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AUFSÄTZE

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AUFSÄTZE




AUFSÄTZE


Einleitung

AUFSÄTZE ist ein etwa zehnminütiger schwarzweißer Dokumentarfilm von Peter Nestler aus dem Jahr 1963. Der Film entstand im Berner Oberland und richtet den Blick auf Kinder einer ländlichen Dorfschule. Sie tragen selbst verfasste Schulaufsätze vor, in denen sie von ihrem Alltag erzählen: vom Schulweg, vom Unterricht, vom Vorheizen des Holzofens, vom Verteilen der Schulmilch, von ihrer Lehrerin, von einer Lektüre und von einer Rauferei auf dem Heimweg. Die Bilder zeigen Wege, Landschaft, Klassenzimmer und Kinder; die Stimmen der Kinder sind aus dem Off zu hören.

Der Film ist für den Unterricht besonders interessant, weil er nicht nur zeigt, was die Kinder erzählen, sondern auch wie sie sprechen. Die Aufsätze sind in einer schulisch geprägten Standardsprache formuliert und werden in einem bemühten Hochdeutsch vorgetragen. Gleichzeitig bleibt die berndeutsche Sprachfärbung deutlich hörbar. Satzmelodie, Aussprache, Lautstärke, Atem und Sprechtempo unterscheiden sich von Kind zu Kind. So wird Sprache selbst zum Thema des Films.

Für die Klassen 6 bis 10 eignet sich der Film, um Dokumentarfilm, Filmanalyse, Schule früher, Kindheit, Berner Oberland, Dialekt, Schweizerdeutsch, Hochdeutsch, Sprachvariation und Mehrsprachigkeit miteinander zu verbinden. Du lernst dabei auch, vorsichtig mit historischen Filmbildern umzugehen: AUFSÄTZE dokumentiert eine konkrete Schulklasse und ist zugleich ein gestalteter Film. Er zeigt daher nicht „die Dorfschule“ oder „die Schweizer Kinder“ allgemein.

Zentrale Leitfrage: Wie macht Peter Nestler durch die Verbindung von Kinderstimmen, Schulaufsätzen, Berglandschaft und beobachtenden Bildern sichtbar und hörbar, was Schule und Sprache für die Kinder bedeuten könnten?


Lernziele

Nach der Arbeit mit diesem aiMOOC kannst Du den Aufbau und die filmischen Mittel von AUFSÄTZE beschreiben, Beobachtung und Deutung unterscheiden, Motive der Dorfschule und Bergwelt analysieren, Merkmale von Dialekt und Standardsprache vergleichen und begründet erklären, welche unterschiedlichen Funktionen regionale Sprache und Hochdeutsch im Leben der Kinder haben. Außerdem kannst Du untersuchen, wie Bild und Ton im Dokumentarfilm zusammenwirken und welche Wirkung daraus entsteht.


Der Film auf einen Blick

Regie: Peter Nestler Jahr: 1963 Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland Drehort: Berner Oberland, Schweiz Gattung: kurzer Dokumentarfilm Bild: Schwarzweiß Dauer: ungefähr zehn Minuten Kamera und Schnitt: Peter Nestler und Kurt Ulrich Drehbuch/Mitarbeit: Peter Nestler, Kurt Ulrich und Marianne Beutler

Der Film wurde im Oktober 1963 in Mannheim uraufgeführt. Kurt Ulrich, mit dem Nestler zusammenarbeitete, war damals Lehrer in Frutigen. Der Ausgangspunkt des Films war die Begegnung mit einer Schulklasse im Berner Oberland und die Beobachtung eines winterlichen Schultags.

Peter Nestler gehört zu den prägenden deutschen Dokumentarfilmern der Nachkriegszeit. AUFSÄTZE entstand früh in seinem Werk, kurz nach seinem ersten Dokumentarfilm Am Siel. Für AUFSÄTZE erhielt Nestler eine Kulturfilmprämie des Bundesinnenministers.

Medienauftrag: Sieh Dir in dem Gespräch mit Peter Nestler ausgewählte Passagen an. Notiere, welche Vorstellungen von Dokumentarfilm, Wirklichkeit und filmischer Arbeit deutlich werden. Vergleiche diese Aussagen anschließend mit Deiner Wahrnehmung von AUFSÄTZE.


