Aus der Beeringsstraße - Chamisso, Adelbert von - Gedichtanalyse
Einleitung
Aus der Beeringsstraße - Chamisso, Adelbert von - Gedichtanalyse
Zielgruppe: Klasse 9–10, Deutsch
Thema: Verlust, Einsamkeit, Reisen, Natur und Hoffnung.
Adelbert von Chamisso schrieb das Gedicht „Aus der Beeringsstraße“. Es besteht aus 40 Versen in fünf Strophen.
Eine sprechende Stimme denkt über ihr Leben nach. Sie erinnert sich an frühere Lieder und vermisst Menschen. Sie fühlt sich einsam und müde. Am Ende hofft sie auf Wärme und Nähe.
In diesem aiMOOC lernst Du, das Gedicht zu verstehen, wichtige Textstellen zu zitieren und eine eigene Gedichtanalyse zu schreiben.

Adelbert von Chamisso während seiner Weltreise. Zeichnung von Louis Choris, Oktober 1817. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Das lernst Du
Nach diesem Kurs kannst Du:
- Gedicht: Den Inhalt der fünf Strophen in eigenen Worten erklären.
- Lyrisches Ich: Zwischen sprechender Stimme und Autor unterscheiden.
- Sprachliches Bild: Kälte, Wärme und Pflanzenbilder deuten.
- Reimschema: Die Reime und den Strophenbau untersuchen.
- Textinterpretation: Aussagen mit Versangaben und kurzen Zitaten begründen.
Das Gedicht
Textgrundlage und historische Ausgabe
Autor: Adelbert von Chamisso (1781–1838)
Titel: 1. Aus der Beeringsstraße
Datierung im Gedicht: „im Sommer 1816“
Historische Ausgabe: Gedichte von Adalbert von Chamisso. Ausgabe letzter Hand, vierte Auflage, Leipzig: Weidmannsche Buchhandlung, 1837.
Stellung: Erstes Gedicht innerhalb der Gruppe Der Dichter.
Das Gedicht entstand 1816. Es wurde bereits 1818 in einer anderen Zusammenstellung unter einem längeren Titel veröffentlicht. Hier untersuchen wir die ausdrücklich genannte Ausgabe letzter Hand von 1837.
Wichtig: Die Jahreszahl 1816 bezeichnet die im Gedicht angegebene Entstehungszeit. 1837 bezeichnet die hier herangezogene Buchausgabe.
Quellen:
- Zeno.org: 1. Aus der Beeringsstraße
- Bibliotheca Augustana: Der Dichter, Ausgabe von 1837
- TextGrid: Digitaler Gedichttext
Quellfassung: Historischer Gedichttext
Die folgende Transkription folgt der von der Bibliotheca Augustana als Ausgabe von 1837 ausgewiesenen Fassung. Historische Schreibweisen wie „giebt“, „that“, „Gluth“ und „Bluth“ bleiben erhalten. Die Transkription ist kein Faksimile der Druckseiten.
1. Aus der Beeringsstraße
im Sommer 1816
Strophe 1 – Verse 1–8
Die Lieder, die mir unter Schmerz und Lust
Aus jugendlichem Busen sich befreit,
Nachklangen wohl, ich bin es mir bewußt,
In Derer Herzen, denen sie geweiht;
Sei still, mein Herz, und trage den Verlust,
Sie klangen, sie verhallten in der Zeit;
Mein Lieben und mein Leben sind verhallt
Mit meinen Liedern, um mich ist es kalt.
Strophe 2 – Verse 9–16
Das Leben hat, der Tod hat mich beraubt,
Es fallen Freunde, sterben von mir ab,
Es senkt sich tief und tiefer schon mein Haupt,
Ich setze träumend weiter meinen Stab,
Und wanke, müder, als wohl mancher glaubt,
Entgegen meinem Ziele, meinem Grab.
Es giebt des Kornes wenig, viel der Spreu:
Ich pflückte Blumen, sammelte nur Heu.
