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An Herrn Utz - Karsch, Anna Louisa - Gedichtanalyse

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An Herrn Utz - Karsch, Anna Louisa - Gedichtanalyse

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Einleitung

Für Klasse 9–10 und 11–13. Anna Louisa Karsch (1722–1791) spricht in diesem Gedicht einen anderen Dichter an: Johann Peter Uz, im historischen Druck „Utz“ geschrieben. In vier Strophen fragt die sprechende Stimme, woher gute Dichtung kommt und wie sie auf Menschen wirkt. Du lernst, Quelle, Lesefassung, Übertragung und Deutung zu unterscheiden. Du kannst anschließend deine Aussagen mit genauen Versangaben belegen.

Schon vorhandener Gedichttext: Gedicht – An Herrn Utz – Karsch, Anna Louisa. Dieser Kurs ergänzt die Textseite und ersetzt sie nicht.

Anna Louisa Karsch, Gemälde von Karl Christian Kehrer (1791). Quelle und Rechte: Wikimedia Commons, gemeinfrei; Nachweis unten.

Lernziele: Du erkennst die lyrische Sprechsituation, untersuchst die vier Strophen, findest Vergleiche und Bilder und schreibst eine Deutung mit sicheren Zitaten. Nutze bei allen Zitaten die unten genannte Quellfassung.


Textgrundlage: Quelle, Lesefassung und Übertragung


Quellfassung: historischer Gedichttext

Die folgende Quellfassung folgt dem digital transkribierten Abdruck in Karschs Auserlesenen Gedichten (Berlin 1764). Es handelt sich nicht um eine fotografische Handschrift oder um eine buchstabengetreue Wiedergabe historischer Drucktypen. Die Zeilenumbrüche bilden 16 Verse; die vier Absätze zeigen vier Strophen. Beleg: TextGrid, „An Herrn Utz“, siehe auch Bibliotheca Augustana. Eine überlieferte Briefversion von 1761 weicht im Wortlaut ab. Beide Fassungen dürfen nicht unbemerkt vermischt werden.

Strophe 1 (V. 1–4)
Du, der vom Weine berauscht, die Lust der Erde besungen,
Mir gab Apollo kein lyrisches Spiel
Bespannt mit Saiten von Gold, doch sind mir Lieder gelungen,
Süßklingend sang ich der Seele Gefühl.

Strophe 2 (V. 5–8)
Mich hört der eiserne Held, mir horcht der ernste Gesandte
Herunter kommend vom Stuhle des Herrn,
Auch höret meinen Gesang, wer sonst die Muse verkannte,
Des Geizes Priester, vernehmen ihn gern.

Strophe 3 (V. 9–12)
Mir gab dein liebender Freund, der Felsenspringerin Laute,
O, ihn nur denken wird süsser Gesang
In der ganz saphischen Brust; der Liebes Götter Vertraute
Ward ich und habe die Herzen in Zwang!

Strophe 4 (V. 13–16)
Mich fühlt der wankende Greis, die abgelebte Matrone,
Mich horcht der Jünglinge klopfendes Herz.
Das Mädchen fürchtet den Pfeil! er rauscht im saphischen Thone
Laut, wie im Utzischen Liede voll Scherz.

Zitierregel: Schreibe beispielsweise „Mir gab Apollo kein lyrisches Spiel“ (V. 2). Verwende stets den Wortlaut dieser Quellfassung. Historische Schreibungen wie „süsser“ und „Thone“ sind keine Tippfehler der Lernenden.


Lesefassung: leicht lesbarer Wortlaut

Diese Lesefassung erleichtert das Vorlesen. Sie verändert einzelne ältere Schreibungen, nicht aber die Grundgedanken. Sie ist kein Beleg für die originale Schreibung.

Strophe 1 (V. 1–4)
Du, der vom Weine berauscht, die Lust der Erde besungen,
Mir gab Apollo kein lyrisches Spiel
Bespannt mit Saiten von Gold, doch sind mir Lieder gelungen,
Süßklingend sang ich der Seele Gefühl.