Die Welt der Schulaufsätze

Die Kinder sprechen nicht über außergewöhnliche Abenteuer, sondern über wiederkehrende Vorgänge ihres Alltags. Gerade dadurch werden die Aufsätze zu kleinen Dokumenten einer Lebenswelt. Der Schulweg verbindet Elternhaus, Berglandschaft und Schule. Das Vorheizen des Holzofens erinnert daran, dass die Wärme im Klassenzimmer nicht selbstverständlich war. Das Verteilen der Schulmilch zeigt einen gemeinschaftlich organisierten Schulalltag. Die Lehrerin, eine Lektüre und eine Rauferei erscheinen aus der Perspektive der Kinder.

Wichtig ist, dass Du die Aufsätze nicht nur als Informationsquelle liest oder hörst. Sie sind von Kindern verfasste Texte für die Schule. Deshalb tragen sie Spuren schulischer Erwartungen: vollständige Sätze, geordnete Erzählung, eine eher formelle Ausdrucksweise und der Versuch, „richtig“ zu sprechen. Gleichzeitig bleiben persönliche Stimme, Rhythmus und Temperament der einzelnen Kinder erhalten.


Kinder als Erzählerinnen und Erzähler

Ein gewöhnlicher Dokumentarfilm könnte einen erwachsenen Kommentarsprecher einsetzen, der erklärt, wo die Schule liegt und wie dort gelebt wird. Nestler verzichtet in AUFSÄTZE weitgehend auf eine solche erklärende Instanz. Die Kinderstimmen führen durch den Film. Dadurch entsteht keine vollständig ungefilterte Kinderperspektive – Auswahl, Aufnahme und Montage bleiben Entscheidungen der Filmschaffenden –, aber die Kinder erhalten hörbar Raum für ihre eigene Ausdrucksweise.

Achte darauf, dass jedes Kind anders vorträgt. Manche Stimmen wirken sicherer, manche zögernder, manche feierlicher oder angestrengter. Atempausen und Satzmelodie werden nicht herausgeschnitten. Dadurch ist die Anstrengung des Sprechens ein Teil der filmischen Erfahrung.


Beobachtungsauftrag zu den Aufsätzen

Erstelle beim Anschauen eine Tabelle mit den Spalten „Thema des Aufsatzes“, „Was höre ich?“, „Was sehe ich?“ und „Welche Wirkung entsteht?“. Trage mindestens vier Szenen ein. Vermeide zunächst Deutungen wie „Das Kind ist traurig“ oder „Das Kind schämt sich“. Notiere zuerst nur beobachtbare Merkmale, zum Beispiel Sprechtempo, Lautstärke, Blickrichtung, Kameradistanz oder Landschaftsdetails.


Dorfschule von früher

AUFSÄTZE zeigt eine ländliche Schule der frühen 1960er-Jahre im Berner Oberland. Zu sehen und zu hören sind Elemente, die sich von vielen heutigen Schulalltagen unterscheiden: ein langer Schulweg zu Fuß, ein Holzofen, Schulmilch und ein vergleichsweise schlichtes Klassenzimmer. Solche Details sind historische Hinweise, aber sie dürfen nicht ohne Weiteres verallgemeinert werden.

Das abgebildete historische Schulzimmer stammt aus einem Schweizer Schulmuseum und ist nicht das Klassenzimmer aus AUFSÄTZE. Es dient als Vergleichsbild. Untersuche, welche Einrichtungsgegenstände, Sitzordnung und Lernmittel Dir auffallen. Vergleiche sie anschließend mit dem Film und mit Deinem heutigen Klassenraum.


Schule als Lebensraum

Die Schule erscheint im Film nicht nur als Ort des Lernens. Sie ist auch Treffpunkt, sozialer Raum und Teil des Dorflebens. Die Kinder teilen Wege, Aufgaben, Pausen und Konflikte. Gerade die Aufsätze machen sichtbar, dass Schule in ihren Erinnerungen mit körperlichen Tätigkeiten und Beziehungen verbunden ist: gehen, heizen, Milch holen, lesen, zuhören, sich streiten und wieder nach Hause gehen.

