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ABI - Baumdiagramme sicher nutzen

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ABI - Baumdiagramme sicher nutzen




Einleitung

Mini-Beschreibung: Du modellierst mehrstufige Zufallsexperimente mit Baumdiagrammen, nutzt die Pfadregeln sicher, vergleichst Wahrscheinlichkeiten mit relativen Häufigkeiten und interpretierst Ergebnisse im Kontext.

Zielgruppe: Mathematik-Abitur Baden-Württemberg, gemeinsamer Kurs für Basisfach und Leistungsfach.

Ein Baumdiagramm macht aus einer Situation eine Folge klarer Entscheidungen:

Situation → Stufen → Zweige → Pfade → Rechnung → Kontextsatz

Die Grundidee ist kompakt:

Für einen vollständigen Pfad mit Zweigwahrscheinlichkeiten p1,p2,…,pn gilt:

P(P)=p1⋅p2⋅…⋅pn

Für mehrere passende, sich gegenseitig ausschließende Pfade P1,P2,… gilt:

P(E)=P(P1)+P(P2)+…

Prüfungshinweis Baden-Württemberg: Prüfe immer den Facherlass Deines eigenen Prüfungsjahrgangs. Für den aktuell veröffentlichten Prüfungsjahrgang 2027 sind Bildungsplan und Facherlass die maßgeblichen Quellen. Digitale Übungswerkzeuge wie GeoGebra, LearningApps oder Videos sind Lernhilfen und nicht automatisch zugelassene Prüfungshilfsmittel.

Offizielle Informationen zum Abitur Baden-Württemberg

Bildungspläne Baden-Württemberg


Lernziele

Du kannst ... Schwerpunkt
ein mehrstufiges Zufallsexperiment als Baum darstellen Basis und Leistung
Zweigwahrscheinlichkeiten korrekt bestimmen Basis und Leistung
die Produktregel entlang eines Pfades anwenden Basis und Leistung
Wahrscheinlichkeiten mehrerer passender Pfade addieren Basis und Leistung
Ziehen mit und ohne Zurücklegen unterscheiden Basis und Leistung
relative Häufigkeiten berechnen und deuten Basis und Leistung
Modellannahmen wie Unabhängigkeit begründen oder kritisch prüfen besonders Leistung
bedingte Wahrscheinlichkeiten formal auswerten vertieft Leistung


Basisfach und Leistungsfach

Basisfach Leistungsfach
sichere Verfahren, anschauliche Begründungen, Kontextdeutung zusätzlich stärkere Formalisierung, Modellkritik und vertiefte Begründungen
Baumdiagramm lesen und erstellen komplexere Bäume analysieren und umkehren
Pfadregeln anwenden Pfadregeln mit bedingten Wahrscheinlichkeiten verknüpfen

Gemeinsamer Kern: Eine richtige Rechnung genügt im Abitur nicht. Du musst erklären können, welches Ereignis berechnet wurde und was das Ergebnis in der Situation bedeutet.


Vorwissen-Check

Rechne zuerst selbst. Öffne danach die Rückmeldung.

Kurzcheck Deine Aufgabe
Gegenwahrscheinlichkeit Berechne 1−0,37.
Relative Häufigkeit Bei 80 Versuchen tritt ein Ereignis 48-mal ein. Bestimme h80(E).
Produkt Berechne 0,4⋅0,5.
Kontrollregel Ergänze 0,28+x=1.

Lösungen anzeigen

1−0,37=0,63
h80(E)=4880=0,6
0,4⋅0,5=0,2
x=0,72

Wenn Dir mehr als eine Aufgabe schwerfällt, wiederhole kurz Gegenereignis, Relative Häufigkeit und das Multiplizieren von Brüchen.


Baumdiagramme lesen

Jede Stufe steht für einen Teilschritt des Zufallsexperiments. Jeder vollständige Weg von links nach rechts ist ein Pfad.

Kontrollregel an jedem Knoten:

p1+p2+…+pk=1

Bei zwei Gegenereignissen gilt insbesondere:

P(A‾)=1−P(A)


Pfadregel 1: entlang eines Pfades multiplizieren

Für den Pfad A→B gilt:

P(A∩B)=P(A)⋅P(B∣A)

Bei unabhängigen Ereignissen vereinfacht sich das zu:

P(A∩B)=P(A)⋅P(B)


Pfadregel 2: passende Pfade addieren

Besteht ein Ereignis aus mehreren disjunkten Pfaden, werden deren Wahrscheinlichkeiten addiert.

