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ABI LF - Teil B – Stochastik unter Abiturbedingungen bearbeiten

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ABI LF - Teil B – Stochastik unter Abiturbedingungen bearbeiten

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ABI LF - Teil B – Stochastik unter Abiturbedingungen bearbeiten

Mini-Beschreibung: Bearbeite umfangreiche neue Abituraufgaben zu bedingter Wahrscheinlichkeit, Binomialverteilung, Normalverteilung und statistischer Beurteilung. Du arbeitest auf Leistungsfach-Niveau mit Baumdiagrammen, Vierfeldertafeln, Verteilungsgraphen, Simulationen, WTR und Formeldokument. Ergebnisse werden stets im Sachzusammenhang interpretiert.

Zielgruppe: Leistungsfach Mathematik, gymnasiale Oberstufe, schriftliches Abitur Baden-Württemberg.


Einleitung

Teil B verlangt nicht nur Rechnen. Du musst ein Modell erkennen, ein Verfahren selbst wählen, Rechnungen nachvollziehbar dokumentieren, Ergebnisse prüfen und sie im Kontext deuten.

Für den Prüfungsjahrgang 2027 gilt im Leistungsfach Mathematik: 300 Minuten Gesamtbearbeitungszeit. Teil A wird spätestens nach 110 Minuten abgegeben. Danach erhältst Du für Teil B die zugelassene mathematisch-naturwissenschaftliche IQB-Formelsammlung und den im Kurs eingeführten zugelassenen WTR. Aus dem Sachgebiet Stochastik wird eine von der Fachlehrkraft ausgewählte Teil-B-Aufgabe bearbeitet.[1]

Wichtig: Prüfe für Deinen eigenen Prüfungsjahrgang immer den aktuellen Facherlass. Digitale Übungswerkzeuge wie GeoGebra sind nicht automatisch zugelassene Prüfungshilfsmittel.


Lernziele

  1. Bedingte Wahrscheinlichkeit: Du modellierst mit Baumdiagramm und Vierfeldertafel und nutzt P(A∣B)=P(A∩B)P(B).
  2. Binomialverteilung: Du erkennst Bernoulli-Ketten, berechnest Einzel- und Intervallwahrscheinlichkeiten und deutest μ=np sowie σ=np(1−p).
  3. Normalverteilung: Du arbeitest mit X∼N(μ,σ2), Flächenwahrscheinlichkeiten und Quantilen.
  4. Hypothesentest: Du formulierst Hypothesen, bestimmst Ablehnungsbereiche und interpretierst Entscheidungen ohne unzulässige Schlussfolgerungen.
  5. Mathematisches Modellieren: Du prüfst Annahmen, wählst Verfahren selbst und begründest mehrschrittige Lösungen.
  6. Abiturstrategie: Du nutzt WTR und Formeldokument gezielt, dokumentierst aber den mathematischen Ansatz sichtbar.


Vorwissen-Check

Beantworte ohne Hilfsmittel.

  1. Kannst Du den Unterschied zwischen P(A∩B) und P(A∣B) erklären?
  2. Erkennst Du, wann eine Zufallsgröße binomialverteilt modelliert werden kann?
  3. Kannst Du P(X≤k), P(X≥k) und P(a≤X≤b) unterscheiden?
  4. Weißt Du, wie μ und σ die Glockenkurve verändern?
  5. Kannst Du erklären, warum ein statistischer Test eine Behauptung nicht „beweist“?

Selbstkontrolle: Wenn mindestens zwei Punkte unsicher sind, wiederhole zunächst Wahrscheinlichkeitsrechnung, Bernoulli-Kette, Erwartungswert und Standardabweichung.


Prüfungswerkzeuge


Baumdiagramm und Vierfeldertafel

Bei bedingten Wahrscheinlichkeiten helfen zwei Darstellungen:

  1. Baumdiagramm: geeignet für zeitliche oder bedingte Abfolgen; entlang eines Pfades werden Wahrscheinlichkeiten multipliziert.
  2. Vierfeldertafel: geeignet, wenn Schnittmengen, Randwahrscheinlichkeiten und Bedingungen übersichtlich verglichen werden sollen.

