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An Agathe - Bürger, Gottfried August - Gedichtanalyse

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An Agathe - Bürger, Gottfried August - Gedichtanalyse

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Einleitung

An Agathe – Bürger, Gottfried August – Gedichtanalyse

Fach: Deutsch Klassenstufe: 9–10 Thema: Gedichtanalyse, Lyrik, Gottfried August Bürger Umfang des Gedichts: 56 Verse in 14 Strophen

Kurzbeschreibung: Das Gedicht „An Agathe“ beginnt mit den Worten „Mit dem naßgeweinten Schleier“. Eine lyrische Stimme spricht zu Agathe über Leid, Tod und Hoffnung. Sie findet Trost in der Vorstellung eines Lebens nach dem Tod.

Du lernst, den Text zu verstehen, sprachliche Bilder zu erklären und eine kurze Gedichtanalyse mit Zitaten zu schreiben.

Wichtig: Die Gefühle der lyrischen Stimme sind nicht automatisch die persönlichen Gefühle des Autors. Auch die religiösen Vorstellungen sind Aussagen innerhalb des Gedichts, keine überprüfbaren Tatsachen.

Gottfried August Bürger. Porträt von Johann Heinrich Tischbein dem Jüngeren, 1771. Wikimedia Commons, gemeinfrei.


Autor und Entstehung

Gottfried August Bürger lebte von 1747 bis 1794. Er war ein deutscher Dichter des 18. Jahrhunderts und wird unter anderem mit dem Sturm und Drang verbunden.

Das Gedicht „An Agathe“ entstand nach Angaben des TextGrid Repository 1772. Eine frühe Veröffentlichung ist für 1773 dokumentiert.

Wir untersuchen die Fassung der Gedichtausgabe von 1789.


Historische Ausgabe und Textgrundlage

Historisches Titelblatt von Bürgers „Gedichte“, erster Teil, zweite Ausgabe, Göttingen 1789, Verlag Johann Christian Dieterich. Bayerische Staatsbibliothek über Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Unsere Textgrundlage:

  1. Zeno.org: An Agathe – Ausgabe 1789
  2. TextGrid Repository: An Agathe, digitale Textfassung mit Ausgabenangabe 1789
  3. Wikimedia Commons: Historische Ausgabe von 1789

Achtung bei Zitaten: Auf Wikisource gibt es auch eine Ausgabe von 1778. Diese weicht in Schreibweise und teilweise im Wortlaut von der Fassung von 1789 ab. Wir vermischen die Ausgaben nicht.

Die folgende Quellfassung folgt der digitalen Überlieferung von 1789 bei TextGrid. Die Verszählung für unsere Aufgaben beginnt bei 1 und läuft ohne Unterbrechung bis 56. Sie wurde zur Orientierung ergänzt.


Quellfassung: An Agathe (1789)

Gottfried August Bürger: An Agathe

Nach einem Gespräche über ihre irdischen Leiden und Aussichten in die Ewigkeit

Mit dem naßgeweinten Schleier
Lösch' ich meine Thränen aus;
Und mein Auge schauet freier
Über Zeit und Grab hinaus.

Geist erhabner Prophezeiung,
Gottes Geist erleuchtet mich!
Lebensodem zur Erneuung
Weht gewiß auch über mich.

Jedes Drangsal dieses Lebens,
So dein weiches Herz gedrückt,
Zeuget, daß du nicht vergebens
Oft nach Trost hinaus geblickt.

Nein! Nicht schwelgendem Gewürme
Ewig überlaßner Raub,
Noch ein Spiel der Erdenstürme
Bleibet guter Herzen Staub.

Nein! In diese Wüsteneien
Sind wir ewig nicht gebannt.
Keine Zähre darf uns reuen;
Denn sie fiel in Gottes Hand.

Was auf diese dürren Auen
Von der Unschuld Thränen fällt,
Wird gesammelt, zu betauen
Die Gefilde jener Welt;

Die Gefilde, wo vom Schnitter
Nie der Schweiß der Mühe rann,
Deren Äther kein Gewitter
Und kein Nebel trüben kann.