Beispiel: Genau einmal Treffer bei zwei unabhängigen Versuchen mit p=0,7.

P(TN)=0,7⋅0,3=0,21

P(NT)=0,3⋅0,7=0,21

Für das Ereignis E = „genau ein Treffer“ gilt:

P(E)=0,21+0,21=0,42

Merksatz: Auf einem Pfad mal, zwischen passenden Pfaden plus.


Interaktives Beispiel 1: Qualitätskontrolle

Ein Bauteil ist mit Wahrscheinlichkeit 0,96 in Ordnung. Zwei Bauteile werden betrachtet. Als Modellannahme gelten die beiden Prüfungen als unabhängig.

Gesucht: Genau ein Bauteil ist fehlerhaft.

Schritt 1 – Gegenwahrscheinlichkeit

P(F)=1−0,96=0,04

Schritt 2 – erster passender Pfad

P(I,F)=0,96⋅0,04=0,0384

Schritt 3 – zweiter passender Pfad

P(F,I)=0,04⋅0,96=0,0384

Schritt 4 – Summenregel

Mit E = „genau ein fehlerhaftes Bauteil“ gilt:

P(E)=0,0384+0,0384=0,0768

Kontextsatz: Im verwendeten Modell liegt die Wahrscheinlichkeit für genau ein fehlerhaftes Bauteil bei 7,68%.

Denkfrage

Warum ist die angenommene Unabhängigkeit eine Modellannahme und keine automatische Tatsache? In einer realen Produktion könnten beide Bauteile beispielsweise von derselben Maschine oder derselben Charge beeinflusst werden.


Interaktives Beispiel 2: Ohne Zurücklegen

In einer Stichprobe liegen fünf Bauteile: drei sind in Ordnung, zwei fehlerhaft. Zwei Bauteile werden nacheinander ohne Zurücklegen ausgewählt.

Gesucht: Beide ausgewählten Bauteile sind fehlerhaft.

Erster Zug:

P(F1)=25

Nach einem fehlerhaften Bauteil bleiben vier Bauteile, davon noch eines fehlerhaft:

P(F2∣F1)=14

Damit:

P(F1∩F2)=25⋅14=110=0,1

Fehlerwarnung: Ohne Zurücklegen ändern sich Zähler und Nenner nach dem ersten Zug.


Interaktives Modell: Baumdiagramm verändern

Verändere Wahrscheinlichkeiten im dynamischen Baum und beobachte, wie sich Pfadwahrscheinlichkeiten ändern.

Arbeitsauftrag: Stelle verschiedene Werte ein. Prüfe jedes Mal:

  1. Addieren sich die Zweige an einem Knoten zu 1?
  2. Welche Wahrscheinlichkeit steht auf dem Pfad?
  3. Welche bedingte Wahrscheinlichkeit kannst Du direkt ablesen?

Datenschutz: Nutze das Modell ohne personenbezogene Angaben.


Mit oder ohne Zurücklegen?

Situation Folge
mit Zurücklegen Zusammensetzung bleibt gleich
ohne Zurücklegen Zusammensetzung verändert sich

Beispiel mit drei roten und zwei blauen Kugeln:

Mit Zurücklegen

P(RR)=35⋅35=925

Ohne Zurücklegen

P(RR)=35⋅24=310

Die beiden Modelle sehen ähnlich aus, liefern aber verschiedene Wahrscheinlichkeiten.


Relative Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit

Die relative Häufigkeit eines Ereignisses E nach n Beobachtungen ist

hn(E)=Hn(E)n

mit der absoluten Häufigkeit Hn(E).

Beispiel: In 120 Beobachtungen tritt E 30-mal ein.

h120(E)=30120=0,25

Wichtig: 0,25 ist zunächst eine beobachtete relative Häufigkeit. Sie ist nicht automatisch die exakte theoretische Wahrscheinlichkeit.


Dynamische Simulation

Beobachte, wie relative Häufigkeiten bei vielen Würfen schwanken und sich häufig stabilisieren.

Denkfrage: Warum ist h20(E)=0,40 kein Widerspruch zu einem Modell mit P(E)=0,5?