P(A∩B)=P(A)⋅P(B∣A)

P(B∣A)=P(A∩B)P(A)


Binomialverteilung

Für eine Bernoulli-Kette mit konstanter Trefferwahrscheinlichkeit p und unabhängigen Versuchen gilt:

X∼B(n,p)

P(X=k)=(nk)pk(1−p)n−k

E(X)=np

σ=np(1−p)


Normalverteilung

Für X∼N(μ,σ2) beschreibt die Dichtefunktion eine stetige Verteilung:

f(x)=1σ2πe−12(x−μσ)2

Wahrscheinlichkeiten entsprechen Flächen unter der Dichtekurve. Einzelwerte haben bei stetigen Verteilungen Wahrscheinlichkeit 0.


Statistische Beurteilung

Ein Test folgt einer klaren Struktur:

  1. Hypothesen im Kontext formulieren.
  2. Zufallsgröße und Modell angeben.
  3. Signifikanzniveau beachten.
  4. Ablehnungsbereich bestimmen.
  5. Beobachtung einordnen.
  6. Entscheidung im Kontext formulieren.
  7. Fehler erster Art und Grenzen der Aussage bedenken.

Merksatz: Ein signifikantes Ergebnis ist ein Argument gegen die Nullhypothese im gewählten Testmodell. Es ist kein mathematischer Beweis dafür, dass eine alternative Sachbehauptung sicher wahr ist.


Interaktive Abituraufgabe 1: Qualitätskontrolle

Ein Betrieb produziert Bauteile auf zwei Linien. 60 % stammen von Linie A und 40 % von Linie B. Bei Linie A sind 3 % fehlerhaft, bei Linie B 7 %. Ein Bauteil wird zufällig ausgewählt. Das Ereignis D bedeutet „fehlerhaft“.


Teilaufgabe A: Bedingte Wahrscheinlichkeit

Berechne P(D) und anschließend P(B∣D).

P(D)=0,60⋅0,03+0,40⋅0,07

Hilfe: Addiere die beiden Pfadwahrscheinlichkeiten, die zum Ereignis D führen. Für die Rückwärtsbedingung benötigst Du anschließend die Definition der bedingten Wahrscheinlichkeit.

Feedback und Lösung: P(D)=0,046. Außerdem gilt P(B∣D)=0,40⋅0,070,046≈0,609. Interpretation: Unter den fehlerhaften Bauteilen stammen etwa 60,9 % von Linie B.


Teilaufgabe B: Vierfeldertafel

Übertrage die Situation auf 10 000 gedachte Bauteile.

Linie fehlerhaft nicht fehlerhaft Summe
A 180 5820 6000
B 280 3720 4000
Summe 460 9540 10000

Kontrollfrage: Warum liefert 280460 dieselbe bedingte Wahrscheinlichkeit wie der Rechenweg mit dem Baumdiagramm?


Teilaufgabe C: Binomialmodell

Für eine Stichprobe von 80 unabhängig ausgewählten Bauteilen werde die Fehlerwahrscheinlichkeit mit p=0,046 modelliert. Sei X die Anzahl fehlerhafter Bauteile.

X∼B(80,0,046)

Bestimme P(X≤2).

Hilfe: Nutze im WTR die kumulierte Binomialwahrscheinlichkeit oder berechne P(X=0)+P(X=1)+P(X=2).

Feedback und Lösung: P(X≤2)≈0,2821. Im Kontext bedeutet dies: Unter dem Modell liegt die Wahrscheinlichkeit für höchstens zwei fehlerhafte Bauteile bei etwa 28,2 %.


Teilaufgabe D: Statistischer Test

Der Betrieb behauptet, die Fehlerquote betrage höchstens 4 %. Geprüft werden 200 unabhängig ausgewählte Bauteile.

H0:p≤0,04

H1:p>0,04

Als Ablehnungsbereich wird X≥14 vorgeschlagen.

Prüfe, ob der Fehler erster Art höchstens 5 % beträgt, und beurteile ein Stichprobenergebnis von 15 fehlerhaften Bauteilen.

Hilfe: Für den ungünstigsten Randfall der Nullhypothese rechnest Du mit p=0,04.

