Zum Inhalt springen

ABI LF - Wissenschaftlichen Taschenrechner im Abitur sicher nutzen

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel

ABI LF - Wissenschaftlichen Taschenrechner im Abitur sicher nutzen




ABI LF - Wissenschaftlichen Taschenrechner im Abitur sicher nutzen

Mini-Beschreibung: Nutze den im Kurs eingeführten und für Deinen Prüfungsjahrgang zugelassenen WTR im hilfsmittelgestützten Prüfungsteil schnell, kontrolliert und mathematisch begründet. Du trainierst Wahrscheinlichkeiten, Gleichungskontrolle durch Einsetzen, numerische Werte und statistische Funktionen. Jede Eingabe wird geprüft, jedes Ergebnis mathematisch interpretiert. Eine Taschenrechnerausgabe ersetzt keine Begründung.


Einleitung

Im Leistungsfach Mathematik soll der WTR Rechenarbeit beschleunigen, nicht mathematisches Denken ersetzen. Dein Standardablauf lautet:

  1. Modellieren: Welche Größe, Gleichung oder Wahrscheinlichkeit ist gesucht?
  2. Eingeben: Übertrage den mathematischen Ausdruck vollständig und mit korrekten Klammern.
  3. Prüfen: Kontrolliere Modus, Vorzeichen, Größenordnung und Eingabe.
  4. Interpretieren: Formuliere das Ergebnis mit Einheit, Ereignis oder Aussage im Kontext.
  5. Begründen: Notiere den mathematischen Ansatz auch dann, wenn der WTR den Zahlenwert liefert.

Prüfungsgrundsatz: Ansatz → WTR → Kontrolle → Interpretation.

Der Rechner liefert einen Wert. Du lieferst die Mathematik.


Prüfungsbezug Baden-Württemberg

Stand September 2026, mit Blick auf das allgemein bildende Abitur 2027: Im Mathematik-Leistungsfach umfasst die schriftliche Prüfung einen hilfsmittelfreien Teil A und einen Teil B mit Hilfsmitteln. Nach dem für 2027 veröffentlichten Facherlass wird Teil A spätestens 110 Minuten nach Prüfungsbeginn abgegeben; anschließend erhältst Du das zugelassene Formeldokument und den im Kurs eingeführten WTR. Für die konkrete Prüfung gilt immer der Facherlass Deines Prüfungsjahrgangs.

Aktuelle Informationen des Kultusministeriums zum Abitur

Anforderungen an Taschenrechner in zentralen Abschlussprüfungen

Für die bis zum Abitur 2029 geltenden baden-württembergischen Anforderungen sind unter anderem Funktionen für Brüche, Wurzeln, Wertetabellen, Fakultät, Binomialkoeffizienten, Mittelwerte, Standardabweichungen sowie einzelne und kumulierte Wahrscheinlichkeiten vorgesehen. Nicht zugelassen sind nach diesen Anforderungen insbesondere Funktionen zum Zeichnen von Graphen, symbolischen Umformen, Differenzieren, Integrieren, Lösen von Gleichungen oder Gleichungssystemen, automatischen Nullstellenbestimmen sowie Vektor- und Matrixrechnen.

Wichtig für diesen Kurs: Eine Gleichungskontrolle bedeutet deshalb nicht „Solver drücken“, sondern einen vermuteten Wert einsetzen und beide Seiten beziehungsweise den Termwert vergleichen.

Prüfe vor dem Abitur:

  1. Ist genau Dein im Kurs eingeführtes Modell für Deinen Prüfungsjahrgang zugelassen?
  2. Sind Speicherinhalte entsprechend den Prüfungsregeln gelöscht?
  3. Kennst Du die Funktionen ohne Handbuch oder Faltblatt?
  4. Weißt Du, welche Übungswerkzeuge wie GeoGebra oder KI in der Prüfung nicht verfügbar oder nicht zugelassen sind?


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. einen mathematischen Term sicher in den WTR übertragen und die Eingabe kontrollieren,
  2. Winkelmodus, Klammern, Potenzen, wissenschaftliche Schreibweise und Rundung bewusst verwenden,
  3. Gleichungslösungen durch Einsetzen kontrollieren,
  4. Binomial- und Normalwahrscheinlichkeiten mathematisch formulieren und numerisch bestimmen,
  5. Mittelwert und Standardabweichung aus Daten berechnen und deuten,
  6. WTR-Ausgaben auf Plausibilität prüfen,
  7. zwischen exaktem Ausdruck und Näherungswert unterscheiden,
  8. Ergebnisse formal korrekt dokumentieren,
  9. KI- oder Rechnerausgaben durch unabhängige Mathematik überprüfen,
  10. im Leistungsfach mehrschrittige Modelle selbstständig auswählen und begründen.


