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Arbeitsplätze auftragsbezogen vorbereiten - Schmied 1

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Arbeitsplätze auftragsbezogen vorbereiten - Schmied 1




Arbeitsplätze auftragsbezogen vorbereiten - Schmied


Einleitung

Beim Schmieden beginnt fachgerechte Arbeit nicht erst mit dem ersten Hammerschlag. Bevor ein Werkstück erwärmt, umgeformt oder gefügt wird, musst Du den Arbeitsauftrag auswerten, den Arbeitsablauf planen und den Arbeitsplatz passend zum Auftrag vorbereiten. Dazu gehören die Auswahl von Werkstoff, Werkzeugen, Hilfswerkzeugen, Maschinen und Prüfmitteln ebenso wie Arbeitssicherheit, Brandschutz, Ergonomie, Materialfluss und Qualitätssicherung.

Dieser Lernkurs richtet sich an Auszubildende in der Metalltechnik, besonders im Ausbildungsberuf Metallbauerin und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung. Er eignet sich außerdem für verwandte schmiedetechnische Ausbildungs- und Qualifizierungsbereiche. Praktische Arbeiten an Schmiedeesse, Amboss, Schmiedehammer und anderen Maschinen dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, unter Beachtung der Betriebsanweisungen und mit geeigneter Aufsicht durchgeführt werden.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du:

  1. Arbeitsaufträge auf Maße, Werkstoff, Stückzahl, Termine, Qualitätsmerkmale und besondere Kundenanforderungen prüfen.
  2. eine sinnvolle Arbeitsfolge für manuelles oder maschinelles Schmieden entwickeln.
  3. Material, Werkzeuge, Hilfswerkzeuge, Maschinen und Prüfmittel auftragsbezogen auswählen.
  4. Schmiedeesse, Amboss, Schmiedehammer und Nebenarbeitsplätze sicher vorbereiten.
  5. Gefährdungen durch Hitze, Funken, Zunder, Rauchgase, Lärm, Quetschstellen und heiße Werkstücke beurteilen.
  6. den Materialfluss vom Rohmaterial bis zum geprüften Werkstück übersichtlich organisieren.
  7. Arbeitsergebnisse kontrollieren und Abweichungen dokumentieren.


Vom Arbeitsauftrag zur Arbeitsplatzvorbereitung

Die Arbeitsplatzvorbereitung ist Teil eines vollständigen betrieblichen Handlungsablaufs. Du planst nicht nur, was hergestellt werden soll, sondern auch, wie, womit, wo, in welcher Reihenfolge und unter welchen Schutzmaßnahmen gearbeitet wird.


Arbeitsauftrag vollständig erfassen

Lies den Auftrag, die technische Zeichnung, die Skizze oder das Muster vollständig. Unklare Angaben müssen vor Arbeitsbeginn geklärt werden. Achte besonders auf:

  1. Werkstückbezeichnung und Verwendungszweck.
  2. Werkstoff, Ausgangsquerschnitt und Ausgangslänge.
  3. Stückzahl und geforderte Gleichmäßigkeit der Werkstücke.
  4. Maße, Form, Toleranzen und Oberflächenanforderungen.
  5. gewünschte Schmiedetechniken und Fügeverfahren.
  6. erforderliche Bohrungen, Lochungen, Kröpfungen, Biegungen oder Ornamente.
  7. Liefertermin, Bearbeitungszeit und betriebliche Priorität.
  8. besondere Vorgaben zu Denkmalschutz, Gestaltung oder Montage.

Bei einem geschmiedeten Wandhaken können beispielsweise Länge, Querschnitt, Spitzenform, Biegeradius, Lochung, Oberflächenstruktur und Befestigungsart festgelegt sein. Diese Angaben bestimmen, welche Arbeitsplätze und Werkzeuge vorbereitet werden müssen.


Technische Unterlagen nutzen

Zu den auftragsbezogenen Unterlagen zählen technische Zeichnungen, Freihandskizzen, Stücklisten, Arbeitspläne, Schablonen, Musterstücke, Betriebsanweisungen und Prüfvorgaben. Zeichnungen und Schablonen helfen Dir, Zwischen- und Endmaße zu vergleichen. Eine Stückliste unterstützt die Materialbereitstellung. Eine Betriebsanweisung beschreibt den sicheren Umgang mit Maschinen oder Einrichtungen.