Feedback und Lösung: P0,04(X≥14)≈0,0312. Der vorgeschlagene Test hält also das Niveau 5 % ein. Bei 15 Fehlern liegt die Beobachtung im Ablehnungsbereich. Die Nullhypothese wird auf diesem Niveau verworfen. Das beweist nicht, dass die wahre Fehlerquote sicher über 4 % liegt.


Interaktive Abituraufgabe 2: Normalverteilte Messwerte

Die Füllmenge eines Automaten werde durch Y∼N(500,62) in Millilitern modelliert.


Teilaufgabe A: Toleranzbereich

Bestimme die Wahrscheinlichkeit für eine Füllmenge zwischen 492 ml und 508 ml.

P(492≤Y≤508)

Hilfe: Nutze den Normalverteilungsmodus des WTR und kontrolliere, ob Du ein Intervall und nicht eine einseitige Wahrscheinlichkeit eingestellt hast.

Feedback und Lösung: P(492≤Y≤508)≈0,8176. Etwa 81,8 % der Füllungen liegen nach dem Modell im Toleranzbereich.


Teilaufgabe B: Quantil

Bestimme eine Grenze g, sodass nur 2 % der Füllungen größer als g sind.

P(Y>g)=0,02

Feedback und Lösung: Gesucht ist das 98-%-Quantil. Mit z0,98≈2,054 folgt g≈500+2,054⋅6≈512,3 ml.


Teilaufgabe C: Modellkombination

Zwölf Füllungen werden unabhängig betrachtet. Die Trefferwahrscheinlichkeit „liegt im Toleranzbereich“ beträgt näherungsweise 0,8176. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens zehn Füllungen im Toleranzbereich liegen.

Feedback und Lösung: Für Z∼B(12,0,8176) gilt P(Z≥10)≈0,621. Beachte den Modellwechsel von der Normalverteilung zur Binomialverteilung.


WTR- und Formeldokument-Strategie

  1. Ansatz zuerst: Notiere Verteilung, Parameter und gesuchte Wahrscheinlichkeit, bevor Du Werte in den WTR eingibst.
  2. Grenzen prüfen: Unterscheide strikt ≤, <, ≥ und Intervallgrenzen.
  3. Ergebnis plausibilisieren: Eine Wahrscheinlichkeit muss zwischen 0 und 1 liegen; vergleiche zusätzlich Lage relativ zum Erwartungswert.
  4. Kontextsatz schreiben: Nenne Grundgesamtheit, Ereignis und Bedeutung des Zahlenwerts.
  5. Formeldokument gezielt nutzen: Suche Struktur und Formel, aber entscheide selbst, ob das Modell passt.
  6. Prüfungsregel beachten: Übungssoftware, CAS, Internetangebote oder KI sind nicht automatisch zugelassene Hilfsmittel.


Fehleranalyse


Typische Fehler und Korrektur

Fehler Bessere Kontrolle
Bedingung vertauscht Prüfe: „unter der Voraussetzung, dass …“
Binomialmodell ungeprüft Prüfe Unabhängigkeit und konstantes p
P(X≥k) falsch eingegeben Nutze 1−P(X≤k−1)
Dichtewert als Wahrscheinlichkeit Bei Normalverteilung Flächen verwenden
Testentscheidung überdehnt Aussage auf Modell und Signifikanzniveau begrenzen
Nur WTR-Zahl notiert Ansatz, Parameter, Ergebnis und Kontext dokumentieren


Fehlerdetektiv

Eine Lösung behauptet:

„Da P(X≥14)=0,0312 kleiner als 5 % ist, ist bewiesen, dass die Fehlerquote größer als 4 % ist.“

Aufgabe: Markiere den Denkfehler und formuliere eine korrekte statistische Aussage.

Feedback: Die Rechnung beschreibt den Fehler erster Art im Randfall der Nullhypothese. Ein beobachtetes Ergebnis im Ablehnungsbereich führt zu einer Testentscheidung gegen H0; es liefert keinen Beweis für einen exakten wahren Parameterwert.