Feedback

Relative Häufigkeiten schwanken bei endlichen Stichproben zufällig. Eine einzelne Versuchsreihe muss nicht exakt die Modellwahrscheinlichkeit liefern.


Leistungsfach-Vertiefung: Bedingte Wahrscheinlichkeit

Im Leistungsfach solltest Du die Zweige eines Baumes auch formal als bedingte Wahrscheinlichkeiten lesen.

P(B∣A)=P(A∩B)P(A)

für P(A)>0.

Beispiel: 60 Prozent der Bauteile kommen von Lieferant A, 40 Prozent von Lieferant B. Bei A sind 2 Prozent fehlerhaft, bei B 5 Prozent.

P(F)=0,6⋅0,02+0,4⋅0,05

P(F)=0,012+0,020=0,032

Gesucht ist nun die Wahrscheinlichkeit, dass ein fehlerhaftes Bauteil von B stammt:

P(B∣F)=P(B∩F)P(F)

P(B∣F)=0,4⋅0,050,032=0,625

Interpretation: Unter den im Modell als fehlerhaft betrachteten Bauteilen stammen 62,5% von Lieferant B.


Drei Stufen sicher bearbeiten

Bei drei Münzwürfen mit einer fairen Münze besitzt jeder konkrete Pfad die Wahrscheinlichkeit

(12)3=18

Das Ereignis „genau zweimal Kopf“ besteht aus drei Pfaden: KKZ, KZK und ZKK.

Daher gilt mit E = „genau zweimal Kopf“:

P(E)=3⋅18=38

Ein dynamischer Drei-Stufen-Baum:


Rechenweg-Animation im Kopf

Nutze bei jeder Abituraufgabe dieselbe sichtbare Schrittfolge:

Schritt Frage
1 Was sind die Stufen?
2 Welche Zweige gibt es?
3 Ändern sich Wahrscheinlichkeiten?
4 Welche Pfade gehören zum Ereignis?
5 Auf jedem Pfad multiplizieren
6 Passende Pfade addieren
7 Ergebnis im Kontext deuten

Kurzform: Modell → Pfad → Produkt → Summe → Deutung


Übungen mit Hilfen und Feedback


Übung A – Basisfach

Ein Onlinedienst verarbeitet eine Anfrage mit Wahrscheinlichkeit 0,9 sofort. Zwei Anfragen werden modellhaft als unabhängig betrachtet.

Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eine Anfrage nicht sofort verarbeitet wird.

Hilfe

Nutze das Gegenereignis „beide sofort“.

Feedback und Lösung

Für das Gegenereignis G = „beide sofort“ gilt:
P(G)=0,92=0,81
Für E = „mindestens eine Anfrage nicht sofort“ gilt:
P(E)=1−0,81=0,19
Im Modell beträgt die Wahrscheinlichkeit 19%.


Übung B – Basis und Leistung

In einer Box liegen vier grüne und zwei gelbe Karten. Zwei Karten werden ohne Zurücklegen gezogen.

Berechne P(GG).

Hilfe

Nach einer grünen Karte bleiben fünf Karten, davon drei grüne.

Feedback und Lösung

P(GG)=46⋅35=1230=0,4.


Übung C – Leistungsfach

Ein System erhält 70 Prozent seiner Datenpakete über Kanal A und 30 Prozent über Kanal B. Die Fehlerwahrscheinlichkeit beträgt bei A 0,01, bei B 0,04.

Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewähltes fehlerhaftes Paket über B kam.

Hilfe

Berechne zuerst P(F) und anschließend P(B∣F).

Feedback und Lösung

P(F)=0,7⋅0,01+0,3⋅0,04=0,019
P(B∣F)=0,3⋅0,040,019≈0,6316
Also stammen im Modell etwa 63,2% der fehlerhaften Pakete von Kanal B.


Fehleranalyse

Typischer Fehler Korrektur
Wahrscheinlichkeiten auf einem Pfad addieren Auf einem Pfad multiplizieren
Alternative Pfade multiplizieren Passende disjunkte Pfade addieren
Ohne Zurücklegen dieselben Brüche verwenden Bestände nach jedem Zug aktualisieren
Relative Häufigkeit mit Wahrscheinlichkeit gleichsetzen Beobachtung und Modell unterscheiden
Unabhängigkeit stillschweigend annehmen Modellannahme prüfen und nennen
Zu früh runden möglichst exakt weiterrechnen und erst am Ende runden

Plausibilitätscheck:

0≤P(E)≤1

und an jedem vollständigen Knoten:

∑pi=1


Selbstkontrolle

Aufgabe 1: Zwei unabhängige Treffer mit p=0,8. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für keinen Treffer.

