Zum Inhalt springen

Zoomania

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.

Zoomania




Zoomania


Einleitung

Zoomania ist ein Animationsfilm der Walt Disney Animation Studios aus dem Jahr 2016. In der großen Tierstadt Zoomania leben sehr unterschiedliche Säugetiere zusammen: winzige Spitzmäuse, Hasen- und Kaninchenfiguren, Füchse, Schafe, Büffel, Faultiere, Geparde, Löwen, Elefanten und viele weitere Tiere. Die Stadt ist erfunden. Gerade deshalb eignet sie sich gut, um über eine echte Frage nachzudenken: Wie können sehr unterschiedliche Menschen fair, sicher und respektvoll zusammenleben?

Im Mittelpunkt stehen die Polizeianfängerin Judy Hopps und der Fuchs Nick Wilde. Judy möchte beweisen, dass ihre Körpergröße und ihre Tierart nicht darüber entscheiden, welchen Beruf sie ausüben kann. Nick hat dagegen früh gelernt, dass andere ihm wegen seiner Tierart misstrauen. Beide begegnen Erwartungen und Vorurteilen, die sie zuerst selbst belasten und später gemeinsam hinterfragen.

Der aiMOOC richtet sich an Kinder ab 6 Jahren. Du kannst ihn allein, mit einer Lernpartnerin oder einem Lernpartner, in einer Gruppe oder gemeinsam mit einer erwachsenen Person bearbeiten. Manche Aufgaben sind bewusst anspruchsvoller und eignen sich für ältere Kinder oder für gemeinsames Arbeiten in der Klasse.

Achtung: Dieser aiMOOC verrät wichtige Teile der Handlung und das Ende des Films.

Der Film selbst ist eine erfundene Geschichte. Seine Tierfiguren verhalten sich in vielen Situationen wie Menschen: Sie sprechen, tragen Kleidung, gehen zur Arbeit, benutzen Verkehrsmittel und haben politische Ämter. Das nennt man Vermenschlichung oder Anthropomorphismus. Gleichzeitig wurden Merkmale realer Tiere für Witze, Rollenbilder und die Gestaltung der Figuren genutzt.

In diesem aiMOOC untersuchst Du deshalb zwei Ebenen:

  1. Gesellschaft: Was zeigt der Film über Vorurteile, Rollenbilder, Ausgrenzung, Vertrauen, Zusammenarbeit und faire Behandlung?
  2. Biologie: Welche Eigenschaften der dargestellten Tiere gibt es wirklich und welche sind erfunden, übertrieben oder aus menschlichen Vorstellungen übernommen?

Ein besonders wichtiger Gedanke begleitet den ganzen Kurs: Die Tierarten des Films sind keine biologischen Schablonen für Menschengruppen. Menschen gehören derselben biologischen Art an. Unterschiede zwischen Fuchs, Kaninchen, Büffel oder Faultier lassen sich deshalb nicht auf Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, Behinderung oder andere Merkmale von Menschen übertragen. Die Tierstadt ist eine Erzählidee, mit der man Fragen stellen kann. Sie ist kein Modell, das Menschen biologisch in verschiedene „Arten“ einteilt.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du wichtige Figuren und Konflikte des Films erklären. Du kannst erkennen, wann eine Figur vorschnell über eine andere urteilt. Du kannst Beispiele für Rollenbilder finden und beschreiben, wie Figuren solche Erwartungen erfüllen oder durchbrechen. Du kannst erklären, warum faire Behandlung nicht immer bedeutet, dass alle exakt dasselbe bekommen. Außerdem kannst Du mehrere Tierdarstellungen des Films mit realer Biologie vergleichen.

Du übst dabei besonders Medienkompetenz, Soziales Lernen, Ethik, Biologie, Kinderrechte, Perspektivwechsel, Argumentieren und Zusammenarbeit.


Der Film auf einen Blick

Zoomania erschien in Deutschland am 3. März 2016. Die Laufzeit beträgt ungefähr 108 Minuten. Regie führten Byron Howard und Rich Moore. Der Film verbindet Elemente aus Animation, Komödie, Abenteuerfilm und Kriminalfilm.

Die Stadt Zoomania ist als große Metropole für sehr verschieden gebaute Säugetiere gestaltet. Es gibt Stadtteile mit unterschiedlichen Temperaturen und Größenverhältnissen. Dadurch macht der Film sichtbar, dass gemeinsames Leben auch bedeutet, Räume und Regeln so zu gestalten, dass sehr unterschiedliche Bewohnerinnen und Bewohner teilnehmen können.

Ein Elefant braucht im echten Leben viel mehr Platz als ein Kaninchen. In einer Fantasiestadt, in der beide dieselben Straßen, Züge und Gebäude benutzen, entsteht deshalb eine spannende Gestaltungsfrage: Müssen alle genau dieselben Dinge benutzen, oder müssen Dinge unterschiedlich angepasst werden, damit alle fair teilnehmen können?


Handlung in kindgerechter Kurzfassung

Judy Hopps wächst auf dem Land auf und träumt davon, Polizistin zu werden. Viele halten das für ungewöhnlich, weil sie klein ist und in der deutschen Fassung als Häsin bezeichnet wird. Judy lässt sich davon nicht abhalten und schafft die Polizeiausbildung.

In Zoomania merkt sie jedoch, dass ein bestandener Test noch nicht automatisch bedeutet, dass alle Vorurteile verschwunden sind. Polizeichef Bogo nimmt Judy zunächst nicht so ernst wie einige größere Kolleginnen und Kollegen. Judy bekommt zuerst vor allem Aufgaben im Straßenverkehr.

Als mehrere Säugetiere verschwinden, übernimmt Judy einen Vermisstenfall. Ihre Spur führt zu Nick Wilde. Nick ist ein Fuchs, der mit Tricks Geld verdient. Judy und Nick misstrauen einander zuerst. Trotzdem müssen sie zusammenarbeiten.

