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An O.H. Schönhuth - Mörike, Eduard - Gedichtanalyse

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An O.H. Schönhuth - Mörike, Eduard - Gedichtanalyse

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Einleitung

An O.H. Schönhuth - Mörike, Eduard - Gedichtanalyse

Klasse 7–8 | Fach Deutsch | Gedichte verstehen und untersuchen

Eduard Mörikes Gedicht „An O.H. Schönhuth“ beginnt mit den Worten „Herr Vater, gebt Euch nur zufrieden!“.

Das Besondere: Ein neugeborenes Mädchen spricht zu seinem Vater. Es versucht, ihn mit freundlichen Worten und lustigen Versprechen aufzuheitern.

Das Gedicht hat 36 Verse in neun Strophen. Du lernst, seinen Inhalt, seine Reime und seinen Humor zu verstehen.

Deine Lernziele:

  1. Gedichtanalyse: Du kannst den Inhalt mit eigenen Worten erklären.
  2. Lyrisches Ich: Du unterscheidest die sprechende Figur vom Autor.
  3. Kreuzreim: Du erkennst die Reimordnung.
  4. Interpretation: Du begründest eine Deutung mit Versangaben.
  5. Quellenkritik: Du unterscheidest Originaltext, Lesehilfe und historische Informationen.

Eduard Mörike, Lithografie von Bonaventura Weiß, 1851. Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Hörbeispiel: Wie spricht man den Namen Eduard Mörike aus?

Sprecher und Aufnahme: Jeuwre, 2026, CC BY-SA 4.0.


Der Dichter und der Anlass

Eduard Mörike lebte von 1804 bis 1875. Er war ein deutscher Dichter und evangelischer Pfarrer.

Das Gedicht richtet sich an Ottmar Friedrich Heinrich Schönhuth (1806–1864), einen Freund Mörikes. Schönhuth war Pfarrer, Schriftsteller und beschäftigte sich mit alten Geschichten.

Er hatte bereits vier Söhne. Als seine erste Tochter geboren wurde, schrieb Mörike ein humorvolles Gedicht.

Der Text erschien erstmals 1847. Wir beschäftigen uns hier mit der Ausgabe von 1867.

Wichtig: Mörike ist der Autor. Im Gedicht spricht aber nicht Mörike, sondern ein erfundenes, neugeborenes Mädchen.

Quelle: TextGrid: An O.H. Schönhuth und Ottmar Schönhuth.


Das Gedicht: Quellfassung und Lesefassung


Quellfassung – Ausgabe 1867

Eduard Mörike: An O.H. Schönhuth

Herausgeber des Nibelungenliedes und verschiedener Volksbücher. Bei der Geburt seines ersten Töchterchens.

Das Neugeborne spricht:

Herr Vater, gebt Euch nur zufrieden!
Ich kann ja wahrlich nichts dafür;
Ein Mädchen hat Euch Gott beschieden,
Jedoch ein hübsches, sagt man mir.

Viermal war Euch der Himmel willig
Und hat den kühnern Wunsch erfüllt,
So gönnt er jetzt einmal, wie billig,
Der Welt ein Mutterebenbild.

Ihr rühmt Euch Eurer Haimonskinder;
Doch seht Ihr, einen sanften Stern
Zu Milderung der Kraft, nicht minder
Auch eine Melusine gern.

Ihr mögt aus mir ein Mägdlein bilden
Nach Eurem Sinn, von deutscher Art:
Nennt mich Chriemhilden und Chlotilden,
Gertrudis oder Irmengard.

Zur Harfe künftig sei gesungen
Manch Lied aus Eurem Rosenflor,
Ich lese selbst die Nibelungen
Euch im Originale vor.

Ich spinn Euch selbstgezogne Seide,
Will allen Fleiß den Bienen weihn;
Ich hoffe Eure Augenweide
Noch spät und Euer Stolz zu sein.

Mein Prahlen scheint Euch zu erbauen,
Ihr lächelt, und ich fasse Mut,
Noch etwas mehr Euch zu vertrauen;
Gewiß Ihr haltet mir's zugut.

Ich komme frisch vom Paradiese,
Wo man von künftgen Dingen sprach;
Man meint, wenn ich willkommen hieße,
So kämen noch drei Mädchen nach!