Vorwissen-Check

Bearbeite die Fragen zuerst ohne WTR.

Vervollständige den Vorwissen-Check.
Für eine Binomialverteilung gilt X∼B(n,p); der Erwartungswert ist

. Eine Wahrscheinlichkeit liegt immer zwischen

. Für eine Normalverteilung wird die Lage durch

und die Streuung durch

beschrieben. Eine behauptete Lösung einer Gleichung kontrollierst Du durch

. Ein Näherungszeichen wird als

geschrieben.


Selbstdiagnose: Wenn Du bei mehr als zwei Lücken unsicher warst, wiederhole zuerst Binomialverteilung, Normalverteilung, Gleichungen und Standardabweichung.


Der sichere WTR-Ablauf


Mathematischen Ausdruck zuerst notieren

Nicht mit Tasten beginnen, sondern mit Mathematik.

Beispiel:

a=3π7+5

Erst danach erfolgt die Eingabe. Ein sinnvoller Kontrollwert ist:

3π7≈1,35

5≈2,24

also muss gelten:

a≈3,58

Ergibt der Rechner etwa 0,36 oder 35,8, ist die Eingabe oder Interpretation falsch.

Merksatz: Schätze vor dem Drücken von „=“ mindestens Vorzeichen und Größenordnung.


Klammern sichtbar denken

Zwischen

2+34+5

und

2+34+5

besteht ein großer Unterschied.

Kontrolliere besonders:

  1. Bruchzähler und Bruchnenner,
  2. Exponenten,
  3. Argumente von sin, ln und Wurzeln,
  4. negative Zahlen,
  5. verschachtelte Klammern.

Mini-Regel: Die geschriebene mathematische Struktur muss der eingegebenen Struktur entsprechen.


Winkelmodus prüfen

Bei trigonometrischen Rechnungen muss klar sein, ob Winkel im Gradmaß oder Bogenmaß vorliegen.

sin⁡(30∘)=0,5

aber sin⁡(30) im Bogenmaß ist nicht 0,5.

Prüfungsroutine: Vor trigonometrischen Aufgaben Modus prüfen, danach erst rechnen.


Exakt und näherungsweise unterscheiden

Schreibe nicht:

2=1,414

sondern:

2≈1,414

Runde erst am Ende, wenn die Aufgabenstellung nichts anderes verlangt.

Beispiel:

p=0,347821…≈0,348

oder als Prozent:

p≈34,8%


Interaktives Beispiel: Gleichungskontrolle

Gegeben sei:

x3−4x+3=0

Es wird behauptet, x=1 sei eine Lösung.

Kontrolle:

13−4⋅1+3=1−4+3=0

Damit erfüllt x=1 die Gleichung.

Für x=3 ergibt sich:

33−4⋅3+3=27−12+3=18≠0

Also ist x=3 keine Lösung.

WTR-Einsatz: Der Rechner darf hier den Termwert für einen bereits gegebenen oder selbst ermittelten Kandidaten auswerten. Mathematisch gilt: Wenn f(x0)=0, dann ist x0 eine Nullstelle von f.

Leistungsfach-Transfer: Bei einer parametrisierten Gleichung kontrollierst Du nicht nur einen Zahlenwert, sondern auch, ob der Wert zum gegebenen Parameter gehört.


Dynamische Übung außerhalb der Prüfung

Nutze ein dynamisches Graphenwerkzeug nur zum Lernen und zum visuellen Gegencheck. Es ist dadurch nicht automatisch ein zugelassenes Prüfungshilfsmittel.

Aufgabe: Stelle f(x)=x3−4x+3 dar. Vergleiche graphische Nullstellen mit Deinen algebraisch gefundenen Kandidaten. Begründe anschließend ohne Graph, warum das Einsetzen eine gültige Kontrolle ist.


Interaktives Beispiel: Binomialverteilung

Sei

X∼B(10;0,5).