Im Laufe der Ermittlungen entdecken sie, dass mehrere Raubtiere plötzlich ein gefährlich wirkendes Verhalten zeigen. In der Stadt entsteht Angst. Immer mehr Bewohnerinnen und Bewohner beginnen, Raubtiere nicht nach ihrem persönlichen Verhalten, sondern als ganze Gruppe zu beurteilen.

Auch Judy macht einen schweren Fehler. Auf einer Pressekonferenz äußert sie Vermutungen, die den Eindruck verstärken, Raubtiere könnten wegen ihrer Natur gefährlich sein. Nick fühlt sich davon verletzt. Judy erkennt später, dass ihre Worte ungerecht und nicht ausreichend begründet waren.

Schließlich finden Judy und Nick heraus, dass das Verhalten der betroffenen Tiere absichtlich durch eine Substanz ausgelöst wurde. Dawn Bellwether hat die Angst vor Raubtieren für ihre eigenen politischen Ziele benutzt. Judy und Nick können den Plan aufdecken. Nick entscheidet sich später selbst für den Polizeiberuf und wird Judys Partner.

Die Lösung des Kriminalfalls ist wichtig. Noch wichtiger für unseren aiMOOC ist aber eine andere Frage: Wie konnte aus Unsicherheit so schnell Angst vor einer ganzen Gruppe werden?


Figuren, Erwartungen und Rollenbilder


Judy Hopps: „Darf jemand wie Du das?“

Judy möchte Polizistin werden. Andere Figuren verbinden jedoch ihre kleine Körpergröße und ihre Tierart mit bestimmten Erwartungen. Sie soll nach ihrer Vorstellung lieber eine Aufgabe übernehmen, die zu einem „Hasen“ passe. Damit zeigt der Film ein Rollenbild: Eine Gruppe bekommt eine feste Vorstellung davon, was ihre Mitglieder angeblich können, mögen oder tun sollen.

Ein Rollenbild kann harmlos wirken, aber es kann Möglichkeiten einschränken. Wenn jemand zum Beispiel sagt: „Das können nur große Tiere“, „Das ist nichts für kleine Tiere“ oder bei Menschen „Das ist nichts für Mädchen“, „Das ist nichts für Jungen“ oder „Menschen wie Du machen so etwas nicht“, wird nicht mehr die einzelne Person betrachtet.

Judy beweist, dass Fähigkeiten durch Lernen, Üben, Mut und Erfahrung wachsen können. Gleichzeitig macht der Film deutlich, dass Judy nicht alles allein können muss. Sie braucht andere Strategien als größere Polizeitiere. Gleichwertigkeit bedeutet nicht Gleichförmigkeit.

In der deutschen Fassung wird Judy als Häsin oder Hase bezeichnet. Das englische Wort für ihre Figur lautet dagegen „rabbit“. In der realen Biologie sind Feldhase und Wildkaninchen nicht dasselbe.

Echte Wildkaninchen leben häufig in Gruppen und bauen unterirdische Gangsysteme. Sie sind Pflanzenfresser und ernähren sich vor allem von Gräsern, Kräutern und Blättern. Feldhasen sind größer, haben längere Ohren und leben anders als Wildkaninchen. Der Film mischt bei Judy also Sprache, Gestaltung und menschliche Eigenschaften zu einer Fantasiefigur.

Forscherfrage: Welche Merkmale von Judy erinnern Dich an einen realen Hasen oder ein reales Kaninchen? Welche Merkmale können nur zu einer vermenschlichten Filmfigur gehören?


Nick Wilde: Wenn andere schon vorher „wissen“, wie Du angeblich bist

Nick ist ein Rotfuchs. Füchse gelten in vielen Geschichten als schlau, listig oder trickreich. Solche Vorstellungen sind kulturelle Stereotype. Ein Stereotyp ist ein vereinfachtes Bild von einer Gruppe. Es sagt wenig darüber aus, wie ein einzelnes Lebewesen oder ein einzelner Mensch tatsächlich handelt.

Nick erlebt schon als junges Tier Misstrauen und Ausgrenzung. Später übernimmt er teilweise selbst die Rolle, die andere von einem Fuchs erwarten: Er wird zum Trickbetrüger. Das bedeutet nicht, dass Vorurteile „stimmen“. Vielmehr lädt der Film dazu ein, über eine schwierige Frage nachzudenken: Was kann passieren, wenn jemand immer wieder hört, er sei sowieso nicht vertrauenswürdig?

Ein echter Rotfuchs ist biologisch kein „Betrüger“. Er ist ein anpassungsfähiger Allesfresser. Je nach Lebensraum und Jahreszeit frisst er zum Beispiel kleine Säugetiere, Wirbellose, Früchte oder Aas. Füchse können auch in Städten leben und dort neue Nahrungsquellen nutzen.

Die Idee vom „schlauen Fuchs“ stammt also aus menschlichen Erzähltraditionen. Ein Tier besitzt nicht automatisch einen menschlichen Charakter, nur weil es zu einer bestimmten Art gehört.

Merksatz: Biologische Eigenschaften beschreiben Körper, Lebensweise oder Verhalten einer Tierart. Wörter wie „ehrlich“, „gemein“, „faul“ oder „kriminell“ sind moralische Bewertungen und können nicht einfach aus einer Tierart abgeleitet werden.


Chief Bogo: Größe ist sichtbar, Kompetenz muss sich zeigen

Chief Bogo ist der Polizeichef. Er wird als großer, kräftiger Kaffernbüffel dargestellt. Seine körperliche Präsenz passt im Film zu einer strengen Autoritätsrolle.

Der echte Kaffernbüffel ist tatsächlich ein großes und kräftiges afrikanisches Rind. Daraus folgt aber nicht, dass ein Büffel „streng“, „gerecht“ oder „ein guter Chef“ ist. Diese Eigenschaften gehören zur menschlich geschriebenen Filmrolle.

