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4. Du erhörest Gebet - Gryphius, Andreas - Gedichtanalyse

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4. Du erhörest Gebet - Gryphius, Andreas - Gedichtanalyse

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Einleitung

4. Du erhörest Gebet - Gryphius, Andreas - Gedichtanalyse

Klasse 9–10 | Fach Deutsch | Epoche Barock

Andreas Gryphius schrieb das Gedicht „Du erhörest Gebet“. Es erschien 1657 im dritten Buch seiner Oden. Das Gedicht hat 30 Verse und beginnt mit dem Ruf „Singt Halleluja!“.

Es handelt von Menschen in großer Not. Zuerst zweifeln sie, ob Gott ihre Gebete hört. Dann wird ihnen Hoffnung zugesprochen. Am Ende steht ein gemeinsamer Lobgesang.

Das lernst Du:

  1. Gedichtanalyse: Du untersuchst Inhalt, Aufbau und Sprache.
  2. Barock: Du verstehst den historischen Hintergrund.
  3. Lyrisches Ich: Du unterscheidest den Autor von der Stimme im Gedicht.
  4. Textinterpretation: Du begründest Deine Deutung mit Versangaben.
  5. Quellenkritik: Du vergleichst eine historische Textfassung mit einer heutigen Lesefassung.

Lernweg: Lies zuerst die Lesefassung. Vergleiche dann wichtige Stellen mit dem historischen Wortlaut. Bearbeite anschließend das Lesequiz und die Schreibaufgaben.

Andreas Gryphius, Kupferstich von Philipp Kilian. Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei.


Das Gedicht und seine Quelle


Die historische Ausgabe von 1657

Andreas Gryphius lebte von 1616 bis 1664. Er gehört zu den bekannten Dichtern des Barocks.

Unser Gedicht steht in „Oden. Das dritte Buch. 1657“. Der Druck erschien in der Sammlung „Deutsche Gedichte“ in Breslau bei Johann Lischke.

Die folgende Quellfassung folgt der digitalen Textwiedergabe von TextGrid. Diese beruht auf der historischen Textüberlieferung, ist aber kein Foto der Originaldruckseite von 1657.

Quellen:

  1. Zeno.org: 4. Du erhörest Gebet
  2. TextGrid Repository: Textfassung und Quellenangaben
  3. Dauerhafter Quellenverweis bei TextGrid

Wichtig: Die Versnummern sind Lernhilfen. Sie gehören nicht zum Originalgedicht. Die Seitenmarke der digitalen Vorlage wird nicht in den Gedichttext übernommen.


Quellfassung: Historischer Wortlaut

Andreas Gryphius: 4. Du erhörest Gebet/ darumb kömt alles Fleisch zu dir

1. Satz.

01 Singt Halleluja!
02 Ihr/ die die grimme Noth schier zum verzweiffeln brachte/
03 Ihr/ die die Erd anspie'/ ihr bißher höchst verachte
04 Euer Trost ist nah'
05 Der Herr/ der Herren Herr/ hat Himmel-abgeblickt
06 Der Herr/ der Herren Herr kömmt endlich vnd erquickt
07 Er hat eur' außgeprestes flehen/
08 Eur heimlich seufftzen angesehen.

2. Gegensatz.

09 Zwar es liß sich an/
10 Als wann ihr gantz vmbsonst zu ihm die Händ' auffhübet
11 Als wenn ihr euch selb-selbst in eignes Weh vergrübet/
12 Gott der retten kan/
13 Hat längst/ eur Winseln/ Ach/ vnd Jammer Lied gehört
14 Die/ er/ (nun seine Zeit) mit reichem helffen ehrt/
15 Worbey er alle Welt läßt spüren/
16 Wie er könn' vnser Sach außführen.

Abgesang.

