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Öffentliche Schmiedevorführungen - Schmied

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Öffentliche Schmiedevorführungen - Schmied




Öffentliche Schmiedevorführungen - Schmied


Einleitung

Eine öffentliche Schmiedevorführung verbindet handwerkliche Praxis, berufliche Bildung und Veranstaltungskommunikation. Du zeigst dabei nicht nur, wie ein Werkstück in der Schmiedeesse erwärmt und durch Freiformschmieden umgeformt wird. Du musst zugleich eine sichere Vorführfläche einrichten, den Arbeitsablauf verständlich erklären, das Publikum auf Abstand halten und auf Störungen vorbereitet sein. Anders als in der Werkstatt arbeiten Fachkräfte bei einer Vorführung unter Beobachtung, häufig in wechselnder Umgebung und teilweise im Freien. Dadurch entstehen zusätzliche Anforderungen an Gefährdungsbeurteilung, Brandschutz, Erste Hilfe, Lärmschutz und Veranstaltungssicherheit.

Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende und Fachkräfte im Bereich Metallbau, besonders in der Fachrichtung Metallgestaltung. Im deutschen Ausbildungssystem ist Metallbauerin beziehungsweise Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung ein anerkannter dreieinhalbjähriger Ausbildungsberuf. Zu den Ausbildungsinhalten gehören unter anderem der Umgang mit Schmiedefeuern und schmiedbaren Werkstoffen sowie das manuelle und maschinelle Herstellen von Schmiedeteilen. Eine öffentliche Vorführung darf deshalb nicht als improvisierte Show verstanden werden, sondern als fachlich geplante Arbeitsaufgabe mit besonderer Verantwortung für Beschäftigte und Publikum.

Wichtig: Eine Vorführung ersetzt keine Unterweisung und keine praktische Ausbildung. Zuschauer dürfen nur dann selbst tätig werden, wenn dafür ein getrenntes Mitmachkonzept mit eigener Gefährdungsbeurteilung, geeigneter Aufsicht, passenden Arbeitsmitteln und klaren Zugangsvoraussetzungen besteht.


Lernziele und beruflicher Bezug

Nach der Bearbeitung dieses Lernkurses kannst Du eine öffentliche Schmiedevorführung fachlich gliedern, typische Gefährdungen bewerten und geeignete Schutzmaßnahmen begründen. Du kannst die Funktion von Amboss, Schmiedehammer, Schmiedezange, Esse, Gebläse und Rauchgasabführung erklären. Außerdem kannst Du einen Vorführablauf moderieren, Verantwortlichkeiten festlegen und Kriterien für einen sicheren Abbruch anwenden.

Der historische Begriff Schmied wird im Alltag weiterhin verwendet. Für die duale Ausbildung im Handwerk ist heute vor allem der Beruf Metallbauerin beziehungsweise Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung einschlägig. Davon zu unterscheiden sind etwa Hufbeschlagschmiedinnen und Hufbeschlagschmiede sowie industrielle Schmiedetätigkeiten.


Was eine öffentliche Vorführung besonders macht

In der Werkstatt kennen die Beschäftigten gewöhnlich die Arbeitsplätze, Wege und betrieblichen Regeln. Bei einer öffentlichen Vorführung können dagegen fremde Veranstaltungsflächen, wechselnde Witterung, enge Auf- und Abbauzeiten, unbekannte Stromanschlüsse, brennbare Dekorationen, Kinder im Publikum und unvorhersehbare Besucherbewegungen hinzukommen. Die Vorführung muss deshalb als eigener Arbeitsprozess geplant werden.

Eine geeignete Planung beginnt mit der Klärung von Veranstaltungsort, Vorführzeit, erwarteter Publikumszahl, Werkstück, Brennstoff, Arbeitsverfahren und eingesetzten Maschinen. Danach werden Gefährdungen ermittelt und Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip festgelegt: Substitution, technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen. Persönliche Schutzausrüstung ist wichtig, steht aber nicht an erster Stelle. Ein sicherer Aufbau, eine wirksame Absperrung und eine geeignete Rauchgasabführung schützen mehr Personen gleichzeitig.

