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Angstgebet in Wohnungsnot (1923) - Ringelnatz, Joachim - Gedichtanalyse

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Angstgebet in Wohnungsnot (1923) - Ringelnatz, Joachim - Gedichtanalyse

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Angstgebet in Wohnungsnot (1923) - Ringelnatz, Joachim - Gedichtanalyse


Einleitung

„Angstgebet in Wohnungsnot“ ist ein Gedicht von Joachim Ringelnatz. Im Gedicht steht die Angst im Mittelpunkt, die eigene Wohnung zu verlieren. Eine lyrische Stimme bittet Gott um Hilfe. Sie sorgt sich um die Frau, um die Wohnung und um Dinge, die für das gemeinsame Leben wichtig sind.

Das Gedicht trägt die Jahresangabe 1923. Die hier verwendete historische Druckfassung steht in Ringelnatz' Gedichtband „Allerdings“, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1928, Seite 23. Die Fassung wurde bei Wikisource anhand des Originals geprüft.

Wichtig: Die sprechende Figur im Gedicht heißt lyrische Stimme oder lyrisches Ich. Sie ist nicht automatisch mit dem Autor Joachim Ringelnatz gleichzusetzen. Auch wenn Erlebnisse Ringelnatz' als Hintergrund wichtig sein können, bleibt eine Deutung immer eine begründete Interpretation des Textes.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. Lyrisches Ich: die lyrische Stimme vom Autor unterscheiden.
  2. Gedichtanalyse: Inhalt, Aufbau und Sprache eines Gedichts untersuchen.
  3. Textbeleg: Aussagen mit kurzen Zitaten oder Versangaben belegen.
  4. Historischer Kontext: erklären, warum Wohnungsnot in den 1920er Jahren ein wichtiges Thema war.
  5. Interpretation: eine eigene Deutung formulieren und begründen.


Historische Quelle und Ausgabe

Die konkrete Textgrundlage ist:

Joachim Ringelnatz: Allerdings. Gedichte. 1. Auflage. Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1928, S. 23.

Wikisource nennt die Ausgabe als Quelle und kennzeichnet die Transkription als zweimal am Original korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dort dem Original.

Das Bild zeigt den Scan der Seite 23 der historischen Ausgabe. Es ist für die Arbeit mit einer Quellfassung besonders nützlich: Du kannst Schreibweise, Zeilen und Satzzeichen direkt mit der Lesefassung vergleichen.

Quellen:

  1. Zeno.org: Ausgangspunkt zum Gedicht
  2. Wikisource: geprüfte Textfassung
  3. Wikisource: historische Ausgabe „Allerdings“
  4. Wikimedia Commons: Digitalisat der Ausgabe


Quellfassung

Joachim Ringelnatz: Angstgebet in Wohnungsnot (1923)

Ach, lieber Gott, gib, daß sie nicht
Uns aus der Wohnung jagen.
Was soll ich ihr denn noch sagen –
Meiner Frau – in ihr verheultes Gesicht!?

Ich ringe meine Hände.
Weil ich keinen Ausweg fände,
Wenn's eines Tags so wirklich wär:
Bett, Kleider, Bücher, mein Sekretär, –
Daß das auf der Straße stände.

Sollt ich's versetzen, verkaufen?
Ist all doch nötigstes Gerät.
Wir würden, einmal, die Not versaufen,
Und dann: wer weiß, was ich tät.

Ich hänge so an dem Bilde,
Das noch von meiner Großmama stammt.
Gott, gieße doch etwas Milde
Über das steinerne Wohnungsamt.

Wie meine Frau die Nacht durchweint,
Das barmt durch all meine Träume.
Gott, laß uns die lieben zwei Räume
Mit der Sonne, die vormittags hinein scheint.

Hinweis zur Textfassung: Die historische Schreibweise wurde hier beibehalten. Dazu gehören zum Beispiel „daß“ und „laß“. Das ist keine Übersetzung.


Lesefassung in einfacher Sprache

Die folgende Fassung ist keine Übersetzung und kein Originaltext. Sie ist eine vereinfachende Lesehilfe.

Die lyrische Stimme hat große Angst. Sie fürchtet, dass sie und ihre Frau die Wohnung verlieren. Die Frau weint. Die Stimme weiß nicht, wie sie ihr helfen soll.

