Altern – Interventionsledger als kausales Prüfprotokoll
Altern – Das Interventionsledger als kausales Prüfprotokoll
Status dieses aiMOOC: Entwurf einer prüfbaren Spezifikation für AG-T01. Es wird keine Versuchsdurchführung behauptet. AG-T01 wird hier ausschließlich als Studien- bzw. Protokollkennung behandelt. Wo Populations-, Interventions-, Mess- oder Schwellenwerte nicht vorgegeben sind, muss das Ledger den Zustand MISSING oder einen anderen expliziten Fehlstatus tragen. Ein fehlender Wert darf nicht durch eine Vermutung ersetzt werden.
Ein Interventionsledger ist ein versioniertes Prüfprotokoll, das vorab festlegt, welche Population untersucht werden soll, welches Ausgangsdefizit vorliegt, welcher Eingriff gegen welchen Vergleich geprüft wird, wie Exposition, Frachtbilanz, Synapsenerhalt, Funktion und Schaden gemessen und gemeinsam bewertet werden. Der Zweck ist nicht, einen Erfolg nachträglich zu erzählen, sondern eine Entscheidung so zu spezifizieren, dass Dritte sie anhand derselben Daten, Regeln und Version nachvollziehen können.
Das Thema verbindet Altern, Neurowissenschaften, Kausale Inferenz, Präregistrierung, Reproduzierbarkeit, fehlende Daten, Mediationsanalyse und Forschungsdesign.

Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du eine Interventionsfrage in prüfbare Ledger-Felder zerlegen, Beobachtungen von Modellannahmen trennen, einen kausalen Pfad als Annahme statt als Befund kennzeichnen, fehlende Daten explizit codieren, gemeinsame Erfolgskriterien vor der Auswertung einfrieren, Abbruchregeln definieren und erklären, wann eine vermutete Vermittlung zwischen Eingriff und Funktion nicht identifizierbar ist.
Grundidee des Interventionsledgers
Ein Ledger ist mehr als eine Tabelle. Es verbindet Versionierung, Datenherkunft, Messdefinitionen, kausale Annahmen, Entscheidungsregeln und Änderungsprotokolle. Jede wesentliche Aussage erhält deshalb einen Typ:
| Typ | Bedeutung | Zulässige Formulierung | Unzulässige Verkürzung |
|---|---|---|---|
| OBS | Beobachteter Befund aus tatsächlich vorliegenden Daten | „Messwert X wurde zu Zeitpunkt t mit Methode M erhoben.“ | „X beweist den Mechanismus.“ |
| ASSUMPTION | Modellannahme oder wissenschaftliche Vorannahme | „Es wird angenommen, dass Exposition vor Frachtbilanz liegt.“ | „Die Exposition vermittelt den Effekt.“ |
| PLANNED_TEST | Vorab festgelegter Test | „Der Gruppenunterschied wird mit Schätzer S und Intervall I geprüft.“ | „Wir wählen nach Sichtung der Daten den passendsten Test.“ |
| MISSING | Erforderliche Information fehlt | „Schwellenwert für Synapsenerhalt: MISSING.“ | „Der Wert wird später sinnvoll ergänzt.“ |
| NOT_IDENTIFIABLE | Der gewünschte kausale Parameter ist mit Design, Daten und Annahmen nicht identifizierbar | „Indirekter Effekt: NOT_IDENTIFIABLE, weil Mediator-Outcome-Konfundierung nicht ausgeschlossen ist.“ | „Die Vermittlung ist wahrscheinlich.“ |
| NOT_APPLICABLE | Feld ist begründet nicht anwendbar | „Humane Endpunkte: NOT_APPLICABLE bei nichttierischem Modell.“ | Leerlassen des Feldes |
Diese Typisierung verhindert, dass eine beobachtete Korrelation stillschweigend zu einer kausalen Behauptung wird. Ein statistischer Zusammenhang allein legt die Richtung oder Ursache eines Effekts nicht fest. Kausalität verlangt zusätzliche Design- oder Modellannahmen.

Kausales Arbeitsmodell für AG-T01
Das folgende Arbeitsmodell ist keine Beobachtung, sondern eine zu prüfende Modellannahme:
Zuweisung des Eingriffs → tatsächliche Exposition → Frachtbilanz → Synapsenerhalt → Funktion
Parallel dazu muss mindestens der Pfad
Zuweisung des Eingriffs → Exposition → Schaden
berücksichtigt werden. Zusätzlich können Ausgangsdefizit, Alter, Ausgangsfunktion, Messbedingungen oder andere Prä-Interventionsfaktoren mehrere nachgelagerte Größen beeinflussen. Solche Pfade müssen in einem gerichteten azyklischen Graphen dokumentiert werden, bevor ein Adjustierungsset oder eine Mediationsanalyse festgelegt wird.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Zuweisung und Exposition. Eine Intervention kann zugewiesen sein, ohne dass die geplante Exposition vollständig erreicht wird. Umgekehrt kann Kontamination im Vergleichsarm Exposition erzeugen. Deshalb werden beide Ebenen getrennt protokolliert.