Strophe 3 – Verse 17–24
Das that ich sonst, das tu ich annoch heute,
Ich pflücke Blumen und ich sammle Heu;
Botanisieren nennen das die Leute,
Und anders es zu nennen trag ich Scheu;
So schweift das Menschenkind nach trockner Beute
Das Leben und die Welt hindurch, die Reu
Ereilet ihn, und, wie er rückwärts schaut,
Der Abend sinkt, das Haar ist schon ergraut.
Strophe 4 – Verse 25–32
So, Bruder, schaudert's mich auf irrer Bahn,
Wann düstre Nebel ruhn auf trübem Meer;
Beeiste Felsen ruf ich liebend an,
Die kalten Massen widerhallen leer;
Ich bin in Sprach und Leben ja der Mann,
Der jede Sylbe wäget falsch und schwer;
Ich kehre heim, so wie ich ausgegangen,
Ein Kind, vom greisen Alter schon umfangen.
Strophe 5 – Verse 33–40
Wann erst der Palme luft'ge Krone wieder
In tiefer Bläue schlankgetragen ruht,
Aus heitrer Höh die mächt'ge Sonne nieder
Zur wonn'gen Erde schaut in reiner Gluth,
Dann schmiegen sich durchwärmt die starren Glieder
Und minder schwer zum Herzen fließt das Bluth,
Dann möchten auch die düstern Träume weichen
Und ich die Hand dir sonder Klage reichen.
Hinweis: Das vorangestellte Goethe-Motto zur Gedichtgruppe Der Dichter gehört nicht zu diesen 40 Versen.
Lesefassung: Das Gedicht in einfacher Sprache
Achtung: Dies ist eine sinngemäße Nacherzählung in heutigem Deutsch. Sie ist keine historische Textquelle und keine wörtliche Übersetzung. Für Zitate benutzt Du die Quellfassung.
Strophe 1 (V. 1–8): Erinnerungen
Die sprechende Stimme erinnert sich an frühere Lieder und Gefühle. Diese Zeit ist vorbei. Sie fühlt sich einsam und traurig.
Strophe 2 (V. 9–16): Verluste
Menschen fehlen ihr. Manche Freunde sind gestorben. Sie fühlt sich müde und denkt an den Tod. Ihr Leben erscheint ihr enttäuschend.
Strophe 3 (V. 17–24): Rückblick
Die Stimme spricht vom Sammeln von Pflanzen. Gleichzeitig fragt sie, was ihre Arbeit und ihr Leben wert sind. Sie bemerkt, dass sie älter wird.
Strophe 4 (V. 25–32): Fremdheit
Die kalte Landschaft wirkt leer. Die Stimme fühlt sich allein. Sie zweifelt sogar daran, ob sie sich richtig ausdrücken kann.
Strophe 5 (V. 33–40): Hoffnung
Die Stimme wünscht sich Sonne und Wärme. Ihre traurigen Gedanken könnten verschwinden. Dann möchte sie einem anderen Menschen freundlich die Hand reichen.
Schwierige Wörter
| Wort aus dem Gedicht | Einfache Erklärung |
|---|---|
| „Busen“ (V. 2) | Hier: Inneres und Gefühle eines Menschen |
| „verhallt“ (V. 7) | Ein Klang ist langsam verstummt |
| „Stab“ (V. 12) | Hier wahrscheinlich ein Wanderstab |
| „Spreu“ (V. 15) | Wertlose Hüllen von Getreidekörnern |
| „Botanisieren“ (V. 19) | Pflanzen untersuchen und sammeln |
| „annoch“ (V. 17) | Noch immer |
| „Reu“ (V. 22) | Reue und Bedauern |
| „Sylbe“ (V. 30) | Historische Schreibweise von Silbe |
| „sonder Klage“ (V. 40) | Ohne zu klagen |
Historischer Hintergrund
Wo liegt die Beeringsstraße?
Die Beringstraße ist eine Meerenge zwischen Asien und Nordamerika. Sie verbindet den Bereich der Beringsee mit dem Nordpolarmeer.
