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An Furium - Gryphius, Andreas - Gedichtanalyse

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An Furium - Gryphius, Andreas - Gedichtanalyse

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Einleitung

Wie verändert Reichtum einen Menschen? Das Gedicht „44. An Furium“ von Andreas Gryphius stellt diese Frage sehr scharf. Eine sprechende Person wirft Furium vor, seine Herkunft zu vergessen und nach seinem Aufstieg andere Menschen schlecht zu behandeln. Du prüfst, was der Text wirklich sagt und was nur ein Vorwurf ist.

Für dich: Klasse 9–10; anspruchsvollere Vertiefungen für Klasse 11–13. Du lernst, historische Schreibweisen zu lesen, Verse korrekt zu zitieren, Paarreim und Metapher zu erkennen und mehrere Deutungen gegeneinander abzuwägen. Bearbeitungszeit: etwa 90–120 Minuten oder mehrere kürzere Einheiten.

Vorhandener Originaltext im MOOCwiki: Gedicht – 44. An Furium – Gryphius, Andreas. Lies nach Möglichkeit zuerst diese Textseite. Eine zweite Gedichtseite wird hier nicht angelegt.

Quellenhinweis: Die folgende Quellfassung entspricht dem nachprüfbaren TextGrid-Eintrag „44. An Furium“ aus Gryphius’ Epigrammen, zweites Buch. TextGrid: Wortlaut und Metadaten · dauerhafte Quellenkennung. Das historische Gedicht ist gemeinfrei. Die digitale TextGrid-Bearbeitung mit Metadaten und Annotationen steht unter CC BY 3.0 DE (TextGrid / www.editura.de).

Bild: Andreas Gryphius, Kupferstich von Philipp Kilian; Wikimedia Commons, gemeinfrei. Die Quellen- und Rechteangaben stehen unten.


Gedicht lesen: drei verschiedene Textarten


Quellfassung: historischer Wortlaut

Quellfassung bedeutet: Wir zeigen die belegte historische Schreibweise. Zähle jede Zeile als einen Vers. Die Zahlen werden nur als Lesehilfe ergänzt, nicht als Teil des Originals.

  1. Dein Vater ward dreymal umb Dibstück angeklagt/
  2. Die Mutter hat es Knecht und Herren nie versagt/
  3. Biß sie der Hencker hat mit Rutten außgestrichen/
  4. Da ist sie auf dem Schnee in Angst und Frost verblichen.
  5. Ich habe dich sehr oft sehn betteln umbher gehn/
  6. Und umb ein Stücke Brod für meiner Thüren stehn.
  7. Biß dich das freche Weib die Chloris angenommen/
  8. Die mit geringer Müh ist zu vil Reichthumb kommen.
  9. Als sie der schnelle Tod ( man weiß nicht wie) versehrt;
  10. Hat man dich umb ihr Geld/ daß sie dir liß/ geehrt.
  11. Mit dem hast du zu letzt Bonosus Fraw bestochen/
  12. Die mit dir in dem Feld hat Eh und Eyd gebrochen.
  13. In kurtzem starb ihr Mann: Sie ward dein eigen Weib/
  14. Da nahm dein Ansehn zu/ da wickelst du den Leib
  15. In güldne Tücher ein/ itzt bist du hoch gestigen/
  16. Und denckest durch die Lufft mit deiner Pracht zu fligen/
  17. Du drückst/ du schmehst/ du fluchst/ du klagst unredlich an
  18. Die/ die dir vor vil Guts und nie kein Leid gethan
  19. Du meinest über uns zu steigen und zu schweben:
  20. Wer so steigt muß zu letzt der Leiter sich begeben.

Belegregel: Schreibe beispielsweise „Du drückst/ du schmehst/ du fluchst“ (V. 17). Ein Verszitat muss mit der Quellfassung übereinstimmen. Schreibung und Interpunktion werden beim Zitieren nicht unbemerkt modernisiert. Die direkte Rede des Gedichts ist eine Anschuldigung des Sprechers, kein überprüfter Lebensbericht über reale Personen.


