | Flotte Flex |
|---|---|---|
| Fahrzeugrate | 420 € netto je Fahrzeug und Monat | 360 € netto je Fahrzeug und Monat |
| Verwaltungspauschale | Enthalten | 75 € netto je Monat für die Flotte |
| Planmäßige Wartung | Enthalten | Nicht enthalten |
| Geschätzte Wartungskosten | Keine zusätzliche Zahlung im Modell | 600 € netto je Fahrzeug und Jahr |
| Vertragslaufzeit | 12 Monate | 12 Monate |
Rechenfall: Jahreskosten der Flotte
Flotte Fix:
4 × 420 € × 12 = 20.160 € netto
Flotte Flex:
Fahrzeugraten: 4 × 360 € × 12 = 17.280 €
Verwaltung: 75 € × 12 = 900 €
Geschätzte Wartung: 4 × 600 € = 2.400 €
Gesamt: 20.580 € netto
Modellergebnis: Flotte Fix ist bei der angenommenen Wartung um 420 € netto pro Jahr günstiger.
Videomedium: Geteilte Elektromobilität
Vertiefungsfilm „e-Carsharing in Bürgerhand“, dokumentiert in Unterrichtsmaterialien des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands. Das Video bietet einen anderen Mobilitätsansatz, aber keine aktuellen Angebotsdaten.
Medienfrage: Unter welchen Voraussetzungen kann eine gemeinsam genutzte Fahrzeugflotte für einen Betrieb sinnvoll sein?
Kaufmännische Entscheidung
Basis: Berechne die Kosten der beiden Flottenangebote.
Anwendung: Begründe die Auswahl von Flotte Fix bei geschätzten Wartungskosten von 600 € je Fahrzeug.
Transfer: Bestimme, ab welchen tatsächlichen jährlichen Wartungskosten je Fahrzeug beide Varianten gleich teuer wären.
Hilfe 1
Vergleiche sämtliche jährlichen Zahlungen, nicht nur die monatliche Fahrzeugrate.
Hilfe 2
Ohne Wartung kostet Flotte Flex insgesamt 18.180 € netto pro Jahr.
Hilfe 3
20.160 € − 18.180 € = 1.980 €. Teile diese Differenz durch vier Fahrzeuge.
Begründetes Feedback
Der Gleichstand liegt bei 495 € Wartungskosten je Fahrzeug und Jahr. Oberhalb dieses Betrags ist Flotte Fix im Modell günstiger. Unterhalb dieses Betrags ist Flotte Flex günstiger. Das Ergebnis zeigt, wie stark eine Beschaffungsentscheidung von der Qualität der zugrunde liegenden Kostenschätzung abhängt.
Lerneinheit 5: Nutzen, Preise und Recht prüfen

Bildimpuls: Sichtbare Fahrzeuge bedeuten nicht automatisch verbindliche Buchbarkeit.
Eine Nutzwertanalyse erstellen
In einer Nutzwertanalyse bewertest Du mehrere Kriterien nach ihrer Bedeutung.
Fiktive Bewertung für Noas Ersatzmobilität:
Punkteskala: 1 = sehr ungünstig, 5 = sehr günstig.
| Kriterium | Gewicht | WerkstattMobil A | CityShare B |
|---|---|---|---|
| Preis | 40 % | 3 | 4 |
| Verfügbarkeit | 30 % | 5 | 1 |
| Wegekomfort | 20 % | 5 | 2 |
| Flexibilität | 10 % | 4 | 5 |
Rechenregel: Multipliziere jeden Punktwert mit dem Gewicht als Dezimalzahl und addiere die Ergebnisse.
WerkstattMobil A: 3 × 0,40 + 5 × 0,30 + 5 × 0,20 + 4 × 0,10 = 4,1 Punkte
CityShare B: 4 × 0,40 + 1 × 0,30 + 2 × 0,20 + 5 × 0,10 = 2,8 Punkte
Entscheidung: WerkstattMobil A erreicht den höheren Modellnutzen.