Arbeitsfolge planen

Eine zweckmäßige Arbeitsfolge vermeidet unnötige Wege, wiederholtes Erwärmen und vermeidbare Nacharbeit. Je nach Auftrag können folgende Arbeitsschritte erforderlich sein:

  1. Material identifizieren, prüfen und bereitstellen.
  2. Ausgangsmaß bestimmen und Material zuschneiden.
  3. Bezugskanten, Längen oder Bearbeitungsbereiche kennzeichnen.
  4. Werkstück gezielt erwärmen.
  5. durch Stauchen, Strecken, Breiten, Absetzen oder Schlichten umformen.
  6. Werkstück biegen, kröpfen, einrollen oder verdrehen.
  7. durch Lochen, Spalten, Meißeln, Kehlen oder Dornen bearbeiten.
  8. Einzelteile fügen oder montieren.
  9. Oberfläche bürsten, schleifen oder nach Vorgabe gestalten.
  10. Maße, Form, Funktion und Oberfläche prüfen.
  11. Werkstück kennzeichnen, dokumentieren und weitergeben.

Nicht jeder Auftrag enthält alle Schritte. Entscheidend ist, dass die Reihenfolge technisch sinnvoll, sicher und wirtschaftlich ist.


Arbeitsplatzbereiche in der Schmiede

Eine Schmiedewerkstatt besteht meist aus mehreren Funktionsbereichen. Die genaue Aufteilung hängt von Betriebsgröße, Auftrag, Werkstückabmessungen und Maschinenpark ab.


Material- und Zuschnittbereich

Im Materialbereich werden Stäbe, Flachstahl, Vierkantstahl, Rundstahl, Bleche und weitere Halbzeuge gelagert. Für den Auftrag muss das Material eindeutig identifiziert werden. Verwechslungen bei Werkstoff oder Abmessung können zu fehlerhaften Schmiedetemperaturen, unzureichenden Eigenschaften oder Ausschuss führen.

Vor dem Zuschnitt prüfst Du:

  1. Werkstoffbezeichnung und betriebliche Kennzeichnung.
  2. Querschnitt, Länge und Oberflächenzustand.
  3. Rost, Risse, starke Kerben oder andere sichtbare Schäden.
  4. benötigte Zugabe für Schmiedeverluste, Bearbeitung und Probestücke.
  5. sichere Lagerung gegen Rollen, Kippen oder Herabfallen.

Messwerkzeuge, Anschläge und Zuschnittmaschinen werden passend zum Auftrag bereitgestellt. An rotierenden Maschinen dürfen keine Handschuhe getragen werden, wenn dadurch eine Einzugsgefahr entstehen kann. Maßgeblich sind Betriebsanweisung und Unterweisung.


Schmiedeesse und Erwärmungsbereich

Die Schmiedeesse dient zum gezielten Erwärmen des schmiedbaren Werkstoffs. Je nach Betrieb kommen Kohleessen oder gasbeheizte Essen zum Einsatz. Vor dem Anheizen sind Feuerraum, Luftzufuhr, Rauchabzug und Umgebung zu kontrollieren.

Für die Vorbereitung gilt:

  1. Bedienungsanleitung und Betriebsanweisung beachten.
  2. Rauchabzug, Kaminklappe, Gebläse und Luftführung auf Funktion prüfen.
  3. Feuertisch und Umgebung von unnötigen brennbaren Stoffen freihalten.
  4. Löschtrog füllen und geeigneten Feuerlöscher zugänglich halten.
  5. benötigten Brennstoff oder die Gasversorgung nach betrieblicher Vorgabe prüfen.
  6. Zangen, Schürhaken und Feuerwerkzeuge sicher ablegen.
  7. eine eindeutig gekennzeichnete Ablage für heiße Werkstücke einrichten.
  8. Beleuchtung so abstimmen, dass Verkehrswege sicher bleiben und Glühfarben beurteilt werden können.

Bei Kohlefeuern können Rauchgase, Staub und Funken entstehen. Die Absaugung muss deshalb wirksam sein. Brennbare Gegenstände dürfen nicht in den Gefahrenbereich gelangen. An der Schmiedeesse ist nach den betrieblichen Vorgaben ein ausreichender Sicherheitsabstand einzuhalten.


Ambossarbeitsplatz

Der Amboss ist das zentrale Gegenlager beim manuellen Schmieden. Er muss standsicher befestigt sein und eine ergonomisch passende Arbeitshöhe besitzen. Zur Ausstattung können Rundhorn, Vierkanthorn, Voramboss, Stauchbereich, Rundloch und Vierkantloch gehören.

