An die Herbstzeit - Keats, John - Gedichtanalyse
Einleitung
An die Herbstzeit - Keats, John - Gedichtanalyse
Zielgruppe: Klasse 9–10, Deutsch und Englisch
Das Gedicht „An die Herbstzeit“ beschreibt den Herbst als Zeit voller Früchte, Ernte und Naturgeräusche. Doch die Jahreszeit erinnert auch daran, dass alles vergeht.
Der englische Dichter John Keats (1795–1821) schrieb das Original „To Autumn“ 1819. Es wurde 1820 veröffentlicht. Die hier behandelte deutsche Übersetzung stammt von Gisela Etzel und erschien 1910.
Du lernst, Bilder und sprachliche Mittel zu erkennen und eigene Deutungen mit Verszitaten zu begründen.

John Keats, Porträt von William Hilton, um 1822. Gemeinfrei. Wikimedia Commons
Deine Lernziele
- Du kannst die drei Strophen in eigenen Worten zusammenfassen.
- Du erkennst Personifikationen, Naturbilder und Gegensätze.
- Du kannst Textstellen richtig zitieren.
- Du unterscheidest lyrische Stimme, Autor und Übersetzerin.
- Du verfasst eine kurze Gedichtanalyse.
Quellfassung und Lesefassung
Die historische Quelle
Original: John Keats, To Autumn, verfasst 1819, veröffentlicht 1820.
Deutsche Fassung: John Keats, An die Herbstzeit, übertragen von Gisela Etzel, in: Gedichte, Insel-Verlag, Leipzig 1910, S. 23–24.
Diese historische Übersetzung ist gemeinfrei. Gisela Etzel lebte von 1880 bis 1918.
Die Textgrundlage findest Du hier:
- Zeno.org – An die Herbstzeit, Ausgangsquelle
- TextGrid – historische Ausgabe von 1910, bibliografischer Abgleich
- Projekt Gutenberg – deutsche Gedichtfassung, Textabgleich
- Wikisource – englische Originalfassung
Die Handschrift zeigt: Das englische Gedicht existierte lange vor Etzels deutscher Übersetzung.


Keats' englisches Manuskript, zwei Seiten, 1819. Urheber: John Keats; Quelle: Harvard Library. Gemeinfrei. Seite 1 · Seite 2
Quellenfrage: Warum darfst Du diese englische Handschrift nicht als Manuskript der deutschen Übersetzung bezeichnen?
Lesefassung: An die Herbstzeit
John Keats – deutsche Übertragung von Gisela Etzel (1910)
Die folgende Lesefassung übernimmt den historischen deutschen Text einschließlich der alten Rechtschreibung. Nur die Versnummern 1 bis 33 wurden als Lesehilfe ergänzt.
Erste Strophe – Verse 1–11
1 Du Zeit der Feuchte und der Fruchtbarkeit,
2 Freundin des Sonnengotts, der Reife sendet,
3 Mit ihm vereinigt, daß zur Süßigkeit
4 Des Rankenweins betaute Traube endet,
5 Daß Apfellast die moosigen Bäume biegt,
6 Daß aller Früchte Herz von Saft durchquollen,
7 Daß Kürbis schwillt und jede Nuß sich füllt
8 Mit würzigem Kern, und weicher gelber Pollen
9 In vielen späten Blumen wartend liegt,
10 Und jede Biene schwer zur Zelle fliegt,
11 Draus Sommers Segen schäumend überquillt.
Zweite Strophe – Verse 12–22
12 Wer sah nicht oft in deiner Pracht dich stehn?
13 Sucht einer draußen, mag er wohl dich finden
14 Mit Lächeln über weite Speicher gehn,
15 Die Haare sanft bewegt von Fächelwinden,
16 Oder auf halbgemähtem Ackerreich
17 Im Mohnduft schlafen: vor den nächsten Schwaden
18 Voll Blumen hält die Sense noch zurück.
19 Und manchmal gehst du, Ährenlesern gleich,
20 Quer übern Bach, den hohen Kopf beladen,
21 Oder du läßt den ernsten Hüterblick
22 Im gelben Fluß der Obstweinkelter baden.
Dritte Strophe – Verse 23–33
23 Wo ist, ach wo, des Frühlings Finkenschlag?
24 O still! Musik – auch dir ist sie verliehen –
25 Wenn wolkenbunt verblüht der sanfte Tag
26 Und Rosenschatten über Stoppeln ziehen:
27 Dann klagt in Uferweiden das Gewimmel
28 Der winzigen Mücken – lebt der Wind empor,
29 Hebt sich der Schleier, stirbt er, sinkt der Flor –
30 Erwachsne Lämmer blöken laut am Bach,
31 Und Grillen zirpen; nun entzückt das Ohr
32 Rotbrüstchens Flötensang vom Laubendach,
33 Und Schwalben sammeln zwitschernd sich im Himmel.
Wichtig: Die Versnummern gehören nicht zum historischen Druck. Für Deine Zitate beziehst Du Dich auf diese nummerierte Lesefassung.