17 Grosser König aller Götter; der du Printz vnd Kron erhebest/
18 Vnd der Länder Nutz vnd blühen
19 Vnd der Feinde Macht vnd fliehen
20 Durch ein wincken bringst zu wege/ der du ewig sitztst vnd lebest/
21 Alles/ alles Fleisch erscheinet:
22 Alles alles/ was hier weinet:
23 Alles alles/ was hier wachet/
24 Alles alles/ was hier lachet;
25 Alles kömm't zu dir allein
26 Vnd ergetzt sich deiner Güte.
27 Weil du aller herbe Pein
28 Wendest/ freundlichstes Gemüte!
29 Singt Halleluja! Halleluja! Ehr vnd Wonne!
30 Kompt! Halleluja! nur von dir/ O Freuden Sonne.

Textgrundlage: Andreas Gryphius, Oden, drittes Buch, Druckfassung 1657; digitale Wiedergabe nach TextGrid. Die historischen Schreibweisen wurden hier aus der digitalen Quellfassung übernommen.


Lesefassung: Das Gedicht in heutiger Sprache

Diese Fassung hilft Dir beim Verstehen. Sie ist eine didaktische, sprachlich modernisierte und teilweise sinngemäße Übertragung ins heutige Deutsch. Sie ist keine historische Originalfassung und keine Übersetzung in eine andere Sprache.

Die 30 Versnummern entsprechen der Quellfassung. Manche alten Wörter und Satzformen wurden vereinfacht. Dabei können sprachliche Feinheiten verloren gehen. Für genaue Textbelege nutze deshalb die Quellfassung.

Erster Teil: Hoffnung für Menschen in Not

01 Singt Halleluja!
02 Ihr, die große Not fast zur Verzweiflung brachte,
03 ihr, die von der Welt angespuckt und verachtet wurden:
04 Euer Trost ist nahe.
05 Der Herr über alle Herren hat vom Himmel herabgesehen.
06 Er kommt endlich und schenkt neue Kraft.
07 Er hat eure dringenden Bitten
08 und euer heimliches Seufzen wahrgenommen.

Zweiter Teil: Die Zweifel werden überwunden

09 Zuerst sah es so aus,
10 als wäre euer Beten völlig umsonst,
11 als würdet ihr euch selbst noch tiefer ins Leid bringen.
12 Doch Gott, der retten kann,
13 hat euer Klagen und euer Jammern längst gehört.
14 Er hilft, wenn für ihn die Zeit gekommen ist.
15 So soll die ganze Welt erkennen,
16 wie er sich für die Menschen einsetzen kann.

Dritter Teil: Lob und Dank

17 Großer König über alle Götter, der du Fürsten und Könige erhebst,
18 der du das Gedeihen der Länder
19 und die Macht und Flucht der Feinde
20 mit einem Zeichen lenkst und ewig lebst:
21 Alle Menschen kommen zu dir,
22 alle, die weinen,
23 alle, die wachen,
24 alle, die lachen.
25 Alle kommen zu dir allein
26 und freuen sich über deine Güte.
27 Denn du kannst alles schwere Leid
28 abwenden, du gütiger Gott!
29 Singt Halleluja! Halleluja! Ehre und Freude!
30 Kommt! Halleluja! Von dir allein kommt Freude, du Freudensonne!


Schwierige Wörter einfach erklärt

Historischer Ausdruck Bedeutung
grimme Noth (V. 2) Sehr große, schwere Not
schier (V. 2) Fast, beinahe
erquickt (V. 6) Stärkt, belebt und tröstet
Flehen (V. 7) Eindringliches Bitten
Seufzen (V. 8) Ein leiser Ausdruck von Kummer
gantz vmbsonst (V. 10) Völlig vergeblich
Abgesang Abschließender Teil der Ode
alles Fleisch (V. 21) Biblischer Ausdruck für alle Menschen
herbe Pein (V. 27) Schweres Leid
Halleluja Ruf zum Lob Gottes

Hilfe 1: Lies jeden Abschnitt langsam.

Hilfe 2: Unterstreiche Wörter für Leid in einer Farbe und Wörter für Hoffnung in einer anderen Farbe.

Hilfe 3: Fasse jeden Abschnitt mit einem Satz zusammen: „Zuerst …“, „Dann …“, „Am Ende …“.