Vor dem Arbeiten prüfst Du:

  1. Standfestigkeit von Amboss und Unterbau.
  2. freie und ebene Standfläche ohne Stolperstellen.
  3. geeignete Arbeitshöhe für die vorgesehene Tätigkeit.
  4. Zustand der Ambossbahn und der verwendeten Gesenke.
  5. sichere Ablage von Hämmern, Zangen und Hilfswerkzeugen.
  6. Bewegungsraum für Schmied und gegebenenfalls Zuschläger.
  7. Abschirmung beziehungsweise Sicherheitsabstand für andere Personen.
  8. freie Flucht- und Verkehrswege.

Der Amboss darf nicht zur ungeordneten Ablage benutzt werden. Werkzeuge werden so platziert, dass Du sie sicher greifen kannst, ohne über heiße Werkstücke zu greifen.


Schmiedehammer und Maschinenarbeitsplatz

Ein kraftbetriebener Schmiedehammer ermöglicht höhere Umformleistungen, erzeugt aber besondere Gefährdungen durch Quetschstellen, Lärm, Zunderflug, Vibrationen und unbeabsichtigte Betätigung. Nur unterwiesene Personen dürfen die Maschine bedienen.

Vor Arbeitsbeginn sind entsprechend der betrieblichen Vorgaben zu kontrollieren:

  1. Not-Halt-Einrichtung, Hauptschalter und Bedienelemente.
  2. Schutzabdeckungen und sichere Funktion des Fußhebels.
  3. fester Sitz und Zustand der Gesenke.
  4. ausreichender Freiraum um die Maschine.
  5. Entfernung brennbarer Gegenstände aus dem festgelegten Gefahrenbereich.
  6. sichere Werkstückführung mit geeigneter Schmiedezange.
  7. Funktionsfähigkeit notwendiger Absaug- und Lüftungseinrichtungen.
  8. Verfügbarkeit von Augen-, Gehör-, Fuß- und Körperschutz.

Ein Gesenkwechsel darf nur bei stillgesetzter und gegen Wiedereinschalten gesicherter Maschine erfolgen. Beim Schmieden bleiben Hände aus dem Gefahrenbereich. Heiße Werkstücke werden nach der Bearbeitung kontrolliert abgelegt oder nach Vorgabe abgekühlt.


Prüf-, Richt- und Nacharbeitsplatz

Für das Prüfen und Nacharbeiten werden Mess- und Prüfmittel, Schablonen, Richtwerkzeuge, Bürsten oder Schleifmittel benötigt. Prüfmittel müssen sauber, funktionsfähig und für die geforderte Genauigkeit geeignet sein.

Typische Prüfmerkmale sind:

  1. Länge, Breite, Dicke und Durchmesser.
  2. Winkel, Radius, Geradheit und Symmetrie.
  3. Lage und Größe einer Lochung.
  4. Übereinstimmung mit Schablone oder Muster.
  5. Risse, Falten, scharfe Kanten oder unerwünschte Zundereinschlüsse.
  6. Funktion von beweglichen oder zusammengefügten Teilen.
  7. Oberflächenbild nach Kundenvorgabe.


Werkzeuge und Hilfswerkzeuge auftragsbezogen auswählen

Werkzeuge werden nicht nur nach ihrer Bezeichnung, sondern nach Werkstückform, Abmessung, Arbeitsschritt und Gefährdung ausgewählt.


Hämmer

Zu den handgeführten Schmiedehämmern gehören je nach regionaler und betrieblicher Ausführung beispielsweise Handhammer, Kreuzschlaghammer, Vorschlaghammer und Schlichthammer. Prüfe vor dem Einsatz:

  1. festen Sitz des Hammerkopfes.
  2. unbeschädigten, geeigneten Stiel.
  3. gratfreie und fachgerecht gerichtete Hammerbahn.
  4. passendes Hammergewicht für Arbeit und körperliche Belastung.
  5. ausreichend freien Schlagraum.

Ein beschädigter Hammer darf nicht verwendet werden. Lose Köpfe, gesplitterte Stiele oder ausgeprägte Grate können zu schweren Verletzungen führen.


Schmiedezangen

Die Schmiedezange muss zum Querschnitt und zur Form des Werkstücks passen. Die Zangenbacken sollen das Werkstück sicher halten, ohne unnötig große Handkräfte zu erfordern. Eine unpassende Zange kann verkanten, abrutschen oder das heiße Werkstück freigeben.

