Antwort der Tochter - Hensel, Luise - Gedichtanalyse
Einleitung
Was lernst du? Du liest das Gedicht „Antwort der Tochter“ von Luise Hensel. Es beginnt mit „Süße Klagen Deiner Liebe“ und umfasst 24 Verse in vier Strophen. Die Tochter spricht zur Mutter. Sie verbindet Liebe, Sehnsucht, Glauben und die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Das Gedicht entstand nach der Datierung der TextGrid-Edition 1826. Es gehört in den zeitlichen Zusammenhang der Romantik und des Biedermeier.
Für dich: Klasse 9–10; für Klasse 11–13 gibt es vertiefende Fragen. Du unterscheidest Originalschreibung, Lesefassung, Übertragung und Deutung. Jede Aussage zum Gedicht sollst du mit Versangaben prüfen.
Zuerst zum vorhandenen Text: Gedicht – Antwort der Tochter – Hensel, Luise. Diese Textseite bleibt die zentrale Fundstelle. Der Kurs ersetzt sie nicht.

Luise Hensel im Porträt, Zeichnung von Wilhelm Hensel (1829). Quelle und Rechte: Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Der Text: Quelle, Lesefassung und Übertragung
Quellfassung mit Verszählung
Quellfassung bedeutet hier: historisch geschriebener Gedichttext. Die vier Strophen sind nach den 24 Versen nummeriert. Grundlage sind die belegte Fassung bei abi-pur und die bibliografische Überlieferung in der TextGrid Digitalen Bibliothek. Es handelt sich um eine lesbare Transkription, nicht um ein fotografiertes Faksimile. Vergleiche abweichende Drucke immer mit ihrer Quelle.
Strophe 1, Verse 1–6:
Süße Klagen Deiner Liebe,
Holde Lieder, zart und trübe,
Haucht die Frühlingsluft mir zu.
Gute, die Du mich geboren,
Nimmer bin ich Dir verloren;
Störe nicht des Herzens Ruh'.
Strophe 2, Verse 7–12:
Ja, Du sollst, o Mutter! selig,
Ewig jung und rein und fröhlich
Einst die Tochter wiedersehn;
Denn sie will im Land der Thränen
Fromm sich nach dem Himmel sehnen,
Treu auf Gottes Wegen gehn.
Strophe 3, Verse 13–18:
Und Dein Antlitz zu erblicken,
Wieder Dich an's Herz zu drücken
Einmal noch auf dieser Welt:
Dies auch ist mein Wunsch, mein Flehen.
Möcht' ich, Theure! Dich noch sehen,
Eh' mein Herz in Staub zerfällt!
Strophe 4, Verse 19–24:
Aber nimmer fordern, klagen,
Still und fromm mein Loos ertragen,
Friedlich wallen meinen Pfad:
Das ist meine Pflicht hienieden,
Das nur giebt der Seele Frieden,
Den Dein Herz mir fromm erbat.
Lesehinweis: Die Versnummern stehen in der Überschrift jeder Strophe. Beispielsweise ist „Land der Thränen“ aus Vers 10; „Pflicht hienieden“ steht in Vers 22.
Lesefassung mit heutiger Schreibweise
Lesefassung bedeutet: gleiche 24 Verse und gleiche Aussage, aber einige Schreibungen sind modernisiert. Das ist keine Übersetzung und keine neue historische Quelle. Du kannst sie leichter laut lesen. Lies jeweils sechs Verse als eine Strophe.
Strophe 1, Verse 1–6:
Süße Klagen deiner Liebe,
Holde Lieder, zart und trübe,
haucht die Frühlingsluft mir zu.
Gute, die du mich geboren,
nimmer bin ich dir verloren;
störe nicht des Herzens Ruh.
Strophe 2, Verse 7–12:
Ja, du sollst, o Mutter, selig,
ewig jung und rein und fröhlich
einst die Tochter wiedersehen;
denn sie will im Land der Tränen
fromm sich nach dem Himmel sehnen,
treu auf Gottes Wegen gehen.
Strophe 3, Verse 13–18:
Und dein Antlitz zu erblicken,
wieder dich ans Herz zu drücken
einmal noch auf dieser Welt:
Dies auch ist mein Wunsch, mein Flehen.
Möchte ich, Teure, dich noch sehen,
ehe mein Herz in Staub zerfällt!
Strophe 4, Verse 19–24:
Aber nimmer fordern, klagen,
still und fromm mein Los ertragen,
friedlich wallen meinen Pfad:
Das ist meine Pflicht hienieden,
das nur gibt der Seele Frieden,
den dein Herz mir fromm erbat.
Wichtig: Die Lesefassung ist eine redaktionelle Modernisierung. Sie glättet Schreibweisen, nicht jedoch alle ungewohnten Satzformen. Für genaue Zitate in einer Analyse verwende stets die Quellfassung und die Versnummer.
Übertragung in einfaches heutiges Deutsch
Übertragung heißt: Wir erklären den Sinn, statt Verse wortgetreu wiederzugeben.
- Verse 1–6: Die Tochter hört in Gedanken liebevolle, traurige Worte der Mutter. Sie sagt: Unsere Verbindung ist nicht verloren; bitte mach dir nicht zu viele Sorgen.
- Verse 7–12: Sie hofft auf ein Wiedersehen. Ihr Glaube gibt ihr Orientierung, auch in schweren Zeiten.
- Verse 13–18: Sie möchte die Mutter noch einmal umarmen, bevor sie stirbt. Das zeigt Sehnsucht und Angst vor dem Ende.
- Verse 19–24: Zugleich will sie ihr Schicksal geduldig tragen und Frieden finden.
Deutung ist noch etwas anderes: Sie erklärt, warum einzelne Wörter, Bilder und Gegensätze eine Wirkung haben. Dafür brauchst du Versbelege. Eine Deutung ist begründet, aber nicht die einzige mögliche Lesart.
Wer spricht? Liebe und Abstand
Lyrisches Ich und Gegenüber
Im Gedicht redet ein lyrisches Ich als Tochter. Die angesprochene Person heißt ausdrücklich „Mutter“ (V. 7). Das ist eine Sprechsituation im Gedicht; es ist nicht automatisch ein wörtlicher Brief der Autorin an ihre eigene Mutter. Der Titel „Antwort“ lässt ein Gespräch vermuten. Das vorausgehende Gedicht oder die genaue Situation dürfen wir ohne weiteren Beleg nicht erfinden.
Die Tochter hört „Süße Klagen“ und „Holde Lieder“ (V. 1–2). Die Worte können Trost und Schmerz zugleich ausdrücken. Mit „Nimmer bin ich Dir verloren“ (V. 5) beruhigt sie die Mutter. In V. 13–18 zeigt sie ihren eigenen starken Wunsch nach Nähe.
Der Weg durch die vier Strophen
- Anfang (V. 1–6): Nähe durch erinnerte Worte; die Tochter tröstet.
- Hoffnung (V. 7–12): Ein Wiedersehen wird mit Glauben verbunden.
- Sehnsucht (V. 13–18): Sie möchte die Mutter persönlich umarmen.
- Entschluss (V. 19–24): Die Tochter nimmt eine Haltung von Geduld und Pflicht ein.
Frage beim Lesen: Ist die Tochter wirklich ruhig? Oder versucht sie, sich mit den Worten selbst zu beruhigen? Beide Gedanken lassen sich prüfen. Vergleiche „Wunsch, mein Flehen“ (V. 16) mit „Still und fromm“ (V. 20).

Gedenktafel für Luise Hensel in Paderborn. Historischer Kontext, kein Beleg für die Sprecherfigur im Gedicht. Foto: Athde, Wikimedia Commons, CC0.
Aufbau, Reime und Klang
Vier Strophen und ein wiederkehrendes Muster
Es gibt vier Strophen mit jeweils sechs Versen. Strophe 1 hat die Reimfolge a a b c c b: „Liebe / trübe“ (V. 1–2), „zu / Ruh'“ (V. 3 und 6), „geboren / verloren“ (V. 4–5). Ähnliche Muster folgen später. Einzelne Reime klingen nicht ganz rein, zum Beispiel „selig / fröhlich“ (V. 7–8). Nenne deshalb lieber ein überwiegend regelmäßiges Reimschema, statt jeden Reim für vollkommen zu erklären.
Rhythmus entsteht durch betonte und unbetonte Silben. Lies V. 19–20 langsam und klopfe die Betonungen. Behaupte keinen starren Versfuß, bevor du mehrere Verse wirklich geprüft hast. Die häufigen Paarreime geben Halt; die übergreifenden b-Reime schließen die Strophe.

Animation zum gleichmäßigen Takt als Lesehilfe, keine wissenschaftliche Messung des Gedichtmetrums. Grafik: Gronchih, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Wörter, Pausen und Wirkung
Achte auf Klang und Satzzeichen. „zart und trübe“ (V. 2) verbindet Zärtlichkeit mit Traurigkeit. Die direkte Anrede „o Mutter!“ (V. 7) steigert die Gefühle. Der Ausruf in V. 18 verstärkt die Dringlichkeit. „Aber“ (V. 19) ist ein Wendepunkt: Nach dem starken Wunsch folgt die Entscheidung zur Geduld.
Hör-Experiment: Sprich „Wunsch, mein Flehen“ (V. 16) einmal leise und einmal drängend. Welche Wirkung verändert sich? Nutze das nicht als Beweis, sondern als eigene Leseerfahrung.
Lernvideo von „Deutsch in Bildern“ (2022): Gedichtanalyse anhand eines romantischen Beispiels. Es analysiert nicht dieses konkrete Hensel-Gedicht.
Bilder, Sehnsucht und Glaube
Bilder im Gedicht lesen
- Frühlingsluft (V. 3): Der Frühling kann Nähe, Erinnerung und Hoffnung anklingen lassen. Die Luft überträgt bildlich die Worte der Mutter.
- Land der Thränen (V. 10): Ein Bild für ein Leben, in dem es Schmerz gibt. Das ist kein benannter geografischer Ort.
- Himmel (V. 11): Der religiöse Bezug steht neben dem Wunsch nach Wiedersehen.
- Herz in Staub (V. 18): Der Körper ist vergänglich; die Formulierung erinnert an den Tod.
- Pfad (V. 21): Das Leben erscheint wie ein Weg, den die Tochter friedlich gehen möchte.
Merke: Ein Bild ist nicht dasselbe wie eine Tatsachenbehauptung. Schreibe zum Beispiel: „Die Frühlingsluft kann die Hoffnung auf Nähe versinnbildlichen (V. 3).“

Caspar David Friedrich: „Der Morgen“ (1821/22). Vergleichsbild aus der Romantik, keine Illustration aus Hensels Originaldruck. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Naturbilder hören und prüfen
Optionaler Naturklang: Nachtigall. Aufnahme von Membeth, Wikimedia Commons, CC0. Der Gesang steht nicht im Gedicht; er dient nur als Hörvergleich zur Frühlingsatmosphäre.
Aufgabe: Höre kurz. Welche Gefühle kann ein Naturklang wecken? Finde anschließend das wirklich vorhandene Naturwort „Frühlingsluft“ (V. 3). Behaupte nicht, Hensel habe eine Nachtigall beschrieben.
Romantik und begründete Deutungen
Eine Epoche, mehrere Lesarten
Die Romantik beschäftigt sich oft mit Sehnsucht, inneren Gefühlen, Natur und religiösen Vorstellungen. Hensels Gedicht entstand 1826. Das passt zeitlich in die späte Romantik und in den angrenzenden Biedermeier-Kontext. Die Epochenbezeichnung allein erklärt aber noch keinen Vers.
Deutung A – Trost: Die Tochter gibt der Mutter Sicherheit: „Nimmer bin ich Dir verloren“ (V. 5). Das Gedicht kann als liebevolle Beruhigung gelesen werden.
Deutung B – innerer Konflikt: „Wunsch, mein Flehen“ (V. 16) zeigt ein starkes Bedürfnis nach Nähe; „nimmer fordern“ (V. 19) steht dagegen. Vielleicht ringt die Sprecherin mit sich selbst.
Deutung C – religiöse Haltung: „Treu auf Gottes Wegen gehn“ (V. 12) und „Pflicht hienieden“ (V. 22) stellen Glauben und Selbstdisziplin in den Mittelpunkt. Diese Haltung kann trösten, aber aus heutiger Sicht auch kritisch befragt werden.
So argumentierst du: Beobachtung + exaktes Zitat + Verszahl + mögliche Wirkung + alternative Deutung. Verwechsle die Stimme des Gedichts nicht ohne Beweis mit einer biografischen Aussage der Dichterin.

Druck von Hensels anderem Gedicht „Nachtgebet“ (1829): Vergleichsmaterial zur religiösen Dichtung, nicht die Quellfassung von „Antwort der Tochter“. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Ergänzendes Lernvideo von „Learning by Watching“ (2021) zur Gedichtanalyse der Romantik. Keine Lesung von „Antwort der Tochter“.
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Einstieg: Markiere die Anrede „Mutter“ (V. 7). Wer redet zu wem? Nenne genau ein Gefühl und einen Vers.
Hilfe 2 – Aufbau: Suche erst den Wunsch nach Wiedersehen (V. 13–18), dann die Wendung „Aber“ (V. 19). Schreibe einen Satz über den Gegensatz.
Hilfe 3 – Vertiefung: Formuliere zwei Deutungen des Schlusses (V. 19–24). Prüfe jeweils, was „Pflicht“ und „Frieden“ zusammen bedeuten könnten. Unterscheide Textbeobachtung und persönliche Wertung.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz
Wer wird in Vers 7 ausdrücklich angeredet? (Die Mutter) (!Die Schwester) (!Die Lehrerin) (!Die Freundin)
Wie viele Verse hat das Gedicht? (24 Verse) (!12 Verse) (!18 Verse) (!32 Verse)
Wie viele Strophen hat das Gedicht? (Vier Strophen) (!Zwei Strophen) (!Sechs Strophen) (!Acht Strophen)
Welches Wort steht nachweislich in Vers 3? (Frühlingsluft) (!Nachtigall) (!Sonnenuntergang) (!Wintersturm)
Welche Wendung steht in Vers 10? (Land der Thränen) (!Tal der Sterne) (!Haus der Freude) (!Garten der Rosen)
Welches Reimmuster hat die erste Strophe? (a a b c c b) (!a b a b c c) (!a b c a b c) (!a a a b b b)
Wofür steht der Wunsch in den Versen 13 bis 18? (Für ein Wiedersehen mit der Mutter) (!Für eine Reise ans Meer) (!Für einen Sieg im Wettkampf) (!Für den Beginn einer Schulzeit)
Welches Wort eröffnet Vers 19 und leitet eine Wende ein? (Aber) (!Deshalb) (!Dennoch) (!Sobald)
Welche Aussage wird durch Vers 22 gestützt? (Die Sprecherin betont ihre Pflicht im Leben) (!Die Sprecherin verlässt sofort ihre Heimat) (!Die Sprecherin nennt ihren Beruf) (!Die Sprecherin beschreibt eine Landschaft)
Was ist bei einem Verszitat besonders wichtig? (Genauer Wortlaut und passende Versnummer) (!Nur eine frei erfundene passende Formulierung) (!Ein ungenanntes Zitat aus einem anderen Gedicht) (!Allein der Name der Literaturepoche)
Memory
Finde jeweils den passenden Begriff und die richtige Erklärung.
| Lyrisches Ich | Stimme, die im Gedicht spricht |
| Vers | Eine Gedichtzeile |
| Strophe | Gruppe von Versen |
| Paarreim | Zwei aufeinanderfolgende Reimzeilen |
| Motiv | Wiederkehrender Themen- oder Bildbereich |
| Deutung | Begründete Erklärung einer Textwirkung |
Drag-and-Drop
Ordne jeder Beobachtung die richtige Erklärung zu.
| Beobachtung | Bedeutung im Gedicht |
|---|---|
| Mutter als Anrede | Direkter Bezug auf das Gegenüber |
| Frühlingsluft | Naturbild am Anfang |
| Land der Thränen | Bild für leidvolles Leben |
| Aber am Strophenbeginn | Wendung vom Wunsch zur Geduld |
| Pflicht hienieden | Selbstverpflichtung der Sprecherin |
Kreuzworträtsel
Finde die sechs Begriffe. Trage jeweils nur ein Wort ein.
| Mutter | Wen spricht die Tochter in Vers sieben direkt an? |
| Tochter | Wer spricht laut Gedichttitel? |
| Himmel | Wonach sehnt sich die Sprecherin in Vers elf? |
| Frieden | Was nennt die Tochter in Vers dreiundzwanzig? |
| Sehnsucht | Wie heißt das starke Verlangen nach Nähe und Wiedersehen? |
| Reimschema | Wie nennt man die Folge der Reime in einem Gedicht? |
LearningApps
Hier findest du ergänzende, von Dritten angebotene Suchergebnisse zum Thema. Prüfe, ob eine Aufgabe wirklich dieses Gedicht betrifft.
Lückentext
Offene Aufgaben
Für deine Schreibaufgaben gilt: Schreibe kurze, klare Sätze und nenne immer die Verse. Nutze die Quellfassung für wörtliche Zitate.
Leicht
- Schreibaufgabe – leicht: Verfasse drei Sätze: Wer spricht? Wen spricht die Tochter an? Was wünscht sie? Nutze V. 7 sowie V. 13–18 als Belege.
- Versdetektive: Finde und markiere fünf wichtige Wörter. Trage sie mit richtiger Versnummer in eine Tabelle ein.
- Hörprobe: Lies die erste Strophe laut vor. Beschreibe, wo du Pausen machst und warum.
- Alte Wörter verstehen: Erkläre „Thränen“, „Loos“, „giebt“ und „hienieden“ in einfacher Sprache. Vergleiche Quelle und Lesefassung.
Standard
- Schreibaufgabe – Standard: Verfasse einen Absatz mit sechs bis acht Sätzen. Erkläre den Gegensatz zwischen dem Wiedersehenswunsch (V. 13–18) und der Pflicht (V. 19–24). Verwende zwei genaue Verszitate.
- Reime prüfen: Markiere in Strophe eins die Endreime. Prüfe in Strophe zwei, ob alle Reime gleich rein klingen.
- Stimmen vergleichen: Schreibe einen kurzen fiktiven Antwortbrief der Mutter. Kennzeichne den Brief ausdrücklich als eigene Erfindung und nicht als historische Quelle.
- Bildvergleich: Vergleiche V. 3 mit dem hier gezeigten Friedrich-Gemälde. Nenne zwei Gemeinsamkeiten und eine wichtige Grenze des Vergleichs.
Schwer
- Schreibaufgabe – schwer: Formuliere eine begründete Deutung auf etwa einer halben Seite. Erörtere, ob das Gedicht eher Trost, Sehnsucht oder religiöse Selbstdisziplin betont. Führe drei überprüfte Zitate an und diskutiere ein Gegenargument.
- Fassungen vergleichen: Analysiere fünf Änderungen zwischen Quell- und Lesefassung. Erkläre, warum Modernisierung nicht dasselbe wie Interpretation ist.
- Perspektiven kritisch lesen: Untersuche, inwiefern „Pflicht“ (V. 22) Stärke oder Selbstbegrenzung bedeuten könnte. Begründe beide Seiten textnah.
- Epochenbezug: Stelle zwei Motive aus dem Gedicht typischen Motiven der Romantik gegenüber. Erkläre, warum die Einordnung anhand des Datums allein nicht ausreicht.


Lernkontrolle
- Belege finden: Erkläre anhand von V. 5 und V. 16, wie Trost und Sehnsucht gleichzeitig vorkommen können.
- Sprecherrolle prüfen: Begründe, warum die Tochterstimme nicht einfach mit der Biografie der Autorin gleichgesetzt werden darf.
- Form und Aussage verbinden: Beschreibe das Reimschema der ersten Strophe und diskutiere seine mögliche beruhigende Wirkung.
- Kontrast deuten: Untersuche die Funktion des Wortes „Aber“ (V. 19) für die Gesamtbewegung des Gedichts.
- Quellen vergleichen: Erkläre an zwei konkreten Wörtern, wie sich Quellfassung und Lesefassung unterscheiden.
- Transfer leisten: Wähle ein Motiv der Romantik und prüfe mit einem belegten Vers, ob es hier erkennbar wird.
Lernnachweis
Das kannst du am Ende zeigen: eine korrekte Übersicht mit vier Strophen und 24 Versen; mindestens drei genaue Verszitate mit Nummer; eine Erklärung des lyrischen Ichs; das Reimschema der ersten Strophe; zwei sprachliche Bilder mit Bedeutung; einen Vergleich von Quelle und Lesefassung; eine kurze und eine vertiefte mögliche Deutung.
Portfolio: Hebe deine markierten Verse, das ausgefüllte Lesequiz und eine Schreibaufgabe auf jeder der drei Niveaustufen auf. Prüfe bei jeder Formulierung: Ist es ein Zitat, eine sprachliche Modernisierung, eine Übertragung oder meine Interpretation?
OER und Wikipedia
Text und historische Daten:
- TextGrid Repository: Hensel, „Antwort der Tochter“, Datierung 1826 – Text und Metadaten; Hinweise zur TextGrid-Edition und zu ihrer CC BY 3.0 DE-Lizenz stehen auf der Quellseite. Der historische Gedichttext selbst ist gemeinfrei.
- Sophie Digital Library: „Antwort der Tochter“ – bibliografisch der Ausgabe „Lieder“ von 1879 zugeordnet.
- abi-pur: Versfassung mit 24 Versen – zum Wortlaut-Abgleich; redaktionelle Analyse ist keine Quelle für unumstrittene Deutungen.
- Bereits vorhandene MOOCwiki-Gedichtseite – interne Textfundstelle.
- Wikipedia: Luise Hensel – Lebensdaten und Kontext.
- Wikipedia: Romantik – Überblick; Epochenmerkmale sind keine Beweise für einzelne Verse.
Hinweise zu den Medien: Die Commons-Dateiseiten nennen Urheber und Nutzungsrechte. Die Beispiele werden hier als Unterrichtsmedien eingebunden und nicht als Illustrationen einer historischen Gedichtausgabe ausgegeben. Die folgenden Links erlauben die Prüfung von Quelle, Lizenz und Namensnennung.
| Medium und Verwendung | Urheber / Rechte | Quellnachweis |
|---|---|---|
| Porträt: Luise hensel.jpg | Wilhelm Hensel; gemeinfrei (Public Domain Mark) | Commons-Dateiseite |
| Gedenktafel: Paderborn-Westphalenhof-Gedenktafel Luise Hensel.jpg | Athde; CC0 | Commons-Dateiseite |
| Romantik-Gemälde: CasparDavidFriedrich Der Morgen.jpg | Caspar David Friedrich; gemeinfrei | Commons-Dateiseite |
| Vergleichsdruck: Luise Hensel Nachtgebet.jpg | Luise Hensel; gemeinfrei | Commons-Dateiseite |
| Hörbeispiel: Nachtigall.ogg | Membeth; CC0 | Commons-Dateiseite |
| Animation: Метроном в движении.gif | Gronchih; CC BY-SA 3.0 | Commons-Dateiseite |
| Gedichtanalyse: Romantik | Deutsch in Bildern; Video auf YouTube, Rechte beim Kanal | YouTube-Original |
| Gedichtsanalyse Romantik | Learning by Watching; Video auf YouTube, Rechte beim Kanal | YouTube-Original |
Lizenzhinweis: Die CC BY-SA-Animation verlangt bei einer Bearbeitung weitere Bedingungen; hier wird die Datei nur verlinkt bzw. unverändert eingebettet. Die YouTube-Videos sind keine als frei lizenziert nachgewiesenen OER; die Einbettung ersetzt keine eigene Lizenzfreigabe.
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