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Abend - Rilke, Rainer Maria - Gedichtanalyse

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Abend - Rilke, Rainer Maria - Gedichtanalyse

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Einleitung

Abend - Rilke, Rainer Maria - Gedichtanalyse

Fach: Deutsch | Zielgruppe: Klasse 9–10 und 11–13 | Thema: Lyrik, Moderne, Gedichtinterpretation

Rainer Maria Rilkes Gedicht „Abend“ beginnt mit den Worten „Der Abend wechselt langsam die Gewänder“. In zwölf Versen beschreibt es den Übergang vom Tag zur Nacht. Dabei geht es auch um Unsicherheit, Veränderung und das menschliche Leben.

Du lernst, das Gedicht genau zu lesen, sprachliche Bilder zu verstehen und Deine Deutung mit Verszitaten zu begründen.

Wichtig: Der Originaltext ist bereits auf der vorhandenen Seite Gedicht - Abend - Rilke, Rainer Maria verlinkt. Diese Gedichtanalyse ergänzt die Textseite und ersetzt sie nicht.

Rainer Maria Rilke, Fotografie von 1900. Fotograf unbekannt, gemeinfrei. Quelle: Wikimedia Commons.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Textstellen richtig zitieren und Versnummern angeben.
  2. Aufbau, Reim und Rhythmus untersuchen.
  3. Sprachliche Bilder erklären.
  4. Lyrisches Sprechen erkennen und beschreiben.
  5. Eigene Deutungen begründen.
  6. Das Gedicht in die Moderne einordnen und mit dem Expressionismus vergleichen.


Gedichttext und Textfassungen


Quellfassung: Rilkes Text von 1906

Rainer Maria Rilke: Abend

Aus: Das Buch der Bilder, zweite sehr vermehrte Auflage, 1906, 1. Buch, Teil 2, Seite 58.

Die folgende Quellfassung folgt der auf Grundlage des historischen Drucks korrigierten Wikisource-Ausgabe. Schreibweise und Satzzeichen bleiben erhalten. Nur die Versnummern wurden zur Orientierung ergänzt.

1 Der Abend wechselt langsam die Gewänder,
2 die ihm ein Rand von alten Bäumen hält;
3 du schaust: und von dir scheiden sich die Länder,
4 ein himmelfahrendes und eins, das fällt:

5 und lassen dich, zu keinem ganz gehörend,
6 nicht ganz so dunkel wie das Haus das schweigt,
7 nicht ganz so sicher Ewiges beschwörend
8 wie das was Stern wird jede Nacht und steigt –

9 und lassen dir (unsäglich zu entwirrn)
10 dein Leben, bang und riesenhaft und reifend,
11 so daß es, bald begrenzt und bald begreifend,
12 abwechselnd Stein in dir wird und Gestirn.

Textquelle: Wikisource: Abend (Rilke). Die dortige Quellfassung wurde zweimal anhand des Drucks korrekturgelesen.

Rechte: Der Originaltext ist in Deutschland gemeinfrei. Rilke starb 1926.

Bäume in der Abenddämmerung. Foto: Austin Moon, CC BY-SA 4.0. Bildfrage: Wie passt dieses Foto zu den Versen 1 und 2?


Lesefassung: heutige Schreibweise

In dieser redaktionell modernisierten Lesefassung werden nur einige Kommas ergänzt und „so daß“ zu „so dass“ geändert. Es handelt sich nicht um einen zweiten historischen Textzeugen und nicht um eine Übersetzung.

1 Der Abend wechselt langsam die Gewänder,
2 die ihm ein Rand von alten Bäumen hält;
3 du schaust: und von dir scheiden sich die Länder,
4 ein himmelfahrendes und eins, das fällt:

5 und lassen dich, zu keinem ganz gehörend,
6 nicht ganz so dunkel wie das Haus, das schweigt,
7 nicht ganz so sicher Ewiges beschwörend
8 wie das, was Stern wird jede Nacht und steigt –

9 und lassen dir (unsäglich zu entwirrn)
10 dein Leben, bang und riesenhaft und reifend,
11 so dass es, bald begrenzt und bald begreifend,
12 abwechselnd Stein in dir wird und Gestirn.