Lesefassung: sprachlich behutsam modernisiert

Lesefassung bedeutet: Diese eigens für den Unterricht bearbeitete Version erleichtert das Verstehen. Sie ist keine zweite historische Textquelle. Beim wissenschaftlichen Zitieren gilt die Quellfassung oben. Einzelne alte Wendungen werden hier vorsichtig gedeutet; wo der Wortlaut offen ist, bleibt auch die Bedeutung offen.

  1. Dein Vater wurde dreimal wegen Diebstahls angeklagt.
  2. Deine Mutter habe, so lautet der Vorwurf, Knechte und Herren nicht zurückgewiesen.
  3. Dann wurde sie vom Henker mit Ruten geschlagen.
  4. Im Schnee sei sie voller Angst und Kälte gestorben.
  5. Ich habe dich oft bettelnd umhergehen sehen.
  6. Vor meiner Tür standest du und batest um Brot.
  7. Bis dich Chloris aufnahm, die der Sprecher abwertend als frech bezeichnet.
  8. Sie war mit wenig Mühe zu großem Reichtum gekommen.
  9. Ein schneller Tod traf sie; wie genau, weiß der Sprecher nicht.
  10. Wegen des Geldes, das sie dir hinterließ, gewannst du Achtung.
  11. Mit diesem Geld hast du später die Frau des Bonosus bestochen.
  12. Mit dir brach sie, so der Vorwurf, ihre Ehe und ihren Eid.
  13. Bald starb ihr Mann. Sie wurde deine Frau.
  14. Dein Ansehen nahm zu; du hülltest deinen Körper
  15. in kostbare, goldene Stoffe und stiegst gesellschaftlich auf.
  16. Du glaubtest, mit all deiner Pracht durch die Luft fliegen zu können.
  17. Du unterdrückst andere, beschimpfst sie, fluchst und erhebst unberechtigte Anklagen
  18. gegen Menschen, die dir zuvor viel Gutes und nichts Böses getan haben.
  19. Du meinst, über uns aufsteigen und schweben zu können.
  20. Doch wer so aufsteigt, muss die Leiter am Ende verlassen.

Wichtige Wörter: „Dibstück“ = Diebstahl; „Hencker“ = Henker; „Rutten“ = Ruten; „Reichthumb“ = Reichtum; „Eyd“ = Eid; „Ansehn“ = gesellschaftliches Ansehen; „gestigen“ = gestiegen. Manche alten Schreibungen zeigen die damalige Orthografie, nicht eine andere Sprache.


Übertragung und Interpretation sind nicht dasselbe

Sinngemäße Übertragung: Der Sprecher erzählt Furium eine beschämende Herkunft und einen Aufstieg durch fremdes Geld und Beziehungen. Er wirft ihm Machtmissbrauch vor und warnt, dass sein hoher Rang unsicher sei. Das ist eine Zusammenfassung des erzählten Inhalts, keine wörtliche Übersetzung und kein Verszitat.

Interpretation: Vielleicht kritisiert das Gedicht Hochmut, Käuflichkeit und gesellschaftliche Ungerechtigkeit. Vielleicht zeigt es zugleich, wie eine anklagende Stimme andere durch ihre Herkunft herabsetzt. Für beide Lesarten musst du die Textstellen nennen und die Grenze zwischen Vermutung und Beleg beachten.


Wer spricht? Anrede und Vorwürfe

Ein lyrischer Sprecher richtet sich an „dich“ (V. 5) und wiederholt „du“ (V. 17 und 19). Das macht die Rede persönlich und kämpferisch. Ein „Ich“ erscheint in „Ich habe dich sehr oft sehn“ (V. 5). In „über uns“ (V. 19) spricht diese Stimme scheinbar auch für andere.

