Weltliteratur verstehen - Laches - Platon
Weltliteratur verstehen - Laches - Platon

Der Dialog Laches von Platon beginnt mit einer praktischen Frage: Wie sollen junge Männer erzogen werden? Daraus entsteht eine philosophische Untersuchung über die Tapferkeit. Laches, Nikias und Sokrates prüfen mehrere Antworten. Keine Definition hält allen Gegenbeispielen stand. Gerade dieses offene Ende ist wichtig: Philosophieren bedeutet hier, Begriffe sorgfältig zu prüfen und die eigenen Antworten immer wieder zu verbessern.
Dieser aiMOOC richtet sich an die Klassen 11 bis 13. Die Erklärungen sind bewusst kurz und einfach gehalten. Für die Lektüre wird die bereits vorhandene MOOCwiki-Seite Buch - Laches - Platon verwendet. Es wird keine zweite Buchseite angelegt.
Kurzbeschreibung
Eine Diskussion über die Erziehung junger Männer führt zur Frage, was Tapferkeit eigentlich bedeutet. Verschiedene Definitionen werden an Beispielen geprüft. Dabei zeigt sich, wie schwer es ist, eine Tugend eindeutig zu bestimmen.
Lernziele
Du kannst nach der Arbeit mit diesem aiMOOC:
- Laches als philosophischen Dialog einordnen.
- die wichtigsten Definitionsversuche zur Tapferkeit erklären.
- zwischen Beispiel, Definition und Gegenbeispiel unterscheiden.
- konkrete Textstellen mit der Stephanus-Zählung belegen.
- Originaltext, Übersetzung und Interpretation auseinanderhalten.
- Entstehung, dramatische Zeit und spätere Überlieferung unterscheiden.
- Platons Dialog in den größeren Kontext antiker Literaturtraditionen einordnen.
Buch und Textgrundlage
Nutze als zentrale Lektüre die vorhandene Seite:
Für genaue Stellenangaben ist die internationale Stephanus-Zählung hilfreich, zum Beispiel 190e, 192c oder 194e–195a.
Eine wichtige wissenschaftliche griechische Ausgabe ist John Burnets Ausgabe von 1903. Dieses Erscheinungsjahr ist nicht das Entstehungsjahr des Dialogs. Der Text Platons entstand in der Antike, wahrscheinlich im frühen 4. Jahrhundert v. Chr.; die genaue Datierung ist umstritten.

Medienhinweis: Die Abbildung zeigt den Beginn des Laches im Codex Oxoniensis Clarkianus 39 aus dem Jahr 895. Sie ist ein Zeugnis der mittelalterlichen Textüberlieferung. Das Jahr 895 bezeichnet also eine erhaltene Handschrift, nicht die Entstehung des Werkes.
Original, Übersetzung und Interpretation
Platons Originalsprache ist Altgriechisch. Spätere griechische Druckausgaben und moderne Übersetzungen vermitteln diesen Text.
Ein belegter Satz aus 194e–195a lautet im griechischen Text:
„ταύτην ἔγωγε, ὦ Λάχης, τὴν τῶν δεινῶν καὶ θαρραλέων ἐπιστήμην καὶ ἐν πολέμῳ καὶ ἐν τοῖς ἄλλοις ἅπασιν.“
Nikias bestimmt Tapferkeit hier als Wissen darüber, was zu fürchten und was zu wagen oder zu hoffen ist, im Krieg und auch in anderen Lebensbereichen.
Wichtig ist die Trennung:
- Originaltext: Was im überlieferten griechischen Text steht.
- Übersetzung: Eine sprachliche Übertragung. Sie kann Begriffe unterschiedlich wiedergeben.
- Interpretation: Eine begründete Deutung des Textes.
Eine historische deutsche Übersetzung kann deshalb sprachlich altertümlich wirken. Ihr Veröffentlichungsdatum darf nicht mit dem Entstehungsdatum des Dialogs verwechselt werden.