Im Gedicht steht die historische Schreibweise „Beeringsstraße“. Gemeint ist kein Straßenname in einer Stadt.

Lage der Beringstraße. Karte: Aplaice, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Kartenfrage: Welche beiden Kontinente trennt diese Meerenge?
Chamisso als Forschungsreisender
Chamisso war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Naturforscher.
Von 1815 bis 1818 nahm er an einer Forschungsreise mit dem Schiff Rurik teil. Die Expedition stand unter der Leitung von Otto von Kotzebue.
Im Jahr 1816 erforschte die Expedition auch den Raum der Beringstraße.
Route der Rurik-Expedition im Kotzebuesund, 1816. Karte: Triggerhappy, gemeinfrei.

Das Expeditionsschiff Rurik bei der Sankt-Paul-Insel in der Beringsee, 1817. Zeichnung von Louis Choris, gemeinfrei.
Diese Bilder geben einen historischen Zusammenhang. Sie sind keine Illustrationen, die Chamisso eigens für dieses Gedicht geschaffen hat.
Gedichtanalyse
Lernpunkt 1: Wer spricht im Gedicht?
In einem Gedicht spricht häufig ein Lyrisches Ich.
Du erkennst diese Stimme an Wörtern wie „ich“, „mir“ und „mein“.
Chamisso hat den Text verfasst. Aber die sprechende Stimme ist nicht automatisch mit dem wirklichen Autor gleichzusetzen.
Auch wenn Chamissos Reise und seine Naturforschung zum Gedicht passen, beweist das noch nicht, dass jede Aussage ein Bericht über sein tatsächliches Leben ist.
Beleg: „Ich bin in Sprach und Leben ja der Mann“ (V. 29).
Deutung: Die Stimme beschreibt ihr eigenes Unsicherheitsgefühl.

Historische handschriftliche Traumnotiz Chamissos von 1817. Nicht das Manuskript dieses Gedichts. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Lernvideo: Das lyrische Ich verstehen
Studyflix: „Lyrisches Ich | einfach erklärt“. Ein allgemeines Lernvideo, keine Analyse des Chamisso-Gedichts.
Lernpunkt 2: Verlust und Einsamkeit
In der ersten Strophe erinnert sich die Stimme an vergangene Lieder.
Beleg: „Sie klangen, sie verhallten in der Zeit“ (V. 6).
Das Wort „verhallten“ zeigt, dass etwas zu Ende gegangen ist.
Beleg: „um mich ist es kalt“ (V. 8).
Die Kälte kann man als Bild für Einsamkeit verstehen. Diese Deutung passt zu den vorherigen Worten über den Verlust.
In der zweiten Strophe wird das Thema stärker.
Beleg: „Es fallen Freunde, sterben von mir ab“ (V. 10).
Hier geht es ausdrücklich um den Verlust von Menschen.
Lernpunkt 3: Pflanzen und Vergänglichkeit
Beleg: „Botanisieren nennen das die Leute“ (V. 19).
Botanik ist die Wissenschaft von Pflanzen.
Das Bild des Pflanzensammelns erinnert an Chamissos Tätigkeit als Naturforscher. Im Gedicht wird daraus auch ein Bild für das ganze Leben.
Die Stimme fragt indirekt: Was bleibt von all meinen Bemühungen?
Beleg: „Ich pflückte Blumen, sammelte nur Heu“ (V. 16).
Eine mögliche Deutung: Sie suchte etwas Schönes oder Wertvolles und ist vom Ergebnis enttäuscht.

Beispiel eines gepressten Pflanzenbelegs. Naturalis Biodiversity Center, Wikimedia Commons, CC0. Keine Pflanze aus Chamissos Sammlung.
Denkfrage: Warum kann eine Pflanze im Gedicht mehr bedeuten als nur eine Pflanze?
Lernpunkt 4: Kälte und Unsicherheit
In der vierten Strophe erscheinen Nebel, Meer und Eis.