Vor dem Einsatz prüfst Du:

  1. Backenform und Backenweite.
  2. Niet beziehungsweise Gelenk.
  3. Schenkel auf Verformung oder Risse.
  4. sicheren Griff am kalten Probestück.
  5. ausreichende Länge zum Schutz vor Wärmestrahlung.
  6. Eignung für manuelles Schmieden oder Maschinenarbeit.


Gesenke, Dorne und weitere Hilfswerkzeuge

Je nach Arbeitsauftrag werden Unter- und Obergesenke, Abschrot, Setzhammer, Kehle, Lochdorn, Auftreiber, Biegegabel, Schablone oder Lehre benötigt. Hilfswerkzeuge müssen zum Ambossloch, zur Maschine und zum Werkstück passen. Ihre Arbeitsflächen dürfen keine gefährlichen Ausbrüche oder scharfen Grate aufweisen.


Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Beim Vorbereiten des Arbeitsplatzes wird die Sicherheit nicht nachträglich ergänzt. Sie ist Bestandteil der Arbeitsplanung.


Typische Gefährdungen

In einer Schmiede können unter anderem folgende Gefährdungen auftreten:

  1. Verbrennungen durch glühende Werkstücke, Werkzeuge und Funken.
  2. Augenverletzungen durch Zunder, Schlacke oder wegfliegende Teilchen.
  3. Gehörschäden durch wiederholte Hammer- und Maschinenschläge.
  4. Einatmen von Rauchgasen, Stäuben oder Bearbeitungsdämpfen.
  5. Quetsch- und Schergefahren an Schmiedehämmern und Vorrichtungen.
  6. Stolpern über Material, Schläuche, Werkzeuge oder unebene Böden.
  7. Muskel-Skelett-Belastungen durch falsche Arbeitshöhe oder ungeeignete Hammergewichte.
  8. Brandgefahr durch Funkenflug und heiße Werkstücke.
  9. Schnitt- und Stichverletzungen an Graten, Spitzen oder beschädigten Werkzeugen.
  10. Gefährdung anderer Personen durch zu geringe Sicherheitsabstände.


Persönliche Schutzausrüstung

Die erforderliche Persönliche Schutzausrüstung ergibt sich aus Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Tätigkeit. Typisch sind:

  1. Schutzbrille oder geeigneter Gesichtsschutz.
  2. Gehörschutz.
  3. Sicherheitsschuhe aus geeignetem, widerstandsfähigem Material.
  4. körperbedeckende, schwer entflammbare Arbeitskleidung.
  5. Schmiedeschürze.
  6. trockene, geeignete Lederhandschuhe bei Tätigkeiten mit Hitze- und Funkengefährdung.
  7. zusätzlicher Atemschutz nur dann, wenn er durch Gefährdungsbeurteilung festgelegt ist und technische Maßnahmen nicht ausreichen.

Handschuhe dürfen nicht pauschal bei jeder Tätigkeit getragen werden. An Maschinen mit Einzugsgefahr kann das Tragen von Handschuhen verboten sein. Beachte immer die konkrete Betriebsanweisung.


Brandschutz und Heißablage

Heiße Werkstücke sehen bei abnehmender Temperatur nicht immer noch glühend aus. Deshalb braucht die Werkstatt eine eindeutige Heißablage. Andere Personen müssen erkennen können, dass ein Teil noch Verbrennungs- oder Brandgefahr verursacht.

Geeignete Maßnahmen sind:

  1. metallische, standsichere Heißablage.
  2. Kennzeichnung des Ablagebereichs.
  3. Trennung von fertigen, kalten und noch heißen Werkstücken.
  4. Entfernung von Papier, Holzresten, Textilien und anderen brennbaren Stoffen.
  5. zugängliche Feuerlöscheinrichtungen.
  6. freie Fluchtwege und bekannte Alarmwege.
  7. Kontrolle des Arbeitsplatzes nach Beendigung der Heißarbeit.


Ordnung und Ergonomie

Ein sicher vorbereiteter Arbeitsplatz ist übersichtlich. Häufig benötigte Werkzeuge liegen im günstigen Greifbereich. Schwere Werkzeuge werden standsicher und möglichst in geeigneter Höhe abgelegt. Verkehrswege, Schlagraum und Standfläche bleiben frei.