Seufzer, deines Grames Zeugen,
Werden auf gen Himmel gehn,
Werden einst von Palmenzweigen
Kühlung dir herunter wehn.

Von dem Schweiße deiner Mühen,
Der hier Undankbaren quillt,
Werden dort einst Blumen blühen,
Wie sie hier kein Lenz enthüllt.

Wann Verfolgung ihren Köcher
Endlich auf dich ausgeleert;
Wann dein Gold sich, vor dem Schwächer
Seines Glanzes, rein bewährt;

Und, zur Erntezeit der Saaten,
Da das Korn geworfelt wird,
Ausgestreuter Edelthaten
Reine Frucht im Siebe schwirrt. –

Heil der schönsten schöner Stunden,
Die sich um dein Leben drehn,
Welche dich, vom Zwang' entbunden,
Zu der Freiheit wird erhöhn! –

Zeuch mich dir, geliebte Fromme,
An der Liebe Banden nach!
Daß auch ich zu Engeln komme,
Zeuch, du Engel, dir mich nach!

Mich begleite jede Wahrheit,
Die du schmeichelnd mir vermählt,
Zu dem Urquell aller Klarheit,
Wo kein Reiz sich mehr verhehlt!

Quellennachweis: Gottfried August Bürger, „An Agathe“, in der digitalen Überlieferung der Gedichte von 1789, TextGrid Repository, https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0002-4886-6. Der historische Gedichttext ist gemeinfrei. Die digitale Textwiedergabe ersetzt keine vollständige Prüfung am gedruckten Original.


Lesefassung in einfacher Sprache

Hinweis: Diese Lesefassung ist eine freie, sinngemäße Übertragung in heutiges Deutsch. Sie ist keine historische Quelle und keine wortgetreue Übersetzung. Für Zitate verwendest Du nur die Quellfassung.

Strophe 1 – Verse 1–4: Ich trockne meine Tränen. Nun kann ich über den Tod hinausdenken.

Strophe 2 – Verse 5–8: Ich glaube, dass Gottes Geist mir neue Hoffnung schenkt.

Strophe 3 – Verse 9–12: Agathe hat viel Leid erlebt. Die lyrische Stimme hofft, dass ihr Wunsch nach Trost nicht vergeblich ist.

Strophe 4 – Verse 13–16: Gute Menschen sollen nach ihrem Tod nicht einfach bedeutungslos verschwinden.

Strophe 5 – Verse 17–20: Das schwere Leben soll nicht für immer dauern. Keine Träne soll verloren sein.

Strophe 6 – Verse 21–24: Die Tränen unschuldiger Menschen werden in der Vorstellung der Stimme zu wohltuendem Wasser in einer anderen Welt.

Strophe 7 – Verse 25–28: Dort gibt es keine quälende Mühe, kein Gewitter und keinen trübenden Nebel.

Strophe 8 – Verse 29–32: Agathes Seufzer sollen später zu Ruhe und Trost werden.

Strophe 9 – Verse 33–36: Ihre Mühe wird von anderen nicht genug gewürdigt. In der erhofften anderen Welt soll daraus etwas Schönes entstehen.

Strophe 10 – Verse 37–40: Verfolgung und Angriffe sollen enden. Agathes Wert soll sichtbar bleiben.

Strophe 11 – Verse 41–44: Wie bei einer Ernte sollen ihre guten Taten erkannt und gewürdigt werden.

Strophe 12 – Verse 45–48: Die lyrische Stimme wünscht Agathe eine Zukunft ohne Zwang.

Strophe 13 – Verse 49–52: Sie möchte Agathe in die erhoffte Welt der Engel folgen.

Strophe 14 – Verse 53–56: Die Wahrheiten, die Agathe vermittelt hat, sollen die lyrische Stimme zu vollständiger Klarheit führen.