Bogo unterschätzt Judy zunächst. Später verändert sich seine Einschätzung. Das ist wichtig: Menschen und Filmfiguren können eigene Vorurteile bemerken und ihre Meinung verändern. Lernen bedeutet nicht, niemals einen Fehler zu machen. Lernen bedeutet auch, Fehler zu erkennen und künftig genauer hinzusehen.


Clawhauser: Ein Gepard muss nicht immer der Schnellste im Raum sein

Benjamin Clawhauser ist ein freundlicher Gepard, der bei der Polizei am Empfang arbeitet. Der Film spielt damit, dass man bei einem Geparden vielleicht sofort an Geschwindigkeit denkt, Clawhauser aber nicht als ständig rennenden Sportler gezeigt wird.

Echte Geparde sind für schnelle Sprints angepasst. Ihr schlanker Körper, ihre langen Beine und weitere anatomische Merkmale unterstützen hohe Geschwindigkeiten. Trotzdem besteht ein echtes Gepardenleben natürlich nicht nur aus Rennen.

Die Filmfigur durchbricht damit ein Rollenbild: Auch wenn eine Gruppe für eine bestimmte Eigenschaft bekannt ist, muss diese Eigenschaft nicht jede Rolle eines einzelnen Mitglieds bestimmen.


Dawn Bellwether: „Harmlos aussehen“ sagt nichts über Absichten aus

Dawn Bellwether ist ein Schaf und zunächst stellvertretende Bürgermeisterin. Sie wirkt klein, freundlich und wenig mächtig. Später zeigt sich, dass sie die Angst in der Stadt bewusst verstärkt und für eigene Ziele benutzt.

Ein echtes Hausschaf ist ein Pflanzenfresser und ein soziales Nutztier. Die Vorstellung, ein Schaf sei automatisch „harmlos“, „schwach“ oder „gut“, ist wiederum eine menschliche Deutung. Der Film nutzt diese Erwartung, um die Zuschauerinnen und Zuschauer zu überraschen.

Bellwethers Verhalten zeigt außerdem: Diskriminierung kann auch von Personen gefördert werden, die selbst früher unterschätzt wurden. Eigene Benachteiligung macht ungerechtes Verhalten gegenüber anderen nicht richtig.


Bürgermeister Lionheart: Warum der Löwe so gut zu einem Bürgermeisterbild passt

Bürgermeister Lionheart ist ein Löwe. In vielen europäischen Geschichten gilt der Löwe als „König der Tiere“. Der Film nutzt dieses bekannte Symbol für Macht und Führung.

Echte Löwen sind große Raubkatzen. Sie leben in sozialen Verbänden, den sogenannten Rudeln. Eine politische Regierung, ein Bürgermeisteramt oder menschliche Vorstellungen von „königlicher Würde“ gehören selbstverständlich nicht zu ihrer Biologie.

Medienfrage: Warum verstehen wir die Rolle eines Löwen als mächtige Figur so schnell? Welche Geschichten, Wappen, Bilder oder Sprichwörter haben dieses Bild geprägt?


Flash: Ist ein Faultier wirklich langsam?

Flash arbeitet in der Kraftfahrzeugbehörde. Seine Bewegungen und seine Sprache sind im Film extrem langsam. Diese Szene übertreibt die Langsamkeit für einen Witz.

Echte Faultiere bewegen sich tatsächlich meist sehr langsam. Viele heutige Faultiere leben in Bäumen und sparen durch ihre langsame Lebensweise Energie. Ihre gebogenen Klauen und ihr Körperbau sind an das Hängen und Klettern angepasst. Sie können außerdem schwimmen.

Das Video zeigt zwar Fuchsjunge und keine Faultiere, bietet aber einen guten Vergleich: Reale Tierbeobachtung sieht anders aus als eine komödiantische Filmszene. Beim Beobachten echter Tiere fragen wir: Was sehen wir tatsächlich? Beim Film fragen wir zusätzlich: Was wurde für eine Pointe ausgewählt oder übertrieben?

Bei Flash stimmt also ein biologischer Kern: Faultiere sind langsam. Die genaue Persönlichkeit, sein Beruf und der Witz über langsame Büroarbeit sind erfunden.


Vorurteile verstehen


Was ist ein Vorurteil?

Ein Vorurteil ist ein Urteil, das schon feststeht, bevor man eine Person oder Situation ausreichend kennt. Es kann positiv oder negativ klingen. Problematisch wird es besonders dann, wenn aus einem vereinfachten Gruppenbild Erwartungen entstehen, die einzelnen Personen Chancen nehmen oder sie ungerecht behandeln.

Ein Beispiel aus Zoomania: Wenn jemand denkt „Füchse sind nicht vertrauenswürdig“, wird Nick nicht nach seinem tatsächlichen Verhalten beurteilt. Stattdessen wird seine Tierart benutzt, um schon vorher über ihn zu entscheiden.

Ein weiteres Beispiel: Wenn jemand denkt „Ein kleines Hasentier kann keine gute Polizistin sein“, wird Judy nicht nach ihrem Training, ihrer Leistung und ihrer Entscheidungskraft beurteilt.

Vorurteile können entstehen, weil Menschen:

  1. eine Geschichte oder Behauptung oft hören,
  2. nur wenige Beispiele kennen,
  3. Angst vor etwas Unbekanntem haben,
  4. Unterschiede stärker beachten als Gemeinsamkeiten,
  5. eine Gruppe sehr vereinfachen,
  6. Informationen übernehmen, ohne sie zu prüfen.

Ein Vorurteil ist nicht dasselbe wie jede Vermutung. Menschen müssen im Alltag oft schnell denken. Wichtig ist, Vermutungen als Vermutungen zu erkennen und sie zu überprüfen.


Stereotyp, Vorurteil und Diskriminierung

Die drei Begriffe hängen zusammen, bedeuten aber nicht dasselbe.