Fünf Erzählschritte:

  1. Herkunft und Armut (V. 1–6): Der Sprecher erzählt harte Vorwürfe über die Eltern und erinnert an das Betteln.
  2. Chloris und Erbe (V. 7–10): Eine neue Verbindung und geerbtes Geld sollen Furius Stellung verändert haben.
  3. Bestechung und Heirat (V. 11–14): Weitere Anschuldigungen verbinden Geld, Ehe und Ansehen.
  4. Prunk und Höhe (V. 15–16): Die äußere Pracht wirkt aus Sicht des Sprechers übertrieben.
  5. Unterdrückung und Warnung (V. 17–20): Die Kritik wird immer direkter. Am Ende steht das Bild der Leiter.

Genau hinschauen: „man weiß nicht wie“ (V. 9) zeigt ausdrücklich eine Wissenslücke. Daher solltest du nicht so tun, als könne das Gedicht die Todesursache beweisen. Auch die Aussagen über Mutter, Chloris und die Ehefrau sind Teil einer polemischen Rede und aus heutiger Sicht kritisch zu betrachten. Herkunft, Armut und Geschlecht dürfen nicht als Beweise für schlechte Eigenschaften gelten.

Mini-Lesequiz mit Belegen: Markiere in der Quellfassung V. 5, V. 9, V. 17 und V. 20. Schreibe zu jedem Vers eine kurze Beobachtung und eine mögliche Bedeutung. Unterscheide dabei „im Text steht“ von „ich vermute“.


Form, Reim und Klang

Der Text besteht aus 20 Versen. Je zwei aufeinanderfolgende Verse haben einen Endreim. Das nennt man Paarreim: „angeklagt“ / „versagt“ (V. 1–2), „Weib“ / „Leib“ (V. 13–14), „schweben“ / „begeben“ (V. 19–20). Das Reimschema lässt sich als aa bb cc dd ee ff gg hh ii jj beschreiben.

Gryphius ordnet den Text unter seine Epigramme. Ein Epigramm kann Personen oder Missstände knapp, zugespitzt und satirisch angreifen. Dieses Epigramm erzählt einen längeren Fall und endet mit einer Warnung. Es ist kein Sonett; ein übliches Sonett hat 14 Verse, dieser Text aber 20.

Klang beobachten: Die Schrägstriche der Quellfassung gliedern viele Verse und können beim Sprechen als kurze Pausen gelesen werden. Sie sind zunächst Satz- und Editionszeichen; eine genaue metrische Bestimmung ist damit noch nicht bewiesen. Sprich V. 17 langsam: „Du drückst/ du schmehst/ du fluchst/ du klagst“. Die gleichartige Wiederholung von „du“ und die Reihe der Verben steigern den Vorwurf. Fachbegriffe dafür sind Anapher und Aufzählung.

Hörvergleich mit anderem Gryphius-Gedicht: Die folgende gemeinfreie LibriVox-Aufnahme liest „Es ist alles eitel“, nicht „An Furium“. Achte auf Pausen und Betonung und probiere danach eine eigene mündliche Lesung von V. 17–20. Es wird hier keine neue Audiodatei erzeugt.

Aufnahme bei Wikimedia Commons – Christopher Arndt / LibriVox, Public Domain


Bilder, Satire und Deutungen

Aufstieg als Bild: Furium sei „hoch gestigen“ (V. 15) und wolle „durch die Lufft“ fliegen (V. 16). „steigen und zu schweben“ (V. 19) klingt nach einem Menschen, der sich über andere erhebt. Der letzte Vers nennt die „Leiter“ (V. 20). Sie macht den gesellschaftlichen Aufstieg sichtbar und deutet seine Unsicherheit an.

Satirische Übertreibung: Prunk und Selbstüberschätzung werden mit Flug und Höhe verbunden. So wirkt Furiums Macht lächerlich und bedrohlich zugleich. Der Schluss kann als Warnung vor Überheblichkeit verstanden werden; dass ein konkreter Absturz wirklich geschieht, steht jedoch nicht da.

Offene Deutungsfrage: Kritisiert der Text vor allem Furiums Verhalten, den Einfluss von Geld oder die Ungerechtigkeit sozialer Rangordnungen? Oder verrät die drastische Rede auch Vorurteile des Sprechers? Wähle zwei Möglichkeiten und überprüfe sie mit mindestens zwei unterschiedlichen Versen.