Schwierige Wörter verstehen

Wort aus dem Gedicht Bedeutung in einfacher Sprache
naßgeweint Von Tränen nass.
Thränen / Zähre Tränen.
Drangsal Leid, Not oder große Belastung.
Lebensodem Lebenshauch; ein Bild für neues Leben.
Gewürme Würmer und andere kleine Tiere.
Gefilde Gegenden oder Landschaften.
Äther Hier ein dichterisches Wort für den Himmel.
Schwächer Hier vermutlich jemand, der einen guten Ruf herabsetzen will.
geworfelt Getreide wird beim Reinigen von Spreu getrennt.
Zeuch Alte Form von „Zieh“.
Urquell Ursprüngliche Quelle; hier ein Bild für vollkommene Erkenntnis.


Gedichtanalyse


Wer spricht?

In den Versen 1–4 spricht eine Stimme in der ersten Person: „Lösch' ich meine Thränen aus“.

Diese Stimme nennen wir das lyrische Ich.

In Vers 10 wird Agathe mit „dein“ angesprochen. Wir haben also eine sprechende Stimme und eine angesprochene Person.

Merke: Der Dichter Bürger hat den Text verfasst. Das lyrische Ich ist die Stimme innerhalb des Gedichts. Beides darfst Du nicht einfach gleichsetzen.

Lernvideo: „Lyrisches Ich | einfach erklärt“, Studyflix. Allgemeine Erklärung, keine Analyse von „An Agathe“.


Gefühle und Entwicklung

Am Anfang stehen Trauer und Tränen.

In Vers 4 richtet sich der Blick „Über Zeit und Grab hinaus“.

In den folgenden Strophen wächst die Hoffnung, dass erlittenes Leid später ausgeglichen wird.

Am Ende wünscht sich die lyrische Stimme, Agathe in eine andere, erhoffte Welt folgen zu können.

Mögliche Deutung: Die religiöse Hoffnung hilft der Stimme, mit Leid und Tod umzugehen.


Bildsprache: Gewitter und Ruhe

Die Verse 25–28 beschreiben eine Welt ohne belastende Arbeit und ohne Gewitter oder Nebel.

Gewitter und Nebel können als Bilder für Unruhe, Angst und Unsicherheit verstanden werden.

Die erhoffte andere Welt erscheint dagegen ruhig und klar.

Vincent van Gogh: „Wheatfield under Thunderclouds“, 1890. Gemeinfreies Gemälde. Es wurde deutlich nach Bürgers Gedicht geschaffen und ist keine historische Gedichtillustration.

Denkanstoß: Welche Stimmung erzeugen dunkle Wolken? Was könnte sich ändern, wenn kein Gewitter mehr droht?


Hörvergleich: Unruhe und Ruhe

Klang 1 – Regen und Donner

Naturaufnahme von Caesar, 2006, Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Klang 2 – Vogelgesang

Naturaufnahme von stephan, 2007, Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Höre beide Aufnahmen. Beschreibe, welche Gefühle Du damit verbindest. Prüfe anschließend, ob diese Gefühle zu den Versen 25–32 passen.

Wichtig: Dies sind moderne Naturaufnahmen, keine Lesungen des Gedichts und keine historischen Klänge aus Bürgers Zeit.


Animation: Das Gewitter als Bild

Satellitenanimation eines Gewitters über Spanien aus dem Jahr 2025. CSU/CIRA und NOAA/NESDIS, Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Die Animation zeigt ein echtes Wetterereignis. Das Gedicht spricht jedoch bildlich über Gewitter.

Frage: Warum kann das Fehlen eines Gewitters ein Zeichen für Frieden sein?


Die Ernte als Symbol

In den Versen 41–44 ist von der Ernte und vom Reinigen des Korns die Rede.

Das ist ein sprachliches Bild: Die guten Taten Agathes sollen erkannt werden, so wie man bei der Ernte wertvolle Körner gewinnt.

Pieter Bruegel der Ältere: „Die Kornernte“, 1565. Gemeinfreies Gemälde. Es dient nur zum Verständnis des Erntemotivs.

Merksatz: Ein Symbol kann mehr bedeuten als den Gegenstand, den es zeigt.


Tod und Hoffnung

Die lyrische Stimme denkt über den Tod hinaus. Sie erwartet eine bessere Welt und wünscht sich eine Verbindung mit Agathe.