Wörter einfach erklärt
Rankenwein: Weinreben, die an etwas emporwachsen.
Schwaden: Reihen von abgeschnittenen Pflanzen auf einem Feld.
Ährenleser: Menschen, die nach der Ernte übrig gebliebene Getreideähren sammeln.
Kelter: Eine Presse, die Saft aus Früchten gewinnt.
Stoppeln: Kurze Halmreste nach dem Mähen.
Rotbrüstchen: Ältere Bezeichnung für das Rotkehlchen.
Flor: Hier ein bildhafter Ausdruck für einen feinen Schleier.
Gedichtanalyse
Erste Strophe: Die Natur ist reich
In den Versen 1–11 beschreibt die lyrische Stimme Früchte, Wein, Kürbisse und Bienen. Alles wirkt reif und voller Leben.
Die Formulierung „Apfellast die moosigen Bäume biegt“ (V. 5) zeigt, wie viele Äpfel an den Bäumen hängen.
Der Herbst wird als „Freundin des Sonnengotts“ (V. 2) angesprochen. Das ist eine Personifikation: Eine Jahreszeit bekommt menschliche Eigenschaften.

Apfelernte, Jay.Jarosz, CC BY-SA 4.0. Datei und Lizenz

Kürbisse, Nino Barbieri, CC BY-SA 2.5. Datei und Lizenz

Weinberge im Herbst, UNESCO Global Geopark Beaujolais, CC BY-SA 4.0. Datei und Lizenz
Denkfrage: Welche Wörter lassen die Natur besonders reich erscheinen?
Hilfe: Achte auf die Verben „biegt“, „schwillt“ und „füllt“ (V. 5–7).
Zweite Strophe: Die Ernte wird ruhiger
In den Versen 12–22 erscheint der Herbst wie ein Mensch. Er geht, lächelt, schläft und beobachtet.
In Vers 17 heißt es „Im Mohnduft schlafen“. Das vermittelt Ruhe. Gleichzeitig ist die Ernte noch nicht abgeschlossen.
Die „Obstweinkelter“ (V. 22) zeigt, dass geerntete Früchte weiterverarbeitet werden.

Apfelpresse, David Monniaux, CC BY-SA 4.0. Datei und Lizenz
Denkfrage: Warum könnte der Herbst zugleich als arbeitend und ruhend dargestellt werden?
Hilfe: Suche nach Tätigkeiten in V. 14, V. 17 und V. 19–22.
Dritte Strophe: Der Herbst hat eigene Musik
In Vers 23 wird nach den Liedern des Frühlings gefragt. Die Antwort folgt sofort: Auch der Herbst hat Musik.
Du hörst im Text Mücken, Lämmer, Grillen, ein Rotkehlchen und Schwalben.
Der „sanfte Tag“ verblüht (V. 25). Die Schwalben sammeln sich (V. 33). Das kann als Hinweis auf Abschied und Vergänglichkeit gelesen werden.
Beobachtung und Deutung sind nicht dasselbe: Dass sich Schwalben sammeln, steht im Text. Dass dies Abschied symbolisiert, ist eine mögliche Interpretation.

Stoppelfeld, Hugh Venables, CC BY-SA 2.0. Datei und Lizenz
Hörbeispiel: Grillenzirpen
Feldgrille, Aufnahme: Thatcher, CC BY-SA 3.0. Datei und Lizenz. Ein akustisches Beispiel, keine Aufnahme aus Keats' Umgebung.
Hörbeispiel: Rotkehlchengesang
Rotkehlchen, Aufnahme: Vladimir Yu. Arkhipov, CC BY-SA 3.0. Datei und Lizenz
Herbst als Bewegung – eine vorhandene Animation
Datei:Falling autumn leaves.webm Herbstlaub-Animation, The Nature Box; Hintergrundbild: saihanul/Seongho Kwon. CC BY-SA 3.0, Hintergrundbild ursprünglich CC0. Datei und Lizenz. Die Animation veranschaulicht Jahreszeitenstimmung, nicht eine wörtlich beschriebene Szene des Gedichts.