Lösung

(1−0,8)2=0,22=0,04

Aufgabe 2: Bei 250 Versuchen tritt ein Ereignis 145-mal ein. Bestimme die relative Häufigkeit.

Lösung

h250(E)=145250=0,58

Aufgabe 3: In einer Urne liegen fünf rote und drei blaue Kugeln. Zwei Kugeln werden ohne Zurücklegen gezogen. Bestimme P(RB) für genau diese Reihenfolge.

Lösung

P(RB)=58⋅37=1556≈0,2679


Transfer: Welches Modell passt?

Entscheide vor jeder Rechnung, welche Annahmen sinnvoll sind.

Situation Modellfrage
Ziehen von Losen mit oder ohne Zurücklegen?
zwei technische Prüfungen unabhängig oder gemeinsam beeinflusst?
empirische Fehlerquote relative Häufigkeit oder theoretische Wahrscheinlichkeit?
mindestens ein Treffer direkt rechnen oder Gegenereignis nutzen?

Transferauftrag: Erfinde selbst eine realistische Situation mit zwei Stufen. Zeichne den Baum, berechne mindestens ein Ereignis und formuliere einen Kontextsatz.


Kompetenzcheck

Ich kann ... Selbstcheck
Stufen und Zweige sinnvoll festlegen sicher / teilweise / noch üben
Zweigwahrscheinlichkeiten kontrollieren sicher / teilweise / noch üben
Produkt- und Summenregel unterscheiden sicher / teilweise / noch üben
mit und ohne Zurücklegen unterscheiden sicher / teilweise / noch üben
relative Häufigkeit korrekt deuten sicher / teilweise / noch üben
Ergebnisse im Kontext formulieren sicher / teilweise / noch üben
Modellannahmen kritisch prüfen sicher / teilweise / noch üben


Reflexion

Beantworte knapp:

  1. Welcher Schritt verhindert bei Dir die meisten Fehler?
  2. Wann ist ein Baumdiagramm übersichtlicher als eine lange Rechnung?
  3. Welche Modellannahme musst Du besonders häufig prüfen?
  4. Woran erkennst Du, dass ein Ergebnis zwar rechnerisch korrekt, aber inhaltlich schlecht interpretiert ist?
  5. Wie würdest Du einer anderen Person die beiden Pfadregeln ohne Formel erklären?

KI-Hinweis: KI kann Rechenwege erklären oder alternative Lösungswege vorschlagen. Prüfe aber jede Zweigwahrscheinlichkeit, jede Modellannahme und jede Rechnung selbst. Eine KI-Ausgabe ersetzt keinen mathematischen Beweis und keine Begründung.


Folgekurs

Vertiefe anschließend:

  1. ABI - Bedingte Wahrscheinlichkeit sicher nutzen
  2. ABI - Vierfeldertafel sicher nutzen
  3. ABI - Binomialverteilung sicher anwenden
  4. ABI - Stochastik im Mathematik-Abitur
  5. ABI - Hypothesentests sicher interpretieren


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was gilt entlang eines vollständigen Pfades im Baumdiagramm? (Die Zweigwahrscheinlichkeiten werden multipliziert) (!Die Zweigwahrscheinlichkeiten werden addiert) (!Die Zweigwahrscheinlichkeiten werden subtrahiert) (!Es wird immer durch die Anzahl der Stufen geteilt)




Was gilt für mehrere disjunkte Pfade, die gemeinsam ein Ereignis bilden? (Die Pfadwahrscheinlichkeiten werden addiert) (!Die Pfadwahrscheinlichkeiten werden multipliziert) (!Nur der größte Pfad wird verwendet) (!Alle Zweige werden auf eins gesetzt)




Welche Summe müssen die Zweigwahrscheinlichkeiten an einem vollständigen Knoten ergeben? (1) (!0) (!2) (!100)




Was verändert sich typischerweise beim Ziehen ohne Zurücklegen? (Die Wahrscheinlichkeiten der folgenden Ziehungen) (!Nur die Beschriftung des Baumes) (!Die Anzahl der bereits berechneten Pfade) (!Die Bedeutung der Produktregel)