Stereotyp: Ein vereinfachtes Bild über eine Gruppe. Beispiel: „Füchse sind listig.“

Vorurteil: Eine Bewertung, die auf solchen vereinfachten Vorstellungen beruhen kann. Beispiel: „Nick ist bestimmt unehrlich, weil er ein Fuchs ist.“

Diskriminierung: Eine ungerechte Benachteiligung aufgrund einer zugeschriebenen Gruppenzugehörigkeit oder eines Merkmals. Beispiel im Filmmodell: Ein Fuchs bekäme eine Wohnung, Arbeit oder Dienstleistung nicht, nur weil er ein Fuchs ist.

Bei echten Menschen kann Diskriminierung zum Beispiel mit Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Religion, Geschlecht, Behinderung, Alter oder anderen Merkmalen zusammenhängen. Keines dieser Merkmale macht einen Menschen mehr oder weniger wertvoll.


Wie Angst eine ganze Gruppe treffen kann

Im Film werden einige Raubtiere durch eine Substanz zu auffälligem Verhalten gebracht. Danach wächst die Angst in der Stadt. Viele Bewohnerinnen und Bewohner behandeln schließlich nicht nur die tatsächlich betroffenen Tiere mit Vorsicht, sondern verdächtigen Raubtiere als ganze Gruppe.

Hier zeigt der Film einen wichtigen Denkfehler: Von einzelnen Fällen wird auf alle geschlossen.

Du kannst Dir dafür ein einfaches Beispiel vorstellen: Wenn ein Kind aus einer Klasse einmal schummelt, wäre es unfair zu sagen: „Alle Kinder aus dieser Klasse schummeln.“ Dasselbe gilt für Herkunft, Sprache, Religion, Geschlecht oder andere Gruppenmerkmale von Menschen.

Bellwether verstärkt die Angst absichtlich. Sie präsentiert eine Gruppe als Gefahr und versucht dadurch, eine andere Gruppe politisch zusammenzuschweißen. Das ist eine Form von Feindbildbildung: Eine komplizierte Situation wird so erzählt, als sei eine ganze Gruppe das Problem.

Prüffrage für Medien: Wird eine einzelne Handlung einer einzelnen Person gezeigt, oder wird daraus eine Behauptung über eine ganze Gruppe gemacht?


Judy macht selbst einen Fehler

Judy ist im Film häufig selbst von Vorurteilen betroffen. Trotzdem ist sie nicht automatisch frei von eigenen Vorurteilen. Ihre Aussagen auf der Pressekonferenz verstärken die Angst vor Raubtieren. Nick merkt besonders deutlich, wie verletzend diese Aussagen sind.

Diese Szene ist für das Lernen sehr wichtig. Sie zeigt:

  1. Auch jemand, der selbst unfair behandelt wurde, kann andere unfair beurteilen.
  2. Gute Absichten verhindern nicht automatisch schädliche Wirkungen.
  3. Es ist wichtig, zwischen sicheren Erkenntnissen und Vermutungen zu unterscheiden.
  4. Eine Entschuldigung ist besonders glaubwürdig, wenn sich danach auch das Verhalten verändert.
  5. Vertrauen kann beschädigt werden und muss manchmal neu aufgebaut werden.

Judy übernimmt später Verantwortung, sucht Nick auf und versucht, ihren Fehler zu korrigieren.


Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft


Vielfalt ist mehr als „alle sind verschieden“

Vielfalt bedeutet, dass Menschen unterschiedliche Erfahrungen, Fähigkeiten, Familien, Sprachen, Körper, Interessen, Religionen, Geschlechter, Lebensweisen oder Unterstützungsbedürfnisse haben können. Gleichzeitig teilen Menschen sehr viel miteinander: Alle brauchen Sicherheit, Anerkennung, Beziehungen und Möglichkeiten zur Teilhabe.

In Zoomania wird Vielfalt besonders sichtbar gemacht, weil die Tiere extrem unterschiedlich groß sind. Eine Maus und ein Elefant können nicht einfach dieselbe Tür, denselben Sitz oder denselben Weg benutzen.

Die Filmstadt macht deshalb eine wichtige Frage sichtbar: Wie muss eine Umgebung gebaut sein, damit möglichst viele teilnehmen können?

Das führt zum Begriff Barrierefreiheit. Eine faire Stadt denkt nicht nur darüber nach, ob alle „hineindürfen“, sondern auch darüber, ob Wege, Informationen, Gebäude und Regeln tatsächlich nutzbar sind.


Gleich behandeln oder fair behandeln?

Gleichbehandlung und faire Behandlung gehören zusammen, sind aber nicht immer identisch.

Wenn vier unterschiedlich große Tiere über eine hohe Mauer schauen wollen, wäre es „gleich“, allen denselben Hocker zu geben. Fair kann aber bedeuten, dass ein kleineres Tier einen höheren Hocker bekommt oder dass die Mauer so gestaltet wird, dass gar kein Hocker nötig ist.

Auf Menschen übertragen bedeutet das nicht, dass manche Menschen „weniger können“. Es bedeutet: Eine Umgebung kann für verschiedene Bedürfnisse unterschiedlich gut passen. Eine Rampe, Untertitel, eine ruhige Lernzone, mehr Zeit bei einer Aufgabe oder ein höhenverstellbarer Tisch können Teilhabe ermöglichen.

Fairness fragt also:

  1. Welche Regel gilt?
  2. Wen unterstützt sie?
  3. Wen behindert sie vielleicht unbeabsichtigt?
  4. Was braucht eine Person, um wirklich teilnehmen zu können?
  5. Wird nach Verhalten und Leistung entschieden oder nach einem Vorurteil?


Kinderrechte und faire Behandlung

Auch Kinder haben Rechte. Ein zentrales Prinzip der UN-Kinderrechtskonvention ist, dass Kinder nicht diskriminiert werden dürfen. Kinder sollen geschützt werden, lernen können, sich entwickeln und ihre Meinung äußern dürfen.