Gestufte Hilfe zur Interpretation:

  1. Start: Unterstreiche „du“ (V. 17), „hoch gestigen“ (V. 15) und „Leiter“ (V. 20).
  2. Weiter: Erkläre, was eine Leiter wörtlich bedeutet und wofür sie im Text stehen könnte.
  3. Vertiefung: Formuliere eine Deutung mit den Wörtern „möglicherweise“, „denn“ und „V. 20“. Füge eine Gegenlesart hinzu.


Barock: Zeit, Medien und Gegenwart

Andreas Gryphius lebte von 1616 bis 1664. Er wird der deutschen Literatur des Barock zugeordnet. Viele Werke dieser Epoche beschäftigen sich mit Macht, Vergänglichkeit und dem Unterschied zwischen äußerem Glanz und innerem Wert. Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) prägte Gryphius’ Lebenszeit. Das heißt aber nicht, dass jedes Detail dieses Epigramms vom Krieg handelt.

Historische Schrift als Vergleich: „Thränen des Vaterlandes“ von Gryphius in einer historischen Ausgabe (1663). Das Bild zeigt nicht „An Furium“. Vergleiche die alte Typografie und Schreibweise mit der TextGrid-Quellfassung.

Karte zum zeitlichen Umfeld: Karl von Spruner, Karte von 1854 über die Länder während des Kriegs 1618–1648. Die Karte entstand später als das Gedicht und ist eine historische Rückschau.

Wie verbreiteten sich Texte? Gedichte wurden abgeschrieben und gedruckt. Die folgende Commons-Animation zeigt den Betrieb einer kleinen Druckpresse aus den 1860er-Jahren. Sie zeigt daher nicht die konkrete Technik von Gryphius’ Zeit, hilft aber, das mechanische Druckprinzip zu verstehen.

Animation: Rhododendrites, CC BY-SA 4.0, unverändert eingebunden; die konkrete Presse stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Video-Vergleich: Das folgende YouTube-Material behandelt Gryphius’ Gedicht „Abend“, nicht „An Furium“. Achte darauf, welche typischen Barockmerkmale vergleichbar sind und wo der Vergleich nicht passt.

Weiterer Video-Vergleich: Eine Analyse zu „Tränen des Vaterlandes“, ebenfalls ein anderes Gedicht von Gryphius. Sammle nur die tatsächlich übertragbaren Begriffe, zum Beispiel Sprachbilder oder die historische Epoche.

Medienhinweis: Die Videos werden nur über die YouTube-Plattform eingebettet. Ihre freien Nachnutzungsrechte sind nicht belegt; lade sie nicht herunter und verwende sie nicht als eigene OER. Falls ein Video nicht erreichbar oder die Einbettung nicht freigegeben ist, nutze die verlinkten Text- und Commons-Quellen. Eigene Bilder, Audioaufnahmen oder Videos werden in diesem Kurs nicht generiert.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz: genau lesen und belegen

Beantworte die Fragen anhand der Quellfassung. Die Verszahlen zeigen dir, wo du nachlesen kannst. Wähle jeweils eine Antwort.

Was wird dem Vater in Vers 1 vorgeworfen? (Er sei dreimal wegen Diebstahls angeklagt worden) (!Er habe dreimal ein Gedicht veröffentlicht) (!Er sei dreimal zum Richter ernannt worden) (!Er habe dreimal eine Leiter gebaut)



Was behauptet die sprechende Stimme in Vers 5 über ihre eigene Beobachtung? (Sie habe Furium oft betteln gesehen) (!Sie habe Furium bei einem Turnier gesehen) (!Sie habe Furium vor Gericht verurteilt) (!Sie habe Furium eine Druckpresse verkauft)



Wer nimmt Furium laut Vers 7 auf? (Chloris) (!Bonosus) (!Der Henker) (!Der Erzähler des Gedichts als Richter)