Versionierung und Unveränderlichkeit
Das Ledger wird semantisch versioniert. Die Regel ist nicht kosmetisch: Sie bestimmt, welche Aussagen vor und welche nach Kenntnis der Ergebnisse festgelegt wurden.
| Version | Status | Zulässige Änderungen | Konsequenz |
|---|---|---|---|
| v0.x | DRAFT | Inhalte dürfen ergänzt und korrigiert werden | Noch keine bestätigende Auswertung |
| v1.0 | FROZEN | Erste eingefrorene Fassung vor Entblindung bzw. primärer Outcome-Sichtung | Primäre Prüfregeln sind fixiert |
| v1.y | ADMIN-AMENDMENT | Rechtschreibung, Metadaten, technische Korrekturen ohne Änderung von Endpunkten, Estimanden oder Schwellen | Kein neuer primärer Anspruch |
| v2.0+ | SUBSTANTIVE-AMENDMENT | Änderungen an Population, Endpunkten, Estimanden, Schwellen, Abbruchregeln oder Analyse | Alte Fassung bleibt unverändert; neue Auswertung ist als geändert bzw. explorativ zu kennzeichnen |
Jede eingefrorene Fassung erhält mindestens ledger_id, version, parent_version, created_at, frozen_at, author_role, change_reason und einen kryptografischen Prüfsummenwert, zum Beispiel SHA-256, über eine kanonisch gespeicherte Fassung. So kann überprüft werden, ob die später ausgewertete Spezifikation der eingefrorenen Fassung entspricht.
Änderungslog
| Feld | Pflicht | Regel |
|---|---|---|
| change_id | ja | Eindeutige Änderungskennung |
| from_version | ja | Ausgangsversion |
| to_version | ja | Zielversion |
| changed_fields | ja | Liste der geänderten Feld-IDs |
| reason | ja | Sachlicher Änderungsgrund |
| timing | ja | Vor oder nach Entblindung bzw. Outcome-Sichtung |
| impact_on_claim | ja | NONE, ADMIN, SUBSTANTIVE oder EXPLORATORY |
| approver_role | ja | Verantwortliche Rolle, nicht bloß Name |
Nachträgliche Änderungen dürfen alte Werte nicht überschreiben. Das Ledger ist append-only: Neue Versionen ergänzen die Historie.
Prüfspezifikation AG-T01
Die folgenden neun Kernmodule bilden das minimale Interventionsledger. Für jedes Modul müssen mindestens die Spalten OBS, ASSUMPTION und PLANNED_TEST geführt werden.
Population
| Feld-ID | Inhalt | Status in dieser Spezifikation |
|---|---|---|
| POP-01 | Experimentelle Einheit bzw. Analyseeinheit | MISSING |
| POP-02 | Zielpopulation oder Zielsystem | MISSING |
| POP-03 | Alter bzw. Entwicklungsstadium | MISSING |
| POP-04 | Ein- und Ausschlusskriterien | MISSING |
| POP-05 | Rekrutierungs- oder Auswahlrahmen | MISSING |
| POP-06 | Randomisierung bzw. Zuweisungsmechanismus | MISSING |
| POP-07 | Verblindung in Durchführung, Messung und Analyse | MISSING |
Prüfregel: Das Ledger darf nicht in den Status FROZEN wechseln, solange die experimentelle Einheit, die Population und die Einschlusslogik fehlen. Bei Tiermodellen gehören Spezies, Stamm, Geschlecht, Alter bzw. Entwicklungsstadium und relevante Vorbehandlungen in die Populationsbeschreibung. Bei anderen Systemen sind äquivalente Merkmale zu dokumentieren.
Ausgangsdefizit
Das Ausgangsdefizit ist der vor dem Eingriff definierte Zustand, dessen Verbesserung oder Stabilisierung geprüft werden soll. Es muss operationalisiert werden, bevor Ergebnisse vorliegen.
| Feld-ID | Definition | Prüfbarkeit |
|---|---|---|
| DEF-01 | Konstrukt des Ausgangsdefizits | Begriff und biologische bzw. funktionale Bedeutung angeben |
| DEF-02 | Messmethode | Instrument, Einheit, Kalibrierung und Auswertealgorithmus angeben |
| DEF-03 | Baseline-Zeitfenster | Zeitpunkt oder zulässiges Fenster vor Intervention angeben |
| DEF-04 | Referenz | Vergleichswert oder Referenzpopulation angeben |
| DEF-05 | Defizitschwelle | Numerische Schwelle oder vorab definierte kategoriale Regel angeben |
OBS darf erst gesetzt werden, wenn ein Baselinewert tatsächlich erhoben wurde. Die Annahme „dieses Defizit ist kausal für die spätere Funktionsstörung“ bleibt ASSUMPTION, bis ein passendes Design diese Aussage stützt.