Die Vorführfläche wird in Funktionsbereiche gegliedert: Arbeitsbereich, Gefahrenbereich, Publikumsbereich, Materialablage, Bereich für heiße Werkstücke sowie Rettungs- und Fluchtwege. Die Abgrenzung muss auch dann erkennbar bleiben, wenn sich viele Menschen versammeln. Kabel, Schläuche und Werkzeuge dürfen keine Stolperstellen in Verkehrswegen bilden. Der Standort von Feuerlöscheinrichtungen und Erste-Hilfe-Material muss vor Beginn bekannt sein.


Fachgerechter Aufbau der Vorführschmiede

Eine mobile Vorführschmiede kann eine Feldesse, eine ortsfeste Kohleesse oder einen Gasschmiedeofen verwenden. Welche Ausführung geeignet ist, hängt vom Veranstaltungsort, dem Werkstück und den betrieblichen Regeln ab. Bei Kohlefeuern sind unter anderem Rauch, Funken, Asche und Brennstofflagerung zu berücksichtigen. Bei Gasschmiedeöfen kommen die sichere Aufstellung, der Zustand von Leitungen und Armaturen, die Aufstellung von Flüssiggasflaschen und die Herstellervorgaben hinzu. Veränderungen an Feuerung oder Gasversorgung sind keine improvisierbaren Vorführschritte.

Der Amboss muss standsicher, in geeigneter Arbeitshöhe und außerhalb von Publikumswegen aufgestellt sein. Zu seinen Arbeitsflächen gehören die Ambossbahn, das Rundhorn oder Ambosshorn und je nach Bauart Vierkant- und Rundloch. Werkzeuge werden so abgelegt, dass niemand in Schneiden, Spitzen oder heiße Teile greifen kann. Hämmer werden vor dem Einsatz auf festen Sitz des Stiels und unbeschädigte Schlagflächen kontrolliert. Schmiedezangen müssen zum Querschnitt des Werkstücks passen, damit das heiße Material nicht verdreht oder herausgeschleudert wird.

Die Rauchgase müssen wirksam erfasst und abgeführt werden. Bei Innenveranstaltungen ist eine ungeprüfte Feuerung ungeeignet. Auch im Freien kann Wind Rauch und Funken in Richtung des Publikums treiben. Deshalb gehören Windrichtung, Überdachung, Niederschlag und Abbruchbedingungen in die Planung.


Der fachliche Vorführablauf

Ein gut geeignetes Demonstrationsstück ist überschaubar, in der vorgesehenen Zeit fertigzustellen und ermöglicht mehrere typische Umformvorgänge. Beispiele sind ein einfacher Haken, eine Zieröse oder ein kleiner Wandhalter. Komplexe Werkstücke können die Moderation überfordern oder zu unnötigem Zeitdruck führen.

  1. Vorbereiten: Werkstoff, Abmessungen, Werkzeuge, Zangen und Ablagen werden geprüft. Das Publikum erhält eine kurze Sicherheitseinweisung.
  2. Erwärmen: Das Werkstück wird in der Esse gleichmäßig auf eine für den Arbeitsschritt geeignete Schmiedetemperatur gebracht.
  3. Recken: Der Querschnitt wird verringert und das Werkstück dadurch verlängert.
  4. Stauchen: Der Querschnitt wird vergrößert und das Werkstück verkürzt.
  5. Biegen: Das Werkstück wird an Ambosskante oder Horn in die gewünschte Form gebracht.
  6. Richten: Form- und Lageabweichungen werden kontrolliert und korrigiert.
  7. Abkühlen und Sichern: Das Werkstück wird kontrolliert abgelegt oder abgekühlt und bis zum sicheren Zustand eindeutig als heiß gekennzeichnet.
  8. Nachbesprechen: Arbeitsschritte, Werkstoffverhalten und Sicherheitsentscheidungen werden zusammengefasst.

Die Glühfarbe liefert eine grobe visuelle Orientierung, ist aber kein präzises Messgerät. Umgebungslicht, Zunder, Werkstoff und Wahrnehmung beeinflussen die Beurteilung. Für die Vorführung bedeutet das: Du erklärst die Glühfarbe als Beobachtungsmerkmal, behauptest aber keine exakte Temperatur allein aufgrund des Farbeindrucks.

