An die Chartenspieler - Karsch, Anna Louisa - Gedichtanalyse
Zielgruppe: Klassen 9–10; Vertiefungen für Klassen 11–13. Lernziel: Du unterscheidest Textfassung, Beleg und Deutung. Du erklärst, wie das Gedicht über Spiel, Bücher, Kindheit und dichterische Fantasie nachdenkt.
Einleitung
Anna Louisa Karsch (1722–1791) schrieb über das, was sie selbst beschäftigte. Ihr Gedicht „An die Chartenspieler“ wurde 1764 in den Auserlesenen Gedichten veröffentlicht. Es umfasst 42 Verse in sieben Strophen zu je sechs Versen. Die Sprecherin lässt andere Karten spielen. Sie selbst liebt Bücher, das Nachdenken und das Erfinden von Geschichten. Der Text wirkt zunächst ernst, dann lebhaft und stellenweise selbstironisch.
Lies zuerst den ganzen Text: Gedicht – An die Chartenspieler – Anna Louisa Karsch. Zum Abgleichen dient zusätzlich die TextGrid-Transkription der Ausgabe von 1764 (Gedicht auf den Druckseiten 190–192). Gehe von einer Beobachtung zu einem genauen Versbeleg und erst dann zu einer Deutung.

Medienfrage: Was erfährst du im verlinkten biografischen Beitrag über das Leben der Dichterin? Trenne die dortigen Sachinformationen von Aussagen der Gedichtfigur.
Quelle und Lesefassung
Die verlässliche Textgrundlage
Die erste belegte Veröffentlichung stammt aus Berlin, 1764, im Band „Auserlesene Gedichte“. In der historischen Quelle heißt die Überschrift „An die Chartenſpieler“ mit langem ſ. Unsere Kurstitelform „Chartenspieler“ bleibt unverändert. Die sieben Sechserstrophen ergeben 42 Verse. TextGrid dokumentiert die ältere Schreibung. Die MOOCwiki-Gedichtseite ist der zentrale Leseort. Hier stehen nur Auszüge für die Analyse; kein zweiter Gedichtkurs und keine Konkurrenz-Textseite werden erstellt.
Quellfassung: Verse 1–6 (Transkription der historischen Schreibung)
- Miſcht immer eure Blaͤtter, ſpielet
- Gedankenvoll, und hoffend fuͤhlet
- Die Freuden des Gewinnes ganz;
- Mein Geiſt, zu ſtoiſch und zu trocken,
- Ließ nie die Charten ſich verlocken,
- Und huͤpfte nie zu einem Tanz!
Quellennachweis: Karsch, „Auserlesene Gedichte“ (1764), S. 190; TextGrid, Ausgabentranskription. Das lange ſ sieht anders aus als das heutige s. Ein alter Druck kann außerdem andere Wortformen zeigen.
Lesefassung: dieselben Verse 1–6 in heutiger Schrift
- Mischt immer eure Blätter, spielet
- Gedankenvoll, und hoffend fühlet
- Die Freuden des Gewinnes ganz;
- Mein Geist, zu stoisch und zu trocken,
- Ließ nie die Charten sich verlocken,
- Und hüpfte nie zu einem Tanz!
Wichtig: Die Lesefassung macht die Schrift leichter lesbar. Sie ist keine vollständige Neuübersetzung: „Charten“, „spielet“ und „fühlet“ bleiben als alte Wortformen erkennbar. Die hier nur beispielhaft angebotene Übertragung in heutiges Deutsch lautet sinngemäß: „Spielt ruhig weiter Karten und freut euch über Gewinne. Mich hat das nie interessiert.“ Das ist eine Erklärung, kein Originalzitat. Eine Übersetzung in eine andere Sprache wäre wieder eine eigene Fassung; sie darf nicht als Original ausgegeben werden.
Mini-Auftrag: Suche in der verlinkten Gesamtfassung die Verse 13–18 und 37–42. Prüfe jede Schreibweise am Text, bevor du sie zitierst.