Wodurch gewinnt Furium nach Vers 10 Ansehen? (Durch geerbtes Geld) (!Durch ein gewonnenes Dichterturnier) (!Durch seine Hilfe für die Armen) (!Durch ein Amt als Lehrer)



Was lässt der Sprecher in Vers 9 ausdrücklich offen? (Wie Chloris zu Tode kam) (!Wie viele Verse das Gedicht enthält) (!Wem die Anrede gilt) (!Ob der Sprecher ein Ich verwendet)



Wie viele Verse hat diese belegte Fassung von An Furium? (Zwanzig) (!Vierzehn) (!Acht) (!Zwei)



Welches Formmerkmal lässt sich an angeklagt und versagt erkennen? (Einen Paarreim) (!Einen Binnenreim ohne Versende) (!Reimlose freie Verse) (!Eine Strophe ohne Klangähnlichkeit)



Welche Wirkung unterstützt die vierfache Du-Anrede in Vers 17? (Sie verstärkt die Reihe persönlicher Vorwürfe) (!Sie zeigt einen friedlichen Dialog mit mehreren Personen) (!Sie beweist, dass alle Anschuldigungen historisch wahr sind) (!Sie beendet den Vers ohne jeden Nachdruck)



Wofür kann die Leiter in Vers 20 bildlich stehen? (Für gesellschaftlichen Aufstieg und seine Unsicherheit) (!Für den nachgewiesenen Bau eines Hauses) (!Für eine konkrete Reiseroute) (!Für die genaue Todesursache von Chloris)



Welche Aussage ist beim Interpretieren besonders sorgfältig? (Die Vorwürfe stammen von einer sprechenden Stimme und müssen geprüft werden) (!Alle Beleidigungen sind unabhängig historisch bewiesen) (!Eine Lesefassung ist immer wortgleich mit dem alten Druck) (!Das Gedicht besteht sicher aus vierzehn Versen)




Memory: Begriffe und Erklärungen

Ordne jedem Begriff genau die passende Erklärung zu.

Quellfassung Historisch belegter Wortlaut mit alter Schreibung
Lesefassung Sprachlich modernisierte Arbeitsfassung für heutige Leser
Paarreim Zwei direkt aufeinanderfolgende Verse reimen sich
Anapher Gleicher Anfang wiederholt sich in benachbarten Satzteilen
Sprecher-Ich Im Gedicht erkennbare Stimme in der ersten Person
Aufstiegsmetapher Bild der Höhe für gesellschaftlichen Rang





Drag and Drop: Textstellen zuordnen

Verbinde jeden Fachbegriff mit dem passenden Beispiel aus dem Gedicht.

Begriff Textbeleg oder Erklärung
Direkte Anrede „dich“ in Vers 5 und „Du“ in Vers 17
Gesellschaftlicher Aufstieg „hoch gestigen“ in Vers 15
Vorwurfsreihe „Du drückst/ du schmehst/ du fluchst/ du klagst“ in Vers 17
Schlussmetapher „Leiter“ in Vers 20
Ehebruchsvorwurf „Eh und Eyd gebrochen“ in Vers 12





Kreuzworträtsel

Finde sechs Begriffe aus dem Kurs.

Barock Welche Literaturepoche gehört zum Lebensumfeld von Gryphius?
Leiter Welcher Gegenstand bildet das Schlussbild in Vers 20?
Epigramm Wie nennt man diese oft zugespitzte Gedichtform?
Chloris Welche Person wird in Vers 7 beim Namen genannt?
Anapher Wie heißt die Wiederholung gleicher Anfänge?
Paarreim Wie heißt das Reimmuster zweier aufeinanderfolgender Verse?





LearningApps: weitere Übungen suchen

Suche passende bereits vorhandene Übungen zu Gryphius und zur Gedichtanalyse. Eine Suchseite ist keine Behauptung, dass genau diese Übung bereits angelegt wurde.


Lückentext: zentrale Erkenntnisse sichern

Trage pro Satz genau ein Wort ein.