Eingriff
Der Eingriff beschreibt die zugewiesene Manipulation. Er ist von der tatsächlich erreichten Exposition zu trennen.
| Feld-ID | Pflichtinhalt |
|---|---|
| INT-01 | Eingriffsname bzw. neutraler Code |
| INT-02 | Ziel bzw. beabsichtigter Wirkmechanismus als ASSUMPTION |
| INT-03 | Dosis, Intensität oder Manipulationsstärke |
| INT-04 | Applikationsweg bzw. Implementationsform |
| INT-05 | Beginn, Dauer und Frequenz |
| INT-06 | Begleitmaßnahmen |
| INT-07 | Zulässige Abweichungen vom Plan |
Ein behaupteter Mechanismus darf nicht im Eingriffsfeld als Befund gespeichert werden. Beispiel: „soll den Transport verbessern“ ist eine Modellannahme; „hat den Transport verbessert“ wäre nur nach einem vorab definierten Test ein zulässiger Befund.
Vergleich
Der Vergleich muss dieselbe Aufmerksamkeit erhalten wie der Eingriff.
| Feld-ID | Pflichtinhalt |
|---|---|
| CMP-01 | Art des Vergleichs: unbehandelt, Scheinintervention, Referenzintervention oder anderer definierter Vergleich |
| CMP-02 | Begründung des Vergleichs |
| CMP-03 | Gleichbehandlung außerhalb der Intervention |
| CMP-04 | Kontaminationsrisiko |
| CMP-05 | Abweichungen und Cross-over-Regeln |
Prüfregel: Ein Vergleich ohne dokumentierte Gleichbehandlung außerhalb des interessierenden Eingriffs erzeugt eine offene Konfundierungsfrage und muss im Ledger markiert werden.
Exposition
Exposition bezeichnet die tatsächlich erreichte oder gemessene Einwirkung des Eingriffs. Sie ist ein möglicher Mediator zwischen Zuweisung und nachgelagerten Endpunkten.
| Feld-ID | Pflichtinhalt |
|---|---|
| EXP-01 | Expositionsmarker oder Dosismaß |
| EXP-02 | Einheit und Messmethode |
| EXP-03 | Zeitpunkt relativ zum Eingriff |
| EXP-04 | Zielbereich oder Mindestexposition |
| EXP-05 | Adhärenz bzw. Implementationsgrad |
| EXP-06 | Kontamination des Vergleichs |
Erfolg auf Expositionsebene liegt nur vor, wenn der vorab festgelegte Expositionskontrast die eingefrorene Mindestschwelle E_min erreicht. E_min muss vor FROZEN numerisch mit Einheit angegeben sein. Fehlt E_min, ist der Erfolg auf dieser Ebene nicht beurteilbar.
Frachtbilanz
„Frachtbilanz“ wird hier neutral als Bilanz der für AG-T01 relevanten molekularen, organellären oder sonstigen zellulären Fracht verstanden. Welche Fracht gemeint ist, ist derzeit MISSING und darf nicht aus dem Begriff erraten werden.
Eine prüfbare Bilanz kann aus folgenden Komponenten bestehen:
Bilanzrest = Eingang + lokale Bildung − Ausgang − Abbau − Bestandsänderung
Diese Gleichung ist eine Prüfstruktur, keine Behauptung darüber, welche Terme im konkreten AG-T01-System biologisch relevant sind. Nicht anwendbare Terme werden als NOT_APPLICABLE dokumentiert, nicht stillschweigend auf null gesetzt.
| Feld-ID | Pflichtinhalt |
|---|---|
| FRG-01 | Identität der Fracht |
| FRG-02 | Räumliches Kompartiment |
| FRG-03 | Eingangsfluss und Einheit |
| FRG-04 | Ausgangsfluss und Einheit |
| FRG-05 | Bildung und Abbau, falls relevant |
| FRG-06 | Bestandsänderung im definierten Zeitfenster |
| FRG-07 | Bilanzrest und zulässige Messfehlertoleranz |
| FRG-08 | Biologisch gewünschter Zielbereich B_target |
Erfolg auf Frachtbilanzebene bedeutet nicht automatisch „größer ist besser“. Vor FROZEN muss ein Zielintervall oder eine gerichtete Mindeständerung B_target festgelegt werden. Nachträgliche Auswahl der günstigen Richtung ist unzulässig.
Synapsenerhalt


Synapsenerhalt kann strukturell, molekular, physiologisch oder multimodal operationalisiert werden. Die konkrete AG-T01-Messung ist derzeit MISSING.
| Feld-ID | Pflichtinhalt |
|---|---|
| SYN-01 | Primärer Synapsenmarker oder primäre Synapsenmetrik |
| SYN-02 | Messbereich und räumliche Einheit |
| SYN-03 | Zeitpunkt relativ zur Exposition |
| SYN-04 | Auswertealgorithmus und Verblindung |
| SYN-05 | Reproduzierbarkeits- bzw. Reliabilitätskriterium |
| SYN-06 | Klinisch bzw. biologisch relevante Mindestdifferenz S_min |
Erfolg auf Synapsenebene liegt vor, wenn der primäre, vorab definierte Schätzer den Vergleich zugunsten des Eingriffs mindestens um S_min überschreitet und die vorab definierte Unsicherheitsregel erfüllt. Welche Intervallregel verwendet wird, muss vor FROZEN eingetragen werden.
