Anstachelung beim Zahnstochern - Ringelnatz, Joachim - Gedichtanalyse
Anstachelung beim Zahnstochern - Ringelnatz, Joachim - Gedichtanalyse

Kurzbeschreibung: In „Anstachelung beim Zahnstochern“ macht Joachim Ringelnatz aus einem alltäglichen Zahnstocher eine kleine Waffe. Eine lyrische Stimme spricht winzige „Troglodyten“ in Zahnlöchern an, droht ihnen und bekämpft sie. Das Gedicht ist komisch, übertrieben und zugleich etwas unheimlich. Es umfasst 32 Verse.
Dieser aiMOOC richtet sich an die Klassen 7–8. Du lernst, genau zu lesen, kurze Textbelege zu nutzen und zwischen Autor, lyrischer Stimme und Interpretation zu unterscheiden.
Einleitung

Joachim Ringelnatz hieß eigentlich Hans Gustav Bötticher. Er lebte von 1883 bis 1934 und schrieb Gedichte, Geschichten und Bühnenstücke. Viele seiner Texte verbinden Alltag, Wortwitz, überraschende Bilder und ernste Gedanken.
Das Gedicht „Anstachelung beim Zahnstochern“ erschien 1928 im Band „Allerdings. Gedichte“. Grundlage dieses aiMOOCs ist die 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1928, Seiten 103–104. Die historische Schreibweise wird in der Quellfassung nicht still verändert.
Wichtig: Wenn im Gedicht „ich“ steht, ist damit zunächst die lyrische Stimme gemeint. Wir wissen nicht automatisch, ob Ringelnatz selbst so gesprochen, gedacht oder gehandelt hat.
Das Video erklärt den Unterschied zwischen lyrischem Ich und Autor. Dieser Unterschied ist für die Analyse wichtig.
Die historische Ausgabe


Quellennachweis:
- Joachim Ringelnatz: Allerdings. Gedichte. 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1928.
- Das Gedicht steht auf den Seiten 103–104.
- Die Digitalisate stammen aus dem Scan der Universitätsbibliothek Bielefeld und sind über Wikimedia Commons und Wikisource zugänglich.
- Die Wikisource-Fassung ist als zweimal gegen die Quelle korrekturgelesen gekennzeichnet.
- Ausgangspunkt: https://www.zeno.org/Literatur/M/Ringelnatz,%20Joachim/Gedichte/Allerdings/Anstachelung%20beim%20Zahnstochern
- Vergleichsquelle: https://de.wikisource.org/wiki/Anstachelung_beim_Zahnstochern
Quellfassung
Hinweis: Die folgende Fassung folgt der historischen Druckausgabe von 1928. Auffällige Schreibweisen werden nicht heimlich verbessert.
ANSTACHELUNG BEIM ZAHNSTOCHERN
Ich biete euch Troglodyten die Spitze.
Heraus mit euch! Wer sich in Löcher
Verkrümelt, ist feig. Ich besitze
Der Pfeile genug in meinem Köcher.
Mit dem Pfeil, dem Bogen
Durch Gebirg und Tal
Kommt Odysseus gezogen
Und säubert den Augiasstall.
Nein, ich schieße euch freche
Brut nicht. Ich steche!
Ihr mach mich krank
Mit eurem Gestank.
Ihr freßt an mir, anstatt
Mich zu nähren. Ich bin noch nicht satt.
Heraus aus dem Loch!
Ich hülle in Spucke euch
Und schlucke euch –
Pieks-quieks – doch.
Oder schnipse euch aufs Geratewohl
In ein unbekanntes Hilfdirselber. –
Ach mein Backenzahn ist schrecklich hohl
Und wird täglich bröckliger und gelber.
Keine Hand vors Gesicht.
Komm, Zahnstöcherchen,
Piek die Peiniger
Aus den Löcherchen!
Schäme dich nicht,
Denn du bist ein kluger Reiniger.
Immer wacker gespießt!
Wenn auch mal Blut fließt.
Ich bin nicht bang.
Gesegnete Mahlzeit beim letzten Gang.
Achtung zur Quelle: In Vers 11 steht in der historischen Ausgabe tatsächlich „Ihr mach mich krank“. In einer Analyse darfst Du diese Form als Auffälligkeit nennen. Du solltest sie aber nicht einfach als moderne Standardsprache ausgeben.