Für eine historische Untersuchung solltest Du drei Ebenen unterscheiden: Beobachtung beschreibt, was im Film tatsächlich zu sehen oder zu hören ist. Kontextwissen ergänzt gesicherte Informationen über Zeit und Ort. Deutung erklärt, welche Bedeutung Du einem Detail beimisst. Eine gute Filmanalyse kennzeichnet diese Ebenen.


Bergwelt und Schulweg

Das Berner Oberland ist nicht bloß eine schöne Kulisse. Wege, Steigungen, Wetter, Schnee, Bäume und Entfernungen strukturieren den Tagesablauf der Kinder. Die Landschaft beeinflusst, wie Schule erreicht wird und wie der Film seinen Rhythmus entwickelt. Am Anfang und am Ende verbindet der Weg die Schule mit der weiteren Lebenswelt.

Das historische Bild zeigt Frutigen und die Alpen im Berner Oberland. Kurt Ulrich, ein Mitarbeiter an AUFSÄTZE, war dort Lehrer. Das Bild belegt jedoch nicht, dass genau an der dargestellten Stelle gedreht wurde. Nutze es, um Topografie und Siedlungsform der Region zu untersuchen.

Dieses Winterbild aus dem Berner Oberland hilft Dir, über Wetter und Wege nachzudenken. Frage Dich: Welche körperlichen Anforderungen kann ein längerer Schulweg in einer Bergregion stellen? Welche dieser Überlegungen werden durch AUFSÄTZE tatsächlich gestützt, und welche bleiben Vermutungen?


Naturbild und filmische Wirkung

Wenn ein Film Berge, Schnee, Bäume und Kinder zeigt, kann schnell ein romantisches Bild von „einfacher“ oder „ursprünglicher“ Kindheit entstehen. Diese Wirkung solltest Du kritisch prüfen. Frage deshalb nicht nur, was schön wirkt, sondern wie diese Wirkung entsteht: durch Bildausschnitt, Dauer der Einstellung, Schwarzweißfotografie, Bewegungen der Kinder und die ruhigen Stimmen aus dem Off. So vermeidest Du, die dargestellte Lebenswelt zu idealisieren.


Dialekt, Hochdeutsch und regionale Sprache

In der Deutschschweiz besteht traditionell ein deutliches Nebeneinander von Schweizerdeutsch und Schweizer Hochdeutsch. Schweizerdeutsch bezeichnet eine Vielzahl alemannischer Dialekte, die im Alltag weit verbreitet sind. Schweizer Hochdeutsch ist eine Form der deutschen Standardsprache und wird besonders in schriftlichen, öffentlichen und schulischen Zusammenhängen verwendet.

AUFSÄTZE ist sprachlich besonders fein: Die Kinder lesen keine rein mundartlichen Texte vor. Sie bemühen sich um Hochdeutsch beziehungsweise Standardsprache, doch die berndeutsche Färbung bleibt in Aussprache und Satzmelodie hörbar. Der Film macht damit keine einfache Trennung „hier Dialekt, dort Hochdeutsch“ sichtbar, sondern zeigt, wie regionale Sprechgewohnheiten einen standardsprachlichen Vortrag prägen können.

Hörauftrag: Vergleiche die im Goethe-Institut-Video vorgestellten Merkmale des Schweizerdeutschen mit den Kinderstimmen in AUFSÄTZE. Notiere nur Merkmale, die Du wirklich hören kannst. Vermeide pauschale Aussagen über „den Schweizer Dialekt“, denn Schweizerdeutsch umfasst viele regionale Varianten.


Wozu dient Hochdeutsch? Wozu dient Dialekt?

Für die Kinder im Film lässt sich aus der Situation eine funktionale Unterscheidung beobachten. Der regionale Dialekt gehört zur vertrauten sprachlichen Umgebung des Berner Oberlands. Das Hochdeutsche steht im Film stärker mit Schule, Schreiben, Vorlesen und formeller sprachlicher Leistung in Verbindung. Hochdeutsch ermöglicht außerdem Verständigung über Dialektgrenzen hinweg und ist Teil der schriftsprachlichen Bildung.

Diese Funktionen dürfen nicht als Werturteil verstanden werden. Dialekt ist nicht „falsch“ oder „schlechter“, und Hochdeutsch ist nicht automatisch „besser“. Beide Sprachformen können unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Der Film zeigt gerade, wie eng sie in der Stimme eines Kindes zusammenkommen.