Funktion
Funktion ist der nachgelagerte Endpunkt, der zeigen soll, ob ein struktureller oder molekularer Erhalt mit einer relevanten Leistungs- oder Systemfunktion einhergeht. Das konkrete Funktionsmaß ist MISSING.
| Feld-ID | Pflichtinhalt |
|---|---|
| FUN-01 | Primärer Funktionsendpunkt |
| FUN-02 | Messmethode und Einheit |
| FUN-03 | Baseline-Korrektur oder Veränderungsmaß |
| FUN-04 | Zeitpunkt |
| FUN-05 | Minimal relevante Verbesserung F_min |
| FUN-06 | Umgang mit Deckeneffekten, Bodeneffekten und wiederholten Messungen |
Erfolg auf Funktionsebene erfordert, dass die eingefrorene Mindestdifferenz F_min erreicht wird. Ein signifikanter, aber kleinerer Effekt erfüllt die vorab definierte Erfolgsregel nicht automatisch.
Schaden
Schaden wird parallel zum Nutzen bewertet. Ein Interventionsledger ist unvollständig, wenn es nur günstige Endpunkte erfasst.
| Feld-ID | Pflichtinhalt |
|---|---|
| HRM-01 | Erwartete Schadensarten |
| HRM-02 | Unerwartete Ereignisse und Erfassungsverfahren |
| HRM-03 | Schweregradskala |
| HRM-04 | Häufigkeit und Beobachtungsfenster |
| HRM-05 | Vorab definierte Schadensgrenze H_max |
| HRM-06 | Sentinel-Ereignisse für sofortigen Stopp |
| HRM-07 | Zuständigkeit für Sicherheitsentscheidung |
Bei Tierstudien müssen Schmerzen, Leiden und Belastung sowie humane Endpunkte entsprechend dem genehmigten Studienrahmen dokumentiert werden. ARRIVE 2.0 fordert unter anderem die Beschreibung von Studiendesign, Vergleichsgruppen, Ein- und Ausschlusskriterien, Randomisierung, Verblindung, Outcomes, Verfahren, unerwünschten Ereignissen und humanen Endpunkten.
Gemeinsame Erfolgskriterien
Die Erfolgskriterien werden vor Kenntnis der primären Ergebnisse eingefroren. AG-T01 gilt nur dann als PRIMARY_SUCCESS, wenn alle folgenden Gates erfüllt sind:
| Gate | Kriterium | Status ohne vorab festgelegte Schwelle |
|---|---|---|
| G1 Exposition | Expositionskontrast erreicht E_min | NOT_EVALUABLE |
| G2 Frachtbilanz | Vorab definierter Zielbereich B_target wird erreicht | NOT_EVALUABLE |
| G3 Synapsenerhalt | Primärer Synapsenschätzer erreicht S_min nach eingefrorener Unsicherheitsregel | NOT_EVALUABLE |
| G4 Funktion | Primärer Funktionsschätzer erreicht F_min nach eingefrorener Unsicherheitsregel | NOT_EVALUABLE |
| G5 Schaden | H_max wird nicht überschritten und kein Sentinel-Ereignis tritt ein | NOT_EVALUABLE |
| G6 Datenintegrität | Fehlquote primärer Daten bleibt unter M_max und keine kritische Integritätsverletzung liegt vor | NOT_EVALUABLE |
Die gemeinsame Regel ist damit eine Konjunktion: Kein günstiges Einzelergebnis darf ein nicht bestandenes Sicherheits-, Funktions- oder Datenintegritäts-Gate kompensieren. E_min, B_target, S_min, F_min, H_max und M_max sind derzeit MISSING und müssen vor dem Übergang zu FROZEN numerisch, mit Einheit und Begründung festgelegt werden.
SECONDARY_SIGNAL darf verwendet werden, wenn einzelne Gates erfüllt sind, PRIMARY_SUCCESS aber nicht. Diese Kategorie darf nicht nachträglich in „Erfolg“ umbenannt werden.
Abbruch-, Pausen- und Invaliderungsregeln
Abbruchregeln unterscheiden zwischen Sicherheitsstopp, Futility-Stopp und methodischer Invalidation.
- Sicherheitsstopp: Sofortige Pause oder Beendigung bei einem vorab definierten Sentinel-Ereignis oder bei Überschreiten der eingefrorenen Schadensgrenze H_max.
- Futility: Ein Abbruch wegen Aussichtslosigkeit ist nur zulässig, wenn ein vorab spezifiziertes Zwischenanalyseverfahren zeigt, dass die verbleibende Studie das gemeinsame Erfolgskriterium nach der festgelegten Regel nicht mehr erreichen kann.