Auch die eigenen Sachen machen Sorgen. Bett, Kleidung, Bücher und ein Schreibtisch könnten auf der Straße landen. Die Stimme fragt sich, ob sie Dinge verkaufen müsste.

Ein Bild der Großmutter ist besonders wichtig. Es hat einen persönlichen Wert. Deshalb bittet die Stimme Gott darum, dass das Wohnungsamt menschlicher handelt.

Am Ende wird deutlich: Die beiden kleinen Zimmer bedeuten Sicherheit, Nähe und ein Zuhause. Sogar das Sonnenlicht am Vormittag wird zu etwas Kostbarem.


Hörfassung

Diese Lesung auf YouTube trägt das Gedicht vollständig vor. Höre zuerst nur zu. Lies danach die Quellfassung mit.

Hörauftrag: Wo hörst Du besonders deutlich Angst, Bitte oder Verzweiflung? Notiere zwei Verse.


Joachim Ringelnatz

Joachim Ringelnatz lebte von 1883 bis 1934. Er war Schriftsteller, Kabarettist und Maler. Sein bürgerlicher Name war Hans Bötticher. Viele seiner Texte verbinden Ernst, Sprachwitz und ungewöhnliche Bilder.

Ringelnatz heiratete 1920 Leonharda Pieper. In biografischen Darstellungen wird berichtet, dass das Paar in München zeitweise in unsicherer Wohnsituation lebte. Dieser Hintergrund kann helfen, das Thema des Gedichts zu verstehen. Trotzdem gilt: Die lyrische Stimme ist nicht einfach der Autor.


Ein anderes Ringelnatz-Gedicht hören

Die folgende Commons-Audiodatei gehört nicht zu „Angstgebet in Wohnungsnot“. Sie zeigt aber, wie Ringelnatz-Texte gesprochen wirken können.

Vergleichsauftrag: Achte auf Tempo, Pausen und Betonung. Überlege, wie Du „Angstgebet in Wohnungsnot“ anders sprechen würdest.


Titel untersuchen

Der Titel besteht aus zwei wichtigen Teilen:

Angstgebet verbindet zwei Vorstellungen. Ein Gebet richtet sich an Gott. Das Wort „Angst“ zeigt aber, dass die Bitte aus einer Notlage entsteht.

Wohnungsnot bedeutet, dass eine Wohnung fehlt, zu teuer ist oder verloren zu gehen droht. Im Gedicht ist die drohende Vertreibung aus der Wohnung der Kern der Angst.

Schon der Titel verbindet also Gefühl und soziales Problem.


Inhalt nach Strophen

Strophe 1: Die lyrische Stimme bittet Gott darum, nicht aus der Wohnung gejagt zu werden. Die Frau weint.

Strophe 2: Die Stimme stellt sich vor, wie wichtige Dinge auf der Straße stehen könnten.

Strophe 3: Sie denkt über Verkauf, Alkohol und eine mögliche Verzweiflungstat nach.

Strophe 4: Ein geerbtes Bild zeigt, wie wichtig persönliche Erinnerungen sind. Die Stimme bittet um „Milde“ für das Wohnungsamt.

Strophe 5: Die Sorge um die Frau bleibt. Am Ende bittet die Stimme darum, die zwei kleinen Zimmer behalten zu dürfen.


Lyrische Stimme, Autor und Interpretation

Diese drei Ebenen musst Du unterscheiden:

  1. Autor: Joachim Ringelnatz ist die reale Person, die das Gedicht geschrieben hat.
  2. Lyrisches Ich: Die sprechende Stimme sagt im Gedicht „ich“ und „uns“.
  3. Interpretation: Du erklärst, wie Du den Text verstehst. Deine Deutung muss mit Textstellen begründet werden.

Beispiel: Die Aussage „Ich ringe meine Hände“ zeigt eine körperliche Reaktion auf Angst. Daraus kann man deuten, dass die lyrische Stimme sich hilflos fühlt.


Form und Aufbau

Das Gedicht besteht aus fünf Strophen und 21 Versen. Die Strophen sind unterschiedlich lang. Dadurch wirkt der Text nicht vollkommen regelmäßig.