Höraufgabe: Vergleiche die Naturgeräusche mit Vers 27–33. Welche Geräusche passen? Welche fehlen in den Aufnahmen?
Form, Sprache und lyrische Stimme
Das Gedicht ist eine Ode. Es hat drei Strophen mit jeweils elf Versen, also insgesamt 33 Verse.
Wichtige Merkmale:
- Personifikation: Der Herbst wird wie ein Mensch behandelt, zum Beispiel in V. 2 und V. 14.
- Bildhafte Sprache: Die übervollen Früchte veranschaulichen Reichtum und Reife.
- Rhetorische Frage: Die Frage nach dem Frühling in V. 23 leitet den Stimmungswechsel ein.
- Klang: Wörter wie „zirpen“, „Flötensang“ und „zwitschernd“ betonen die Herbstmusik.
Die englische Originalfassung und die deutsche Übersetzung können sich in Reim und Metrum unterscheiden. Untersuche deshalb immer die tatsächlich vorliegende Fassung.
Autor: John Keats hat das englische Werk geschrieben.
Übersetzerin: Gisela Etzel hat eine deutsche poetische Fassung gestaltet.
Lyrische Stimme: Das ist die Stimme, die im Gedicht den Herbst anspricht. Sie ist nicht automatisch mit Keats persönlich gleichzusetzen.
Eine Deutung vorsichtig formulieren
Mögliche Interpretation: Das Gedicht feiert die Schönheit des Herbstes. Zugleich zeigt es, dass Reife, Ernte und Abschied zusammengehören.
Diese Aussage ist eine Deutung. Sie wird durch die reifen Früchte (V. 5–11), die Erntebilder (V. 16–22) und die spätherbstliche Stimmung (V. 25–33) gestützt.
Andere Deutungen sind möglich, wenn Du sie am Text begründest.
So schreibst Du eine kurze Analyse
Verwende die Reihenfolge: Beobachtung – Zitat – Wirkung – Deutung.
Beispiel: Der Herbst erhält menschliche Eigenschaften. Die Bezeichnung „Freundin des Sonnengotts“ (V. 2) ist eine Personifikation. Dadurch erscheint die Jahreszeit lebendig und freundlich.
Gestufte Hilfen:
- Hilfe 1: Suche eine auffällige Formulierung und notiere die Versnummer.
- Hilfe 2: Erkläre, welches Bild oder Gefühl die Formulierung hervorruft.
- Hilfe 3: Begründe, wie dieses Bild zur Gesamtdeutung passt.
Videos zum Lernen
Englische Originalfassung zum Anhören – LibriVox
Mehrere Lesungen von To Autumn. Für den Einstieg genügt die erste Aufnahme.
Gedichtformen und die Ode – Studyflix
Das Video erklärt verschiedene Gedichtformen. Der Abschnitt zur Ode beginnt ungefähr bei Minute 4:10.
Vertiefung auf Englisch – English Nerd
Eine Analyse des englischen Originals. Das Video ist besonders für Lernende geeignet, die zusätzlich Englisch üben möchten.
Die YouTube-Videos sind externe Einbettungen. Sie werden nicht als frei lizenzierte Commons-Medien ausgegeben. Die Rechte der Videos verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Beantworte die zehn Fragen. Jede Frage hat eine richtige Antwort. Die Textbelege beziehen sich auf die oben nummerierte Lesefassung.
Wer schrieb das englische Original von „An die Herbstzeit“? (John Keats) (!Gisela Etzel) (!William Hilton) (!Joseph Severn)
Wer übertrug das Gedicht in der behandelten Ausgabe von 1910 ins Deutsche? (Gisela Etzel) (!Annette von Droste-Hülshoff) (!Christiane Wyrwa) (!Emily Brontë)
Was zeigen die Äpfel und Kürbisse in Vers 5–7 besonders deutlich? (Die Fülle der reifen Natur) (!Den Beginn des Winters) (!Eine große Hungersnot) (!Eine sommerliche Trockenheit)
Welches sprachliche Mittel liegt in der Bezeichnung „Freundin des Sonnengotts“ in Vers 2 vor? (Personifikation) (!Vergleich) (!Ironie) (!Übertreibung durch Zahlen)
Welche Stimmung vermittelt die Formulierung „Im Mohnduft schlafen“ in Vers 17? (Ruhe) (!Panik) (!Wut) (!Hektik)
Was ist die „Obstweinkelter“ aus Vers 22? (Eine Presse zur Verarbeitung von Obst) (!Ein Gerät zum Mähen von Getreide) (!Ein Behälter für Sonnenlicht) (!Ein Werkzeug zum Pflücken von Blumen)
Woran erinnert die Frage nach dem „Frühlings Finkenschlag“ in Vers 23? (An die Geräusche einer anderen Jahreszeit) (!An ein Gewitter im Winter) (!An einen Streit zwischen Menschen) (!An das Ende der Ernte im Frühling)
Was wird mit „Musik – auch dir ist sie verliehen“ in Vers 24 ausgesagt? (Auch der Herbst besitzt eigene Klänge) (!Der Herbst ist völlig still) (!Nur der Frühling ist schön) (!Die Naturgeräusche verstummen sofort)
Welche Tiere werden am Schluss in Vers 33 genannt? (Schwalben) (!Nachtigallen) (!Adler) (!Schwäne)
Wie ist das Gedicht aufgebaut? (Drei Strophen mit je elf Versen) (!Zwei Strophen mit je elf Versen) (!Vier Strophen mit je acht Versen) (!Eine Strophe mit zwanzig Versen)
Zitiergestütztes Lesequiz – ohne automatische Bewertung
Beantworte diese Fragen schriftlich. Nenne zu jeder Antwort einen passenden Vers oder eine Versgruppe.