Für genau fünf Treffer gilt:

P(X=5)=(105)⋅0,55⋅0,55

P(X=5)=2521024≈0,2461

Für höchstens drei Treffer gilt:

P(X≤3)=∑k=03(10k)0,510

P(X≤3)=1761024=0,171875

Für mindestens sieben Treffer:

P(X≥7)=1−P(X≤6)

Wegen der Symmetrie bei p=0,5 gilt hier ebenfalls:

P(X≥7)=0,171875

WTR-Kontrolle:

  1. Prüfe n=10 und p=0,5.
  2. Prüfe, ob Du Einzelwahrscheinlichkeit oder kumulierte Wahrscheinlichkeit gewählt hast.
  3. Prüfe die Richtung von ≤ und ≥.
  4. Formuliere danach das Ereignis in Worten.

Typischer Fehler:

Gesucht: P(X≥7)

Falsch ist die direkte Eingabe einer Funktion für P(X≤7).

Richtig ist je nach Rechnerfunktion beispielsweise:

P(X≥7)=1−P(X≤6)

Hinweis zum Video: Das Video zeigt die Binomialverteilung an einem neueren wissenschaftlichen Taschenrechner. Verwende in Deiner Prüfung ausschließlich das an Deiner Schule eingeführte und für Deinen Prüfungsjahrgang zugelassene Modell. Die Menüfolge kann abweichen.


Dynamisches Binomialmodell

Verändere n und p. Beobachte:

  1. Wo liegt das Maximum?
  2. Wie verändert sich die Streuung?
  3. Wann wird die Verteilung annähernd symmetrisch?
  4. Welche Balken gehören bei P(a≤X≤b) wirklich zum Ereignis?


Interaktives Beispiel: Normalverteilung

Für

X∼N(100;152)

ist

μ=100

und

σ=15.

Gesucht sei:

P(85≤X≤115)

Die Grenzen liegen jeweils eine Standardabweichung vom Mittelwert entfernt:

85=μ−σ

115=μ+σ

Daher ist ein Ergebnis von ungefähr

P(85≤X≤115)≈0,683

plausibel.

Plausibilitätskontrolle:

  1. Das Ergebnis muss zwischen 0 und 1 liegen.
  2. Das Intervall ist symmetrisch um μ.
  3. Eine Breite von insgesamt 2σ umfasst deutlich mehr als die Hälfte der Verteilung.


Dynamische Normalverteilung

Verändere μ und σ. Formuliere jeweils eine mathematische Aussage dazu, wie Lage und Form der Dichtekurve verändert werden.


Interaktives Beispiel: Statistik

Gegeben sind die Daten:

2, 4, 4, 4, 5, 5, 7, 9

Der Mittelwert ist:

x¯=2+4+4+4+5+5+7+98=5

Für die Standardabweichung der Grundgesamtheit gilt:

σ=18∑i=18(xi−5)2=2

WTR-Routine:

  1. Daten vollständig eingeben.
  2. Anzahl n kontrollieren.
  3. Mittelwert anzeigen.
  4. Prüfen, ob die geforderte Standardabweichung der Grundgesamtheit oder eine andere statistische Größe gemeint ist.
  5. Ergebnis im Kontext formulieren.

Interpretation: Der Wert σ=2 beschreibt die Streuung der Daten um den Mittelwert 5. Er ist keine Aussage darüber, dass jeder Datenwert genau zwei Einheiten vom Mittelwert entfernt liegt.

Das Bild zeigt zusätzlich das Prinzip einer linearen Regression. Regressionsfunktionen sind nur dann sinnvoll, wenn die Aufgabe und das verwendete zugelassene Hilfsmittel dazu passen. Eine Regression ist kein Ersatz für die Prüfung, ob ein Modell fachlich sinnvoll ist.


Dynamisches Statistikmodell

Verschiebe gedanklich einen Datenpunkt stark nach außen. Erkläre, warum Ausreißer Mittelwert, Standardabweichung und eine Regressionsgerade beeinflussen können.


Numerische Werte sicher bestimmen

Ein WTR ist besonders nützlich, wenn ein exakter Term einen numerischen Wert benötigt.

Beispiel:

a=3π7+5

Zwischenkontrolle:

3π7≈1,346

5≈2,236

Damit:

a≈3,582

Dokumentation im Abitur:

a=3π7+5≈3,58

Nicht ausreichend wäre nur:

3,58

Denn ohne Ansatz ist nicht erkennbar, was berechnet wurde.


Eingaben prüfen: Fünf-Sekunden-Check

Vor jeder Ergebnisübernahme:

  1. Modus: Grad oder Bogenmaß?
  2. Struktur: Stimmen Klammern, Brüche und Potenzen?
  3. Parameter: Stimmen n, p, μ, σ und Grenzen?
  4. Größenordnung: Ist das Ergebnis ungefähr erwartbar?
  5. Bedeutung: Was sagt die Zahl mathematisch aus?

Kurzform: M-S-P-G-B = Modus – Struktur – Parameter – Größenordnung – Bedeutung.


Fehleranalyse

Fehler Kontrolle Korrektur
Falscher Winkelmodus Testwert sin⁡(30∘) Modus prüfen
Fehlende Klammer Ausdruck mit Vorlage vergleichen Struktur neu eingeben
Falsche Binomialgrenze Ereignis auf Zahlengerade markieren Grenze umformen
Zu frühes Runden Rechenweg zurückverfolgen Erst am Ende runden
Falsche Statistikgröße Symbol in Aufgabe prüfen Passende Größe wählen
Ergebnis ohne Bedeutung Satzprobe Kontextsatz ergänzen


Fehlerfall A: Mindestens statt höchstens

Gesucht:

P(X≥7)

Typischer Eingabefehler:

P(X≤7)

Korrektur:

P(X≥7)=1−P(X≤6)

Denkfrage: Warum steht rechts die 6 und nicht die 7?


Fehlerfall B: Rundung mitten im Modell

Angenommen, ein Zwischenergebnis lautet:

p=0,347821…

Wenn Du sofort p=0,35 setzt und damit weiterrechnest, kann sich der Endfehler in mehreren Rechenschritten vergrößern.

Besser:

p=0,347821…

intern weiterverwenden und erst das Endergebnis sinnvoll runden.


Fehlerfall C: Richtige Zahl, falsche Aussage

Ein WTR liefert:

0,083

Die Aufgabe fragt nach einer Wahrscheinlichkeit in Prozent.

Dann lautet die Antwort nicht „0,083 Prozent“, sondern:

0,083=8,3%


Übungen mit Hilfen und Feedback


Übung: Numerischer Term

Berechne:

A=5π12+3

Hilfe 1: Schätze zuerst beide Summanden.

Hilfe 2:

5π12≈1,31

und

3≈1,73

Feedback: Dein Ergebnis muss etwas größer als 3 sein. Dokumentiere exakten Term und Näherungswert.


Übung: Gleichung prüfen

Prüfe, ob x=2 die Gleichung

x3−3x−2=0

erfüllt.

Hilfe:

23−3⋅2−2

Feedback:

8−6−2=0

Damit ist x=2 eine Lösung. Die Begründung besteht aus dem Einsetzen, nicht aus der bloßen Anzeige „0“.


Übung: Binomialwahrscheinlichkeit

Es gilt:

X∼B(10;0,5)

Bestimme:

P(4≤X≤6)

Hilfe 1:

P(4≤X≤6)=P(X≤6)−P(X≤3)

Hilfe 2:

P(4≤X≤6)=6721024

Feedback:

P(4≤X≤6)=0,65625

Das Ergebnis ist plausibel, weil die Werte 4,5,6 um den Erwartungswert E(X)=5 liegen.


Übung: Statistik

Für die Daten

3, 3, 4, 6, 9

bestimme x¯ und beschreibe, wie der Wert 9 die Streuung beeinflusst.

Hilfe:

x¯=255=5

Feedback: Der hohe Wert 9 vergrößert die Abstände zum Mittelwert und damit die Streuung. Eine vollständige Lösung nennt nicht nur den Rechnerwert, sondern deutet ihn.


Selbstkontrolle: Prüfungsroutine

Vor dem Abgeben einer WTR-gestützten Aufgabe frage Dich:

  1. Ist der mathematische Ansatz sichtbar?
  2. Ist das richtige Modell gewählt?
  3. Sind alle WTR-Parameter überprüft?
  4. Ist = oder ≈ korrekt?
  5. Ist die Rundung sinnvoll?
  6. Steht eine Einheit oder Ereignisinterpretation dabei?
  7. Ist die Aussage plausibel?
  8. Könnte ich die Rechnung ohne Menübezeichnungen erklären?

Wenn Du sieben oder acht Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, ist Dein Rechenweg in der Regel gut dokumentiert.


