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Sprachbildung - Pädagogik

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Sprachbildung - Pädagogik



Sprachbildung - Pädagogik

Studienfach: Pädagogik Zielgruppe: Studierende der Erziehungswissenschaft, des Lehramts, der Kindheitspädagogik, Sozialpädagogik und verwandter Studiengänge Niveau: Hochschulstudium mit Transfer in pädagogische Handlungsfelder Zentrale Leitfrage: Wie können pädagogische Fachkräfte Lern- und Bildungsprozesse so gestalten, dass alle Menschen ihre sprachlichen Ressourcen erweitern und gleichberechtigt an Bildung teilhaben können?


Einleitung

Sprachbildung ist eine grundlegende Aufgabe pädagogischen Handelns. Sprache ermöglicht, Erfahrungen zu ordnen, Wissen aufzubauen, Beziehungen zu gestalten, Konflikte auszuhandeln und an gesellschaftlichen Entscheidungen mitzuwirken. In Bildungsinstitutionen ist Sprache zugleich Medium, Gegenstand und Ergebnis des Lernens. Lernende benötigen deshalb nicht nur Wörter und grammatische Strukturen, sondern auch Möglichkeiten, fachlich zu argumentieren, Beobachtungen zu beschreiben, Hypothesen zu formulieren, Texte zu verstehen und eigene Positionen adressatengerecht auszudrücken.

Für die Pädagogik ist Sprachbildung mehr als ein Teilbereich des Deutschunterrichts. Sie betrifft die Frühpädagogik, die Schulpädagogik, die Sozialpädagogik, die Erwachsenenbildung, die Sonderpädagogik und die Medienpädagogik. Pädagogische Fachkräfte beobachten sprachliche Lernvoraussetzungen, schaffen anregende Interaktionen, planen sprachbewusste Lernumgebungen, nutzen Mehrsprachigkeit als Ressource und reflektieren, wie Sprache mit Macht, Inklusion, Partizipation und Bildungsgerechtigkeit verbunden ist.

Die Kultusministerkonferenz beschreibt sprachliche Bildung als systematisch angeregte Sprachentwicklungsprozesse, die alltagsintegriert, gezielt und in allen Fächern gestaltet werden. Sie grenzt davon die Sprachförderung als diagnostisch begründete, stärker fokussierte Unterstützung bei besonderen Bedarfen ab.[1] Diese Unterscheidung schützt davor, jeden sprachlichen Lernprozess vorschnell als Defizit zu behandeln.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du zentrale Begriffe der Sprachbildung wissenschaftlich unterscheiden, pädagogische Situationen sprachbezogen analysieren und begründete Handlungsmöglichkeiten entwickeln. Du kannst insbesondere:

  1. Begriffe klären: Sprachbildung, Sprachförderung, Bildungssprache, Fachsprache, Alltagssprache und Deutsch als Zweitsprache voneinander abgrenzen.
  2. Erwerbsprozesse verstehen: sprachliche Entwicklung als sozial eingebetteten, aktiven und lebenslangen Prozess erklären.
  3. Lernumgebungen analysieren: sprachliche Anforderungen in Aufgaben, Gesprächen, Texten und Prüfungen erkennen.
  4. Unterstützung planen: adaptive Hilfen entwickeln und schrittweise zurücknehmen.
  5. Ressourcen nutzen: individuelle sprachliche Repertoires anerkennen und lernförderlich einbeziehen.
  6. Diagnostisch handeln: Beobachtung, Dokumentation, Rückmeldung und Förderung als pädagogischen Kreislauf gestalten.
  7. Machtverhältnisse reflektieren: sprachbezogene Zuschreibungen und institutionelle Barrieren kritisch prüfen.
  8. Professionell kooperieren: Sprachbildung als Aufgabe von Teams, Institutionen und Bildungsbiografien planen.


Grundbegriffe der Sprachbildung


Sprachbildung und Sprachförderung

Sprachbildung richtet sich grundsätzlich an alle Lernenden. Sie wird in alltägliche Situationen und fachliche Lernprozesse integriert, aber nicht dem Zufall überlassen. Pädagogische Fachkräfte wählen Gesprächsanlässe, modellieren sprachliche Formen, regen zum Erzählen und Begründen an und ermöglichen vielfältiges Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören.

Sprachförderung bezeichnet demgegenüber gezielte Maßnahmen, wenn ein besonderer Unterstützungsbedarf festgestellt wurde. Sie kann in den Alltag oder Unterricht integriert sein oder zeitweise in ergänzenden Lernsettings stattfinden. Professionelle Sprachförderung benötigt nachvollziehbare Ziele, geeignete diagnostische Informationen und eine regelmäßige Überprüfung der Entwicklung. Sprachförderung ersetzt keine Sprachbildung für alle, sondern ergänzt sie.

Sprachtherapie ist nochmals abzugrenzen. Sie behandelt diagnostizierte Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Kommunikationsstörungen und gehört in den Aufgabenbereich entsprechend qualifizierter Fachpersonen. Pädagogische Beobachtung darf medizinische oder therapeutische Diagnostik nicht ersetzen.

Begriff Adressierung Kennzeichen Pädagogisches Beispiel
Sprachbildung alle Lernenden kontinuierlich, gezielt, alltags- und fachintegriert Eine Lehrkraft lässt Beobachtungen zunächst mündlich austauschen und anschließend als Versuchsprotokoll formulieren.
Sprachförderung Lernende mit festgestelltem Unterstützungsbedarf fokussiert, zielbezogen, diagnostisch begründet Eine Kleingruppe übt über mehrere Wochen das Verstehen und Verwenden lokaler Präpositionen.
Sprachtherapie Personen mit diagnostizierter Störung heilkundlich oder therapeutisch ausgerichtet Eine logopädische Fachkraft behandelt eine spezifische Aussprachestörung.