Lesefassung mit kurzen Hilfen
Die Lesefassung ist keine neue Übersetzung und kein Ersatz für die Quelle. Sie hilft Dir beim Verstehen. Der Wortlaut bleibt maßgeblich der Quellfassung verpflichtet.
- Verse 1–4: Die lyrische Stimme fordert die „Troglodyten“ heraus. Das Wort bedeutet ursprünglich etwa Höhlenbewohner. Im Gedicht passt es zu Wesen, die sich in „Löchern“ verstecken.
- Verse 5–8: Die Stimme stellt sich plötzlich als kämpferischen Odysseus vor. Gleichzeitig wird der Augiasstall genannt.
- Verse 9–18: Aus dem großen Heldenkampf wird ein Nahkampf mit einem Zahnstocher. Wörter wie „steche“, „Spucke“ und „Pieks-quieks“ wirken körperlich und komisch.
- Verse 19–22: Jetzt wird klarer: Ein Backenzahn ist hohl, bröcklig und gelb. Die Situation ist also nicht nur lustig.
- Verse 23–28: Das „Zahnstöcherchen“ wird direkt angesprochen und als „kluger Reiniger“ gelobt.
- Verse 29–32: Die lyrische Stimme bleibt tapfer, sogar wenn Blut fließt. Der Schluss „Gesegnete Mahlzeit beim letzten Gang“ verbindet Essen, Schmerz und eine düstere Pointe.
Wörter verstehen

- Troglodyten: ein altes Wort für Höhlenbewohner. Im Gedicht werden damit die kleinen „Bewohner“ der Zahnlöcher verspottet.
- Köcher: Behälter für Pfeile.
- Odysseus: Held der griechischen Mythologie. Sein Bogen spielt in der Odyssee eine wichtige Rolle.
- Augiasstall: In der griechischen Sage wird dieser extrem schmutzige Stall von Herakles gereinigt, nicht von Odysseus.
- Geratewohl: ohne genauen Plan, zufällig.
- Peiniger: jemand oder etwas, das Schmerzen oder Qualen verursacht.
- wacker: mutig und entschlossen.
Ein absichtliches Durcheinander der Mythen?

In den Versen 5–8 werden zwei bekannte Motive zusammengebracht: Odysseus gehört zum Motiv des Bogens. Den Augiasstall reinigt in der griechischen Mythologie dagegen Herakles.
Das kann komisch wirken, weil ein gewaltiger antiker Heldenkampf mit einer winzigen Alltagsszene verbunden wird. Eine mögliche Deutung lautet daher: Die lyrische Stimme übertreibt ihren Kampf gegen die „Peiniger“ im Zahn und macht sich selbst zum Helden.
Wichtig: Das ist eine Interpretation. Eine gute Interpretation wird mit Wörtern und Versen aus dem Gedicht begründet.
Wer spricht?
Die sprechende Figur sagt zum Beispiel „Ich besitze“, „Ich steche“ und „Ich bin nicht bang“. Deshalb können wir von einer deutlich erkennbaren lyrischen Stimme oder einem lyrischen Ich sprechen.
Joachim Ringelnatz ist der Autor des Gedichts. Die lyrische Stimme ist die Stimme innerhalb des Textes. Beides darfst Du nicht automatisch gleichsetzen.
Satzstarter für Deine Analyse:
- Die lyrische Stimme wirkt ..., weil in Vers ... steht „...“.
- Durch das Wort „...“ entsteht der Eindruck, dass ...
- Der Autor gestaltet die lyrische Stimme so, dass ...
- Eine mögliche Wirkung auf Lesende ist ...
Aufbau und Form
Das Gedicht hat 32 Verse. Es ist in unterschiedlich lange Abschnitte gegliedert. Dadurch wirkt der Text beweglich und sprunghaft.
Es gibt Reime, aber das Reimschema bleibt nicht durchgehend gleich. Manche Verse sind sehr kurz, zum Beispiel „Brut nicht. Ich steche!“. Solche Verkürzungen können das Tempo steigern.
Die vielen Ausrufe und Befehle passen zum Kampf-Ton der lyrischen Stimme.
Sprache und Wirkung
Personifikation: Das „Zahnstöcherchen“ wird angesprochen, als könnte es handeln und Mut zeigen.
Verkleinerung: Wörter wie „Zahnstöcherchen“ und „Löcherchen“ klingen klein und fast niedlich. Das steht im Gegensatz zu Kampf, Blut und Schmerz.
Übertreibung: Aus Zahnstochern wird ein Heldenkampf mit Pfeil, Bogen und mythischen Figuren.
Lautmalerei: „Pieks-quieks“ ahmt Geräusche nach. Das wirkt verspielt und gleichzeitig unangenehm.
Gegensatz: Komik und Ekel liegen dicht nebeneinander. Gerade dieser Gegensatz ist für die Wirkung des Gedichts wichtig.
Mögliche Deutung
Eine mögliche Deutung lautet: Das Gedicht verwandelt eine unangenehme Alltagssituation in ein komisches Abenteuer. Die lyrische Stimme fühlt sich von etwas im kranken Zahn bedroht und antwortet mit übertriebener Tapferkeit.
Die „Troglodyten“ können als erfundene Bewohner der Zahnlöcher verstanden werden. Ob damit Essensreste, Krankheitserreger oder allgemein die Ursache des Schmerzes gemeint ist, legt der Text nicht eindeutig fest. Deshalb solltest Du vorsichtig formulieren.
Der Humor entsteht besonders aus dem Größenunterschied: große Heldensprache trifft auf kleines Zahnstochern.
Ein gesundheitlicher Hinweis
Das Gedicht ist Literatur und keine Anleitung zur Zahnpflege. Ein hohler, bröckliger, gelber oder blutender Zahn gehört in die Hände einer Zahnärztin oder eines Zahnarztes. Die Handlung der lyrischen Stimme solltest Du nicht als medizinischen Rat verstehen.
Hören und Vortragen
Für genau dieses Gedicht wurde in den geprüften Wikimedia-Commons-Ergebnissen keine eindeutig zuordenbare freie Audioaufnahme gefunden. Deshalb wird hier keine fremde Aufnahme als angebliche Originalrezitation ausgegeben.
Zum Vergleich kannst Du eine freie Wikisource-Aufnahme eines anderen Ringelnatz-Gedichts aus demselben Band hören:
Hörauftrag: Achte auf Sprechtempo, Pausen und Betonung. Überlege danach, wie Du „Anstachelung beim Zahnstochern“ selbst sprechen würdest.
Video: Gedichte untersuchen
Arbeitsauftrag: Notiere nach dem Video in einem Satz, warum Autor und lyrisches Ich nicht dasselbe sein müssen. Prüfe anschließend am Ringelnatz-Gedicht, welche Wörter die lyrische Stimme sichtbar machen.
Medien, Rechte und Namensnennung
Die folgenden Medien stammen von Wikimedia Commons. Die Lizenzangaben wurden auf den jeweiligen Dateiseiten geprüft.
- Joachim Ringelnatz - Allerdings. 1928.jpg: Umschlaggestaltung von Rudolf Großmann; Werk gemeinfrei.
- Ringelnatz-Porträt.jpg: Porträt von unbekanntem Urheber, vor 1925; auf Commons als gemeinfrei gekennzeichnet.
- Joachim Ringelnatz - Allerdings - 103.jpg und 104.jpg: Scans der Ausgabe von 1928 aus der Universitätsbibliothek Bielefeld; auf Commons mit Public-Domain-Mark gekennzeichnet.
- Toothpick s.jpg: Foto von HuttyMcphoo; CC BY-SA 2.5.
- Odysseus-bow.jpg: Darstellung von Theodor van Thulden, gestorben 1669; gemeinfreies historisches Werk.
- De-Schenken-wikisource.ogg: freie Wikisource-Audiodatei; die genaue Lizenz ist auf der Commons-Dateiseite angegeben. Es handelt sich nicht um eine Aufnahme des hier analysierten Gedichts.
- YouTube: eingebettet wird nur ein öffentlich erreichbares Lernvideo. Das Video bleibt auf YouTube und wird nicht als eigenes Material ausgegeben.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
In welchem Gedichtband erschien „Anstachelung beim Zahnstochern“ 1928? (Allerdings) (!Kuttel Daddeldu) (!Kinder-Verwirr-Buch) (!Turngedichte)
Wie viele Verse hat das Gedicht? (32) (!24) (!28) (!40)
Wer ist der Autor des Gedichts? (Joachim Ringelnatz) (!Erich Kästner) (!Heinrich Heine) (!Christian Morgenstern)
Was bedeutet Troglodyt ursprünglich ungefähr? (Höhlenbewohner) (!Bogenschütze) (!Zahnarzt) (!Seefahrer)
Welche Figur wird im Gedicht ausdrücklich genannt? (Odysseus) (!Achilles) (!Zeus) (!Orpheus)
Welche Aussage zur lyrischen Stimme ist richtig? (Sie ist die sprechende Instanz im Gedicht) (!Sie ist immer mit dem Autor identisch) (!Sie ist immer eine historische Person) (!Sie darf in einer Analyse nicht untersucht werden)
Welches Wort ist ein Beispiel für Lautmalerei? (Pieks-quieks) (!Backenzahn) (!Geratewohl) (!Mahlzeit)
Welche Wirkung haben Zahnstöcherchen und Löcherchen besonders? (Sie verkleinern und verniedlichen) (!Sie nennen Jahreszahlen) (!Sie bilden einen Fachbegriff) (!Sie erklären den Verlag)
Wer säubert in der griechischen Mythologie den Augiasstall? (Herakles) (!Odysseus) (!Paris) (!Hektor)
Welche Aussage ist eine vorsichtige Interpretation? (Die Troglodyten können als erfundene Bewohner der Zahnlöcher verstanden werden) (!Die Troglodyten sind sicher echte historische Personen im Zahn) (!Ringelnatz berichtet nachweislich von seinem eigenen Backenzahn) (!Das Gedicht ist eine medizinische Anleitung)
Lesequiz mit Textbelegen
Welches Zitat zeigt besonders deutlich, dass die lyrische Stimme kämpferisch auftritt? (Heraus mit euch!) (!Ach mein Backenzahn) (!Gesegnete Mahlzeit) (!wird täglich gelber)
Welches Zitat belegt direkt, dass der Zahn beschädigt ist? (Ach mein Backenzahn ist schrecklich hohl) (!Mit dem Pfeil dem Bogen) (!Ich bin nicht bang) (!Heraus mit euch)
Welches Zitat macht aus dem Zahnstocher eine handelnde Figur? (Komm Zahnstöcherchen) (!Durch Gebirg und Tal) (!Ihr freßt an mir) (!Gesegnete Mahlzeit)
Memory
| Troglodyten | Höhlenbewohner |
| Köcher | Behälter für Pfeile |
| Odysseus | Held mit Bogenmotiv |
| Zahnstöcherchen | kluger Reiniger |
| Pieks-quieks | Lautmalerei |
| lyrische Stimme | Sprecherinstanz des Gedichts |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Autor | Joachim Ringelnatz |
| lyrische Stimme | sprechendes Ich im Gedicht |
| Quellfassung | Wortlaut der Ausgabe von 1928 |
| Interpretation | begründete Deutung |
| Textbeleg | kurzes Zitat mit Versbezug |
Kreuzworträtsel
| Troglodyt | Welches alte Wort bezeichnet einen Höhlenbewohner? |
| Odysseus | Welcher Held wird im Gedicht genannt? |
| Köcher | Worin werden Pfeile aufbewahrt? |
| Reiniger | Wie nennt die lyrische Stimme das Zahnstöcherchen? |
| Ringelnatz | Wie lautet der Künstlername des Autors? |
| Herakles | Wer reinigt in der griechischen Sage den Augiasstall? |
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Lückentext
Gestufte Hilfen
Hilfe 1: Finden
Suche zuerst nur nach auffälligen Wörtern. Markiere Wörter zu Kampf, Zahn, Schmerz und Essen.
Hilfe 2: Beschreiben
Nutze den Satz: „Das Wort ... fällt auf, weil ...“
Hilfe 3: Deuten
Nutze den Satz: „Dadurch könnte gezeigt werden, dass ...“
Hilfe 4: Belegen
Füge ein kurzes Zitat hinzu: „Das erkennt man an der Formulierung ‚...‘ in Vers ...“
Offene Aufgaben
Leicht
- Vorlesen: Lies acht Verse laut. Markiere vorher zwei Wörter, die Du besonders betonen möchtest. Begründe Deine Wahl.
- Wortfelder: Sammle Wörter aus dem Gedicht zu den Bereichen Kampf, Zahn und Essen.
- Lyrisches Ich: Schreibe drei Sätze über die lyrische Stimme. Nutze mindestens ein kurzes Zitat.
- Bild-Text-Vergleich: Betrachte das historische Seitenbild. Nenne zwei Unterschiede zwischen einer Buchseite von 1928 und einer heutigen Schulbuchseite.
Standard
- Gedichtanalyse: Erkläre an zwei Beispielen, wie aus Zahnpflege ein Heldenkampf wird.
- Sprachliche Mittel: Untersuche „Zahnstöcherchen“, „Löcherchen“ und „Pieks-quieks“. Beschreibe ihre Wirkung.
- Mythologie: Recherchiere Odysseus und den Augiasstall. Erkläre, warum ihre Verbindung im Gedicht überraschend ist.
- Schreibaufgabe: Schreibe einen inneren Monolog der lyrischen Stimme kurz vor dem ersten „Pieks“.
Schwer
- Deutungshypothese: Formuliere zwei unterschiedliche Deutungshypothesen und belege jede mit mindestens zwei Textstellen.
- Perspektivwechsel: Schreibe 12–16 Zeilen aus Sicht eines „Troglodyten“ im Zahn. Übernimm mindestens zwei sprachliche Besonderheiten des Originals, ohne Verse zu kopieren.
- Rezitation: Plane eine eigene Audio- oder Video-Rezitation. Lege fest, wo Du Pausen setzt und wie sich das Sprechtempo verändert. Begründe Deine Entscheidungen schriftlich.
- Quellenkritik: Vergleiche Zeno, Wikisource und den Scan der historischen Ausgabe. Notiere, welche Quelle für welche Frage besonders geeignet ist.


Lernkontrolle
- Text und Wirkung: Erkläre, wie der Gegensatz zwischen „Zahnstöcherchen“ und der kämpferischen Sprache wirkt. Nutze zwei Belege.
- Autor und Stimme: Ein Mitschüler schreibt: „Ringelnatz hat Angst vor Troglodyten in seinem Zahn.“ Erkläre, warum diese Aussage methodisch problematisch ist, und formuliere sie besser.
- Mythologie und Komik: Zeige, wie Odysseus, der Augiasstall und der Zahnstocher zusammen eine komische Übertreibung bilden.
- Mehrdeutigkeit: Erkläre zwei mögliche Bedeutungen der „Troglodyten“. Entscheide anschließend, welche Du überzeugender findest.
- Schlussdeutung: Deute den letzten Vers „Gesegnete Mahlzeit beim letzten Gang“ im Zusammenhang mit Essen, Zahn und möglicher Gefahr.
- Transfer: Erfinde ein anderes Alltagsproblem und beschreibe, wie man es im Stil einer übertriebenen Heldenszene darstellen könnte. Erkläre danach die Wirkung.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du:
- die historische Ausgabe von 1928 korrekt nennst,
- Autor und lyrische Stimme unterscheidest,
- Inhalt und Aufbau kurz zusammenfasst,
- sprachliche Auffälligkeiten findest,
- Wirkungen mit kurzen Zitaten belegst,
- zwischen sicherer Beobachtung und möglicher Interpretation unterscheidest,
- eine Deutungshypothese verständlich formulierst,
- Quellen und Medien kritisch prüfst.
Der Lernnachweis soll keine reine Sammlung auswendig gelernter Fakten sein. Entscheidend ist, wie gut Du Deine Aussagen am Text begründest.
OERs zum Thema
Freie Textquelle: https://de.wikisource.org/wiki/Anstachelung_beim_Zahnstochern
Freie Scans: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Ringelnatz_-_Allerdings
Verknüpfte Lernbereiche
Quellen und geprüfte Sachangaben
- Joachim Ringelnatz: Allerdings. Gedichte. 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1928, S. 103–104.
- Wikisource: https://de.wikisource.org/wiki/Anstachelung_beim_Zahnstochern
- Digitalisat des Gesamtbandes: https://de.wikisource.org/wiki/Allerdings
- Wikimedia Commons, Scans: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Ringelnatz_-_Allerdings
- Duden, Bedeutung „Troglodyt“: https://www.duden.de/rechtschreibung/Troglodyt
- Wikipedia, Odysseus: https://de.wikipedia.org/wiki/Odysseus
- Ausgangspunkt Zeno.org: https://www.zeno.org/Literatur/M/Ringelnatz,%20Joachim/Gedichte/Allerdings/Anstachelung%20beim%20Zahnstochern
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