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Weltliteratur verstehen - Gespenstersonate - August Johan Strindberg

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Weltliteratur verstehen - Gespenstersonate - August Johan Strindberg

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Einleitung

Ein Haus voller Geheimnisse: In August Strindbergs Gespenstersonate treffen junge Hoffnung und alte Schuld aufeinander. Menschen verstecken ihre Vergangenheit. Was von außen schön wirkt, ist im Inneren oft beschädigt. Das Stück entstand 1907 und gehört zu Strindbergs Kammerspielen. Es umfasst drei Bilder und verbindet Alltagsgespräche mit rätselhaften Zeichen.

Für dich: Du lernst den Inhalt, die Figuren, die Bühnensprache und den historischen Hintergrund kennen. Du kannst zunächst einfache Fragen beantworten und später mehrere Lesarten vergleichen. Wir unterscheiden ausdrücklich zwischen Textbeobachtung, Deutung und historischer Einordnung. Nicht jedes Symbol hat nur eine richtige Bedeutung.

Volltext und Buchausgabe: Lies die bereits vorhandene MOOCwiki-Seite Buch – Gespenstersonate – Strindberg, August Johan. Wir legen keine zweite Buchseite an. Zum Abgleich dient außerdem die historische deutsche Fassung bei TextGrid in der Übersetzung von Mathilde Mann. Die schwedische historische Originalausgabe Spök-sonaten findest du bei Projekt Runeberg. Der Volltext bleibt an diesen Quellen verlinkt; im Kurs werden nur kurze belegte Stellen ausgewertet.

August Strindberg im Jahr 1911. Foto: Axel Malmström; Quelle und Lizenz siehe Medientabelle.


Entstehung und Bühnenwelt


Strindberg und das Kammerspiel

August Strindberg (1849–1912) war ein schwedischer Schriftsteller und Dramatiker. Spök-sonaten erschien 1907 als drittes seiner Kammerspiele (Opus III). Eine frühe Aufführung fand 1908 am Intimen Theater in Stockholm statt. Ein Kammerspiel arbeitet mit wenigen Räumen und konzentrierten Gesprächen. Strindberg setzt hier auch unwirkliche Eindrücke ein: Stimmen, Tote und lebende Menschen wirken manchmal eng miteinander verbunden.

Strindberg in seinem Arbeitszimmer im frühen 20. Jahrhundert. Foto: Axel Malmström; gemeinfrei gemäß Commons.


Drei Bilder: vom Blick nach außen zum Blick nach innen

Erstes Bild: Vor dem Haus. Der Student Arkenholz begegnet dem alten Hummel. Der Student hat nach einem Unglück geholfen und sieht ein Milchmädchen, das andere nicht sehen. Hummel kennt scheinbar alle Menschen im Haus. Er lockt Arkenholz in ihre Welt. Anfangs wirkt das Haus vornehm und geheimnisvoll.

Zweites Bild: Ein Raum im Haus. Ein sogenanntes Gespenstersouper zeigt Beziehungen voller Täuschung, Streit und alter Schuld. Ein Oberst, seine Frau, die „Mumie“, Hummel und weitere Menschen leben mit unbequemen Wahrheiten. Wer über andere urteilt, hat häufig selbst etwas zu verbergen.

Drittes Bild: Das Hyazinthenzimmer. Arkenholz hofft auf Liebe und einen neuen Anfang mit dem Fräulein. Doch auch hier herrschen Abhängigkeiten und Leid. Am Ende stirbt das Fräulein; die Bühnendekoration verwandelt sich in einen Blick auf Böcklins Toteninsel. Das Ende lässt sowohl Trauer als auch die Frage nach Erlösung zu.

Textarbeit: Vergleiche die Ortsangaben der drei Bilder in Manns Übersetzung. Notiere, was Zuschauer zuerst sehen und was ihnen erst später erzählt wird. Eine Zusammenfassung ersetzt keine Textstelle.