Ihr starrt mich an – um Gottes willen,
Hört mich, Papa, zähmt den Verdruß!
Es macht, die Neunzahl schön zu füllen,
Ein hörnen Siegfried den Beschluß.

Textgrundlage: Eduard Mörike, Gedichte, vierte vermehrte Auflage, 1867 (Ausgabe letzter Hand). Die hier wiedergegebene digitale Textfassung folgt der 1867er Ausgabe nach Zeno.org und TextGrid. Sie ist keine buchstabengetreue Wiedergabe der historischen Drucktype. Die Verszählung beginnt mit „Herr Vater“; die Überschrift und „Das Neugeborne spricht“ zählen nicht mit.

Hinweis: Das Gedicht ist gemeinfrei. In späteren Textausgaben können Schreibweisen und Lesarten abweichen. Für die Aufgaben gilt ausschließlich die oben angegebene Quellfassung.


Lesefassung – in einfacher Sprache

Die folgende Lesefassung ist eine sinngemäße Erklärung. Sie ist keine historische Originalfassung und keine Übersetzung in eine andere Sprache. Zitiere für Deine Analyse immer aus der Quellfassung.

Strophe 1 – Verse 1–4: Das Mädchen sagt zum Vater: Sei nicht enttäuscht! Ich kann nichts dafür, dass ich ein Mädchen bin.

Strophe 2 – Verse 5–8: Der Vater hat bereits vier Söhne. Nun ist eine Tochter geboren worden. Sie ähnelt ihrer Mutter.

Strophe 3 – Verse 9–12: Der Vater ist stolz auf seine Söhne. Das Mädchen meint, dass auch ein sanfter Mensch zur Familie passt.

Strophe 4 – Verse 13–16: Der Vater darf seiner Tochter einen alten, berühmten Namen geben.

Strophe 5 – Verse 17–20: Die Tochter verspricht, schöne Lieder zu singen und alte Geschichten zu lesen.

Strophe 6 – Verse 21–24: Sie verspricht, fleißig zu sein und ihren Vater später stolz zu machen.

Strophe 7 – Verse 25–28: Der Vater lächelt. Deshalb wagt die Tochter, noch mehr zu erzählen.

Strophe 8 – Verse 29–32: Das Mädchen behauptet, es wisse etwas über die Zukunft: Drei weitere Mädchen könnten geboren werden.

Strophe 9 – Verse 33–36: Der Vater erschrickt. Die Tochter beruhigt ihn scherzhaft: Zum Schluss soll noch ein Sohn namens Siegfried kommen.

Merke: Die Zukunftsvorhersage gehört zum Witz des Gedichts. Sie ist keine gesicherte historische Nachricht.


Wörterhilfe

Wort aus dem Gedicht Einfache Erklärung
Neugeborne neugeborenes Kind
beschieden zugeteilt oder geschenkt
Mutterebenbild Kind, das seiner Mutter ähnlich sieht
Haimonskinder vier Brüder aus einer alten Heldengeschichte
Melusine eine Sagengestalt
Mägdlein kleines Mädchen
Rosenflor hier eine dichterische Bezeichnung für Lieder und Dichtungen
Augenweide jemand oder etwas, über den oder das man sich sehr freut
Prahlen sich übertrieben selbst loben
Verdruß Ärger
hörnen Siegfried Anspielung auf den sagenhaften Helden Siegfried


Das Gedicht verstehen


Wer spricht im Gedicht?

Im Gedicht steht ausdrücklich: „Das Neugeborne spricht“.

Das Baby kann in Wirklichkeit noch nicht sprechen. Deshalb handelt es sich um eine erfundene Sprecherfigur.

Mörike lässt das Mädchen mit erwachsenen, höflichen Worten reden. Das ist ein Teil des Humors.

Textbeleg: „Herr Vater“ (Vers 1).

Deine Frage: Warum klingt diese Anrede ungewöhnlich für ein Baby?

Studyflix: „Lyrisches Ich | einfach erklärt“. Das Video erklärt den Unterschied zwischen Autor und Sprecherfigur.


Alte Heldengeschichten

Der Vater beschäftigte sich mit dem Nibelungenlied und alten Volksbüchern. Deshalb kommen im Gedicht viele Namen aus Sagen vor.

Eine Seite der Nibelungenhandschrift C aus dem 13. Jahrhundert. Unbekannte Schreiber, Badische Landesbibliothek Karlsruhe, gemeinfrei.