- Datenintegrität: Kritische Verletzungen der Zuweisung, Entblindung, Kontamination, Gerätefehlkalibrierung oder nicht rekonstruierbare Datenverluste führen nicht automatisch zu biologischem „Misserfolg“, sondern zu STATUS = INVALID_FOR_PRIMARY_CLAIM, sofern die vorab festgelegte Integritätsgrenze überschritten ist.
- Protokollabweichung: Substantielle Abweichungen werden protokolliert und lösen eine neue Major-Version aus; die alte primäre Spezifikation bleibt unverändert.
- Ungeplante Zwischenanalyse: Eine ungeplante Sichtung primärer Outcomes beendet den Status einer vollständig verblindeten Primäranalyse und muss als Abweichung dokumentiert werden.
Bei Tierstudien gelten zusätzlich die behördlich bzw. ethisch genehmigten humanen Endpunkte. Das Ledger darf diese nicht abschwächen.
Fehlende Daten und nicht identifizierbare Vermittlung
Fehlende Daten sind selbst ein Befund über die Datenlage. Sie werden nicht als null codiert. Zulässige Statuswerte sind:
| Status | Bedeutung |
|---|---|
| MISSING | Wert sollte vorhanden sein, fehlt aber |
| NOT_COLLECTED | Wert wurde planmäßig oder irrtümlich nicht erhoben |
| LOST | Wert war vorhanden, ist aber nicht rekonstruierbar |
| BELOW_DETECTION | Messung liegt unter definierter Nachweisgrenze |
| NOT_APPLICABLE | Feld trifft sachlich nicht zu |
| UNKNOWN | Ursache des Fehlens ist unbekannt |
Das Ledger speichert zusätzlich für jedes primäre Outcome den Missingness-Anteil, den Zeitpunkt des Ausfalls, bekannte Gründe und die vorab festgelegte Analyse. Complete-Case-Analysen, Imputation oder Gewichtungsverfahren dürfen nicht erst nach Blick auf günstige Resultate ausgewählt werden.
Mediation: wann ist der Mechanismus nicht identifizierbar?
Eine beobachtete Abfolge Exposition → Frachtbilanz → Synapsenerhalt → Funktion beweist keine Vermittlung. Ein indirekter Effekt wird als NOT_IDENTIFIABLE markiert, wenn die zur Identifikation nötigen Bedingungen im konkreten Design nicht plausibel begründet oder durch Design abgesichert sind. Dazu gehören insbesondere:
- Zeitliche Ordnung: Der Mediator muss vor dem nachgelagerten Outcome gemessen oder anderweitig zeitlich eindeutig eingeordnet sein.
- Konfundierung: Relevante gemeinsame Ursachen von Mediator und Outcome dürfen nicht unkontrolliert bleiben.
- Post-Treatment-Konfundierung: Durch den Eingriff selbst verursachte gemeinsame Ursachen von späterem Mediator und Outcome dürfen nicht mit einer Standardmediation stillschweigend ignoriert werden.
- Messfehler: Starker oder differenzieller Messfehler in Exposition, Mediator oder Outcome kann die Vermittlungsanalyse verzerren.
- Positivität: Für die zu vergleichenden Konstellationen muss hinreichende Datenunterstützung bestehen.
- Modellidentifikation: Der gewählte direkte oder indirekte Effekt muss aus dem spezifizierten Design und den Annahmen ableitbar sein.
Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, darf das Ledger weiterhin Assoziationen entlang des Pfads berichten, aber keinen identifizierten indirekten kausalen Effekt behaupten.