Figuren, Schuld und verborgene Macht


Wer möchte was?

Arkenholz (der Student): Er ist jung und sucht Wahrheit, Nähe und Orientierung. Seine Fähigkeit, mehr als andere zu sehen, macht ihn zu einem besonderen Beobachter. Er ist aber nicht unfehlbar.

Hummel (der Greis): Er lenkt Begegnungen und behauptet, alte Verbindungen zu kennen. Er will Macht gewinnen und Geheimnisse ans Licht bringen. Seine Erzählung ist nicht automatisch die objektive Wahrheit.

Der Oberst und die Mumie: Sie verkörpern beschädigtes gesellschaftliches Ansehen und eine Familie mit verdrängter Vergangenheit. Die Bezeichnung „Mumie“ ist eine Bühnenfigur-Bezeichnung und zugleich ein starkes Bild für Erstarrung.

Das Fräulein: Sie lebt abgeschirmt in einer scheinbar schönen Umgebung. Ihre Situation zeigt, wie verletzlich junge Hoffnung in einer von Lügen geprägten Welt sein kann.

Die Dienenden: Ihre Rolle macht sichtbar, wie Abhängigkeit im Haushalt entsteht. Auch die Köchin wird im dritten Bild wichtig.


Zwei Berichte – zwei Wahrheiten

Im ersten Bild streiten Hummel und Arkenholz über die Geschichte von Arkenholz' Vater. Der Student sagt in der historischen deutschen Übersetzung: „Es ist sonderbar, wie Geschichten auf zwei ganz verschiedene Weisen erzählt werden können.“ (TextGrid, erstes Bild, Gespräch zwischen Student und Greis). Beobachtung: Beide erzählen dieselbe Vergangenheit anders. Deutung: Das Stück warnt vor vorschnellen Urteilen.

Der Greis sagt: „Jegliche Hilfe ist Demütigung, mein Herr!“ (TextGrid, erstes Bild). Überlege: Ist das eine allgemeine Wahrheit oder Hummels Haltung? Begründe deine Antwort mit Arkenholz' Gegenrede unmittelbar davor. Ein Satz einer Figur ist nicht automatisch die Meinung des Autors.

Gestufte Hilfe: Stufe 1: Markiere Sprecher und Gegensprecher. Stufe 2: Unterstreiche die Wörter „Hilfe“ und „Demütigung“. Stufe 3: Prüfe, ob das Verhalten Hummels seiner Behauptung widerspricht.


Symbole, Theaterform und Sprache


Das Haus, die Hyazinthen und die Toteninsel

Das Haus zeigt zuerst gesellschaftlichen Glanz. Im Inneren wird es zum Ort von Lügen und Belastungen. Das ist eine mögliche Deutung der Gegensätze zwischen Fassade und Wirklichkeit, keine ausdrücklich erklärte Gleichung des Textes.

Im dritten Bild steht das Hyazinthenzimmer für eine scheinbar geschützte, schöne Welt. Die Blume kann an Hoffnung, Schönheit und Vergänglichkeit erinnern. Belege eine Deutung mit der Beschreibung des Zimmers und dem Gespräch zwischen Student und Fräulein.

Eine blaue Hyazinthe als Anschauungsbild – keine historische Bühnenfotografie. Foto: 4028mdk09, CC BY-SA 3.0.

Die letzte Regieanweisung stellt Arnold Böcklins Gemälde Die Toteninsel in den Bühnenhintergrund (TextGrid, Schluss des dritten Bildes). Das Bild kann Tod und Abschied sichtbar machen. Unterscheide: Nachweisbar ist die Regieanweisung. Interpretation ist, was die Insel für Arkenholz bedeutet.

Arnold Böcklin, „Die Toteninsel“, dritte Fassung, 1883. Das Motiv ist für den Schluss des Dramas durch die Regieanweisung belegt; gemeinfreies Werk.