Das Nibelungenlied ist eine mittelalterliche Heldendichtung. Zu den bekannten Figuren gehören Siegfried und Kriemhild.

Mittelalterliche Darstellung von Siegfrieds Tod, Handschrift k, um 1480–1490. Österreichische Nationalbibliothek, gemeinfrei.

Auch Melusine wird genannt. Sie ist eine sagenhafte Frauenfigur, die oft als Mischwesen aus Frau und Schlange dargestellt wird.

Melusine in einer mittelalterlichen Buchmalerei, um 1392. Unbekannter Künstler, Bibliothèque de l'Arsenal, gemeinfrei.

Textbelege: „Haimonskinder“ (Vers 9), „Melusine“ (Vers 12), „Nibelungen“ (Vers 19), „Siegfried“ (Vers 36).

StudioEinfach: „Nibelungenlied | Simply Explained“. Hintergrundvideo zur Heldensage, nicht zu Mörikes Gedicht.


Die Versprechen des Mädchens

Das Mädchen verspricht sehr viel. Es will lesen, singen, spinnen und fleißig sein.

Vielleicht möchte es dem Vater zeigen, dass er auch auf eine Tochter stolz sein kann.

Textbeleg: „Euer Stolz zu sein“ (Vers 24).

Elizabeth Nourse: „Woman with a Harp“, 1887. Historisches Vergleichsbild, gemeinfrei. Keine Illustration aus Mörikes Ausgabe.

Höre einen Harfenklang:

Miguel Ángel Zaragozá de León, 2013, CC BY 3.0. Die Aufnahme ist keine Vertonung des Gedichts.

Animation: Wie schwingt eine Saite?

Ilya Voyager, 2010, CC0. Die Animation zeigt ein physikalisches Modell einer schwingenden Saite.

Historische Darstellung eines Spinnrads, 1852, Herausgeber Munroe and Francis. Gemeinfrei.

Foto: Jmpoure, 2006, CC BY-SA 2.5.

Deine Frage: Warum vergleicht sich das Mädchen mit fleißigen Bienen? Denke an Vers 22.


Reime und Gedichtform

Das Gedicht besteht aus neun Strophen mit jeweils vier Versen.

Die Reime wechseln überwiegend nach diesem Muster:

a – b – a – b

Das heißt Kreuzreim.

Beispiel aus der ersten Strophe:

Herr Vater, gebt Euch nur zufrieden! (a)
Ich kann ja wahrlich nichts dafür; (b)
Ein Mädchen hat Euch Gott beschieden, (a)
Jedoch ein hübsches, sagt man mir. (b)

Achtung: Nicht alle Reime klingen ganz gleich. Einige sind unreine Reime. Trotzdem lässt sich das wechselnde Reimmuster erkennen.

Diego Hagen: „Gedichtanalyse: Reimschema bestimmen – kurz & knackig“. Lernhilfe zu Versen, Strophen und Reimen.


Humor und überraschendes Ende

Das Gedicht ist freundlich, aber auch spöttisch.

Ein Baby redet wie ein Erwachsener. Es macht große Versprechen und überrascht den Vater mit einer Vorhersage.

Textbeleg: „So kämen noch drei Mädchen nach!“ (Vers 32).

Am Schluss wird zusätzlich Siegfried angekündigt. Das ist die Pointe: eine überraschende Wendung.

Die Vorstellung von einer Familie mit neun Kindern wird dabei zum Scherz. Der Text beweist nicht, dass diese Vorhersage genauso Wirklichkeit wurde.


Mädchen und Jungen im Gedicht

Im Text erscheinen Jungen als stark und Mädchen als sanft. Das zeigt Vorstellungen über Geschlechter, die im 19. Jahrhundert verbreitet waren.

Das Gedicht spielt mit der Erwartung, dass der Vater sich besonders Söhne wünscht.

Mögliche Deutung: Das Mädchen macht deutlich, dass auch eine Tochter wertvoll ist.

Wichtig: Diese Deutung musst Du am Text begründen. Die alten Vorstellungen über Mädchen und Jungen sind keine allgemeingültigen Tatsachen.


Ein anderes Gedicht von Mörike hören

Gesprochene Wikisource: „Er ist’s“ von Eduard Mörike, CC BY-SA 3.0/GFDL. Das ist ausdrücklich ein anderes Gedicht.