Historischer Hintergrund


Andreas Gryphius und der Barock

Im 17. Jahrhundert erlebten viele Menschen Krieg, Krankheit und Unsicherheit. Von 1618 bis 1648 dauerte der Dreißigjährige Krieg.

Gryphius erlebte diese Zeit. In vielen seiner Werke geht es um Leid, Vergänglichkeit und Glauben.

Auch „Du erhörest Gebet“ spricht von großer Not. Anders als manche besonders düsteren Gedichte des Autors betont dieser Text aber die Hoffnung auf Hilfe.

Wichtig: Aus dem historischen Zusammenhang allein lässt sich nicht beweisen, welches konkrete Ereignis Gryphius beim Schreiben dieses Gedichts im Sinn hatte.

Die Zerstörung Magdeburgs 1631, dargestellt in einem Kupferstich von Daniel Manasser aus dem Jahr 1632. Historisches Vergleichsbild, keine Illustration des konkreten Gedichts. Gemeinfrei.

Video: Der Dreißigjährige Krieg – MrWissen2go Geschichte / Terra X

Arbeitsimpuls: Erkläre nach dem Video in zwei Sätzen, warum Trost und Hoffnung im 17. Jahrhundert eine besondere Bedeutung haben konnten.


Beten und Singen im Barock

Religiöse Texte waren im 17. Jahrhundert weit verbreitet. Gebete, Kirchenlieder und Psalmen gehörten zur christlichen Kultur.

Der Anfang des Gedichts erinnert an Psalm 65. Dort steht der Gedanke, dass Gott Gebete erhört und Menschen zu ihm kommen.

Die Überschrift und der Lobgesang zeigen den starken religiösen Bezug. „Halleluja“ ist ein biblischer Lobpreisruf.

Seite aus Johann Crügers Gesangbuch „Praxis Pietatis Melica“ von 1653. Ein Beispiel für die religiöse Liedkultur der Zeit, nicht die Vorlage oder Vertonung des Gedichts. Gemeinfrei.

Hörbeispiel: Halleluja

Aufnahme einer Gemeinde aus Leverkusen, 2007. Sie zeigt, wie „Halleluja“ heute gesungen werden kann. Es handelt sich nicht um eine Aufnahme von Gryphius' Gedicht.

Hörfrage: Welche Stimmung erzeugt das gemeinsame Singen? Vergleiche die Wirkung mit dem ersten und dem letzten Vers des Gedichts.


Gedichtanalyse


Inhalt und Aufbau

Das Gedicht ist eine Ode. Die Quellfassung gliedert es in drei Teile.

Teil Verse Was geschieht?
Satz 1–8 Menschen in Not erhalten Hoffnung.
Gegensatz 9–16 Anfangs scheint das Beten vergeblich. Danach wird Gottes Hilfe betont.
Abgesang 17–30 Gottes Macht und Güte werden gepriesen. Alle Menschen werden einbezogen.

Deutung: Die Stimmung bewegt sich von Not und Zweifel zu Hoffnung, Dank und Freude.

Textbelege:

  1. „grimme Noth“ (V. 2): Die Not ist sehr groß.
  2. „gantz vmbsonst“ (V. 10): Das Gebet scheint erfolglos.
  3. „Hat längst [...] gehört“ (V. 13): Die Zweifel werden zurückgewiesen.
  4. „Singt Halleluja!“ (V. 29): Der Text endet mit Lob.


Wer spricht im Gedicht?

Der Autor heißt Andreas Gryphius. Die Stimme im Gedicht ist aber nicht automatisch der Autor selbst.

Zunächst spricht eine lyrische Stimme leidende Menschen mit „Ihr“ an (V. 2–3). Im Abgesang richtet sich die Rede unmittelbar an Gott (V. 17).

Das „vnser“ in Vers 16 stellt die sprechende Stimme in einen gemeinsamen Zusammenhang mit den Menschen, für die Hilfe erhofft wird.

Merke: Wir können untersuchen, was die Stimme sagt. Wir dürfen aber nicht einfach behaupten, Gryphius habe hier seine eigenen Gefühle oder ein bestimmtes persönliches Erlebnis geschildert.