- Textbeleg zur Fülle: Wie zeigen V. 5–11, dass die Natur reich ist? Zitiere mindestens zwei Wörter.
- Textbeleg zur Ruhe: Warum wirkt die zweite Strophe langsamer als die erste? Nutze V. 14–18.
- Textbeleg zur Musik: Wie beantwortet die lyrische Stimme ihre Frage in V. 23? Nutze V. 24 und mindestens einen Vers aus V. 27–33.
- Textbeleg zum Abschied: Warum kann V. 33 nachdenklich stimmen? Trenne Textbeobachtung und eigene Deutung.
Satzhilfe: „In Vers ... steht ... . Das zeigt ... . Deshalb vermute ich ... .“
Rückmeldung: Tauscht Eure Antworten zu zweit aus. Prüft, ob die Zitate stimmen und die Deutungen nachvollziehbar sind. Es gibt keine automatische Bewertung.
Memory
Verbinde passende Begriffe und Erklärungen.
| Fruchtfülle | Reiche Ernte und viele reife Früchte |
| Personifikation | Menschliche Eigenschaften für etwas Nichtmenschliches |
| Kelter | Presse zur Gewinnung von Fruchtsaft |
| Schwaden | Reihen abgeschnittener Pflanzen |
| Stoppelfeld | Feld mit kurzen Halmresten |
| Rotbrüstchen | Ältere Bezeichnung für Rotkehlchen |
| Lyrische Stimme | Sprechende Instanz im Gedicht |
Drag and Drop
Ordne jedem Begriff die passende Bedeutung zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Reife | Fruchtbarkeit |
| Speicher | Erntevorrat |
| Mohn | Schlaf |
| Kelter | Obstverarbeitung |
| Schwalben | Vogelzug |
Kreuzworträtsel
| ETZEL | Wie lautet der Nachname der Übersetzerin von 1910? |
| KUERBIS | Welche große Frucht schwillt in Vers sieben an? |
| KELTER | Wie heißt eine Presse zur Saftgewinnung? |
| SCHWALBEN | Welche Vögel sammeln sich im letzten Vers? |
| ROMANTIK | Welcher literarischen Epoche wird Keats zugeordnet? |
| STROPHEN | Wie nennt man die größeren Abschnitte eines Gedichts? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Die folgenden Aufgaben werden nicht automatisch bewertet. Du kannst sie allein, zu zweit oder in einer Gruppe bearbeiten.
Leicht
- Herbstwörter: Sammle acht Wörter aus dem Gedicht, die zum Herbst passen. Ordne sie in einer eigenen Wortwolke an.
- Herbstbild: Male oder fotografiere ein Bild, das zu V. 5–11 passt. Schreibe zwei Sätze dazu.
- Gedichtvortrag: Lies eine Strophe laut vor. Übe Pausen und Betonungen. Begründe eine Betonung.
- Der Herbst spricht: Schreibe fünf kurze Sätze aus der Sicht der Jahreszeit Herbst.
Hilfe: Beginne mit „Ich bin der Herbst ...“ oder „In Vers ... sehe ich ...“.
Standard
- Strophenvergleich: Vergleiche die erste und die zweite Strophe in einer Tabelle zu Bildern, Tätigkeiten und Stimmung.
- Herbstgedicht: Schreibe ein eigenes Gedicht mit acht bis zwölf Versen. Nutze eine Personifikation und markiere sie.