Audiohinweis: Diese Wikimedia-Commons-Datei bietet eine rekonstruierte attische Aussprache altgriechischer Formen. Sie ist kein vorgelesener Ausschnitt aus dem Laches, sondern hilft dabei, die Originalsprache als gesprochene historische Sprache wahrzunehmen.
Inhalt und Argumentation
Ausgangspunkt: Erziehung
Zu Beginn bitten Lysimachos und Melesias die Feldherren Laches und Nikias um Rat. Sie möchten ihre Söhne gut erziehen. Konkret geht es zunächst um eine Vorführung im bewaffneten Kampf.
In 178a wird diese Ausgangssituation ausdrücklich genannt. Die Frage nach einer einzelnen Unterrichtsform führt bald weiter: Wenn eine Ausbildung junge Menschen besser machen soll, muss man wissen, welche Tugend sie fördern soll.

Das Bild eines Hopliten hilft, die militärische Ausgangssituation zu verstehen. Der Dialog bleibt aber nicht beim Krieg stehen.
Erste Definition: Standhalten
In 190e schlägt Laches sinngemäß vor: Tapfer ist, wer im Kampf seinen Platz hält, den Feind abwehrt und nicht flieht.
Sokrates prüft diese Antwort. Sein Einwand: Das ist nur ein Beispiel für tapferes Verhalten. Es gibt auch Situationen, in denen ein geordneter Rückzug klug und tapfer sein kann. Eine Definition muss mehr Fälle erfassen.
Merksatz: Ein Beispiel beantwortet noch nicht automatisch die Frage „Was ist das?“.
Zweite Definition: Ausdauer der Seele
In 192b–c nennt Laches Tapferkeit eine Art Ausdauer der Seele.
Sokrates fragt weiter: Ist jede Ausdauer gut? Wenn jemand aus Unvernunft starr an etwas festhält, kann das schädlich sein. Deshalb reicht auch diese Definition nicht aus.
Die Stelle zeigt eine typische Methode des Dialogs: Eine Behauptung wird nicht einfach abgelehnt. Sie wird mit Gegenbeispielen geprüft.
Dritte Definition: Wissen
Nikias schlägt in 194e–195a vor, Tapferkeit sei Wissen darüber, was zu fürchten und was zu hoffen oder zu wagen ist.
Diese Definition ist anspruchsvoller. Tapferkeit wäre dann nicht bloß körperlicher Mut, sondern würde Urteilskraft voraussetzen.
Sokrates prüft auch diese Antwort. Wenn das betreffende Wissen alle Güter und Übel in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umfasst, scheint es nicht mehr nur einen Teil der Tugend zu beschreiben. Die Definition wird zu weit.
Der Dialog endet deshalb ohne abschließende Definition.
Die sokratische Methode
Sokrates arbeitet mit Fragen. Er sucht nach einer allgemeinen Bestimmung und prüft sie an Fällen.
Typischer Ablauf:
- Eine Definition wird vorgeschlagen.
- Sokrates fragt nach ihrer Reichweite.
- Ein Gegenbeispiel zeigt ein Problem.
- Die Definition wird verändert oder aufgegeben.
- Die Suche beginnt erneut.
Dieses Verfahren wird häufig mit dem Begriff Elenchos verbunden: eine prüfende Gesprächsführung, die Widersprüche sichtbar macht.
Figuren
Sokrates
Sokrates leitet die Untersuchung durch Fragen. Er behauptet nicht einfach, die fertige Lösung zu besitzen. Seine Rolle ist vor allem prüfend.
Laches
Laches ist ein erfahrener Feldherr. Seine ersten Antworten gehen stark von praktischer Erfahrung aus. Er beginnt mit einem militärischen Beispiel und erweitert seine Definition später.
Nikias
Nikias ist ebenfalls Feldherr. Seine Definition verbindet Tapferkeit stärker mit Wissen und Urteilskraft.
Lysimachos und Melesias
Sie bringen die Erziehungsfrage ins Gespräch. Damit verbinden sie Philosophie mit einer konkreten Entscheidung des Alltags: Wie werden junge Menschen zu guten Menschen?