Hörauftrag: Achte auf Betonung und Pausen. Überlege danach, wie Du „An O.H. Schönhuth“ vorlesen würdest: freundlich, überrascht oder scherzhaft?


Schritt für Schritt zur Gedichtanalyse


Hilfe 1 – Leicht

Beantworte zuerst drei Fragen: Wer spricht? Zu wem spricht die Figur? Was passiert am Schluss?

Nutze diese Satzanfänge:

„Im Gedicht spricht ...“

„Der Vater soll ...“

„Am Schluss erfährt der Vater ...“


Hilfe 2 – Standard

Suche für jede wichtige Aussage einen kurzen Textbeleg.

Beispiel: Die Tochter möchte den Vater glücklich machen. Das erkennt man an „Euer Stolz zu sein“ (V. 24).

Merke: Ein Textbeleg besteht aus einem passenden Zitat und einer Versangabe.


Hilfe 3 – Schwer

Erkläre, wie ein sprachliches Mittel wirkt.

Beispiel: Die förmliche Anrede „Herr Vater“ (V. 1) wirkt komisch, weil ein neugeborenes Kind normalerweise nicht so sprechen kann.

Schreibregel: Beobachtung + Textbeleg + Wirkung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Zitiergestütztes Lesequiz: Lies die genannten Verse in der Quellfassung. Wähle jeweils die richtige Antwort.

1. Wer spricht laut der Einleitung zum Gedicht? (Das neugeborene Mädchen) (!Der Dichter als Kind) (!Der Vater) (!Der Herausgeber des Buches)




2. Was soll der Vater nach Vers 1 tun? (Zufrieden sein) (!Eine Reise machen) (!Ein Lied schreiben) (!Seine Söhne rufen)




3. Wie oft wurde der Wunsch des Vaters nach Vers 5 und 6 vorher erfüllt? (Viermal) (!Einmal) (!Zweimal) (!Neunmal)




4. Wem ähnelt das Mädchen nach Vers 8? (Seiner Mutter) (!Seinem Großvater) (!Einer Königin) (!Einem Ritter)




5. Welche Sagengestalt steht in Vers 12? (Melusine) (!Brunhild) (!Loreley) (!Undine)




6. Welches Werk möchte das Mädchen nach Vers 19 lesen? (Die Nibelungen) (!Ein Wörterbuch) (!Ein Märchen aus Frankreich) (!Die Bibel)




7. Welche Tätigkeit verspricht das Mädchen in Vers 21? (Seide spinnen) (!Ein Haus bauen) (!Ein Pferd reiten) (!Ein Schiff steuern)




8. Wie reagiert der Vater zunächst in Vers 26? (Er lächelt) (!Er schläft ein) (!Er verlässt das Haus) (!Er beginnt zu singen)




9. Wie viele weitere Mädchen kündigt die Sprecherfigur in Vers 32 an? (Drei) (!Vier) (!Zwei) (!Sechs)




10. Wer soll nach Vers 36 den Abschluss bilden? (Ein hörnen Siegfried) (!Ein berühmter König) (!Ein alter Zauberer) (!Ein reicher Kaufmann)





Memory

Verbinde die passenden Begriffe und Erklärungen.

Mörike Autor des Gedichts
Schönhuth Angesprochener Vater
Melusine Sagenhafte Frauenfigur
Nibelungenlied Mittelalterliche Heldendichtung
Kreuzreim Wechselnde Reimordnung
Pointe Überraschender Schlussscherz





Drag and Drop

Ordne jedem Begriff die richtige Erklärung zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Erklärung
Sprecherfigur Erfundenes neugeborenes Mädchen
Textbeleg Begründung mit einem Zitat
Strophe Zusammengehörige Versgruppe
Ironie Ausdruck mit einer nicht ganz wörtlich gemeinten Bedeutung
Pointe Überraschende Wendung am Ende
Lesefassung Sinngemäße Erklärung in einfacher Sprache





Kreuzworträtsel

Mörike Wie lautet der Nachname des Gedichtautors?
Schönhuth Wie lautet der Nachname des angesprochenen Vaters?
Siegfried Welcher Held wird im letzten Vers genannt?
Melusine Welche Sagengestalt steht in Vers zwölf?
Harfe Welches Musikinstrument steht in Vers siebzehn?
Tochter Welches Kind spricht im Gedicht?