Sprachliche Mittel

Sprachliches Mittel Textbeispiel Mögliche Wirkung
Wiederholung „Der Herr/ der Herren Herr“ (V. 5–6) Betont die Bedeutung Gottes.
Anapher „Alles alles“ (V. 21–24) Betont, dass alle Menschen gemeint sind.
Gegensatz „weinet“ und „lachet“ (V. 22 und 24) Verbindet unterschiedliche Lebenslagen.
Metapher „Freuden Sonne“ (V. 30) Stellt Gott bildhaft als Quelle der Freude dar.
Ausruf „Singt Halleluja!“ (V. 1 und 29) Gibt dem Gedicht einen feierlichen Rahmen.

Formhinweis: Diese Ode hat 30 Verse in drei unterschiedlich langen Teilen. Sie ist kein Sonett. Deshalb darfst Du nicht einfach das typische Reimschema oder Versmaß eines barocken Sonetts auf diesen Text übertragen.

Video: Barockgedichte verstehen – am Beispiel eines anderen Gryphius-Gedichts

Das Video behandelt „Es ist alles eitel“. Nutze es zum Üben von Analysemethoden. Übertrage seine Aussagen über Sonettform und Versmaß nicht ungeprüft auf „Du erhörest Gebet“.


Die „Freudensonne“ als Bild

Im letzten Vers nennt die lyrische Stimme Gott „Freuden Sonne“.

Eine mögliche Interpretation: So wie die Sonne Licht spendet, wird Gott als Quelle von Trost und Freude dargestellt.

Das ist eine Deutung, kein beobachtbares Naturereignis. Begründe sie mit dem Zusammenhang der Verse 25–30.

Claude Lorrain: Hafenszene mit aufgehender Sonne, Radierung von 1634. Eine bildliche Vergleichsanregung, keine Illustration von Gryphius' Ode. Wikimedia Commons, CC0.

Bildaufgabe: Welche Wirkung haben Licht und Sonnenaufgang auf Dich? Vergleiche das Bild mit der Metapher im letzten Vers.


Lesen, Drucken und Überliefern

Gedichte wurden im 17. Jahrhundert durch Abschriften und Drucke verbreitet. Historische Schreibweisen können uns heute fremd vorkommen.

Animation einer Handdruckpresse aus den 1860er-Jahren, Aufnahme von Rhododendrites. Dieses spätere Druckgerät zeigt eine Drucktechnik, ist aber ausdrücklich keine Presse aus dem Jahr 1657. CC BY-SA 4.0.

Denkfrage: Warum müssen wir beim Lesen eines alten Gedichts zwischen historischem Druck, digitaler Textwiedergabe und heutiger Übertragung unterscheiden?


Gedichtvergleich zum Anhören

Christian Al-Kadi liest Gryphius' „Vanitas! Vanitatum vanitas!“. LibriVox, gemeinfrei. Dies ist ein anderes Gedicht des Autors, nicht „Du erhörest Gebet“.

Hörauftrag: Vergleiche, welche Stimmung die beiden Gedichte ausdrücken. Achte bei Deinem Vergleich auf die unterschiedlichen Texte und nicht nur auf den Vortrag.

Weiteres Video: Barockdichter und ihre Themen

Überblicksvideo zu verschiedenen Barockdichtern. Es behandelt nicht ausdrücklich die hier untersuchte Ode.


Interaktive Aufgaben

Bearbeite die Übungen nach dem Lesen. Die automatischen Übungen prüfen vor allem Textverständnis und Fachbegriffe. Die offenen Schreibaufgaben werden dagegen nicht automatisch bewertet.