Das lyrische Ich und seine Haltung
Anrede, Gegensatz und Selbstbild
Der Anfang ist eine direkte Anrede: „Mischt immer eure Blätter, spielet“ (V. 1, Lesefassung). Die Sprecherin redet zu Menschen, die gern Karten spielen. Danach setzt sie einen Gegensatz: „Mein Geist, zu stoisch und zu trocken“ (V. 4). Stoisch bedeutet hier: betont ruhig und wenig verführbar. Das kann ernst gemeint sein, aber auch ein kleines Augenzwinkern enthalten.
In V. 7–12 beschreibt die Stimme sich als ungeübt beim Tanzen und Kartenspiel. Das muss nicht bedeuten, dass die historische Autorin nie getanzt hat: Ein lyrisches Ich ist die Stimme im Gedicht. Persönliche Erfahrungen können anklingen, sind aber kein sicherer Lebenslaufbeleg.
Die Wende kommt mit „Nur Bücher hab ich liebgewonnen“ (V. 13). Lesen, Nachdenken und eigenes Schreiben erscheinen als die eigentliche Freude. „Selbst eins gemacht, so schlecht es war!“ (V. 15) zeigt zugleich Zurückhaltung und Stolz: Sie hat selbst etwas geschaffen.

Interaktiver Beleg-Check
Behauptung: Die Sprecherin verachtet jeden Menschen, der spielt. Prüfung: Sie lädt zu Beginn zum Weiterspielen ein (V. 1–3). Ihre Abgrenzung ist deutlich, doch eine pauschale Verurteilung steht so nicht im Text. Merke: Nicht mehr behaupten, als die Verse tragen.

Kindheit, Fantasie und Bildsprache
Aus Lesen wird ein inneres Abenteuer
In V. 16–18 berichtet die Stimme von Heldenlektüre und Kriegsträumen. Dann spielt das Kind selbst Feldherrin: „Und that, als wie ein General“ (V. 21). Auf selbstgebauten Wällen erfindet es Angriffe (V. 19–24). Die Schlacht wird bildhaft und immer größer: „Hieb viele tausend Feinde nieder“ (V. 29). Das Wort tausend wirkt als Übertreibung. Erst „In allen Nesseln die ich fand“ (V. 30) zeigt überraschend das kleine, kindliche Spielfeld. Das muss kein wirklicher Krieg gewesen sein.
In V. 31–36 liegen „kleinen Leichen“ (V. 31) in der Fantasiewelt. Die Sprache der Schlacht trifft auf das Bild des spielenden Kindes. Darin kann Humor stecken, aber auch ein kritischer Blick auf Siegeslust. „Ich war ein Kind, und wie die Kinder / Thun gar zu oft im Alter wir!“ (V. 35–36) verbindet früheres Spiel mit dem Verhalten Erwachsener.
Fantasie und der Wunsch, Spuren zu hinterlassen
Am Schluss heißt es „O meine Phantasie ist heftig“ (V. 37). Die Sprecherin erinnert daran, dass diese Kraft schon beim Hüten ihrer Herde aktiv war (V. 37–39). Nun richtet sie sich auf andere Schlachten, auf berühmte Taten und auf „den, der sich unsterblich schrieb!“ (V. 42). Eine mögliche Deutung: Schreiben kann bleibender sein als ein Kartengewinn. Eine andere: Auch der Wunsch nach Ruhm ist eine Art Spiel um Anerkennung. Beide Lesarten müssen am Schlussvers und am Kontrast des Gedichts begründet werden.
Denkfrage: Sind die kindlichen Kriegsbilder nur lustig? Beachte die drastischen Wörter und den historischen Hintergrund. Unterscheide das Spiel der Kinder von realen Opfern von Kriegen.