Beim Schmieden entstehen Zunder, Funken und Schallimpulse. Zunder ist eine Oxidschicht, die sich beim Erwärmen auf der Stahloberfläche bildet und sich beim Hämmern lösen kann. Er darf nicht mit dekorativem „Funkenzauber“ verwechselt werden. Das Publikum muss so positioniert sein, dass abplatzender Zunder und eventuell weggeschleuderte Teile den Publikumsbereich nicht erreichen.


Zusammenarbeit von Schmied und Zuschläger

Bei historischen oder handwerklichen Vorführungen kann eine zweite Person als Zuschläger eingesetzt werden. Diese Arbeitsweise erfordert eingespielte Kommandos, eindeutige Schlagfolgen und eine sichere Standordnung. Der führende Schmied positioniert das Werkstück und gibt die Zeichen. Der Zuschläger schlägt nur auf eindeutige Anweisung. Uneinigkeit, fehlender Blickkontakt oder eine Störung durch das Publikum sind Abbruchgründe.

Die Schlagfläche des Hammers soll das Werkstück kontrolliert treffen. Seitliche Treffer, lockere Hammerköpfe oder beschädigte Bahnen erhöhen das Risiko von Abplatzungen und Kontrollverlust. In der Vorführung wird nicht schneller oder kräftiger gearbeitet, nur um eine spektakuläre Wirkung zu erzielen. Fachgerechter Rhythmus, klare Kommandos und sichere Körperhaltung haben Vorrang.


Gefährdungen und Schutzmaßnahmen

Zu den typischen Gefährdungen gehören Verbrennungen durch heiße Werkstücke und Werkzeuge, Augenverletzungen durch Zunder und Funken, Lärmbelastung, Rauchgase, Staub, Brandentstehung, Quetschungen, Stolperstellen sowie unkontrollierter Publikumszutritt. Beim Einsatz kraftbetriebener Schmiedehämmer kommen Quetschgefahr im Gesenkbereich, Vibrationen und besondere Anforderungen an Bedienung und Not-Halt hinzu.

Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall nennt in ihrer Kompakthilfe zu Schmiedeessen für Zuschauer, besonders für Kinder, einen Sicherheitsabstand von ungefähr fünf Metern. Dieser Wert ist ein fachlicher Orientierungswert und kein Ersatz für die konkrete Gefährdungsbeurteilung. Wind, Werkstückgröße, Arbeitsverfahren, Maschinenbetrieb, bauliche Situation und Publikumsdichte können einen größeren Abstand oder zusätzliche Schutzwände erfordern.

Die ausführenden Personen tragen die aus der Gefährdungsbeurteilung abgeleitete Persönliche Schutzausrüstung. Typisch sind Schutzbrille, Gehörschutz, geeignete Sicherheitsschuhe, geeignete körperbedeckende Arbeitskleidung und Schmiedeschürze. Trockene Lederhandschuhe können beim Umgang mit warmen oder glühenden Teilen und gegen Funkenflug vorgesehen sein. Handschuhe ersetzen jedoch keine passende Schmiedezange und dürfen nicht zu unsicherem Greifen verleiten.

Vor Beginn werden Rauchabführung, Absperrung, Standsicherheit, elektrische Betriebsmittel, Feuerlöscheinrichtungen, Erste-Hilfe-Ausstattung und Kommunikationswege kontrolliert. Brennbare Gegenstände werden aus dem festgelegten Gefahrenbereich entfernt. Heiße Werkstücke erhalten eine sichere, nicht brennbare Ablage. Verantwortliche wissen, wer im Notfall die Vorführung stoppt, den Notruf veranlasst, das Publikum zurückführt und den Veranstalter informiert.

Grundregel: Eine Vorführung wird nicht „noch schnell beendet“, wenn eine Schutzmaßnahme ausfällt. Bei beschädigter Absperrung, unzureichender Rauchabführung, starkem Wind, Gewitter, Ausfall sicherheitsrelevanter Technik, unkontrolliertem Publikumszutritt oder gesundheitlichen Problemen wird der Prozess sicher unterbrochen.