Quiz: Teste Dein Wissen

10 Multiple-Choice-Fragen mit Versbelegen

Lernpunkt 1 – V. 1: Wozu fordert die lyrische Stimme am Anfang auf? (Zum Singen von Halleluja) (!Zum Schweigen) (!Zum Kämpfen) (!Zum Verlassen der Stadt)




Lernpunkt 2 – V. 2–3: Welche Menschen werden direkt angesprochen? (Menschen in großer Not) (!Reiche Kaufleute) (!Könige in einem Schloss) (!Soldaten auf dem Weg zum Sieg)




Lernpunkt 3 – V. 4: Welche Zusage erhalten die Angesprochenen? (Ihr Trost ist nahe) (!Ihre Not wird größer) (!Sie müssen für immer schweigen) (!Ihre Gebete sind verboten)




Lernpunkt 4 – V. 7–8: Was hat Gott nach dem Text wahrgenommen? (Das Flehen und heimliche Seufzen) (!Den Reichtum eines Königs) (!Die Schönheit einer Stadt) (!Die Waffen eines Heeres)




Lernpunkt 5 – V. 9–11: Welcher Eindruck bestand zunächst? (Das Beten scheint vergeblich) (!Alle Wünsche sind schon erfüllt) (!Niemand kennt ein Gebet) (!Das Leid ist bereits vergessen)




Lernpunkt 6 – V. 12–16: Welche neue Gewissheit wird ausgesprochen? (Gott hat die Klagen längst gehört) (!Gott kennt die Menschen nicht) (!Der Krieg beginnt erst jetzt) (!Die Menschen sollen nicht mehr beten)




Lernpunkt 7 – V. 17–20: Wie erscheint Gott im Abgesang? (Als mächtiger Herrscher) (!Als hilfloser Gefangener) (!Als gewöhnlicher Kaufmann) (!Als reisender Dichter)




Lernpunkt 8 – V. 21–24: Welche Wortfolge wird wiederholt? (Alles alles) (!Immer gestern) (!Niemand niemals) (!Endlich Frieden)




Lernpunkt 9 – V. 22 und 24: Welches Gegensatzpaar steht im Text? (Weinen und Lachen) (!Sommer und Winter) (!Tag und Nacht) (!Arm und Reich)




Lernpunkt 10 – V. 29–30: Welche Stimmung bestimmt den Schluss? (Freude und Lob) (!Angst und Drohung) (!Zorn und Rache) (!Einsamkeit und Schweigen)





Memory

Finde die passenden Begriffe und Bedeutungen.

Halleluja Ruf zum Lob Gottes
Flehen Eindringliche Bitte
Seufzen Ausdruck von Kummer
Anapher Wiederholung am Versanfang
Abgesang Abschließender Teil einer Ode
Metapher Bildhafte sprachliche Übertragung
Lyrische Stimme Sprechende Instanz im Gedicht





Drag and Drop

Ordne jeder Aussage den passenden Begriff zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Lobpreis Singt Halleluja
Leid Grimme Not
Zweifel Ganz umsonst
Zuversicht Gott kann retten
Gemeinschaft Alle Menschen





Kreuzworträtsel

Trage die richtigen Wörter ein.

Halleluja Welcher Lobpreisruf steht am Anfang des Gedichts?
Flehen Wie heißt ein sehr eindringliches Bitten?
Seufzen Welches Wort bezeichnet einen leisen Ausdruck von Kummer?
Gegensatz Wie heißt das sprachliche Gegenüberstellen unterschiedlicher Zustände?
Abgesang Wie heißt der letzte Teil der Ode?
Sonne Mit welchem Himmelskörper wird Gott am Schluss bildhaft verbunden?





LearningApps

Hier kannst Du nach weiteren Übungen zum Gedicht und zu seiner Epoche suchen. Die Suchergebnisse sind externe Angebote und keine speziell für diesen aiMOOC geprüften Aufgaben.


Lückentext

Vervollständige die Sätze. Nutze dabei die Quellfassung und die Erklärungen.

Vervollständige den Text.
Der Autor des Gedichts heißt Andreas

.
Das Gedicht gehört zur Literaturepoche des

.
Die hier behandelte historische Druckfassung stammt aus dem Jahr

.
Das Gedicht hat insgesamt

Verse.
Am Anfang steht der Lobpreisruf

.
Die Menschen leiden unter großer

.
Das Wort Flehen bezeichnet eine dringende

.
Zunächst erscheint das Gebet als

.
Die lyrische Stimme betont, dass Gott das Klagen längst

hat.
Der letzte Teil der Ode heißt

.
Die Wiederholung am Versanfang nennt man

.
Die Wörter Weinen und Lachen bilden einen

.
Am Schluss steht das Bild der Freuden

.