Eine ergonomische Vorbereitung berücksichtigt:

  1. Körpergröße und Arbeitshöhe.
  2. Hammergewicht und Schlagfolge.
  3. Werkstückgewicht und notwendige Hebehilfen.
  4. Griffweite und Zangenform.
  5. Wechsel zwischen belastenden Tätigkeiten.
  6. abgestimmte Zusammenarbeit mit einem Zuschläger.
  7. ausreichend Platz für sichere Fußstellung und Körperbewegung.


Materialfluss und Wirtschaftlichkeit

Eine gute Arbeitsplatzanordnung spart Zeit und Energie. Das Rohmaterial sollte ohne unnötige Kreuzung von Verkehrswegen zum Zuschnitt, zur Esse, zum Amboss oder Schmiedehammer und anschließend zum Prüfplatz gelangen.


Auftragsbezogene Bereitstellung

Stelle nur die Materialien und Werkzeuge bereit, die für den Auftrag benötigt werden. Zu viel Material am Arbeitsplatz erhöht die Stolper- und Verwechslungsgefahr. Zu wenig Material verursacht Unterbrechungen.

Eine sinnvolle Bereitstellung umfasst:

  1. gekennzeichnetes Rohmaterial.
  2. gegebenenfalls ein Muster- oder Probestück.
  3. benötigte Hämmer und Zangen.
  4. Hilfswerkzeuge in der Reihenfolge ihrer Verwendung.
  5. Schablone, Lehre und Messmittel.
  6. Behälter für Ausschuss, Reststücke und Zunder.
  7. Arbeitsauftrag und Prüfvorgaben in geschützter Ablage.
  8. Kennzeichnungsmittel für Werkstücke und Auftragszuordnung.


Energie- und Ressourceneinsatz

Wirtschaftliches Schmieden bedeutet nicht, Schutzmaßnahmen zu verkürzen. Einsparungen entstehen durch gute Planung:

  1. nur den erforderlichen Werkstückbereich erwärmen.
  2. unnötige Wiedererwärmungen vermeiden.
  3. mehrere gleiche Werkstücke in sinnvoller Folge bearbeiten.
  4. passende Ausgangsabmessungen wählen.
  5. brauchbare Reststücke gekennzeichnet zurücklagern.
  6. Stahlreste und Zunder betrieblich vorgesehen trennen.
  7. Maschinen und Absaugungen nach Arbeitsende ordnungsgemäß abschalten.
  8. Ausschussursachen auswerten und künftig vermeiden.


Beispielauftrag: Geschmiedeter Wandhaken

Ein Kunde bestellt zwölf gleiche Wandhaken aus Vierkantstahl. Die Zeichnung enthält Gesamtlänge, Biegeradius, Lochdurchmesser, Spitzenform und Oberflächenstruktur.


Planung

Du prüfst zuerst Zeichnung, Stückzahl, Werkstoff und Termin. Anschließend legst Du eine Arbeitsfolge fest: Zuschneiden, Spitze ausschmieden, Lochbereich stauchen, lochen und auftreiben, Haken biegen, richten, Oberfläche bürsten und Maße prüfen.


Arbeitsplatzvorbereitung

  1. Materialbereich: Vierkantstahl prüfen, kennzeichnen und Zuschnittlänge festlegen.
  2. Zuschnittplatz: Anschlag, Messmittel und geeignete Trennmaschine vorbereiten.
  3. Esse: Rauchabzug, Brennstoff beziehungsweise Gasversorgung, Löschtrog und Feuerlöscher prüfen.
  4. Amboss: Standfestigkeit, Arbeitshöhe und freie Standfläche kontrollieren.
  5. Werkzeugablage: Handhammer, passende Zange, Lochdorn, Auftreiber, Biegehilfe und Schablone bereitlegen.
  6. Heißablage: eindeutig kennzeichnen und von brennbaren Stoffen freihalten.
  7. Prüfplatz: Messschieber, Stahllineal, Winkel und Prüfschablone vorbereiten.
  8. Dokumentation: erstes Werkstück als Freigabemuster prüfen und Ergebnis festhalten.


Qualitätsstrategie

Bei einer Serie wird zunächst ein Musterstück hergestellt. Nach der Prüfung können Werkzeugstellung, Erwärmlänge oder Arbeitsfolge angepasst werden. Erst danach beginnt die Serienfertigung. So wird vermieden, dass derselbe Fehler zwölfmal entsteht.


Kontrollliste vor Arbeitsbeginn

Prüfbereich Kontrollfrage Maßnahme bei Abweichung
Auftrag Sind Zeichnung, Maße, Werkstoff, Stückzahl und Termin eindeutig? Rückfrage stellen und Auftrag klären.
Material Ist der richtige Werkstoff in ausreichender Menge vorhanden? Material identifizieren, nachfordern oder freigeben lassen.
Werkzeuge Sind Hämmer, Zangen und Hilfswerkzeuge geeignet und unbeschädigt? Werkzeug austauschen oder fachgerecht instand setzen lassen.
Esse Funktionieren Rauchabzug, Luftzufuhr und Feuerung? Nicht anheizen und Störung melden.
Amboss Ist der Amboss standsicher und ergonomisch eingerichtet? Unterbau, Höhe oder Standfläche korrigieren.
Schmiedehammer Sind Schutz- und Bedieneinrichtungen funktionsfähig? Maschine sperren und Mangel melden.
Brandschutz Sind Heißablage, Löschtrog und Feuerlöscher vorbereitet? Einrichtungen vor Arbeitsbeginn bereitstellen.
PSA Ist die für die Tätigkeit festgelegte Schutzausrüstung vorhanden? Fehlende oder beschädigte PSA ersetzen.
Verkehrswege Sind Fluchtwege, Standflächen und Transportwege frei? Hindernisse entfernen und Material neu anordnen.
Prüfung Sind Schablonen und Messmittel verfügbar und funktionsfähig? Prüfmittel beschaffen oder prüfen lassen.


Mediengestützte Beobachtungsaufgabe

Betrachte die Abbildungen und Videos dieses Kurses. Untersuche nicht nur den Schmiedevorgang, sondern besonders die Arbeitsplatzgestaltung.

  1. Welche Werkzeuge liegen im direkten Greifbereich?
  2. Wo werden heiße Werkstücke abgelegt?
  3. Welche Verkehrs- oder Stolpergefahren sind erkennbar?
  4. Welche persönliche Schutzausrüstung wird verwendet?
  5. Wie sind Esse, Amboss und Maschinen zueinander angeordnet?
  6. Welche Unterschiede bestehen zwischen historischer Vorführung und moderner Ausbildungswerkstatt?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Information muss vor der Arbeitsplatzvorbereitung zuerst eindeutig sein? (Der vollständige Arbeitsauftrag) (!Die Farbe des Werkzeugschranks) (!Die Pausenzeit der Abteilung) (!Die private Werkzeugausstattung)




Warum wird eine passende Schmiedezange ausgewählt? (Damit das Werkstück sicher gehalten und geführt werden kann) (!Damit das Werkstück schneller abkühlt) (!Damit kein Rauchabzug benötigt wird) (!Damit jedes Material ohne Prüfung geschmiedet werden kann)




Was ist vor dem Anheizen einer Schmiedeesse zu prüfen? (Die Funktion des Rauchabzugs) (!Die Lautstärke des Radios) (!Die Farbe der Hallenwand) (!Die Anzahl der Bürostühle)




Welche Ablage ist für bearbeitete heiße Werkstücke erforderlich? (Eine eindeutig gekennzeichnete Heißablage) (!Ein Papierkarton) (!Eine Holzpalette im Fluchtweg) (!Ein beliebiger freier Platz)




Was gehört zur Vorbereitung des Ambossarbeitsplatzes? (Die Kontrolle von Standfestigkeit und Arbeitshöhe) (!Das Abdecken der Ambossbahn mit Papier) (!Das Entfernen aller Messmittel aus der Werkstatt) (!Das Lagern von Brennstoff auf dem Amboss)




Warum wird bei einer Serie zunächst ein Musterstück geprüft? (Damit Fehler vor der Serienfertigung erkannt werden) (!Damit auf eine Zeichnung verzichtet werden kann) (!Damit die persönliche Schutzausrüstung entfallen kann) (!Damit jedes Werkstück andere Maße erhält)




Welche Gefahr besteht besonders am kraftbetriebenen Schmiedehammer? (Quetschgefahr im Bereich der Gesenke) (!Gefahr durch gefrorenes Kühlwasser) (!Gefahr durch Papierstaub) (!Gefahr durch Bildschirmreflexionen)




Welche Unterlage unterstützt die Kontrolle wiederkehrender Formen? (Eine Schablone) (!Ein Urlaubsplan) (!Ein Lieferschein ohne Maßangaben) (!Ein Werbeprospekt)




Was verbessert den Materialfluss in der Schmiede? (Eine geplante Anordnung der Arbeitsbereiche) (!Das Verteilen von Werkzeugen auf allen Verkehrswegen) (!Das Mischen von Rohmaterial und Ausschuss) (!Das Abstellen heißer Teile an wechselnden Orten)




Wie ist mit einem beschädigten Hammerstiel umzugehen? (Der Hammer wird ausgesondert und instand gesetzt oder ersetzt) (!Der Hammer wird ohne Prüfung weiterverwendet) (!Der Stiel wird mit öligen Tüchern umwickelt) (!Der Hammer wird nur bei schweren Werkstücken eingesetzt)





Memory

Arbeitsauftrag Legt Maße, Werkstoff, Stückzahl und Anforderungen fest
Schmiedezange Hält und führt das erwärmte Werkstück
Rauchabzug Erfasst Rauchgase an der Schmiedeesse
Heißablage Nimmt noch warme oder glühende Werkstücke sicher auf
Schablone Ermöglicht den schnellen Formvergleich
Amboss Dient als Gegenlager beim manuellen Umformen
Gesenk Überträgt eine bestimmte Form auf das Werkstück
Prüfvorgabe Bestimmt Merkmale und zulässige Abweichungen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Aufgabe bei der Arbeitsplatzvorbereitung
Arbeitsauftrag Anforderungen und Fertigungsziel klären
Schmiedeesse Rauchabzug und Feuerung kontrollieren
Amboss Standfestigkeit und Arbeitshöhe prüfen
Schmiedehammer Schutz- und Bedieneinrichtungen kontrollieren
Heißablage erwärmte Werkstücke eindeutig und brandsicher ablegen
Prüfplatz Messmittel und Schablonen bereitstellen






Kreuzworträtsel

Arbeitsauftrag Welche Unterlage bestimmt Ziel, Werkstoff, Maße und Stückzahl?
Schmiedezange Welches Werkzeug hält ein heißes Werkstück beim Schmieden?
Rauchabzug Welche Einrichtung führt Rauchgase von der Esse ab?
Ambossbahn Wie heißt die obere Arbeitsfläche des Ambosses?
Zunder Wie heißt die Oxidschicht, die beim Erwärmen von Stahl entstehen kann?
Schablone Welches Hilfsmittel dient dem schnellen Vergleich einer Werkstückform?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Vor der Arbeit muss der vollständige

ausgewertet werden. Der Werkstoff wird anhand der betrieblichen

eindeutig bestimmt. Eine technische Zeichnung enthält wichtige Angaben zu Form und

. Für heiße Werkstücke wird eine gekennzeichnete

vorbereitet. Vor dem Anheizen der Esse wird der

kontrolliert. Der Amboss muss fest und

aufgestellt sein. Eine zum Querschnitt passende

hält das Werkstück sicher. Am Schmiedehammer besteht eine besondere

. Schutzbrille und Gehörschutz gehören zur persönlichen

. Wiederkehrende Formen lassen sich schnell mit einer

prüfen. Ein geprüftes Musterstück verringert Fehler in der

. Nach Arbeitsende werden Maschinen ausgeschaltet und der Arbeitsplatz auf mögliche

kontrolliert.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugkarte: Erstelle eine bebilderte Karte zu fünf Schmiedewerkzeugen. Nenne jeweils Funktion, Prüfkriterium und sicheren Ablageort.
  2. Arbeitsplatzskizze: Zeichne eine einfache Draufsicht einer Schmiedewerkstatt mit Esse, Amboss, Materialbereich, Heißablage und Prüfplatz.
  3. Gefahrenkennzeichnung: Entwickle ein gut sichtbares Schild für eine Heißablage und begründe die gewählten Symbole und Hinweise.
  4. Beobachtungsprotokoll: Beobachte eine Schmiedevorführung oder ein Ausbildungsvideo und notiere zehn Merkmale der Arbeitsplatzvorbereitung.


Standard

  1. Auftragsanalyse: Analysiere einen Auftrag für einen geschmiedeten Haken. Erstelle eine Tabelle mit Anforderungen, Werkzeugen, Material, Prüfmitteln und Schutzmaßnahmen.
  2. Arbeitsablaufplan: Entwickle eine vollständige Arbeitsfolge für ein einfaches Schmiedestück und kennzeichne jeden notwendigen Arbeitsplatzwechsel.
  3. Werkzeugprüfung: Erstelle eine Prüfliste für Hämmer, Zangen, Dorne und Gesenke. Ergänze Kriterien für Aussortieren, Reinigen und Instandsetzen.
  4. Materialfluss: Untersuche den Materialfluss in einer Lehrwerkstatt. Markiere unnötige Wege und entwickle einen verbesserten Vorschlag.