Beleg: „Die kalten Massen widerhallen leer“ (V. 28).
Die Landschaft antwortet nicht auf den Ruf der Stimme.
Das kann als Bild für fehlende menschliche Nähe gedeutet werden.
Die Stimme zweifelt auch an ihrer Sprache.
Beleg: „Der jede Sylbe wäget falsch und schwer“ (V. 30).
Sie empfindet das Sprechen als schwierig.

NASA-Animation zur Veränderung des arktischen Meereises von 1979 bis 2010, gemeinfrei. Diese moderne Darstellung ist kein Bildbeleg für das Jahr 1816.
Höraufgabe: Meeresgeräusche
Audio: Jarrod Stanley, Wikimedia Commons, CC0, 2026. Das Klangbeispiel stammt von einem tropischen Strand und ist keine historische Aufnahme der Beringstraße.
Höre ungefähr 20 Sekunden. Welche Wörter aus der vierten Strophe passen zu der Stimmung, die Du Dir bei einem dunklen Meer vorstellst?
Lernpunkt 5: Wärme und Hoffnung
In der letzten Strophe verändert sich die Bildsprache.
Beleg: „Wann erst der Palme luft'ge Krone wieder“ (V. 33).
Palmen, Sonne und Wärme treten an die Stelle von Nebel und Kälte.

Palmen im Sonnenlicht. Foto: Wilfredor, Wikimedia Commons, CC0. Heutiges Symbolbild, kein historischer Aufnahmeort des Gedichts.
Beleg: „Dann möchten auch die düstern Träume weichen“ (V. 39).
Die Stimme hofft, dass ihre traurigen Gedanken nachlassen.
Beleg: „Und ich die Hand dir sonder Klage reichen“ (V. 40).
Die Hand kann Nähe und Versöhnung ausdrücken.
Mögliche Deutung: Das Gedicht bewegt sich von Traurigkeit und Einsamkeit hin zu einer vorsichtigen Hoffnung.
Das ist eine begründete Interpretation, keine ausdrücklich festgelegte einzige Bedeutung.
Lernpunkt 6: Aufbau und Reim
Das Gedicht besteht aus fünf Strophen mit jeweils acht Versen.
Das Reimschema jeder Strophe lautet:
a b a b a b c c
Beispiel aus Strophe 1:
| Vers | Reimwort | Schema |
|---|---|---|
| 1 | Lust | a |
| 2 | befreit | b |
| 3 | bewußt | a |
| 4 | geweiht | b |
| 5 | Verlust | a |
| 6 | Zeit | b |
| 7 | verhallt | c |
| 8 | kalt | c |
Diese achtzeilige Strophenform mit dem Reimschema abababcc wird auch als Stanze bezeichnet.
Der regelmäßige Reim verbindet die Verse. Am Ende jeder Strophe steht ein Reimpaar.
Lernvideo: Reime und Versmaß untersuchen
Die Merkhilfe: „Versmaß, Kadenzen, Reimschema & Gedichtformen erkennen“. Das Video erklärt allgemeine Methoden der Gedichtanalyse.
Gestufte Hilfen für Deine Analyse
Hilfe 1 – Leicht: Unterstreiche Wörter, die Gefühle ausdrücken. Beginne mit „Verlust“, „kalt“ und „Klage“.
Hilfe 2 – Standard: Suche zu jeder Strophe einen kurzen Satz, der ihre Stimmung erklärt. Notiere eine Versnummer.
Hilfe 3 – Anspruchsvoll: Vergleiche V. 28 mit V. 34–36. Erkläre die Wirkung des Gegensatzes zwischen Kälte und Wärme.
Hilfe 4 – Schreiben: Verwende diese Satzanfänge:
„In den Versen … beschreibt das lyrische Ich …“
„Das Wort ‚…‘ deutet darauf hin, dass …“
„Der Gegensatz zwischen … und … könnte zeigen, dass …“
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Lesequiz mit zehn Fragen. Die Zitate stammen aus der Quellfassung. Die angegebenen Versnummern helfen Dir, jede Antwort am Text zu prüfen.
Was legt die Formulierung „um mich ist es kalt“ (V. 8) im Zusammenhang der ersten Strophe nahe? (Einsamkeit und Traurigkeit) (!Großen Reichtum) (!Freude über eine Feier) (!Wut über eine Prüfung)
Welcher Verlust wird durch „Es fallen Freunde, sterben von mir ab“ (V. 10) ausdrücklich genannt? (Der Verlust von Freunden) (!Der Verlust eines Schiffes) (!Der Verlust von Pflanzen) (!Der Verlust einer Karte)
Woran denkt die Stimme bei „meinem Ziele, meinem Grab“ (V. 14)? (An den eigenen Tod) (!An eine neue Schule) (!An einen Schatz) (!An ein Fest)
Welche Deutung passt am besten zu „Es giebt des Kornes wenig, viel der Spreu“ (V. 15)? (Nur wenig erscheint wirklich wertvoll) (!Alles im Leben gelingt) (!Eine Ernte war besonders groß) (!Die Stimme möchte Brot verkaufen)
Welche Tätigkeit wird in „Botanisieren nennen das die Leute“ (V. 19) bezeichnet? (Das Untersuchen und Sammeln von Pflanzen) (!Das Bauen eines Schiffes) (!Das Zeichnen von Sternbildern) (!Das Singen auf einer Bühne)
Was könnte „Der Abend sinkt, das Haar ist schon ergraut“ (V. 24) ausdrücken? (Das Älterwerden) (!Den Beginn der Kindheit) (!Ein neues Schuljahr) (!Den Bau eines Hauses)
Welche Stimmung entsteht durch „Die kalten Massen widerhallen leer“ (V. 28)? (Leere und Einsamkeit) (!Fröhliche Gemeinschaft) (!Feierliche Begrüßung) (!Ausgelassenes Spiel)
Welchen Zweifel zeigt „Der jede Sylbe wäget falsch und schwer“ (V. 30)? (Unsicherheit beim Sprechen) (!Angst vor großen Tieren) (!Freude am Pflanzenessen) (!Stolz auf einen Sieg)
Welche Vorstellung wird durch „der Palme luft'ge Krone“ (V. 33) im Zusammenhang der letzten Strophe gestärkt? (Hoffnung auf Wärme) (!Wunsch nach Schneefall) (!Freude über eine Niederlage) (!Angst vor einer Schulstunde)
Welche Haltung deutet „die Hand dir sonder Klage reichen“ (V. 40) an? (Bereitschaft zu Nähe und Versöhnung) (!Ablehnung aller Menschen) (!Wunsch nach einem Streit) (!Gleichgültigkeit gegenüber anderen)
Memory
Ordne die passenden Begriffe und Erklärungen einander zu.
| Lyrisches Ich | Sprechende Stimme im Gedicht |
| Strophe | Abschnitt aus mehreren Versen |
| Vers | Einzelne Gedichtzeile |
| Kältebild | Möglicher Ausdruck von Einsamkeit |
| Palmenbild | Möglicher Ausdruck von Hoffnung |
| Botanisieren | Pflanzen sammeln und untersuchen |
Drag and Drop
Verbinde die Bilder und Motive mit einer möglichen Bedeutung.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Mögliche Bedeutung |
|---|---|
| Lieder | Erinnerung |
| Grab | Sterblichkeit |
| Spreu | Enttäuschung |
| Nebel | Unsicherheit |
| Palme | Hoffnung |
Kreuzworträtsel
| Chamisso | Wie heißt der Nachname des Dichters? |
| Botanik | Wie heißt die Wissenschaft von Pflanzen? |
| Strophe | Wie heißt ein Abschnitt aus mehreren Gedichtzeilen? |
| Nebel | Welches Wetterbild kommt in der vierten Strophe vor? |
| Palme | Welche Pflanze erscheint in der fünften Strophe? |
| Verlust | Welches zentrale Thema bestimmt den Anfang des Gedichts? |
LearningApps
Hier kannst Du nach weiteren Übungen zu diesem Gedicht suchen.
Lückentext
Setze die fehlenden Begriffe ein.
Offene Aufgaben
Wichtig: Diese Aufgaben haben keine automatische Bewertung. Deine Antworten können unterschiedlich ausfallen, wenn Du sie nachvollziehbar begründest.
Leicht
- Gefühle: Wähle drei Wörter aus der ersten Strophe und beschreibe die Stimmung in vier eigenen Sätzen.
- Inhaltsangabe: Fasse Strophe 2 in drei einfachen Sätzen zusammen. Hilfe: Wer fehlt der Stimme?
- Schlüsselwörter: Erstelle eine kleine Wortliste mit vier Begriffen zum Thema Kälte und vier Begriffen zum Thema Wärme.
- Textverständnis: Schreibe eine kurze Nachricht aus Sicht des lyrischen Ichs. Nutze dabei die Gefühle aus der ersten Strophe.
Schreibhilfe: „Ich fühle mich …, weil …“
Standard
- Metapher: Erkläre das Bild „Ich pflückte Blumen, sammelte nur Heu“ (V. 16) in 80–100 Wörtern.
- Gedichtinterpretation: Vergleiche Strophe 4 und 5. Schreibe einen Absatz über die Veränderung der Stimmung und zitiere zwei Verse.
- Brief: Schreibe einen fiktiven Brief an die Person, die in V. 25 als „Bruder“ angesprochen wird. Beachte, dass ihre wirkliche Identität im Gedicht nicht festgelegt ist.
- Kreatives Schreiben: Schreibe acht eigene Gedichtverse über den Weg von einem traurigen zu einem hoffnungsvollen Gefühl.
Schreibhilfe: „Zuerst wirkt die Stimmung … . Später verändert sie sich, weil …“
Schwer
- Gedichtanalyse: Verfasse eine zusammenhängende Analyse von etwa 200 Wörtern. Untersuche Inhalt, sprachliche Bilder und Reimform. Verwende mindestens drei kurze Textbelege.
- Quellenkritik: Vergleiche historische Schreibweisen der Quellfassung mit einer modernisierten Schreibweise in TextGrid. Erkläre an vier Wörtern, warum man verschiedene Ausgaben genau kennzeichnen sollte.
- Literarische Interpretation: Diskutiere die These: „Das Gedicht handelt nicht nur von einer Reise, sondern auch von der Suche nach Sinn.“ Begründe Deine Meinung mit mindestens drei Versstellen.
- Perspektivwechsel: Schreibe eine Antwort auf das Gedicht aus der Perspektive der angesprochenen Person. Füge anschließend fünf Sätze hinzu, die erklären, welche Stellen des Originaltexts Dich beeinflusst haben.
Schreibhilfe: „Diese Deutung lässt sich an Vers … erkennen. Eine andere Möglichkeit wäre …“


Lernkontrolle
Diese Aufgaben prüfen, ob Du Zusammenhänge erklären und Dein Wissen auf neue Situationen übertragen kannst.
- Bildsprache: Erkläre, wie das Gedicht Kälte und Wärme mit Gefühlen verbindet. Übertrage dieses Prinzip auf ein eigenes kurzes Beispiel.
- Vergänglichkeit: Untersuche, was die Bilder „Grab“, „Abend“ und „ergraut“ gemeinsam haben. Begründe den Zusammenhang.
- Lyrisches Ich: Erkläre, warum die biografischen Gemeinsamkeiten mit Chamisso nicht ausreichen, um die Stimme mit dem Autor gleichzusetzen.
- Reimschema: Erfinde eine eigene achtzeilige Strophe mit dem Schema abababcc. Erläutere kurz, wie Du das Schema umgesetzt hast.
- Deutungshypothese: Formuliere zwei unterschiedliche mögliche Deutungen des Schlusses und begründe beide mit dem Gedicht.