Sprache und Aufbau
Der Text ist als Dialog gestaltet. Gedanken erscheinen nicht als fertige Lehrsätze, sondern entstehen im Gespräch.
Achte beim Lesen auf:
- kurze Fragen und Antworten.
- Wiederholungen von Schlüsselbegriffen.
- Beispiele und Gegenbeispiele.
- Übergänge von konkreten Situationen zu allgemeinen Begriffen.
- Stellen, an denen eine Figur ihre eigene Aussage ändern muss.
Die Form zwingt auch die Lesenden zum Mitdenken. Du sollst nicht nur erfahren, was jemand behauptet, sondern warum eine Definition trägt oder scheitert.

Das römische Mosaik aus Pompeji zeigt eine spätere antike Vorstellung von Platons philosophischer Schule. Es stammt nicht aus Platons Lebenszeit und ist keine Dokumentation eines konkreten Gesprächs aus dem Laches.
Historischer Kontext
Die erzählte Gesprächssituation gehört in das Athen des späten 5. Jahrhunderts v. Chr. Hinweise im Dialog verbinden sie mit der Zeit nach der Schlacht von Delion 424 v. Chr. und vor dem Tod des historischen Laches 418 v. Chr.
Die dramatische Zeit des Gesprächs ist jedoch nicht automatisch mit der Abfassungszeit gleichzusetzen. Platon schrieb den Dialog später.
In der griechischen Literatur stehen Platons Dialoge neben Epos, Drama, Geschichtsschreibung und philosophischer Prosa. Gleichzeitig entstanden in anderen Kulturräumen bedeutende frühe Texttraditionen. Dazu gehören chinesische konfuzianische Überlieferungen und indische philosophisch-religiöse Texte. Später entwickelte sich auch eine umfangreiche römische Literatur, die griechische Formen und philosophische Fragen aufnahm.
Solche Traditionen darf man vergleichen, aber nicht vorschnell als direkte Einflüsse behandeln. Für einen Vergleich sind Fragen sinnvoll wie: Wie wird Tugend erklärt? Welche Rolle spielt Erziehung? Wird Wissen höher bewertet als bloße Gewohnheit?
Antike und frühe Literaturtraditionen im Vergleich
Griechische Texte können philosophische Fragen in Dialogform untersuchen, wie bei Platon.
Römische Texte greifen griechische Philosophie später auf und übertragen sie in neue politische und sprachliche Zusammenhänge.
Chinesische Texte wie die konfuzianische Überlieferung verbinden Fragen nach Bildung, vorbildlichem Verhalten und gesellschaftlicher Ordnung.
Indische Texte der frühen philosophischen und religiösen Tradition untersuchen unter anderem Wissen, Handeln, Pflicht und Selbstverständnis.
Der Vergleich zeigt Gemeinsamkeiten in den Fragen, aber große Unterschiede in Sprache, Gattung, Überlieferung und kulturellem Hintergrund.
Überlieferung und Mediengeschichte
Zwischen Platon und modernen Schulausgaben liegen viele Stufen:
- antike Handschriften und Textzeugen.
- mittelalterliche Abschriften.
- frühe Druckausgaben.
- wissenschaftliche Editionen.
- Übersetzungen.
- digitale Editionen.
Der Codex Clarke 39 von 895 gehört zu den wichtigen mittelalterlichen Platon-Handschriften. Die erste gedruckte griechische Gesamtausgabe Platons erschien 1513 in Venedig. Eine moderne wissenschaftliche Ausgabe wie Burnets Text von 1903 ist viel später, beruht aber auf der Arbeit mit älteren Textzeugen.
Datei:The Laches of Plato (IA lachesofplato00tath).pdf
Diese digitalisierte Ausgabe von 1896 ist ein Beispiel für eine historische Buchausgabe. Ihr Erscheinungsjahr sagt nichts über die antike Entstehungszeit des Werkes aus.
Medien zur Vertiefung

Das Porträt des Sokrates ist eine römische Arbeit aus dem 1. Jahrhundert und wahrscheinlich eine Kopie eines älteren griechischen Bildnistyps. Es ist kein Porträtfoto des historischen Sokrates.

Die Animation zeigt das Prinzip einer schrägen Phalanx. Sie veranschaulicht antike militärische Formationen, soll aber nicht als Darstellung einer konkreten Szene aus dem Laches verstanden werden.
Das Video Plato - Laches (On Courage) bietet eine englischsprachige Einführung in den Dialog und seine wichtigsten Definitionsversuche.
Dieses Video ordnet den Laches gemeinsam mit weiteren frühen platonischen Dialogen in Fragen nach Tugenden ein.
Mediennachweise und Lizenzen
- Plato Silanion Musei Capitolini MC1377 (cropped).jpg: Wikimedia Commons; antikes Werk gemeinfrei, Fotografie nach Angaben der Dateiseite unter freier Lizenz.
- Laches beginning. Clarke Plato.jpg: Wikimedia Commons; Faksimile einer Handschrift von 895.
- Greek hoplite.png: Wikimedia Commons; Public Domain in den USA als Werk der US-Bundesregierung.
- Plato's Academy mosaic from Pompeii.jpg: Wikimedia Commons; gemeinfreies antikes Kunstwerk.
- Socrates Louvre.jpg: Wikimedia Commons; antikes Werk, Dateiseite mit Angaben zu Werk und Foto.
- Phalange oblique.gif: Wikimedia Commons; Eric Gaba, freie Lizenz mit Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen.
- Grc-ὁ, ἡ, τό.oga: Wikimedia Commons; rekonstruierte altgriechische Aussprache, freie Lizenz laut Dateiseite.
- The Laches of Plato (IA lachesofplato00tath).pdf: Wikimedia Commons / Internet Archive; historische Ausgabe von 1896.
- Die YouTube-Videos werden nur eingebettet. Urheberrecht und Lizenz bleiben bei den jeweiligen Anbietern und Rechteinhabern.
Gestufte Hilfen
Hilfe 1: Einstieg
Wenn Du eine Textstelle nicht verstehst, frage zuerst: Welche Definition wird hier gerade geprüft?
Hilfe 2: Analyse
Suche anschließend:
- ein Beispiel.
- ein Gegenbeispiel.
- die Folgerung, die Sokrates daraus zieht.
Hilfe 3: Anspruchsvoll
Prüfe, ob die Definition zu eng, zu weit oder widersprüchlich ist. Belege Deine Antwort mit einer Stephanus-Stelle.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Womit beginnt die Diskussion im Laches? (Mit einer Frage zur Erziehung junger Männer) (!Mit einem Gerichtsprozess gegen Sokrates) (!Mit einer Reise nach Sparta) (!Mit einer Rede über Dichtung)
Welche Tugend wird im Zentrum des Dialogs untersucht? (Tapferkeit) (!Gerechtigkeit) (!Frömmigkeit) (!Großzügigkeit)
Was ist das Problem von Laches erster Definition? (Sie beschreibt nur einen begrenzten Fall) (!Sie enthält überhaupt kein Beispiel) (!Sie behandelt nur Musik) (!Sie ist eine Übersetzung aus dem Lateinischen)
Welche neue Bestimmung nennt Laches in 192b bis 192c? (Ausdauer der Seele) (!Reichtum der Familie) (!Gehorsam gegenüber Gesetzen) (!Schnelligkeit im Kampf)
Warum reicht bloße Ausdauer nach Sokrates nicht aus? (Ausdauer kann auch unvernünftig sein) (!Ausdauer kommt nur bei Tieren vor) (!Ausdauer ist immer körperlich) (!Ausdauer war in Athen verboten)
Womit verbindet Nikias die Tapferkeit? (Mit Wissen) (!Mit Herkunft) (!Mit Körpergröße) (!Mit Besitz)
Was zeigt das offene Ende des Dialogs? (Die Definition bleibt ungeklärt) (!Sokrates gewinnt einen militärischen Wettkampf) (!Laches verlässt Athen für immer) (!Nikias wird Lehrer der Söhne)
Wofür dient die Stephanus-Zählung? (Zur genauen Angabe von Textstellen) (!Zur Datierung von Handschriften) (!Zur Einteilung griechischer Heere) (!Zur Kennzeichnung von Übersetzungsfehlern)
Was ist der Codex Clarke 39? (Eine mittelalterliche Platon-Handschrift) (!Platons eigene Handschrift) (!Eine römische Übersetzung) (!Ein modernes Schulbuch)
Was muss beim historischen Arbeiten unterschieden werden? (Entstehungszeit und spätere Ausgabe) (!Autor und Hauptfigur müssen immer identisch sein) (!Originaltext und Interpretation sind dasselbe) (!Jede Übersetzung stammt aus der Antike)
Memory
| Sokrates | prüfende Fragen |
| Laches | Ausdauer der Seele |
| Nikias | Wissen vom Furchtbaren und Ermutigenden |
| Stephanus-Zählung | genaue Textstellen |
| Clarke 39 | Handschrift von 895 |
| Elenchos | Prüfung durch Fragen und Gegenbeispiele |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Erziehungsfrage | Ausgangspunkt des Dialogs |
| Standhalten | erste Definition des Laches |
| Ausdauer der Seele | zweite Definition des Laches |
| Wissen | Ansatz des Nikias |
| Aporie | offenes Ergebnis der Untersuchung |
Kreuzworträtsel
| Tapferkeit | Welche Tugend wird im Dialog untersucht? |
| Sokrates | Wer prüft die Definitionen durch Fragen? |
| Laches | Welcher Feldherr gibt dem Dialog seinen Namen? |
| Nikias | Welcher Gesprächspartner verbindet Tapferkeit mit Wissen? |
| Elenchos | Wie heißt die prüfende Gesprächsmethode häufig? |
| Handschrift | Was ist der Codex Clarke 39 als Textzeugnis? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Definition und Beispiel: Wähle eine der Definitionen von Tapferkeit aus dem Dialog. Erkläre in fünf bis sieben Sätzen, warum Sokrates sie prüft. Nutze mindestens eine Stephanus-Stelle.
Standard
- Textvergleich: Vergleiche eine kurze Stelle des griechischen Originals mit einer deutschen Übersetzung. Markiere einen Schlüsselbegriff wie „Tapferkeit“, „Wissen“ oder „Ausdauer“. Erkläre, was sich durch die Übersetzung verändert oder verdeutlicht.
Schwer
- Transfer Tapferkeit: Entwickle einen eigenen modernen Fall, in dem bloßes Durchhalten nicht tapfer wäre. Prüfe anschließend, ob die Definition des Nikias den Fall besser erklärt. Begründe Deine Position mit mindestens zwei Textstellen.


Lernkontrolle
- Begriffsprüfung: Erkläre den Unterschied zwischen einem Beispiel für Tapferkeit und einer Definition von Tapferkeit. Nutze dafür den Übergang von 190e zu 192b.
- Argumentationsanalyse: Rekonstruiere, warum Sokrates die „Ausdauer der Seele“ nicht einfach akzeptiert.
- Vergleich Laches und Nikias: Zeige, wie sich ihre Vorstellungen von Tapferkeit unterscheiden. Welche Rolle spielen Erfahrung und Wissen?
- Überlieferungskritik: Erkläre an Burnets Ausgabe von 1903 und dem Codex von 895, warum Ausgabedatum, Handschriftendatum und Entstehungszeit getrennt werden müssen.
- Transfer: Beurteile einen selbst gewählten aktuellen Fall von Zivilcourage mit mindestens zwei im Dialog entwickelten Kriterien.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- den Aufbau des Dialogs knapp wiedergeben kannst.
- die wichtigsten Definitionen von Tapferkeit mit Textstellen belegst.
- Beispiel, Definition und Gegenbeispiel unterscheidest.
- Original, Übersetzung und eigene Interpretation klar trennst.
- die Stephanus-Zählung korrekt verwendest.
- Entstehung und Überlieferung nicht verwechselst.
- einen Transfer auf eine neue Situation begründet durchführen kannst.
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