Schwer

  1. Gefährdungsbeurteilung: Erstelle für den Auftrag Wandhaken eine vereinfachte Gefährdungsbeurteilung mit Gefährdung, Ursache, möglicher Folge und Schutzmaßnahme.
  2. Serienfertigung: Plane die Fertigung von zwanzig gleichen Schmiedeteilen. Berücksichtige Musterfreigabe, Werkzeuganordnung, Prüfhäufigkeit und Rückverfolgbarkeit.
  3. Werkstattvergleich: Vergleiche eine historische Schmiede mit einer modernen Ausbildungswerkstatt hinsichtlich Absaugung, Maschinen, Ergonomie, Brandschutz und Materialfluss.
  4. Unterweisungsvideo: Produziere im Team ein kurzes Video zur sicheren Arbeitsplatzvorbereitung. Zeige bewusst einen Mangel, stoppe die Handlung und erläutere die Korrektur.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Auftragstransfer: Ein bisher aus Rundstahl gefertigtes Bauteil soll künftig aus Flachstahl hergestellt werden. Erkläre, welche Änderungen bei Materialbereitstellung, Zangenwahl, Erwärmung, Werkzeugen und Prüfung notwendig werden.
  2. Fehleranalyse: In einer Serie treten unterschiedliche Biegeradien auf. Analysiere mögliche Ursachen in Arbeitsplatzvorbereitung, Erwärmung, Schablonennutzung und Arbeitsfolge.
  3. Sicherheitsentscheidung: Der Rauchabzug der Kohleesse funktioniert nur teilweise. Begründe, warum der Auftrag nicht einfach mit geöffnetem Hallentor begonnen werden darf, und beschreibe das richtige Vorgehen.
  4. Layoutplanung: Entwickle für eine kleine Schmiede eine Anordnung von Materiallager, Zuschnitt, Esse, Amboss, Schmiedehammer, Heißablage und Prüfplatz. Begründe die Wegeführung.
  5. Wirtschaftlichkeitsvergleich: Vergleiche zwei Arbeitsweisen: häufiges Suchen und Wiedererwärmen gegenüber vorbereiteten Werkzeugfolgen und festgelegten Ablagen. Bewerte Zeit, Energie, Qualität und Sicherheit.
  6. Teamkoordination: Plane eine Arbeit mit Schmied und Zuschläger. Lege Kommunikationszeichen, Standorte, Werkzeugwechsel und Abbruchsignal fest und begründe Deine Entscheidungen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind besonders wichtig:

  1. Du kannst einen Arbeitsauftrag vollständig auswerten und offene Punkte erkennen.
  2. Du kannst Werkstoff, Ausgangsabmessung, Werkzeuge, Maschinen und Prüfmittel begründet auswählen.
  3. Du kannst eine sichere und wirtschaftliche Arbeitsfolge darstellen.
  4. Du kannst Schmiedeesse, Amboss, Schmiedehammer, Heißablage und Prüfplatz fachgerecht vorbereiten.
  5. Du kannst Gefährdungen erkennen und geeignete technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen zuordnen.
  6. Du kannst den Materialfluss und die Werkzeugablage übersichtlich planen.
  7. Du kannst Qualitätsmerkmale festlegen und ein Musterstück beurteilen.
  8. Du kannst Abweichungen dokumentieren und Verbesserungen begründen.

Als Lernnachweis eignet sich eine Kombination aus Arbeitsplan, Arbeitsplatzskizze, Sicherheitscheck, Werkzeugliste, Prüfprotokoll und kurzer mündlicher Begründung.




OERs zum Thema



Fachliche Quellen und Vertiefung

  1. Ausbildungsordnung Metallbauer und Metallbauerin: Ausbildungsinhalte zu Arbeitsplanung, Metallgestaltung und Schmiedetechnik.
  2. BGHM Arbeitsschutz Kompakt 118: Hinweise zu Schmiedeessen.
  3. BGHM Arbeitsschutz Kompakt 129: Hinweise zu Schmiedehämmern.
  4. BGHM Arbeitsschutz Kompakt 140: Hinweise zu Ambossen und ergonomischer Arbeitshöhe.
  5. DGUV Regel 109-607: Branchenregel Metallbau.


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