Selbstkontrolle

  1. Kannst Du jede verwendete Zufallsgröße definieren?
  2. Kannst Du begründen, warum eine Binomial- oder Normalverteilung geeignet ist?
  3. Sind alle Grenzen im WTR korrekt übersetzt?
  4. Hast Du das Ergebnis im Kontext gedeutet?
  5. Hast Du bei Tests zwischen Testentscheidung und Beweis unterschieden?
  6. Kannst Du Deinen Rechenweg ohne digitale Ausgabe nachvollziehbar erklären?


Kompetenzcheck

Bewerte Dich nach jeder Aufgabe mit 0, 1 oder 2 Punkten: 0 = unsicher, 1 = teilweise sicher, 2 = sicher.

Kompetenz Prüffrage
Modellieren Wähle ich selbst ein passendes Modell?
Darstellen Nutze ich Baum, Tafel oder Graph sinnvoll?
Rechnen Sind Formeln und WTR-Eingaben korrekt?
Begründen Erkläre ich Entscheidungen mathematisch?
Interpretieren Deute ich Zahlen im Sachzusammenhang?
Prüfen Erkenne ich unplausible Ergebnisse?

Orientierung: Wiederhole gezielt die Bereiche, in denen Du 0 oder 1 Punkt vergibst. Die Punktzahl ist eine Lernhilfe, keine Prüfungsnote.


Transfer

Eine KI schlägt für eine Binomialaufgabe folgende Lösung vor: „Bei mindestens 12 Treffern berechnet man immer 1−P(X≤12).“

Prüfe die Aussage mathematisch.

Feedback: Die Aussage ist falsch. Für „mindestens 12“ gilt P(X≥12)=1−P(X≤11). KI-Ausgaben müssen mathematisch geprüft werden; sie ersetzen keinen Beweis und keine eigene Begründung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Beschreibung der bedingten Wahrscheinlichkeit ist korrekt? (Schnittwahrscheinlichkeit geteilt durch Wahrscheinlichkeit der Bedingung) (!Produkt der beiden Einzelwahrscheinlichkeiten) (!Summe der beiden Einzelwahrscheinlichkeiten) (!Gegenwahrscheinlichkeit der Bedingung)




Wann ist ein Binomialmodell grundsätzlich passend? (Feste Versuchszahl mit zwei Ausgängen konstantem p und Unabhängigkeit) (!Jede stetige Zufallsgröße ist binomialverteilt) (!Eine Binomialverteilung braucht genau zwei Versuche) (!Die Trefferwahrscheinlichkeit muss immer ein Halb sein)




Was ist der Erwartungswert einer Binomialverteilung? (Produkt aus Versuchszahl und Trefferwahrscheinlichkeit) (!Summe aus Versuchszahl und Trefferwahrscheinlichkeit) (!Quotient aus Trefferwahrscheinlichkeit und Versuchszahl) (!Wurzel aus der Versuchszahl)




Welche Aussage gilt für eine stetige Normalverteilung? (Ein einzelner exakter Wert hat Wahrscheinlichkeit null) (!Die Standardabweichung muss immer eins sein) (!Der Erwartungswert muss immer null sein) (!Nur ganzzahlige Werte können auftreten)




Was beschreibt sigma bei einer Normalverteilung? (Die Streuung um den Erwartungswert) (!Die Anzahl der Versuche) (!Die Trefferwahrscheinlichkeit) (!Den Ablehnungsbereich)




Was bedeutet mindestens k bei einer diskreten Zufallsgröße? (X ist größer oder gleich k) (!X ist kleiner als k) (!X ist genau k) (!X ist höchstens k)




Was ist ein Fehler erster Art? (Die Nullhypothese wird verworfen obwohl sie gilt) (!Die Nullhypothese wird beibehalten obwohl sie falsch ist) (!Der Taschenrechner rundet falsch) (!Die Stichprobe enthält keine Treffer)




Was muss nach einer Wahrscheinlichkeitsrechnung im Abitur häufig folgen? (Eine Interpretation im Sachzusammenhang) (!Nur die Anzeige des Taschenrechners) (!Eine neue Zufallsvariable ohne Erklärung) (!Ein Modellwechsel ohne Begründung)




Was ist bei einer WTR-Lösung unverzichtbar? (Der mathematische Ansatz muss erkennbar bleiben) (!Nur der gerundete Endwert reicht aus) (!Die Tastensequenz ersetzt jede Begründung) (!Variablen dürfen nicht verwendet werden)