Vergleiche: Wo wurden Satzzeichen ergänzt? Warum muss man diese Änderungen beim Zitieren einer historischen Quelle beachten?

Für überprüfbare Textbelege in diesem Kurs gilt die Quellfassung von 1906.


Übersetzung, Übertragung und Interpretation

Quellfassung: Sie gibt den Wortlaut einer bestimmten historischen Ausgabe wieder.

Lesefassung: Sie erleichtert das heutige Lesen. Änderungen sind gekennzeichnet.

Übersetzung: Sie überträgt einen Text in eine andere Sprache. Für dieses deutschsprachige Gedicht ist hier keine fremdsprachige Übersetzung nötig.

Sinngemäße Übertragung in einfaches Deutsch: Der Abend verändert sich langsam. Ein Mensch sieht die Gegensätze zwischen Himmel und Erde. Er fühlt sich keinem Bereich ganz zugehörig. Sein Leben ist unsicher, groß und voller Entwicklung.

Interpretation: Sie erklärt eine mögliche tiefere Bedeutung. Jede Behauptung braucht einen Beleg aus dem Gedicht.

Die Übertragung ist eine Zusammenfassung des Sinns, kein wörtliches Zitat.


Hören und genau lesen

Hörfassung: Rilkes „Abend“, gesprochen von Gaby Fuchs unter dem Namen Zwergwolf, 53 Sekunden. Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Hörauftrag: Höre das Gedicht zweimal. Achte beim zweiten Hören auf die Wörter „langsam“ (V. 1), „bang“ (V. 10) und „Gestirn“ (V. 12). Wie beeinflusst der Vortrag Deine Wahrnehmung der Stimmung?


Kurze Gedichtanalyse


Inhalt und lyrisches Sprechen

Strophe 1, Verse 1–4: Der Abend verändert sein Aussehen. Himmel und Erde erscheinen als unterschiedliche Bereiche.

Strophe 2, Verse 5–8: Das angesprochene „Du“ gehört keinem dieser Bereiche ganz an.

Strophe 3, Verse 9–12: Der Blick richtet sich auf das menschliche Leben. Dieses Leben erscheint widersprüchlich und verändert sich.

Ein ausdrücklich genanntes lyrisches Ich gibt es nicht. Der Sprecher verwendet die Anrede „du schaust“ (V. 3). Das „Du“ kann sich auf den Leser, einen anderen Menschen oder möglicherweise auf den Sprecher selbst beziehen.

Merke: Der Autor Rilke und die Stimme im Gedicht sind nicht automatisch dieselbe Person.


Form, Reim und Klang

Das Gedicht besteht aus drei Strophen mit jeweils vier Versen.

Strophe Reimschema Reimwörter
Erste Kreuzreim ABAB Gewänder – Länder; hält – fällt
Zweite Kreuzreim CDCD gehörend – beschwörend; schweigt – steigt
Dritte Umarmender Reim EFFE entwirrn – Gestirn; reifend – begreifend

Der Grundrhythmus ist weitgehend ein fünfhebiger Jambus. Dabei folgen meist betonte Silben auf unbetonte. Besonders im letzten Vers solltest Du prüfen, wie natürliche Wortbetonung und Versmaß zusammenpassen.

Einige Sätze gehen über das Versende hinaus. Das nennt man Enjambement. Zum Beispiel gehören die Verse 7 und 8 sprachlich zusammen.

Die Wiederholung „nicht ganz“ am Anfang der Verse 6 und 7 betont Unsicherheit und eine Zwischenstellung.

Auch die Wiederholung „bald“ in Vers 11 zeigt Bewegung zwischen zwei Zuständen.

Lernvideo: Reimschema erkennen

Diego Hagen: „Gedichtanalyse: Reimschema bestimmen – kurz & knackig“. Achte besonders auf Kreuzreim und umarmenden Reim.

Lernvideo: Metrum und Versmaß

Die Merkhilfe: „Versmaß (Metrum) – Kadenzen – Reimschema“. Prüfe nach dem Video selbst zwei Verse aus „Abend“.