Wichtig für Deine Analyse: Aus dem Film lässt sich nicht sicher ablesen, was jedes Kind innerlich über Dialekt oder Hochdeutsch denkt. Du kannst aber untersuchen, wann welche Sprachform erwartet wird, wie der Vortrag klingt und welche Anstrengung oder Sicherheit hörbar wird.

Transferauftrag: Das SRF-Wissen-Video behandelt Schweizerdeutsch in einer heutigen gesellschaftlichen Situation. Vergleiche die dort diskutierte Funktion von Dialekt und Hochdeutsch mit AUFSÄTZE. Welche Aspekte haben sich verändert, welche Grundfragen nach Verständlichkeit, Zugehörigkeit und Sprachwahl bleiben ähnlich?


Sprache als Leistung und Identität

Ein Schulaufsatz bewertet oft nicht nur Inhalte, sondern auch sprachliche Form. Wenn die Kinder ihre Texte vorlesen, wird deshalb eine doppelte Leistung hörbar: Sie haben etwas erlebt und schriftlich geordnet; anschließend müssen sie den Text in einer schulisch erwarteten Sprachform präsentieren. Dabei kann die regionale Stimme nicht einfach „abgeschaltet“ werden.

Du kannst diese Situation mit eigenen Erfahrungen vergleichen. Vielleicht sprichst Du zu Hause anders als im Unterricht, mit Freundinnen und Freunden anders als bei einem Referat oder in einer Nachricht anders als in einer Bewerbung. Solche Wechsel nennt man je nach Kontext Sprachregister, Sprachvariation oder Code-Switching. Bei AUFSÄTZE ist jedoch Vorsicht nötig: Nicht jeder hörbare Dialekteinfluss ist ein bewusstes Umschalten. Oft zeigt er gerade die Verbindung verschiedener sprachlicher Gewohnheiten.


Bild und Ton: Nestlers besondere Montage

Ein entscheidendes Gestaltungsmittel ist das Verhältnis von Bild und Ton. Nestler verwendet nicht einfach den Originalton der jeweils gefilmten Situation. Die aufgezeichneten Aufsatzvorträge liegen als eigenständige Tonspur über Bildern des Schulalltags und der Landschaft. Dadurch passen Bild und Wort manchmal thematisch zusammen, ohne zeitgleich aufgenommen worden zu sein.

Diese Trennung erzeugt Spannung. Du hörst ein Kind erzählen und siehst gleichzeitig eine filmisch ausgewählte Beobachtung. Das Bild illustriert den Text nicht immer eins zu eins. Dadurch musst Du selbst Beziehungen herstellen. Der Film vertraut darauf, dass Zuschauerinnen und Zuschauer hören, sehen und vergleichen.


Off-Stimme und Direktton

Eine Off-Stimme ist zu hören, während die sprechende Person nicht zwingend im Bild spricht. Direktton bezeichnet Ton, der während einer Aufnahme gleichzeitig mit dem Bildgeschehen aufgezeichnet wird. AUFSÄTZE arbeitet bewusst nicht wie ein typischer beobachtender Film mit durchgehendem Direktton. Gerade die Verschiebung zwischen aufgezeichneten Kinderstimmen und Bildern des Alltags schafft seine besondere Form.

Peter Nestler erklärte später in einem Interview, dass ihn genau diese Spannung zwischen Ton und Bild interessierte. Für Deine Analyse bedeutet das: Frage bei jeder Szene, ob Bild und Ton dasselbe erzählen, einander ergänzen oder einen Abstand erzeugen.

Die historische Sendung TELEKRITIK: Über zwei Filme von Peter Nestler analysiert unter anderem AUFSÄTZE. Für jüngere Lernende genügt ein ausgewählter Ausschnitt; ältere Lernende können untersuchen, wie Filmkritik selbst mit Bildern und Kommentaren argumentiert.


Dokumentarfilm ist Gestaltung

AUFSÄTZE zeigt reale Kinder, reale Texte und eine reale Umgebung. Trotzdem ist der Film keine neutrale Kopie der Wirklichkeit. Kamera, Auswahl der Situationen, Reihenfolge der Bilder, Tonaufnahme und Schnitt formen eine Perspektive. Gerade weil kein erklärender Erwachsenenkommentar dominiert, kann der Film sehr unmittelbar wirken. Diese Unmittelbarkeit ist aber ebenfalls ein Ergebnis filmischer Gestaltung.