Besonderheiten kraftbetriebener Schmiedehämmer

Ein Federhammer, Lufthammer oder anderer kraftbetriebener Schmiedehammer ist keine bloße Attraktion. Er darf nur von unterwiesenen und geeigneten Personen bedient werden. Schutz- und Betätigungseinrichtungen müssen funktionsfähig sein, und der Quetschbereich muss gegen Zutritt gesichert werden. Werkstücke werden mit geeigneten Schmiedezangen geführt. Am Bedienplatz arbeitet nur die vorgesehene Person; eine zweite Person darf nicht unkoordiniert in den Gefahrenbereich greifen.

Die BGHM weist für kraftbetriebene Schmiedehämmer unter anderem auf Augen- und Gehörschutz, Sicherheitsschuhe, Schmiedeschürze, sichere Werkstückführung, Funktionsprüfungen und Schutz gegen unbefugte Benutzung hin. Eine öffentliche Vorführung mit Altmaschinen verlangt besondere Aufmerksamkeit, weil historische Maschinen nicht automatisch dem heutigen Sicherheitsstand entsprechen.


Moderation und Lernwirksamkeit

Eine gute Vorführung ist fachlich korrekt und zugleich verständlich. Die Moderation erklärt jeweils was geschieht, warum es geschieht und welche Sicherheitsentscheidung damit verbunden ist. Fachbegriffe werden verwendet und direkt erläutert. Statt „Ich mache das Eisen weich“ ist genauer: „Ich erwärme den schmiedbaren Stahl, damit seine Umformbarkeit steigt.“ Statt „Die Funken sind harmlos“ heißt es: „Zunder und Funken bleiben im abgesperrten Gefahrenbereich.“

Die Erklärung wird in kurze Abschnitte gegliedert. Während lauter Hammerschläge wird nicht gleichzeitig eine zentrale Information vermittelt. Fragen des Publikums werden in sicheren Pausen beantwortet. Eine zweite Person kann moderieren und zugleich beobachten, ob Absperrungen, Wege und Publikumssituation unverändert sicher sind.

Didaktisch sinnvoll ist ein wiederkehrendes Muster:

  1. Beobachtung: Das Publikum beschreibt, was es sieht oder hört.
  2. Fachbegriff: Die beobachtete Handlung wird korrekt benannt.
  3. Erklärung: Werkstoffverhalten und Werkzeugfunktion werden erläutert.
  4. Sicherheitsbezug: Die dazugehörige Schutzmaßnahme wird begründet.
  5. Ergebnisprüfung: Form, Oberfläche und Funktion des Werkstücks werden beurteilt.


Organisation vor, während und nach der Veranstaltung

Vor der Veranstaltung werden Zuständigkeiten, Genehmigungsfragen, Versicherungsbedingungen, Aufstellort, Energieversorgung, Brandschutz, Wetterlage und Notfallorganisation mit dem Veranstalter geklärt. Die Gefährdungsbeurteilung und gegebenenfalls Betriebsanweisungen werden auf die tatsächliche Vorführsituation bezogen. Alle Beteiligten erhalten eine Unterweisung und kennen die Abbruchkriterien.

Beim Aufbau werden standsichere Arbeitsmittel, Absperrungen, Fluchtwege, Feuerlöscher, Löschwasser oder andere geeignete Löschmittel, Erste-Hilfe-Material und sichere Materialablagen kontrolliert. Ein Probelauf ohne Publikum zeigt, ob Rauch, Funken, Lärm, Sichtlinien und Moderation beherrscht werden.

Während der Vorführung beobachtet mindestens eine verantwortliche Person nicht nur das Werkstück, sondern auch den Publikumsbereich. Heiße Reststücke und Werkzeuge werden nie unbeaufsichtigt in Reichweite abgelegt. Fragen, Fotoaufnahmen und spontane Wünsche des Publikums ändern den sicheren Ablauf nicht.

Nach der Vorführung werden Feuer und Anlagen nach Herstellervorgaben außer Betrieb genommen. Die Brandstelle wird nachkontrolliert, heiße Teile bleiben gesichert, und die Vorführfläche wird erst freigegeben, wenn keine Restgefahr mehr besteht. Ereignisse, Beinaheunfälle und Abweichungen werden dokumentiert und für die nächste Veranstaltung ausgewertet.

Datei:2019-12-01 forge-musee-Etueffont.webm


Muster für eine zwanzigminütige Vorführung

  1. Begrüßung und Sicherheitsinformation: Thema, Werkstück, Absperrung und Verhalten des Publikums werden erklärt.
  2. Werkstoff und Werkzeuge: Stahl, Esse, Amboss, Hammer und Zange werden fachlich vorgestellt.
  3. Erste Erwärmung: Glühfarbe, Rauchabführung und sichere Werkstückentnahme werden erläutert.
  4. Recken und Biegen: Zwei grundlegende Umformvorgänge werden demonstriert und sprachlich begleitet.
  5. Zweite Erwärmung und Richten: Die Notwendigkeit mehrerer Wärmen sowie die Formkontrolle werden gezeigt.
  6. Abschluss: Das Werkstück wird sicher abgelegt, das Ergebnis beurteilt und offene Fragen werden beantwortet.

Der Zeitplan enthält Reserven. Wird das Werkstück nicht rechtzeitig fertig, endet die Vorführung mit einem vorbereiteten Vergleichsstück. Sicherheit und Verständlichkeit sind wichtiger als ein erzwungener Abschluss.


Qualitätskriterien

Eine gelungene Schmiedevorführung erfüllt mehrere Kriterien gleichzeitig: Die Arbeit ist fachgerecht, die Vorführfläche bleibt kontrolliert, die Schutzmaßnahmen sind nachvollziehbar, die Moderation verwendet korrekte Fachsprache und das Werkstück unterstützt das Lernziel. Ein begeistertes Publikum ist kein Qualitätsnachweis, wenn Sicherheitsabstände unterschritten oder Risiken verharmlost werden.

Zur Auswertung eignen sich Beobachtungsbogen, Teamnachbesprechung und Rückmeldungen des Veranstalters. Bewertet werden können Aufbau, Rollenklarheit, Werkzeughandhabung, Moderation, Zeitmanagement, Umgang mit Störungen, Abbau und Dokumentation. Verbesserungen werden als konkrete Maßnahmen formuliert, zum Beispiel „zweite Absperrlinie ergänzen“ statt „besser aufpassen“.


Fachquellen

  1. BGHM Arbeitsschutz Kompakt Nr. 118: Schmiedeessen
  2. BGHM Arbeitsschutz Kompakt Nr. 129: Schmiedehammer
  3. DGUV: Themenfeld Manuelles Schmieden
  4. DGUV FBHM-106: Sicherer Betrieb von Gasschmiedeöfen
  5. Metallbauer-Ausbildungsverordnung
  6. BIBB: Metallbauerin und Metallbauer, Fachrichtung Metallgestaltung


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Instrument steht am Anfang der Sicherheitsplanung einer öffentlichen Schmiedevorführung? (Gefährdungsbeurteilung) (!Werkstückverkauf) (!Publikumsbefragung) (!Fotodokumentation)




Wozu dient eine Schmiedezange? (Zum sicheren Führen eines heißen Werkstücks) (!Zum Messen der Lautstärke) (!Zum Löschen der Esse) (!Zum Absperren des Publikums)




Warum ist die Glühfarbe kein exaktes Thermometer? (Weil Licht Werkstoff und Wahrnehmung den Farbeindruck beeinflussen) (!Weil Stahl beim Erwärmen farblos bleibt) (!Weil Glühfarben nur bei Aluminium auftreten) (!Weil jede Glühfarbe immer dieselbe Temperatur bezeichnet)




Was beschreibt Zunder beim Schmieden? (Eine Oxidschicht auf der erhitzten Stahloberfläche) (!Eine Markierung auf der Absperrung) (!Ein Bauteil des Gebläses) (!Eine besondere Hammerform)