Bildsprache und Symbole

Baum im Abendlicht. Foto: Thaismay, CC BY-SA 4.0.

Personifikation: „Der Abend wechselt langsam die Gewänder“ (V. 1). Der Abend handelt wie ein Mensch. Das Bild beschreibt den Wandel des Lichts.

Gegensatz: Das „himmelfahrende“ Land steht dem Land gegenüber, „das fällt“ (V. 4). Dies kann als Gegensatz von Aufstieg und Abstieg verstanden werden.

Unsicherheit: Die Formulierung „zu keinem ganz gehörend“ (V. 5) zeigt eine Zwischenstellung.

Lebensbild: Die Wörter „bang und riesenhaft und reifend“ (V. 10) verbinden Angst, Größe und Entwicklung.

Stein und Gestirn: Am Ende nennt der Text „Stein“ und „Gestirn“ (V. 12). Der Stein kann Schwere, Festigkeit oder Begrenzung darstellen. Das Gestirn kann für Weite, Licht oder etwas Übergeordnetes stehen.

Diese Bedeutungen sind Deutungsmöglichkeiten. Sie stehen nicht als fertige Erklärung im Gedicht.

Steine als Anschauungsmaterial. Foto: Emre Dokur, CC BY-SA 4.0.

Sternspuren am Nachthimmel. Foto: Rahul Zota, CC BY-SA 4.0.

Bildvergleich: Überlege, welche Eigenschaften eines Steins und eines Sterns Rilke für seine Bildsprache nutzen könnte. Ein Foto kann eine Deutung anregen, ersetzt aber keinen Textbeleg.


Deutungsmöglichkeiten

Deutung 1 – Leben zwischen Gegensätzen: Das „Du“ gehört „zu keinem ganz“ (V. 5). Vielleicht geht es um das Gefühl, zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten zu stehen.

Deutung 2 – Menschliche Entwicklung: Das Leben wird als „reifend“ (V. 10) beschrieben. Vielleicht verändert sich der Mensch ständig und entwickelt sich weiter.

Deutung 3 – Schwere und Weite: Die Bilder „Stein“ und „Gestirn“ (V. 12) können zeigen, dass ein Mensch zugleich begrenzt ist und große Möglichkeiten in sich trägt.

Beispiel für einen Analysesatz:

Die Formulierung „nicht ganz“ (V. 6–7) wird wiederholt. Dadurch wird betont, dass das angesprochene „Du“ keinem der beschriebenen Bereiche vollständig entspricht.

Eine überzeugende Interpretation verbindet Beobachtung, Verszitat und begründete Wirkung.


Literaturgeschichte: Moderne und Expressionismus

Rainer Maria Rilke lebte von 1875 bis 1926. Das Gedicht „Abend“ ist in der erweiterten Ausgabe von Das Buch der Bilder aus dem Jahr 1906 nachgewiesen.

Es gehört in den Zusammenhang der literarischen Moderne um 1900. Die symbolischen Bilder weisen besonders Verbindungen zum Symbolismus auf. Auch die stimmungsvolle Wahrnehmung der Natur lässt sich mit dem Impressionismus vergleichen.

Der Expressionismus entwickelte sich als prägende literarische Strömung besonders im frühen 20. Jahrhundert und wird häufig ungefähr auf 1910 bis 1925 datiert. Typisch sind unter anderem intensive Gefühle, Krisenerfahrungen und ausdrucksstarke Bilder.

Wichtig: „Abend“ ist deshalb nicht automatisch ein expressionistisches Gedicht. Die Epoche dient hier vor allem dem Vergleich. Die Entstehung und die Bildsprache sprechen eher für die frühe Moderne.

Datei:Timelapse of the sky at night and in the day.webm

Zeitraffer von Nacht und Tagesanbruch. Aufnahme: theilr, CC BY-SA 2.0. Das Medium veranschaulicht einen Lichtwechsel; es zeigt nicht den historischen Entstehungsort des Gedichts.

Lernvideo: Expressionistische Gedichte

Studyflix: „Expressionismus Gedichte“. Vergleichsauftrag: Welche Merkmale passen zu „Abend“? Welche typischen Motive des Expressionismus fehlen?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Beantworte die folgenden zehn Fragen. Jede Frage bezieht sich auf eine überprüfbare Textstelle.

Was wechselt der Abend nach Vers 1? (Gewänder) (!Schuhe) (!Straßen) (!Stimmen)




Wer hält dem Abend nach Vers 2 die Gewänder? (Ein Rand von alten Bäumen) (!Ein fremder Wanderer) (!Ein Vogel am Himmel) (!Ein schlafendes Kind)




Welche Formulierung in Vers 3 spricht ein Du an? (du schaust) (!wir gehen) (!ich träume) (!sie singen)




Welcher Gegensatz erscheint in Vers 4? (Aufstieg und Fallen) (!Sommer und Winter) (!Arm und Reich) (!Lärm und Musik)




Was bedeutet die Aussage zu keinem ganz gehörend in Vers 5? (Das Du befindet sich zwischen unterschiedlichen Bereichen) (!Das Du ist sicher angekommen) (!Das Du besitzt beide Länder) (!Das Du hat die Welt verlassen)




Welcher Gegenstand wird in Vers 6 mit Schweigen verbunden? (Ein Haus) (!Ein Buch) (!Ein Turm) (!Ein Fenster)




Welche Wörter werden am Anfang der Verse 6 und 7 wiederholt? (nicht ganz) (!für immer) (!jede Nacht) (!langsam wieder)




Was wird in Vers 8 jede Nacht erwähnt? (Ein Stern der steigt) (!Eine Sonne die versinkt) (!Ein Vogel der singt) (!Ein Meer das rauscht)




Mit welchen drei Eigenschaften wird das Leben in Vers 10 beschrieben? (bang und riesenhaft und reifend) (!ruhig und klein und fertig) (!hell und kalt und still) (!frei und leicht und sorglos)




Welche beiden Bilder stehen am Ende von Vers 12? (Stein und Gestirn) (!Baum und Meer) (!Haus und Weg) (!Sonne und Mond)





Memory

Finde die sechs passenden Paare aus Textbelegen und Erklärungen.

Der Abend wechselt langsam die Gewänder Personifikation
du schaust Direkte Anrede
nicht ganz Wiederholung am Versanfang
Gewänder und Länder Endreim
Stein und Gestirn Gegensätzliche Bilder
bang und riesenhaft und reifend Eigenschaften des Lebens





Drag and Drop

Ordne die sprachlichen Begriffe den passenden Beobachtungen zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Beispiel aus dem Gedicht
Personifikation Der Abend wechselt Gewänder
Anrede du schaust
Anapher nicht ganz am Anfang zweier Verse
Kreuzreim Gewänder und Länder sowie hält und fällt
Bildgegensatz Stein und Gestirn





Kreuzworträtsel

Trage die Wörter aus der Quellfassung ein. Jede Lösung besteht aus einem Wort.

Gewänder Was wechselt der Abend in Vers 1?
Bäumen Von welchen Pflanzen ist in Vers 2 die Rede?
Länder Was scheidet sich in Vers 3 von dir?
Haus Welches Gebäude wird in Vers 6 genannt?
Stern Was wird nach Vers 8 jede Nacht und steigt?
Gestirn Welches Wort bildet in Vers 12 den Gegenpol zum Stein?





LearningApps

Suche nach vorhandenen Übungen zum Gedicht und zur Gedichtanalyse.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Rainer Maria Rilke ist der

des Gedichts „Abend“.
Das Gedicht hat insgesamt zwölf

.
Es besteht aus drei

.
Am Anfang wechselt der Abend seine

.
In Vers 3 wird die angesprochene Person mit dem Wort

bezeichnet.
In den ersten beiden Strophen verwendet Rilke den

.
In der letzten Strophe findet sich ein

Reim.
Die wiederholte Wortgruppe „nicht ganz“ ist eine

.
Das Leben wird in Vers 10 auch als

beschrieben.
Am Ende stehen die Bilder Stein und

.
Der Wechsel der Gewänder ist eine

.
Die historische Textgrundlage stammt aus der erweiterten Buchausgabe von

.




Gestufte Hilfen zur Gedichtanalyse

Wenn Dir eine Aufgabe schwerfällt, nutze die folgenden Hilfen schrittweise.


Hilfe 1: Text verstehen

Lies zuerst die Verse 1–4, dann 5–8 und zuletzt 9–12. Notiere zu jeder Strophe einen kurzen Satz.

Frage Dich: Was wird in der Natur beschrieben? Was erfährt das „Du“? Welche Wörter beschreiben das Leben?


Hilfe 2: Belege finden

Suche gezielt nach den Textstellen:

  1. V. 1: Der Abend und seine Gewänder.
  2. V. 5: Die unvollständige Zugehörigkeit.
  3. V. 10: Die Eigenschaften des Lebens.
  4. V. 12: Die Bilder Stein und Gestirn.

Markiere nur Wörter, die Du wirklich im Gedicht findest.


Hilfe 3: Einen Analysesatz schreiben

Verwende diese Satzanfänge:

Beobachtung: „In Vers ... verwendet der Sprecher ...“

Beleg: „Das erkennt man an der Formulierung ...“

Wirkung: „Dadurch entsteht der Eindruck, dass ...“

Deutung: „Das könnte bedeuten, dass ...“

Unterscheide sicher belegbare Beobachtungen von möglichen Bedeutungen.


Offene Aufgaben

Die drei Schreibprojekte haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Jedes Projekt besteht aus vier offenen Arbeitsschritten.


Leicht: Schreibprojekt 1 – Ein Abendgedanke

  1. Beobachten: Betrachte das Foto mit den Bäumen und beschreibe in drei einfachen Sätzen die Abendstimmung.
  2. Textwörter auswählen: Suche in den Versen 1–4 zwei Wörter, die zu Deiner Beschreibung passen.
  3. Tagebucheintrag: Schreibe sechs bis acht Sätze aus der Sicht des angesprochenen „Du“.
  4. Vergleichen: Erkläre mit einem kurzen Verszitat, welche Stimmung Deines Textes durch Rilkes Gedicht gestützt wird.


Standard: Schreibprojekt 2 – Eine begründete Mini-Analyse

  1. Deutung entwickeln: Formuliere eine These dazu, warum das „Du“ zwischen Gegensätzen steht.
  2. Form untersuchen: Erkläre den Wechsel vom Kreuzreim zum umarmenden Reim.
  3. Analyse schreiben: Verfasse einen Text mit ungefähr 150 Wörtern und mindestens drei genauen Versbelegen.
  4. Überarbeiten: Prüfe, ob jede Deutung durch einen Textbeleg gestützt wird und Deine Zitate der Quellfassung entsprechen.


Schwer: Schreibprojekt 3 – Zwei Deutungen im Vergleich

  1. Deutungsansätze: Entwickle zwei unterschiedliche Lesarten, etwa Leben als Begrenzung und Leben als Entwicklung.
  2. Symboldeutung: Begründe beide Lesarten mit den Versen 5, 10, 11 oder 12.
  3. Epochenvergleich: Prüfe, welche Merkmale zur frühen Moderne passen und weshalb eine pauschale Einordnung als Expressionismus problematisch ist.
  4. Vergleichender Text: Schreibe ungefähr 250 Wörter. Vergleiche die beiden Deutungen und begründe, welche Du überzeugender findest.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite die folgenden fünf Aufgaben schriftlich. Entscheidend ist nicht das Auswendiglernen, sondern Deine Begründung.

  1. Sprecher und Adressat: Erkläre, wie sich die Wirkung des Gedichts verändert, wenn das „Du“ den Leser meint oder wenn der Sprecher zu sich selbst spricht.
  2. Gegensätze übertragen: Vergleiche „Stein“ und „Gestirn“ mit einer eigenen Erfahrung von Begrenzung und Möglichkeit. Trenne Textdeutung und persönliche Erfahrung.
  3. Klang und Sinn: Plane einen Vortrag der letzten Strophe. Begründe anhand des Satzbaus, wo Du Betonungen oder Pausen setzen würdest.
  4. Textfassungen prüfen: Vergleiche die Verse 6, 8 und 11 in Quellfassung und Lesefassung. Erkläre, weshalb die beiden Fassungen beim Zitieren unterschieden werden müssen.
  5. Epochenzuordnung prüfen: Ein Mitschüler behauptet, „Abend“ sei eindeutig expressionistisch. Prüfe die Aussage mit der Erscheinungszeit, zwei Merkmalen des Gedichts und Deinem Wissen über die Epochen.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Den Aufbau aus drei Strophen und zwölf Versen richtig beschreibst.
  2. Das Reimschema erkennst und seine Wirkung vorsichtig erklärst.
  3. Mindestens drei genaue Textbelege mit Versnummern verwendest.
  4. Lyrisches Sprechen, Bildsprache und Klang unterscheidest.
  5. Eine eigene Deutung mit nachvollziehbaren Gründen entwickelst.
  6. Quellfassung, modernisierte Lesefassung, Übertragung und Interpretation auseinanderhältst.
  7. Die literarische Moderne als Kontext erläutern kannst, ohne das Gedicht unbegründet einer anderen Strömung zuzuordnen.

Bewertungsschwerpunkt: Genauigkeit der Textbelege, Klarheit der Begründung, Zusammenhang zwischen Form und Inhalt sowie eigenständiges Denken.




OERs zum Thema

Vorhandener Gedichttext auf moocwiki: Gedicht - Abend - Rilke, Rainer Maria

Wikisource: Abend (Rilke) – historische Quellfassung

Wikipedia: Rainer Maria Rilke

Wikipedia: Das Buch der Bilder

Weitere bestehende Lernangebote:

  1. Gedichtanalyse
  2. Gedichtinterpretation
  3. Der Panther (Rilke)
  4. D10 M - Metrum und Enjambement untersuchen
  5. Lyrik - Gedichte verstehen - Deutschunterricht Klasse 6 - aiMOOC


Quellen und Medienrechte

Text: Rainer Maria Rilke, „Abend“, Das Buch der Bilder, zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, 1906, S. 58. Wikisource-Quelltext, gemeinfrei. Die modernisierte Lesefassung ist als redaktionelle Bearbeitung gekennzeichnet.

Wikimedia-Commons-Medien:

  1. Rainer Maria Rilke 1900.jpg: Fotografie, Urheber unbekannt, gemeinfrei.
  2. Silhouette of trees at dusk.jpg: Austin Moon, CC BY-SA 4.0.
  3. Silhouette of a tree at sunset.jpg: Thaismay, CC BY-SA 4.0.
  4. The Pebbles.jpg: Emre Dokur, CC BY-SA 4.0.
  5. Star Trails.jpg: Rahul Zota, CC BY-SA 4.0.
  6. De-Abend (Rilke)-wikisource.ogg: Vortrag von Gaby Fuchs, Benutzername Zwergwolf, CC BY-SA 3.0.
  7. Timelapse of the sky at night and in the day.webm: theilr, CC BY-SA 2.0.

Namensnennung und Nutzung: Die Commons-Medien werden mit ihren Originaldateien, den angegebenen Urhebern und Lizenzen verknüpft. Für Bearbeitungen gelten die jeweiligen Lizenzbedingungen. Hier werden keine eigenen Bilder, Audios oder Animationen erstellt.

YouTube-Videos:

  1. Reimschema bestimmen: Diego Hagen, veröffentlicht 2025.
  2. Versmaß und Gedichtformen: Die Merkhilfe, veröffentlicht 2016.
  3. Expressionismus Gedichte: Studyflix, veröffentlicht 2022.

Die YouTube-Videos werden als vorhandene Lernmedien eingebettet. Eine offene Creative-Commons-Lizenz wird für diese Videos nicht behauptet. Die Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Beim Abspielen können Daten an YouTube übertragen werden.

Fachliche Grundlagen:

  1. Das Buch der Bilder – Wikipedia
  2. Rainer Maria Rilke – Wikipedia
  3. Expressionismus (Literatur) – Wikipedia


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