Es gibt Reime, aber kein einfaches durchgehendes Reimschema für alle Strophen. Die wechselnde Form passt zur unruhigen Situation der lyrischen Stimme.

Viele Verse klingen wie gesprochene Sprache. Fragen, Ausrufe und direkte Bitten machen die innere Unruhe hörbar.


Sprache und Wirkung

„Ach, lieber Gott“ ist eine direkte Anrede. Sie macht sofort deutlich, dass die Stimme Hilfe sucht.

„Ich ringe meine Hände“ zeigt Verzweiflung durch eine sichtbare Körperbewegung.

„auf der Straße stände“ macht die Gefahr konkret. Nicht nur die Wohnung, sondern das ganze private Leben wäre plötzlich öffentlich und schutzlos.

„steinerne Wohnungsamt“ ist eine auffällige Formulierung. „Steinern“ kann Kälte, Härte und fehlendes Mitgefühl ausdrücken.

„die lieben zwei Räume“ zeigt, dass die Wohnung klein ist. Trotzdem bedeutet sie viel.

„Mit der Sonne“ setzt am Schluss einen hellen Gegenpunkt zur Angst. Das Sonnenlicht steht für Wärme, Alltag und Lebensqualität.


Gestufte Hilfen zur Analyse

Hilfe 1 – Finden: Suche Wörter, die Angst oder Sorge ausdrücken.

Hilfe 2 – Beschreiben: Schreibe: „Die Formulierung … zeigt …“

Hilfe 3 – Deuten: Frage Dich: Was erfährt man dadurch über die Lage oder Gefühle der lyrischen Stimme?

Hilfe 4 – Belegen: Nutze einen kurzen Textbeleg und eine Versangabe.

Satzstarter:

  1. „In Vers … wird deutlich, dass …“
  2. „Das Wort … wirkt …, weil …“
  3. „Die lyrische Stimme bittet …“
  4. „Dies kann so gedeutet werden, dass …“


Historischer Kontext: Wohnen in der Weimarer Republik

Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte in vielen deutschen Städten Wohnungsmangel. Besonders in Großstädten lebten viele Menschen auf engem Raum. Wirtschaftliche Krisen und Inflation verschärften für viele Familien die Unsicherheit.

Das Gedicht macht daraus aber keinen Sachbericht. Es zeigt Wohnungsnot aus einer persönlichen Perspektive: als Angst vor Verlust, Scham und Hilflosigkeit.

Die Veröffentlichung von 1928 gehört in die Zeit der Weimarer Republik. Das Gedicht selbst trägt die Datierung 1923. Das Jahr 1923 war in Deutschland besonders durch die Hyperinflation und starke soziale Unsicherheit geprägt.


Das Wohnungsamt als Bild für Bürokratie

Das Wort „Wohnungsamt“ bezeichnet eine Behörde. Die lyrische Stimme verbindet diese Behörde mit dem Wort „steinern“.

Das kann man auf zwei Ebenen verstehen:

  1. Ein Amt ist ein konkreter Ort und eine staatliche Einrichtung.
  2. „Steinern“ kann als Bild für Härte und Gefühllosigkeit gelesen werden.

Die Stimme bittet Gott um „Milde“. Dadurch wirkt die Behörde fast wie eine übermächtige Instanz.


Besitz und Erinnerung

Nicht alle Dinge im Gedicht sind nur nützlich.

Das Bett, die Kleider und die Bücher gehören zum Alltag. Das Bild der Großmutter hat zusätzlich einen Erinnerungswert.

So zeigt das Gedicht: Wohnungsverlust bedeutet nicht nur, ein Dach über dem Kopf zu verlieren. Er kann auch Beziehungen zu Erinnerungen, Gewohnheiten und persönlicher Geschichte bedrohen.


Die Bedeutung der Frau

Die Frau der lyrischen Stimme weint. Ihre Angst wird mehrfach erwähnt.

Die Verse „Wie meine Frau die Nacht durchweint“ und „Das barmt durch all meine Träume“ zeigen, dass die Sorgen beider Personen miteinander verbunden sind.

Die Wohnung ist deshalb nicht nur ein Raum. Sie ist ein gemeinsames Zuhause.