Geplante Tests als Prüfmatrix
| ID | Fragestellung | Primärer Schätzer | Voraussetzung | Ergebnisstatus |
|---|---|---|---|---|
| T-EXP | Verändert Zuweisung die tatsächliche Exposition? | Eingefrorener Kontrast | EXP-Felder vollständig | PASS / FAIL / NOT_EVALUABLE |
| T-FRG | Verändert die Exposition die vorab definierte Frachtbilanz? | Vorab spezifizierter Effekt | Zeitordnung und Adjustierungsset dokumentiert | PASS / FAIL / NOT_IDENTIFIABLE |
| T-SYN | Erhält der Eingriff Synapsen relativ zum Vergleich? | Primärer Synapsenschätzer | SYN-01 bis SYN-06 vollständig | PASS / FAIL / NOT_EVALUABLE |
| T-FUN | Verbessert oder erhält der Eingriff Funktion? | Primärer Funktionsschätzer | FUN-01 bis FUN-06 vollständig | PASS / FAIL / NOT_EVALUABLE |
| T-HRM | Bleibt Schaden unter H_max? | Vorab definierte Sicherheitsmetrik | HRM-01 bis HRM-07 vollständig | PASS / FAIL / STOP |
| T-MED | Wird der Effekt über den vorgesehenen Pfad vermittelt? | Vorab definierter indirekter Effekt | Identifikationsbedingungen erfüllt | ESTIMABLE / NOT_IDENTIFIABLE |
Datenmodell des Ledgers
Jeder Datensatz muss folgende Metafelder besitzen:
| Feld | Datentyp | Pflicht | Beispielstatus |
|---|---|---|---|
| ledger_id | String | ja | AG-T01 |
| ledger_version | String | ja | v0.1 |
| record_id | String | ja | SYN-01 |
| evidence_type | Enum | ja | OBS, ASSUMPTION oder PLANNED_TEST |
| value | typabhängig | ja | Messwert, Text, Schwelle oder Missing-Code |
| unit | String | falls numerisch | MISSING zulässig |
| timepoint | Zeitangabe | falls zeitabhängig | MISSING nicht stillschweigend |
| source | Provenienz | ja | Rohdatensatz, SOP, Protokollabschnitt |
| analysis_set | String | bei Tests | ITT, Per-Protocol oder anderes vorab definiertes Set |
| blinded_status | Enum | ja | BLINDED, UNBLINDED |
| qc_status | Enum | ja | PASS, WARN, FAIL |
| missing_reason | Enum | bei fehlendem Wert | UNKNOWN, NOT_COLLECTED, LOST usw. |
Ein maschinenprüfbarer Validator muss mindestens sicherstellen, dass Pflichtfelder vorhanden sind, Einheiten zu numerischen Schwellen existieren, primäre Endpunkte eindeutig sind, Schwellen vor FROZEN gesetzt sind, Versionen nicht rückwirkend überschrieben werden und jedes NOT_IDENTIFIABLE eine dokumentierte Begründung besitzt.
Minimale Freeze-Checkliste
Vor dem Status FROZEN müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Population: POP-01 bis POP-07 sind ausgefüllt oder begründet NOT_APPLICABLE.
- Ausgangsdefizit: DEF-01 bis DEF-05 sind operationalisiert.
- Intervention und Vergleich: INT- und CMP-Felder sind vollständig.
- Exposition: E_min ist mit Einheit und Messzeitpunkt definiert.
- Frachtbilanz: Fracht, Kompartiment, Bilanzterme und B_target sind festgelegt.
- Synapsenerhalt: Primärer Marker und S_min sind definiert.
- Funktion: Primärer Funktionsendpunkt und F_min sind definiert.
- Schaden: H_max und Sentinel-Ereignisse sind definiert.
- Fehlende Daten: M_max und Missing-Data-Strategie sind festgelegt.
- Statistische Analyse: Primäre Schätzer, Unsicherheitsmaße, Multiplikitätsregeln und Analysepopulation sind eingefroren.
- Mediation: Identifikationsannahmen und geplante Sensitivitätsanalyse sind dokumentiert oder T-MED steht vorab auf NOT_IDENTIFIABLE.
- Versionierung: Prüfsumme, Zeitstempel und Änderungslog sind erzeugt.

Beispiel für die Trennung von Befund, Annahme und Test
| Ledger-Zeile | Korrekte Klassifikation | Beispiel |
|---|---|---|
| AG-T01/EXP | ASSUMPTION | „Die Zuweisung soll die Exposition erhöhen.“ |
| AG-T01/EXP | PLANNED_TEST | „Der Expositionskontrast wird gegen E_min geprüft.“ |
| AG-T01/EXP | OBS | „Gemessener Expositionswert je Einheit mit Zeitpunkt und Methode.“ |
| AG-T01/MED | ASSUMPTION | „Frachtbilanz vermittelt einen Teil des Effekts auf Synapsenerhalt.“ |
| AG-T01/MED | PLANNED_TEST | „Indirekter Effekt wird nur geschätzt, wenn Identifikationsbedingungen erfüllt sind.“ |
| AG-T01/MED | OBS | „Assoziation zwischen Frachtmaß und Synapsenmaß.“ |
Die letzte Zeile ist absichtlich vorsichtig: Eine Assoziation zwischen Mediator und Outcome ist noch kein Nachweis einer kausalen Vermittlung.
Methodische Bezugspunkte
Die Spezifikation orientiert sich an Grundideen transparenter Forschung: vorab definierte Vergleichsgruppen, Ein- und Ausschlusskriterien, Randomisierung und Verblindung soweit anwendbar, klar definierte Outcomes, dokumentierte statistische Methoden, Protokollregistrierung, Datenzugang und die explizite Erfassung unerwünschter Ereignisse. Für tierexperimentelle Arbeiten bieten die ARRIVE-2.0-Leitlinien einen etablierten Berichtsrahmen. Präregistrierung und versionierte Protokolle helfen dabei, bestätigende von nachträglich entwickelten Analysen zu unterscheiden.
| Ressource | Nutzen für das Ledger |
|---|---|
| ARRIVE Guidelines 2.0 | Design, Berichterstattung, Tierwohl, unerwünschte Ereignisse, humane Endpunkte |
| Kausalität | Unterscheidung von Zusammenhang und Ursache |
| Gerichteter Graph | Formale Darstellung gerichteter Beziehungen |
| Imputation (Statistik) | Umgang mit fehlenden Werten |
| Registered report | Präregistrierung und Trennung von Planung und Ergebniskenntnis |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aussage beschreibt den Zweck des AG-T01-Ledgers am besten? (Eine vorab prüfbare und versionierte Spezifikation von Intervention, Messung und Entscheidung) (!Eine nachträgliche Zusammenfassung nur erfolgreicher Befunde) (!Ein Ersatz für Rohdaten) (!Ein Beweis für einen Wirkmechanismus)
Welcher Status kennzeichnet einen beobachteten Befund? (OBS) (!ASSUMPTION) (!PLANNED_TEST) (!NOT_APPLICABLE)
Wie soll ein erforderlicher, aber unbekannter Schwellenwert im Ledger behandelt werden? (Als MISSING markieren) (!Mit null ersetzen) (!Aus ähnlichen Studien übernehmen ohne Kennzeichnung) (!Nach der Auswertung festlegen)
Warum werden Zuweisung und Exposition getrennt erfasst? (Weil zugewiesener Eingriff und tatsächlich erreichte Einwirkung auseinanderfallen können) (!Weil Exposition immer vor der Zuweisung liegt) (!Weil die Vergleichsgruppe keine Exposition haben kann) (!Weil dadurch Verblindung unnötig wird)
Wann gilt die gemeinsame PRIMARY_SUCCESS-Regel als erfüllt? (Wenn alle vorab definierten Gates erfüllt sind) (!Wenn mindestens ein Nutzenendpunkt signifikant ist) (!Wenn der Synapsenmarker besser wird) (!Wenn keine fehlenden Werte existieren)
Was bedeutet NOT_IDENTIFIABLE bei einer Mediationsanalyse? (Der gewünschte kausale Vermittlungseffekt ist aus Design, Daten und Annahmen nicht eindeutig identifizierbar) (!Der Mediator wurde sicher widerlegt) (!Die Intervention wirkt nicht) (!Der Datensatz enthält keine Variablen)
Was muss mit einer substantiellen Änderung nach dem Freeze geschehen? (Sie erhält eine neue Major-Version und die alte Fassung bleibt erhalten) (!Sie überschreibt die alte Spezifikation) (!Sie wird nur mündlich dokumentiert) (!Sie darf ohne Kennzeichnung in die Primäranalyse eingehen)
Welche Aussage zur Frachtbilanz ist korrekt? (Der biologisch gewünschte Zielbereich muss vorab definiert werden) (!Größere Werte sind grundsätzlich besser) (!Nicht gemessene Terme werden automatisch zu null) (!Die Bilanz ersetzt Funktionsmessungen)
Welche Regel gehört zum Schadensmodul? (Eine vorab definierte Schadensgrenze und Sentinel-Ereignisse) (!Schaden wird nur nach einem positiven Wirksamkeitstest geprüft) (!Unerwartete Ereignisse werden nicht erfasst) (!Schadensdaten dürfen ohne Grund fehlen)
Welche Aussage trennt Beobachtung und Kausalität korrekt? (Eine beobachtete Assoziation allein beweist keine kausale Vermittlung) (!Jede zeitliche Reihenfolge beweist eine Vermittlung) (!Ein signifikanter Zusammenhang identifiziert automatisch den Mechanismus) (!Ein Mediator muss nicht vor dem Outcome liegen)
Memory
| OBS | beobachteter Befund |
| ASSUMPTION | Modellannahme |
| PLANNED_TEST | vorab festgelegte Prüfung |
| MISSING | erforderlicher Wert fehlt |
| NOT_IDENTIFIABLE | kausaler Parameter nicht identifizierbar |
| Exposition | tatsächlich erreichte Einwirkung |
| Frachtbilanz | Bilanz definierter Transport- oder Bestandsgrößen |
| Sentinel-Ereignis | sofort relevante Sicherheitsgrenze |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Population | Wer oder was bildet die Ziel- und Analyseeinheit? |
| Exposition | Welche Einwirkung wurde tatsächlich erreicht? |
| Frachtbilanz | Wie werden definierte Ein- und Ausgänge sowie Bestandsänderungen bilanziert? |
| Synapsenerhalt | Welche vorab definierte synaptische Struktur oder Funktion bleibt erhalten? |
| Schaden | Welche unerwünschten Effekte und Sicherheitsgrenzen werden erfasst? |
Kreuzworträtsel
| Population | Wie heißt die definierte Zielgruppe oder Zielmenge einer Untersuchung? |
| Exposition | Wie heißt die tatsächlich erreichte Einwirkung eines Eingriffs? |
| Kontrolle | Wie kann eine Vergleichsbedingung kurz bezeichnet werden? |
| Synapse | Welche neuronale Kontaktstruktur soll im entsprechenden Ledger-Modul erhalten werden? |
| Funktion | Welcher nachgelagerte Leistungsbereich wird neben Struktur und Schaden geprüft? |
| Versionierung | Welches Prinzip erhält alte Protokollstände und macht Änderungen nachvollziehbar? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Ledger-Felder: Erstelle für ein fiktives AG-T01-Beispiel eine Tabelle mit je einem Feld zu Population, Ausgangsdefizit, Eingriff, Vergleich und Schaden.