Die Tierstadt ist erfunden. Das Recht auf Gleichbehandlung für Kinder ist dagegen real. Wenn Du Dich unfair behandelt fühlst, darfst Du darüber sprechen und Dir Hilfe holen, zum Beispiel bei Eltern, Lehrkräften, Schulsozialarbeit oder anderen vertrauten Erwachsenen.


Gute Regeln für ein vielfältiges Miteinander

Eine faire Gemeinschaft braucht mehr als den Satz „Seid nett zueinander“. Hilfreich sind klare Regeln und Möglichkeiten, Konflikte zu lösen.

  1. Respekt: Höre zu und greife niemanden wegen eines Merkmals an.
  2. Perspektivwechsel: Frage Dich, wie eine Situation aus Sicht der anderen Person wirkt.
  3. Begründung: Begründe Kritik mit einem konkreten Verhalten und nicht mit einer Gruppe.
  4. Widerspruch: Wenn jemand abgewertet wird, darfst Du widersprechen und Hilfe holen.
  5. Fehlerkultur: Wer einen Fehler einsieht, soll die Möglichkeit bekommen, Verhalten zu verändern.
  6. Teilhabe: Räume und Regeln sollen möglichst vielen Menschen eine echte Teilnahme ermöglichen.
  7. Kinderrechte: Entscheidungen über Kinder sollen ihre Rechte und ihr Wohl berücksichtigen.


Die Tierstadt als Modell – und ihre Grenzen


Was die Tiermetapher gut sichtbar macht

Durch die verschiedenen Tierarten werden Unterschiede im Film sofort sichtbar. Größe, Fell, Zähne, Hörner, Lebensräume und Ernährung werden zu Bildern, die Zuschauerinnen und Zuschauer schnell verstehen.

Die Geschichte kann dadurch Fragen anstoßen:

  1. Wie entstehen Gruppenbilder?
  2. Was passiert, wenn eine Gruppe als gefährlich dargestellt wird?
  3. Wie wirkt es, wenn jemand immer wieder unterschätzt wird?
  4. Was braucht eine Stadt, damit sehr unterschiedliche Bewohner teilnehmen können?
  5. Kann eine Freundschaft Vorurteile verändern?
  6. Wie gehen wir mit Fehlern und Entschuldigungen um?


Wo die Tiermetapher nicht auf Menschen passt

Hier ist besondere Genauigkeit wichtig. Im Film unterscheiden sich Tierarten biologisch sehr stark. Ein Elefant ist wirklich viel größer als ein Kaninchen. Ein Fuchs hat wirklich ein anderes Gebiss als ein Schaf. Ein Gepard kann wirklich anders laufen als ein Faultier.

Bei Menschen funktionieren gesellschaftliche Gruppen nicht so. Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Sprache machen Menschen nicht zu verschiedenen biologischen Arten mit festgelegten moralischen Eigenschaften. Deshalb wäre es falsch, eine reale Menschengruppe mit „Raubtieren“ und eine andere mit „Beutetieren“ gleichzusetzen.

Du kannst die Filmgeschichte also als Anlass für Fragen nutzen, aber nicht als naturwissenschaftlichen Beweis über Menschen.

Merksatz: Eine Metapher hilft beim Denken, wenn man auch weiß, wo sie aufhört zu passen.


Biologie trifft Film


Säugetiere in Zoomania

In der ersten Zoomania-Geschichte wird die Stadt vor allem von Säugetieren bewohnt. Säugetiere besitzen Haare oder Fell zumindest in bestimmten Lebensphasen. Weibliche Säugetiere besitzen Milchdrüsen, mit denen Jungtiere gesäugt werden. Die meisten Säugetiere bringen lebende Junge zur Welt, es gibt jedoch Ausnahmen wie Schnabeltier und Ameisenigel.

Der Film zeigt Säugetiere aus sehr unterschiedlichen Lebensräumen gemeinsam in einer Stadt. In der Natur würden viele dieser Arten niemals dieselbe soziale Gemeinschaft bilden.


Filmfigur und echtes Tier im Vergleich

Figur oder Tiergruppe Darstellung im Film Reale Biologie Lernidee
Judy Hopps Spricht, trägt Uniform, fährt Zug, arbeitet als Polizistin und löst einen Kriminalfall. Hasen und Kaninchen sind Pflanzenfresser aus der Ordnung der Hasenartigen. Feldhase und Wildkaninchen sind unterschiedliche Arten mit verschiedenen Lebensweisen. Beruf, Sprache und Moral sind vermenschlicht. Die Tiergestaltung liefert nur einzelne biologische Anknüpfungspunkte.
Nick Wilde Ein sprachgewandter Fuchs, der zunächst mit Tricks Geld verdient und später Polizist wird. Rotfüchse sind anpassungsfähige Allesfresser und leben auch in Städten. „Listig“ ist ein kulturelles Fuchsbild und keine biologische Charaktereigenschaft.
Chief Bogo Großer, körperlich beeindruckender Polizeichef. Kaffernbüffel sind sehr große und kräftige afrikanische Rinder. Körpergröße ist biologisch, Führungsstil und Beruf sind erfunden.
Benjamin Clawhauser Freundlicher Gepard am Empfang der Polizei. Geparde sind schnelle, spezialisierte Jäger und gehören zu den Katzen. Der Film spielt mit der Erwartung, ein Gepard müsse ständig sportlich und schnell auftreten.
Dawn Bellwether Kleine Schaffigur mit politischer Macht und verborgenen Plänen. Hausschafe sind pflanzenfressende, domestizierte Huftiere. „Harmlos“, „gut“ oder „böse“ sind keine biologischen Eigenschaften einer Tierart.
Bürgermeister Lionheart Löwe in einer mächtigen politischen Rolle. Löwen sind große Raubkatzen, die in sozialen Gruppen leben können. Die Bürgermeisterrolle nutzt das kulturelle Bild des Löwen als Herrscher.
Flash Extrem langsam sprechendes und arbeitendes Faultier. Heutige Faultiere bewegen sich tatsächlich sehr langsam und energiesparend, vor allem in Bäumen. Der Film übertreibt eine echte biologische Eigenschaft für Humor.
Elefanten Große Stadtbewohner mit menschlichen Berufen und Alltagswegen. Elefanten sind große pflanzenfressende Säugetiere mit Rüssel und komplexem Sozialverhalten. Die gewaltigen Größenunterschiede helfen dem Film, Fragen zu Infrastruktur und Teilhabe sichtbar zu machen.