In einer Urne liegen drei rote und zwei blaue Kugeln. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für zweimal Rot ohne Zurücklegen? (0,3) (!0,36) (!0,6) (!0,12)




Ein Ereignis tritt bei 120 Versuchen 72-mal ein. Wie groß ist die relative Häufigkeit? (0,6) (!0,5) (!0,72) (!0,4)




Für ein Ereignis gilt P von A gleich 0,18. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit des Gegenereignisses? (0,82) (!0,18) (!1,18) (!0,64)




Zwei unabhängige Versuche haben jeweils Trefferwahrscheinlichkeit 0,7. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für genau einen Treffer? (0,42) (!0,49) (!0,21) (!0,70)




Welche Größe steht in einem Baum nach einem bereits eingetretenen Ereignis häufig auf der nächsten Stufe? (Eine bedingte Wahrscheinlichkeit) (!Eine sichere absolute Häufigkeit) (!Eine Ableitung) (!Eine Funktionsnullstelle)




Eine relative Häufigkeit von 0,49 wird nach vielen Würfen bei einem Modell mit Wahrscheinlichkeit 0,5 beobachtet. Welche Aussage ist angemessen? (Das Ergebnis ist mit zufälliger Schwankung vereinbar) (!Das Modell ist damit sicher falsch) (!Die wahre Wahrscheinlichkeit muss exakt 0,49 sein) (!Relative Häufigkeiten dürfen nie von 0,5 abweichen)





Memory

Produktregel Wahrscheinlichkeiten entlang eines Pfades multiplizieren
Summenregel Wahrscheinlichkeiten disjunkter passender Pfade addieren
Gegenereignis Wahrscheinlichkeit mit eins minus Ereigniswahrscheinlichkeit bestimmen
Relative Häufigkeit Absolute Häufigkeit durch Versuchszahl teilen
Zurücklegen Zusammensetzung bleibt nach dem Zug gleich
Ohne Zurücklegen Zweigwahrscheinlichkeiten nach einem Zug anpassen
Bedingte Wahrscheinlichkeit Wahrscheinlichkeit unter einer bereits bekannten Bedingung
Unabhängigkeit Gemeinsame Wahrscheinlichkeit als Produkt der Einzelwahrscheinlichkeiten





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Multiplizieren Entlang eines Pfades
Addieren Zwischen passenden disjunkten Pfaden
Bestand anpassen Ziehen ohne Zurücklegen
Eins minus Ereignis Gegenereignis
Summe gleich eins Zweige an einem vollständigen Knoten





Kreuzworträtsel

Produktregel Welche Regel nutzt Du entlang eines Pfades?
Summenregel Welche Regel verbindet mehrere passende disjunkte Pfade?
Gegenereignis Wie heißt das Ereignis, das genau dann eintritt, wenn das betrachtete Ereignis nicht eintritt?
Zurücklegen Welcher Begriff beschreibt das Wiederhineinlegen eines gezogenen Objekts?
Unabhängigkeit Wie heißt die Eigenschaft, wenn das Eintreten eines Ereignisses die Wahrscheinlichkeit des anderen nicht verändert?
Häufigkeit Welches Wort ergänzt den Begriff relative ...?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein Baumdiagramm stellt ein

Zufallsexperiment übersichtlich dar.
Entlang eines Pfades werden Zweigwahrscheinlichkeiten

.
Mehrere passende disjunkte Pfade werden

.
Beim Ziehen ohne Zurücklegen verändern sich die

.
Für ein Gegenereignis gilt die Rechenidee

Ereigniswahrscheinlichkeit.
Die relative Häufigkeit ist die absolute Häufigkeit geteilt durch die

.
An einem vollständigen Knoten ergibt die Summe aller Zweigwahrscheinlichkeiten

.
Im Leistungsfach werden Zweige häufig als

Wahrscheinlichkeiten formalisiert.
Ein rechnerisches Ergebnis sollte abschließend im

interpretiert werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Baumdiagramm zeichnen: Erstelle zu zwei Würfen einer Münze ein sauberes Baumdiagramm und markiere das Ereignis „genau einmal Kopf“.
  2. Pfadregeln erklären: Gestalte eine Mini-Grafik mit der Merkhilfe „auf dem Pfad mal, zwischen Pfaden plus“.
  3. Relative Häufigkeit untersuchen: Würfle mindestens 30-mal mit einem Würfel und vergleiche die relative Häufigkeit der Sechs mit 16.
  4. Fehlerkarte erstellen: Erstelle eine Karte mit drei typischen Fehlern bei Baumdiagrammen und jeweils einer Korrektur.