KI mathematisch prüfen

KI kann Rechenwege vorschlagen, aber sie kann falsche Umformungen, falsche Parameter oder erfundene Taschenrechnerfunktionen ausgeben.

Prüfroutine für KI-Ausgaben:

  1. Schreibe die mathematische Behauptung separat auf.
  2. Prüfe Definitionsbereich und Voraussetzungen.
  3. Rechne einen einfachen Spezialfall selbst.
  4. Setze behauptete Lösungen ein.
  5. Prüfe Wahrscheinlichkeiten auf 0≤P≤1.
  6. Vergleiche bei Bedarf mit einer zweiten unabhängigen Methode.
  7. Übernimm keine Begründung, die Du selbst nicht nachvollziehen kannst.

Merksatz: KI-Ausgaben und Taschenrechneranzeigen sind Hilfen. Sie ersetzen keinen Beweis und keine mathematische Begründung.


Transfer

Eine Abituraufgabe beschreibt eine Qualitätskontrolle. Die Trefferwahrscheinlichkeit eines Fehlers sei p; in einer Stichprobe werden n Teile untersucht.

Du musst selbst entscheiden, ob Du:

  1. eine Einzelwahrscheinlichkeit P(X=k),
  2. eine kumulierte Wahrscheinlichkeit P(X≤k),
  3. eine Gegenwahrscheinlichkeit,
  4. ein Intervall,
  5. oder eine Normalverteilung

benötigst.

Leistungsfach-Anforderung: Die entscheidende Leistung liegt häufig vor der Eingabe in den WTR: Du übersetzt den Kontext korrekt in Mathematik.

Beispiel:

„Mindestens 12 fehlerhafte Teile“ bedeutet

P(X≥12).

„Mehr als 12 fehlerhafte Teile“ bedeutet

P(X>12)=P(X≥13).

„Höchstens 12 fehlerhafte Teile“ bedeutet

P(X≤12).

Diese drei Ereignisse dürfen nicht verwechselt werden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist die wichtigste Aufgabe des WTR im hilfsmittelgestützten Prüfungsteil? (Rechnungen effizient ausführen und mathematisch kontrollieren) (!Begründungen vollständig ersetzen) (!Alle Gleichungen automatisch lösen) (!Graphen als Beweis verwenden)




Wie kontrollierst Du eine behauptete Lösung einer Gleichung mit einem zugelassenen WTR sicher? (Durch Einsetzen des Kandidaten in die Gleichung) (!Durch automatisches Lösen der Gleichung) (!Durch Zeichnen des Graphen) (!Durch Speichern der Lösung im Rechner)




Welche Schreibweise ist bei einem gerundeten Wert korrekt? (Näherungszeichen verwenden) (!Immer Gleichheitszeichen verwenden) (!Keine mathematische Relation angeben) (!Das Ergebnis ohne Ansatz notieren)




Was bedeutet bei einer Binomialverteilung mindestens sieben Treffer? (P X größer oder gleich 7) (!P X kleiner oder gleich 7) (!P X gleich 7) (!P X kleiner als 7)




Welche Kontrolle ist bei trigonometrischen Rechnungen besonders wichtig? (Winkelmodus prüfen) (!Speicher füllen) (!Binomialmodus wählen) (!Standardabweichung zurücksetzen)




Wann solltest Du in einer längeren Rechnung normalerweise runden? (Am Ende der Rechnung) (!Nach jeder Eingabe) (!Vor der ersten Rechnung) (!Nach jeder Klammer)




Was muss für eine Wahrscheinlichkeit gelten? (Sie liegt zwischen 0 und 1) (!Sie ist immer größer als 1) (!Sie ist immer negativ) (!Sie ist immer eine ganze Zahl)




Was beschreibt die Standardabweichung? (Die Streuung von Daten um ihren Mittelwert) (!Die Anzahl der Daten) (!Den größten Datenwert) (!Die Summe aller Daten)




Was ist bei einer WTR-Ausgabe im Abitur zusätzlich nötig? (Mathematischer Ansatz und Interpretation) (!Nur die Tastenfolge) (!Nur der Dezimalwert) (!Nur der Rechnername)




Wie solltest Du mit einer KI-Ausgabe zu einer Abituraufgabe umgehen? (Mathematisch unabhängig prüfen) (!Ungeprüft übernehmen) (!Als Beweis zitieren) (!Die WTR-Kontrolle weglassen)





Memory

Winkelmodus Gradmaß oder Bogenmaß kontrollieren
Kumulierte Wahrscheinlichkeit Summe mehrerer Einzelwahrscheinlichkeiten
Gleichungskontrolle Kandidaten einsetzen
Standardabweichung Streuung um den Mittelwert
Näherungszeichen Gerundeten Wert kennzeichnen
Plausibilitätscheck Vorzeichen und Größenordnung prüfen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Einsetzen Gleichungskontrolle
Kumulieren Mehrere Wahrscheinlichkeiten
Runden Endergebnis
Interpretieren Kontextaussage
Plausibilisieren Größenordnung





Kreuzworträtsel

Modus Was musst Du vor trigonometrischen Rechnungen am WTR prüfen?
Klammer Welches Zeichen schützt die mathematische Struktur einer Eingabe?
Einsetzen Wie kontrollierst Du eine behauptete Gleichungslösung?
Streuung Was beschreibt die Standardabweichung?
Plausibilitaet Wie heißt die Prüfung, ob ein Ergebnis sinnvoll groß ist?
Rundung Welcher Arbeitsschritt soll möglichst erst am Ende erfolgen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Im Abitur muss der mathematische

sichtbar bleiben. Eine behauptete Lösung einer Gleichung wird durch

kontrolliert. Bei trigonometrischen Rechnungen ist der

zu prüfen. Ein gerundeter Wert wird mit dem

gekennzeichnet. Für eine Binomialverteilung müssen insbesondere

korrekt eingegeben werden. Eine Wahrscheinlichkeit muss zwischen

liegen. Statistische Rechnerwerte müssen im

interpretiert werden. Bei längeren Rechnungen wird möglichst erst am

gerundet. KI-Ausgaben müssen mathematisch

werden.




Kompetenzcheck

Bewerte Dich mit „sicher“, „teilweise“ oder „noch üben“.

Kompetenz Selbstcheck
Term korrekt eingeben sicher / teilweise / noch üben
Winkelmodus prüfen sicher / teilweise / noch üben
Gleichung durch Einsetzen kontrollieren sicher / teilweise / noch üben
Binomialwahrscheinlichkeit auswählen sicher / teilweise / noch üben
Normalverteilung interpretieren sicher / teilweise / noch üben
Statistikwerte deuten sicher / teilweise / noch üben
Ergebnis plausibilisieren sicher / teilweise / noch üben
Rechenweg schriftlich begründen sicher / teilweise / noch üben

Ziel für das Leistungsfach: Kein Punkt sollte kurz vor dem Abitur dauerhaft bei „noch üben“ stehen.


Reflexion

Beantworte schriftlich:

  1. Bei welcher WTR-Funktion verliere ich noch Zeit?
  2. Welche Eingabefehler passieren mir wiederholt?
  3. Welche Plausibilitätskontrolle nutze ich zuverlässig?
  4. Wann neige ich dazu, einen Rechnerwert ohne Begründung zu übernehmen?
  5. Welche drei Tastenschritte meines eigenen zugelassenen WTR muss ich noch automatisieren?
  6. Wie erkenne ich, dass eine KI- oder Rechnerausgabe mathematisch nicht stimmen kann?


Offene Aufgaben


Leicht

  1. WTR-Checkliste: Erstelle eine Karte mit Deinen fünf wichtigsten Kontrollen vor jeder Eingabe.
  2. Klammertraining: Formuliere fünf Terme, bei denen eine falsch gesetzte Klammer das Ergebnis stark verändert, und berechne beide Varianten.
  3. Plausibilitätsprüfung: Sammle sechs typische Ergebnisse und notiere jeweils eine Schätzung, mit der Du den Rechnerwert kontrollieren kannst.
  4. Winkelmodus: Erstelle ein Mini-Poster mit zwei Beispielen, die den Unterschied zwischen Grad- und Bogenmaß zeigen.


Standard

  1. Binomialverteilung: Entwickle drei Abitur-nahe Aufgaben zu genau, höchstens und mindestens und gib jeweils Ansatz, WTR-Strategie und Interpretation an.
  2. Statistik: Erzeuge einen kleinen anonymen Datensatz ohne personenbezogene Daten, berechne Mittelwert und Standardabweichung und erläutere beide Werte.
  3. Fehleranalyse: Erfinde vier falsche WTR-Eingaben und schreibe zu jeder eine Diagnose und Korrektur.
  4. Erklärvideo: Produziere ein kurzes Bildschirm- oder Handvideo ohne personenbezogene Daten, in dem Du einen sicheren WTR-Ablauf erklärst.


Schwer

  1. Modellierungsaufgabe: Entwickle eine mehrschrittige Stochastikaufgabe, bei der Du selbst zwischen Einzel-, kumulierter und Gegenwahrscheinlichkeit entscheiden musst.
  2. Begründung prüfen: Vergleiche zwei Lösungswege zu derselben Aufgabe und untersuche, welcher Rechenweg mathematisch vollständiger dokumentiert ist, ohne bloß auf den Endwert zu schauen.
  3. KI-Prüfung: Lass eine KI eine anspruchsvolle Stochastiklösung erzeugen, prüfe jede mathematische Aussage unabhängig und dokumentiere gefundene Schwächen.
  4. Abi-Simulation: Bearbeite einen selbst zusammengestellten 30-Minuten-Teil mit zugelassenem WTR, protokolliere danach Zeitverluste und entwickle eine persönliche Verbesserungsstrategie.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Modellwahl: Eine Zufallsvariable wird im Sachkontext beschrieben. Entscheide begründet, ob eine Einzelwahrscheinlichkeit, eine kumulierte Wahrscheinlichkeit, eine Gegenwahrscheinlichkeit oder eine Normalverteilung benötigt wird.
  2. Fehlersuche: Analysiere einen Rechenweg mit korrektem Endwert, aber fehlerhafter Begründung. Erkläre, warum der Lösungsweg trotzdem fachlich unzureichend ist.
  3. Gleichungskontrolle: Eine Näherungslösung wird behauptet. Entwickle eine Kontrolle durch Einsetzen und erläutere, welche Genauigkeit der Restterm erwarten lässt.
  4. Statistische Interpretation: Zwei Datensätze besitzen denselben Mittelwert, aber unterschiedliche Standardabweichungen. Erkläre die Bedeutung im Kontext und skizziere mögliche Datenstrukturen.
  5. Transferaufgabe: Entwirf einen mehrschrittigen Lösungsplan für eine Abituraufgabe, in dem mindestens ein WTR-Wert vorkommt. Markiere ausdrücklich, welche Schritte mathematische Begründungen und welche nur numerische Berechnungen sind.
  6. KI-Kritik: Prüfe eine KI-Lösung darauf, ob Gleichheitszeichen, Rundung, Voraussetzungen und Interpretation korrekt sind. Verbessere die Lösung formal.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Deinen zugelassenen WTR ohne Handbuch sicher bedienst,
  2. mathematische Ausdrücke strukturgleich eingibst,
  3. Winkelmodus und Parameter kontrollierst,
  4. Gleichungskandidaten durch Einsetzen prüfst,
  5. Binomial- und Normalwahrscheinlichkeiten korrekt modellierst,
  6. Mittelwert und Standardabweichung berechnest und interpretierst,
  7. Ergebnisse auf Größenordnung und Kontext prüfst,
  8. exakt zwischen = und ≈ unterscheidest,
  9. Rechenwege formal nachvollziehbar dokumentierst,
  10. Taschenrechner- und KI-Ausgaben nicht als Beweis behandelt,
  11. den Facherlass und die Hilfsmittelregeln Deines Prüfungsjahrgangs beachtest.




OERs zum Thema

Freie Medien in diesem Kurs:

  1. Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien besitzen jeweils freie oder gemeinfreie Lizenzen; Lizenzdetails stehen auf den jeweiligen Dateiseiten.
  2. Die GeoGebra-Applets dienen als interaktive Übungsmedien außerhalb der Prüfung.
  3. Das eingebettete YouTube-Video wird über die YouTube-Einbettung genutzt; beachte die Nutzungsbedingungen der Plattform.
  4. Übungswerkzeuge sind nicht automatisch zugelassene Prüfungshilfsmittel.


Folgekurs

Als nächster aiMOOC eignet sich:

ABI LF - Stochastik im hilfsmittelgestützten Prüfungsteil sicher modellieren

Dort trainierst Du:

  1. mehrschrittige Binomialmodelle,
  2. Normalverteilung,
  3. Erwartungswert und Standardabweichung,
  4. Gegenereignisse,
  5. formale Begründungen,
  6. Transfer zwischen Sachtext, mathematischem Modell und WTR.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...