Deutungshypothese

Eine mögliche Deutung lautet:

Das Gedicht zeigt, wie drohender Wohnungsverlust das ganze Leben eines Menschen erschüttern kann. Die lyrische Stimme erlebt die Gefahr als Verlust von Sicherheit, Beziehung, Erinnerung und Würde. Das Gebet macht ihre Hilflosigkeit besonders deutlich.

Diese Deutung ist nicht die einzig mögliche. Sie ist überzeugend, wenn Du sie mit passenden Textstellen belegst.


Medien und Rechte

Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Medien wurden vor der Verwendung geprüft.

  1. Ringelnatz-Porträt.jpg: Porträt, Urheber unbekannt, Aufnahme vor 1925; auf Commons als gemeinfrei gekennzeichnet.
  2. Joachim Ringelnatz - Allerdings. 1928.jpg: Bucheinband mit Zeichnung von Rudolf Großmann; Commons kennzeichnet die zweidimensionale gemeinfreie Vorlage als Public Domain.
  3. Joachim Ringelnatz - Allerdings - 023.jpg: Scan der historischen Buchseite 23 aus der von der Universitätsbibliothek Bielefeld digitalisierten Ausgabe; auf Commons im gemeinfreien Ringelnatz-Bestand.
  4. Hugo Erfurth - Portrait Joachim Ringelnatz, c. 1930.jpg: Porträt von Hugo Erfurth; auf Commons als frei von bekannten urheberrechtlichen Beschränkungen gekennzeichnet.
  5. DE Im Park Joachim Ringelnatz spoken.ogg: Sprecher Matthias Erfurth; Commons-Lizenz CC BY-SA 4.0. Die Audiodatei ist ein anderes Ringelnatz-Gedicht und wird nur als Sprechvergleich eingesetzt.

Wichtig: Das YouTube-Video wird nur eingebettet. Es wird nicht als eigenes oder frei lizenziertes Medium ausgegeben.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer spricht innerhalb des Gedichts? (Die lyrische Stimme) (!Der Verleger) (!Das Wohnungsamt) (!Die Großmutter)




Was fürchtet die lyrische Stimme vor allem? (Den Verlust der Wohnung) (!Eine Reise) (!Eine schlechte Schulnote) (!Den Verlust eines Fahrrads)




Wie viele Verse hat das Gedicht? (21) (!14) (!18) (!24)




In welcher Ausgabe steht die verwendete historische Druckfassung? (Allerdings von 1928) (!Turngedichte von 1920) (!Kuttel Daddeldu von 1919) (!Der Nachlass von 1935)




Was zeigt die Formulierung Ich ringe meine Hände besonders? (Verzweiflung) (!Langeweile) (!Siegesfreude) (!Neugier)




Was kann das Wort steinern beim Wohnungsamt ausdrücken? (Härte und fehlendes Mitgefühl) (!Leichtigkeit und Spiel) (!Musik und Tanz) (!Sommer und Wärme)




Warum ist das Bild der Großmutter wichtig? (Es steht für persönliche Erinnerung) (!Es ist ein amtliches Formular) (!Es ist ein Stadtplan) (!Es ist eine Rechnung)




Welche Aussage trennt Autor und lyrische Stimme richtig? (Der Autor schreibt das Gedicht und die lyrische Stimme spricht im Gedicht) (!Autor und lyrische Stimme sind immer dieselbe Person) (!Die lyrische Stimme veröffentlicht das Buch) (!Der Autor ist eine Figur des Wohnungsamts)




Was bedeuten die zwei Räume für die lyrische Stimme? (Ein kleines aber wichtiges Zuhause) (!Ein Gefängnis) (!Ein Klassenzimmer) (!Ein Hotel für Urlaub)




Welche Funktion hat ein Textbeleg in einer Gedichtanalyse? (Er begründet eine Aussage am Gedicht) (!Er ersetzt jede Erklärung) (!Er erzählt die Biografie des Autors) (!Er verändert den Originaltext)





Zitiergestütztes Lesequiz

Lies die Quellfassung und beantworte die Fragen mit einem kurzen Zitat.

  1. Wohnungsverlust: Welcher Vers zeigt direkt die Angst vor dem Verlust der Wohnung?
  2. Verzweiflung: Finde eine Stelle, an der eine Körperbewegung die Angst zeigt.
  3. Besitz: Welche vier Dinge werden in einem Vers aufgezählt?
  4. Erinnerung: Welcher Gegenstand verbindet die Gegenwart mit der Großmutter?
  5. Bürokratie: Mit welchem Wort wird das Wohnungsamt beschrieben?
  6. Hoffnung: Welches Naturbild steht im letzten Vers?