Welche Maßnahme schützt das Publikum vorrangig vor Funken und abplatzendem Zunder? (Ein ausreichend bemessener abgesperrter Gefahrenbereich) (!Eine lautere Moderation) (!Ein schnellerer Arbeitsrhythmus) (!Eine dunklere Beleuchtung)




Was ist bei der Arbeit mit einem Zuschläger entscheidend? (Eindeutige Kommandos und eine abgestimmte Schlagfolge) (!Spontane Schlagwechsel ohne Zeichen) (!Möglichst enger Kontakt zum Publikum) (!Gleichzeitiges Erklären während jedes Schlages)




Welche Schutzausrüstung mindert die Belastung durch laute Hammerschläge? (Gehörschutz) (!Warnweste) (!Sonnenschutz) (!Knieschoner)




Was geschieht mit heißen Reststücken nach der Vorführung? (Sie werden auf einer sicheren nicht brennbaren Ablage kontrolliert) (!Sie werden zur Ansicht ins Publikum gegeben) (!Sie werden unter der Absperrung gelagert) (!Sie werden unbeaufsichtigt am Amboss belassen)




Wann ist eine Schmiedevorführung abzubrechen? (Wenn eine wesentliche Schutzmaßnahme ausfällt) (!Wenn das Publikum eine Pause verlangt) (!Wenn das Werkstück eine andere Farbe hat) (!Wenn eine Frage zur Ausbildung gestellt wird)




Was unterscheidet eine reine Vorführung von einem Mitmachangebot? (Ein Mitmachangebot braucht ein eigenes Sicherheits- und Aufsichtskonzept) (!Ein Mitmachangebot benötigt keine Werkzeuge) (!Eine Vorführung darf keine Fachbegriffe enthalten) (!Eine Vorführung findet immer ohne Publikum statt)





Memory

Gefährdungsbeurteilung Systematische Ermittlung und Bewertung von Gefährdungen
Schmiedezange Sicheres Führen heißer Werkstücke
Absperrung Trennung von Publikum und Gefahrenbereich
Zunder Oxidschicht auf erhitztem Stahl
Moderation Verständliche Erläuterung des Arbeitsablaufs
Abbruchkriterium Festgelegter Grund zum sofortigen Stoppen
Brandwache Beobachtung und Reaktion bei erhöhter Brandgefahr
Rauchgasabsaugung Erfassung belasteter Luft an der Entstehungsstelle





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Phase der Schmiedevorführung
Gefährdungsbeurteilung Vorbereitung
Funktionsprüfung Aufbau
Sicherheitsunterweisung Vor Beginn
Moderierte Demonstration Durchführung
Nachkontrolle Abschluss





Kreuzworträtsel

Amboss Auf welcher Unterlage wird das Werkstück mit dem Hammer umgeformt?
Zunder Wie heißt die Oxidschicht auf erhitztem Stahl?
Absperrung Was trennt das Publikum vom Gefahrenbereich?
Moderation Wie heißt die verständliche sprachliche Begleitung einer Vorführung?
Brandschutz Welcher Schutzbereich befasst sich mit Feuer und Entstehungsbränden?
Schmiedezange Welches Werkzeug führt das heiße Werkstück?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Eine öffentliche Schmiedevorführung muss durch eine

vorbereitet werden. Der vom Publikum getrennte Arbeitsraum wird als

festgelegt. Ein heißes Werkstück wird mit einer passenden

geführt. Die Oxidschicht auf erhitztem Stahl heißt

. Eine wirksame

erfasst belastete Luft möglichst an der Entstehungsstelle. Gegen laute Hammerschläge schützt geeigneter

. Der führende Schmied gibt dem Zuschläger eindeutige

. Bei Ausfall einer wesentlichen Schutzmaßnahme wird die Vorführung

. Nach dem Ende bleiben heiße Teile auf einer nicht brennbaren

gesichert.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Fachwortkarte: Erstelle eine Karte mit zehn Fachbegriffen aus dem Kurs und erkläre jeden Begriff in einem vollständigen Satz.
  2. Sicherheitszonenskizze: Zeichne eine Vorführfläche mit Arbeitsbereich, Gefahrenbereich, Publikumsbereich, Fluchtweg und Materialablage.
  3. Medienanalyse: Untersuche eines der eingebetteten Bilder und benenne sichtbare Arbeitsmittel, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen.
  4. Moderationskarte: Formuliere eine einminütige Begrüßung mit Thema, Sicherheitsabstand und Verhalten des Publikums.