Bühnenzeichen: Was spricht ohne Worte?

Regieanweisungen steuern Licht, Raum, Ton und Bewegung. Solche Hinweise sind Teil des Dramentextes, aber keine gesprochene Figurenrede. Ein Bühnenraum kann einen inneren Zustand spiegeln, ohne dass eine Figur ihn erklärt.

Animation einer allgemeinen Vorhangmechanik (KDS444, CC BY-SA 3.0). Sie erklärt Bühnentechnik und zeigt keine Aufführung von Strindbergs Stück.

Musik hören: Beethoven, Klaviersonate Nr. 17, erster Satz, historische Aufnahme mit Artur Schnabel von 1932. Sie ist ein ergänzendes Beispiel für musikalische Spannung – nicht eine historische Tonaufnahme einer Aufführung von 1908. Höre eine Minute und beschreibe laut/leise, Spannung und Stille. Vergleiche anschließend, welche Wirkung Musik im Schlussbild laut Regieanweisung haben soll.


Sprache und Widersprüche

Strindbergs Dialoge arbeiten mit Unterbrechungen, Ausrufen, Andeutungen und überraschenden Rollenwechseln. Eine Figur kann in einem Satz freundlich und im nächsten bedrohlich wirken. Auch scheinbar alltägliche Wörter tragen eine zweite Bedeutung. Suche im ersten Bild die Rede Hummels vom „Märchenbuch“; prüfe, weshalb sein Bild von verbundenen Geschichten zugleich an ein musikalisches Leitmotiv erinnert.

Video (Englisch): CrashCourse erklärt Symbolismus, Realismus und Strindbergs Beitrag zum Theater. Schau dir besonders die Aussagen zu Strindberg an und formuliere zwei Beobachtungen auf Deutsch.


Historische Übersetzung und schwedisches Original


Originalsprache gegen deutsche Fassung lesen

Der Titel lautet im Schwedischen Spök-sonaten. Die historische deutsche Ausgabe verwendet Gespenstersonate beziehungsweise Die Gespenstersonate. Wir verändern den vorgegebenen Kurstitel nicht. Die Übersetzung von Mathilde Mann ist eine eigene sprachliche Vermittlung: Sie muss die Bedeutung, den Rhythmus und den Stil eines älteren schwedischen Textes ins Deutsche übertragen.

Belegte Mini-Gegenüberstellung aus dem ersten Bild:

Schwedische historische Originalfassung Historische deutsche Übersetzung von Mathilde Mann Beobachtung
„Hela mitt lif är som en sagbok, herre“ „Mein ganzes Leben ist wie ein Märchenbuch, mein Herr“ „lif“ ist ältere schwedische Schreibung; „sagbok“ wird als „Märchenbuch“ wiedergegeben.

Originalstelle: Projekt Runeberg, Opus III, Seite 15, GUBBEN. Deutsche Stelle: TextGrid, erstes Bild, DER GREIS. Lies die nächsten Sätze in beiden Ausgaben. Achte auf das Wort für „Leitmotiv“. Projekt Runeberg weist auf Texterkennung und Korrekturen hin: Prüfe im Zweifel das dortige Seitenfaksimile.

Originaltext ≠ Übersetzung ≠ Interpretation. Das schwedische Wortmaterial ist die historische Quellfassung. Manns Satz ist ein historisch belegter deutscher Text. Die Erklärung über Erzählungen und Leitmotive ist unsere Analyse. Übertrage diese drei Ebenen niemals unbemerkt ineinander.


Arbeit mit genauen Textstellen

Beleg A: Erster Auftritt mit Blick auf das Haus, frühe Bühnenanweisungen. Was erfahren wir durch das Bühnenbild, nicht durch Figurenreden?

Beleg B: Erstes Bild, Streit über Arkenholz' Vater. Welche einander widersprechenden Aussagen lassen sich wörtlich nachweisen?

Beleg C: Drittes Bild, letzte Regieanweisung. Was verändert sich konkret auf der Bühne? Erst danach darfst du die Veränderung deuten.

Zitierhilfe: Notiere Autor, Stück, Bild, Sprecher oder „Regieanweisung“, verwendete Ausgabe und verlinkte Quelle. Seitenzahlen können zwischen Ausgaben abweichen; verwende deshalb auch Bild und Anfangswörter der Stelle.


Epochen und Deutungen der frühen Moderne


Verschiedene Strömungen statt einer Schublade

Moderne: Ein Sammelbegriff für Veränderungen in Kunst und Literatur um 1900. Alte Ordnungen und sichere Wahrheiten werden hinterfragt. Das ist keine einzelne einheitliche Stilrichtung.

Symbolismus: Bilder und Gegenstände können mehr bedeuten, als sie wörtlich zeigen. In der Gespenstersonate laden Haus, Hyazinthen und Toteninsel zu dieser Lesart ein.

Naturalismus: Frühere realistische und soziale Darstellungsweisen gehören zu Strindbergs Entwicklung. Dieses späte Stück geht durch Traumlogik und übernatürlich anmutende Szenen deutlich darüber hinaus.

Wiener Moderne: In Wien behandelten etwa Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal Fragen von Identität und Unsicherheit. Das ist ein zeitgeschichtlicher Vergleich; Strindberg wird dadurch nicht zum Mitglied einer Wiener Gruppe.

Expressionismus und späterer Surrealismus: Einige Mittel des Stücks lassen sich mit späteren Entwicklungen vergleichen. Daraus folgt nicht, dass Strindberg im Jahr 1907 bereits zu allen späteren Bewegungen gehörte.


Zwei Perspektiven auf denselben Schluss

Perspektive 1: Kritik an der Gesellschaft. Die scheinbar ordentliche Welt zerfällt. Die Figuren leiden unter Lügen, Macht und Abhängigkeit.

Perspektive 2: Fragen nach Tod und Erlösung. Der Schluss zeigt die Toteninsel und lässt Hoffnung auf Ruhe anklingen. Diese Bildfolge kann religiös oder existenziell gelesen werden.

Prüfe beide Deutungen an den letzten Aussagen des Studenten und der Regieanweisung. Du darfst eine begründete Unsicherheit festhalten: Moderne Theatertexte haben nicht immer eine einzige Lösung.

Videos (Englisch, ergänzende Epochenübersichten): Vergleiche die Definitionen der Bewegungen mit unserem Stück. Übernimm keine Zuordnung ohne eigenen Textbeleg.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz: Prüfe dein Wissen

Wer hat die Gespenstersonate geschrieben? (August Strindberg) (!Arthur Schnitzler) (!Henrik Ibsen) (!Arnold Böcklin)




Aus welcher Sprache stammt der Originaltext? (Aus dem Schwedischen) (!Aus dem Französischen) (!Aus dem Lateinischen) (!Aus dem Englischen)




Wie viele Bilder hat das Stück? (Drei) (!Eines) (!Fünf) (!Sieben)




Wer begegnet dem Studenten im ersten Bild und lenkt ihn? (Der Greis Hummel) (!Die Köchin) (!Ein Detektiv) (!Ein Schulleiter)




Wie heißt der junge Beobachter im Stück? (Arkenholz) (!Beethoven) (!Böcklin) (!Hofmannsthal)




Welche Aussage über den Streit um Arkenholz' Vater ist richtig? (Die Beteiligten schildern die Vergangenheit unterschiedlich) (!Alle stimmen in jedem Punkt überein) (!Das Gespräch findet ausschließlich im dritten Bild statt) (!Der Streit wird nur durch einen Erzähler erklärt)




Was zeigt die Schlussanweisung als Bühnenhintergrund? (Die Toteninsel von Böcklin) (!Einen Bahnhof) (!Ein Klassenzimmer) (!Ein Meer mit Segelregatta)




Wer übersetzte die hier verwendete historische deutsche Fassung? (Mathilde Mann) (!Astrid Lindgren) (!Ingeborg Bachmann) (!Bertolt Brecht)




Was unterscheidet eine Textbeobachtung von einer Deutung? (Die Beobachtung benennt Belegbares und die Deutung erläutert eine mögliche Bedeutung) (!Beide bestehen immer aus frei erfundenen Zitaten) (!Nur Deutungen dürfen eine Textstelle nennen) (!Eine Beobachtung ist immer die Meinung des Autors)




Welche Epochenbeschreibung ist am genauesten? (Die frühe Moderne umfasst verschiedene teils überlappende Strömungen) (!Symbolismus und Wiener Moderne sind überall identisch) (!Strindberg war Mitglied jeder Bewegung des zwanzigsten Jahrhunderts) (!Die Moderne bestand nur aus einer einzigen Schreibweise)





Memory: Figuren und Begriffe

Finde zusammengehörige Begriffe und Erklärungen. Überlege danach, welche Zuordnung eine direkte Textinformation ist.

Arkenholz Junger Student und Beobachter
Hummel Alter Mann mit Einfluss und Geheimnissen
Mumie Bezeichnung für die Frau des Obersten
Hyazinthenzimmer Schauplatz des dritten Bildes
Kammerspiel Konzentrierte Form des Dramas
Regieanweisung Nicht gesprochene Vorgabe für die Bühne





Drag and Drop: Zeichen und Wirkungen

Ordne den Begriffen passende Erklärungen zu.

Passender Begriff Aussage
Hausfassade Anfangs ein Eindruck von Ordnung und Wohlstand
Milchmädchen Rätselhafte Erscheinung am Beginn
Gespenstersouper Treffen mit Enthüllungen und Spannungen
Hyazinthe Blume im Zimmer des Fräuleins
Toteninsel Kunstbild in der Schlussanweisung





Kreuzworträtsel: Schlüsselwörter

Finde zu jeder Frage genau ein Wort.

Arkenholz Wie heißt der Student mit Nachnamen?
Hummel Wie heißt der alte Mann mit Nachnamen?
Mumie Wie wird die Frau des Obersten im Stück genannt?
Hyazinthe Welche Blume prägt das Zimmer des Fräuleins?
Souper Welches französische Wort steht für ein Abendessen?
Symbolismus Welche Strömung arbeitet besonders mit vieldeutigen Zeichen?





LearningApps: Selbst üben

Suche passende öffentliche Lernaufgaben. Prüfe bei fremden Aufgaben die Qualität und Richtigkeit der Lösungen.


Lückentext: Was hast du verstanden?

Ergänze die Begriffe aus dem Kurs.
Der schwedische Autor des Stücks heißt August

.
Die deutsche historische Übersetzung stammt von Mathilde

.
Das Drama besteht aus drei

.
Der Student trägt den Nachnamen

.
Der alte Gegenspieler heißt

.
Im dritten Bild ist ein Zimmer mit

wichtig.
Eine nicht gesprochene Bühnenvorgabe heißt

.
Das letzte Bühnenbild bezieht sich auf Böcklins

.
Ein literarisches Zeichen mit mehreren möglichen Bedeutungen kann ein

sein.




Offene Aufgaben

Wähle zuerst eine Aufgabe aus dem passenden Niveau. Nutze bei Bedarf die jeweils angegebenen Hilfen. Drei besonders geeignete Kernaufgaben sind die Aufgaben „Handlungsbilder“, „Figurenkonflikt“ und „Übersetzungsvergleich“: Sie bilden drei aufeinander aufbauende Niveaustufen.


Leicht

  1. Handlungsbilder: Schreibe zu jedem der drei Bilder genau zwei kurze Sätze. Hilfe 1: Nutze die Überschriften der Handlungsübersicht. Hilfe 2: Markiere Schauplatz und Hauptperson. Hilfe 3: Ergänze pro Bild eine verlinkte Textstelle.
  2. Figurenkarten: Erstelle vier Karten für Arkenholz, Hummel, Oberst und Fräulein. Hilfe: Notiere auf jeder Karte „Wer?“, „Wunsch?“ und „Beleg?“.
  3. Bühnenplan: Skizziere das Haus oder Hyazinthenzimmer mit beschrifteten Gegenständen; zeichne frei oder arbeite mit Papier. Hilfe: Lies zuerst die Regieanweisung.
  4. Musik und Stimmung: Höre ein Stück des verlinkten Commons-Audios. Beschreibe drei Eindrücke und sage, weshalb Musik eine Theaterszene beeinflussen kann.


Standard

  1. Figurenkonflikt: Vergleiche Hummels und Arkenholz' Aussagen über den Vater. Hilfe 1: Suche das erste Bild. Hilfe 2: Stelle die Aussagen in zwei Spalten. Hilfe 3: Begründe, warum keine Darstellung ungeprüft übernommen werden sollte.
  2. Symbolsuche: Wähle Haus, Hyazinthe oder Toteninsel. Zitiere eine nachgewiesene Stelle kurz und stelle zwei mögliche Bedeutungen gegenüber.
  3. Standbild: Stelle zu zweit oder in einer Gruppe einen Konflikt des zweiten Bildes als Standbild dar. Erkläre Körperhaltung, Abstand und Machtverhältnis ohne eigene Medienaufnahme.
  4. Quellenspur: Vergleiche die historische Buchseite auf MOOCwiki mit der TextGrid-Fassung. Beschreibe, wie du identische Textstellen findest und mögliche Editionsunterschiede dokumentierst.


Schwer

  1. Übersetzungsvergleich: Vergleiche den belegten „sagbok“-Satz mit Manns „Märchenbuch“-Satz und zwei weiteren kurzen Passagen aus dem ersten Bild. Hilfe 1: Markiere Namen und Schlüsselwörter. Hilfe 2: Notiere stilistische Unterschiede. Hilfe 3: Erkläre ohne zu erfinden, welche Deutung sich dadurch ändern könnte.
  2. Epochenvergleich: Erläutere an zwei Textstellen, weshalb Symbolismus eine mögliche Beschreibung ist und weshalb „Wiener Moderne“ nicht einfach Strindbergs Zugehörigkeit bezeichnet.
  3. Zwei Enddeutungen: Entwickle eine gesellschaftskritische und eine existenzielle Lesart des Schlusses. Gewichte je zwei Belege und nenne jeweils einen Einwand.
  4. Regiekonzept: Plane eine achtminütige Bühnenfassung einer Szene. Beschreibe Licht, Ton, Requisiten, Urheberrechte externer Medien und wie deine Inszenierung eine Interpretation sichtbar macht.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Beleg und Behauptung: Unterscheide in einer Analyse fünf gesicherte Textinformationen von fünf Deutungen; nenne für jede Beobachtung eine auffindbare Stelle.
  2. Macht prüfen: Erkläre an Hummel, wann Hilfe zu einem Machtmittel werden kann, und überprüfe deine These anhand der Gegenrede des Studenten.
  3. Form und Wirkung: Zeige, wie der Weg vom ersten zum dritten Bild die Sicht auf das Haus verändert und weshalb Regieanweisungen dabei wichtig sind.
  4. Original und Übersetzung: Untersuche ein kurzes Wortpaar aus dem schwedischen Original und Manns Übersetzung; trenne sprachlichen Befund und eigene Schlussfolgerung.
  5. Kontexttransfer: Vergleiche ein Motiv mit Schnitzlers Wiener Moderne oder späterem expressionistischem Theater, ohne daraus eine historisch falsche Gruppenzugehörigkeit abzuleiten.
  6. Medienkritik: Kontrolliere bei einer verwendeten Commons-Datei Autor, Quelle, Lizenz, verlangte Namensnennung und mögliche Bearbeitungsangaben.




Lernnachweis

Du kannst deinen Lernerfolg zeigen, wenn du: die drei Bilder knapp und korrekt zusammenfasst; fünf Hauptfiguren in ihren Konflikten beschreibst; zwischen Wortlaut, Regieanweisung und Deutung unterscheidest; zwei konkrete Textbelege mit Bild/Sprecher und Ausgabe auffindest; eine Stelle aus der historischen schwedischen Quelle neben die deutsche Übersetzung stellst; Symbolismus und Wiener Moderne differenziert einordnest; ein fremdes Medium mit Urheber, Quelle und Lizenz korrekt nennst; und eine begründete Interpretation schreibst, deren Unsicherheit erkennbar bleibt.

Mögliche Produkte: eine Figurenkarte, eine doppelte Textspalte, ein einfacher Bühnenplan, eine kurze Interpretation und eine Quellen-/Lizenzübersicht. Bewerte Nachprüfbarkeit und gute Begründungen höher als besonders komplizierte Sprache.




OER und Wikipedia


Historische Texte und wissenschaftlich nutzbare Einstiege


Bilder, Animation und Ton: Quellen und Nutzungsrechte

Die Dateien werden unverändert aus Wikimedia Commons verknüpft; die Bezeichnungen in dieser Tabelle sind die echten Commons-Dateinamen. Bei CC-Lizenzen sind Urheber und Lizenzlink zu nennen. Die historische Aufnahme aus 1932 ist kein Beleg für eine originale Theateraufführung von 1908.

Verwendete Datei Prüfbarer Quellenbeleg Urheber Lizenz / Nutzungsstatus
File:Strindberg 1911.jpg Wikimedia Commons Axel Malmström, Strindbergsmuseet CC BY 4.0, Namensnennung und Lizenzlink; nicht bearbeitet
File:Strindberg i Röda huset 1900-1908.jpg Wikimedia Commons Axel Malmström Gemeinfrei laut Commons; unverändert
File:Hyacinthus orientalis blau.JPG Wikimedia Commons 4028mdk09 CC BY-SA 3.0, Namensnennung, Lizenzlink; unverändert
File:Arnold Böcklin - Die Toteninsel - Google Art Project.jpg Wikimedia Commons Arnold Böcklin Gemeinfreies Werk; unverändert
File:Traveler-curtain.gif Wikimedia Commons KDS444 CC BY-SA 3.0, Namensnennung und Lizenzlink; unverändert
File:Klaviersonate Nr. 17 d-moll op. 31.2 Der Sturm - I. Largo. Allegro.ogg Wikimedia Commons Ludwig van Beethoven; Klavier Artur Schnabel, Aufnahme 1932 Gemeinfrei gemäß Commons: PD EU Audio; unverändert


Videos: Urheberschaft und Rechte

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Verwendetes Video Titel und Quellenbeleg Anbieter Nutzungsangabe
https://www.youtube.com/watch?v=xiiaed3puhY Symbolism, Realism, and a Nordic Playwright Grudge Match – Theater 33; YouTube CrashCourse, 2018 Nur als fremdes Video eingebettet; keine offene Lizenz behauptet
https://www.youtube.com/watch?v=Fx0Z6y2HmlM Dada, Surrealism, and Symbolism – Theater 37; YouTube CrashCourse, 2018 Nur als fremdes Video eingebettet; keine offene Lizenz behauptet
https://www.youtube.com/watch?v=B99H6Ygnzgw Expressionist Theater – Theater 38; YouTube CrashCourse, 2018 Nur als fremdes Video eingebettet; keine offene Lizenz behauptet


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