Strophe 2 (V. 5–8)
Mich hört der eiserne Held, mir horcht der ernste Gesandte
Herunterkommend vom Stuhle des Herrn,
Auch hört meinen Gesang, wer sonst die Muse verkannte,
Des Geizes Priester vernehmen ihn gern.

Strophe 3 (V. 9–12)
Mir gab dein liebender Freund der Felsenspringerin Laute,
Oh, ihn nur denken wird süßer Gesang
In der ganz sapphischen Brust; der Liebesgötter Vertraute
Ward ich und habe die Herzen in Zwang!

Strophe 4 (V. 13–16)
Mich fühlt der wankende Greis, die abgelebte Matrone,
Mich hört der Jünglinge klopfendes Herz.
Das Mädchen fürchtet den Pfeil! Er rauscht im sapphischen Tone
Laut, wie im Utzischen Liede voll Scherz.


Übertragung: vier Strophen in heutigem Deutsch

Übertragung ist nicht Interpretation und kein Verszitat. Sie sagt in einfachen Worten, was ungefähr gemeint ist.

  • Strophe 1: Die Stimme lobt den angesprochenen Dichter. Sie selbst besitzt angeblich kein kostbares Instrument vom Gott Apollo. Trotzdem gelingen ihr gefühlvolle Gedichte.
  • Strophe 2: Ihre Lieder erreichen viele Menschen, sogar solche, die Dichtung sonst kaum beachten.
  • Strophe 3: Die Stimme spricht von einer Laute, von einem Freund und von Liebe. Dichten erscheint als besondere, bewegende Gabe.
  • Strophe 4: Junge und alte Menschen reagieren auf ihre Worte. Der Pfeil könnte die Macht der Liebe darstellen.

Arbeitsregel: Die Übertragung macht schwierige Wörter verständlich. Die Interpretation erklärt erst danach, warum Karsch bestimmte Bilder und Gegensätze wählt.


Lyrisches Sprechen und Adressat

Das Gedicht ist eine Anrede an Herrn Utz, historisch die Schreibweise für Johann Peter Uz. Bereits „Du“ (V. 1) macht die direkte Ansprache sichtbar. Das sprechende „ich“ stellt seine eigene Dichtung neben die des Angesprochenen. Ein lyrisches Ich ist die Stimme im Text; es ist nicht automatisch mit allen Lebensdaten der Autorin gleichzusetzen.

Spannung in Strophe 1: Die Stimme behauptet, sie habe von Apollo kein kostbares „lyrisches Spiel“ erhalten (V. 2). Doch gleich darauf sagt sie, dass ihr „Lieder gelungen“ seien (V. 3). Das klingt zugleich bescheiden und selbstbewusst. Die Verse lassen fragen: Ist echte Dichtung ein Geschenk der Götter oder entsteht sie durch eigene Kraft?

In Strophe 2 wiederholt die Sprecherin Wörter des Hörens: „Mich hört“ (V. 5), „mir horcht“ (V. 5) und „meinen Gesang“ (V. 7). Der Text zählt sehr verschiedene Zuhörende auf. So betont die Stimme die Reichweite ihrer Lieder.

Johann Peter Uz (1720–1796). Später entstandenes Porträt nach dem historischen Dichter; Rijksmuseum / Wikimedia Commons, CC0.

Mini-Auftrag: Markiere im Quelltext die Wörter „Du“, „ich“, „mir“, „Mich“ und „meinen“. Erkläre in zwei Sätzen, wer spricht und wer angesprochen wird. Ergänze die genaue Verszahl.


Form, Reim und Klang

Das Gedicht hat vier Strophen mit je vier Versen. In jeder Strophe wechseln längere und kürzere Verse. Am Zeilenende erkennst du meist Kreuzreim (abab): „besungen“ / „gelungen“ (V. 1/3), „Gesandte“ / „verkannte“ (V. 5/7), „Laute“ / „Vertraute“ (V. 9/11) und „Matrone“ / „Thone“ (V. 13/15). „Spiel“ / „Gefühl“ (V. 2/4) klingt nicht ganz rein. Reimschema und Klang dürfen also nicht schematisch gleichgesetzt werden.

Achte auf den Rhythmus: Die langen und kurzen Verszeilen erzeugen eine feierliche, liedhafte Bewegung. Eine genaue Bestimmung des Metrums muss die tatsächlichen Betonungen prüfen; aus dem Strophenbau allein folgt noch kein sicheres Metrum.

Klangprobe: Sprich V. 3–4 langsam vor. Bei „Süßklingend sang“ (V. 4) beginnen mehrere Wörter mit einem s-Laut. Das ist eine auffällige Lautwiederholung, die man Alliteration nennen kann. Erkläre, wie diese weiche Folge zur beschriebenen Musik passt.

Hörbeispiel einer modernen kurzen Harfenklangfolge. Sie ist keine historische Aufnahme von Karschs Gedicht. Miguel Ángel Zaragozá de León, Wikimedia Commons, CC BY 3.0.

Animation: Wie hörbarer Schall technisch entsteht. Das Bild erklärt nicht das Versmaß, kann aber beim bewussten Hören und Nachsprechen helfen. KyleThayer, Wikimedia Commons, CC0.

Video: Wie findest du Reime und Strophen?

YouTube: Diego Hagen, „Gedichtanalyse: Reimschema bestimmen – kurz & knackig“. Nur als Lernhilfe; danach am Originaltext prüfen.


Bildsprache, Gefühle und Wirkung

Ein Bild sagt oft mehr als ein wörtlicher Bericht. „Apollo“ (V. 2) meint den antiken Gott, der auch mit den Künsten verbunden ist. „Saiten von Gold“ (V. 3) steigert den Wert der vorgestellten Leier. Die „Laute“ (V. 9) kann für die Dichtkunst stehen. Der „Pfeil“ (V. 15) erinnert an Bilder der Liebe und des Getroffenwerdens. Solche Deutungen sind überzeugend, wenn du sie am jeweiligen Vers erklärst.

Das Wort „saphischen“ (V. 11 und V. 15) verweist auf die antike griechische Dichterin Sappho. Dadurch erscheint weibliche Dichtung als Teil einer langen literarischen Tradition. Es ist nicht sicher, dass damit bereits eine exakt bestimmte antike Strophenform gemeint ist. Prüfe Form und Bezug getrennt.

Antike Büste mit Sappho-Inschrift; keine gesicherte authentische Darstellung ihres Aussehens. Wikimedia Commons; Foto Marie-Lan Nguyen, gemeinfrei.

In Strophe 4 nennt die Stimme ältere und jüngere Personen. Der „Greis“, die „Matrone“, die „Jünglinge“ und das „Mädchen“ (V. 13–15) bilden eine breite Gruppe. Deine erste Deutung könnte lauten: Dichtung verbindet Generationen. Eine weitere Lesart ist, dass die Sprecherin ihre eigene Wirkungsmacht hervorhebt.

Frage mit Beleg: Was bewirkt der „Pfeil“ (V. 15)? Erkläre eine plausible Bedeutung. Sage ausdrücklich, dass es eine Deutung ist, keine wörtliche Tatsache.


Epoche, Deutungen und Quellenkritik

Aufklärung steht unter anderem für Nachdenken und Kritik; die Empfindsamkeit betont in der Literatur besonders Gefühl, Freundschaft und inneres Erleben. Karsch schrieb im 18. Jahrhundert. Ihr Gedicht verbindet gelehrte antike Bezüge mit „der Seele Gefühl“ (V. 4). Die Zuordnung zu einer Epoche ist eine Einordnung, nicht die vollständige Erklärung des Textes.

Deutungsmöglichkeit A – dichterisches Selbstbewusstsein: Aus „kein lyrisches Spiel“ (V. 2) und „Lieder gelungen“ (V. 3) entsteht ein Gegensatz. Die Stimme nimmt ihren Wert als Dichterin ernst.

Deutungsmöglichkeit B – Dichtung als Wirkung: Die wiederholten Hörwörter und die verschiedenen Personen (V. 5–8 und 13–16) zeigen, wie stark Kunst Menschen erreichen kann.

Deutungsmöglichkeit C – Liebe und Austausch: Freundschaft, Musik und Liebe prägen V. 9–16. Die dichterische Stimme sieht sich im Gespräch mit anderen Autorinnen und Autoren.

Quellenkritik: Die 1764 gedruckte Gedichtfassung ist nicht identisch mit jeder früheren Handschrift. Eine Edition der Briefe dokumentiert etwa eine an Johann Peter Uz gerichtete Ode vom 8. Oktober 1761 mit teils anderem Wortlaut. Deshalb gilt: Zitate dieses Kurses beziehen sich ausdrücklich auf die oben dokumentierte 1764er Fassung.

Video: Was kennzeichnet die Empfindsamkeit?

YouTube: Litera Theo, „Die Empfindsamkeit | Eine Epoche erklärt X“. Eine ergänzende Darstellung, nicht die Quelle für Gedichtzitate.

Video: Historischer Überblick über die Aufklärung

YouTube: Studienkreis, „Die Literaturepoche der Aufklärung!“. Historische Aussagen mit weiteren Quellen vergleichen.


Gestufte Hilfen für deine Schreibaufgaben

Hilfe 1 – Leicht: Suche erst ein Signalwort, etwa „Du“ (V. 1). Schreibe: „In Vers ... spricht die Stimme ... an.“

Hilfe 2 – Standard: Verbinde Zitat und Wirkung: „Das Bild ‚...‘ (V. ...) zeigt ..., weil ...“ Unterscheide Beobachtung und Deutung.

Hilfe 3 – Schwer: Formuliere zwei verschiedene Deutungen. Stütze jede mit mindestens zwei Versen. Prüfe, welche Erklärung den ganzen Text besser erfasst.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz: Lesen mit Versbelegen

Welche Form der Anrede steht am Beginn des Gedichts, V. 1? (Du) (!Sie) (!Wir) (!Ihr alle)



Wer ist mit dem historischen Namen „Utz“ im Titel gemeint? (Johann Peter Uz) (!Johann Wolfgang Goethe) (!Friedrich Schiller) (!Andreas Gryphius)



Was fehlt der Stimme angeblich laut V. 2? (Ein lyrisches Spiel von Apollo) (!Ein Brief des Gesandten) (!Ein goldenes Pferd) (!Ein eigenes Haus)



Was belegt V. 3 mit den Worten „Lieder gelungen“? (Die Stimme hat trotz allem gedichtet) (!Die Stimme schreibt keine Verse) (!Das Gedicht erzählt von einer Reise) (!Apollo spricht selbst)



Welche Person nennt V. 5 ausdrücklich? (Den ernsten Gesandten) (!Den jungen König) (!Die lachende Königin) (!Den schlafenden Bäcker)



Was deutet V. 7 mit „wer sonst die Muse verkannte“ an? (Auch bisher skeptische Menschen hören zu) (!Alle lehnen den Gesang ab) (!Niemand kennt die Dichterin) (!Der Dichter hört nur Musik)



Welches Musikinstrument steht in V. 9? (Laute) (!Trommel) (!Orgel) (!Flöte)



Auf welche dichterische Tradition verweist „saphischen“ in V. 11? (Auf die antike Dichterin Sappho) (!Auf mittelalterliche Minnesänger) (!Auf einen modernen Popsong) (!Auf die Schriften von Newton)



Welche Menschen nennt V. 13? (Greis und Matrone) (!König und Kanzler) (!Schüler und Lehrer) (!Händler und Seefahrer)



Wie viele Strophen mit je vier Versen enthält der Text? (Vier Strophen) (!Zwei Strophen) (!Sechs Strophen) (!Acht Strophen)




Memory: Begriffe und Bedeutung

Apollo Gott aus der antiken Mythologie mit Bezug zu den Künsten
Laute Saiteninstrument und dichterisches Bild
Matrone ältere Frau in der vierten Strophe
Sappho antike griechische Dichterin
Gesandter politischer Vertreter als Zuhörer
Vers einzelne Zeile eines Gedichts





Drag-and-Drop: Aussage und Versbereich

Ordne die Aussage dem passenden Textbereich zu. Textbereich
Die Stimme spricht den Adressaten an Beginn der ersten Strophe
Der Gesang gelingt ohne göttliche Goldsaiten Ende der ersten Strophe
Verschiedene Erwachsene hören aufmerksam zu Zweite Strophe
Eine Laute und die Liebe prägen die Bilder Dritte Strophe
Junge und alte Menschen werden angesprochen Vierte Strophe





Kreuzworträtsel: Gedichtbegriffe

Apollo Welcher antike Gott wird in Vers zwei genannt?
Laute Welches Saiteninstrument nennt die dritte Strophe?
Sappho Welche antike Dichterin klingt im Wort saphisch an?
Matrone Wie heißt die ältere Frau in Vers dreizehn?
Strophe Wie heißt ein Abschnitt aus mehreren Versen?
Gesang Mit welchem Wort bezeichnet die Stimme ihre Lieder auch?





LearningApps: Weitere Übungen

Die externe Suche führt zu verfügbaren Lernbausteinen; sie ist kein Nachweis, dass eine bestimmte Übung zum Gedicht bereits existiert.


Lückentext: Das Wichtigste wiederholen

Ergänze die passenden Wörter.
Der Gedichttitel richtet sich an den Dichter

.
Der antike Gott in der ersten Strophe heißt

.
Das Gedicht besitzt vier

.
Jede Strophe umfasst vier

.
Die Stimme spricht von gelungenen

.
Ein genanntes Saiteninstrument ist die

.
Das Wort saphisch erinnert an die Dichterin

.
Die ältere Frau im Gedicht heißt

.
Die vielen Zuhörenden zeigen die starke

von Dichtung.
Jede Interpretation braucht einen überprüfbaren

.



Offene Aufgaben

Wähle zunächst einen Auftrag pro Niveau. Für eine gründliche Lernsequenz stehen insgesamt zwölf Aufgaben bereit. Drei Kernaufgaben sind als Schreibaufgaben gekennzeichnet; du kannst die Hilfen weiter oben verwenden.


Leicht

  1. Kern-Schreibaufgabe – Wer spricht?: Schreibe fünf einfache Sätze zu Sprecherstimme und Adressat. Belege das „Du“ mit V. 1. Hilfe: Beginne mit der Anrede.
  2. Verse ordnen: Notiere die vier Strophen und beschreibe in je einem Satz ihren Inhalt.
  3. Alte Wörter erklären: Erkläre „Matrone“, „Laute“, „Thone“ und „Muse“ in eigenen Worten. Nutze Wörterbücher und benenne deine Quelle.
  4. Laut lesen: Lies V. 1–4 und V. 13–16 mit Pausen vor. Beschreibe anschließend zwei Auffälligkeiten im Klang.


Standard

  1. Kern-Schreibaufgabe – Ein Bild untersuchen: Verfasse einen Absatz zu „Saiten von Gold“ (V. 3) oder „Pfeil“ (V. 15). Nenne Vers, Bedeutung und mögliche Wirkung.
  2. Reim prüfen: Notiere die Reimwörter einer Strophe und prüfe, ob der Reim vollständig rein ist.
  3. Gefühl und Epoche: Erkläre mit V. 4 und V. 11, warum die Empfindsamkeit als Kontext hilfreich sein kann.
  4. Gedicht und Porträt vergleichen: Untersuche ein Commons-Porträt der Dichterin. Erkläre, warum ein Bildnis nicht automatisch die Bedeutung eines Gedichts beweist.


Schwer

  1. Kern-Schreibaufgabe – Zwei Deutungen: Schreibe eine kurze Interpretation mit Einleitung, zwei verschiedenen Deutungsansätzen und mindestens vier korrekten Versangaben. Beurteile die Ansätze am ganzen Text.
  2. Fassungen kritisch vergleichen: Vergleiche zwei Formulierungen aus dem 1764er Druck mit der dokumentierten Briefüberlieferung von 1761. Bezeichne klar die jeweilige Textgrundlage.
  3. Dichterische Selbstbehauptung: Diskutiere, wie V. 2–4 und V. 9–12 eine weibliche poetische Stimme zeigen. Begründe auch Grenzen deiner Deutung.
  4. Medienrechte prüfen: Prüfe für ein Commons-Bild und die Audiodatei Urheber, konkrete Lizenz und erforderliche Namensnennung. Erstelle eine kleine überprüfbare Quellenkarte.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Quelltreue: Erkläre den Unterschied zwischen TextGrid-Quellfassung, Lesefassung, Übertragung und Interpretation an einem Beispiel aus V. 1–4.
  2. Sprechsituation: Bestimme Adressat und Sprecherstimme. Belege deine Aussage anhand zweier Verse.
  3. Form und Wirkung: Beschreibe Strophenbau, Reim und Klang. Begründe, wie ein formales Mittel die Aussage unterstützt.
  4. Bild und Bedeutung: Vergleiche die Bedeutungen von Laute und Pfeil. Verwende die Verse 9 und 15.
  5. Historischer Kontext: Erkläre, welche Elemente eher Aufklärung und welche Empfindsamkeit berühren. Vermeide eine eindeutige Zuordnung ohne Beleg.
  6. Zwei Perspektiven: Beurteile, ob das Gedicht stärker Bescheidenheit oder Selbstbewusstsein zeigt. Nenne dafür zwei Textstellen.


Lernnachweis

Dein Lernnachweis besteht aus einer kleinen Mappe: (1) einer korrekt beschrifteten Quellenstelle, (2) einer Übersicht mit vier Strophen und ihren Hauptgedanken, (3) einer eigenen Interpretation mit mindestens drei nachprüfbaren Versangaben, (4) einer Rückmeldung zu einer alternativen Deutung und (5) einem korrekt lizenzierten Medienbeispiel. Wichtig sind genaue Zitate, verständliche Sprache und die erkennbare Unterscheidung von Text und Deutung.

Selbstkontrolle: Habe ich den Vers wörtlich übernommen? Stimmt die Nummer? Ist meine Folgerung als Deutung erkennbar? Weiß ich, aus welcher Ausgabe das Zitat stammt?


OER und Wikipedia

Gedicht und Forschung:

Commons-Medien: überprüfte Herkunft und Rechte

Eingebundenes Medium Ursprungs- und Lizenznachweis Autor oder Urheber Rechte und Verwendung
File:Anna Luise Karsch.jpg Commons-Dateiseite Karl Christian Kehrer Gemeinfrei / PD-Art, Fotoreproduktion eines gemeinfreien Gemäldes; Quelle Gleimhaus
File:Portret van Johann Peter Uz, RP-P-1914-622.jpg Commons-Dateiseite Johann Georg Nordheim, Rijksmuseum CC0 1.0; Bildnachweis freiwillig und hier angegeben
File:Bust Sappho Musei Capitolini MC1164.jpg Commons-Dateiseite Foto: Marie-Lan Nguyen; antikes Objekt Gemeinfrei; Bezug als Anschauungsbild, nicht als authentisches Porträt
File:Harp Curtain 02.ogg Commons-Dateiseite Miguel Ángel Zaragozá de León CC BY 3.0; Urheber nennen, Quelle und Lizenz verlinken, Änderungen angeben
File:Sound wave animation.gif Commons-Dateiseite KyleThayer CC0 1.0; freiwillige Namensnennung erfolgt

Eingebundene YouTube-Lernvideos: Die Videos werden nur über den YouTube-Player verlinkt und nicht kopiert oder als frei nachnutzbare Dateien ausgegeben. Eine Creative-Commons-Lizenz für die Videos ist hier nicht belegt; Rechte verbleiben bei den jeweiligen Berechtigten.

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