Für eine verantwortungsvolle Analyse solltest Du deshalb immer zwei Fragen verbinden: Was erfahren wir über die Lebenswelt der Kinder? Und wie sorgt der Film dafür, dass wir sie auf eine bestimmte Weise wahrnehmen?


Rezeption und Verständlichkeit

Die berndeutsche Färbung der Kinderstimmen war für die frühe Rezeption des Films bedeutsam. Eine Fernsehausstrahlung in der Bundesrepublik wurde zunächst abgelehnt; als Problem galt die Verständlichkeit des stark regional gefärbten Hochdeutschs. Eine hochdeutsche Synchronisierung hätte jedoch einen Kern des Films verändert, denn gerade die individuellen Stimmen und die hörbare Spannung zwischen schulischer Standardsprache und regionaler Prägung gehören zu seiner Form.

2012 nahm die AG Kurzfilm AUFSÄTZE in die Empfehlungsliste „100 Kurzfilme für die Bildung“ auf. Als Unterrichtsaspekte wurden unter anderem Dorfschule von früher, Bergwelt und Dialekt hervorgehoben. Diese drei Perspektiven bilden auch den Schwerpunkt dieses aiMOOCs.


Arbeit mit dem Film in Klasse 6–10

Für die Klassen 6 und 7 steht das genaue Beobachten und Beschreiben im Vordergrund: Was erzählen die Kinder? Welche Unterschiede zu Deiner Schule erkennst Du? Wie klingt ihre Sprache? In den Klassen 8 bis 10 kann stärker analysiert werden: Wie montiert Nestler Bild und Ton? Welche Funktion haben Dialekt und Standardsprache? Wie beeinflusst die filmische Form unsere Vorstellung von Kindheit und ländlicher Schule?

Eine vollständige Filmanalyse sollte mit einer rechtmäßig bereitgestellten Fassung von AUFSÄTZE arbeiten. Die hier eingebetteten Videos dienen der Vertiefung und ersetzen die Filmsichtung nicht.


Quellen und Vertiefung

Die Filmdaten, Angaben zur Gestaltung und Hinweise zur Rezeption lassen sich über filmportal.de und den Wikipedia-Artikel zu Aufsätze prüfen. Die Empfehlung für den Bildungsbereich und die Schwerpunkte Dorfschule von früher, Bergwelt und Dialekt sind in der Veröffentlichung „100 Kurzfilme für die Bildung“ der AG Kurzfilm dokumentiert. Für Nestlers Aussagen zur Spannung zwischen Bild und Ton ist das Interview „Traces: A Conversation with Peter Nestler“ eine wichtige Quelle. Grundinformationen zum Nebeneinander von Schweizerdeutsch und Hochdeutsch bietet außerdem das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten in seinem Überblick zur Sprachenvielfalt der Schweiz.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer führte bei AUFSÄTZE Regie? (Peter Nestler) (!Kurt Hoffmann) (!Rainer Werner Fassbinder) (!Alexander Kluge)




In welchem Jahr entstand AUFSÄTZE? (1963) (!1953) (!1973) (!1983)




In welcher Region spielt der Film? (Im Berner Oberland) (!Im Ruhrgebiet) (!An der Nordseeküste) (!Im Schwarzwald)




Was tragen die Kinder im Film vor? (Selbst verfasste Schulaufsätze) (!Zeitungsberichte) (!Theatermonologe) (!Werbetexte)




Welche Sprachebene ist beim Vortrag besonders wichtig? (Bemühtes Hochdeutsch mit berndeutscher Färbung) (!Reines Latein) (!Ausschließlich französischer Dialekt) (!Nur schriftloser Sprechgesang ohne Wörter)




Welches Thema gehört zum geschilderten Schulalltag? (Das Verteilen der Schulmilch) (!Eine Flugreise nach Amerika) (!Ein Profifußballtraining) (!Ein Besuch im Fernsehstudio)




Welche filmische Besonderheit prägt AUFSÄTZE? (Kinderstimmen aus dem Off werden mit beobachtenden Bildern montiert) (!Der Film besteht nur aus Zeichentrick) (!Alle Szenen werden von einem Nachrichtensprecher erklärt) (!Der Film verwendet ausschließlich stumme Zwischentitel)