- Evidenztypen: Formuliere jeweils zwei Sätze als OBS, ASSUMPTION und PLANNED_TEST und begründe Deine Zuordnung.
- Fehlende Daten: Entwickle fünf realistische Missingness-Situationen und wähle für jede einen passenden Status wie MISSING, LOST oder NOT_COLLECTED.
- Kausaldiagramm: Zeichne den Pfad Zuweisung → Exposition → Frachtbilanz → Synapsenerhalt → Funktion und markiere alle Pfeile als Annahmen.
Standard
- Freeze-Checkliste: Entwirf eine vollständige Checkliste, die den Wechsel von DRAFT zu FROZEN nur bei ausgefüllten Pflichtfeldern erlaubt.
- Erfolgskriterien: Definiere für ein fiktives Messsystem E_min, B_target, S_min, F_min, H_max und M_max einschließlich Einheit und Begründung.
- Abbruchregel: Schreibe eine Sicherheits- und eine Futility-Regel so, dass zwei unabhängige Prüfer zum selben Ergebnis kommen.
- Versionierung: Simuliere eine Änderung von v1.0 zu v2.0 und dokumentiere Feldänderung, Grund, Zeitpunkt und Auswirkung auf den primären Anspruch.
Schwer
- Mediationsanalyse: Entwickle ein Szenario, in dem Frachtbilanz als Mediator plausibel, aber wegen Post-Treatment-Konfundierung nicht identifizierbar ist.
- Datenintegrität: Entwirf einen Validator mit mindestens zehn maschinenprüfbaren Regeln für das AG-T01-Ledger.
- Sensitivitätsanalyse: Formuliere einen Plan, wie robuste Schlussfolgerungen trotz plausibler Missing-Data-Mechanismen geprüft werden können, ohne die Methode nach dem Ergebnis auszuwählen.
- Reproduzierbarkeit: Tausche Dein Ledger mit einer anderen Person und prüfe, ob sie ohne Zusatzwissen dieselbe PRIMARY_SUCCESS-, STOP- oder NOT_EVALUABLE-Entscheidung treffen kann.


Lernkontrolle
- Transfer auf neue Interventionen: Übertrage das Ledger auf eine andere Intervention und begründe, welche Felder unverändert bleiben und welche domänenspezifisch neu definiert werden müssen.
- Kausalität und Messung: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum eine Verbesserung der Frachtbilanz nicht automatisch beweist, dass sie den Funktionseffekt vermittelt.
- Erfolg trotz Teilbefund: Ein Eingriff verbessert Synapsenerhalt, erreicht aber F_min nicht. Leite aus der gemeinsamen Gate-Regel die korrekte Ledger-Entscheidung ab und diskutiere, welche wissenschaftliche Information dennoch erhalten bleibt.
- Schaden-Nutzen-Abwägung: Entwickle zwei Fälle mit gleichem Funktionsnutzen, aber unterschiedlichem Schadensprofil und zeige, wie H_max die Interpretation verändert.
- Protokolländerung: Bewerte einen Fall, in dem S_min nach Sichtung der Daten abgesenkt wird. Zeige, warum die ursprüngliche Primärregel erhalten bleiben muss.
- Missing Data: Vergleiche zwei unterschiedliche Mechanismen fehlender Funktionsdaten und erläutere, warum dieselbe Auswertungsmethode nicht automatisch in beiden Fällen angemessen ist.
- Identifizierbarkeit: Nenne die Informationen, die fehlen würden, wenn ein indirekter Effekt über Exposition und Frachtbilanz nicht identifizierbar ist, und schlage ein verbessertes Design vor.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern ein prüfbares Interventionsledger selbst entwerfen und auditieren kannst. Wichtig sind:
- Versionierte Spezifikation: Eine vollständige AG-T01-Struktur mit Versionsstatus, Änderungslog und Freeze-Regel.
- Trennung von Evidenztypen: Saubere Kennzeichnung von OBS, ASSUMPTION und PLANNED_TEST.
- Kernmodule: Population, Ausgangsdefizit, Eingriff, Vergleich, Exposition, Frachtbilanz, Synapsenerhalt, Funktion und Schaden.
- Gemeinsame Erfolgskriterien: Explizite Gates mit vorab festgelegten Schwellen und Einheiten.
- Abbruchregeln: Reproduzierbare Sicherheits-, Futility- und Invaliderungsregeln.
- Fehlende Daten: Transparente Missingness-Codes und vorab definierter Umgang.
- Mediation: Fähigkeit, identifizierbare von nicht identifizierbarer Vermittlung zu unterscheiden.
- Auditierbarkeit: Nachweis, dass eine unabhängige Person dieselben Entscheidungen aus denselben Ledgerdaten ableiten kann.
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