Rotfuchs: Wirklichkeit statt Märchenfigur

Rotfüchse sind weit verbreitet und sehr anpassungsfähig. Sie können Wälder, Felder und städtische Räume nutzen. Ihre Nahrung hängt davon ab, was verfügbar ist. Deshalb passt die einfache Aussage „Füchse fressen nur Kaninchen“ nicht.

Ein Fuchs kann Kaninchen jagen, aber auch Mäuse, Regenwürmer, andere kleine Tiere, Früchte oder Aas fressen. Ökologische Beziehungen sind außerdem keine moralischen Beziehungen. Wenn ein Fuchs ein Beutetier frisst, ist er nicht „böse“. Er beschafft Nahrung.

Das ist ein wichtiger Unterschied zum Film: Dort handeln Figuren nach menschlichen Regeln, Gesetzen und moralischen Entscheidungen. In der Natur gelten ökologische Zusammenhänge.


Hase oder Kaninchen?

Wildkaninchen leben häufig gesellig und nutzen unterirdische Baue. Junge Wildkaninchen kommen nackt und blind zur Welt. Feldhasen legen keine vergleichbaren großen Gemeinschaftsbaue an; ihre Jungen sind bei der Geburt weiter entwickelt.

Beide gehören zu den Hasenartigen, sind aber unterschiedliche Arten. Im Alltag werden „Hase“ und „Kaninchen“ häufig verwechselt. Genaues Beobachten hilft, biologische Begriffe sauber zu verwenden.

Forschertipp: Vergleiche Ohrenlänge, Körperform, Lebensraum und Verhalten auf zwei Fotos. Schreibe erst auf, was Du siehst, und erst danach, was Du daraus schließt.


Faultiere: Langsamkeit als Anpassung

Faultiere wirken aus menschlicher Sicht sehr langsam. Ihre Lebensweise ist jedoch keine „Faulheit“ im moralischen Sinn. Sie ist eine biologische Anpassung an einen energiearmen Lebensstil.

Viele heutige Faultiere verbringen einen großen Teil ihres Lebens in Bäumen. Lange Gliedmaßen und gebogene Klauen helfen beim Hängen und Klettern. Ihre langsame Fortbewegung spart Energie.

Darum ist der Name „Faultier“ sprachlich etwas irreführend: Das Tier trifft keine menschliche Entscheidung, „faul“ zu sein. Es lebt so, wie sein Körper und seine Umwelt es ermöglichen.


Geparde: Schnell sein ist eine körperliche Spezialisierung

Geparde besitzen einen schlanken Körper, lange Beine und weitere Merkmale, die schnelle Sprints ermöglichen. Hohe Geschwindigkeit kann aber nur kurze Zeit gehalten werden. Jagd besteht außerdem nicht nur aus Höchstgeschwindigkeit, sondern auch aus Beobachtung, Annäherung, Richtungswechseln und Erholung.

Clawhauser ist deshalb ein gutes Beispiel für Medienhumor: Ein reales Merkmal einer Tierart wird erwartet, aber die Filmfigur bekommt eine ganz andere Alltagsrolle.


Büffel, Schaf und Löwe: Körper ist nicht Charakter

Bei diesen Figuren ist es hilfreich, zwei Fragen immer zu trennen:

Biologiefrage: Wie sieht das echte Tier aus? Was frisst es? Wo lebt es? Wie bewegt es sich? Wie lebt es mit Artgenossen?

Filmfrage: Welche Persönlichkeit, welchen Beruf, welche Stimme und welche moralische Rolle haben die Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren erfunden?

Wer diese beiden Fragen trennt, kann sowohl den Film genauer verstehen als auch naturwissenschaftlich sauberer denken.


Medienkompetenz: Wie ein Film Erwartungen lenkt


Bild, Musik, Stimme und Tempo

Filme erzählen nicht nur durch Wörter. Sie lenken unsere Aufmerksamkeit mit vielen Gestaltungsmitteln.

  1. Kamera: Große Figuren können von unten besonders mächtig wirken.
  2. Musik: Schnelle oder dunkle Musik kann Spannung erzeugen.
  3. Stimme: Lautstärke, Sprechtempo und Tonfall beeinflussen unseren Eindruck einer Figur.
  4. Farbe: Helle oder dunkle Umgebungen können Stimmungen verstärken.
  5. Schnitt: Schnelle Bildwechsel wirken anders als lange ruhige Einstellungen.
  6. Körpergestaltung: Größe, Zähne, Augen, Fell und Kleidung können Erwartungen auslösen.
  7. Humor: Übertreibung macht bestimmte Eigenschaften besonders auffällig.

Bei einer Filmanalyse solltest Du deshalb nicht nur fragen: „Was passiert?“, sondern auch: „Wie sorgt der Film dafür, dass ich etwas Bestimmtes erwarte oder fühle?“


Der Trick mit dem ersten Eindruck

Zuschauerinnen und Zuschauer bilden oft sehr schnell einen ersten Eindruck. Ein großer Löwe wirkt vielleicht mächtig, ein kleines Schaf vielleicht ungefährlich, ein Fuchs vielleicht schlau und ein Faultier vielleicht langsam.

Zoomania nutzt solche ersten Eindrücke absichtlich. Einige werden bestätigt, andere werden später verändert.