Wie sind KI-Ergebnisse in Mathematik zu behandeln? (Sie müssen mathematisch geprüft werden) (!Sie gelten automatisch als Beweis) (!Sie ersetzen das Formeldokument) (!Sie sind automatisch prüfungszugelassen)





Memory

Bedingte Wahrscheinlichkeit Voraussetzung
Binomialverteilung Bernoulli-Kette
Normalverteilung Glockenkurve
Erwartungswert Schwerpunkt
Standardabweichung Streuung
Signifikanztest Ablehnungsbereich





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Baumdiagramm Bedingte Pfade
Vierfeldertafel Schnittmengen und Ränder
Binomialverteilung Anzahl von Treffern
Normalverteilung Stetige Messwerte
Hypothesentest Statistische Entscheidung





Kreuzworträtsel

Bayes Welcher Satz verbindet Vorwärts- und Rückwärtswahrscheinlichkeiten?
Binomial Welche Verteilung modelliert Trefferzahlen in Bernoulli-Ketten?
Erwartungswert Welche Kenngröße beschreibt die mittlere Lage einer Zufallsgröße?
Standardabweichung Welche Kenngröße beschreibt die typische Streuung?
Vierfeldertafel Welche Tabelle ordnet zwei dichotome Merkmale?
Hypothesentest Welches Verfahren prüft eine statistische Behauptung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bei einer Bernoulli-Kette mit fester Trefferwahrscheinlichkeit wird die Trefferzahl häufig durch die

modelliert. Die Kenngröße np heißt

. Bei einer Normalverteilung beschreibt σ die

. Eine bedingte Wahrscheinlichkeit bezieht sich auf eine zusätzliche

. Beim statistischen Test wird die Nullhypothese verworfen, wenn die Beobachtung im

liegt. Ein numerisches Ergebnis muss im Abitur stets im

gedeutet werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Baumdiagramm erstellen: Entwickle zu einem eigenen Qualitätskontroll-Beispiel ein zweistufiges Baumdiagramm mit realistischen Wahrscheinlichkeiten.
  2. Vierfeldertafel erstellen: Überführe Dein Baumdiagramm in eine Vierfeldertafel und kontrolliere alle Randsummen.
  3. Binomialverteilung visualisieren: Variiere in einer Simulation n und p und beschreibe zwei sichtbare Veränderungen.
  4. Normalverteilung visualisieren: Verändere μ und σ und erkläre die Wirkung am Graphen.


Standard

  1. Abituraufgabe entwerfen: Erstelle eine mehrteilige Stochastikaufgabe mit mindestens zwei verschiedenen Modellen und einem realistischen Kontext.
  2. WTR-Protokoll: Löse eine Binomialaufgabe mit WTR und dokumentiere Ansatz, Eingaben, Ergebnis und Interpretation ohne reine Tastensequenz.
  3. Fehleranalyse Stochastik: Formuliere drei typische Fehlrechnungen und schreibe jeweils eine kurze mathematische Korrektur.
  4. Simulation und Theorie: Simuliere eine Bernoulli-Kette häufig und vergleiche die relative Häufigkeit mit einer theoretischen Binomialwahrscheinlichkeit.