LearningApps

Hier kannst Du nach zusätzlichen Übungen zum Gedicht und zur Gedichtanalyse suchen. Die Suchergebnisse sind externe Angebote.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der Autor des Gedichts heißt Eduard

.
Das Gedicht ist an Ottmar

gerichtet.
Die sprechende Figur ist ein neugeborenes

.
Das Gedicht besteht aus

Strophen.
Jede Strophe enthält

Verse.
Die Verse folgen überwiegend einem

.
Die Sprecherfigur und der

sind nicht dieselbe Person.
Der Vater beschäftigt sich mit dem

.
Das Mädchen möchte selbst Seide

.
Es verspricht, der Stolz seines

zu werden.
Später könnten laut der Sprecherfigur noch drei

geboren werden.
Am Schluss wird der Held

erwähnt.
Die überraschende Wendung nennt man

.
Das Gedicht erschien erstmals im Jahr

.
Die hier behandelte historische Ausgabe stammt aus dem Jahr

.




Offene Aufgaben

Wichtig: Für diese Aufgaben gibt es keine automatische Bewertung. Zeige Deine Ergebnisse Deiner Lehrkraft oder bespreche sie mit anderen Lernenden.


Leicht

  1. Inhaltsangabe: Schreibe in fünf kurzen Sätzen, worum es im Gedicht geht. Hilfe: Wer spricht? Was möchte die Figur?
  2. Vorlesen: Lies zwei Strophen mit passender Betonung vor. Erkläre, warum Du bestimmte Wörter betonst.
  3. Wortschatz: Wähle vier schwierige Wörter aus dem Gedicht. Erkläre sie mit eigenen Worten.
  4. Illustration: Zeichne den Vater und das sprechende Baby. Ergänze zwei Sprechblasen, die zum Originaltext passen.


Standard

  1. Reimschema: Untersuche drei Strophen. Markiere passende Reimwörter und erkläre den Aufbau.
  2. Perspektivwechsel: Schreibe einen kurzen Brief aus Sicht des Vaters. Wie könnte er auf die Worte des Babys reagieren?
  3. Comic: Gestalte einen Comic mit vier Bildern zu den letzten beiden Strophen. Verwende mindestens zwei passende Textbelege.
  4. Medienanalyse: Vergleiche das historische Nibelungenbild mit einem selbst gewählten modernen Bild eines Helden. Was ist anders?


Schwer

  1. Gedichtinterpretation: Schreibe eine kurze Analyse mit Einleitung, Inhalt, sprachlichem Mittel und Deutung. Nutze mindestens drei Zitate mit Versangaben.
  2. Geschlechterrollen: Vergleiche die Erwartungen an Jungen und Mädchen im Gedicht mit heutigen Vorstellungen. Begründe Deine Meinung und vermeide pauschale Aussagen.
  3. Kreatives Schreiben: Verfasse eine moderne Antwort des Mädchens an seinen Vater. Bewahre den Humor, aber verwende eine zeitgemäße Sprache.
  4. Quellenvergleich: Vergleiche einen Abschnitt der Quellfassung mit der Lesefassung. Zeige, welche Wörter vereinfacht wurden und welche Bedeutung dabei verloren gehen könnte.




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Lernkontrolle

Bearbeite mindestens fünf der folgenden Aufgaben. Begründe Deine Antworten, statt nur Fakten aufzuzählen.

  1. Figurenrede: Erkläre, warum das Gedicht anders wirken würde, wenn der Vater selbst sprechen würde. Belege Deine Antwort.
  2. Humor: Untersuche, wie der Kontrast zwischen einem Baby und seiner erwachsenen Sprache Komik erzeugt.
  3. Interpretation: Begründe mit zwei Zitaten, ob das Mädchen eher selbstbewusst, freundlich oder übertrieben wirkt.
  4. Gesellschaftlicher Wandel: Erkläre, welche Erwartungen an Mädchen und Jungen der Text erkennen lässt. Übertrage Deine Erkenntnisse auf ein heutiges Beispiel.
  5. Schlusspointe: Schreibe einen anderen Schluss und vergleiche seine Wirkung mit dem Original.
  6. Quellenkritik: Erkläre, warum eine vereinfachte Lesefassung nicht als Beweis für ein wörtliches Zitat aus der Ausgabe von 1867 geeignet ist.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du das Gedicht verstanden hast und Deine Aussagen begründen kannst.