Was ist Schweizer Hochdeutsch? (Eine Form der deutschen Standardsprache in der Schweiz) (!Ein einzelner Berner Dorfdialekt) (!Eine romanische Sprache) (!Eine ausschließlich historische Geheimschrift)




Warum sollte man die gezeigte Schule nicht als Beispiel für alle Schweizer Schulen verstehen? (Der Film zeigt eine konkrete Klasse und ist filmisch gestaltet) (!Weil Dokumentarfilme grundsätzlich erfunden sind) (!Weil im Film keine Kinder vorkommen) (!Weil der Film außerhalb Europas spielt)




Welche Frage gehört zu einer guten Bild-Ton-Analyse? (Ergänzen sich Bild und Ton oder entsteht ein Abstand zwischen ihnen?) (!Welche Farbe hat der Kinosaal?) (!Wie teuer war die Schultasche jedes Kindes?) (!Welche Note erhielt jedes Kind später im Leben?)





Memory

Peter Nestler Regisseur von AUFSÄTZE
Berner Oberland Bergregion des Films
Schulaufsatz Von Kindern verfasster Text
Off-Stimme Stimme außerhalb des sichtbaren Sprechmoments
Berndeutsch Regionale Sprachfärbung
Standardsprache Formeller schulischer Sprachgebrauch
Holzofen Heizung des Klassenzimmers
Schulmilch Bestandteil des Pausenalltags





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Kinderstimme persönliche Vortragsweise
Berglandschaft räumliche Lebenswelt
Hochdeutsch schulisch-formeller Sprachgebrauch
Dialektfärbung regionale Zugehörigkeit im Klang
Montage Beziehung von Bild und Ton






Kreuzworträtsel

Nestler Wie lautet der Nachname des Regisseurs?
Dialekt Wie heißt eine regional geprägte Sprachvarietät?
Bergwelt Welcher Landschaftsaspekt prägt den Film?
Schulmilch Was wird im Pausenalltag verteilt?
Hochdeutsch Welche schulisch geprägte Sprachform bemühen sich die Kinder zu sprechen?
Dokumentarfilm Zu welcher Filmgattung gehört AUFSÄTZE?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

AUFSÄTZE entstand im Jahr

. Regie führte Peter

. Der Film spielt im

. Die Kinder tragen selbst verfasste

vor. Beim Sprechen bemühen sie sich um

. Gleichzeitig bleibt eine berndeutsche

hörbar. Die Stimmen sind häufig aus dem

zu hören. Ein wichtiges Gestaltungsmittel ist die

von Bild und Ton. Zum Schulalltag gehört das Verteilen der

. Der Film gehört zur Gattung

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Filmszene beschreiben: Wähle eine Szene und beschreibe in sechs bis acht Sätzen ausschließlich, was Du siehst und hörst. Verzichte zunächst auf Deutungen.
  2. Schule früher und heute: Zeichne zwei Klassenzimmer – eines nach Beobachtungen aus AUFSÄTZE und eines aus Deiner Gegenwart. Markiere mindestens fünf Unterschiede.
  3. Schulweg: Erstelle eine Karte oder Skizze eines Schulwegs. Vergleiche anschließend Anforderungen Deines Weges mit den im Film sichtbaren Bedingungen.
  4. Sprachdetektiv: Sammle drei Stellen, an denen Du eine regionale Sprachfärbung hörst. Beschreibe Satzmelodie, Aussprache oder Rhythmus, ohne die Sprechweise zu bewerten.


Standard

  1. Aufsatz im Stil der Gegenwart: Schreibe einen kurzen Schulaufsatz über einen typischen Schultag heute. Lies ihn einmal in formeller Standardsprache und einmal in Deiner vertrauten Alltagssprache vor. Vergleiche die Wirkung.
  2. Bild-Ton-Protokoll: Protokolliere eine Minute des Films in kurzen Zeitabschnitten. Notiere getrennt, was Bild und Ton mitteilen, und formuliere danach eine Deutung ihres Zusammenspiels.
  3. Dialekt und Standardsprache: Interviewe zwei Personen dazu, wann sie Dialekt, Umgangssprache oder Standardsprache verwenden. Vergleiche die Ergebnisse mit den Funktionen der Sprache im Film.
  4. Historisches Schulobjekt: Recherchiere ein Objekt aus einer Schule der 1950er- oder 1960er-Jahre, zum Beispiel Ofen, Schulbank oder Milchflasche. Erstelle eine kleine Objektbiografie mit gesicherten Quellen.


Schwer

  1. Dokumentarfilm und Wirklichkeit: Verfasse eine Analyse darüber, wie AUFSÄTZE gleichzeitig dokumentiert und gestaltet. Belege Deine Aussagen mit mindestens drei konkreten Filmbeobachtungen.
  2. Sprachidentität: Entwickle einen Podcast von drei bis fünf Minuten über die Frage, wie regionale Sprache Zugehörigkeit ausdrücken kann und wann Standardsprache wichtig wird. Beziehe AUFSÄTZE ein, ohne den Kindern Gefühle zu unterstellen.
  3. Remake-Projekt: Drehe in einer Gruppe einen zweiminütigen Kurzfilm nach dem Prinzip von AUFSÄTZE. Kombiniert einen selbst geschriebenen Text aus dem Off mit Bildern Eures Schulalltags und begründet anschließend Eure Montageentscheidungen.
  4. Historische Quellenkritik: Vergleiche AUFSÄTZE mit einer weiteren Quelle über Schule um 1960. Untersuche Übereinstimmungen, Unterschiede, Perspektiven und Grenzen der Quellen und präsentiere das Ergebnis als Plakat oder digitales Dossier.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Bild und Ton deuten: Wähle eine Szene, in der Kinderstimme und Bild nicht einfach dasselbe wiederholen. Erkläre, welche zusätzliche Bedeutung durch ihre Verbindung entsteht.
  2. Sprachfunktionen vergleichen: Begründe anhand des Films, warum regionale Sprache und Hochdeutsch für die Kinder unterschiedliche Funktionen haben können. Trenne Beobachtung und Deutung deutlich.
  3. Dokumentarische Gestaltung: Erkläre an drei Beispielen, warum AUFSÄTZE trotz realer Personen und Orte kein neutrales Abbild der Wirklichkeit ist.
  4. Historischer Vergleich: Entwickle aus zwei Details des Films Hypothesen über den Schulalltag der frühen 1960er-Jahre und beschreibe, welche zusätzlichen Quellen Du bräuchtest, um diese Hypothesen zu prüfen.
  5. Perspektive der Kinder: Beurteile die Aussage „In AUFSÄTZE sprechen die Kinder für sich selbst“. Zeige sowohl, was für diese Aussage spricht, als auch, welche Rolle Nestlers Auswahl und Montage spielen.
  6. Transfer Sprache heute: Vergleiche eine heutige Situation, in der Du zwischen Alltagssprache und formeller Sprache wechselst, mit dem Sprachgebrauch im Film. Arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu AUFSÄTZE solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Fakten wiedergeben, sondern filmische und sprachliche Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Filmwissen: Du kennst Regisseur, Entstehungsjahr, Region, Gattung und zentrale Themen.
  2. Inhaltserschließung: Du kannst mehrere Motive der Kinderaufsätze und des Schulalltags präzise wiedergeben.
  3. Filmanalyse: Du untersuchst Kamera, Off-Stimmen, Montage und das Verhältnis von Bild und Ton an konkreten Beispielen.
  4. Sprachanalyse: Du unterscheidest Dialekt, regionale Färbung und Standardsprache, ohne sie hierarchisch zu bewerten.
  5. Historisches Denken: Du erkennst, dass der Film eine konkrete Schule zeigt und nicht ohne weitere Quellen verallgemeinert werden darf.
  6. Transfer: Du kannst die Sprachsituation der Kinder mit heutigen Situationen von Alltagssprache, Dialekt und formeller Sprache vergleichen.
  7. Begründetes Urteil: Du formulierst Deutungen als Deutungen und belegst sie mit Beobachtungen aus dem Film.




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel bietet einen Überblick zu Filmdaten, Inhalt und Rezeption:

Die in diesem aiMOOC verwendeten Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Besonders filmnah ist die freie Grafik , daneben stehen freie Vergleichsbilder zu Peter Nestler, Frutigen, dem winterlichen Berner Oberland und einem historischen Schweizer Schulzimmer zur Verfügung.


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