Die Bilder von Gott, Engeln und Klarheit machen die christlich geprägte Jenseitshoffnung sichtbar.

Caspar David Friedrich: „Abtei im Eichwald“, 1809–1810. Gemeinfreies Gemälde der Romantik; nicht als Illustration von Bürgers Gedicht entstanden.

Vergleichsfrage: Welche Gedanken über Tod und Hoffnung kann dieses spätere Gemälde auslösen? Was davon findet sich wirklich im Gedicht?


Form und Sprache

Das Gedicht hat 14 Strophen mit jeweils vier Versen.

Die Reime folgen überwiegend dem Kreuzreim: a–b–a–b.

Beispiel aus der ersten Strophe:

Schleier – a
aus – b
freier – a
hinaus – b

Der Rhythmus ist häufig von einem vierhebigen Trochäus geprägt. Prüfe die Betonungen beim lauten Lesen. Nicht jeder Vers lässt sich ganz gleichmäßig sprechen.

Wichtige sprachliche Mittel:

  1. Metapher: Tränen werden zu Wasser, das eine andere Welt befeuchtet (V. 21–24).
  2. Wiederholung: „Nein!“ betont den Widerspruch gegen dauerhafte Hoffnungslosigkeit (V. 13 und 17).
  3. Symbol: Blumen können für Trost und neues Leben stehen (V. 33–36).
  4. Gegensatz: Leid in der irdischen Welt steht der erhofften Ruhe einer anderen Welt gegenüber.

Die Merkhilfe: Versmaß, Kadenzen und Reimschema erkennen. Allgemeines Lernvideo.

Die Merkhilfe: Metapher, Personifikation und weitere Stilmittel. Allgemeines Lernvideo.


Eine Deutung schreiben

Eine Gedichtinterpretation verbindet Beobachtung, Zitat und Erklärung.

Beispiel:

Die lyrische Stimme hofft auf Trost nach dem Tod. Das zeigt der Ausdruck „in Gottes Hand“ (V. 20). Er deutet die Tränen als etwas, das nicht verloren geht.

Achte auf den Unterschied:

  1. Beobachtung: Was steht tatsächlich im Gedicht?
  2. Beleg: Welche Verse beweisen Deine Beobachtung?
  3. Deutung: Was könnte die Stelle bedeuten?

Eine mögliche Interpretation ist nicht automatisch die einzig richtige. Gute Deutungen müssen zum Wortlaut passen.


Gestufte Schreibhilfen

Hilfe 1 – Einfach anfangen:

„In Vers ... steht ...“

„Die lyrische Stimme fühlt ...“

„Das Wort ... zeigt ...“

Hilfe 2 – Zusammenhänge erklären:

„Das Bild von ... könnte bedeuten, dass ...“

„Die Stimmung verändert sich, weil ...“

Hilfe 3 – Selbstständig deuten:

Erkläre eine Textstelle mit einem genauen Zitat. Prüfe auch, ob eine andere Deutung möglich ist.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Zitiergestütztes Lesequiz: Alle Fragen beziehen sich auf die Quellfassung von 1789. Lies die genannten Verse vor Deiner Antwort noch einmal.

1. Wer sagt in Vers 2 „Lösch' ich meine Thränen aus“? (Das lyrische Ich) (!Agathe als direkte Sprecherin) (!Ein allwissender Erzähler) (!Der Verlag der Gedichtausgabe)




2. Welche Hoffnung steckt in Vers 4 „Über Zeit und Grab hinaus“? (Hoffnung über den Tod hinaus) (!Hoffnung auf eine lange Reise) (!Vorfreude auf eine Schulzeit) (!Der Wunsch nach Reichtum)




3. Was nennt Vers 6 als Quelle der Erleuchtung? (Gottes Geist) (!Eine wissenschaftliche Entdeckung) (!Ein politisches Gesetz) (!Die Kraft eines Gewitters)




4. An wen richtet sich die Stimme mit „dein weiches Herz“ in Vers 10? (An Agathe) (!An einen König) (!An einen unbekannten Leser) (!An die Erntehelfer)




5. Was bedeutet das Bild „in Gottes Hand“ in Vers 20 am ehesten? (Die Tränen sollen nicht verloren sein) (!Die Tränen werden verschwiegen) (!Die Tränen sind eine Strafe) (!Die Tränen gehören einem Arzt)




6. Was geschieht bildlich mit den Tränen in Vers 21–24? (Sie befeuchten die Gefilde einer anderen Welt) (!Sie verwandeln sich in Goldstücke) (!Sie zerstören das Korn) (!Sie lösen einen Waldbrand aus)




7. Wie erscheint die erhoffte Welt in Vers 27–28 ohne Gewitter und Nebel? (Ruhig und klar) (!Laut und gefährlich) (!Dunkel und bedrohlich) (!Trocken und voller Staub)




8. Was können die Blumen in Vers 35 „Werden dort einst Blumen blühen“ bedeuten? (Trost und Anerkennung für erlittene Mühe) (!Den Beginn eines Krieges) (!Das Ende aller Freundschaft) (!Eine genaue Gartenanleitung)




9. Wofür steht die Ernte in Vers 41–44 in der Bildsprache des Gedichts? (Für die Anerkennung guter Taten) (!Für die Erfindung neuer Maschinen) (!Für den Verkauf einer Landschaft) (!Für ein wissenschaftliches Wetterexperiment)




10. Welchen Wunsch äußert das lyrische Ich in Vers 49–52? (Agathe in die erhoffte Welt der Engel zu begleiten) (!Agathe für immer zu verlassen) (!Ein neues Haus zu bauen) (!Die Ernte allein einzubringen)





Memory

Ordne die Wörter und Textbilder ihren Bedeutungen zu.

Naßgeweinter Schleier Trauer am Anfang
Gottes Hand Hoffnung auf Bewahrung der Tränen
Dürre Auen Schweres irdisches Leben
Gefilde jener Welt Erhofftes Jenseits
Palmenzweige Kühlung und Trost
Erntezeit Prüfung und Anerkennung guter Taten
Urquell aller Klarheit Vollständige Erkenntnis





Drag and Drop

Ordne jedem Bild aus dem Gedicht die passende Bedeutung zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Tränen Trauer
Gewitter Bedrohung
Blumen Hoffnung
Ernte Anerkennung
Engel Jenseits





Kreuzworträtsel

Lies die Fragen und trage das passende Wort aus dem Gedicht ein.

Schleier Was ist zu Beginn des Gedichts von Tränen nass?
Drangsal Wie nennt das Gedicht eine schwere Belastung des Lebens?
Gewitter Welches Wetterereignis soll die erhoffte andere Welt nicht trüben?
Palmenzweige Welche Pflanzenteile sollen Kühlung bringen?
Korn Was wird in der Ernteszene geworfelt?
Engel Zu welchen himmlischen Wesen möchte die lyrische Stimme gelangen?





LearningApps

Hier findest Du weitere Übungen zur Gedichtanalyse. Es handelt sich um eine Suche nach Lernmaterialien, nicht um ein eigens für diesen aiMOOC erstelltes oder geprüftes Lernspiel.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der Autor des Gedichts heißt Gottfried August

.
Unsere Quellfassung bezieht sich auf die Ausgabe von

.
Das Gedicht hat insgesamt vierzehn

.
Die Stimme im Gedicht heißt lyrisches

.
Zu Beginn spricht sie über ihre

.
Die angesprochene Person heißt

.
Das Wort Drangsal bedeutet großes

.
Die Hoffnung wird mit dem Geist von

verbunden.
Die erhoffte andere Welt wird nicht durch ein

getrübt.
In der Bildsprache stehen Blumen für neuen

.
Das Reimschema ist überwiegend ein

.
Bei einer Gedichtanalyse müssen Deutungen durch

gestützt werden.




Offene Aufgaben

Wichtig: Die folgenden Aufgaben haben keine automatische Bewertung. Besprich Deine Ergebnisse mit einer Lernpartnerin, einem Lernpartner oder der Lehrkraft. Für persönliche Gedanken gibt es nicht immer nur eine richtige Antwort.


Leicht

  1. Wortschatz: Wähle vier schwierige Wörter aus dem Gedicht und erkläre sie mit eigenen Worten. Hilfe: Nutze die Worterklärungen.
  2. Brief: Schreibe einen Brief mit fünf Sätzen aus der erfundenen Sicht des lyrischen Ichs an Agathe. Hilfe: Beginne mit „Ich möchte dir Hoffnung geben ...“. Kennzeichne Deinen Brief als kreative Arbeit, nicht als echten Brief Bürgers.
  3. Vorlesen: Lies die erste Strophe laut vor. Erkläre schriftlich, welche Wörter Du besonders betonst und warum. Hilfe: Beachte die Wörter „Schleier“, „Thränen“ und „Grab“.
  4. Bildbeschreibung: Wähle eines der eingebundenen Bilder und schreibe eine kurze Bildbeschreibung. Erkläre mit einer Versangabe, welches Motiv des Gedichts dazu passt. Hilfe: Nutze „Das Bild zeigt ...“.


Standard

  1. Gedichtanalyse: Schreibe eine kurze Analyse der ersten Strophe mit Beobachtung, Zitat und Deutung. Hilfe: Beginne bei Vers 2.
  2. Textvergleich: Vergleiche zwei Strophen der Quellfassung mit der einfachen Lesefassung. Beschreibe, welche sprachlichen Feinheiten verloren gehen. Hilfe: Vergleiche „Gefilde“ mit „andere Welt“.
  3. Klanggestaltung: Vergleiche die beiden Naturaufnahmen. Schreibe sechs Sätze über die Gefühle, die sie auslösen, und ihren möglichen Bezug zu den Versen 25–32.
  4. Collage: Gestalte eine Collage mit den Gegensätzen „irdisches Leid“ und „erhoffter Trost“. Verwende mindestens drei passende Zitate und gib die Quellen verwendeter Bilder an.


Schwer

  1. Gedichtinterpretation: Entwickle zwei unterschiedliche Deutungen der Jenseitshoffnung. Welche Aussagen stützen diese? Verwende mindestens drei Verse als Belege.
  2. Editionsvergleich: Vergleiche die ersten vier Verse der Fassung von 1789 mit der Fassung von 1778 auf Wikisource. Erkläre, warum die Angabe der Ausgabe bei Zitaten wichtig ist. Hilfe: Prüfe Wortlaut, Schreibweise und Blickrichtung.
  3. Kreatives Schreiben: Schreibe eine Antwort Agathes auf das Gedicht. Zeige, was sie trösten könnte und welche Fragen offen bleiben. Verwende mindestens zwei Motive aus dem Quelltext und kennzeichne den Text als erfunden.
  4. Argumentation: Verfasse einen Text von etwa 180 Wörtern zur Frage „Schenkt religiöse Hoffnung Kraft oder vertröstet sie auf später?“. Stelle zwei Positionen dar und belege beide mit Versen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Diese Aufgaben prüfen vor allem Zusammenhänge und die Übertragung auf andere Situationen.

  1. Perspektive: Erkläre, warum man einen Text aus der Sicht des lyrischen Ichs schreiben kann, ohne zu behaupten, Bürger selbst habe jedes Gefühl erlebt.
  2. Transfer: Eine Person sagt heute: „Dein Einsatz war nicht umsonst.“ Vergleiche diesen Satz mit der Hoffnung auf Anerkennung in den Versen 33–44.
  3. Bildsprache: Erkläre, wie sich die Bedeutung einer Szene verändert, wenn auf ein Gewitter ein klarer Himmel folgt. Beziehe Dich auf mindestens zwei Verse.
  4. Textvergleich: Vergleiche die Wirkung einer historischen Formulierung mit der Wirkung einer vereinfachten Formulierung. Begründe, welche Du in einer Analyse zitieren solltest.
  5. Interpretation: Untersuche, ob das Gedicht eher einen Zustand der Trauer oder eine Bewegung hin zur Hoffnung zeigt. Belege Deine Entscheidung.
  6. Medienkritik: Erkläre, weshalb das später entstandene Gemälde von Caspar David Friedrich zwar beim Verstehen helfen kann, aber kein Beweis für Bürgers Absichten ist.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis verfasst Du eine kurze, selbstständige Gedichtanalyse von ungefähr 250–350 Wörtern.

Du zeigst darin, dass Du:

  1. Autor, Titel und die verwendete Ausgabe richtig nennst.
  2. Das Thema und den Inhalt verständlich zusammenfasst.
  3. Das lyrische Ich vom Autor unterscheidest.
  4. Den Aufbau mit Strophen, Versen und Reimschema beschreibst.
  5. Mindestens zwei sprachliche Bilder erklärst.
  6. Mindestens drei passende Zitate mit Versangaben verwendest.
  7. Eine eigene Deutung entwickelst und begründest.
  8. Historischen Quelltext und moderne Lesefassung unterscheidest.

Bewertungshilfe: Achte auf Textverständnis, richtige Belege, klare Erklärungen und eine nachvollziehbare eigene Deutung.




OERs zum Thema

Quellen und freie Materialien:

  1. TextGrid Repository – An Agathe, Textüberlieferung 1789. Der historische Text ist gemeinfrei. Die digitalen Annotationen von TextGrid sind gesondert unter CC BY 3.0 DE lizenziert.
  2. Zeno.org – Gedichte, Ausgabe 1789.
  3. Wikisource – An Agathe, Ausgabe 1778. Nur zum Editionsvergleich, nicht als Quellfassung unseres Kurses.
  4. Wikimedia Commons – Gottfried August Bürger.
  5. Wikipedia – Gottfried August Bürger.

Wikipedia zum Autor:


Mediennachweise und Rechte

Alle eingebundenen Commons-Dateien wurden über ihre Dateibeschreibungsseiten recherchiert. Die angegebenen Urheber und Lizenzhinweise ermöglichen eine Nachprüfung. Die Bilder aus anderen Jahrhunderten sind Vergleichsmedien und keine authentischen Illustrationen zu „An Agathe“.

  1. Porträt: Johann Heinrich Tischbein der Jüngere, „Gottfried August Bürger“, 1771. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  2. Titelblatt: „Gedichte. Erster Theil. Zweite Ausgabe“, 1789, Verlag Johann Christian Dieterich, Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  3. Gewitterlandschaft: Vincent van Gogh, „Wheatfield under Thunderclouds“, 1890. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  4. Erntebild: Pieter Bruegel der Ältere, „The Harvesters“, 1565. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  5. Abtei: Caspar David Friedrich, „Abtei im Eichwald“, 1809–1810. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  6. Audio Gewitter: Caesar, „Rain and thunder“, 2006. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  7. Audio Vogelgesang: stephan, „Birdsong mild sunny day“, 2007. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  8. Animation: CSU/CIRA und NOAA/NESDIS, „Thunderstorm at Night Over Spain“, 2025. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  9. Video zum lyrischen Ich: Studyflix, „Lyrisches Ich | einfach erklärt“, YouTube, 2022.
  10. Video zu Versmaß und Reimschema: Die Merkhilfe, „Versmaß – Kadenzen – Reimschema“, YouTube, 2016.
  11. Video zu Stilmitteln: Die Merkhilfe, „Rhetorische Stilmittel – Teil 2“, YouTube, 2016.

Lizenzhinweis: Gemeinfreie Commons-Dateien dürfen nach dem angegebenen Rechtsstatus genutzt werden; Namensnennung und Quellenverlinkung erfolgen zur transparenten Dokumentation. Die YouTube-Videos sind externe Einbettungen. Für sie wird keine freie OER-Lizenz behauptet. Die Einbettung bedeutet nicht, dass die Videos verändert oder neu veröffentlicht werden dürfen.

Hinweis zur Quellenkritik: Die historische Quellfassung, die didaktische Lesefassung, die angebotenen Interpretationen und die später entstandenen Vergleichsmedien sind unterschiedliche Arten von Materialien. Diese Unterscheidung ist Teil des Lernziels.



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