Das ist ein guter Anlass, über den Alltag nachzudenken: Auch bei Menschen haben wir manchmal einen schnellen ersten Eindruck. Ein erster Eindruck darf eine Vermutung sein. Er sollte aber nicht zum festen Urteil werden, wenn wir die Person noch gar nicht kennen.


Gesprächswerkstatt: Über schwierige Themen fair sprechen

Wenn Ihr in der Klasse über Vorurteile oder Diskriminierung sprecht, können persönliche Erfahrungen berührt werden. Dafür helfen Gesprächsregeln.

  1. Sprich über konkrete Aussagen oder Handlungen und nicht abwertend über Personen.
  2. Niemand muss eine persönliche Erfahrung erzählen.
  3. Frage nach, wenn Du etwas nicht verstehst.
  4. Unterbrich nicht absichtlich.
  5. Verwende keine beleidigenden Gruppenbezeichnungen.
  6. Wenn jemand verletzt wird, stoppt die Situation und klärt sie mit Unterstützung.
  7. Unterscheide zwischen „Ich habe das so verstanden“ und „So ist es sicher“.
  8. Lass zu, dass Menschen ihre Meinung nach guten Gründen verändern.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welchen Beruf möchte Judy Hopps ausüben? (Polizistin) (!Tierärztin) (!Bürgermeisterin) (!Lokführerin)




Welche Tierart ist Nick Wilde? (Rotfuchs) (!Gepard) (!Löwe) (!Büffel)




Was ist ein Vorurteil? (Ein Urteil bevor man genug über eine Person oder Situation weiß) (!Eine genaue Messung im Biologieunterricht) (!Eine Regel die für alle geprüft wurde) (!Eine Tierart in Zoomania)




Was bedeutet Diskriminierung? (Eine ungerechte Benachteiligung wegen eines Merkmals oder einer zugeschriebenen Gruppe) (!Eine freundliche Begrüßung) (!Eine biologische Anpassung) (!Eine Filmmusik)




Was zeigt die Stadt Zoomania besonders deutlich? (Sehr unterschiedliche Säugetiere leben in einer gemeinsamen Stadt) (!Alle Tiere sind gleich groß) (!Nur Füchse dürfen arbeiten) (!Es gibt keine Regeln)




Warum darf man Raubtiere und Beutetiere aus dem Film nicht einfach mit Menschengruppen gleichsetzen? (Menschengruppen sind keine verschiedenen biologischen Tierarten) (!Menschen haben keine Gefühle) (!Filme dürfen nie verglichen werden) (!Alle Tiere sind Menschen)




Was stimmt über Wildkaninchen? (Sie sind Pflanzenfresser und nutzen unterirdische Baue) (!Sie sind große Raubkatzen) (!Sie leben nur im Wasser) (!Sie ernähren sich ausschließlich von Fleisch)




Was stimmt über Rotfüchse? (Sie sind anpassungsfähige Allesfresser) (!Sie fressen ausschließlich Gras) (!Sie sind Wiederkäuer) (!Sie gehören zu den Faultieren)




Warum bewegt sich ein echtes Faultier langsam? (Seine Lebensweise ist auf Energiesparen angepasst) (!Es hat beschlossen nicht zu üben) (!Es darf im Wald nicht schnell sein) (!Es ist immer krank)




Was passt am besten zu fairer Behandlung? (Regeln und Unterstützung sollen echte Teilhabe ermöglichen) (!Alle müssen immer genau dasselbe bekommen) (!Große entscheiden immer für Kleine) (!Nur die Mehrheit bestimmt was richtig ist)





Memory

Judy Hopps Mutige Polizeianfängerin
Nick Wilde Fuchs mit Erfahrung von Vorurteilen
Vorurteil Vorschnelles Urteil
Diskriminierung Ungerechte Benachteiligung
Anthropomorphismus Vermenschlichung von Tieren
Wildkaninchen Pflanzenfresser mit unterirdischen Bauen
Rotfuchs Anpassungsfähiger Allesfresser
Flash Faultierfigur mit langsamem Arbeitstempo





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Vermenschlichung Tiere sprechen und arbeiten wie Menschen
Vorurteil Nick wird wegen seiner Tierart schon vorher misstraut
Rollenbruch Judy wählt einen Beruf der ihr zunächst nicht zugetraut wird
Biologie Wildkaninchen ernähren sich von Pflanzen
Fairness Eine Person wird nach ihrem Verhalten und nicht nach einer Gruppe beurteilt




...


Kreuzworträtsel

Zoomania Wie heißt die Tierstadt im Film?
Vorurteil Wie heißt ein vorschnelles Urteil über jemanden?
Kaninchen Welches Tier lebt häufig in unterirdischen Bauen und frisst Pflanzen?
Rotfuchs Welches Tier ist Nick in der realen Tierwelt am ähnlichsten?
Faultier Welches Tier wird im Film durch Flash dargestellt?
Fairness Welches Wort beschreibt gerechte Behandlung und Teilhabe?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Stadt

wird im Film von vielen verschiedenen Säugetieren bewohnt.
Judy Hopps möchte

werden.
Nick Wilde ist ein

.
Ein vorschnelles Urteil über eine Person kann ein

sein.
Ungerechte Benachteiligung nennt man

.
Faire Regeln sollen echte

ermöglichen.
Die Tierarten im Film dürfen nicht einfach auf verschiedene

übertragen werden.
Wenn Tiere wie Menschen sprechen und arbeiten nennt man das

.
Wildkaninchen sind

.
Der Rotfuchs ist ein anpassungsfähiger

.
Faultiere bewegen sich meist sehr

.
Kinder haben ein Recht auf

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Vorurteilsdetektiv: Suche in einer ausgewählten Filmszene nach einem Satz oder Blick, der zeigt, dass eine Figur schon vorher etwas über eine andere glaubt. Erkläre, woran Du das erkennst.
  2. Tier-Steckbrief: Wähle Rotfuchs, Wildkaninchen, Feldhase, Faultier, Gepard, Kaffernbüffel, Schaf oder Löwe und gestalte einen Steckbrief mit Nahrung, Lebensraum, Körpermerkmalen und einem Unterschied zur Filmfigur.
  3. Fair oder unfair: Zeichne einen kleinen Comic mit zwei Bildern. Im ersten Bild wird jemand wegen eines Vorurteils unfair behandelt. Im zweiten Bild wird die Situation fair gelöst.
  4. Zoomania-Stadtplan: Entwirf einen Stadtteil, den sehr kleine und sehr große Tiere gemeinsam nutzen können. Zeichne mindestens drei Lösungen für unterschiedliche Körpergrößen oder Bedürfnisse.