Setze den richtigen Begriff ein.
Gryphius ist ein Dichter des

. Das Gedicht An Furium umfasst

Verse. Die alte Schreibweise bleibt in der

erhalten. Eine sprachlich bearbeitete Unterrichtsversion heißt

. Das wiederholte „Du“ in Vers 17 wirkt wie eine

. Der Reim benachbarter Versenden heißt

. Die

in Vers 20 kann einen sozialen Aufstieg versinnbildlichen. Eine Behauptung des Sprechers ist kein gesicherter

. Der Schluss kann als Warnung vor

verstanden werden.




Offene Aufgaben

Erstelle deine Ergebnisse auf Papier oder in einer privaten Lernmappe. Teile keine personenbezogenen Daten. Bei jeder Deutung zählt ein überprüfbarer Versbeleg. Drei Schreibaufgaben findest du jeweils am Anfang der drei Niveaustufen.


Leicht

  1. Schreibaufgabe – Inhalt: Erkläre in fünf kurzen Sätzen, was Furium nach Aussage des Sprechers erlebt. Verwende mindestens eine Versangabe.
  2. Alte Wörter: Erstelle eine Tabelle mit „Dibstück“, „Rutten“, „Reichthumb“ und „Eyd“. Gib die heutige Bedeutung an und nenne die Verse.
  3. Belegkarten: Wähle zwei echte Verszitate, schreibe sie genau ab und erkläre sie jeweils in einem Satz.
  4. Sprechprobe: Lies V. 17–20 laut im eigenen Tempo. Beschreibe schriftlich, wo du Pausen machen würdest; eine Audioaufnahme ist nicht nötig.


Standard

  1. Schreibaufgabe – Form und Wirkung: Verfasse einen Absatz mit Behauptung, passendem Verszitat und Erklärung dazu, wie die Wiederholung in V. 17 die Kritik verstärkt.
  2. Zwei Lesarten: Vergleiche die Warnung vor Hochmut mit der Kritik an Reichtum und Einfluss. Belege jede Lesart mit einem anderen Vers.
  3. Stilmittel-Tabelle: Weise Paarreim, direkte Anrede, Aufzählung und Metapher am Text nach. Trenne Beobachtung und Wirkung.
  4. Quellenvergleich: Vergleiche drei auffällige Wörter der Quellfassung mit der modernen Lesefassung. Erkläre, wo eine Bearbeitung den Sinn verändern könnte.


Schwer

  1. Schreibaufgabe – kritische Deutung: Erörtere in 250–350 Wörtern, ob auch die anklagende Stimme fragwürdig erscheint. Nutze V. 1–4, V. 9 und V. 17–20 als überprüfbare Belege.
  2. Epigramm und Gesellschaft: Untersuche, wie das Ende V. 19–20 die vorherigen Vorwürfe bündelt. Formuliere eine begründete Gegeninterpretation.
  3. Barock einordnen: Erläutere mithilfe einer zuverlässigen Sekundärquelle, welche barocken Themen das Gedicht aufgreift und welche typischen Themen hier nicht im Vordergrund stehen.
  4. Edition und historische Perspektive: Vergleiche die Rolle der Schrägstriche, alter Schreibung und sozialer Vorurteile. Erstelle eine kurze editorische Notiz mit Quellenangabe, ohne weitere Verse zu erfinden.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Quellennachweis: Weise mit drei exakten Verszitaten nach, wie der Sprecher von Armut über Reichtum zu seinem Schlussurteil gelangt.
  2. Form prüfen: Begründe mit Verszahl und mindestens zwei Reimpaaren, warum das Gedicht nicht als Sonett beschrieben werden sollte.
  3. Sprachwirkung: Erkläre die Wirkung der vier „Du“-Anfänge in V. 17; nenne zugleich eine Grenze dieser sprachlichen Beweisführung.
  4. Symbol lesen: Deute das Bild der Leiter in V. 20 und prüfe eine alternative Erklärung unter Einbezug von V. 15–16.
  5. Behauptungen prüfen: Zeige am Ausdruck „man weiß nicht wie“ (V. 9), warum poetische Behauptung und gesichertes Wissen getrennt werden müssen.
  6. Heutige Debatte: Übertrage die Frage nach Ansehen durch Geld in einen erfundenen aktuellen Fall, ohne reale Personen zu beschuldigen; zeige Gemeinsamkeiten und Unterschiede.