Form, Klang und sprachliche Mittel
Strophen, Reim und Rhythmus
Du findest sieben Strophen mit jeweils sechs Versen. Prüfe an der ersten Strophe die Schlusswörter: „spielet / fühlet / ganz / trocken / verlocken / Tanz“. Du hörst zwei klarere Reimpaare „trocken / verlocken“ und „ganz / Tanz“; „spielet / fühlet“ klingt nicht ganz gleich. Das wirkt annähernd wie aabccb. Nenne es nicht unbesehen einen vollkommen reinen Reim. Die Zeilen sind rhythmisch gestaltet, aber für ein genaues Versmaß musst du jeden Vers laut lesen, Silben betonen und Ausnahmen prüfen. Aus einem einzelnen Vers lässt sich kein sicheres Metrum für das ganze Gedicht ableiten.
Hör-Auftrag: Lies V. 1–6 in ruhigem Tempo, dann V. 19–24 lebhafter. Welche Wirkung hat die Veränderung des Sprechtempos? Vergleiche auch Wiederholungen wie „Ich“ und die Verben der Bewegung.
Bilder statt bloßer Etiketten
Gegensatz: Kartenspiel und Tanz stehen gegen Bücher und Schreiben (V. 1–18). Kriegswortfeld: „Wällen“, „General“, „Schanzen“, „Feinde“ (V. 19–30) erzeugen ein Bild der kindlichen Fantasie. Übertreibung: „viele tausend Feinde“ (V. 29) steigert den spielerischen Sieg. Selbstironie: Die Sprechstimme nennt ihre Fähigkeiten beim Tanz und Spiel gering (V. 7–12), während sie beim Erfinden riesige Siege feiert. Ausblick: V. 42 rückt Schreiben und Erinnerung in den Vordergrund.
Gestufte Hilfe zum Reimschema: Stufe A: Unterstreiche gleiche oder ähnlich klingende Endungen. Stufe B: Vergleiche die Endwörter der Verse 3 und 6 sowie 4 und 5. Stufe C: Frage, weshalb das erste Paar nicht vollständig rein klingt.
Zeit, Wirkung und Deutungen
Aufklärung und Empfindsamkeit
Karsch schrieb im 18. Jahrhundert. In der Aufklärung wurden Vernunft, Bildung und Diskussion wichtig. Zur Empfindsamkeit gehören oft persönliches Erleben, Empfinden und innere Bewegung. In diesem Text passen Bücher und Nachdenken zu Bildung; die starke Phantasie zu innerem Erleben. Aber ein Gedicht gehört nicht automatisch nur zu einer einzigen Epoche. Nenne die Textstellen, die eine Einordnung stützen, und auch Stellen, die nicht einfach dazugehören.
Hörbeispiel aus dem 18. Jahrhundert: Ein später komponiertes Menuett von Luigi Boccherini (1771), Aufnahme Rafael Krux; CC0, Wikimedia Commons. Es stammt nicht aus dem Gedicht und ist keine Vertonung Karschs. Es hilft, über Tanz als gesellschaftliche Unterhaltung nachzudenken.
Drei begründbare Lesarten
Lesart 1 – Selbstbestimmung: Die Stimme wählt lieber Bücher als ein erwartetes Freizeitverhalten (V. 1–18). Lesart 2 – Macht der Fantasie: Aus kleinen Dingen entstehen innere Schlachten (V. 19–39). Lesart 3 – Dichterischer Anspruch: Mit dem Schluss auf den, „der sich unsterblich schrieb“ (V. 42), wird literarischer Ruhm denkbar. Welche Lesart passt dir am besten? Eine gute Antwort nennt mindestens zwei passende Verse und prüft einen möglichen Einwand.