  1. Inhalt: Du kannst die Handlung und die Überraschung am Ende beschreiben.
  2. Form: Du erkennst Strophen, Verse und den überwiegenden Kreuzreim.
  3. Sprechsituation: Du unterscheidest den Autor von der erfundenen Stimme.
  4. Sprache: Du erklärst mindestens ein sprachliches Mittel und seine Wirkung.
  5. Interpretation: Du formulierst eine eigene Deutung mit mindestens zwei Textbelegen und korrekten Versangaben.
  6. Quellen: Du kennzeichnest die Quellfassung und die vereinfachte Lesefassung richtig.
  7. Reflexion: Du kannst erklären, warum Vorstellungen über Geschlechterrollen historisch betrachtet werden müssen.

Bewertungsvorschlag: Inhaltliches Verständnis, passende Textbelege, verständliche Sprache, selbstständiges Denken und saubere Quellenangaben zählen. Bei offenen Aufgaben sind mehrere gut begründete Lösungen möglich.




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Textquellen

Historische Textgrundlage:

Zeno.org: Eduard Mörike – An O.H. Schönhuth, Gedichte, Ausgabe 1867

TextGrid Repository: Volltext und Metadaten

Google Books: Gedichte, vierte Ausgabe, 1867 – historisches Digitalisat

Projekt Gutenberg: späterer Abdruck von 1906 – nur zum Textvergleich

Historische Einordnung:

Wikipedia: Eduard Mörike

Wikipedia: Ottmar Schönhuth

Wikipedia zum Dichter:

Falls die Einbettung technisch nicht angezeigt wird, nutze den direkten Wikipedia-Link darüber.


Wikimedia Commons – Bildnachweise und Medienrechte

Alle folgenden Medien stammen aus Wikimedia Commons. Die Bilder zeigen zum Teil Vergleichsbeispiele und sind keine Originalillustrationen des Gedichts.

  1. Eduard Moerike.jpg: Bonaventura Weiß, 1851, gemeinfrei.
  2. Nibelungenlied manuscript-c f1r.jpg: Unbekannte Urheber, Handschrift C, 13. Jahrhundert, gemeinfrei.
  3. Nibelungenlied manuscript-k.jpg: Unbekannte Urheber, um 1480–1490, gemeinfrei.
  4. Melusine stopping Raimondin.png: Mittelalterliche Buchmalerei, unbekannter Urheber, gemeinfrei.
  5. Woman with a Harp: Elizabeth Nourse, 1887, gemeinfrei.
  6. Spinning Wheel Drawing.jpg: Historische Abbildung von 1852, gemeinfrei.
  7. Bee on flower.jpg: Jmpoure, 2006, CC BY-SA 2.5.
  8. De-Eduard Mörike.ogg: Jeuwre, 2026, CC BY-SA 4.0.
  9. De-Er ist's-wikisource.ogg: Aufnahme für Gesprochene Wikisource, Text Eduard Mörike; CC BY-SA 3.0 und GFDL als angebotene Lizenzen. Hinweise zur Aufnahme und Namensnennung auf der Dateiseite.
  10. Harp Curtain 02.ogg: Miguel Ángel Zaragozá de León, 2013, CC BY 3.0.
  11. Vibrating string oscillation for nonsmooth initial condition.gif: Ilya Voyager, 2010, CC0.

Lizenzhinweis: Bei CC-BY- und CC-BY-SA-Medien müssen Name, Quelle und Lizenz genannt werden. Bei Veränderungen ist auf diese hinzuweisen. Die Medien wurden hier unverändert eingebunden. Die vollständigen Lizenztexte sind auf den verlinkten Commons-Dateiseiten erreichbar.

Hinweis zu YouTube: Die eingebetteten Lernvideos stammen von Studyflix, Diego Hagen und StudioEinfach. Sie dienen der ergänzenden Erklärung. Ihre Einbettung bedeutet nicht, dass die Videos unter einer freien OER-Lizenz stehen. Beachte die Rechte und Nutzungsbedingungen der jeweiligen Anbieter.

Textrechte: Mörikes Originalgedicht ist aufgrund des Alters des Werkes gemeinfrei. Die redaktionellen Daten von TextGrid haben eigene Lizenzbedingungen. Die hier erstellte einfache Lesefassung ist eine neu formulierte didaktische Bearbeitung und kein historisches Zitat.


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