Lernnachweis

Du kannst den Kurs erfolgreich abschließen, wenn du:

  • die historischen 20 Verse der angegebenen Ausgabe zuverlässig wiederfindest und mit Versnummern zitierst;
  • Quellfassung, moderne Lesefassung, sinngemäße Übertragung und Interpretation klar unterscheidest;
  • das Paarreimschema mit mindestens zwei nachprüfbaren Reimpaaren erklärst;
  • direkte Anrede, Anapher, Aufzählung und Aufstiegsbild jeweils am richtigen Vers nachweist;
  • eine Interpretation mit Behauptung, Textbeleg und Begründung schreibst und eine Gegenlesart zulässt;
  • Quellen, Bildrechte und die Grenzen der verwendeten Videos kennzeichnest.

Bewertungshilfe: 40 Prozent Textbelege und Genauigkeit, 25 Prozent Analyse von Form und Sprache, 25 Prozent schlüssige eigene Deutung, 10 Prozent Quellen- und Medienkritik. Diese Gewichtung ist eine Empfehlung, keine automatische persönliche Leistungsbewertung.


OER und Wikipedia

Primärtext und zuverlässige Hintergrundinformationen:

Mediennachweise und Rechte (die Dateien sind unverändert eingebunden; bei CC BY-SA ist bei eigenen Veränderungen eine erneute Rechteprüfung nötig):

Medium Nachprüfbare Fundstelle Urheber oder Sprecher Lizenz und Namensnennung
File:Andreas Gryphius.jpg Wikimedia Commons – Porträt Philipp Kilian, Digitalisierung u. a. Gabor Gemeinfrei laut Dateiseite
File:Gryphius 01.jpg Wikimedia Commons – Thränen des Vaterlandes Andreas Gryphius, historischer Text; Scan nach Buchausgabe Gemeinfrei laut Dateiseite; Darstellung eines anderen Werks
File:Germany in the Thirty Years' War, 1618–1648 (Spruner, 1854).jpg Wikimedia Commons – historische Karte Karl von Spruner Gemeinfrei laut Dateiseite; Karte von 1854
File:LibriVox - Gryphius Es ist alles eitel.ogg Wikimedia Commons – Hördatei Gedicht: Gryphius; Sprecher: Christopher Arndt / LibriVox Public Domain; anderes Gedicht
File:Curtis and Mitchell Columbian operation.gif Wikimedia Commons – Animation Rhododendrites CC BY-SA 4.0; Namensnennung, Lizenzlink, Änderungen angeben; unverändert, Presse aus den 1860ern
https://www.youtube.com/watch?v=NhJntrnIzwg YouTube – Gryphius, Abend, Analyse Kanal und Rechteinhaber: Angaben auf der Videoseite beachten Keine freie Weiterverbreitungslizenz nachgewiesen; nur Plattform-Einbettung, kein OER-Download
https://www.youtube.com/watch?v=TK0xeK7ZpAI YouTube – Tränen des Vaterlandes, Analyse Kanal und Rechteinhaber: Angaben auf der Videoseite beachten Keine freie Weiterverbreitungslizenz nachgewiesen; nur Plattform-Einbettung, kein OER-Download

Wichtig: Die YouTube-Videos analysieren andere Gryphius-Gedichte. Ihre Lizenz für freie Bearbeitung konnte nicht bestätigt werden. Das historische Gedicht und eine eigene moderne Unterrichts-Lesefassung sind ebenfalls nicht gleichzusetzen. Für Zitate benutze ausschließlich die angegebene Quellfassung.

Wikipedia zum historischen Umfeld:


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