Die Punkte und Gewichtungen sind ausdrücklich subjektive Unterrichtsannahmen. Insbesondere die geringe Verfügbarkeitsbewertung von B beruht auf der unbestätigten Buchbarkeit, nicht auf einer statistischen Ausfallwahrscheinlichkeit.
Transfer: Verändere die Gewichtung so, dass der Preis wichtiger wird. Diskutiere, ob Du bei bestätigter Verfügbarkeit anders entscheiden würdest.
Begründetes Feedback
Die Nutzwertanalyse macht Prioritäten transparent. Ihr Ergebnis ist keine objektiv richtige Kundenentscheidung: Andere Gewichtungen oder neue Informationen zur Verfügbarkeit können die Rangfolge verändern. Deshalb müssen die Kriterien gemeinsam mit dem Kunden festgelegt werden.
Recht und Pflichtangaben – Stand 11. Oktober 2026
Umsatzsteuer: Der allgemeine deutsche Umsatzsteuersatz beträgt gemäß § 12 Abs. 1 UStG 19 Prozent. Er wird in diesem Kurs für die dargestellten regelbesteuerten Miet-, Wartungs- und Flottenleistungen zugrunde gelegt. Andere Leistungsarten oder Sonderfälle können abweichen.
Verbraucherangebote: Nach § 3 PAngV ist grundsätzlich der Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger verpflichtender Preisbestandteile anzugeben. Bei verbrauchsabhängigen Entgelten ist die Berechnungsweise transparent darzustellen.
Dienstleistungspreise: § 12 PAngV enthält Vorschriften für Preisverzeichnisse wesentlicher Leistungen und Verrechnungssätze sowie bestimmte Ausnahmen, beispielsweise bei individualisierten schriftlichen Angeboten.
Vertragsinformationen: Bei den gesetzlich erfassten Fernabsatz- und außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verbraucherverträgen sind unter anderem Anbieteridentität, wesentliche Leistungsmerkmale, Preise, gegebenenfalls Zusatzkosten und Laufzeitinformationen nach den einschlägigen Vorschriften mitzuteilen.
Ersatzwagen und Servicepaket: Ein kostenloser Ersatzwagen ergibt sich nicht allein daraus, dass ein Fahrzeug in der Werkstatt steht. Vereinbarungen, Garantiebedingungen und gegebenenfalls weitere Anspruchsgrundlagen müssen im Einzelfall geprüft werden.
Rechnungsangaben: Eine reguläre Rechnung nach § 14 Abs. 4 UStG muss insbesondere die erforderlichen Angaben zu Rechnungsaussteller und Empfänger, Steuer- oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Ausstellungsdatum, Rechnungsnummer, Leistungsbeschreibung, Leistungszeitpunkt, Entgelt, Steuersatz und Steuerbetrag enthalten. Für besondere Fälle gelten ergänzende oder abweichende Regeln.
E-Rechnung 2026: Inländische Unternehmer müssen grundsätzlich E-Rechnungen empfangen können. Bei der Ausstellung inländischer B2B-Rechnungen gelten noch Übergangsregelungen: Bis 31. Dezember 2026 sind unter den gesetzlichen Voraussetzungen auch sonstige Rechnungen zulässig. Eine bloße PDF-Datei ist keine strukturierte E-Rechnung.
Wichtig für die Ausbildung: Unsere Angebotsvergleichstabellen sind keine Rechnungen und enthalten keine echten Steuernummern oder Kundendaten.
Geprüfte Rechtsquellen:
- § 12 UStG – Steuersätze
- § 3 PAngV – Gesamtpreis
- § 12 PAngV – Preisangaben für Leistungen
- Art. 246a § 1 EGBGB – Informationspflichten
- § 14 UStG – Rechnungsangaben
- § 27 UStG – Übergangsregelungen
- Bundesfinanzministerium – E-Rechnung, FAQ, Stand März 2026
Medienimpuls: Werbeaussagen kritisch prüfen
Informations- und Werbefilm zum Carsharing aus dem Bremer Mobilitätskontext, nachgewiesen in einer Veröffentlichung der Bremer Verwaltung.