Hilfe: Schreibe zum Beispiel: „In Vers … heißt es: ‚…‘. Das zeigt …“


Memory

lyrische Stimme sprechende Figur im Gedicht
Wohnungsnot Gefahr eine Wohnung zu verlieren oder keine passende zu finden
steinern mögliche Bildsprache für Härte
Großmutterbild persönliche Erinnerung
Gebet direkte Bitte an Gott
Textbeleg kurzes Zitat zur Begründung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Bitte an Gott Gebet
Angst vor Wohnungsverlust Hauptkonflikt
Bild der Großmutter Erinnerung
Steinernes Wohnungsamt Härte
Sonne am Vormittag Wärme und Hoffnung





Kreuzworträtsel

Ringelnatz Wie lautet der Nachname des Autors?
Wohnung Was droht die lyrische Stimme zu verlieren?
Gebet Welche Form der Bitte steckt schon im Titel?
Grossmama Von wem stammt das erwähnte Bild?
Milde Worum bittet die Stimme für das Wohnungsamt?
Sonne Was scheint am Vormittag in die Räume?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Das Gedicht wurde von Joachim

geschrieben. Die verwendete historische Druckfassung erschien 1928 im Band

. Die sprechende Figur im Gedicht nennt man lyrische

. Sie fürchtet den Verlust der

. Das Bild der Großmutter steht für persönliche

. Das Wohnungsamt wird als

bezeichnet. Am Ende erscheint die

als helles Bild.




Lernpunkt: Autor oder lyrische Stimme?

Welche Aussage ist für eine Gedichtanalyse am sichersten? (Die lyrische Stimme äußert im Gedicht Angst) (!Ringelnatz selbst sagt in jedem Vers genau seine eigenen Gedanken) (!Die Frau des Autors spricht das ganze Gedicht) (!Das Wohnungsamt ist der Erzähler)




Lernpunkt: Mit Zitaten begründen

Welche Formulierung ist eine gute Analyse mit Textbeleg? (Das Wort steinern kann Härte ausdrücken und lässt das Wohnungsamt unbarmherzig wirken) (!Das Gedicht ist traurig weil ich das so finde) (!Ringelnatz wollte bestimmt alle Ämter abschaffen) (!Das Gedicht beweist dass jede Behörde böse ist)




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Gefühlswörter: Markiere fünf Wörter oder Formulierungen, die Angst oder Sorge zeigen. Erkläre eines davon in einem Satz.
  2. Vorlesen: Lies eine Strophe laut. Markiere vorher zwei Stellen, an denen Du eine Pause machen willst.
  3. Standbild: Stelle mit einer Partnerin oder einem Partner die Situation „Ich ringe meine Hände“ als Standbild dar. Beschreibt anschließend die Wirkung.
  4. Bildimpuls: Betrachte den Scan der Buchseite von 1928. Notiere drei Unterschiede zu einem heutigen Schulbuchtext.


Standard

  1. Tagebucheintrag: Schreibe einen kurzen Tagebucheintrag aus Sicht der lyrischen Stimme nach einer schlaflosen Nacht. Nutze mindestens zwei Motive aus dem Gedicht.
  2. Perspektivwechsel: Schreibe eine kurze Antwort aus Sicht einer Person im Wohnungsamt. Sie soll menschlich reagieren, ohne den Ausgang des Gedichts einfach zu verändern.
  3. Audioaufnahme: Nimm eine eigene Lesung einer Strophe auf. Begründe anschließend Tempo, Lautstärke und Pausen. Verwende nur eigenes Audiomaterial.
  4. Textbeleg: Formuliere drei Deutungssätze. Jeder Satz muss mit einem anderen kurzen Zitat belegt werden.