Medienkritik: Die Bilder zeigen Karten und eine Dichterin, nicht bestimmte Szenen aus Karschs Kindheit. Das Musikstück und die Videos sind ergänzende Kontexte, keine Beweise für ein bestimmtes Erlebnis der Autorin. Multimedia darf einen Textbeleg nicht ersetzen.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz: mit Versbelegen
Welche Tätigkeit steht in V. 1 im Mittelpunkt der direkten Anrede „Mischt immer eure Blätter“? (Kartenspielen) (!Bücher schreiben) (!Schafe hüten) (!Ein Schloss bauen)
Wie beschreibt die Stimme ihren Geist in V. 4 mit „zu stoisch und zu trocken“? (Als eher unempfänglich für das Kartenspiel) (!Als besonders gewinnsüchtig) (!Als erfahrene Tänzerin) (!Als ängstlich vor Büchern)
Welche Aussage wird durch „Nur Bücher hab ich liebgewonnen“ in V. 13 gestützt? (Die Stimme bevorzugt Bücher) (!Die Stimme lehnt jedes Lesen ab) (!Die Stimme spielt jeden Tag Karten) (!Die Stimme möchte Spielkarten sammeln)
Was zeigt „Selbst eins gemacht“ in V. 15? (Die Stimme hat selbst ein Buch verfasst) (!Die Stimme hat ein Kartenblatt gewonnen) (!Die Stimme hat ein Schloss gekauft) (!Die Stimme hat ein Heer gegründet)
Welche Rolle spielt das Kind laut V. 21 mit „als wie ein General“? (Eine militärische Führungsperson) (!Eine Tänzerin) (!Eine Kartengeberin) (!Eine Buchhändlerin)
Was deutet „In allen Nesseln die ich fand“ in V. 30 an? (Die Schlachtszene gehört zu einem Kinderspiel in der Natur) (!Die Schlacht fand in einem Schloss statt) (!Das Gedicht beschreibt eine Seereise) (!Die Sprecherin gewinnt beim Kartenspiel)
Welche Wirkung hat „viele tausend Feinde“ in V. 29? (Die Größe des vorgestellten Sieges wird übertrieben) (!Ein Kriegsbericht wird amtlich bestätigt) (!Die Anzahl Spielkarten wird gezählt) (!Der Text nennt eine genaue Jahreszahl)
Was geschieht mit dem Blick auf die Kindheit in V. 35–36? (Das Verhalten der Kinder wird mit dem von Erwachsenen verglichen) (!Das Kind wird zur Königin gekrönt) (!Die Sprechstimme vergisst ihre Kindheit) (!Das Gedicht endet an dieser Stelle)
Welche Eigenschaft nennt die Sprechstimme in V. 37 ausdrücklich? (Eine heftige Phantasie) (!Perfekte Kartenkenntnis) (!Gleichgültigkeit gegenüber Büchern) (!Sicherheit im Gesellschaftstanz)
Welche Tätigkeit steht in V. 42 bei „unsterblich schrieb“ im Vordergrund? (Schreiben als Möglichkeit bleibender Erinnerung) (!Das Mischen eines Kartenstapels) (!Der Gewinn einer Wette) (!Das Einüben eines Tanzschritts)
Memory-Spiel
Ordne jeden Fachbegriff genau einer passenden Erklärung zu.
| Lyrisches Ich | Die sprechende Stimme innerhalb eines Gedichts |
| Quellfassung | Darstellung mit historischer Textgestalt |
| Lesefassung | Lesbarer Text mit transparenten Schriftanpassungen |
| Hyperbel | Bewusste sprachliche Übertreibung |
| Strophe | Gruppe zusammengehöriger Verse |
| Versbeleg | Genau zugeordnete Textstelle für eine Aussage |
Drag and Drop: Belege zu Deutungen
Verbinde jedes Zitat mit seiner nachprüfbaren Aussage.