Aufgabe: Trenne mögliche Werbeversprechen von überprüfbaren Aussagen. Welche Informationen benötigst Du für einen kaufmännisch belastbaren Vergleich?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist der wichtigste Zweck der Ersatzmobilität? (Die Mobilität bei Fahrzeugausfall sicherstellen) (!Den Fahrzeugverkauf grundsätzlich ersetzen) (!Jede Reparatur kostenfrei machen) (!Die Werkstattbesuche vollständig vermeiden)
Was solltest Du vor einer Mobilitätsempfehlung zuerst klären? (Den tatsächlichen Mobilitätsbedarf) (!Die Lieblingsfarbe des Kunden) (!Die gewünschte Werbemarke) (!Die Anzahl der Verkaufsprospekte)
Wie viel kostet WerkstattMobil A für zwei Tage und 160 Kilometer im Modell? (88 Euro) (!78 Euro) (!80 Euro) (!98 Euro)
Wie hoch sind die Modellkosten von CityShare B für zwei Tage und 160 Kilometer? (80 Euro) (!48 Euro) (!88 Euro) (!112 Euro)
Wie ist eine vollständig rückzahlbare Kaution bei einem Kostenvergleich zu behandeln? (Als Sicherheitsleistung und nicht als endgültigen Aufwand) (!Immer als endgültige Mietgebühr) (!Als zusätzlichen Fahrzeugrabatt) (!Als gesetzlich festgelegte Steuer)
Wie viel kostet das WartungKomfort-Paket über 24 Monate? (336 Euro) (!210 Euro) (!375 Euro) (!420 Euro)
Wie hoch ist der rechnerische Paketvorteil bei zwei Inspektionen und einem Sicherheitscheck? (39 Euro) (!126 Euro) (!14 Euro) (!165 Euro)
Welche jährlichen Nettokosten entstehen für Flotte Fix mit vier Fahrzeugen? (20160 Euro) (!17280 Euro) (!18180 Euro) (!20580 Euro)
Welche Preisangabe ist bei einem Verbraucherangebot grundsätzlich erforderlich? (Der Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer und verpflichtender Preisbestandteile) (!Nur der Nettopreis ohne Erläuterung) (!Nur die unverbindliche Monatsrate) (!Nur die Höhe der Kaution)
Welche Aussage zur inländischen E-Rechnung im Jahr 2026 trifft zu? (Unternehmer müssen sie empfangen können und bei der Ausstellung gelten Übergangsregeln) (!Jede einfache PDF ist automatisch eine strukturierte E-Rechnung) (!Privatkunden müssen grundsätzlich E-Rechnungen erstellen) (!Alle Papierrechnungen sind ausnahmslos verboten)
Quizfeedback mit Begründung
Lösungen und Lernfeedback
- Ersatzmobilität überbrückt einen Fahrzeugausfall und erhält die Beweglichkeit des Kunden.
- Der Bedarf kommt zuerst, weil ein ungeeignetes Produkt trotz niedrigem Preis wenig nützt.
- 88 € ergeben sich aus 78 € Tagesgebühren und 10 € Mehrkilometerkosten.
- 80 € ergeben sich aus 48 € Tagesgebühren und 32 € Kilometerkosten.
- Eine rückzahlbare Kaution bindet vorübergehend Geld, ist aber kein endgültiger Mietaufwand.
- 336 € entsprechen 24 Monatszahlungen zu je 14 €.
- 39 € ergeben sich aus 375 € Einzelkosten abzüglich 336 € Paketkosten.
- 20.160 € ergeben sich aus vier Fahrzeugen zu monatlich je 420 € über zwölf Monate.
- Der Gesamtpreis ermöglicht Verbraucherinnen und Verbrauchern einen transparenten Preisvergleich.
- Für inländische B2B-Umsätze gelten 2026 Empfangspflichten und Übergangsregeln bei der Rechnungsausstellung.