Schwer

  1. Historischer Vergleich: Recherchiere seriöse Informationen zur Wohnungsnot in deutschen Städten der frühen 1920er Jahre. Trenne klar zwischen historischem Wissen und Aussagen des Gedichts.
  2. Gedichtinterpretation: Schreibe eine kurze Interpretation mit Einleitung, Hauptteil und Schluss. Nutze mindestens vier Textbelege.
  3. Medienkritik: Vergleiche die historische Buchseite, die moderne Online-Textfassung und die YouTube-Lesung. Untersuche, wie das Medium Deine Wahrnehmung verändert.
  4. Transfer: Verfasse ein eigenes kurzes Gedicht über die Bedeutung von Zuhause. Übernimm ein Stilmittel aus Ringelnatz' Gedicht, aber keine ganzen Verse.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Deutungshypothese: Erkläre in vier bis sechs Sätzen, warum der Titel „Angstgebet in Wohnungsnot“ gut zum Gedicht passt. Belege Deine Aussage mit zwei Textstellen.
  2. Sprache und Wirkung: Untersuche die Formulierung „steinernes Wohnungsamt“. Erkläre Wortbedeutung, Bildwirkung und Zusammenhang mit der Situation der lyrischen Stimme.
  3. Beziehung: Zeige, welche Bedeutung die Frau für die Darstellung der Wohnungsnot hat. Nutze mindestens zwei Verse.
  4. Gegenstände und Werte: Vergleiche Bett, Kleider und Bücher mit dem Bild der Großmutter. Erkläre, welche verschiedenen Arten von Wert sichtbar werden.
  5. Schlussbild: Deute die Sonne im letzten Vers. Zeige, wie sich dieses Bild von der vorherigen Angst unterscheidet.
  6. Autor und Stimme: Erkläre, warum biografische Informationen hilfreich sein können, aber nicht beweisen, dass Autor und lyrische Stimme identisch sind.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. den Inhalt des Gedichts knapp und richtig wiedergibst,
  2. Autor und lyrische Stimme unterscheidest,
  3. die historische Ausgabe von 1928 als Textgrundlage benennst,
  4. mindestens drei sprachliche Mittel oder auffällige Formulierungen untersuchst,
  5. Zitate oder Versangaben passend verwendest,
  6. eine Deutungshypothese formulierst,
  7. historischen Kontext und Textaussage voneinander trennst,
  8. die Wirkung des Schlussbildes erklärst,
  9. eigene Aussagen verständlich und begründet formulierst.




OERs zum Thema

Wikisource – historische Textfassung:

Wikipedia – Joachim Ringelnatz:


Weitere freie Medien

Das Bild „Hafenkneipe“ stammt von Joachim Ringelnatz selbst. Es gehört nicht zum Gedicht „Angstgebet in Wohnungsnot“. Es zeigt aber, dass Ringelnatz nicht nur schrieb, sondern auch malte. Auf Wikimedia Commons ist das Werk als gemeinfrei gekennzeichnet.

Auch diese Commons-Aufnahme ist ein anderes Ringelnatz-Werk. Sie eignet sich dazu, verschiedene Arten des Gedichtvortrags zu vergleichen.


Verknüpfte Lernbereiche


Quellen und Nachweise

  1. Joachim Ringelnatz: Allerdings. Gedichte. 1. Auflage. Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1928, S. 23.
  2. Wikisource: Angstgebet in Wohnungsnot, Bearbeitungsstand „fertig“, nach der historischen Ausgabe korrekturgelesen.
  3. Wikisource: Allerdings, bibliografische Angaben und Digitalisat.
  4. Zeno.org: Angstgebet in Wohnungsnot (1923).
  5. Wikimedia Commons: Ringelnatz-Porträt.jpg, gemeinfrei.
  6. Wikimedia Commons: Allerdings 1928, Public Domain.
  7. Wikimedia Commons: Digitalisat „Allerdings“, gemeinfreier Bestand.
  8. Wikimedia Commons: Porträt von Hugo Erfurth, Public Domain Mark.
  9. Wikimedia Commons: „Im Park“ gesprochen, Sprecher Matthias Erfurth, CC BY-SA 4.0.
  10. Wikimedia Commons: „Dresden“ gesprochen, freie Commons-Audiodatei.
  11. YouTube-Lesung: „Angstgebet in Wohnungsnot (1923), Gedicht von Joachim Ringelnatz, Lesung vom Vorleser“, Kanal „Der Vorleser“, veröffentlicht 2018. Einbettung zu Unterrichtszwecken; keine Behauptung einer freien Lizenz.

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