Standard

  1. Urnenmodell entwickeln: Erfinde ein Ziehexperiment mit farbigen Objekten ohne Zurücklegen und löse zwei Ereignisse mit Baumdiagramm.
  2. Alltag modellieren: Formuliere eine realitätsnahe Zwei-Stufen-Situation ohne personenbezogene Daten und begründe Deine Zweigwahrscheinlichkeiten.
  3. Simulation vergleichen: Simuliere ein Zufallsexperiment digital und vergleiche theoretische Wahrscheinlichkeit und relative Häufigkeit.
  4. Lösungsweg kommentieren: Nimm einen vollständigen Rechenweg auf Papier oder als Erklärvideo auf und begründe jeden Rechenschritt.


Schwer

  1. Bedingte Wahrscheinlichkeit modellieren: Entwickle eine Lieferanten-Situation mit zwei Quellen und unterschiedlichen Fehlerwahrscheinlichkeiten. Berechne eine umgekehrte bedingte Wahrscheinlichkeit.
  2. Modellkritik: Erfinde eine Situation, in der die Annahme der Unabhängigkeit problematisch ist, und zeige, wie sich das auf den Baum auswirkt.
  3. Abituraufgabe entwerfen: Entwickle eine mehrteilige Aufgabe zu Baumdiagramm, relativer Häufigkeit und Kontextinterpretation samt Musterlösung.
  4. KI-Lösung prüfen: Lasse Dir zu einer selbst formulierten Baumdiagramm-Aufgabe einen KI-Lösungsweg erzeugen und prüfe jede Zahl, jede Annahme und jeden Schluss mathematisch.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Modellwahl begründen: Vergleiche zwei Situationen und entscheide begründet, in welcher ein Baumdiagramm mit konstanten und in welcher mit veränderlichen Zweigwahrscheinlichkeiten sinnvoll ist.
  2. Fehlerdiagnose: Analysiere einen Lösungsweg, in dem Pfadwahrscheinlichkeiten addiert statt multipliziert wurden. Erkläre den Denkfehler und korrigiere ihn.
  3. Kontextdeutung: Erkläre den Unterschied zwischen einer theoretischen Wahrscheinlichkeit von 0,3 und einer beobachteten relativen Häufigkeit von 0,34.
  4. Unabhängigkeit bewerten: Beurteile in einer realistischen technischen Situation, ob die Annahme unabhängiger Ereignisse plausibel ist.
  5. Strategiewahl: Löse eine Aufgabe zu „mindestens ein Treffer“ einmal direkt über passende Pfade und einmal über das Gegenereignis. Vergleiche beide Wege.
  6. Transferleistung: Übertrage ein gegebenes zweistufiges Baumdiagramm auf einen neuen Sachkontext, ohne die mathematische Struktur zu verändern.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. mehrstufige Zufallsexperimente passend modellierst,
  2. Baumdiagramme vollständig und korrekt beschriftest,
  3. Produkt- und Summenregel sicher unterscheidest,
  4. mit und ohne Zurücklegen korrekt behandelst,
  5. relative Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten auseinanderhältst,
  6. bedingte Wahrscheinlichkeiten im Leistungsfach formal begründest,
  7. Rechenwege nachvollziehbar dokumentierst,
  8. Ergebnisse im Sachzusammenhang deutest,
  9. Modellannahmen und Plausibilität kritisch prüfst.




OERs zum Thema

Wikimedia Commons: Die eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Lizenz und Urheberangaben sind jeweils auf der Dateiseite dokumentiert.

Dynamische Lernmedien:

GeoGebra: Baumdiagramm und bedingte Wahrscheinlichkeit

GeoGebra: Übungen zum dreistufigen Baumdiagramm

GeoGebra: Würfeln und relative Häufigkeit

Prüfungsbezug:

Ministerium für Kultus Baden-Württemberg: Abiturinformationen und Facherlasse

Bildungspläne Baden-Württemberg


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