Offene Aufgaben

Diese Aufgaben werden nicht automatisch bewertet. Schreibe, zeichne, diskutiere oder gestalte selbst. Du kannst zunächst mit einer leichten Aufgabe beginnen.


Leicht

  1. Wortschatz: Suche vier alte Wörter aus dem Gedicht. Schreibe ihre Bedeutung auf. Hilfe: Nutze die Worttabelle und notiere die Versnummern.
  2. Vorlesen: Lies die Verse 1–8 laut. Setze an sinnvollen Stellen Pausen. Hilfe: Achte besonders auf die Ausrufe und das Wort „Trost“.
  3. Inhaltsangabe: Schreibe zu jedem der drei Gedichtteile einen einfachen Satz. Hilfe: Beginne mit „Zuerst“, „Danach“ und „Am Ende“.
  4. Kreatives Schreiben: Verfasse eine kurze Nachricht an einen Menschen, der Trost sucht. Hilfe: Verwende eigene Worte und erkläre, welche Aussage des Gedichts Dich angeregt hat.


Standard

  1. Stilmittel: Finde zwei Wiederholungen im Gedicht. Erkläre jeweils ihre Wirkung. Hilfe: Beachte V. 5–6 und V. 21–24.
  2. Bildinterpretation: Vergleiche die „Freuden Sonne“ in V. 30 mit dem Sonnenbild von Claude Lorrain. Hilfe: Unterscheide zwischen dem, was Du siehst, und Deiner Deutung.
  3. Perspektivwechsel: Schreibe sechs bis acht Sätze aus der Sicht eines angesprochenen Menschen. Hilfe: Orientiere Dich an V. 2–16. Kennzeichne Deinen Text als eigene Erfindung.
  4. Textvergleich: Vergleiche fünf Verse der Quellfassung mit der Lesefassung. Hilfe: Markiere alte Schreibweisen und Stellen, an denen sich auch die Formulierung oder Bedeutung verändert.


Schwer

  1. Quellenkritik: Erkläre, warum eine historische Textfassung und eine moderne Lesefassung nicht gleichwertige Belege für sprachliche Feinheiten sind. Hilfe: Nutze zwei konkrete Verse als Beispiele.
  2. Interpretation: Untersuche, wie der Gedichtaufbau von Not zu Hoffnung führt. Hilfe: Verwende mindestens drei Versbelege und erkläre die Übergänge.
  3. Intertextualität: Vergleiche den Titel des Gedichts mit Psalm 65, Vers 3, in einer angegebenen Bibelausgabe. Hilfe: Notiere die verwendete Übersetzung und unterscheide Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  4. Erörterung: Diskutiere, ob die Hoffnung des Gedichts auch für Menschen ohne religiösen Glauben eine Bedeutung haben kann. Hilfe: Trenne den historischen Glaubensinhalt von Deiner heutigen Sicht und begründe Deine Position.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite mindestens fünf Aufgaben schriftlich. Verwende passende Belege aus der Quellfassung.

  1. Argumentation: Warum kann der Wechsel zwischen Zweifel und Hoffnung den Text überzeugend machen? Erkläre dies mit zwei Versbelegen.
  2. Sprachliche Gestaltung: Wie verändert die Wiederholung von „Alles alles“ die Wirkung des Schlusses? Untersuche die Verbindung mit Weinen und Lachen.
  3. Transfer: Eine heutige Person sagt: „Niemand hört mir zu.“ Vergleiche diese Aussage mit dem Zweifel in V. 9–11 und der Antwort in V. 12–16.
  4. Historischer Kontext: Erkläre, warum die Lebensbedingungen des 17. Jahrhunderts eine mögliche Hilfe zum Verständnis sind, aber keine sichere Erklärung für jedes einzelne Gedichtbild liefern.
  5. Vergleichende Analyse: Prüfe anhand von drei Versen, wo die Lesefassung den historischen Wortlaut nur modernisiert und wo sie stärker deutet.
  6. Literarische Perspektive: Begründe, weshalb man die lyrische Stimme nicht ohne weitere Belege mit Andreas Gryphius persönlich gleichsetzen darf.