| Textbeleg | Passende Aussage |
|---|---|
| Mischt immer eure Blätter | Anrede an Kartenspielende |
| Nur Bücher hab ich liebgewonnen | Vorliebe für Lektüre |
| als wie ein General | Kindliches Rollenspiel |
| viele tausend Feinde | Sprachliche Übertreibung |
| unsterblich schrieb | Gedanke an bleibenden Ruhm |
Kreuzworträtsel
| Strophe | Wie heißt eine Gruppe von Versen? |
| Phantasie | Welche innere Kraft nennt die Sprecherin in Vers 37? |
| General | Welche Rolle spielt das Kind laut Vers 21? |
| Karten | Womit sollen die Angeredeten am Gedichtanfang spielen? |
| Quelle | Wie nennt man die Textgrundlage, die belegt werden muss? |
| Reim | Wie heißt der Gleichklang am Ende von Versen? |
LearningApps
Suche nach vorhandenen Lernbausteinen. Ein Suchergebnis ist noch kein überprüfter Textbeleg.
Lückentext
Offene Aufgaben
Wähle aus jeder Stufe mindestens eine Aufgabe. Besonders empfohlen sind die mit Kernaufgabe markierten Schreibaufträge. Schreibe möglichst klar und belege Aussagen mit Verszahlen. Alle Zitate kannst du an der verlinkten Textseite prüfen.
Leicht
- Kernaufgabe – Kurzdeutung: Schreibe fünf Sätze darüber, warum die Sprechstimme lieber liest als Karten spielt. Verwende die belegten Verse 1, 4 und 13.
- Textfarben: Markiere auf der Textseite eine Farbe für Spiele, eine für Bücher und eine für das vorgestellte Heer. Schreibe zu jeder Farbe ein sicheres Zitat.
- Alter Wortschatz: Vergleiche „Charten“, „beym“ und „Phantasie“ mit heutigen Schreibweisen. Erkläre den Unterschied zwischen Schriftform und Bedeutung.
- Vortrag: Lies die erste und die sechste Strophe laut. Erkläre in vier kurzen Sätzen, was sich am Ton verändert.
Standard
- Kernaufgabe – Textbelegte Analyse: Schreibe 150 bis 200 Wörter über die Kindheitsszene (V. 19–36). Erkläre mindestens zwei Bilder und den überraschenden Hinweis auf die Nesseln.
- Perspektive: Trenne drei Aussagen der Sprechstimme von drei biografischen Informationen über Karsch. Markiere, was nicht sicher gleichgesetzt werden darf.
- Klangwerkstatt: Notiere die Endwörter der ersten zwei Strophen, untersuche die Reimpaare und formuliere eine begründete Einschränkung zu unreinen Reimen.
- Fassungsvergleich: Vergleiche die ersten sechs Verse der Quell- und Lesefassung. Beschreibe drei genau belegbare Änderungen, ohne die Lesefassung als Originaldruck auszugeben.
Schwer
- Kernaufgabe – Erörternde Interpretation: Schreibe 300 bis 400 Wörter zur These, das Gedicht verteidige die Freiheit, selbst über die eigenen Interessen zu entscheiden. Nutze mindestens vier Versbelege und diskutiere eine Gegenlesart.
- Epochenvergleich: Prüfe, welche Verse eher für Bildung und Vernunft und welche eher für Empfinden und Fantasie sprechen. Begründe, warum Epochenbegriffe Hilfen, keine Schablonen sind.
- Selbstinszenierung: Untersuche V. 7–15 sowie V. 35–42. Argumentiere, ob Zurückhaltung und Ruhmeswunsch miteinander vereinbar sind.
- Quellenkritikprojekt: Vergleiche Originalüberlieferung, modernisierte Lesefassung und eine Online-Deutung. Trenne nachprüfbaren Wortlaut, Änderung und Interpretation in einer Tabelle.


Lernkontrolle
- Beweisführung: Begründe anhand von V. 13–18, dass Bücher mehr sind als ein kurzer Zeitvertreib. Nenne mindestens zwei Textstellen.
- Gegenlesart: Überprüfe die Behauptung, das Gedicht verurteile alle Kartenspielenden. Stelle ein Gegenargument mit V. 1–6 auf.
- Wirkung: Erkläre, warum das Wortfeld des Krieges auf ein Kinderspiel übertragen wird, und beziehe V. 29–36 ein.