Memory
| Ersatzmobilität | Überbrückung eines Fahrzeugausfalls |
| Servicepaket | Vereinbarter Wartungsumfang |
| Flottenangebot | Leistungen für mehrere Geschäftsfahrzeuge |
| Kaution | Rückzahlbare Sicherheitsleistung |
| Freikilometer | Enthaltene Fahrstrecke |
| Selbstbeteiligung | Vertraglicher Eigenanteil im Schadensfall |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Kilometerpauschale | Streckenkosten |
| Kaution | Sicherheitsleistung |
| Servicepaket | Wartungsbündel |
| Fuhrpark | Geschäftsfahrzeuge |
| Verfügbarkeit | Buchbarkeit |
Kreuzworträtsel
| Kaution | Wie heißt eine rückzahlbare Sicherheitsleistung bei der Fahrzeugmiete? |
| Fuhrpark | Wie nennt man den Fahrzeugbestand eines Unternehmens? |
| Inspektion | Wie heißt eine planmäßige technische Wartungsuntersuchung? |
| Mietwagen | Wie heißt ein Fahrzeug, das gegen Entgelt vorübergehend überlassen wird? |
| Mehrkilometer | Wie nennt man die über ein vereinbartes Freikontingent hinaus gefahrenen Kilometer? |
| Laufzeit | Wie heißt die vereinbarte Dauer eines Vertrags? |
LearningApps
Die Suche zeigt gegebenenfalls vorhandene externe Übungen; deren Inhalte sind nicht Teil der geprüften fiktiven Modellfälle.
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – Basisaufgaben
- Mobilitätsbedarf: Erstelle drei Karten mit typischen Kundenbedürfnissen. Verwende nur erfundene Kundensituationen.
- Beratungsgespräch: Schreibe fünf Fragen, mit denen Du den Mobilitätsbedarf eines Kunden ermittelst.
- Ersatzmobilität: Gestalte einen bebilderten Vergleich zwischen Mietwagen und Carsharing. Verwende eigene Zeichnungen oder korrekt gekennzeichnete freie Bilder.
- Preisvergleich: Erstelle eine Tabelle, die Tagespreis, Kilometerpreis und Kaution unterscheidet.
Standard – Anwendungsaufgaben
- Kundenberatung: Führe ein Rollenspiel mit fiktiven Kundenrollen durch und erstelle eine Audioaufnahme von etwa einer Minute.
- Wirtschaftlichkeitsrechnung: Rechne den Ersatzmobilitätsfall mit 220 statt 160 Kilometern neu. Begründe Deine Empfehlung anhand der geänderten Kosten.
- Servicepaket: Entwickle ein eigenes fiktives Wartungspaket und vergleiche es mit Einzelbezügen.
- Flottenmanagement: Erstelle eine Tabellenkalkulation, mit der Du die Jahreskosten einer fiktiven Fahrzeugflotte automatisch berechnest.
Schwer – Transferaufgaben
- Nutzwertanalyse: Entwickle eine eigene Bewertung mit mindestens vier Kriterien und begründe deren Gewichtung.
- Nachhaltige Mobilität: Entwirf für einen fiktiven Betrieb eine Mobilitätslösung aus Poolfahrzeug, Carsharing und öffentlichem Verkehr. Berücksichtige die jeweilige Eignung und verfügbare Infrastruktur.
- Vertriebsstrategie: Produziere ein zweiminütiges Beratungsvideo mit fiktiven Rollen. Zeige auch Nachteile und Vertragsgrenzen des empfohlenen Angebots.
- Unternehmensentscheidung: Entwickle eine Entscheidungsvorlage für die Geschäftsleitung eines fiktiven Autohauses. Prüfe Ertragspotenzial, Kundenbindung, organisatorische Belastung und die Transparenz der Preisangaben.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Aufgaben ohne die Quizantworten abzuschreiben. Entscheidend ist die Qualität Deiner Begründung.
- Kundenorientierung: Ein Ersatzwagen ist 15 € teurer, kann aber sofort übergeben werden. Entwickle zwei Kundensituationen, in denen sich unterschiedliche Empfehlungen ergeben.
- Kostenrechnung: Ein Servicepaket wird nur teilweise genutzt. Untersuche, wie sich das auf die Wirtschaftlichkeit und die Kundenzufriedenheit auswirkt.