Standard

  1. Ablaufplan: Entwickle einen Ablauf für eine fünfzehnminütige Vorführung mit Arbeitsschritten, Fachbegriffen und Zeitreserven.
  2. Gefährdungsbeurteilung: Bearbeite ein Fallbeispiel zu einer Feldesse auf einem Handwerkermarkt und ordne technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen zu.
  3. Fachinterview: Befrage eine Fachkraft aus Metallgestaltung, Veranstaltungstechnik oder Arbeitsschutz zu sicheren öffentlichen Vorführungen und werte die Antworten aus.
  4. Storyboard: Plane ein kurzes Lernvideo, das Recken, Biegen, Richten und die dazugehörigen Sicherheitsentscheidungen erklärt.


Schwer

  1. Vorführungskonzept: Erstelle ein vollständiges Konzept für eine öffentliche Schmiedevorführung mit Zielgruppe, Werkstück, Aufbau, Rollen, Moderation und Abbruchkriterien.
  2. Notfallszenarien: Entwickle Reaktionspläne für beschädigte Absperrung, Rauchentwicklung im Publikumsbereich, Verletzung und plötzliches Unwetter.
  3. Qualitätsaudit: Entwirf einen Beobachtungsbogen, führe damit eine reale oder aufgezeichnete Vorführungsauswertung durch und begründe drei Verbesserungsmaßnahmen.
  4. Technikvergleich: Vergleiche Kohleesse und Gasschmiedeofen hinsichtlich Vorführwirkung, Emissionen, Logistik, Schutzmaßnahmen und Einsatzgrenzen.




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Lernkontrolle

  1. Transferfall Stadtfest: Ein Veranstalter möchte den Publikumsabstand verkleinern, damit mehr Personen zuschauen können. Analysiere den Zielkonflikt und entwickle eine fachlich begründete Lösung.
  2. Störungsanalyse: Während der Vorführung dreht der Wind und führt Rauch zum Publikum. Beschreibe die Entscheidungsschritte bis zur sicheren Fortsetzung oder zum Abbruch.
  3. Arbeitsorganisation: Vergleiche eine Ein-Personen-Vorführung mit einem Team aus Schmied, Zuschläger und Moderator. Beurteile Chancen, Risiken und notwendige Kommunikationsregeln.
  4. Didaktische Reduktion: Wähle drei Umformverfahren aus und entwickle eine Erklärung, die fachlich korrekt und für fachfremde Besucher verständlich ist.
  5. Schutzmaßnahmen bewerten: Ordne fünf selbst gewählte Maßnahmen dem STOP-Prinzip zu und begründe, warum eine reine PSA-Lösung für eine Publikumsveranstaltung nicht ausreicht.
  6. Nachbereitung: Aus einem Beinaheunfall ohne Verletzung sollen Verbesserungen entstehen. Entwickle ein Dokumentations- und Auswertungsverfahren, das nicht bei einer Schuldzuweisung stehen bleibt.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Eine fachlich korrekte Beschreibung des Vorführablaufs mit geeigneten Schmiedebegriffen
  2. Eine nachvollziehbare Gefährdungsbeurteilung für den konkreten Veranstaltungsort
  3. Ein maßstäblicher oder klar beschrifteter Plan der Vorführ- und Publikumsbereiche
  4. Eine begründete Auswahl technischer, organisatorischer und persönlicher Schutzmaßnahmen
  5. Ein Rollen- und Kommunikationsplan für alle beteiligten Personen
  6. Eine kurze moderierte Präsentation mit verständlicher Erklärung des Werkstoffverhaltens
  7. Festgelegte Abbruch-, Notfall- und Nachkontrollmaßnahmen
  8. Eine reflektierte Auswertung mit konkreten Verbesserungsvorschlägen




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