- Medienkritik: Vergleiche die historische Zeichnung der Rurik mit einem modernen Symbolbild. Erkläre, welches Bild historische Informationen liefert und welches vor allem eine Stimmung veranschaulicht.
Lernnachweis
Dein Lernnachweis besteht aus einer eigenen kurzen Gedichtanalyse.
- Einleitung: Nenne Autor, Titel, Textsorte und die historische Textgrundlage.
- Inhalt: Gib den Verlauf der fünf Strophen knapp wieder.
- Sprachanalyse: Untersuche zwei wichtige Bilder und ihre mögliche Wirkung.
- Textbeleg: Verwende mindestens drei passende Zitate mit Versnummern.
- Interpretation: Beschreibe die Veränderung der Stimmung und begründe Deine Deutung.
- Quellenarbeit: Unterscheide die historische Quellfassung von der vereinfachten Lesefassung.
Bewertungskriterien: Textverständnis, nachvollziehbare Begründungen, richtige Versangaben, klare Sprache und selbstständige Gedanken.
Selbstkontrolle: Hast Du jede wichtige Deutung mit einem Beispiel aus dem Gedicht verbunden?
OERs zum Thema
Freie Textquellen
Der Gedichttext von Adelbert von Chamisso ist wegen des lange zurückliegenden Todes des Autors gemeinfrei.
Historische Textgrundlage:
- Zeno.org: Aus der Beeringsstraße
- Bibliotheca Augustana: Bibliografische Angaben zur vierten Auflage von 1837
- Bibliotheca Augustana: Historischer Gedichttext
- TextGrid Repository: Digitaler Volltext
TextGrid weist auf orthografisch modernisierte Formen wie „gibt“, „tat“, „Glut“ und „Blut“ hin. Der zugrunde liegende alte Gedichttext ist gemeinfrei. Die von TextGrid bereitgestellten Annotations- und Metadaten stehen unter CC BY 3.0 Deutschland mit Namensnennung von TextGrid und editura.de.
Die vereinfachte Lesefassung in diesem aiMOOC ist eine neu formulierte Erklärung. Sie ist kein historischer Originaltext.
Wikimedia Commons: Medien und Rechte
Die Medien wurden anhand ihrer Commons-Dateibeschreibungen und Lizenzangaben ausgewählt.
- Chamisso auf Weltreise: Louis Choris, 1817, gemeinfrei.
- Lage der Beringstraße: Aplaice, CC BY-SA 4.0, Lizenz.
- Route der Rurik-Expedition: Triggerhappy, gemeinfrei.
- Rurik in der Beringsee: Louis Choris, 1817, gemeinfrei.
- Chamissos handschriftliche Notiz: Adelbert von Chamisso, 1817, gemeinfrei.
- Gepresste Pflanze: Naturalis Biodiversity Center, CC0.
- Animation des arktischen Meereises: NASA, gemeinfrei.
- Meeresgeräusche: Jarrod Stanley, CC0.
- Palmen im Sonnenlicht: Wilfredor, CC0.
Rechtehinweise: Gemeinfreie und CC0-Medien dürfen grundsätzlich ohne urheberrechtliche Lizenzpflicht weiterverwendet werden. Die genannten Urheber und Einrichtungen werden dennoch zur besseren Nachvollziehbarkeit aufgeführt. Bei CC BY-SA 4.0 sind die korrekte Namensnennung, die Lizenzverlinkung und bei Bearbeitungen entsprechende Hinweise erforderlich.
Die beiden YouTube-Videos werden lediglich von ihren jeweiligen Anbietern eingebettet. Sie werden nicht als frei nachnutzbare OER-Dateien ausgegeben. Ihre Nutzungsrechte bleiben von den Commons-Lizenzen getrennt.
Wikipedia zum Thema
Für das konkrete Gedicht wurde kein eigenständiger Wikipedia-Artikel als Textgrundlage verwendet. Der folgende Artikel informiert über den Autor.
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