- Herbstinterview: Befrage jemanden zur Herbsternte oder zu Herbstgeräuschen. Stelle mindestens fünf Fragen und fasse die Antworten zusammen.
- Klangcollage: Plane eine kurze Hörfolge aus selbst aufgenommenen Naturgeräuschen oder rechtmäßig nutzbaren Commons-Aufnahmen. Erkläre den Bezug zu V. 27–33.
Hilfe: Suche erst einen Versbeleg und überlege dann, wie Dein Projekt ihn veranschaulicht.
Schwer
- Zwei Deutungen: Schreibe zwei unterschiedliche Deutungen des letzten Verses und stütze jede mit einem weiteren Textbeleg.
- Übersetzungsvergleich: Vergleiche V. 1–4 von Gisela Etzel mit den ersten vier Zeilen des englischen Originals. Untersuche mindestens zwei Wortentscheidungen.
- Filmkonzept: Entwirf ein Storyboard für einen einminütigen Herbstfilm zu den drei Strophen. Notiere zu jeder Szene den passenden Vers.
- Interpretationsaufsatz: Schreibe 250–350 Wörter zur Frage, wie das Gedicht Schönheit und Vergänglichkeit verbindet. Nutze mindestens drei Versbelege.
Hilfe: Trenne in Deinen Texten immer Zitat, Beobachtung, Wirkung und mögliche Deutung.


Lernkontrolle
Bearbeite mindestens fünf Aufgaben. Hier kommt es nicht auf das Auswendiglernen an, sondern auf begründetes Denken und die Übertragung auf neue Situationen.
- Bildsprache: Erkläre, warum das Bild voller Obstbäume ein Gefühl von Wohlstand und Fülle erzeugen kann. Übertrage die Wirkung auf ein eigenes Bild.
- Personifikation: Formuliere V. 12–15 sachlich und ohne Personifikation um. Vergleiche anschließend die Wirkung beider Fassungen.
- Klanggestaltung: Überlege, wie sich die dritte Strophe verändern würde, wenn keine Tiere erwähnt würden. Begründe Deine Antwort mit zwei Textbelegen.
- Literaturübersetzung: Erkläre, warum die Wortwahl einer Übersetzerin Deine Wahrnehmung eines Gedichts beeinflussen kann. Nutze ein Beispiel.
- Vergänglichkeit: Vergleiche den Herbst des Gedichts mit einem Abschied in Deinem Alltag oder in einem anderen literarischen Text.
- Interpretation: Beurteile die Aussage „Dieses Gedicht ist nur fröhlich“. Suche Textstellen dafür und dagegen.
Bewertungshinweis für die Lehrkraft: Achte auf klare Argumentation, richtige Zitate, nachvollziehbare Deutung und eigenständige Gedanken. Kreative oder offene Antworten werden nicht automatisch als richtig oder falsch eingestuft.
Lernnachweis
Zeige in einem kurzen Portfolio, dass Du das Gedicht verstanden hast.
- Eine Inhaltsangabe mit je einem Satz pro Strophe.
- Zwei richtig zitierte Textstellen mit Versnummern.
- Die Erklärung von mindestens zwei sprachlichen Mitteln und ihrer Wirkung.
- Eine eigene Deutung mit mindestens drei Textbelegen.
- Eine kurze Erklärung des Unterschieds zwischen Keats, Etzel und der lyrischen Stimme.
- Eine kreative Arbeit mit einer schriftlichen Begründung.
Erfolgskriterium: Du kannst nicht nur sagen, was im Gedicht steht, sondern auch erklären, wie der Text wirkt und warum Du ihn so verstehst.
OERs zum Thema
Wikipedia: „An den Herbst“
Weitere Quellen und frei zugängliche Lernmaterialien:
- Zeno.org: An die Herbstzeit – historische Übersetzung von Gisela Etzel.
- TextGrid Repository – bibliografische Angaben und digitale Textedition.
- Projekt Gutenberg – historische deutsche Lesefassung.
- Wikisource – gemeinfreies englisches Gedicht.
- Poetry Foundation – englischer Text mit Worterklärungen.
- Wikimedia Commons – weitere historische Originalmaterialien.
Medienrechte und Namensnennung
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Historische Werke von John Keats und das verwendete Porträt sowie die Handschriften sind gemeinfrei. Die deutsche Übersetzung von Gisela Etzel aus dem Jahr 1910 ist ebenfalls gemeinfrei.
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Die nummerierte Lesefassung verändert den Wortlaut der historischen deutschen Übersetzung nicht. Die Versnummern dienen nur dem Unterricht.
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