Schwer

  1. Hypothesentest entwickeln: Konstruiere zu einer Qualitätsbehauptung einen einseitigen Test mit selbst gewähltem Signifikanzniveau und begründe den Ablehnungsbereich.
  2. Modellkritik: Untersuche einen realen Datensatz ohne personenbezogene Daten und diskutiere, ob ein Binomial- oder Normalmodell angemessen ist.
  3. Begründung prüfen: Lass Dir von einer KI einen Lösungsweg zu einer Stochastikaufgabe erzeugen und prüfe jede mathematische Aussage unabhängig nach.
  4. Probeabitur Stochastik: Erstelle eine vollständige Teil-B-Aufgabe, bearbeite sie unter Zeitdruck und verfasse anschließend eine Fehler- und Strategiereflexion.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Modellwahl begründen: Zwei Produktionssituationen sehen ähnlich aus, aber nur eine erfüllt die Bedingungen einer Bernoulli-Kette. Entscheide und begründe.
  2. Darstellungen verknüpfen: Überführe ein Baumdiagramm in eine Vierfeldertafel und erkläre, welche Information in beiden Darstellungen identisch ist.
  3. Parameterwirkung untersuchen: Vergleiche zwei Normalverteilungen mit gleichem Erwartungswert und unterschiedlicher Standardabweichung und leite Folgen für einen festen Toleranzbereich ab.
  4. Testentscheidung reflektieren: Erkläre, warum ein Ergebnis im Ablehnungsbereich keine sichere Aussage über den wahren Parameter liefert.
  5. WTR-Ergebnis prüfen: Entwickle mindestens zwei unabhängige Plausibilitätskontrollen für eine berechnete Wahrscheinlichkeit.
  6. Transfer zwischen Modellen: Erkläre an einem Beispiel, wie aus einer normalverteilten Einzelmessung eine binomialverteilte Trefferzahl entstehen kann.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. ein stochastisches Modell selbstständig auswählst und seine Voraussetzungen prüfst,
  2. bedingte Wahrscheinlichkeiten mit Baumdiagramm und Vierfeldertafel sicher bearbeitest,
  3. Binomial- und Normalverteilungen formal korrekt einsetzt,
  4. WTR-Ergebnisse durch mathematische Ansätze nachvollziehbar machst,
  5. statistische Tests fachsprachlich korrekt interpretierst,
  6. mehrschrittige Lösungen begründest und auf Plausibilität prüfst,
  7. Ergebnisse konsequent im Kontext deutest,
  8. Fehler in fremden und KI-generierten Rechenwegen erkennst.




Reflexion

  1. Welche Aufgabentypen erkennst Du sofort, und bei welchen brauchst Du noch Entscheidungshilfen?
  2. An welcher Stelle verlässt Du Dich noch zu stark auf den WTR?
  3. Welche Formulierung hilft Dir, Testentscheidungen vorsichtig und korrekt zu interpretieren?
  4. Wie kannst Du in der Prüfung nachweisen, dass Du nicht nur gerechnet, sondern modelliert und begründet hast?


Folgekurs

Als nächster Schritt eignet sich ABI LF - Teil B – Analysis unter Abiturbedingungen bearbeiten oder ABI LF - Teil B – Analytische Geometrie unter Abiturbedingungen bearbeiten. Für ein vollständiges Training kombiniere alle drei Sachgebiete mit ABI LF - Teil A – Mathematik unter Abiturbedingungen bearbeiten.


OERs zum Thema


Freie Medien und Simulationen

  1. Wikimedia Commons: Die eingebundenen Baumdiagramme, Verteilungsgraphen und Animationen stammen aus frei lizenzierten bzw. gemeinfreien Commons-Dateien; die jeweilige Dateiseite dokumentiert Urheber und Lizenz.
  2. GeoGebra: Die eingebetteten Applets dienen dem Üben und Visualisieren. Sie sind keine automatische Aussage über zugelassene Abiturhilfsmittel.
  3. YouTube: Die eingebetteten Lernvideos vertiefen bedingte Wahrscheinlichkeit, Binomialverteilung, Normalverteilung und Hypothesentests.
  4. Datenschutz: Verwende für eigene Aufgaben und Simulationen keine personenbezogenen Daten.


Quellen und Prüfungsbezug

  1. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Facherlass für die Abiturprüfung 2027, Fach Mathematik.
  2. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Termine und Informationen zum Abitur 2027, einschließlich IQB-Formelsammlung.
  3. GeoGebra Manual: Wahrscheinlichkeitsrechner für Binomial- und Normalverteilungen sowie statistische Verfahren.
  4. Wikimedia Commons: Probability tree diagram.svg, Conditional probability.svg, Binomial distribution.svg, Normal distribution.svg sowie frei lizenzierte Animationen.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

  1. ↑ Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Facherlass Abiturprüfung 2027, Fach Mathematik, Stand 09.09.2025: https://km.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-km/intern/PDF/Dateien/Gymnasium/Dokumente_Abitur/Abitur_2027/Facherlass_2027_Stand_09.09.2025.pdf

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