Bewertungsmaßstab: Entscheidend sind eine verständliche Erklärung, passende Versbelege und die klare Trennung zwischen Beobachtung und Interpretation.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. Den Inhalt der drei Abschnitte mit eigenen Worten erklären kannst.
  2. Die Entwicklung von Not zu Hoffnung mit Versbelegen nachweist.
  3. Mindestens drei sprachliche Mittel und ihre Wirkung erläuterst.
  4. Den historischen Kontext richtig und vorsichtig einordnest.
  5. Autor, lyrische Stimme und eigene Interpretation unterscheidest.
  6. Quellfassung und Lesefassung kritisch vergleichst.
  7. Eine kurze zusammenhängende Gedichtanalyse schreibst.

Möglicher Lernnachweis: Schreibe eine Gedichtanalyse von ungefähr 300 bis 450 Wörtern mit Einleitung, Inhalt, sprachlicher Untersuchung und begründetem Schluss. Nutze mindestens vier genaue Versbelege.




OERs zum Thema


Freie Textquellen

Historischer Gedichttext: Das Werk von Andreas Gryphius ist wegen seines Alters gemeinfrei. Für die digitale Wiedergabe dient die TextGrid-Fassung als überprüfbare Arbeitsgrundlage.

TextGrid: „Du erhörest Gebet“

Zeno.org: Zugehörige Gedichtseite

Wikipedia: Andreas Gryphius

Es gibt einen Wikipedia-Artikel über den Autor. Dieser ist eine Ergänzung zum Gedicht und keine eigenständige Edition des hier behandelten Textes.


Bild-, Audio- und Animationsnachweise

Alle nachfolgenden Medien stammen von Wikimedia Commons. Die Angaben beruhen auf den jeweiligen Dateibeschreibungsseiten.

Medium Urheber und Herkunft Rechte
Porträt von Gryphius Kupferstich von Philipp Kilian; Digitalisierung Michael Schönitzer Gemeinfrei
Magdeburg 1631 Daniel Manasser, Kupferstich von 1632 Gemeinfrei
Gesangbuchseite Johann Crüger, „Praxis Pietatis Melica“, 1653; Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek Gemeinfrei
Sonnenbild Claude Lorrain, 1634; National Gallery of Art CC0 1.0
Druckpressenanimation Rhododendrites, 2015; zeigt eine Presse aus den 1860er-Jahren CC BY-SA 4.0
Halleluja-Hörbeispiel stephan, Gemeindeaufnahme, 2007 Gemeinfrei
Gryphius-Hörbeispiel Text: Andreas Gryphius; Sprecher: Christian Al-Kadi; LibriVox Gemeinfrei

Hinweise zur Nutzung:

  1. Die Commons-Dateiseiten enthalten Lizenztexte, Quellen und Namensnennung. Bei einer Weiterverwendung musst Du die Bedingungen der jeweiligen Datei beachten.
  2. Die moderne Lesefassung ist eine didaktische Übertragung und darf nicht als Original von 1657 zitiert werden.
  3. Die in TextGrid bereitgestellten digitalen Annotationsdaten stehen unter CC BY 3.0 Deutschland mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Der historische Gedichttext selbst ist gemeinfrei.
  4. Für die YouTube-Videos gelten die Rechte der jeweiligen Rechteinhaber. Die Videos werden nur eingebettet, nicht als frei lizenzierte Dateien ausgegeben.
  5. Die historischen Bilder, das heutige Hörbeispiel und die spätere Druckpressenanimation sind ausdrücklich Vergleichsmedien. Keines davon ist ein nachgewiesenes Originalmedium zu dieser Ode.
  6. Eine überprüfte historische Tonaufnahme von „Du erhörest Gebet“ liegt hier nicht vor. Die vorhandenen Audiodateien sind entsprechend gekennzeichnet.


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