Alltagssprache, Bildungssprache und Fachsprache

Alltagssprache ist meist stark in eine konkrete Situation eingebettet. Gestik, Blickrichtung, gemeinsam sichtbare Gegenstände und geteiltes Vorwissen erleichtern das Verstehen. Bildungssprache wird benötigt, wenn Inhalte präzise, verdichtet, abstrakt und weitgehend unabhängig von einer unmittelbaren Situation dargestellt werden. Sie ist auch im mündlichen Unterricht relevant, wenn Lernende etwa Ursachen erklären, Positionen vergleichen oder Belege gewichten.

Fachsprache enthält domänenspezifische Begriffe, Symbole, Darstellungen und typische Textsorten. Fachliches Lernen und sprachliches Lernen sind daher eng verbunden: Wer einen pädagogischen Fall analysiert, muss beispielsweise Beobachtung und Interpretation trennen, theoretische Begriffe passend verwenden und Schlussfolgerungen begründen.

Typische bildungssprachliche Mittel sind komplexe Satzverknüpfungen, präzise Verweiswörter, nominale Ausdrücke, Passivformen, fachlich definierte Begriffe und Textmuster wie Argumentation, Erörterung, Protokoll oder Fallanalyse. Bildungssprache ist kein angeborenes Merkmal und kein Zeichen persönlicher Überlegenheit. Sie ist ein erlernbares Register, zu dem Bildungsinstitutionen systematisch Zugang eröffnen müssen.[2]


Sprachliches Repertoire und Mehrsprachigkeit

Mehrsprachigkeit bedeutet nicht, mehrere Sprachen in jeder Situation gleich sicher zu beherrschen. Menschen verfügen über ein individuelles Sprachrepertoire, das je nach Thema, Beziehung, Medium und Handlung unterschiedlich genutzt wird. Eine Person kann beispielsweise in einer Familiensprache mündlich sehr differenziert erzählen, in der Bildungssprache Deutsch fachliche Texte lesen und in Englisch digitale Inhalte verstehen.

Eine ressourcenorientierte Pädagogik fragt deshalb nicht nur: „Was fehlt?“, sondern auch: „Welche sprachlichen und kommunikativen Mittel sind bereits vorhanden?“ Familiensprachen, Dialekte, Gebärdensprachen, Jugendsprachen und erlernte Fremdsprachen können beim Planen, Verstehen, Vergleichen und Reflektieren helfen. Translanguaging bezeichnet Praktiken, bei denen mehrsprachige Lernende flexibel auf ihr gesamtes sprachliches Repertoire zurückgreifen. Im Unterricht können beispielsweise Ideen zunächst in einer vertrauten Sprache gesammelt und anschließend in die geforderte Unterrichts- oder Bildungssprache überführt werden.

Mehrsprachige Elemente benötigen dennoch klare fachliche und sprachliche Ziele. Lernende sollen nicht in einer bloßen Übersetzungsroutine verbleiben, sondern sprachliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersuchen, Fachbegriffe sichern und ihre Ausdrucksmöglichkeiten erweitern. Das Mercator-Institut für Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung empfiehlt, mehrsprachige Ressourcen gezielt als Lernpotenzial zu nutzen.[3]


Pädagogische und sprachwissenschaftliche Grundlagen


Sprache als Werkzeug des Denkens und Handelns

Sprachliche Äußerungen bilden Gedanken nicht nur ab, sondern unterstützen deren Entwicklung. Beim Erzählen werden Ereignisse geordnet, beim Begründen werden Beziehungen zwischen Behauptung und Beleg hergestellt, beim Schreiben werden Gedanken sichtbar und überarbeitbar. Pädagogische Sprachbildung schafft deshalb Situationen, in denen Lernende sprachlich handeln: Sie beschreiben, erklären, vermuten, vergleichen, beurteilen, widersprechen, aushandeln und reflektieren.

Aus sozialkonstruktivistischer Perspektive entstehen viele Lernprozesse in Interaktionen. Pädagogische Fachkräfte, Mitlernende, Texte, Bilder und digitale Medien stellen kulturelle Werkzeuge bereit. Entscheidend ist nicht die Menge des Sprechens allein, sondern die Qualität der Beteiligung. Lernende benötigen Zeit zum Denken, anspruchsvolle Fragen, aufgreifende Rückmeldungen und die Erfahrung, dass ihre Beiträge für den gemeinsamen Erkenntnisprozess bedeutsam sind.


Spracherwerb und sprachliche Sozialisation

Spracherwerb verläuft aktiv, dynamisch und individuell. Kinder erkennen Regelmäßigkeiten, bilden Hypothesen über sprachliche Strukturen und verändern diese aufgrund neuer Erfahrungen. Entwicklung zeigt sich nicht als lineare Ansammlung einzelner Wörter, sondern in wechselwirkenden Fortschritten bei Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Pragmatik, Erzählfähigkeit und Schriftlichkeit.

Sprachliche Sozialisation richtet den Blick darauf, dass Sprachgebrauch in Beziehungen und sozialen Praktiken erlernt wird. Familien, Peergroups, Bildungsinstitutionen, Medien und gesellschaftliche Normen prägen, welche Ausdrucksweisen erwartet, anerkannt oder abgewertet werden. Pädagogische Fachkräfte müssen deshalb zwischen sprachlicher Variation und einem tatsächlichen Unterstützungsbedarf unterscheiden. Ein Akzent, ein Dialekt oder mehrsprachiges Mischen ist nicht automatisch ein Fehler oder eine Störung.


Zone der nächsten Entwicklung und Scaffolding

Das Konzept der Zone der nächsten Entwicklung beschreibt den Bereich zwischen dem, was Lernende bereits selbstständig bewältigen, und dem, was sie mit geeigneter Unterstützung erreichen können. Daran knüpft Scaffolding an. Ein sprachliches Gerüst hilft, an einer anspruchsvollen Handlung teilzunehmen, ohne die Denkleistung vorwegzunehmen.

Makro-Scaffolding umfasst die längerfristige Planung: sprachliche Anforderungen analysieren, Lernstand einschätzen, Ziele bestimmen, Lernschritte ordnen und passende Materialien vorbereiten. Mikro-Scaffolding entsteht in der Interaktion: nachfragen, Äußerungen erweitern, Denkzeit geben, Alternativen anbieten, zentrale Formulierungen modellieren oder Aussagen durch Bilder und Gesten stützen.

Gutes Scaffolding ist adaptiv. Hilfen müssen zum Bedarf und zur Aufgabe passen. Sie werden schrittweise reduziert, sobald Lernende mehr Verantwortung übernehmen. Dauerhafte Vereinfachung kann anspruchsvolle Lerngelegenheiten entziehen; fehlende Unterstützung kann dagegen Beteiligung verhindern.


Didaktische Prinzipien


Sprachliche Anforderungen sichtbar machen

Jede pädagogische Aufgabe besitzt sprachliche Anforderungen, auch wenn sie nicht ausdrücklich benannt sind. „Analysiere den Fall“ kann beispielsweise verlangen, relevante Informationen auszuwählen, Beobachtung und Deutung zu unterscheiden, Fachbegriffe anzuwenden, Ursachen abzuwägen und ein Urteil kohärent zu formulieren. Sprachbewusste Planung zerlegt diese Anforderungen nicht in isolierte Grammatikübungen, sondern macht die für die fachliche Handlung notwendigen Mittel lernbar.

Eine hilfreiche Planungsfolge lautet:

  1. Lernziel: Welche fachliche Erkenntnis oder Handlung sollen die Lernenden erreichen?
  2. Sprachhandlung: Müssen sie beschreiben, erklären, vergleichen, argumentieren, beurteilen oder reflektieren?
  3. Textsorte: In welcher mündlichen, schriftlichen oder multimodalen Form wird die Leistung erbracht?
  4. Sprachmittel: Welche Begriffe, Satzmuster, Verknüpfungen und Darstellungen unterstützen die Handlung?
  5. Unterstützung: Welche Modelle, Satzstarter, Visualisierungen, Wortlisten oder Kooperationsformen sind vorübergehend sinnvoll?
  6. Lernprodukt: Woran wird sichtbar, dass fachliches und sprachliches Lernen gelungen sind?


Reichhaltiger sprachlicher Input und produktive Beteiligung

Lernende benötigen verständlichen und zugleich anspruchsvollen Input. Pädagogische Fachkräfte können Schlüsselbegriffe erläutern, Zusammenhänge visualisieren, mehrere Darstellungsformen verknüpfen und zentrale Aussagen wieder aufgreifen. Input allein reicht jedoch nicht. Sprachbildung verlangt Gelegenheiten zum eigenen Formulieren, Erproben, Rückfragen und Überarbeiten.

Produktive Beteiligung gelingt besser, wenn Gesprächsrechte fair verteilt sind. Methoden wie Think-Pair-Share, Partnererklärungen, strukturierte Kontroversen oder Schreibgespräche schaffen Vorbereitungszeit und reduzieren die Dominanz weniger Personen. Fehler werden als Hinweise auf Lernprozesse behandelt. Korrekturen sollten das Verstehen und die Weiterentwicklung unterstützen, ohne Beiträge öffentlich abzuwerten.


Modellieren, Umformen und sprachliches Feedback

Beim Modelllernen zeigt die pädagogische Fachkraft nicht nur ein fertiges Ergebnis, sondern macht Denk- und Formulierungswege sichtbar. In einem lauten Denkprozess kann sie beispielsweise demonstrieren, wie aus einer Beobachtung eine vorsichtige Hypothese entsteht: „Ich sehe, dass das Kind den Blick abwendet. Das ist zunächst eine Beobachtung. Eine mögliche Deutung wäre Überforderung, aber dafür benötige ich weitere Hinweise.“

Recasting bedeutet, eine Äußerung in erweiterter oder zielsprachlich passender Form aufzugreifen, ohne den Gesprächsfluss unnötig zu unterbrechen. Aus „Kind nicht mitmachen“ kann werden: „Du vermutest also, dass das Kind nicht mitmachen möchte. Woran erkennst Du das?“ Dadurch werden Inhalt, Modellierung und vertiefende Frage verbunden.

Wirksames Feedback ist konkret und handlungsorientiert. Statt „sprachlich unklar“ hilft etwa: „Markiere zuerst Deine Behauptung, ergänze danach einen Beleg aus dem Fall und verbinde beides mit weil, daher oder daraus folgt.“ Feedback sollte fachliche Qualität, sprachliche Verständlichkeit und die nächste bearbeitbare Verbesserung unterscheiden.


Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören vernetzen

Sprachliche Teilkompetenzen entwickeln sich wechselseitig. Ein Fachtext kann zunächst über Überschrift, Abbildungen und Schlüsselbegriffe erschlossen, danach in Partnerarbeit erklärt und abschließend schriftlich zusammengefasst werden. Beim Schreiben hilft die Trennung von Planen, Formulieren und Überarbeiten. Beim Zuhören können Beobachtungsaufträge und Notizstrukturen die Aufmerksamkeit lenken.

Lesestrategien sind besonders wirksam, wenn sie auf ein echtes Verstehensziel bezogen werden. Bloßes Markieren erzeugt noch kein Verständnis. Lernende müssen klären, warum eine Information relevant ist, wie Textteile zusammenhängen und welche Schlussfolgerung begründet werden kann. Schreibrahmen sollen nicht zu schematischen Texten führen, sondern den Einstieg in komplexe Sprachhandlungen erleichtern.


Sprachbildung in pädagogischen Handlungsfeldern


Frühpädagogik und alltagsintegrierte Sprachbildung

In der Frühpädagogik entstehen besonders viele Sprachlernmöglichkeiten in wiederkehrenden Alltagssituationen: Ankommen, Essen, Anziehen, Spielen, Forschen, Streiten, Vorlesen und gemeinsames Planen. Alltagsintegrierte Sprachbildung bedeutet nicht, jede Situation künstlich zu verschulen. Die Fachkraft greift Interessen und Handlungen auf, erweitert Äußerungen, stellt offene Fragen, bietet neue Wörter in bedeutungsvollen Zusammenhängen an und lässt Kindern ausreichend Antwortzeit.

Dialogisches Lesen verwandelt das Vorlesen in ein gemeinsames Gespräch. Kinder sagen voraus, beschreiben Bilder, stellen Bezüge zu Erfahrungen her und erzählen Teile der Geschichte selbst. Die Fachkraft passt ihre Impulse an, wiederholt zentrale Wörter und unterstützt zunehmend komplexe Erzählungen.

Beobachtung sollte in natürlichen Situationen stattfinden und verschiedene Ausdrucksformen berücksichtigen. Bei mehrsprachigen Kindern ist die gesamte Sprachbiografie wichtig: Kontaktbeginn mit den Sprachen, Nutzungskontexte, Qualität des Inputs und Kompetenzen in den Familiensprachen. Ein Vergleich allein mit einsprachig aufwachsenden Kindern kann zu Fehldeutungen führen.


Schule und sprachsensibler Fachunterricht

Sprachsensibler Fachunterricht verbindet fachliche Ziele mit den dafür notwendigen sprachlichen Handlungen. Sprache wird nicht vom Fachlernen getrennt, sondern gezielt aufgebaut. In Mathematik müssen Lernende Lösungswege erläutern, in Naturwissenschaften Beobachtungen von Erklärungen unterscheiden, in Geschichte Perspektiven und Quellen bewerten, in Pädagogik Fälle theoriegeleitet analysieren.

Sprachsensibilität bedeutet nicht, alle Texte dauerhaft zu vereinfachen. Verständlichkeit kann durch klare Struktur, Visualisierungen, Beispiele und transparente Aufgaben erhöht werden, während anspruchsvolle Denk- und Sprachhandlungen erhalten bleiben. Ziel ist der Zugang zu komplexer Sprache, nicht ihr Ausschluss.

Fachwortschatzarbeit ist notwendig, aber allein nicht ausreichend. Lernende müssen Begriffe in Relationen setzen, in unterschiedlichen Darstellungen wiedererkennen und zur Lösung fachlicher Probleme verwenden. Susanne Prediger fasst sprachbildenden Fachunterricht als Zusammenspiel von Sprache einfordern, unterstützen, sukzessive aufbauen und diagnostizieren.[4]


Sozialpädagogik, Beratung und Erwachsenenbildung

In Sozialpädagogik und Beratung entscheidet Sprache darüber, ob Menschen ihre Anliegen darstellen, Rechte verstehen und an Hilfeplanung teilnehmen können. Professionelle Kommunikation benötigt verständliche Informationen, aktives Zuhören und eine Haltung, die Adressatinnen und Adressaten nicht auf vermeintliche sprachliche Defizite reduziert. Bei bedeutsamen Entscheidungen können qualifizierte Sprachmittlung oder Dolmetschen erforderlich sein.

In der Erwachsenenbildung treffen unterschiedliche Bildungsbiografien, Literalitätserfahrungen und Sprachrepertoires aufeinander. Aufgaben sollten an Erfahrungen anknüpfen, ohne Lernende zu infantilisieren. Fachbegriffe werden explizit eingeführt, Textsorten transparent gemacht und Lernende an der Planung ihrer Ziele beteiligt.


Inklusive und barrierearme Kommunikation

Inklusion verlangt, kommunikative Zugänge vielfältig zu gestalten. Dazu gehören klare Sprache, unterstützende Visualisierungen, Gebärdensprache, Unterstützte Kommunikation, Vorlesefunktionen, Untertitel, taktile oder symbolbasierte Darstellungen und ausreichend Verarbeitungszeit. Barrierearme Kommunikation darf fachliche Inhalte nicht verfälschen; sie soll verschiedene Zugänge zu denselben bedeutsamen Lerngegenständen eröffnen.

Leichte Sprache und Einfache Sprache sind nicht identisch. Leichte Sprache folgt besonders strengen Regeln und richtet sich unter anderem an Menschen mit Lernschwierigkeiten. Einfache Sprache ist flexibler und soll komplexe Informationen verständlicher machen. Die Wahl muss sich an Adressaten, Zweck und Situation orientieren.


Durchgängige Sprachbildung und Organisationsentwicklung

Durchgängige Sprachbildung verbindet sprachliche Lerngelegenheiten über Bildungsstufen, Fächer und Sprachen hinweg. Ihre bildungsbiografische Dimension betrifft Übergänge etwa von der Familie in die Kita, von der Kita in die Grundschule oder von der Schule in Ausbildung und Hochschule. Ihre thematische Dimension verbindet sprachliches Lernen über Fächer und Lernbereiche hinweg. Ihre interlinguale Dimension bezieht vorhandene und neu zu lernende Sprachen aufeinander.[5]

Durchgängigkeit erfordert Kooperation. Einzelne engagierte Fachkräfte können gute Lerngelegenheiten schaffen, aber kein dauerhaftes Gesamtkonzept ersetzen. Teams benötigen gemeinsame Begriffe, abgestimmte Diagnose- und Förderwege, geeignete Übergabeverfahren, Zeit für Fallbesprechungen und eine Verständigung über Qualitätsmerkmale.

Ein sprachbildendes Institutionskonzept kann folgende Ebenen verbinden:

  1. Unterrichtsentwicklung: sprachliche Anforderungen und Hilfen in Lernangeboten systematisch planen.
  2. Personalentwicklung: Fortbildung, kollegiale Hospitation und gemeinsame Materialentwicklung ermöglichen.
  3. Organisationsentwicklung: Ziele, Zuständigkeiten, Ressourcen und Evaluation im Leitbild und Programm verankern.
  4. Kooperation: Familien, Bibliotheken, Beratung, Therapie, Jugendhilfe und weitere Partner datensensibel einbeziehen.
  5. Übergangsmanagement: Informationen ressourcenorientiert und mit Zustimmung der Betroffenen weitergeben.


Diagnostik, Dokumentation und Evaluation

Pädagogische Diagnostik dient dazu, Lernvoraussetzungen zu verstehen und passende nächste Schritte zu planen. Sie ist keine einmalige Etikettierung. Ein professioneller Kreislauf umfasst Beobachtung, Interpretation, Zielsetzung, Förderung und erneute Überprüfung. Dabei müssen Datenquellen, Gütekriterien und Grenzen des eigenen Urteils transparent sein.

Formative Diagnostik begleitet den Lernprozess und liefert Hinweise für unmittelbare Anpassungen. Summative Diagnostik bilanziert Leistungen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Standardisierte Verfahren können Vergleiche ermöglichen, erfassen aber nicht jede kommunikative Kompetenz. Offene Sprachproben und Beobachtungen sind reichhaltig, benötigen jedoch klare Kriterien und geschulte Auswertung.

Bei mehrsprachigen Lernenden muss berücksichtigt werden, wie lange und in welchen Kontexten Kontakt zur jeweiligen Sprache besteht. Sprachliche Leistung kann außerdem durch Aufgabenverständnis, Fachwissen, Prüfungsangst, Hörbedingungen oder geringe Vertrautheit mit einer Textsorte beeinflusst werden. Eine einzelne schwache Leistung rechtfertigt daher keine weitreichende Zuschreibung.

Dokumentation soll knapp, relevant und datenschutzgerecht sein. Beobachtung und Interpretation werden getrennt. Statt „ist sprachschwach“ ist präziser: „verwendet im freien Erzählen überwiegend einzelne Hauptsätze; zeitliche Abfolgen werden meist durch dann markiert“. Eine solche Beschreibung eröffnet überprüfbare Förderziele.


Sprache, Macht und Bildungsgerechtigkeit

Sprachliche Normen sind nicht neutral. Institutionen entscheiden, welche Register als angemessen gelten, welche Namen korrekt ausgesprochen werden, welche Sprachen sichtbar sind und welche Ausdrucksweisen in Prüfungen anerkannt werden. Diese Entscheidungen können Teilhabe ermöglichen oder erschweren.

Linguizismus bezeichnet Benachteiligungen, die an Sprache, Akzent oder zugeschriebene Sprachzugehörigkeit anknüpfen. Pädagogische Fachkräfte sollten deshalb Erwartungen kritisch prüfen: Wird ein fachlich starker Beitrag wegen einzelner sprachlicher Abweichungen unterschätzt? Werden mehrsprachige Lernende häufiger vereinfacht angesprochen? Gelten bestimmte Dialekte als weniger intelligent? Werden Elterninformationen in verständlichen und erforderlichenfalls mehrsprachigen Formen bereitgestellt?

Ressourcenorientierung bedeutet nicht, sprachliche Anforderungen zu verschweigen. Lernende haben ein Recht darauf, institutionell bedeutsame Register kennenzulernen und kritisch zu reflektieren. Bildungsgerecht ist ein Unterricht, der Zugang zu diesen Registern eröffnet, vorhandene Repertoires würdigt und sprachliche Normen transparent statt beschämend vermittelt.

Die UNESCO hebt Mehrsprachigkeit als wichtigen Ansatz für inklusive und wirksame Bildung hervor und betont, dass Lernende Zugang zu Bildung in Sprachen benötigen, die sie verstehen.[6]


Digitale Medien und Künstliche Intelligenz

Digitale Medien erweitern Sprachbildungsräume. Lernende können Texte anhören, Untertitel nutzen, Aussprache aufnehmen, kollaborativ schreiben, multimodale Erklärungen erstellen und Wörterbücher oder Korpora konsultieren. Medienwahl muss sich am Lernziel orientieren. Ein digitales Werkzeug ist nicht automatisch sprachbildend; entscheidend sind Aufgabe, Interaktion und Reflexion.

Künstliche Intelligenz kann Formulierungsvorschläge, Rückfragen, Textvarianten oder simulierte Dialoge erzeugen. Pädagogisch sinnvoll wird dies, wenn Lernende Ergebnisse prüfen, verändern und begründen. Risiken bestehen in sachlichen Fehlern, stereotypen Darstellungen, undurchsichtiger Datennutzung und einer Abgabe eigener Denk- und Schreibprozesse an das System.

Für einen reflektierten Einsatz eignen sich folgende Prüffragen:

  1. Lernziel: Welche sprachliche oder fachliche Kompetenz soll durch das Werkzeug tatsächlich wachsen?
  2. Eigenleistung: Welche Entscheidungen und Formulierungen müssen bei den Lernenden verbleiben?
  3. Quellenkritik: Wie werden Aussagen, Beispiele und Übersetzungen überprüft?
  4. Datenschutz: Welche personenbezogenen oder sensiblen Daten dürfen nicht eingegeben werden?
  5. Barrierefreiheit: Verbessert das Werkzeug den Zugang oder erzeugt es neue Hürden?
  6. Reflexion: Können Lernende erklären, wie das digitale Ergebnis entstanden ist und verändert wurde?


Professionelle Haltung und Kompetenzen pädagogischer Fachkräfte

Professionelle Sprachbildung verbindet Wissen, Können und Haltung. Pädagogische Fachkräfte benötigen Kenntnisse über Spracherwerb, Bildungssprache, Mehrsprachigkeit, Diagnostik und sprachbewusste Didaktik. Sie müssen Gespräche feinfühlig gestalten, sprachliche Anforderungen analysieren, adaptive Hilfen anbieten und Lernentwicklungen dokumentieren können.

Ebenso wichtig ist Reflexivität. Pädagogische Fachkräfte prüfen eigene Normvorstellungen, Erwartungen und Zuschreibungen. Sie sprechen Namen sorgfältig aus, interessieren sich für Sprachbiografien, vermeiden Defizitpauschalen und trennen sprachliche Form von fachlicher Idee. Sie erkennen die Grenzen der eigenen Zuständigkeit und kooperieren mit qualifizierten Kolleginnen, Kollegen, Sprachmittlern, Beratungsstellen oder therapeutischen Fachkräften.

Eine forschende Haltung zeigt sich darin, Maßnahmen nicht nur gut zu meinen, sondern ihre Wirkungen zu untersuchen. Kleine Evaluationen können Lernprodukte vergleichen, Gesprächsbeteiligung dokumentieren, Rückmeldungen der Lernenden einholen und nächste Entwicklungsschritte begründen.


Fallbeispiel: Sprachbildung im Pädagogikseminar

Eine Seminargruppe analysiert die Beobachtung eines Konflikts in einer Kindertageseinrichtung. Einige Studierende erzählen anschaulich, verwenden aber kaum theoretische Begriffe. Andere zitieren Fachliteratur, verbinden diese jedoch nur schwach mit dem Fall. Mehrere Studierende beteiligen sich im Plenum selten, obwohl ihre schriftlichen Notizen differenziert sind.

Eine sprachbildende Planung könnte so aussehen: Zunächst markieren die Studierenden im Falltext reine Beobachtungen und mögliche Interpretationen in getrennten Spalten. Danach ordnen sie passende Begriffe aus Konfliktpädagogik, Bindungstheorie oder Partizipation zu. In Partnerarbeit formulieren sie mit Satzmustern wie „Die Beobachtung … könnte auf … hindeuten; dagegen spricht …“ zwei konkurrierende Hypothesen. Im Plenum werden nicht nur Ergebnisse, sondern auch Begründungswege verglichen. Abschließend verfassen die Studierenden eine kurze Fallanalyse und überarbeiten sie anhand eines Kriterienrasters.

Die Unterstützung wird differenziert: Einige erhalten eine Liste möglicher Verknüpfungen, andere prüfen die Reichweite theoretischer Begriffe oder formulieren Gegenargumente. Mehrsprachige Studierende können erste Deutungen in einer vertrauten Sprache austauschen, müssen das benotete Lernprodukt jedoch in der vereinbarten Seminarsprache transparent und fachlich präzise ausarbeiten. Damit bleiben fachlicher Anspruch, Teilhabe und Aufbau von Bildungssprache miteinander verbunden.


Qualitätsmerkmale guter Sprachbildung

Eine pädagogische Lernumgebung ist sprachbildend, wenn sie mehrere Merkmale verbindet:

  1. Bedeutsamkeit: Sprache wird für echte Denk-, Handlungs- und Kommunikationsziele benötigt.
  2. Anspruch: Lernende erhalten Zugang zu komplexen Inhalten und Ausdrucksformen.
  3. Unterstützung: Hilfen sind sichtbar, adaptiv und vorübergehend.
  4. Interaktion: Lernende sprechen nicht nur mit der Lehrperson, sondern erklären, verhandeln und kooperieren.
  5. Mehrsprachigkeit: unterschiedliche Repertoires werden anerkannt und zielgerichtet genutzt.
  6. Diagnostik: Beobachtungen führen zu überprüfbaren nächsten Lernschritten.
  7. Feedback: Rückmeldungen sind respektvoll, konkret und bearbeitbar.
  8. Durchgängigkeit: Maßnahmen sind über Situationen, Fächer und Übergänge abgestimmt.
  9. Partizipation: Lernende können Themen, Darstellungsformen und Reflexion mitgestalten.
  10. Evaluation: Die Wirkung der Maßnahmen wird anhand von Lernprozessen und Lernprodukten geprüft.


Quellen und Vertiefung

  1. Kultusministerkonferenz: Bildungssprachliche Kompetenzen in der deutschen Sprache stärken
  2. BiSS-Transfer: Materialien, Fortbildungen und Forschungs-Praxis-Transfer
  3. Mercator-Institut für Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung: Forschung und Materialien
  4. FörMig: Durchgängige Sprachbildung
  5. UNESCO: Mehrsprachige Bildung und Inklusion
  6. Europarat: Sprachliche Dimensionen aller Fächer


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet Sprachbildung im pädagogischen Sinn? (Sie richtet sich grundsätzlich an alle Lernenden und wird gezielt in Alltag und Lernen integriert.) (!Sie findet ausschließlich in zusätzlichen Fördergruppen statt.) (!Sie behandelt diagnostizierte Sprachstörungen therapeutisch.) (!Sie beschränkt sich auf das Auswendiglernen von Wortlisten.)




Wodurch unterscheidet sich Sprachförderung von allgemeiner Sprachbildung? (Sie ist stärker fokussiert und wird aufgrund eines festgestellten Unterstützungsbedarfs geplant.) (!Sie ist immer ungeplant und beiläufig.) (!Sie richtet sich ausschließlich an Erwachsene.) (!Sie ersetzt fachliches Lernen vollständig.)




Was ist ein Merkmal von Bildungssprache? (Sie ermöglicht präzise und kontextunabhängigere Darstellungen komplexer Zusammenhänge.) (!Sie kommt nur in gedruckten Büchern vor.) (!Sie ist mit Fachsprache vollständig identisch.) (!Sie wird ohne pädagogische Lerngelegenheiten automatisch erworben.)




Welche Funktion hat Scaffolding? (Es ermöglicht die Bearbeitung anspruchsvoller Aufgaben durch vorübergehende adaptive Hilfen.) (!Es senkt dauerhaft alle fachlichen Anforderungen.) (!Es bewertet Lernende ausschließlich mit Noten.) (!Es ersetzt selbstständiges Denken durch Musterlösungen.)




Was bezeichnet Translanguaging im pädagogischen Kontext? (Die flexible Nutzung des gesamten sprachlichen Repertoires für Verstehen und Lernen.) (!Das Verbot aller Sprachen außer der Unterrichtssprache.) (!Die wortgetreue Übersetzung jedes Unterrichtssatzes.) (!Eine medizinische Behandlung von Sprachstörungen.)




Was gehört zu formativer Diagnostik? (Lernprozesse beobachten und die nächsten Lernschritte darauf abstimmen.) (!Nur am Semesterende eine Abschlussnote vergeben.) (!Eine einzelne Leistung dauerhaft als Eigenschaft festschreiben.) (!Sprachliche Entwicklung ohne Kriterien beurteilen.)




Was bedeutet sprachsensibler Fachunterricht? (Fachliche und sprachliche Lernziele werden aufeinander bezogen und gezielt unterstützt.) (!Fachtexte werden grundsätzlich vollständig vermieden.) (!Nur die Deutschlehrkraft ist für Sprache zuständig.) (!Fachbegriffe werden durch Alltagssprache ersetzt und nicht mehr verwendet.)




Welche Aussage zur Mehrsprachigkeit ist pädagogisch angemessen? (Mehrsprachige Repertoires können als Ressourcen für Denken, Verstehen und Kommunikation genutzt werden.) (!Mehrsprachige Menschen beherrschen jede Sprache immer gleich gut.) (!Das Mischen von Sprachen beweist grundsätzlich eine Sprachstörung.) (!Familiensprachen verhindern zwangsläufig das Lernen der Bildungssprache.)




Was kennzeichnet durchgängige Sprachbildung? (Sie verbindet sprachliches Lernen über Bildungsstufen, Fächer und Sprachen hinweg.) (!Sie findet nur beim Übergang in die Grundschule statt.) (!Sie wird unabhängig von Teams und Institutionen geplant.) (!Sie konzentriert sich ausschließlich auf Rechtschreibung.)




Welche Rückmeldung unterstützt sprachliches Lernen am besten? (Eine konkrete Rückmeldung benennt eine bearbeitbare nächste Verbesserung.) (!Eine pauschale Bewertung bezeichnet den gesamten Text als schlecht.) (!Eine Rückmeldung korrigiert jede Abweichung ohne Bezug zum Lernziel.) (!Eine Rückmeldung nennt nur die Note und vermeidet weitere Hinweise.)





Memory

Sprachbildung gezielte sprachliche Lerngelegenheiten für alle
Sprachförderung bedarfsbezogene fokussierte Unterstützung
Bildungssprache Register für präzise und abstrakte Darstellungen
Scaffolding vorübergehendes adaptives Lerngerüst
Translanguaging flexible Nutzung mehrsprachiger Ressourcen
Diagnostik begründetes Erfassen von Lernvoraussetzungen
Partizipation wirksame Beteiligung an Bildungsprozessen
Durchgängigkeit Abstimmung über Fächer und Übergänge





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Pädagogische Bedeutung
Alltagssprache stark situationsgebundene Kommunikation
Bildungssprache präzise Darstellung komplexer Zusammenhänge
Fachsprache domänenspezifische Begriffe und Darstellungsformen
Makro-Scaffolding längerfristige Analyse und Planung sprachlicher Unterstützung
Mikro-Scaffolding situative Hilfe im laufenden Gespräch
Formative Diagnostik lernbegleitende Rückmeldung für nächste Schritte




...


Kreuzworträtsel

Sprachbildung Wie heißt die gezielte und kontinuierliche Anregung sprachlicher Lernprozesse für alle?
Bildungssprache Welches Register wird für präzise und abstrakte Darstellungen in Bildungskontexten benötigt?
Scaffolding Wie heißt ein vorübergehendes Lerngerüst für anspruchsvolle Aufgaben?
Mehrsprachigkeit Welcher Begriff bezeichnet die Nutzung oder Geltung mehrerer Sprachen?
Diagnostik Wie heißt das begründete Erfassen von Lernvoraussetzungen und Lernentwicklungen?
Partizipation Welcher Begriff bezeichnet wirksame Beteiligung an Entscheidungen und Lernprozessen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Sprachbildung richtet sich grundsätzlich an

Lernenden. Sprachförderung wird aufgrund eines festgestellten

geplant. Bildungssprache ermöglicht die präzise Darstellung

Zusammenhänge. Beim Scaffolding werden Hilfen schrittweise

. Mehrsprachigkeit wird in einer ressourcenorientierten Pädagogik als

verstanden. Formative Diagnostik begleitet den

. Sprachsensibler Fachunterricht verbindet fachliche und

Ziele. Durchgängige Sprachbildung stimmt Maßnahmen über Fächer und

hinweg ab. Respektvolles Feedback benennt eine bearbeitbare nächste

. Sprachbildung unterstützt gesellschaftliche

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffslandkarte: Erstelle eine visuelle Karte, in der Du Sprachbildung, Sprachförderung, Bildungssprache, Fachsprache und Alltagssprache voneinander abgrenzt und durch eigene Beispiele verbindest.
  2. Sprachbiografie: Gestalte ein anonymisierbares Sprachenporträt Deines eigenen Repertoires und reflektiere, in welchen Situationen Du welche Sprachen, Register oder Ausdrucksformen nutzt.
  3. Aufgabenanalyse: Wähle eine Aufgabe aus Schule, Kita, Hochschule oder Erwachsenenbildung und markiere alle sprachlichen Handlungen, die zu ihrer Bearbeitung notwendig sind.
  4. Medienkritik: Untersuche ein Lernvideo auf Verständlichkeit, Fachlichkeit, Visualisierung, Sprechtempo und Möglichkeiten aktiver Sprachproduktion.


Standard

  1. Beobachtungsprotokoll: Beobachte mit Einwilligung eine pädagogische Gesprächssituation, trenne Beschreibung und Interpretation und entwickle zwei begründete sprachbildende Impulse.
  2. Dialogisches Lesen: Plane eine Sequenz zum dialogischen Lesen für eine konkrete Zielgruppe, führe sie nach Möglichkeit durch und werte die Gesprächsbeteiligung aus.
  3. Scaffolding: Überarbeite eine anspruchsvolle Fachaufgabe mit Makro- und Mikro-Scaffolding, ohne den fachlichen Anspruch zu reduzieren.
  4. Mehrsprachige Lernumgebung: Entwickle ein Lernangebot, das mindestens zwei Möglichkeiten zur Nutzung vorhandener sprachlicher Repertoires eröffnet und dennoch ein klares Ziel in der Bildungssprache verfolgt.


Schwer

  1. Fallanalyse: Analysiere einen komplexen pädagogischen Fall hinsichtlich sprachlicher Anforderungen, institutioneller Macht, möglicher Zuschreibungen und didaktischer Handlungsmöglichkeiten.
  2. Forschungsprojekt: Entwickle eine kleine Untersuchung zur Gesprächsbeteiligung in einem Seminar oder Unterricht, erhebe anonymisierte Daten und leite vorsichtige Konsequenzen ab.
  3. Institutionskonzept: Entwirf ein Konzept durchgängiger Sprachbildung für eine Bildungseinrichtung mit Zielen, Verantwortlichkeiten, Kooperation, Fortbildung, Ressourcen und Evaluation.
  4. KI und Sprachbildung: Vergleiche selbst verfasste und KI-unterstützte Lerntexte anhand transparenter Kriterien und entwickle Regeln für einen lernförderlichen, datensensiblen Einsatz.




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Lernkontrolle

  1. Transfer Kita und Schule: Vergleiche alltagsintegrierte Sprachbildung in der Kita mit sprachsensiblem Fachunterricht in der Schule. Zeige Gemeinsamkeiten, Unterschiede und mögliche Brüche am Übergang auf.
  2. Didaktische Entscheidung: Eine Lehrkraft möchte einen schwierigen Text vollständig vereinfachen. Beurteile diese Entscheidung mithilfe des Scaffolding-Konzepts und entwirf eine Alternative, die Zugang und Anspruch verbindet.
  3. Diagnostischer Fall: Eine mehrsprachige Schülerin beteiligt sich mündlich wenig, verfasst aber differenzierte Texte. Entwickle mindestens drei mögliche Erklärungen und einen Plan, wie Du diese ohne vorschnelle Zuschreibung prüfst.
  4. Bildungsgerechtigkeit: Analysiere, wie sprachliche Normen in einer Prüfung fachliche Leistungen sichtbar machen oder verdecken können. Entwickle Kriterien für eine faire Bewertung.
  5. Mehrsprachiger Transfer: Plane eine Lernsequenz, in der Familiensprachen zum Verstehen genutzt werden, während ein fachlich präzises Produkt in der vereinbarten Bildungssprache entsteht.
  6. Organisationsentwicklung: Begründe, warum einzelne Förderstunden kein Konzept durchgängiger Sprachbildung ersetzen. Beziehe Unterrichts-, Personal- und Organisationsentwicklung ein.
  7. Evaluation: Entwickle Indikatoren, mit denen die Wirkung einer sprachbildenden Maßnahme geprüft werden kann. Berücksichtige Lernprodukte, Beteiligung und Rückmeldungen der Lernenden.




Lernnachweis

Für einen aussagekräftigen Lernnachweis zu Sprachbildung - Pädagogik sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Theorieverständnis: zentrale Begriffe werden fachlich korrekt unterschieden und aufeinander bezogen.
  2. Analysekompetenz: sprachliche Anforderungen, Ressourcen und Barrieren einer pädagogischen Situation werden nachvollziehbar herausgearbeitet.
  3. Didaktische Planung: fachliche Ziele, Sprachhandlungen, Sprachmittel, Unterstützungen und Lernprodukte sind kohärent verbunden.
  4. Diagnostische Sensibilität: Beobachtungen werden von Interpretationen getrennt; Mehrsprachigkeit und Kontextbedingungen werden berücksichtigt.
  5. Reflexivität: eigene Normvorstellungen, Machtverhältnisse und mögliche Zuschreibungen werden kritisch geprüft.
  6. Transferleistung: wissenschaftliche Konzepte werden auf ein konkretes pädagogisches Handlungsfeld übertragen.
  7. Evaluation: Erfolgskriterien und Verfahren zur Überprüfung der Maßnahme werden begründet.
  8. Wissenschaftliches Arbeiten: Aussagen werden mit geeigneter Fachliteratur belegt, Quellen transparent dokumentiert und Grenzen der eigenen Analyse benannt.
  9. Darstellungsqualität: das Lernprodukt ist adressatengerecht, sprachlich nachvollziehbar, barrierearm und fachlich präzise.

Als Lernnachweis eignet sich besonders ein Portfolio aus einer theoretisch begründeten Fallanalyse, einer sprachbildenden Planung, einem erprobten oder simulierten Lernmaterial, einer kurzen Evaluation und einer persönlichen Reflexion.




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Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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