- Flottenmanagement: Die Wartungskosten steigen unerwartet. Erkläre, welches der beiden Flottenmodelle davon stärker betroffen ist.
- Nutzwertanalyse: Verändere die Gewichtung der Kundenkriterien und begründe die Veränderung des Ergebnisses.
- Verbraucherschutz: Beurteile eine fiktive Werbung, die ausschließlich Nettopreise nennt, obwohl sie an Privatkunden gerichtet ist.
- Beratungskompetenz: Formuliere eine begründete Empfehlung, die neben dem Preis mindestens drei weitere Kriterien berücksichtigt.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis erstellst Du eine digitale Beratungsmappe mit ausschließlich erfundenen Personen- und Unternehmensdaten.
Die Mappe enthält:
- Eine strukturierte Bedarfsermittlung.
- Einen nachvollziehbaren Ersatzmobilitätsvergleich einschließlich Rechenweg.
- Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung für ein Servicepaket.
- Eine Jahreskostenrechnung für zwei Flottenangebote.
- Eine Nutzwertanalyse und eine begründete Kundenempfehlung.
- Einen Hinweis auf die wesentlichen Vertragsbedingungen und die Trennung von Brutto- und Nettopreisen.
Bewertungsraster – Modellvorschlag:
| Kompetenz | Gewichtung |
|---|---|
| Bedarfsermittlung und Kundenorientierung | 20 % |
| Mathematische Richtigkeit | 30 % |
| Angebots- und Nutzenvergleich | 25 % |
| Begründung und Transfer | 15 % |
| Transparenz und rechtliche Sorgfalt | 10 % |
Qualitätsfeedback: Eine sehr gute Leistung enthält nicht nur korrekte Zahlen, sondern erklärt, unter welchen Bedingungen sich die Empfehlung ändern würde.
OERs zum Thema
Vertiefungswissen aus verwandten Wikipedia-Artikeln:
Weitere fachliche Quellen:
- ADAC – Wartung, Service und Inspektion
- ADAC – Wartung und Serviceleistungen bei Leasingfahrzeugen
- IHK Region Stuttgart – Preisangaben im Handel und bei Dienstleistungen
- Preisangabenverordnung
- Umsatzsteuergesetz
Medienquellen und Nutzungsrechte
Wikimedia-Commons-Bilder:
| Datei | Urheberangabe | Lizenz |
|---|---|---|
| Car workshop tools.jpg | ProjectManhattan | CC BY-SA 3.0 |
| Rental car from Rent-A-Wreck.JPG | DerSvenson | CC BY-SA 3.0 |
| Carsharing Auto.jpg | APneunzehn74 | CC BY-SA 4.0 |
| Car mechanic checking oil levels.jpg | Shixart1985 | CC BY 2.0 |
| Purolator delivery vans.jpg | jmv | CC BY-SA 2.0 |
| Carsharing Fahrzeuge von teilAuto in Bautzen, Bahnhofstrasse 21.jpg | Conny | CC BY-SA 4.0 |
Die Abbildungen werden unverändert eingebunden. Bei einer Bearbeitung sind die jeweiligen Lizenzbedingungen einschließlich der Kennzeichnung von Änderungen zu beachten. Reale Bildmotive sind nicht mit den fiktiven Fallunternehmen gleichzusetzen.
Nachweise der YouTube-Videoverweise:
- Fachhochschule des Mittelstands – Campus.TV, Carsharing
- stadtmobil Rhein-Neckar – Kundenhandbuch 2026 mit Videoverweis
- DGRV – Ratgeber Elektromobilität mit Videoverweisen
- Freie Hansestadt Bremen – Carsharing-Unterlage mit Videoverweis
Die Video-URLs sind durch die aufgeführten Herausgeberquellen belegt. Die aktuelle Wiedergabeverfügbarkeit und Einbettungsfreigabe können sich ändern. YouTube-Videos werden lediglich über die Plattform eingebunden; eine freie Bearbeitungs- oder Weiterverbreitungslizenz wird damit nicht behauptet. Es werden keine Videos heruntergeladen oder neu hochgeladen.
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