Standard

  1. Rollenbilder untersuchen: Vergleiche Judy, Nick und Clawhauser. Notiere für jede Figur eine Erwartung anderer Figuren und zeige, ob sie diese Erwartung erfüllt oder durchbricht.
  2. Szenenanalyse: Untersuche eine Szene nach Bild, Musik, Stimme und Sprechtempo. Erkläre, wie diese Mittel Deinen ersten Eindruck einer Figur beeinflussen.
  3. Interview zu Fairness: Befrage zwei Personen aus unterschiedlichen Altersgruppen, was „fair“ für sie bedeutet. Vergleiche die Antworten und formuliere Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  4. Film und Biologie: Wähle eine Figur und erstelle ein Doppelposter. Links steht „So zeigt es der Film“, rechts „So ist es in der Biologie“. Markiere Fantasie, Übertreibung und echte Tiermerkmale.


Schwer

  1. Klassenregeln gegen Ausgrenzung: Entwickelt in einer Gruppe fünf überprüfbare Regeln für einen fairen Klassenalltag. Ergänzt zu jeder Regel ein Beispiel und eine Idee, was bei einem Verstoß helfen kann.
  2. Mini-Dokumentation: Erstellt ein kurzes Video oder eine Audioreportage mit dem Titel „Tierklischee oder Biologie?“. Nutzt mindestens zwei verlässliche Quellen und erklärt einen verbreiteten Tiermythos.
  3. Perspektivwechsel-Debatte: Spielt eine Bürgerversammlung in Zoomania nach. Verteilt verschiedene Rollen und entwickelt Lösungen, die Sicherheit ermöglichen, ohne eine ganze Tiergruppe zu verdächtigen.
  4. Metaphern prüfen: Erkläre in einem Plakat oder Vortrag, warum die Raubtier-Beutetier-Idee des Films Fragen über Vorurteile anstoßen kann, aber nicht als biologische Erklärung für Menschengruppen geeignet ist.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer: Neue Figur: Erfinde eine neue Tierfigur für Zoomania. Beschreibe ein verbreitetes Tierklischee über diese Art und zeige in Deiner Geschichte, wie die Figur dieses Klischee überraschend durchbricht.
  2. Transfer: Faire Schule: Nenne eine Situation aus Schule, Sport oder Freizeit, in der gleiche Behandlung nicht automatisch faire Teilhabe bedeutet. Erkläre eine bessere Lösung.
  3. Ursache und Wirkung: Erkläre als Kette, wie aus einer unsicheren Information im Film Angst, ein Gruppenurteil und schließlich Benachteiligung entstehen können. Zeige an mindestens zwei Stellen, wie die Kette unterbrochen werden könnte.
  4. Biologie und Moral: Begründe, warum die Aussage „Ein Fuchs jagt andere Tiere, also ist er böse“ naturwissenschaftlich und moralisch problematisch ist.
  5. Medienvergleich: Vergleiche ein reales Tierfoto mit der entsprechenden Filmfigur. Erkläre mindestens drei Entscheidungen, durch die aus dem Tier eine vermenschlichte Figur wird.
  6. Verantwortung übernehmen: Judy erkennt einen eigenen Fehler. Entwickle ein allgemeines Vier-Schritte-Modell dafür, wie jemand nach einer verletzenden oder unfairen Aussage Verantwortung übernehmen kann.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Namen und Handlung kennst, sondern Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Du kannst Vorurteil, Stereotyp, Diskriminierung, Rollenbild, Vielfalt, Fairness und Anthropomorphismus mit eigenen Worten erklären.
  2. Du kannst an mindestens zwei Filmfiguren zeigen, wie Erwartungen ihre Möglichkeiten beeinflussen.
  3. Du kannst erklären, wie Angst vor einzelnen Fällen zu einem unfairen Urteil über eine ganze Gruppe werden kann.
  4. Du kannst beschreiben, warum faire Behandlung manchmal unterschiedliche Unterstützung erfordert.
  5. Du kannst mindestens drei Tierfiguren mit realer Biologie vergleichen.
  6. Du kannst zwischen biologischen Tiermerkmalen und erfundenen moralischen Charaktereigenschaften unterscheiden.
  7. Du kannst erklären, warum die Tierartenmetapher nicht direkt auf reale Menschengruppen übertragen werden darf.
  8. Du kannst einen eigenen Lösungsvorschlag für respektvolles Zusammenleben entwickeln und begründen.
  9. Du kannst bei einer Medienanalyse zwischen Beobachtung, Vermutung und Bewertung unterscheiden.




OERs zum Thema

Wikimedia Commons bietet frei lizenzierte oder gemeinfreie Medien zu vielen im Film dargestellten Tierarten. Besonders geeignet sind die Sammlungen zu Rotfuchs, Wildkaninchen, Feldhase, Faultiere, Gepard, Löwe, Kaffernbüffel, Hausschaf und Elefanten.

Für die Arbeit mit Kinderrechten kann außerdem das Thema UN-Kinderrechtskonvention vertieft werden. Im Mittelpunkt stehen für diesen aiMOOC besonders Gleichbehandlung, Schutz vor Diskriminierung, Beteiligung und das Wohl des Kindes.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte