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Am andern Advent - Opitz, Martin - Gedichtanalyse

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Am andern Advent - Opitz, Martin - Gedichtanalyse

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Einleitung

Martin Opitz: „Am andern Advent“ ist ein geistliches Gedicht des Barock mit 48 Versen. Du lernst, den alten Wortlaut sicher zu lesen und Deutungen mit genauen Versangaben zu begründen. Zielgruppe: Klassen 9–10; zusätzliche Vertiefungen für Klassen 11–13. Die Lesefassung ist keine Übersetzung und kein neuer Originaltext.

Schon vorhandene Textseite: Gedicht – 2. Am andern Advent – Martin Opitz. Digitale Quellenedition: TextGrid: 2. Am andern Advent. Dort steht auch der Hinweis „Zun Röm. am 15.“; wir lesen den Text im Bezug zu Römer 15.

Martin Opitz, Porträtstich von Jakob von Heyden (1631); gemeinfrei, Wikimedia Commons.


Barock, Bibel und Advent

Martin Opitz (1597–1639) schrieb im 17. Jahrhundert und war ein wichtiger Dichter des Barock. In dieser Zeit waren Glaube, Unsicherheit und Kriegserfahrungen für viele Menschen wichtig. Achtung: Nicht jedes barocke Gedicht handelt von Tod und Vergänglichkeit. Hier stehen Trost, Hoffnung und Zusammenhalt im Mittelpunkt.

Der Advent ist eine christliche Zeit der Erwartung. Der Titel „Am andern Advent“ verweist auf den zweiten Advent. Das Gedicht richtet sich an eine Gemeinschaft. Die Lesung „Zun Röm. am 15.“ verweist auf Kapitel 15 des Römerbriefs. Bibelbezogene Anspielungen werden nicht mit eigenen Worten des Dichters verwechselt.

Adventkranz als heutige Veranschaulichung, kein historisches Bild des Gedichts. Clemens Pfeiffer, CC BY 2.5, Wikimedia Commons.

Video – Barock kurz erklärt (musstewissen Deutsch, funk):

Arbeitsauftrag: Suche im Gedicht zwei Wörter, die zur Adventsbotschaft passen. Begründe deine Wahl anhand der Verse.


Den historischen Wortlaut erschließen

Quellfassung bedeutet hier: die in der TextGrid-Edition wiedergegebene alte Schreibung, nicht die behauptete Rekonstruktion einer Erstausgabe. Lesefassung bedeutet: gleiche Verse in weitgehend heutiger Rechtschreibung. Seltene Formen wie „gebühret“ bleiben erkennbar. Beide Fassungen sind keine Übersetzung. Übersetzung in Alltagssprache erklärt dagegen den Sinn, z. B. „See deß Zweiffels“ (V. 6) als ein Gefühl von tiefer Unsicherheit. Interpretation fragt, warum das Bild eingesetzt wird.

Die folgende Verszählung 1–48 dient diesem Kurs; sie ist zur TextGrid-Fassung nachvollziehbar. Die sechs Acht-Vers-Gruppen sind hier eine Lern-Gliederung; sie beweisen keine originale Strophenaufteilung.

Vers Quellfassung der TextGrid-Edition Lesefassung (behutsam normalisierte Schreibung)
1 Was vor diesem, meine Lieben, Was vor diesem, meine Lieben,
2 Fleissig worden auffgeschrieben, Fleißig worden aufgeschrieben,
3 Was wir in den Schrifften sehn, Was wir in den Schriften sehn,
4 Ist als Lehr, und Trost geschehn, Ist als Lehr und Trost geschehn,
5 Daß nicht möchten die Gedancken, Dass nicht möchten die Gedanken
6 In dem See deß Zweiffels wancken, In dem See des Zweifels wanken,
7 Sondern sich wend' aller Sinn Sondern sich wend' aller Sinn
8 Auff Gedult und Hoffnung hin. Auf Geduld und Hoffnung hin.
9 Aber Gott, so pflegt zu geben Aber Gott, so pflegt zu geben
10 Die Gedult und Trost dem Leben, Die Geduld und Trost dem Leben,
11 Schaffe, daß euch einerley Schaffe, dass euch einerlei
12 Willen nach dem Herren sey, Willen nach dem Herren sei,
13 Daß ihr stäts, wie sichs gebühret, Dass ihr stets, wie sich's gebühret,
14 Des Erlösers Vatter zieret Des Erlösers Vater zieret
15 Und erhebt mit Frölichkeit, Und erhebt mit Fröhlichkeit,
16 Die erschalle weit und breit. Die erschalle weit und breit.
17 Thut zu Hülff' einander kommen, Tut zu Hilf' einander kommen,
18 Wie euch Christus auffgenommen, Wie euch Christus aufgenommen,
19 Christus, welcher als ein Knecht Christus, welcher als ein Knecht
20 Der Beschneidung gab ihr Recht Der Beschneidung gab ihr Recht
21 Und sie ließ an sich erfüllen, Und sie ließ an sich erfüllen,
22 Umb der Warheit Gottes willen, Um der Wahrheit Gottes willen,
23 Der Verheissung Grund zu sehn, Der Verheißung Grund zu sehn,
24 Die den Vättern ist geschehn. Die den Vätern ist geschehn.
25 Die Barmhertzigkeit zu weisen, Die Barmherzigkeit zu weisen,
26 Kan Gott auch ein Heyde preisen, Kann Gott auch ein Heide preisen,
27 Ob er schon, den er erhöht, Ob er schon, den er erhöht,
28 Nicht kennt, wie geschrieben steht: Nicht kennt, wie geschrieben steht:
29 Ich wil zu den Heyden bringen Ich will zu den Heiden bringen
30 Deinen Namen und dir singen. Deinen Namen und dir singen.
31 Freut, ihr Heyden, euch ohn End', Freut, ihr Heiden, euch ohn End',
32 Als das Volck thut, das Gott kennt. Als das Volk tut, das Gott kennt.
33 Lobt den Herren, alle Heyden, Lobt den Herren, alle Heiden,
34 Gar kein Volck soll sein Lob meiden. Gar kein Volk soll sein Lob meiden.
35 Jesaias stimmt auch ein: Jesaja stimmt auch ein:
36 Es wird Jessen Wurtzel seyn; Es wird Jesses Wurzel sein;
37 Er wird prächtig aufferstehen, Er wird prächtig auferstehen,
38 Bey den Heyden sich erhöhen, Bei den Heiden sich erhöhen,
39 Wird auch ihnen seyn ihr Liecht, Wird auch ihnen sein ihr Licht,
40 Ihre Lust und Zuversicht. Ihre Lust und Zuversicht.
41 Gott, der Trost und Hoffnung giebet Gott, der Trost und Hoffnung gibet
42 Und die Menschen hertzlich liebet, Und die Menschen herzlich liebet,
43 Schick' euch mit gewündschter Ruh Schick' euch mit gewünschter Ruh
44 Freud' und Fried im Glauben zu, Freud' und Fried im Glauben zu,
45 Daß sein Geist euch recht regiere Dass sein Geist euch recht regiere
46 Und in wahre Hoffnung führe, Und in wahre Hoffnung führe,
47 In die Hoffnung, welche steht, In die Hoffnung, welche steht,
48 Wann schon alles untergeht. Wenn schon alles untergeht.

Wort-Hilfe: „Schrifften“ = Schriften (V. 3); „Gedult“ = Geduld (V. 8); „Hülff'“ = Hilfe (V. 17); „Vättern“ = Vorfahren (V. 24); „Heyden“ = Menschen außerhalb der damals angesprochenen jüdischen Glaubensgemeinschaft (V. 26 und folgende, historische religiöse Bezeichnung); „Jessen Wurtzel“ = Bild für die Abstammungslinie Jesses/Isais (V. 36). Verwende die historischen Bezeichnungen nicht ungeprüft zur Einteilung heutiger Menschen.

Beispiel einer echten Sinnübertragung: V. 5–8 bedeuten in heutigen Worten: Die schriftliche Botschaft soll Menschen im Zweifel stärken und ihnen Geduld sowie Hoffnung geben. Das ist eine Paraphrase, kein Wortlaut-Zitat.

Selbstcheck: Schlage „Fleissig“ (V. 2) in der Quellfassung nach und vergleiche mit „Fleißig“ in der Lesefassung. Sage, was sich verändert hat und was nicht.


Wer spricht, und wie ist der Text gebaut?

Das lyrische Sprechen beginnt als Ansprache an andere: „meine Lieben“ (V. 1). Es geht nicht um eine einzelne erfundene Hauptfigur. Ab V. 9 folgt eine Bitte an Gott. Die Aufforderung „Thut zu Hülff' einander kommen“ (V. 17) betont Hilfe in der Gemeinschaft. Am Ende wird erneut um Hoffnung, Freude und Frieden gebeten (V. 41–48).

Gedankengang in vier Schritten:

  1. Trost durch überlieferte Texte: V. 1–8.
  2. Wunsch nach gemeinsamem Lob: V. 9–16.
  3. Hilfe füreinander und Hoffnung über Grenzen hinweg: V. 17–40.
  4. Abschließender Segenswunsch: V. 41–48.

Das Gedicht zählt 48 Verse. Für die Textarbeit können wir die Verse als sechs Gruppen zu je acht ordnen. Prüfe diese Einteilung am Wechsel der Gedanken. Ein sprechendes „Ich“ tritt bei der eingebetteten Bibelrede „Ich wil ...“ (V. 29–30) auf; es ist nicht automatisch Opitz als Privatperson.

Mittelalterliche Darstellung eines Jessebaums aus dem „Hortus deliciarum“: Kontextbild zur „Wurtzel“ in V. 36; Herrad von Landsberg, gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Deutungsfrage: Wie wechselt der Text von persönlicher Unsicherheit zur gemeinsamen Hoffnung? Nenne dazu zwei Versbereiche.


Reim, Klang und Bilder

Klang: In V. 1–8 liegen Reimpaare nahe beieinander: „Lieben“ / „auffgeschrieben“ (V. 1–2), „sehn“ / „geschehn“ (V. 3–4), „Gedancken“ / „wancken“ (V. 5–6). Das nennt man Paarreim. Höre laut und prüfe, ob sich die Reimform weiter fortsetzt. Einen streng durchgehenden Versfuß sollte man nicht allein aus dem Schriftbild behaupten.

Bildsprache: „See deß Zweiffels“ (V. 6) ist eine Metapher. Zweifel wirkt wie ein tiefer See, in dem man schwanken kann. „Jessen Wurtzel“ (V. 36) ist ein biblisches Herkunftsbild. „Liecht“ (V. 39) lässt sich als Orientierung und Hoffnung lesen. Diese Deutungen sind durch einzelne Wörter gestützt, aber nicht die einzig möglichen.

Wirkung: Wiederholungen wie „Hoffnung“ (V. 46–47) betonen den Schlusspunkt. Gegensätze entstehen zwischen „Zweiffels“ (V. 6) und „Hoffnung“ (V. 8) sowie zwischen möglichem Untergang und bleibender Hoffnung (V. 47–48).

Animation einer Kerzenflamme: Sinnbild für ein Licht, kein Bild aus Opitz' Zeit. Qwestor, gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Hörbeispiel – Orgelmusik aus dem Advent: Johann Pachelbel, „Nun komm der Heiden Heiland“, gespielt von Burghard Fischer. Diese Musik ist keine Vertonung des Opitz-Gedichts.

Video – Die Lyrik des Barock (Ulrich Kittstein, Universität Mannheim):

Höre und lies: Lies V. 41–48 laut. Wo liegt eine Betonung, die besonders viel Hoffnung ausdrückt? Trenne deine Beobachtung von deiner Deutung.


Mehrere Deutungen und richtig zitieren

Religiöse Lesart: Trost, Hoffnung und Gottes Geist (V. 41–48) werden als christliches Vertrauen verstanden. Soziale Lesart: Die Aufforderung, sich gegenseitig zu helfen (V. 17–18), kann Gemeinschaft stärken. Sprachliche Lesart: Die geordnete Reimfolge gibt einem Text über Unsicherheit eine ruhige Form. Prüfe jede Lesart an konkreten Versen.

Zitiermuster: Das Bild „See deß Zweiffels“ (V. 6) macht innere Unsicherheit anschaulich. Zusammen mit „Gedult und Hoffnung“ (V. 8) zeigt es eine Bewegung weg von der Angst. Beleg ≠ Deutung: Das Zitat steht nachprüfbar im Text; die Wirkung ist eine begründete Aussage von dir.

Gestufte Schreib-Hilfen:

  1. Hilfe 1 – leicht: Wähle ein Wort aus V. 1–8. Notiere die Versnummer und seine heutige Bedeutung.
  2. Hilfe 2 – mittel: Verwende den Satzanfang „Das Bild … in Vers … zeigt …, weil …“ und ergänze einen zweiten Beleg.
  3. Hilfe 3 – anspruchsvoll: Formuliere eine Deutungsthese, prüfe Gegenbelege und unterscheide historische Glaubenssprache von heutigen Erfahrungen.

Drei Schreibaufgaben – eine pro Stufe: Leicht: Paraphrasiere V. 1–8 in fünf kurzen Sätzen. Standard: Erkläre die Bewegung von „Zweiffels“ (V. 6) zu „Hoffnung“ (V. 47) in 120 Wörtern und zitiere zweimal. Schwer: Erörtere in 200 Wörtern, wie das Gedicht Hoffnung und religiöse Gemeinschaft verbindet; nutze drei überprüfte Versbelege und eine Gegenlesart.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz: Prüfe dein Textwissen

Wie beginnt die direkte Anrede in V. 1? (meine Lieben) (!meine Feinde) (!liebe Könige) (!gute Freunde)



Welches Ziel haben die Schriften nach V. 3–8? (Lehre Trost Geduld und Hoffnung vermitteln) (!Nur Kriegsereignisse aufzählen) (!Ein höfisches Fest beschreiben) (!Eine Reise planen)



Welches Bild steht in V. 6? (See des Zweifels) (!Meer der Liebe) (!Berg des Ruhms) (!Wald des Schlafs)



Welche Aufforderung steht in V. 17? (Einander zu Hilfe kommen) (!Allein fortgehen) (!Das Schreiben aufgeben) (!Ein Heer versammeln)



Was beschreibt das Wort Heyden im historischen Text? (Eine religiös bezeichnete Gruppe außerhalb Israels) (!Einen Familiennamen des Dichters) (!Eine mittelalterliche Stadt) (!Ein Musikinstrument)



Welcher Prophet wird in V. 35 erwähnt? (Jesaja) (!Daniel) (!Jona) (!Elija)



Welche Bildwörter stehen in V. 36 und V. 39? (Wurzel und Licht) (!Schloss und Schwert) (!Rose und Regen) (!Krone und Stern)



Welches Stilmittel passt zu See des Zweifels? (Metapher) (!Sachliche Statistik) (!Regieanweisung) (!Direkte Rede eines Königs)



Welche Form lässt sich an den Endwörtern in V. 1–8 erkennen? (Paarreim) (!Durchgehend reimfreier Vers) (!Strenge Terzinenform) (!Ein einziger unreimbarer Vers)



Welche Aussage belegt das Ende V. 46–48? (Hoffnung bleibt auch bei drohendem Untergang) (!Der Sprecher fordert einen Krieg) (!Das Gedicht endet mit einer Hochzeitsfeier) (!Alle Zweifel werden als unbedeutend verlacht)




Memory-Spiel: Begriff und Bedeutung

Quellfassung Überlieferter historischer Schreibstand
Lesefassung Behutsam modernisierte Schreibweise
Metapher Sprachliches Bild ohne wörtlichen Vergleich
Paarreim Reimende in benachbarten Versen
Versbeleg Nachprüfbares Zitat mit Versnummer
Paraphrase Wiedergabe des Sinns in eigenen Worten





Drag-and-Drop: Begriffe zuordnen

Ordne den Versauszug zu. Bedeutungsfeld
See des Zweifels Unsicherheit
Geduld und Hoffnung Zuversicht
Einander zu Hilfe kommen Zusammenhalt
Jesses Wurzel Biblische Herkunft
Freude und Frieden Segenswunsch





Kreuzworträtsel

Hoffnung Was soll laut Schluss auch im Unglück bleiben?
Zweifel Welches Gefühl erscheint als See?
Geduld Welche Haltung steht neben Hoffnung in Vers acht?
Jesaja Welcher Prophet wird in Vers fünfunddreißig genannt?
Wurzel Welches Pflanzenbild steht in Vers sechsunddreißig?
Paarreim Wie heißt der Reim zweier benachbarter Verse?





LearningApps: Weitere Übungen

Das Suchfenster verweist auf fremde Übungen; prüfe deren Quellen selbst.


Lückentext: Inhalt und Analyse

Vervollständige die Aussagen mit dem passenden Wort.
Der Autor des Gedichts heißt Martin

.
Der literarische Epochenbegriff lautet

.
Die Quellfassung bewahrt eine ältere

.
Die Lesefassung erleichtert das

.
In Vers sechs findet sich der See des

.
Der Auftrag in Vers siebzehn fordert gegenseitige

.
Ein Reim aus benachbarten Versen heißt

.
Am Schluss bleibt die

wichtig.
Ein genaues Zitat nennt stets die

.
Eine begründete Erklärung der Wirkung heißt

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Wörter verstehen: Schreibe fünf alte Schreibungen aus der Quellfassung mit heutiger Schreibung auf und nenne je einen Vers.
  2. Einfach schreiben: Fasse V. 1–8 in fünf kurzen Sätzen zusammen; zitiere einmal wortgetreu. (Schreibaufgabe leicht)
  3. Betont lesen: Lies V. 41–48 und kennzeichne im Ausdruck zwei betonte Wörter. Begründe deine Wahl schriftlich.
  4. Bild und Text: Vergleiche den Adventkranz mit „Liecht“ (V. 39). Notiere, was das Bild zeigen kann und was nicht.


Standard

  1. Bildsprache deuten: Deute „See deß Zweiffels“ (V. 6) in 120 Wörtern und belege die Bewegung zur Hoffnung mit einem zweiten Zitat. (Schreibaufgabe Standard)
  2. Reime prüfen: Trage die Endwörter der V. 1–16 ein, markiere Paarreime und beschreibe ihre mögliche Wirkung.
  3. Biblischen Kontext vergleichen: Suche in einer zugänglichen Bibelausgabe Römer 15,4–13. Erstelle eine Tabelle mit zwei inhaltlichen Gemeinsamkeiten und markiere, welche Wörter tatsächlich im Gedicht stehen.
  4. Sprecherrollen prüfen: Untersuche Anrede, Bitten und eingebettete Rede anhand von V. 1, 9, 17 und 29; erläutere die Unterschiede.


Schwer

  1. Argumentierend schreiben: Erörtere in 200–250 Wörtern, ob Hoffnung stärker religiös oder gemeinschaftlich dargestellt wird. Verwende drei sichere Verszitate und eine Gegenlesart. (Schreibaufgabe schwer)
  2. Edition kritisch prüfen: Vergleiche einen Vers der TextGrid-Quelle mit der Lesefassung und erkläre, weshalb Normalisierung keine Übersetzung ist.
  3. Barock einordnen: Prüfe an V. 5–8 und 41–48 die These, jedes Barockgedicht sei vor allem ein Text über den Tod. Nutze mindestens zwei belegte Beobachtungen.
  4. Historische Begriffe reflektieren: Untersuche „Heyden“ (V. 26, 29, 31, 33), erkläre seine damalige Funktion und formuliere eine respektvolle Erklärung für heutige Lesende.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Deutungsthese: Formuliere eine These zur Hoffnung und stütze sie mit zwei korrekt zitierten Versen.
  2. Bild und Wirkung: Erkläre die Metapher in V. 6 und ihre Verbindung zu V. 8.
  3. Epoche kritisch anwenden: Zeige, was am Gedicht barock ist, und vermeide die unbelegte Behauptung, es gehe nur um Vanitas.
  4. Biblische Textarbeit: Unterscheide im Vergleich mit Römer 15 drei Arten von Material: wörtlicher Vers, biblische Parallele, eigene Deutung.
  5. Textstufen prüfen: Erläutere anhand zweier Beispiele, woran du Quellfassung, Lesefassung und Paraphrase erkennst.
  6. Transfer: Prüfe, ob die Aufforderung zur gegenseitigen Hilfe aus V. 17–18 heute in einer Schulgemeinschaft Bedeutung haben kann. Begründe ohne dem Text moderne Wörter zuzuschreiben.


Lernnachweis

Das kannst du nach dem Kurs: Du erschließt 48 Verse aus einer überprüfbaren Quelle; erkennst historische Schreibungen; trennst Quelle, Lesefassung, Paraphrase und Deutung; beschreibst Sprecherrollen, Paarreime und Metaphern; zitierst mit Versnummer; ordnest religiöse und gesellschaftliche Fragen historisch ein. Dein Lernnachweis kann aus einer annotierten Gedichtstelle, dem vollständigen Quiz und einem selbst verfassten Deutungsabsatz mit mindestens zwei echten Belegen bestehen. Gib Quellen der verwendeten Bilder und Aussagen an.


OER und Wikipedia

Textquelle: TextGrid Repository: Martin Opitz, „2. Am andern Advent“, Digitaler Text auf Grundlage einer Edition von 1889; TextGrid-Hinweise zum edierten Datenbestand: CC BY 3.0 DE, Namensnennung TextGrid; das zugrunde liegende historische Gedicht ist gemeinfrei. Die Nummerierung der Verse und die Lesefassung in diesem Kurs sind didaktische Bearbeitungen. Für historische Schreibweisen gilt die Quellfassung.

Nachschlagen: Martin Opitz, Barockliteratur, Advent, Römerbrief. Universität Mannheim: Lehrvideos zum Barock. Wikipedia-Inhalte stehen unter ihren jeweiligen Seitenlizenzen.

Geprüfte Medien und Urheberangaben (Originale auf Wikimedia Commons):

Datei/Video Nachweis Urheber Lizenz und Nutzung
File:Martin Opitz.jpg Originaldatei Jakob von Heyden; Scan Gabor Gemeinfrei / Public Domain Mark
File:Advent wreath.jpg Originaldatei Clemens Pfeiffer, Wien CC BY 2.5, Namensnennung erforderlich
File:Hortus deliciarum Jesse tree.jpg Originaldatei Herrad von Landsberg Gemeinfrei / Public Domain Mark
File:Animation candle flame.gif Originaldatei Qwestor Gemeinfrei, Erklärung des Urhebers
File:Johann Pachelbel Nun komm der Heiden Heiland.ogg Originalaufnahme Burghard Fischer, Orgelaufnahme 2007 CC BY-SA 3.0, alternativ GFDL; Namensnennung erforderlich
https://www.youtube.com/watch?v=f-75XBb2ZiI Barock erklärt musstewissen Deutsch / funk Keine freie Nachnutzung zugesichert; nur YouTube-Link und Einbettung, YouTube-Nutzungsbedingungen
https://www.youtube.com/watch?v=Z_5MyRO7dd0 Videoliste Universität Mannheim Ulrich Kittstein Keine freie Nachnutzung zugesichert; nur YouTube-Link und Einbettung, YouTube-Nutzungsbedingungen

Hinweis: Die beiden Videos, die Orgelmusik und die Kerzenbilder erläutern Epoche bzw. Advent. Sie sind keine Quellen für den genauen Wortlaut des Gedichts.



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