- Historischer Kontext: Verbinde Bildung und Fantasie mit passenden Epochenthemen, ohne eine bestimmte politische Aussage zu erfinden.
- Transfer: Erläutere an einem selbst gewählten Vers, wie Quelle, Lesefassung, Paraphrase und Interpretation unterschiedlich gekennzeichnet werden.
- Urteil: Entscheide zwischen den drei vorgestellten Lesarten. Nenne drei konkrete Verse und eine erkennbare Grenze deiner Deutung.
Lernnachweis
Nach dem Kurs kannst du 42 Verse / sieben Strophen zuordnen, die zentrale Gedichtquelle benennen, die Stimme von der Autorin unterscheiden und historische Schreibweisen lesen. Du kannst mindestens vier richtige Verszitate einem Gedanken zuordnen. Als Lernprodukte eignen sich ein farbig markierter Gedichttext, eine Quellenvergleichstabelle, eine Tonaufnahme deiner eigenen Gedichtlesung (nur für dich oder mit Einwilligung) und eine beleggestützte Kurzinterpretation. Teile keine Aufnahmen oder persönlichen Daten ohne Erlaubnis.
Selbstprüfung: Stimmt jedes Zitat? Steht bei jeder Behauptung ein Beleg? Sind Lesefassung, Übersetzung und Deutung klar getrennt? Hast du eine andere mögliche Lesart fair geprüft?
OER und Wikipedia
Primärquelle und Texte:
- Karsch: Auserlesene Gedichte, Berlin 1764, TextGrid – historischer Wortlaut, Druckseiten 190–192.
- Bibliotheca Augustana: Karschs Oden, drittes Buch – lesbare Übertragung der alten Schrift mit Verszählung.
- Sophie Digital Library: Auserlesene Gedichte – bibliografischer Nachweis zur Ausgabe von 1764.
- Vorhandene MOOCwiki-Gedichtseite – für die vollständige eigene Lektüre.
- Deutsche Biographie – biografische Kontextinformationen.
- Wikipedia: Anna Louisa Karsch – Orientierung, bitte wichtige Aussagen mit Fachquellen prüfen.
Mediennachweise (Dateiname – Quelle – Urheber – Lizenzstatus):
| Commons-Datei | Nachweis | Urheber | Rechte |
|---|---|---|---|
| Anna Luise Karsch.jpg | Wikimedia Commons | Karl Christian Kehrer (1791) | Gemeinfrei, Public Domain Mark |
| Queen Anne playing cards.png | Wikimedia Commons | Robert Spofforth | Gemeinfrei, Public Domain Mark |
| Chardin, Jean-Baptiste-Siméon, Boy Playing with Cards.jpg | Wikimedia Commons | Jean-Baptiste-Siméon Chardin | Gemeinfrei, Public Domain Mark |
| Riffle shuffle.gif | Wikimedia Commons | Casint | CC0 1.0 |
| Boccerini Op11 n°5 G275 Satz3 Minuett.ogg | Wikimedia Commons | Luigi Boccherini; Aufnahme Rafael Krux | CC0 1.0 |
YouTube-Medien: Biografischer Hörbeitrag zu Karsch, WDR/Kalenderblatt, Reimschema – Diego Hagen und Aufklärung und Empfindsamkeit – MOOCit. Bei diesen drei Fremdvideos ist eine freie Nachnutzungslizenz nicht belegt; deshalb werden nur die bestehenden YouTube-Angebote eingebunden und keine Kopien erstellt. Einbetten ist keine Lizenz für den Download oder die Bearbeitung.
Medienhinweis: Alle genannten Bilder, die Karten-Animation und das Menuett-Audio wurden über die Commons-Dateiseiten mit Urheber und Rechteangabe geprüft. Die Dateien zeigen historisches Umfeld oder dienen als Vergleich; sie sind keine Illustration eines dokumentierten Lebensereignisses.
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